Das traurige Märchen der Prinzessin Brigitte – Neues von der Pixelhexe

Wir alle kennen das Märchen der Gebrüder Grimm, wo aus einem Aschenputtel die schöne Prinzessin wurde, die in Reichtum und Liebe auf einem zauberhaften  Schloss mit ihrem Prinzen lebte und nicht mehr die Drecksarbeiten für eine grässliche Stiefmutter und deren Töchter erledigen musste.

Jetzt sind wir aber hier im "Land der Füchse", wo die Uhren anders herum ticken als eben anderswo und so ist es nicht verwunderlich, dass auch unser Märchen "Aschenputtel" genau anders herum abläuft.

Es war einmal eine junge, hübsche Prinzessin, die nicht gerade reich, aber eben auch nicht arm war.

Sie hatte eine Menge Leute an ihrem Hof, die sie bewunderten und achteten und die dankbar waren, dass sie dafür sorgte, dass alle genug Brot zu essen und Arbeit  hatten.

Sie bemühte sich  so ausgezeichnet um das Wohlergehen aller, dass ihr Vater beschloss, sie vorzeitig auf den Thron zu heben.

Alles, was er tat,  hatte er zuvor mit seiner Tochter abgesprochen, da er ihre Intelligenz und ihre wohlüberlegten, von Herzen kommenden Ratschläge schätzte.

Der Vater war mächtig stolz auf seine Tochter und sein Volk jubelte ihm zu, dank seiner klugen Entscheidungen. Alle im Land waren glücklich und zufrieden mit der Königsfamilie.

 

 

 

  Es ließ sich nicht vermeiden, das der Ruf der Prinzessin Brigitte weit über das Schloss "Schwerte"  hinausging und so hatte auch der König im "Land der Füchse" von ihr, ihren Fähigkeiten  und ihrer Beliebtheit gehört.

Er fand, dass es an der Zeit sei, seinen Thron für seinen Nachfolger frei zu machen, seinen Lieblingssohn Prinz Wilhelm.

Der König  wusste von der Not, die seinem Land bevorstand und er konnte sich gut vorstellen, dass so ein wackeres, fleißiges Mädel genau die Richtige für seinen Königshof wäre.

 

Also schickte er seinen Sohn Wilhelm mit einem  wundervollen, kostbaren Geschenk zum Königshof  "Schwerte", damit er Prinzessin Brigittes Herz erobern und sie ins "Land der Füchse" locken konnte. Nicht das er sie wie sonst in den Märchen üblich heiraten wollte – nein in der heutigen, modernen Zeit, lebt man eben auch in Partnerschaft miteinander.

Er erzählte ihr von dem reichsten Königshof in NRW, von wunderschöner Landschaft, von ehrenvollen und erfüllenden Aufgaben, die auf sie warten würden. Er sprach von Reichtum und Anerkennung
ja, er versprach ihr das Paradies auf Erden und goldene Berge.

Brigitte war entzückt, sagte ihrem enttäuschten Vater, dass sie jetzt ginge, ihr Glück zu finden und verließ Haus,Hof und Gesinde, das der anmutigen Prinzessin traurig nachweinte.

 

Als die Prinzessin  in ihrer neuen Heimatstadt angekommen war, musste sie erst einmal einen Vertrag unterschreiben. Alles wird gut, dachte sie und sie ahnte nicht, dass sie damit einen diabolischen Pakt unterschrieben hatte.
Denn ihr war nicht bekannt, dass im Lande des Königs eine Menge Bauern und Knechte wohnten, die mit der Regierung des Königs und seiner Untergebenen längst nicht mehr einverstanden waren. Er hatte sich bisher wohlweislich nicht ausreichend um sie gekümmert, sondern lieber mit seinen Edelmännern Feste gefeiert und sich den Hof machen lassen.
Nun hatte das Volk einen Aufstand geplant und der König hatte von einem Racheplan gehört und wollte sich flugs in Sicherheit bringen. Selbst seinem Sohn Wilhelm hatte er verschwiegen, was auf das Land zukommen würde.

Prinzessin Brigitte, frohen Herzens und Mutes, machte sich ans Werk. Aber  während der Vater zu Hause Wert auf ihren Rat gelegt und ihn beherzigt umgesetzt hatte, musste sie jetzt feststellen, dass sie nur für die niederen Arbeiten eingesetzt wurde und man keineswegs ihren Ratschlägen folgte. Schon bald schickte man sie in die ausgestorbene, halbverfallene Siedlung der Bauern und Knechte, die teils so zornig und abgestumpft waren, dass sie ihre Hilfe gar nicht mehr hören und annehmen wollte. Sie wusste, daß hinter den angelehnten Türen das verärgerte Volk mit Knüppeln auf sie wartete und sie hatte ihre helle Not, unbeschadet da herauszukommen. Nur ein paar beherzte Bauern schlossen sich ihr an, aber sie merkten schon bald, dass sie gegen die Menge nichts ausrichten konnten.

Auch der Tag einer Prinzessin hat nur 24 Stunden und so merkte sie bald, das die Aufgaben, die man ihr übertrug immer mehr und immer schwerer wurden und das sie im Grunde nur für das Herhalten sollte, was eigentlich anderen gebührte.

 

So wurde aus der strahlenden jungen Prinzessin das Aschenputtel  im "Land der Füchse" und sie dachte traurig und mit wehem Herzen an ihren Vater und ihr Volk zu Hause, wie gut es ihr doch vorher gegangen war, als sie noch nicht so reich, aber glücklich war. Und auch Prinz Wilhelm konnte ihr da nicht zur Seite stehen, kam er doch selbst aus dem Schloss, wo man gelernt hatte, gehorchen zu müssen und keine eigenen Entscheidungen zu treffen.

Und die Moral von der Geschicht – trau einem  aus dem Fuchsland nicht

 

Eure Pixelhexe


 

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