Um Inhalte geht es gar nicht mehr.

 

[jpg]  Als wir gestern Abend die NPD Mahnwache von Samstag durchsprachen, stellte sich eine Frage:

 Welche Inhalte hatten denn die demokratisch orientierten Bürger den Neo Nazis entgegenzusetzen?

Dagegen zu sein ist relativ leicht ohne inhaltliche Ausrichtung. So auch die Gegendemo, der 40 bis 60 Bürger, die mit roten Karten und mitgebrachten Stickys oder  Banner ihre Gegnerschaft zu der anwesenden NPD Jugendorganisation zeigten. Aber 40-60 von wie viel Bürgern, Ennepetal hat immerhin 31.000 Einwohner?

In Gesprächen mit den anwesenden Politikern wurde schnell klar, die NPD darf es nicht geben, hier nicht und nicht woanders. Nur aufzeigen warum es sie nicht geben sollte, wollte so richtig keiner sagen.

Ist das Vergessen dieser nationalen Theorie, schon soweit fortgeschritten, dass wir nur ein Dagegen entgegen setzen können? Ähnlich, wie ich bin gegen Schalke oder gegen Dortmund?

Die wollen wir hier nicht, so die Aussage. Aber wir wollen auch keine Andersdenkenden, Querdenker, Aufmüpfige, kantige Menschen oder trinkende Jugendliche. Wir wollen nur das, was wir für richtig halten. Nur was richtig ist, vermögen wir nicht mehr zu sagen.

Da fällt es keinem auf, dass die JU, die Jugendorganisation der CDU in Witten und Hamburg, genau mit diesem Gedankengut spielt (Wir kommentierten das). Dort hat sich jedoch keiner dagegen verwahrt.  Es muss nicht immer auf der Verpackung NPD oder DVU stehen, es kann auch was ganz anderes drauf stehen. Wie gesagt, die Inhalte sind es.

                       


Unser Bürger vor Ort meinte, er könne nichts aus den Gesprächen entnehmen, warum diese jungen Menschen  eine Mahnwache abhielten und warum die Gegendemonstranten eben dagegen waren. Ok, die Plakate enthielten eine irgendwie geartete Aussage. Wurden dieses Aussagen denn auch von den Anwesenden getragen und konnten diese auch hinterfragt werden oder offensiv vorgetragen werden? Kaum. Einzig Frau Schöneberg konnte etwas mehr als nur Sprachhülsen ablassen. Da scheint noch etwas Bewusstsein vorhanden zu sein.

Kämpferisch hatte sie auch „inne Milspe“ die Führung übernommen um den anwesenden Bürgern bei der Ausrichtung zu helfen. Die anderen Politiker sah man mehr als Mitläufer der Demo. Angesprochen, wussten sie auch nicht mehr zu sagen, als ich bin dagegen.

So ist zu bemerken, dass das Nazi Gedankengut rund 60 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik fast der Vergessenheit anheim fiel. Wir meinen eine fatale Entwicklung. Denn politisch bemerkt man, dass es ein strukturelles Umdenken bei der NPD und der Noch Schwester DVU stattfindet. Österreich hat es vorgemacht,     nicht Glatzköpfe und Springerstiefel ist die erste Wahl. Der adrett gekleidete junge Mann von nebenan ist angesagt. Die Inhalte bleiben die Gleichen. So schreibt man auch hier den Neonazis ein Potenzial von 28-30%  zu, bei dementsprechender strategischer Ausrichtung. Springerstiefel schrecken ab, Slipper nicht, das haben auch die Neo Nazis begriffen. Hayder lässt grüßen.

Unsere Demokratie sollte wehrhaft sein, richtig! Aber was ist von den Politikern zu halten die missliebigen Fragen ausweichen? Die sich hinter Plakaten verstecken, die nur inhaltsleere Sprachhülsen oder gehübschte Kandidaten aufdrucken?  Die der Diskussion mit den Bürgern ausweichen und nur weichgespülte Fragen zulassen, bitte keine inquisitatorischen Fragen. Nachfragen ist nicht erlaubt. Nur Demokratie lebt vom Dialog und nicht vom Monolog, lebt vom Streit über den richtigen Weg. Begnadete Selbstdarsteller haben beide Seiten, sattelfeste Demokraten mit dem Hintergrundwissen unserer speziellen deutschen Geschichte, haben wir allerdings kaum mehr.

Wie sagte der Anchorman Kloeppel von RTL im Abspann  nach der Sendung „Townhall Meeting“ zu unserer Perle der Uckermark, Angela Merkel: "Alles klar, super, das war’s".

Und wenn wir inhaltlich den Neo Nazis nichts mehr oder nur wenig entgegen setzen können, wird irgendjemand in dieser Republik dann auch mal sagen: "Alles klar, super, das war’s". Nur das dann folgende 1.000 jährige Reich wird die halbe Menschheit vernichten.

Ja, unsere Demokratie ist so kuschelig und beliebig geworden, man hat es sich so gut eingerichtet.

 

Nun kuschelt man schön.

 

 

Jürgen Gerhardt

 

6 Kommentare
  1. Pro-Streetworker sagte:

    In meiner Familie haben wir ohne Probleme Iraner und einen Ägypter aufgenommen und ich mag meine
    italienischen Freunde sehr und habe auch mit anderen Nationaliäten keinerlei Schwierigkeiten.
    Dies auf einer Gegendemo zum Ausdurck zu bringen, war mir persönlich ein Bedürfnis und ein
    Bekenntnis zur Familie und meinen Freunden, sowie zu all denen, die gerne auch ihren Glauben und
    Nationalität mitbringen dürfen.

  2. Milsperjunge sagte:

    @ Prostreetworker
    So denke ich auch, ich war auch da zum Flagge(Karte) zeigen.
    Dafür das man erst am Freitag Abend davon erfahren hat, waren relativ viele Bürger dah.
    Obwohl ich dem Artikel vom Gerhard nicht ganz zustimmen kann,
    das war eine Antifa-Kundgebung und keine Wahlveranstaltung der SPD. Denn alle unsere Bürgermeisterkandidaten (außer Frau Dr. Siekermann waren da).
    Warum er immer Frau Schönerberg so enorm hervorheben muss ist wahrscheinlich sein Geheimnis.
    Und das alle Demokratischen Parteien, Kirchen, NGO, eine Friedenpreisträgerin und viele Bürger anwesend waren ,fand ich Klasse!!
    Denn man sollte nur Gemeinsam den Nazis entgegentreten!!
    Und sich nicht vor den Nazis (wie es Herr Gerhard wahrscheinlich möchte) zerstreiten, denn darauf warten nur die nur!
    Und das hat uns die erste Demokratie gekostet (Weimar)
    Und daraus sollte man lernen, denn eine Antifa-Kundgebung ist keine Wahlveranstaltung (alles klar).
    Sondern alle Demokratischen Kräfte müssen da zusammen stehen!!

  3. Redaktion
    Redaktion sagte:

    @Milsperjunge
    Wenn Sie denn meinen! Hauptsache das Feindbild stimmt, an dem Sie sich abarbeiten können. Mir wurde dieser Sachverhalt so von einem der Anwesenden übermittelt. Ich wusste jedoch nicht, dass wir eine Friedenspreisträgerin ( des deutschen Buchhandels oder Aachener?) in unseren Reihen haben, etwa Frau Eren Keskin von 2004?
    Wie dem auch sei, es gilt die Neo-Nazis zurück in das demokratische Lager zu bekommen und nicht in den Untergrund zu treiben. Und da gilt es sich mit der Theorie des Nationalsozialismus auseinander zu setzen und als das zu entlarven was er ist, eine menschen verachtende Theorie. Die Nazis wurden in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts auch verboten, das hat sie aber nicht abgehalten doch an die Macht zu kommen.

  4. Milsperjunge sagte:

    @ Redaktion

    Vielleicht wäre es besser gewesen ,wenn sie selber da gewesen wären.
    Bericht nur nach “Hörensagen” zu schreiben, ist nicht Professionell !

    Denn mir ist nicht aufgefallen das Frau Schöneberg dort “die Führung” übernommen hatte.
    Ebenso wie die anderen Kandidaten!
    Dort gab es nämlich keinen Wahlkampf!!

    Ich betone es noch einmal, Antifa-Kundgebungen sind keine Wahlkampfveranstaltungen irgendeiner Partei !!
    Und sollten auch nicht dazu missbraucht werden !

    Und ich meinte die Ennepetaler Friedenpreisträgerin.
    Denn ihr Text war eine etwas zu plumpe Wahlwerbung 😉

  5. Redaktion
    Redaktion sagte:

    @Milsperjunge
    Es wäre nicht professionell gewesen,wenn ich alles alleine machen würde und Anderen die hilfreich sich uns angeschlossen haben nicht zu trauen. Es obliegt nun einmal dem Betrachter wie er das Gesehene einordnet.Und wenn Sie jetzt per Projektion das ganz als plumpe Wahlwerbung entlarven wollen, so haben Sie die Wahl wohl selber im Auge gehabt.

    Das Sie jetzt die Einlassungen hinsichtlich Frau Schöneberg so einordnen scheint Ihre Sichtweise sehr einzuschränken; denn das Geschriebene wurde mir mehrfach bestätigt. Oder soll ich das jetzt so verstehen, dass Frau Schöneberg keine Flagge zeigen darf? Überall dort wo sich Kandidaten zeigen, so zeigen sie sich auch als Vertreter Ihrer Parteien oder Ämter. Es ist das wie, wie sie sich mit solch einem wichtigen Thema befassen. Insoweit hat sich Frau Schöneberg wohl aus dem Kreis der Politiker hervorgehoben. Wenn Ihnen das nicht passt, zeigt es einmal mehr, dass Sie Ihre politische Präferenz nicht richtig eingeordnet sahen. Und das guter Mann, ist Wahlwerbung der billigsten Art.

    Und was die Antifa Bewegung betrifft, ich habe keinen aus Ennepetal auf der Demo in Köln gesehen oder als voriges Jahr in Oberbarmen der Zug der Erinnerung ankam. Wo waren Sie denn da?
    Und noch eines, wenn Sie nicht in der Lage sind den gesamten Artikel im Kontext zu erfassen, so fragen Sie doch jemanden.

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