Wiggenhagens Spielchen mit der Wahrheit – trau, schau, wem

[jpg] Irgendwie habe ich den Eindruck Wilhelm Wiggenhagen hat keine Lust ein wirklicher Bürgermeister zu werden. Sein Vorgänger war wenigstens ein begnadeter Selbstdarsteller, der sicher bei jeder Kleinbühne hätte anfangen können. Politisch war er jedoch auch ein Ausfall, denn in den 10 Jahren seiner Amtszeit ging vieles die Ennepe runter. Wiggenhagens Schauspielkünste sind jedoch rudimentär die nur noch von seinen politischen Ambitionen unterboten werden.

Nun ist Wiggenhagen seit August 2009 gewählt und er könnte wenn er wollte gestalten.
Ennepetal hat Potenzial, ohne Zweifel, nur muss dieses Potenzial auch genutzt werden, mittels eines Gestaltungswillens.
Und da schließt sich der Kreis. Denn dieses Potenzial kann nur mit Menschen genutzt werden die den Willen haben zum Beispiel ihre Rolle, die  eines Bürgermeisters auszufüllen. Aber doch nicht von einem Menschen der seiner Eitelkeit frönt, so dass man der Meinung sein könnte er wäre ein versteckter Narzisst.

Nun haben wir hier in Ennepetal viele Probleme. Es nützt aber nichts wenn diese nur angerissen  und sodann liegen gelassen werden. Auch nutzt es nichts, wenn man keine Kritik ertragen kann und die Kritiker versucht zu diskreditieren oder gar einzuschüchtern. Auf seiner Webseite verlangt Wiggenhagen das man sich bei ihm nur mit vollem Namen nennen darf, ansonsten würde er eine Beantwortung nicht in Erwägung ziehen. Was soll das? Klar wird einem das, wenn man den Vorfall einsieht den ein Leser der WR nach einem Leserbrief in der örtlichen Presse erdulden musste.

Es geht um die Seniorenzuschüsse die zu 50% gestrichen wurden, wobei die Vorlage dem Sozial- und Generationsausschuss mittels Tischvorlage nach Verabschiedung des Haushaltes untergeschoben werden sollte. CDU/FDP/Bündnisgrünen und FWE fanden das in Ordnung und meinten noch die Senioren können sich doch ihren Kaffee selber mitbringen. Nette Gesellschaft. In Folge lud Herr Wiggenhagen die Senioren zu der anstehenden Sitzung des Ausschusses ein. Dieser Einladung kamen die Senioren auch zuhauf nach, nur Wiggenhagen kam nicht.

In der nun turbulenten Sitzung wurde diese Kürzung massiv angegriffen. Die Ausschussvorsitzende, Sabine Hoffmann (Bündnisgrünen) wusste dem nichts entgegen zu setzen und rettete sich damit, indem sie das Angebot machte, Wiggenhagen würde sich höchstpersönlich um die Finanzierung der Tassen Kaffee kümmern, bemühen oder wie auch immer. Die Senioren gaben aber nicht locker und wollten eine konkrete Zusage haben, was sie natürlich nicht bekamen. Das Gewürge von Frau Hofmann (Bündnisgrünen) , war schon bemitleidenswert. Hofmann wollte sogar einen Arbeitskreis in Aussicht stellen. Arbeitskreis Tasse Kaffee? Herrn Schnurbusch (SPD) platzte der Kragen: Wie soll das denn gehen? Sollen die Senioren jetzt pro Tasse Kaffee einen Antrag beim Bürgermeister stellen? Recht hatte er, er traf damit genau die Ausführungen von Sabine Hoffmann (Bündnisgrünen).

Herr Knüppel (CDU) eilte Frau Hofmann zu Hilfe indem er einwandte, man müsse dem Bürgermeister auch mal vertrauen. Wie bitte? Einem Menschen der als Wirtschaftsförderer kaum was auf die Reihe bekommen hat und jetzt nach einem ¾ Jahr als Bürgermeister  immer noch nichts auf die Reihe kriegt. Dem soll man Vertrauen?

Der Haushalt ist nicht durch, Milspe hat weitere Einzelhandelsgeschäfte verloren, Das Heilebecke Center hat die erste Mieterinsolvenz, das Citymanagement tritt auf der Stelle und verprasst unser aller Geld, der Bahnhof ist nur zur Hälfte gestrichen, das Brandhaus Fischer ist nicht ausgelotet, mit der Firma Altfeld führen wir einen Prozess in Millionenhöhe, den wir in der ersten Instanz verloren haben und, und,und.

Das sind nur die Baustellen die mir so ad hoc einfallen. Und da soll Vertrauen aufkommen?
Da ist doch eher klares Misstrauen angesagt. Und zwar zu recht.

Und dann schreibt ein Leser der WR am 27.5.2010, dass er enttäuscht ist von dem Bürgermeister der alle eingeladen hatte und selber nicht  kam. Das er sich nicht traut vor den Senioren Rede und Antwort zu stehen und schließt mit: Armes Ennepetal.
Das ist ja jetzt in der Öffentlichkeit, jeder kann es lesen. Und das hat Wiggenhagen, wie sein Vorgänger auch, nicht so gerne. Ins Rathaus kommen und bitte, bitte sagen und sich dann ein paar gönnerhafte Sprüche abholen, dass ist ok für Wiggenhagen! Aber in der Öffentlichkeit, nein, da wird doch der Heiligenschein beschädigt.

Und so greift Wiggenhagen selber in die Tastatur oder zum Griffel (Der Redaktion liegt der volle Brief vor).
Und er gibt auch sinngemäß unumwunden zu: Klar habe ich zur "Fete" in den Sozial- und Generationenausschuss eingeladen, ich habe aber damit nicht gesagt, dass ich auch der "Fete" beiwohne.
Und Schwups ist Wiggenhagen wieder fein raus. Im Grunde genommen ist das der reinste Hohn. So in etwa, warum bist Du so doof und nimmst mir so was ab?

Dann kommt es aber noch dicker indem er die Verantwortung für diese Kürzung auf den Rat der Stadt abschiebt. Nur verschweigt er, dass seine Verwaltung sämtliche Kürzungsvorschläge in den Rat einbrachte. Eckpunkte, obwohl angemahnt, wollte er ja vorher nicht bekannt geben. Und die Vorlage für die Kürzung der Seniorenzuschüsse wurde erst nachträglich vorgelegt. Ich kann nicht ab, Wiggenhagen die Tefloneigenschaft zu zu sprechen, es bleibt aber auch nichts an ihm hängen.
In dem Schreiben weißt er noch den Verfasser des Leserbriefes darauf hin, dass dieser sich doch erst einmal selber in seiner Verwandtschaft kundig machen solle, bevor er ihn angreife.

Dieser Brief verbietet quasi dem Leserbriefschreiber seine Meinung offen in der Öffentlichkeit zu platzieren. Und dann meint er noch besserwisserisch: Vielleicht konnte er ihm die sachlichen Aspekte seiner Amtsführung näher bringen. Sicher nicht.

Klar, ich lade zur Fete ein und bin selber nicht da! Ich könnte mir vorstellen, dass es bei solchen nicht eingehaltenen Versprechen, sehr einsam um unseren Wilhelm Wiggenhagen mit der Zeit wird. Wer soll ihm da noch vertrauen? Da könnte man ja jedem Bürger fast raten bei Zusagen eines Wilhelm Wiggenhagen erst einmal einen Rechtsanwalt zu bemühen, um die Zusage in Schriftform zu bekommen. Im Bergischen gibt es den Begriff des Schlickefängers. Ich glaube auf Wilhelm Wiggenhagen trifft dieser Begriff zu.

Tja, Wilhelm Wiggenhagen, es gibt ein altes deutsches Sprichwort: Ehrlich währt am Längsten. Wenn er seinen Bürgern offen und ehrlich begegnen würde, würde er sicher auch mehr akzeptiert.

Also, wenn ich jemanden einlade, bin ich auch da und stelle mich, so einfach ist das.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal.

5 Kommentare
  1. Anna Brux sagte:

    Zur Rolle und zum Gestaltungswillen eines Bürgermeisters könnte Wiggenhagen viele konkrete Anregungen in seinem Wohnort Gevelsberg aufnehmen. Der Gevelsberger BM Jacobi hat seit Jahren das Image eines Bürgeranwalts, der sich engagiert um die Belange seiner Einwohner kümmert. Wenn’s irgendwo “brennt”, ist Jacobi da, und redet mit den Leuten auf Augenhöhe.
    Jacobi spricht in seinen Haushaltsreden offen über die Personalkosten seiner Verwaltung. Ohne Geheimniskrämerei wurde dieses Thema mit klugen Entscheidungen bearbeitet. Die Gevelsberger haben auch in diesem Bereich die Gewissheit: Mit unserem Bürgermeister haben wir die Krise im Griff.

    Für unseren Bürgermeister Wiggenhagen gilt: Abgucken ist erlaubt – vor der eigenen Haustür!

  2. Redaktion
    Redaktion sagte:

    Ich weiß. Das Problem des nicht mehr lernen wollen ist bei Wiggenhagen das größte Problem. Er will nur als Person akzeptiert werden und vergisst das er eine Stadt hat, die nach vorne gebracht werden sollte. Er kann im Gegensatz zu Jacobi nicht strukturell denken. Dann kann er, allerdings auch sein Vorgänger, keine langfristigen Ziele definieren. Er ist mit dem alltäglichen ausgelastet und damit ist er schon teilweise überfordert.
    Wie Sie das mal schon richtig bemerkten, er taugt höchstens zu einem Gruppenleiter. Und so verhält er sich auch.
    Nehmen Sie mal das vorgenannte Beispiel. Die Kürzung der Seniorenzuschüsse ist nun wirklich misslungen. Wer hat ihn denn gehindert, diese Kürzung für ein Jahr auszusetzen?

    Dann hat er die Senioren zu den Ausschüssen geladen. Er war nicht da. Wer hat ihn denn gehindert, ein einfaches Sorry abzugeben. Das er nebenbei Frau Hofmann in diese missliche Situation brachte, will ich mal nicht weiter erörtern.

  3. Anna Brux sagte:

    » “Wer hat ihn denn gehindert, diese Kürzung [der Seniorenzuschüsse] für ein Jahr auszusetzen?”

    Ich möchte noch einen Schritt weiter gehen:
    Kleckerbeträge wurden bei den Senioren gekürzt, während für das Verwaltungspersonal (in Ept.) jährlich ca. 4 Mio mehr ausgegeben werden als in Gevelsberg. Die Relationen stimmen nicht! Mit diesem Missverhältnis kann das Thema Sparen nicht glaubhaft umgesetzt werden.

  4. Leserkritik sagte:

    Dass Herr Knüppel sagt man müsse dem Bürgermeister (und auch der Verwaltung) danken und vertrauen ist doch nix neues. Den Satz sagt er gefühlt in jeder zweiten Sitzung… so war es auch schon unter König Eckhardt.

  5. Redaktion
    Redaktion sagte:

    Die Firma Altfeld hatte auch etwas Vertrauen gehabt. Hatte aber auch den Einfall, sich die sicher vertrauenswürdigen Zusagen der Herren Wiggenhagen und Eckhardt, der Form halber schriftlich bestätigen zu lassen.
    Im Nachhinein stellten die beiden Herren ihre Leseschwäche fest und klagten weil sie ihr eigenes Werk nicht durchgelesen hatten.

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