Die Einzelhändler als Ritter der Tafelrunde?

Mythen und Sagen in Ennepetal.

Wer kennt sie nicht, die Sage von König Artus oder Arthur und seinen Rittern, die auf der Suche nach dem heiligen Gral waren. Es ist eine Sage, vielfach erzählt in immer anderen Version, mal waren es 12 Ritter mal waren es 16 und in anderen Überlieferung bis zu 4500. Als Kinder oder Jugendliche haben wir mit dieser Sage unsere Träume geträumt. Sage deshalb, weil es keine richtigen Überlieferungen gibt die belastbar wären. Auch der Gral, Sinnbild für das Absolute, ob es ihn gab, wer weiß es schon.

Artus soll so um 1100 geschrieben worden sein, lesen und schreiben war nur einer kleinen elitären Schicht vorbehalten. Auch die Ritter von König Artus, wie Lancelot, Parsival, Gawain oder Tristan waren, legt man heutige Kriterien an, Analphabeten. So ist es nicht verwunderlich, wenn es nur mündliche Überlieferungen, mehr hinter vorgehaltener Hand, gab. Öffentlichkeitsarbeit oder Neudeutsch Public Relations, war diesen Jungs vollkommen egal, warum auch. Sie waren ja die Guten und so war alles was sie auch taten gut, sie waren also schlicht und ergreifend mit sich selbst beschäftigt – das reichte.

Nun sind aber ein paar Jährchen ins Land gegangen, die Zeiten haben sich total geändert, wobei die industrielle Revolution  auch schon Schnee von gestern ist.


[Foto: Stadt Ennepetal /Presseamt – Beirat
v.l.n.r.: Citymanagerin Brigitte Drees, Rolf Kleine, Doris Gringel, Margit Bäcker, Hans-Caspar Kartenberg, Petra Backhoff, Oliver Dunker, Markus Pütz, Ralf Finger.]
Seit dem 1.April.2009 ist auch in Ennepetal eine neue Zeit angebrochen, wieder einmal. Es gibt das „Citymanagement“ in Form einer GmbH & Co. KG, die einen Beirat als höchstes Gremium hat. Dieser Beirat traf sich nunmehr am 29.April.09 zu seiner ersten Sitzung. 4  Stunden sollen die „Einzelhändler“ getagt haben um überhaupt für sich erst einmal heraus zu bekommen wie ein Gral bei ihnen aussehen sollte oder  was in ihn hineinkommt.

Nun zumindest wurden schon mal zwei  Arbeitsgruppen gebildet, eine für „Events“, früher nannte man das Veranstaltungen und eine für „Marketing“, früher nannte man das Vermarktung. Beide Arbeitsgruppen sollen aber für die Fußgängerzone „Inne Milspe“ tätig werden, so die Pressemitteilung. Was inhaltlich die beiden Gruppen tun sollen, das ist halt wie bei obiger Sage geheimnisumwittert. Wegen der Sagenbildung?
Artus hatte es einfach, er hatte einen Herold. Dieser Herold erzählte das, was letztendlich der Sagenbildung auch diente. Er war im Grunde genommen der Vorläufer des PR Managers. Also was wäre  analog zum damaligen Artus zu tun? Der Gral wäre eine gute Analogie für die Stadt Ennepetal, er ist genauso wie die Stadt, ein Gefäß in das man viele Inhalte packen könnte. Ein Inhalt wäre die Vermarktung (Marketing) der Fußgängerzone „Inne Milspe„, es sollten jedoch ein Bündel von Inhalten generiert werden, wenn ich überhaupt Menschen bewegen will, sich des Grals ( Der Stadt ) zu bemächtigen. Nur dafür braucht es wieder einen Herold, sprich,  Öffentlichkeitsarbeiter. Tja, und den haben wir mal nicht, denn das Ennepetal eine attraktive Stadt sein soll oder werden soll, das soll unser Ennepetaler Geheimnis bleiben. Ist das wieder Stadtmarketing?

Und was ist mit der Aufbruchstimmung, die damals Artus erzeugte? Geschickt nutzen die Herolde damals die Kommunikation, damals war das ungleich schwieriger, um tausende an den Hof von König Artus zu locken, die ihm sodann  in seinen Zielen zu folgten.
Nur wer ist in Ennepetal König Artus, ist doch klar, wir haben Gleichberechtigung, wir haben halt einen weiblichen König Artus, Brigitte Drees. Oder doch Wilhelm Wiggenhagen unser Beigeordneter und CDU Bürgermeisterkandidat?

Übrigens der Sage nach, je nachdem welche man gelesen hat, soll Artus nie an dieser sagenumwobenen Tafel gesessen haben. Die Ritter sollen alles selber gemacht haben. Und noch eines, der Tisch war rund. Warum? Weil keiner um den besten Platz streiten sollte, die Plätze waren alle gleich gut.

Und in Ennepetal?
Da denkt man nicht mehr an die Artussage, sondern eher an „Monty Python and the Holy Grail“ oder „Die Ritter der Kokosnuss“, hier in Ennepetal ist eben alles etwas ganz Anderes als anderswo. Die Ritter der Kokusnuß waren reine Satire, bester englischer schwarzer Humor. Und Ennepetaler Citymanagement? Übrigens gibt es bei Monty Python and the Holy Grail ein Killerkaninchen, welches die Inschrift bewacht auf welcher die Informationen sind, wo der Gral sich befindet.  Haben wir in Ennepetal auch ein Killerkaninchen und wer könnte das sein?

Jürgen Gerhardt

3 Kommentare
  1. Avatar
    H.Theo Bicking sagte:

    Hört Ihr Leut und lass Euch sagen;
    Wer auch immer an der Tafelrunde Platz nehmen wird, der Kommentar des benkelnden Harlekin Jürgen Gerhardt ist Ihm sicher. In der deutschen Sagenwelt kennen wir ja u.a. auch die Figur des reinen Toren, wer mag das nun sein lieber Jürgen Gerhardt ?

  2. Redaktion
    Redaktion sagte:

    Richtig, nur in einem anderem Zusammenhang wird der Tor in der Sagenwelt genannt.

    Durch Mitleid wissend, der reinste Tor, der, so Wolfram von Eschebach, der Welt die Erlösung bringen wird.
    Meinten Sie das so?

    Auch der Harlekin, hat in der Sprache eine sehr subtile und feinsinnige Rolle. Er ist derjenige der der Gesellschaft den Spiegel unter die Nase hält.

    Meinten Sie das so?

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