An einem Freitag in Ennepetal

[jpg] Wie wir immer wieder feststellen müssen, in Ennepetal ist alles ganz anders, eben halt wie auf einer "Insel der Glückseligen". Wie jede Redaktion ihre Termine am Anfang einer Woche setzt und diese nur umgelegt werden wenn ein besonders aktueller Anlass es erfordert, so ist es auch bei uns.

Dieser Fall trat nun am Donnerstag ein.

Herr Küpper von der Stadt Ennepetal rief unser Redaktionsmitglied Linde Arndt an und lud zum Pressetermin: Bahnhof Ennepetal/Gevelsberg Unterführung ein. Es hieß der "Bürgermeister" Wiggenhagen würde kommen, Termin: 11:30h. Da Linde Arndt unsere Fotojournalistin ist, betraf mich das auch. Denn thematisch sollte sie auch in ihrer Funktion als Vermittlerin für den in der Unterführung tätigen Künstler "Gigo" kommen, sie war also auch Betroffene.

Also den Termin in Essen um 11:00h im Folkwang Museum, Thema: "Urbanität gestalten, Stadtbaukultur in Essen und im Ruhrgebiet" abgesagt und einen Kollegen angerufen, der mir seinen Bericht überlassen sollte. Denn, diese Ausstellung basierte auf dem von mir besuchten Kolloquium "Urbanität gestalten. Zukunftsszenarien für die Städte des Ruhrgebiets."  welches im Mai in Zusammenarbeit mit dem KWI (Kulturwissenschaftliche Institut) veranstaltet wurde. Dazu hatten wir einen Artikel geschrieben und sollten nun den Folgeartikel abliefern. Nun gut, es wird schon was herausragendes sein, so dachte ich.

Und was war? Es wurde ein einfacher Fototermin daraus, der den "Bürgermeister" Wiggenhagen vor einem unfertigen Kunstwerk zeigen sollte. Der Künstler Gigo, Kunstrichtung: Streetart, berichtete so nebenbei, dass er Probleme mit den Wänden habe, die nicht vorbereitet waren und die er mit erheblichem Aufwand erst einmal vorbereiten musste und muss. "Bürgermeister" Wiggenhagen wollte nichts offizielles dazu sagen  auch machte er keine Anstalten der anwesenden Presse etwas mitzuteilen. Also machten wir alle "brav" unsere Fotos mit "Bürgermeister", Künstler Gigo, Vermittlerin Linde Arndt und Helfer.

           
     

Der Künstler Gigo meinte, wenn das Wetter so bleibe würde er evtl.nächste Woche fertig werden. Das war es. Ach ja, der "Bürgermeister" kündigte an, den Arbeitenden ein paar belegte Brötchen zu bringen ( Ist ja schon mal was) und das "inoffizielle Verlautbarungsorgan" des "Bürgermeisters" brachte schon mal einen aufgeschnittenen Kuchen ( Von Aldi?) mit.

Das war es ja nun aber wirklich. Wenn sich in anderen Städten die Bürgermeister vor fertigen Erzeugnissen ablichten lassen und dabei ein paar kluge "Sprüche" ablassen, wobei die Presse aufgefordert wird Fragen  zu stellen, so wird in Ennepetal bei jedem Schritt, und sei er noch so klein, ein Pressetermin anberaumt. Die Frage: Was soll das?  Welches Image will der "Bürgermeister" damit befördern? Man kann darüber nur den Kopf schütteln.

Nun denn, jetzt waren wir nun mal in Ennepetal und wollten auch noch einen Termin wahrnehmen.

Die Ausstellung à la JACQUARD ging im Industriemuseum am 15.Oktober, also am gleichen Tag zu Ende. Wir erwarteten im Industriemuseum nicht gerade eine Finissage, aber zumindest jemanden der uns über den Verlauf oder den Erfolg der Ausstellung ein kurzes Statement abgeben würde. Denn das Industriemuseum nennt sich ja auch Museum. Und Museen haben das so an sich am letzten Tag über den Erfolg ihrer Ausstellung zu berichten. Und was war? Vor dem Industriemuseum fanden wir einen netten Menschen, der sich als Hilfe des Eigentümers des Industriemuseum, Professor Döpp, ausgab. Der wusste aber nichts zu berichten, außer dass er uns nochmals evtl. durch die Ausstellung gehen lassen wollte. Tja, das war es an einem Freitag in Ennepetal. Es ist und bleibt eine "Insel der Glückseligen", wo jeder Pinselstrich ein Fortschritt auf dem Wege ist. Nur wohin führt dieser Weg?

Aber was fragen wir nach einem Ziel, wo jede Blume in der Landschaft schon einen Weg darstellt und der Hallimasch unbedingt abgekocht werden muss, wobei der Sud weg geschüttet werden sollte oder auch nicht.

Übrigens, Urbanität gestalten beinhaltet nicht die neue französische Küche, die nennt sich Nouvelle Cuisine und wurde von Michel Guérard begründet.

Das musste mal gesagt werden.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

 

 

 

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