Wer A sagt sollte auch B sagen können!

 Eine Nebelkerze bringt keine neue Verantwortung.

[jpg] Es ist schon ein Kreuz mit der Verantwortung. Einesteils bringt sie einem den Vorteil einer höheren Gehaltsstufe andererseits verlangt sie jedoch auch mehr  Pflichten.

Nun, da wird seit Jahren groß und breit über die touristische Verwertung von Ennepetal gesprochen, sprich die Mindestwahrnehmung von unserer Stadt um sie attraktiver zu machen, und da passiert das.

Der Teckel, also der Schienenbus VT95, soll ab April  des Jahres in der ersten Woche sonntags des Monats in Altenvoerde halten. [Wir berichteten bereits darüber]  So auch am 5.4.09, an welchem ein paar Meter weiter auch eine Ausstellung von dem Künstler Charly Grüne eröffnet wurde. Also die Gelegenheit allen ankommenden Touristen zu zeigen, wir haben ein Industriemuseum, wir haben eine Vernissage und vielleicht noch ein paar Meter weiter ein Hülsenbecker Tal. Von der Höhle will ich ja gar nicht reden.

Was aber passiert? Die ankommenden Leute, z. B. aus Hagen, wussten nicht wie sie an ihr gewünschtes Ziel ( Industriemuseum o.a.) kommen konnten und irrten über die Gleise. Personen, die in Gegenrichtung Hagen usw. fahren wollten, hatten ihre helle Not, da Sie keinen Parkraum fanden und wollten die Stadt schnellstmöglichst wieder verlassen.

Wer will schon in einer Chaosstadt länger als notwendig bleiben? Sicher werden einige gesagt haben: "He, da gibt es eine Stadt Ennepetal, die beherrschen noch nicht einmal die Grundregeln der Gastfreundschaft. Hm, oder war das überhaupt eine Stadt?"

Nun wäre das vielleicht niemanden aufgefallen, wenn nicht zufälligerweise auf vorgenannter Ausstellungseröffnung die stellvertretende Bürgermeisterin Anita Schöneberg anwesend gewesen wäre. Als diese auf die Zustände ein paar Meter weiter aufmerksam gemacht wurde, muss ihr wohl irgendwie der Kragen geplatzt sein. Sie schrieb einen geharnischten Brief ( liegt uns in Kopie vor ) an unseren allseits bekannten und geliebten Beigeordneten aber auch Leiter der Wirtschaftsförderung.

Mit Recht, wie wir auch meinen. Denn wie sollen wir zu mehr Attraktivität mit einer unprofessionellen Organisation und Führung kommen? Oder soll unsere Attraktivität darin bestehen, dass wir uns der Lächerlichkeit preisgeben? Wenn Herr Wiggenhagen seine angeblichen Anweisungen nicht umsetzen und auch kontrollieren kann, so mag er doch bitte nochmals die offensichtlich nicht mit bekommenen  Führungsvoraussetzungen in einem Kurs nachschulen. Liebe CDU könnten sie bitte aus ihrer Parteikasse nicht ein paar Euro für ihren Kandidaten locker machen? Oder sollen wir sammeln?

Das war ja nun nicht  alles. Anstatt wie wir es anregten, sich für das Unvermögen der Stadt öffentlich zu entschuldigen, schreibt er seinerseits einen offenen Brief an die stellvertretene Bürgermeisterin auf der Seite der CDU ins Internet (Screenshot als PDF). Nicht nur, dass er in diesem Brief zugibt, dass er "seinen Laden" nicht im Griff hat, auch seine Untergebenen machen was sie wollen. Er gibt auch noch zu, dass er überhaupt in solch einer Angelegenheit nicht informiert wird.

Es kommt noch schlimmer!! (Wir zitieren nun aus dem offenen Brief an Frau Schöneberg

Zitat:" Eigentlich sollten Sie – gerade als Vorsitzende des Verkehrsvereines – wissen, wer in der Stadt Ennepetal förmlich und tatsächlich für "Tourismus" zuständig ist, nämlich die Haus Ennepetal GmbH".

Also, wem gehört die Kluterthöhle & Freizeit Verwaltungs- und Betriebs-GmbH & Co. KG wohl, nicht die Haus Ennepetal GmbH oder meinte er die GmbH der GmbH und Co.KG, egal?
Herr Kern ist nur der Geschäftsführer aber doch nicht der Inhaber. Dieses ist immer noch die Stadt! Der Zuständigkeitsbereich Tourismus ist zwar delegiert, obliegt aber letztendlich in der Verantwortung der Stadt Ennepetal, wo denn sonst. Und da sind die Verantwortlichkeiten klar bei Herrn Wiggenhagen. Als Wirtschaftsförderer und Beigeordneter, aber auch als Stellvertreter des Bürgermeisters – auf der hauptamtlichen Ebene ist in der Verantwortung  wieder Herr Wiggenhagen. Da drüber gibt es nur noch den Bürgermeister, das ist aber der mit den großen Schuhen. An den gehen wir mal nicht ran.

Weiter!!

 

Zitat:" … Parkplatzes mit Schreiben vom 10.3.2009 genehmigt hatte. Die GmbH soll aber am 30.3.2009 das Angebot abgelehnt haben, weil "eigene Möglichkeiten bestanden hätten, Parkplätze bereit zu stellen."

Und wer hat nunmehr aus dem Verantwortungsbereich diese Information so unprofessionell  verarbeitet? Wo ist einmal ein Kurzanruf getätigt worden und wo hatte man sich einer befriedigenden Regelung versichert? Und überhaupt, welche Möglichkeiten und wo waren diese Möglichkeiten? Waren da etwa Liegestühle bestellt, nur hatte die keiner neben den Gleisen bemerkt? Meine Güte, was schreiben Sie da?

Zitat:" Ich will dies nicht weiter kommentieren, stelle aber fest, dass Sie offensichtlich mit Ihren pauschalen Vorwürfen gegen mich lediglich eine "Nebelkerze" geworfen haben. An sachlicher Darstellung scheinen Sie nicht interessiert zu sein, denn sonst hätten Sie entsprechend angefragt.
Mein Stil ist das nicht und wird es auch in Zukunft nicht sein. Ich bin im Gegenteil bereit, über diese (hoffentlich einmalige) Entgleisung hinwegzusehen und auch in den nächsten Monaten konstruktiv miteinander zu arbeiten."

Jetzt wird es sogar neurotisch. Nämlich jetzt gibt es eine psychologische Projektion. Keine Angst das ist heilbar. Der Unterzeichner hält Frau Schöneberg das werfen einer Nebelkerze vor die er nachweislich mit seinen Zeilen geworfen hat!!! Dann  reklamiert er eine sachliche Darstellung, die bei ihm nur im Ansatz anwesend ist. Dann tituliert er das ganze als Entgleisung, einmalig versteht sich ( wie gnädig ). Wenn dieses Verhalten keine Aufnahme in das Handbuch der Psychologie findet, was dann?

Zitat:" Um aber ein reibungsloses Verfahren zum Thema "Parkplätze bei Teckelfahrten" für die Zukunft sicher zu stellen, werde ich mich gerne auch persönlich der Angelegenheit annehmen."

 
Meine Güte Herr Wiggenhagen, warum denn nicht gleich so. Das ist doch Ihr Job, dafür werden sie bezahlt, von der Stadt, dem Wähler, dem Bürger und mal nicht zu knapp. In der Regel werden die Beigeordneten mit bis zu B10 bezahlt, plus der Geschäftsführergehälter der GmbH´s? In der Industrie hätte das schon mal eine Zurückstufung zur Folge gehabt.

Es gibt aber noch einen Nachtritt:

Zitat:" Abschließend gestatten Sie auch mir bitte nur noch die Bemerkung, dass sich der Fuzo-Brunch als Markenzeichen etabliert hat, egal ob er um 11 oder um 14 Uhr beginnt. Schließlich findet das Hafenfest des Verkehrsvereins auch nicht immer in einem Hafen statt."

Bei diesem Satz musste ich mir vor Lachen den Bauch halten.

Die deutsche Sprache besteht nicht nur aus der Orthographie.

Fuzo-Brunch in den Bereich Markenzeichen so mir nichts dir nichts zu erheben, ist schon ein sehr großer Bildungsmangel. Ein Markenzeichen entsteht nicht durch den 5 oder 6 maligen Gebrauch eines Namens oder der Zusammensetzung mehrerer Namen. Vielmehr entsteht ein Markenzeichen als ™ ® , oder wie auch immer, durch Eintrag oder jahrelange Übung.
Jetzt analogisieren Sie dies mit der Metapher Hafen, wie Hafen der Ehe, Hafenfest oder Hafen der Zukunft.
Brunch ist , wie Frau Schöneberg richtig reklamierte,  ein festes Wort welches in allen internationalen Hotels als verlängertes Frühstück angeboten wird und kein Warenzeichen. Es wird damit eine unnötige Erwartungshaltung gegenüber auswärtigen Gästen aufgebaut, die das Wort Brunch richtig einordnen können. Was ist denn wenn wir Gäste von auswärts haben, laden die zu einem "Fuzo-Brunch" ein? Meine Güte, ich war dann immer um 10:00 Uhr angetreten und nicht um 14:00 Uhr. Also kommen die auswärtigen um 10:00 Uhr und müssen noch 4 Stunden warten, ne, das kann doch nicht wahr sein? Ein mehr an Professionalität könnte wirklich nicht schaden.

Lieber Herr Wiggenhagen, Sie sollten uns, dem Wähler kein X für ein U vormachen. Sie sagen uns zwar nicht die ganze Unwahrheit aber sie sagen auch nicht die ganze Wahrheit. Frau Schöneberg hat in ihrem Brief nachweislich keine Halbwahrheiten verbreitet. Wenn Sie mit Ihrem Job, der meines Erachtens mit dem Tarif B sehr gut bezahlt wird, nicht zufrieden sind, so sollten Sie sich evtl. zurückstufen lassen um der höheren Verantwortung zu entgehen. Es ist nun mal in unserem System so, mehr Geld mehr Verantwortung. In sozialistischen aber auch totalitären Systemen ist das allerdings ganz anders, aber da wollen wir ja nicht hin, oder?

Übrigens, auch wenn man noch so viele Leute vor sich aufbaut, wie z.Bsp. Frau Drees oder Herrn Schilling in Bereich Citymanagement , so bleibt der "Chef" der Wirtschaftsförderung und darüber der Beigeordnete noch immer in der Verantwortung. Für viele ist das ein Problem, für Andere ist das der Grund solche Jobs anzustreben. Nachher können wir mal über ein Fehler- oder auch Krisenmanagement sprechen, ist ziemlich leicht und macht Laune.

Jürgen Gerhardt

 

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