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Bürgermeisterwahlen ´15 im EN-Südkreis, was ist da gelaufen?

 

[jpg] Am Sonntag gab es Überraschungen und viel Erwartetes bei den Wahlen.

Vorbemerkungen:

Es steht nicht gut um die gute „alte Tante SPD“ in NRW. Unwillig sich der heutigen Zeit zu stellen, scheint sie mit ihren über 150 Jahren wie ein Fossil. Seit Jahren und Monaten dümpelt die Bundes-SPD mit 25% vor sich hin. In Berlin hat sie sich der CDU versprochen und weiß dabei keinen einzigen Punkt bei den Demoskopen zu machen.

Das war der erste Punkt der bei dieser Wahl eine Rolle spielte, die sogenannte politische Großwetterlage. Hier gab es keine Volkspartei SPD mehr, die auf die Kommunalwahlen abstrahlte.

Das zweite Problem ist ein Imageproblem, für eine Partei aber auch für die agierenden Personen.

Bei der EN-Landratswahl ´15 war alles klar, Schade | SPD und Bolle | CDU bauten von Anfang an kein Image auf. Sie standen für nichts und der Wähler wählte das, was er kannte, SPD war immer vorne im Kreis, also wählte man SPD um nichts falsch zu machen. Das Flüchtlingsproblem, welches die Republik überall in seinen Bann zieht, hatte man tunlichst vermieden. Die SPD in Düsseldorf, Berlin und Brüssel machte da keine gute Figur und die CDU konnte mit Merkel und Seehofer in Münschen, Berlin und Brüssel nicht überzeugen.

Das dritte Problem waren die Themen. Es gab keine Themen, an denen sich die KandidatInnen abarbeiten konnten. Eine Aufbruchstimmung (Wohin) war auch nicht auszumachen.

Und das vierte Problem bestand im Wähler selber, dem das Geschachere um Posten, Macht und Vorteile schlicht egal war, er blieb zu Hause.

 Wahlparty im Haus Ennepetal, SPD wo bist Du? (C) Linde Arndt

Wahlparty im Haus Ennepetal, SPD wo bist Du? (C) Linde Arndt

Das alles führte zu diesem Wahlergebnis, welches die Sieger zwar freute, welches aber bei näherem Hinsehen unserer Demokratie einen großen Schaden nehmen lässt. Zieht man in Ennepetal die Briefwähler ab, so erhält man eine Wahlbeteiligung von rund 33,6% und mit Briefwählern können wir gerade einmal 42,7% verbuchen. Weit über die Hälfte der Einwohner blieben der Wahl fern und waren desinteressiert. Der landesweite Durchschnitt liegt bei 40,9 %, beschämend für eine lebende Demokratie. So brachte es Unna mit 25,5 % auf einen sicherlich traurigen Rekord.

Aber, wie gesagt, dass ist nur für Ennepetal. In anderen Kommunen war das nicht viel besser.

Man könnte jetzt fragen: Ist die deutsche Demokratie ein Auslaufmodell?

Ennepetal

Anita Schöneberg | SPD hatte von Anfang an die besten Chancen die erste weibliche Bürgermeisterin zu werden. Wiggenhagen der, wenn er angetreten wäre, mit einem Amtsbonus in die Wahl gegangen wäre, war ja weg. Ihre Mitbewerberin Imke Heymann | CDU war den Ennepetalern Eingangs total unbekannt.

Heymann hatte eine Wahlkampfstrategie die der von Schöneberg in fast allen Belangen überlegen war. Schöneberg setzte auf, ich-bin-von-hier und den guten alten Einzelgesprächen auf den Plätzen (Das haben wir ja schon immer gemacht), was nicht falsch ist, aber sie vernachlässigte sträflich eine heute übliche Crossmediale Vermarktung in Wort und Bild, die Heymann jedoch anwendete. Auf der Agenda von Schöneberg standen „nur“ die alten Werkzeuge und die alten Inhalte aus dem „vorigen Jahrhundert“.

So holte Imke Heymann in den Monaten auf. Als Schöneberg den warmen Atem von Heymann im Nacken verspürte, interpretierte Schöneberg dies als die ersten warmen Sonnenstrahlen. Die semiprofessionelle weit gehend statische Wahlkampfberatung von Schöneberg tat ihr übriges, sie konnte die Strategie nicht mehr ändern. Im Internet 2.0 der sozialen Medien konnte man die ersten Gehversuche der Kandidatin Schöneberg beobachten – Dynamik Fehlanzeige, Retrospektive war angesagt.

Zum vierten Male musste sich Anita Schöneberg | SPD ganz knapp mit 291 Wählerstimmen geschlagen geben. Das ist bitter. Denn Wilhelm Wiggenhagen hatte sie ja schon 2009 mit 357 Wählerstimmen nur knapp geschlagen.

Es ist aber auch bitter und blamabel für die SPD, indem sie ihrer Kandidatin mit keiner schlüssigen und sicheren Wahlkampfstrategie zur Seite stand. Auch der Zusammenhalt der SPD war verbesserungswürdig. Im Gegensatz zur SPD hatte sich die Kooperative von CDU,FDP,Bündnis90/Die Grünen und FWE als sehr schlagkräftig und homogen erwiesen. Vielleicht wird es diese Kooperative, nicht Koalition (!), bis 2020 weiter geben.

Was dies jetzt alles für Ennepetal bringt, ist nicht ganz richtig auszumachen. Nach den Gesprächen und Analysen die Frau Heymann ankündigte müssen irgendwann Entscheidungen gefällt werden.

So bleibt noch das Ergebnis: Imke Heymann | CDU 51,4 % und Anita Schöneberg | SPD 48,6%

 


 

Schwelm

Solch ein Ergebnis hatte keiner erwartet, denn Gabriele Grollmann | parteilos holte 62,3% und der amtierende Jochen Stobbe | SPD nur 37,7 %. Es war ein Erdrutschsieg den Frau Grollmann einfuhr.

Woran hat es gelegen? Nun, 5 Jahre hatte der Rat mit seiner bürgerlichen Mehrheit eine fundamentale Diffamierung des Bürgermeisters mit seiner Stadtverwaltung gefahren. Die Rechnung ging offensichtlich auf. Nach außen musste der Eindruck entstehen, Bürgermeister Stobbe hat nichts im Griff. Jochen Stobbe hielt diese Schmähungen und Herabsetzungen mit seiner Stadtverwaltung auch aus. Das Problem, er war immer in der Defensive und stand unter Rechtfertigungsdruck, was von den Bürgerlichen ja auch gewollt war. Stobbes Partei, die SPD, fand nie eine Möglichkeit ihn zu entlasten um damit in den Offensivmodus zu schalten. Dazu kam noch, dass Stobbe durch die Medien kritisch begleitetet wurde und die Bürgerlichen als Saubermänner dastanden. Was in Ennepetal ohne Problem bei den Medien noch durch ging, wussten die Schwelmer Medien den gleichen Vorgang wirksam auszuschlachten. Wobei einige Sottissen abgefeuert wurden, die die Schwelmer Medien besser vorher hinterfragt hätten.

Ausschlaggebend war jedoch, die Wähler wollten einen wehrhaften Bürgermeister und keinen Bürgermeister der alles aushielt. Das Stobbe den Ausgleich suchte, wurde als Schwäche ausgelegt und auch kommuniziert. Wollten die Schwelmer eine 6 jährige Schlammschlacht?

Aber auch hier konnte man eine denkbar niedrige Wahlbeteiligung von 43,7% (33,1%) registrieren.

Über 50% der Schwelmer haben keine Lust sich mit der Wahl an dem politischen Leben Schwelms zu beteiligen. Es stellt sich die Frage nach der Legitimation der Gewählten. Denn in einer Demokratie sollte die Mehrheit und nicht die Minderheit bestimmend sein.

So bleibt nochmals das Ergebnis: Gabriele Grollmann | parteilos 62,3 % und Jochen Stobbe | SPD 37,7 %

 


 

Überraschungen:

60 Jahre regierte die SPD in Oberhausen. Daniel Schranz | CDU entschied die Wahl mit klaren 52,5 Prozent gegen seinen Mitbewerber Apostolos Tsalastras | SPD, mit 37,7 %, immerhin der Erster Beigeordneter, Kämmerer und Kulturdezernent der Stadt, für sich.

In Bonn holte der indischstämmige Kandidat Ashok-Alexander Sridharan | CDU mit 50,06 Prozent der Stimmen knapp die nötige Mehrheit. Der Kandidat Peter Ruhenstroth-Bauer | SPD kam lediglich auf 23,7 Prozent, selbst der Grünen-Bewerber Tom Schmidt | Bündnis90/Die Grünen kam auf immerhin 22,1 Prozent. Einen Oberbürgermeister mit Migrationshintergrund hätte man eher bei der SPD erwartet aber doch nicht bei der CDU. Damit gingen 21 Jahre SPD Ob in Bonn verloren.

Armin Laschet Vorsitzender der CDU Nordrhein-Westfalen und CDU-Landtagsfraktionsvorsitzender und damit Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag sieht seine CDU für Landtagswahl 2017 gut aufgestellt. Zur Ehrenrettung der SPD muss man allerdings auch die Lichtblicke für die SPD erwähnen; denn mit den Städten Neuss und Leverkusen wussten sich SPD Kandidaten durchzusetzen. Armin Laschet | CDU sagte es richtigerweise, bei der Kommunalwahl kommt es auf den Kandidaten an. Wie wahr.

Nochmals zurück zum EN-Kreis.

Witten hatte noch eine Überraschung zu bieten die amtierende Bürgermeisterin Sonja Leidemann | parteilos  und Frank Schweppe | SPD/CDU gehen am 27. September in die Stichwahl, die Wittener müssen dann endgültig entscheiden, wer Witten bis 2020 regieren soll. Der amtierenden Bürgermeisterin Sonja Leidemann, wurde von der Wittener SPD nach 11 Jahren erfolgreicher Bürgermeisterarbeit der Stuhl vor die Tür gesetzt. Sie hatte es gewagt, ohne die SPD zu fragen, ihre Kandidatur aus dem Bürgermeisteramt bekannt zu geben. Sonja Leidemann sollte von der SPD nicht mehr als Bürgermeister Kandidatin unterstützt werden. Dies hatte Frau Leidemann frühzeitig erfahren und sich aus dem Amt als Bürgermeisterin aufgestellt. Sie konnte aber nicht als SPD Kandidatin gelten, da die Parteistatuten nur einen Kandidaten vorsahen. Diese Wittener „Sperenzkes“ der SPD, hatten in der ganzen Republik hohen Unterhaltungswert.

CDU und SPD beschlossen daraufhin einen eigenen Kandidaten, den Ersten Beigeordneter und Sozialdezernenten  der Stadt Witten, Frank Schweppe | SPD, also einen Kollegen der amtierenden Bürgermeisterin, aufzustellen.

Es ist schon verwunderlich wie eine Frau Leidemann ohne die beiden Apparate von CDU und SPD solch einen hervorragenden Sieg einfahren konnte. Alle Achtung, Hut ab.

Das Ergebnis der Beiden: Sonja Leidemann | parteilos 44,3 % und Frank Schweppe | SPD 36,3 %

Die Stichwahlen am 27. September 2015 werden sicherlich in Witten eine spannende Angelegenheit werden. Wir werden dran bleiben.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus dem EN-Südkreis

 

Schwelm zog mal wieder die Korsettstangen in die Stadtplanung ein

Ausschuss 11.03.2014  Foto: Linde Arndt

Ausschuss 11.03.2014 Foto: Linde Arndt

 

[jpg] Das Thema Brauerei ist in Schwelm noch nicht durch. Nachdem über den Bebauungsplan 95 „Brauerei“ so lange (zu lange) über Änderungen beraten wurde, die Änderungen passend und manchmal nicht passend eingearbeitet wurden, ist dieser Plan in die Jahre gekommen. „Unbemerkt“ hat der Gesetzgeber eine neue BauNVO am 11.6.2013 erlassen, die am 20.9.2013 in Kraft trat. Unbemerkt deshalb,  weil der Rat die gefühlte 1.000ste Änderung eingearbeitet haben wollte (EN-Mosaik schrieb darüber). Es war ihm halt nicht Recht wenn dieser Plan so durch ging. Parallel hatte der Rat sich nicht darum gekümmert was Einzelhandel und was Gewerbe ist. Es fehlten schlicht die Definitionenen. Durch die Gesetzesänderung und andere Sachverhalte musste der Plan 95 dann auch in die „Tonne gekloppt“ werden. Es kam der Bebauungsplan 96 zum Zuge und wieder sah man zu wie auch dieser Plan mit Geburtsfehler versehen wurde. Man wollte halt mit dem Kopf durch die Wand und konnte nicht verstehen warum die Wand nicht nachgab.

Als Pressevertreter, der nicht nur im Lokalen zu Hause ist, fragt man sich doch, woran liegt das nur.

Jürgen Feldmann  Foto: Linde Arndt

Jürgen Feldmann Foto: Linde Arndt

Dieses Verhalten ist nicht damit erklärt, alles auf die kommende Kommunalwahl zu schieben. Es müssen noch andere Gründe maßgeblich für dieses politische Fehlverhalten sein. Fakt ist doch: Politik schafft Rahmen und zwar Rahmen die Möglichkeiten eröffnen sollen, nicht solche, die Möglichkeiten ausschließen.

Der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung vom 11. März 2014 war denn auch wieder eine “Theater Vorstellung” die einen fassungslos machen konnte. Und wieder gab es, allerdings von der Partei “Die Linke” Jürgen Feldmann, wüste Beschimpfungen gegen die Stadtverwaltung.  Aber diese Ausschusssitzung konnte Erklärungsmuster liefern, warum in Schwelm keine positiven Entwicklungen zu registrieren sind und das seit Jahren.

 

Ein paar Beispiele gefällig?

Die Kantstraße ist in die Jahre gekommen. Der Versorger AVU muss die komplette Infrastruktur erneuern. Lobenswerterweise hat er die Stadt (Wen sonst?) darüber informiert und angeboten, im Falle einer städtischen Baumaßnahme für diese Straße diese Maßnahmen aufeinander abzustimmen. Was ja immerhin die Kosten maßgeblich auf Seiten der Stadt Schwelm senken würde.

 

Foto: Linde Arndt

Egbert Lethmate Foto: Linde Arndt

Egbert Lethmate trug vor, dass bei dieser Maßnahme ein erhebliches Einsparpotential für die Stadt herauskommen könnte. Angedacht sind hier 20% einer Investition, die die Stadt anteilig mit der AVU tragen müsste, die alleine auf 100% der Investition ansteigen würde wenn die Stadt alleine investieren müsste. Ein „Schnäppchen“ könnte man sagen.

Was macht der Rat damit? Erst einmal die Frage, was kommt an Kosten per qm auf Schwelm zu. Und dann, kann man nicht noch die Telekom dazu holen, damit es noch billiger wird? Erst als Egbert Lethmate darauf hinwies, dass die Baumaßnahme im Juni/Juli stattfinden soll, wollten die Ratsmitglieder abstimmen. Kompetenz und Akzeptanz sollten nicht fachlich bei der Stadt sein, vielmehr erkannte man gerade beim Vortrag der CDU als auch der Fraktion SWG/BfS es (Der Erfolg)  passte halt nicht. Die AVU hätte wohl die beiden Fraktionen zuerst ansprechen müssen. Das hat mit Kontrolle der Verwaltung durch den Rat nichts zu tun.

 

Die Dreifachsporthalle mit 1.500 Besucherplätze an der B7 war im Gespräch, es ging um das Grundstück das zu Ennepetal gehört – ca. 100 qm groß. Interkommunale Gespräche müssen hier geführt werden.

 

Hier konnte man ein stillschweigendes Einvernehmen zwischen dem Rat der Stadt und der Stadtverwaltung bemerken. Nur, ist denn alles in „trockenen Tüchern“? Wohl kaum. Das dieses Projekt mit einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) oder Public-Private Partnership (PPP) finanziert werden soll ist hoch problematisch. Es erhöht zwar nicht die Schulden, wegen des Haushaltssicherungskonzeptes, jedoch werden die Kosten durch die zukünftigen Mietzahlungen die andere Haushaltspositionen beeinträchtigen. Es kann sein, dass a priori die Personalkosten für die Schulen gegen die Kosten der Dreifachsportanlage antreten müssen. Auch ist noch gar nicht abzusehen, ob die Stadt nicht besser mit einer eigenen Investition kostenmäßig günstiger liegen könnte. Und was ist wenn die Baskets nicht  aus finanziellen Gründen die 2. Basketballliga halten können? Die Geschichte von Brand Hagen sollte da zu denken geben. Denn nur der Spitzensport, also 1. Liga,  wird langfristig ein Auskommen haben.

Hier hätten Fragen zu dieser Problematik gestellt werden müssen.

 

Kommen wir zu dem Dauerbrenner dem Brauereigelände. Hier hat der Rat der Stadt mit der führenden CDU den Fraktionen FDP/Grüne SWG-BfS es tatsächlich geschafft innerhalb von zwei Jahren sämtlich Bemühungen um die Brauerei und auch der Wiederbebauung zu Fall zu bringen. Und weil dies ziemlich unappetitlich für den Investor wurde, zog der sich kurzerhand mit einer Investitionssumme in Höhe von 20 Millionen zurück. Verständlich. Ein Phantomschmerz stellt sich jetzt bei der CDU ein; denn die FDP soll sich längst bei dem Investor entschuldigt haben, während die CDU von all´dem nichts wissen will. Kurz, eine Entschuldigung von Oliver Flüshöh (CDU) steht noch aus.satelit-innenstadt-brauerei.jpg

Aber wir haben ja einen neuen Bebauungsplan 96 der nun für die „Wunde mitten in Schwelm“ alles richten will. So schreibt die CDU in ihrem Papier „Werkstattgespräche“ vom 6. März ´14 unter anderem:

 

  • Sicherung des Brauereistandortes

  • Attraktivierung der Innenstadt

 

Und dann kommt ein konkret beschriebenes Gebäude, welches Parterre Einzelhandel plus haben soll, in den oberen Etagen Wohnungen. Doch halt, es könnte auch ein Beherbergungsbetrieb im ersten Stock entstehen. Wie jetzt, soll es dort ein Stundenhotel geben? Egal! Es war ja nur erst einmal eine rhetorische Frage von Herrn Flüshöh (CDU). Der befand sich geistig im Bereich der Stadtplanung (Mit einem Gebäude?), konkret auf dem Platz wo mal die Brauerei stand. Stand! Warum aber bitte schön, wird der alte Zopf „Sicherung des Brauereistandortes“ von der CDU nicht abgeschnitten? Denn die Zeiten des Brauereistandortes Schwelm, wo in der Mitte der Stadt eine Brauerei arbeitete, ist für immer vorbei. Aber wir haben ja noch den Phantomschmerz.

Jetzt wurden im Ausschuss auf einmal die Änderungswünsche zum Bebauungsplan zu vielfältig. Man beantragt wie ehedem eine „Time Out“ Zeit. Die Entscheider und Protagonisten marschieren in den Nebenraum und versuchen eine gemeinsame Formulierung zu finden. 30 Minuten später tauchen alle wieder auf und wir (Presse) kriegen von Herrn Nockemann (CDU) ein Blättchen grinsend zu geschoben. Kein Adressat, keine Unterschrift aber wie bei Gericht ein Rubrum. Darauf steht: Anlage zur SV-Nr.042/2014. Handschriftlich am Fuß ergänzt mit „einzelhandelsferne Dienstleistungen, sowie Beherbergungsbetriebe“. Also etwa doch was Horizontales? Was das alles sein soll, kein Wort darüber. Also Friseur nein, weil einzelhandelsnah und Sanitärdienstleister ja, weil einzelhandelsfern. Oder anders, Haare schneiden nein, Kloschüssel-Kauf ja.

Oliver Flüshöh  foto: Linde Arndt

Oliver Flüshöh Foto: Linde Arndt

Aber es kommt noch besser: Da werden Maße für Rücksprünge, Durchgänge oder Baulinien genau festgelegt. Gottseidank ist im 2. Stock der Betrieb einer Tankstelle nicht erlaubt, oder doch?  So wird mir Herr Flüshöh von der CDU auf dem Flur erklären, dass diese Kakophonie nicht auf seinem Mist gewachsen wäre. Er hätte alles ganz anders gemacht. Wie? Na ja, er hätte alles offen gelassen, so der Fraktionsvorsitzende der CDU. Warum er das nicht gemacht hatte bleibt sein Geheimnis – er hatte doch die Mehrheiten.

Die Frage bleibt, wie kann man einem potentiellen Investor solch ein Mieder anbieten? Entweder dieser Investor sucht kopfschüttelnd das Weite oder er zerrt die Stadt Schwelm vor das Oberverwaltungsgericht Münster um seine Rechte durchzusetzen. Was ist denn, wenn ein Investor ein Schulungscenter,Verwaltungsgebäude, Veranstaltungsgebäude oder ein Bürohaus bauen will? Wie peinlich wäre das wenn Schwelm dem Investor abverlangen würde zumindest der Form halber einen Einzelhandelsblock ebenerdig zu errichten, mit einzelhandelsferne Dienstleistungen versteht sich. Die Abstimmung ergibt denn auch 8 zu 7 für diesen Joke. Die CDU feixt dabei – Punktsieg. Hat sie es doch wieder geschafft dem Bürgermeister und Schwelm ans Bein zu “pinkeln”.

Hat die CDU es noch immer nicht überwunden, dass der CDU Bürgermeister abgewählt wurde?  Nun ist Dr. Jürgen Steinrücke verstorben, was aber nicht zur Kenntnis genommen wird, die CDU kämpft mit allen Mittel für Dr. Jürgen Steinrücke weiter.

 

Zwischendurch zum warmhalten.

 

Vor dem Sängerheim steht seit einiger Zeit ein Baugerüst um in der Öffentlichkeit handwerkliche Arbeiten durchzuführen. Augenscheinlich passt das einem CDU Menschen nicht, der eine Anfrage an die Stadtverwaltung los lässt.

Foto: Linde Arndt

Wilfried Guthier Foto: Linde Arndt

Die Frage, wie lange man das Gerüst noch ertragen müsse und warum, da nie jemand arbeite, wurde denn von Wilfried Guthier von der Stadtverwaltung beantwortet. Die Antwort: Das Gerüst ist durch die Stadt genehmigt und die Stadt ist nicht dafür zuständig den Fortgang der vorzunehmenden Arbeiten zu überprüfen. Die Beendigung der Arbeiten ersieht man daran, dass das Gerüst wieder entfernt wird. Na ja, der Kölner Dom hatte sein Baugerüst Jahrhunderte stehen und es steht immer noch an irgendeiner Stelle, eine banale und triviale Situation für jeden Kölner. Nicht für einen Schwelmer mit CDU Couleur. Die Stadtverwaltung soll ja der Presse vor geführt werden – oder nicht?

Die CDU hatte im Rückraum noch ein paar Reservespieler aufgebaut, erkannt habe ich Walter Betz, der immer mal der CDU hilfreich mit Informationen zur Hand geht. Nichts entgeht anscheinend seinem Radarauge in Schwelm, anscheinend ist er der “Durchschnitts – Schwelmer”. Neben ihm Heinz – Joachim Rüttershoff  (CDU).

 

Interkommunale Zusammenarbeit im Hinblick von Flächenmanagement im EN-Kreis

 

Der RVR (Regionalverband Ruhr) hat 2008 bis 2012 mit den Bezirksregierungen das Fehlen von Flächen für Industrieansiedlungen erkannt. Während der Kick-off Veranstaltung wurde schnell klar, dass es noch Potenziale im Zusammengehen der Kommunen beim Flächenmanagement gab und gibt. So wurden auch der EN-Kreis und dessen Städte angesprochen. Es wurde eine Machbarkeitsstudie bei einem Berliner Stadtplaner in Auftrag gegeben.

 

Das Ergebnis wurde von Egbert Lethmate von der Stadtverwaltung vorgetragen. Es gibt einige Stellen, wo Schwelm mit den Nachbarkommunen ins Gespräch kommen könnte. Man sollte jedoch vorsichtig sein, denn die Bewertung der Flächen zeigen Restriktionen, wie topographische Einschränkungen, Flächen mit ökologischer Schutzfunktion oder Probleme mit dem Bundesfernstraßennetz. Bei der Bewertung ergeben sich aber auch Kosten für die Erschließung, wo mit zunehmender Kostenhöhe eine Vermarktung der Flächen fast unmöglich ist. Wobei die Erschließungskosten zuerst von der Kommune getragen werden müssen. Das ganze Referat war schlüssig und logisch, kurz, man konnte das Referat zur Kenntnis nehmen, denn es hatte ja keine Auswirkung auf das politische Geschäft.

Aber nicht so im Schwelmer Ausschuss. Da wurden die verständlichen Eckwerte in Frage gestellt und als fehlerhaft bezeichnet. Ein Grundstück das durch die anstehenden Erschließungskosten jenseits von gut und böse ist, ist mit dem dann errechneten Marktwert nicht mehr verkäuflich. Solch ein Grundstück erschließt man nicht. Nicht im Ausschuss der Stadt Schwelm. Besserwisserei war angesagt. Warum hat der RVR nicht den Auschuss der Stadt Schwelm mit der Machbarkeitsstudie beauftragt?

Auf der Reservebank u.a. von links Rüttershoff und Foto: Linde Arndt

Auf der Reservebank (links Heinz-Joachim Rüttershoff, daneben Walter Betz Foto: Linde Arndt

Und so ging es die ganze Zeit. Alles was die Stadtverwaltung erarbeitet hatte, wurde grundsätzlich in Frage gestellt. Statt Vertrauen ist Misstrauen die erste Wahl, wobei die CDU noch Reservisten um sich versammelt hat um anscheinend jedes nur erdenkliche Haar in einer Suppe sofort aufzuzeigen. Wilfried Guthier und Egbert Lethmate, ausgewiesenen Fachleuten, wird die Verantwortung indirekt abgesprochen. Allerdings wenn Fehler gemacht werden wird ihnen sofort die Verantwortung zu gesprochen. Nur eine menschliche Schwäche? Nein. Es ist das fehlende Wissen über das Arbeiten im Team. Wilfried Guthier und Egbert Lethmate kann nur eine Verantwortung zu gesprochen werden, nämlich dann, wenn sie  ihr Fachwissen auch anwenden dürfen und zwar ohne Gängelei, wie Pass Invest es richtig erkannte. Hier sollte der Rat sich den Begriff der Organtreue zu Gemüte führen. „Der Grundsatz der Organtreue besagt, dass Verfassungsorgane/Staatsorgane untereinander ihr Verhalten im Sinne einer loyalen Zusammenarbeit auszurichten haben, und zwar über die bestehenden positiv-rechtlichen Kooperationsverpflichtungen hinaus.“*(Achterberg/Schulte, in: v. Mangold/Klein/Starck, Kommentar zum Grundgesetz, 4. Aufl., Art. 44 GG, Rn. 54 f.)

 

Das heißt im Klartext, der Rat hat nicht das Recht sich in die Arbeit der Verwaltung in der Gestalt einzumischen, indem er ihm „haarklein“ vorschreibt was er zu machen hat. Anders herum macht auch die Stadt dem Rat  keine Vorschriften wie er arbeiten sollte. Dieser rechthaberische Duktus steht den beiden Institutionen nicht zu.

Wenn sich die Politik mit der CDU und den Fraktionen FDP/Grüne SWG-BfS nicht neu organisiert, wird es auf Dauer keine positiven Entwicklungen für die Stadt Schwelm geben. Schwelm lebt seit Jahren von einem guten Ruf den man nur noch rudimentär ausmachen kann.

Schwelm ist nicht nur eine Stadt mit 28.000 Einwohner wie viele andere, sondern ist Kreisstadt, Kirchenkreis, Probstteigemeinde, Amtsgerichtbezirk, Steuerbezirk usw., darauf sollte der Rat sich einmal besinnen. Und sich das Wort Würde des Rates einmal genauer definieren.

Und die SPD? Die sitzt im Rat und schaut dem Treiben staunend und hilflos zu.

So geht es nicht weiter, Stillstand ist in unserem System nicht vorgesehen.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

Bürgermeister Jochen Stobbe bleibt im Amt

„Ich arbeite gerne für Schwelm, in guten und in schlechten Tagen!“

[Schwelm, 29.Nov.2013] Bürgermeister Jochen Stobbe hat sich entschieden, bis zum Ende seiner Wahlzeit im Jahr 2015 im Amt zu bleiben.

J-Stobbe

Bürgermeister Jochen Stobbe Foto: © Linde Arndt

Jochen Stobbe: „Ich arbeite gerne als Bürgermeister für diese Stadt, ,in guten und in schlechten Tagen‘. Wir haben in Schwelm eine intakte soziale Struktur, eine starke Wirtschaft, einen attraktiven Einzelhandel, unzählige im Ehrenamt engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Wir haben aber nur wenig finanziellen Spielraum und müssen uns in allem jedem nach der Decke strecken. Dafür haben wir in unserer Stadt Engagement, Kraft und Gestaltungskompetenz.

In einer Ratsperiode können wir einige unserer Projekte entwickeln und abschließen, andere nur planen und anschieben. Wir haben einiges erreicht, anderes will zeitnah verwirklicht werden.

Ich erfahre als Bürgermeister Zuspruch und Kritik, und freue mich sehr, gerade in den letzten Monaten vor der Frage „2014 oder 2015“ ehrliche, gute Worte gehört zu haben, die mir Rückenwind geben. Vielen Dank dafür!

Gemeinsam mit allen guten Kräften unserer Stadt – und wir sind eine starke Bürgerschaft – können wir Schwelm weiter entwickeln. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen, auch zusammen mit allen politischen Kräften unserer Stadt, denn: Wir haben mehr Gemeinsames als Trennendes. Lassen Sie uns auch im Stadtrat zusammenrücken! Schwelm braucht Gemeinsamkeit!

[jpg] Damit legen  weder der Landrat Dr. Arnim Brux,  noch der Bürgermeister von Ennepetal, Wilhelm Wiggenhagen,  und jetzt auch  nicht der Bürgermeister von Schwelm, Jochen Stobbe, ihre Ämter   nieder um eine Zusammenlegung der Kommunal- und Bürgermeisterwahl möglich zu machen. Die vorzeitige Niederlegung bedeutet für eine Gemeinde höhere Pensionskosten für 1 1/2 Jahre, die dann aufgebracht werden müssten. Dem stehen die eingesparten Kosten der Zusammenlegung der beiden Wahlen gegenüber. Per Saldo ist es kostengünstiger die beiden Wahlen getrennt abzuhalten. Bürgermeister Claus Jacobi hat sich noch nicht entschieden, er will sich Zeit bis zum Ende der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Frist am 30.11.2013 lassen. Die Landesregierung NRW hatte dieses Niederlegungsrecht im Gesetz zur “Stärkung der kommunalen Demokratie Vom 9. April 2013” für Bürgermeister (Hauptverwaltungsbeamte) geschaffen. Das Niederlegungsrecht ist ein Recht und keine Pflicht. Tatsächlich werden auf jeden Fall die Kommunalwahl und die Bürgermeisterwahl 2020 wieder zusammengelegt, so die Zielsetzung.
Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik

Update 02.Dez.2013

[jpg] Nun hat auf der SPD Mitgliederversammlung in Gevelsberg Bürgermeister Claus Jacobi sein Amt fristgerecht vorzeitig niedergelegt damit die Kommunal- und Bürgermeisterwahl am 25.Mai 2014 zusammen abgehalten werden können (Die Niederlegung war durch die Landesregierung NRW geschaffen worden um die Kommunal-und Bürgermeisterwahl wieder zusammen abzuhalten)

 

Grüne rufen auf zur Sachpolitik zurückzukehren!

[Schwelm] In der letzten Woche könnte Mensch den Eindruck haben, Schwelm hätte keine wichtigen Probleme zu lösen, außer, wer mit wem und wann Kaffee trinkt. Marcel Gießwein, stellv. Fraktionsvorsitzender (Der Grünen…d.Red.): “Die Lösung der drängenden Probleme Schwelms wird stattdessen verhindert, vertagt oder ausgebremst.

Marcel Giesswein  Foto: © Linde Arndt

Marcel Giesswein Foto: © Linde Arndt

Wir GRÜNEN fordern alle Akteure auf, zur dringend nötigen Sachpolitik zurück zu kehren. Das wäre nützlicher, als der Polemik zu frönen, auch
wenn bei dem einen oder anderen noch Torschlusspanik vorherrscht.”
Was Sylt angeht, gibt es eine klare Position der GRÜNEN Schwelm. “Es ist gut, dass Bürgermeister Stobbe und Herr Pass sich nun erklärt haben. Damit sollte jetzt der Weg frei sein, wieder zu den entscheidenden Sachthemen zurückzukehren.
Sollte es jedoch eine Einflussnahme auf Entscheidungen von Ratsmitgliedern oder des Bürgermeisters gleich welcher Art, geben oder gegeben haben, muss dies aufgeklärt und entsprechende Konsequenzen gezogen werden . Es darf aber nicht zum Problem werden, wenn Politiker Gespräche mit Menschen aus der Bevölkerung, Unternehmern, Sportfunktionären usw. führen.”, so Gießwein abschließend.

Der Schwelmer Heimatbrief im 60. Jahr

 

[jpg] Es ist Herbst, dass erste Laub fällt und Schwelm besinnt sich auf das vergangene Jahr. Es ist die Zeit indem der Schwelmer „Heimatbrief“ der heute "Journal für Schwelm" heißt, herausgegeben wird. Nun schon zum 60. mal. In diesem Zusammenhang werden immer Autoren, Fotografen und fleißige Mithelfer die sich besonders in und um Schwelm hervor getan haben im „Journal für Schwelm“ gewürdigt und in den Ratssaal des Schwelmer Rathauses eingeladen. Wie immer hatte sich Heike Rudolph mit sehr viel Liebe um die einzelnen Artikel gekümmert; denn bei ihr lag die Verantwortung der Redaktion.

 

Bürgermeister Jochen Stobbe geleitete die Teilnehmer auf eine Tour durch die Vergangenheit die Schwelm im laufenden Jahr geprägt hatte. Da kam der Stadtteil Linderhausen mit seinem Vereinsring in den Fokus der Betrachtung, der Jakobsweg wurde mit seinen schon verlegten Pilgersteinen gewürdigt, Jürgen Kuss wurde nach seinem Ausscheiden aus dem Rathaus gewürdigt, die Stiftung „Lebendiges Schwelm“ wusste sich zu präsentieren aber auch Dönekes wusste Jürgen Taake im Zusammenhang mit seinen Rundfahrten „Kohle-, Stahl- und Schnaps-Tour“ in einem feuerroten offenen Doppeldeckerbus zu erzählen. Frau Dr. Ulrike Schrader von der jüdischen Begegnungsstätte in Wuppertal-Elberfeld hat in Schwelm mit ihrer Ausstellung „Tora und Textilien“ auf die Geschichte der jüdischen Mitbürger in Schwelm aufmerksam machen können, indem die Sparkasse Schwelm das Modell der jüdische Synagoge in den Geschäftsräumen ausstellte. Dies unabhängig von der noch laufenden Ausstellung in der Begegnungsstätte Wuppertal. Es wurden viele, viele Aktivitäten vorgestellt,  über die im Journal für Schwelm berichtet , geschildert oder gar liebevoll erzählt wurde.

Immer wieder spiegelt diese Zusammenkunft der geladenen Gäste die sehr große Bandbreite von gesellschaftlichen Aktivitäten in Schwelm wieder. Letztendlich kommt man zu einem Bild eines lebendigen Schwelms, deren Bürger an ihrer Stadt arbeiten um sie weiter zu gestalten. Auch die schon mehrfach erwähnten Stadttore haben eine umsetzbare Position erreicht; denn der Kreisverkehr Ochsenkamp hat einen Finanzierungsgrad von immerhin 90% erreicht – dies vor allen Dingen durch Spenden von Schwelmer Bürgern. Es ist nicht verwunderlich wenn hinter allen Artikeln Menschen stehen die im laufenden Jahr ehrenamtlich sich für Schwelm eingesetzt haben und sich weiter einsetzen wollen.

Bürgermeister Jochen Stobbe bedankte sich dann auch ganz herzlich bei allen die nicht nur an diesem Heft, sondern damit auch an einem gemeinsamen liebenswerten Schwelm tatkräftig mitgeholfen haben und sicherlich weiter mit helfen.

 

 [flv:/wp-content/video/Journal-Schwelm-2012.flv 500 320]

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

[Fotos: Linde Arndt]

Tun wir einfach mal so als ob

[jpg] Alle hatten sich etwas vom 22. September 2011 im Schwelmer Jugendzentrum versprochen.

Nur was? Ich zumindest sah nicht vorrangig das  Thema Erhalt der Schwelmer Brauerei, zumindest nicht auf Seiten der Facebookgruppe. Es sollte eine moderierte Diskussion um die Zukunft der Schwelmer Brauerei werden. Die Moderation übernahm der Chefredakteur der Westfälischen Rundschau Klaus Bröcking. Auf der einen Seite war die komplette politische Riege nebst Stadtverwaltung mit Bürgermeister Jochen Stobbe angetreten. Und auf der anderen Seite viele „Freunde“ des Schwelmer Bieres, nebst der „8.000 er“ Facebook Gruppe.

 
  Forum der Bürgersprechstunde im Jugendzentrum                                                       Foto: © Linde Arndt
 

Bürgermeister Stobbe machte darauf aufmerksam, dass im Forum sehr viel Energie vorhanden wäre, die man positiv nutzen sollte.

Klaus Bröcking zurrte erst einmal die Regeln fest: Es sollte über die Zukunft der Schwelmer Brauerei geredet werden. Und um es etwas spannender zu gestalten, sollte auf eine Frage eine direkte Antwort kommen. Nachfragen oder Statements waren nicht erlaubt. Jetzt will ich die ganzen Fragen nicht aufdröseln. Vielmehr will ich das Erreichte dokumentieren.

 

Auf Seiten des Rathauses:

 

  • Politik, und zwar sämtliche Parteien, und Verwaltung waren uneingeschränkt für den Erhalt der Schwelmer Brauerei. Aber, und das wurde auch klar gemacht, Schwelm kann sich finanziell nicht bei der Brauerei arrangieren.

  • Falls ein Investor mit seinem Geschäftsmodell eine wie auch immer geartete bauliche Veränderung im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Pacht der Brauerei wünscht, wird das Rathaus die notwendigen Anträge mit Vorrang prüfen und auch genehmigen.

  • Jeder Investor der ein tragfähiges Geschäftsmodell vorweisen kann ist dem Rathaus willkommen.

 


v.l. BM Jochen Stobbe und Ralf Schweinsberg
Foto: © Linde Arndt

  Ob jedoch das Geschäftsmodell tragfähig ist, wird und kann nur von den Eigentümern der Immobilie als auch der Markenrechte entschieden werden.

Auf die Entscheidung hat das Rathaus nur bedingt Einfluss. Falls von Seiten der Genossenschaft oder der Facebookgruppe die Vermittlung eines Gespräches durch das Rathaus angedacht ist, wird die Stadt hilfreich zur Seite stehen.

Soweit das Rathaus mit Bürgermeister Jochen Stobbe und den gesamten Parteien.


Und was war mit den Schwelmern und der Facebookgruppe?

Nun, obwohl der Moderator die Fragen konstruktiv auf die Zukunft ausgerichtet sehen wollte, schmeckte dies vielen Leuten gar nicht. Die Facebookgruppe erkannte man an den beschriebenen Seiten die sie vor oder neben sich liegen hatten. Auf diesen Seiten waren die Fragen aufgeschrieben. Und was für Fragen!? Es ging darum einen Schuldigen zu finden, der für die Insolvenz herhalten sollte.

         
         

vlnr.: Barbara Lingnau, Claus Kaiser,  Dirk Podszuweit  und Yvonne Daniel                            Foto: © Linde Arndt

Der war auch relativ einfach gefunden – Bürgermeister Jochen Stobbe. Er hatte angeblich Investoren vergrault. Hinterher stellte sich jedoch  der Zeuge, Brauereimeister und Prokurist der Schwelmer Brauerei Stefan Jukic, der dies mitbekommen haben wollte, als nicht glaubwürdig heraus. Jukic soll auf der einen Seite im Zusammenhang mit dem Ossenkämper Fall unglaubwürdig und auf der anderen Seite mit der Erklärung gegen den Bürgermeister glaubwürdig sein. Die „Betriebsberaterin“ Yvonne Daniel wusste zum ersten mal konkrete und überprüfbare Zahlen zu nennen. Es sind rund 180 Genossen mit einem Kapital von rund 200.000,– Euro die sich erklärt (!!!) haben. Da die Genossenschaft erst am Morgen gegründet wurde, also eine Genossenschaft in Gründung ist, konnten noch keine Bankauszüge vorgelegt werden. Ob die Genossenschaft schon eingetragen ist wurde nicht gesagt. Es gibt allerdings einen Anwalt und einen Wirtschaftsprüfer auf Seiten der Genossenschaft, so Frau Daniel. In einem anderem Satz sprach Frau Daniel von Investoren (Plural), also mindestens zwei und im Nebensatz von einem Investor (Also drei Investoren) mit einem höheren Geldbetrag. Weitergehende Informationen über diese Investoren, wie Geschäftsmodelle, angedachte Investitionssumme, eigenes Personal, aus der Brauereibranche, die in solchen Gesprächen üblich sind konnten nicht genannt werden. Überhaupt bunkerte die Facebookgruppe wenn man sie gezielt befragte. Kurz, keine Aussage war belastbar man blieb im Allgemeinen und Nebulösen.

Michael Zander von der Facebookgruppe, wollte von allen Rathausmitgliedern eine persönliche Erklärung (Sogar schriftlich) gegen eine Nur-Brauhaus-Lösung haben. Als BM Jochen Stobbe diese Erklärung, nach Augenkontakt, für alle abgab, wollte Zander dies nicht gelten lassen, es sollten Einzelerklärungen abgegeben werden. Klar war aber auch, dass der Investor bei der Gruppe offensichtlich mit einigen Einschränkungen zu rechnen hat. Marktwirtschaftliche Regeln scheinen bei dieser Gruppe keine Geltung zu haben. Unfassbar und peinlich, war diese Veranstaltung, weil man weder eine Kapitalbedarfsberechnung, eine Anschubfinanzierung aufgestellt hatte, es braucht nur der Brauereiknopf auf „Go“ gestellt zu werden.Wie die Gruppe einem zukünftigem Investor helfen will ist mir schleierhaft. Durch höherem Bierkonsum?

Partizipative Demokratie kann man mit solchen Verhaltensweisen vergessen, denn es geht ja nicht um die Zukunft, es geht um Vergangenheitsbewältigungen und Therapiesitzungen um das Lecken der Wunden die man noch nicht einmal selber lecken will.

 

Und jetzt tun wir einfach mal so als ob Bürgermeister Jochen Stobbe am Abend das Handtuch geschmissen hätte. Was wäre dann gewesen?

 

Ich glaube dann wäre die Gruppe zufrieden nach Hause gegangen um sich dort eine Flasche Veltins, Krombacher oder Radeberger, gerne aus dem wöchentlichen Sonderangebot, zu „krallen“ und auf den Sieg zu trinken. Und die Schwelmer-Brauerei?

Und die Arbeitsplätze? Und Schwelm? Was soll es, Hauptsache wir haben denen da oben einmal gezeigt was Facebook so alles leisten kann und was man für eine Macht haben könnte. Mark Zuckerberg, Inhaber von Facebook, wird ihnen allen für diese kostenlose Werbung danken.

Und wie geht es weiter? Die Facebookgruppe wird so viel wie möglich an Genossenschaftskapital einsammeln, und Investoren Ratschläge erteilen wie sie ihr Geld anlegen sollen. Wie sagte Frau Lingnau vom Betriebsrat sinngemäß so schön: Wir brauchen keine Anschubfinanzierung also kein Kapital, wir brauchen nur bei den Supermärkten einzahlen und schon sind wir wieder im Geschäft. Toll! Betriebswirtschaft kann so einfach sein.

Im Saal sah ich Ernst Walter Siepmann vom Schwelmebad, der in diesem Jahr nicht weiß wie er die Gelder für das Schwelmebad zusammen bekommen wird. Aber wer erinnert sich noch an die Aufstände im Zusammenhang mit der Schließung des Schwelmebad. Wo sind die tausende von Leute ( Übrigens ohne Facebook) hin die ihr Schwelmebad unterstützen wollten. Aber das sind eben nur so Gedanken.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

 

 

Verein für Heimatkunde Schwelm stellt Jahresgabe2010 und Kräuterbuch des Tabernæmontanus vor

[la] Die Gründung des Verein für Heimatkunde Schwelm e.V.  erfolgte bereits im Jahr 1890.

Dieser Verein  befasst sich schwerpunktmäßig  mit der Erforschung der Geschichte, der Natur und Kultur Schwelms und seiner Umgebung, in Zusammenarbeit mit dem Schwelmer Stadtarchiv und mit dem Museum Haus Martfeld.

Am Ende eines jeden Jahres gibt der Verein seit 1951 die "Beiträge zur Heimatkunde der Stadt Schwelm und ihrer Umgebung" heraus. Jedes Mitglied erhält dieses Heft als Jahresgabe. Darüber hinaus sind diese äußerst informativen und lehrreichen  Publikationen mit ihren  Forschungsergebnissen für Interessierte auch über den Verein, das Museum Haus Martfeld oder den Buchhandel  erhältlich.

Anfang Dezember 2010 war es wieder einmal so weit, die Jahresgabe 2010 wurde im Haus Martfeld vorgestellt und überreicht.

Die Vorsitzende des Vereins,  Frau Anne Peter und Bürgermeister Jochen Stobbe eröffneten die Sitzung. Ein ganz besonderer Dank galt auch Wilhelm Erfurt, der sich auch als Beiratsmitglied  in diesem Verein für die Schwelmer Belange wieder einmal stark gemacht hat.
"Ohne ihn wäre vieles nicht möglich", so Jochen Stobbe und alle Anwesenden waren beim Vortrag des Geschäftsberichtes froh zu erfahren, dass zum Glück nicht mehr über eine Einstellung dieses hochwertigen Magazins gesprochen werden muss, sondern dass es weiterhin fortbesteht.

   
 Anne Peter   BM. Jochen Stobbe    Wilhelm F. Erfurt
          [ alle Fotos: © Linde Arndt]

In weihnachtlichem Ambiente, mit selbstgebackenen Plätzchen und Kaffee, fand sich die Runde des Vorstandes und des Beirates zusammen und lauschte gespannt den Ausführungen der Autoren, wobei schon eifrig in den überreichten Heften geblättert wurde. Denn nicht nur spannender Text ist darin enthalten, sondern hochinteressante Fotos der beschriebenen Objekte.

          
                                                                                                                        Foto: © Linde Arndt  

Das 59. Heft, dass zum Preis von € 12,00 bei oben genannten Stellen zu beziehen ist, wurde von  sechs Heimatkundlern geschrieben und illustriert und befasst sich mit Untersuchungen und Forschungsergebnissen  folgender Themen:

  • Erfassung der Spinnen-Fauna an ausgewählten Standorten im Stadtgebiet von Schwelm [Martin Kreuels]
  • Neu entstandene Kleingewässer entwickeln sich zu Libellen-Biotopen [Lutz Koch]
  • Geschichte des Bleichkottens "In der Wiesche" bei Wichlinghausen
    [Michael Wiescher]
  • Franzosen in Schwelm [Karl Josef Oberdick]
  • Aufbruch in eine Bildungs- und Gesellschaftsreform nach 1945
    Die Antrittsrede des "politischen Pädagogen" Fritz Helling (1888-1973) [Jürgen Sprave]
  • Stadt Ruhr / Über eine Neuerscheinung zur nordrhein-westfälischen Geschichte [Wolfgang Fenner]

 

       
[Fotos: © Linde Arndt]
 

Sodann machte man sich auf den Weg in den Lesesaal der unteren Etage im Haus Martfeld, wo eine wirkliche  Rarität auf die Anwesenden wartete. 

[Bild durch Anklicken vergrößern]
Das aufwendig restaurierte historische Kräuterbuch des Tabernæmontanus  wurde vorgestellt.  Wieder ein Kleinod aus dem Schatzkistchen des neuen Lesesaals.
Der Stellvertretende Vorsitzende,Dr.Wolfgang Fenner, Wuppertal, übergab uns eine Infoschrift, aus der Folgendes hervor ging:
 

"Das Kräuterbuch des Tabernæmontanus war für mehrere Jahrhunderte das Standardwerk  für Mediziner, Apotheker u.a. Es ist bis ins 18. Jahrhundert in zahllosen Auflagen erschienen. Das ältere Schwelmer
Exemplar ist in einer sehr frühen Ausgabe vorhanden, gedruckt in Frankfurt am Main 1625.

Autor ist Jacobus Theodorus Tabernæmontanus, eigentlich Jacob Theodor, der sich nach der latinisierten Form seines Geburtsortes Bergzabern nannte.

Dort geboren wurde er zwischen 1520 und 1525. Er studierte Medizin in Padua, Montpellier und Heidelberg. Er war unter anderem Leibarzt des Grafen Philipp II. von Nassau-Saarbrücken und ab 1564 des Bischofs von Speyer. Später wurde er Stadtphysikus von Worms, danach von Heidelberg, wo er im August 1590 starb.

1588 erschien sein Hauptwerk, das Kräuterbuch.

Der Einband

Der Einband ist aus Schweinsleder. Vor der Restaurierung war er in einem extrem schlechten Zustand.

Davon, dass er vergoödet war, war nichts zu sehen. Vor allem aber konnte man die Prägung nicht erkennen. Als Jahreszahl vermutlich der Entstehung des Einbandes ist 1569 zu lesen.

Neben etlichen allegorischen Figuren auf dem Buchrücken ist hinten ein preußisches Wappen zu erkennen. Vermutlich der Buchbinder hat sich mit seinem Monogramm verewigt: NS.

Auf der Vorderseite sieht man das pommersche Wappen mit einer lateinischen Inschrift darunter: "Das Zeichen des berühmten Herzogs von Stettin" usw.

Wann das Buch den Eingand erhalten hat, der 56 Jahre zuvor gefertigt wurde, weiß man nicht.
Bemerkenswert sind die Verzierungen um Buchschnitt."

[Einige Fotos: © Linde Arndt ]

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Schwelm

 

 

Metro nach nebenan umgezogen.

[jpg] Rund 400 Meter Luftlinie vom alten Sitz eröffnete heute am 2.November die Metro ihren neuen Großmarkt an der Schwelmer Saarstrasse im Beisein von Bürgermeister Jochen Stobbe.

Metro Cash & Carry gehört zu der Metro Group und ist nach Angaben seines CEO Cordes der viertgrößte Einzelhändler der Welt. Neben Metro Cash & Carry gehören noch Real SB Warenhäuser, Media Markt, Saturn, Galeria Kaufhof und Metro Group Asset Management zur weltweit agierenden Metro Group.

40 Jahre gab es die Metro an der Dieselstrasse in Wuppertal und es ist nicht verwunderlich, dass das alte Haus mit seiner Struktur in die Jahre gekommen war. So nutzte die Metro den auslaufenden Vertrag um sich einen neuen Standort zu suchen. Neu deshalb, weil der Umbau des alten Gebäudes mit erheblichen Mehrkosten verbunden gewesen wäre. Die Metro entschied sich für das Angebot in Schwelm um im "fliegenden Wechsel" den neuen Markt an der Saarstrasse zu eröffnen; denn dadurch entstanden keine Umsatzeinbußen.

15 Mio Euro wurden in den neuen Markt investiert. Heraus kam, die Metro ist mit einer eigenen Stromversorgung ausgestattet. Diese wird mittels eine Gasturbine und einer Fotovoltaikanlage erreicht. Um rund 2.300 m² ist der nunmehr eingeschossige Markt geschrumpft. Dieses kam dadurch zu Stande, indem eine umfangreiche Sortimentsbereinigung vorgenommen wurde. So fielen viele Bereiche weg aber es wurden auch 1.000 m² dem Foodbereich zugeteilt. Weiter wurde der Lagerbereich vergrößert um die Lieferbereitschaft zu erhöhen.
  

Geschäftsleiter Andreas Doevenspeck der Metro C+C, Schwelm begrüßte Bürgermeister Jochen Stobbe, Arnd Riehl Geschäftsführer des Vetriebes Metro C+C und ganz besonders Hans-Peter Rapp-Frick,Hauptgeschäftsführer der SIHK Hagen. Arnd Riehl betonte seine Verbundenheit mit der Metro Wuppertal und freute sich, dass er nun in Schwelm diesen neuen und moderneren Markt mit eröffnen darf.

           
     

Bürgermeister Jochen Stobbe begrüßte denn auch die Metro herzlich in Schwelm. Er fand es eine große Leistung, dass dieser Markt in nur 5 Monaten hochgezogen wurde. Danach wurde durch Bürgermeister Jochen Stobbe und Andreas Doevenspeck  und Arnd Riehl das rote Band, welches die offizielle Eröffnung symbolisieren sollte, zerschnitten.

Es folgte ein Rundgang durch den Großmarkt – logischerweise bei schon laufenden Geschäftsbetrieb der schon seit 6:00 Uhr eingesetzt hatte.

Beim Rundgang fielen die jetzt viel helleren Räumlichkeiten auf, die Regalfluchten sind jetzt weiter. Man merkt den größeren Foodbereich, der offensichtlich viele Artikel aus dem hochpreisigen Gourmetbereich führt. Mehrere begehbare Kühlräume sind nunmehr entstanden. Der Fischbereich ist vergrößert und optimiert worden. Der Restaurantbereich ist einem Bistrobereich gewichen in welchen jetzt das Frontcooking vorgehalten wird. Der Kassenbereich (POS) ist komplett umorganisiert worden. So wird nunmehr nach Bezahlart sortiert, wobei die Regel anscheinend Kartenzahlung sein soll, denn bei Barzahlung muss eine nachgeschaltete Kasse angesteuert werden.

Der alte Markt an der Dieselstrasse in Wuppertal wird noch bis zum 31.Dezember abgewickelt um dann an den Vermieter übergeben zu werden. Nach telefonischer Auskunft der Wirtschaftsförderung Wuppertal dürfte es kein Problem sein die Räumlichkeiten an der Dieselstrasse mit einem neuen Investor zu versehen.

So endet die Geschichte Metro Großmarkt in Wuppertal und es beginnt eine neue Geschichte Metro Cash & Carry Schwelm.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm.

Das Journal für Schwelm 2010 ist jetzt erschienen

Jochen Stobbe: "Heft für jedes Alter und jeden Geschmack" Blattmacher stellen im Rathaus "Journal für Schwelm" 2010 vor Einmal im Jahr erscheint das "Journal für Schwelm" (früher "Heimatbrief) mit Reportagen und Geschichten aus allen Bereichen der Gesellschaft. Auf 92 Seiten bieten 35 Autorinnen und Autoren in Bild und Wort Geschichten aus Wirtschaft und Kultur, Sport und Natur, Bildung und Gesellschaft und bezeugen damit: Diese Stadt ist lebendig! Bürgermeister Jochen Stobbe trat jetzt im Rathaus mit den Blattmachern und den interviewten Bürgern ins Gespräch, die mit ihrem Engagement in der bald 60jährigen Tradition des "Journals" stehen. Seit 1952 erscheint diese Publikation, die seit 1995 von Schwelms Pressesprecherin Heike Rudolph redaktionell betreut wird. Das Heft, das sich jedes Jahr einer starken Lesernachfrage erfreut, kostet 1,60 € und ist in allen Zeitungsläden, den beiden Buchhandlungen und den Konditoreien  Arthur Müller und Dahlmann, in jürgens sport-shop erhältlich sowie im Bürgerbüro, in der Stadtbücherei und im Schloss Martfeld. Der Druck erfolgt bei Weber-Druck. Ein Blick auf die Themen: Das Lebenshilfe-Center in Schwelm; Hundeschule Danni Hartmann; Bundesverdienstkreuz für die Leiterin der Kleiderkammer; Wie der Eiffelturm nach Schwelm kam; Vom Glück, ein weiches Fell zu streicheln; Doris Kübler Chronistin der Ossenkämper Geschichte; Erfolgreiche Servicestelle Ehrenamt; Vom Bürgermeistersein – Jochen Stobbe ein Jahr im Amt; Unter 7 und über 70 kocht man lachende Gemüsesuppe; Die Scharlicke, eine fast unbekannte Siedlung; Machen Sie mit beim Freiwilligen Kirchgeld!; Der Jakobsweg, erwandert und in der Kunst; Obst, Gemüse und ein gutes Wort von Cornelia und Jürgen Orth; Warum die Oehde der Nabel der Welt ist; Schülerinnen als Testesserinnen für neue Mensa; Erfolgreiche Premiere der 1. Frühjahrsmesse; der Chor Belcantos; die bekannte Veranstaltungsstätte Piano Manufaktur GmbH im Ibach-Haus; die Artothek der Sparkasse;  SCHWUNG-Gruppe engagiert sich für Mehrgenerationenhaus in Schwelm; Wie man im Hinterhaus "schöner" wohnen kann; 6000 Quadratmeter großes Naturwunder an Hattinger Straße; Turngemeinde Rote Erde blickt gut aufgestellt in die Zukunft; Schwelmer Schüler bemühen sich um Martfeld-Gräfte. Die Firma Mühlinghaus "Schnürsenkel und Furnituren" schließt zum Jahresende; Historische Bibliothek im neuen Martfelder Lesesaal; der restaurierte Haferkasten. In Wort und Bild wird an die Höhepunkte des Kulturhauptstadtjahres "RUHR 2010" erinnert sowie an den Erzbergbau in Schwelm. Außerdem erzählen fünf bekannte Schwelmer über ihre Ruhrgebietsvergangenheit; einer wurde verschüttet, eine machte ihre Ausbildung auf der Zeche, einer kegelt heute noch im Revier. Anita Stiepermann und Irmgard Weinreich würzen das Heft mit einer guten Prise "Schwelmer Platt". Zum Schluss sagt das "Journal" verstorbenen Schwelmern "Adieu".

                           
  Bild zur Vergrößerung bitte anklicken   Foto: © Linde Arndt
 

Die Autoren: Linde Arndt, Christine Beckmann, Friedhelm Bühne, Hermann Fehst, Jürgen Gerhardt, Sabine Gräser-Krause, Gisela Gutknecht, Klaus Dieter Habel, Hans Peter Heiermann, Sabine Hermanns-Bajorat, Dr. Margret Korn, Arno Kowalewski, Hans Kruse, Tilo Kramer, Dieter Lalic, Lebenshilfe, Rosemarie Lutter-Böhl, Anne Peter, Gerd Philipp, Wilfried Rademacher, Uwe Rahn, Klaus Rauhaus, Horst Rindermann, Heinz-Joachim Rüttershoff, Esther Rummel, Stefan Scheler, Jochen Seeliger, Anita Stiepermann, Erika Stoffels, die TBS, Wolfgang Thimm, Michael Treimer, Irmgard Weinreich, Renate Wichacz,.

Schwelm, den 29. Oktober 2010
[Heike Rudolph]


Bei der Vorstellung des Schwelmer Journals im Rathaus waren wir dabei. Es war ein sehr entspannter, fast familiärer Nachmittag, wobei der Ratssaal als große Kaffeetafel gedeckt  und jedem Anwesenden ein Schwelm-Journal auf den Platz gelegt war. Frau Rudolph leitete den Nachmittag und Bürgermeister Stobbe machte sich auf den Weg zu einigen der Akteure, um ihre Werke und die Personen vorzustellen und neugierig auf das neue "Schwelm-Journal" zu machen. Denn es sind spannende Geschichten darin, viele interessante Informationen und so Manches, was ein Schwelmer, aber auch Aussenstehenden,  gerne wissen möchten.

(Fotos © Linde Arndt]

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Schwelm

Neues Adventsfestival in Schwelm

[jpg] Irgendwas fehlte mir in Schwelm, so Stefan Wiesbrock in dem anberaumten Pressegespräch. Während der Adventszeit fehlte in Schwelm ein Musikevent, so wie es in anderen Städten gang und gäbe ist. Schnell war die Idee eines Festivals geboren und es fanden sich genügend Schwelmer Mitstreiter die die Idee mittragen und auch selber tätig werden wollen.

So wird es in der Adventszeit am 17. + 18. Dezember 2010 das 1. Adventival  in der neuen Mensa des Märkischen Gymnasiums Schwelm geben. Adventival ist eine Wortschöpfung aus Advent und Festival. Die Eckdaten zu diesem Festival stehen bereits fest, so wird:

  • Bürgermeister Stobbe die Schirmherrschaft übernehmen
  • es ein Catering für dieses Festival geben
  • 2 Veranstaltungen kostenlos sein
  • ab 1.November eine Website ( www.adventival.de) über das Festival informieren
  • die Mensa ca. 375 Zuschauer Platz bieten
  • Tagestickets 15,– Euro, Doppeltickets 25,– Euro und ein Gourmetticket für 36,– Euro zu erwerben sein.

Tickets für das "Advential" gibt es ab dem 15. November beim Kath. Pfarrbüro Marienweg, Ev. Gemeindebüro Potthoffstraße, Bücher Köndgen, Doctor Strings, MihcaMusci, Optic Schäfer Gevelsberg und Bücher Bäcker Ennepetal.

Dieses Festival soll nachhaltig angelegt und damit zu einer Dauereinrichtung für Schwelm werden. Hier sind schon einmal die Namen der Personen, die während des Festivals auftreten:

  • Christina Lux (Acoustic Soul)
  • Bonita & Philipp
  • Formation Ufermann (Jazz)
  • Wiedersprecher & friends (eigenes und Jazzcover)
  • Uwe Rahn & Andreas Schulte (Lauter leise Lieder)
  • Stefan Wiesbrock & Wolfgang Cramer von Clausbruch (Fingerfood)

Jürgen Schröder und Hartmut Krüpe-Silbersiepe übernehmen  den Part der Rezitationen.
Für Kinder wird es ein spezielles Programm vom"Himmelskomiker" Arno Bachhaus geben.

                   
   Die Initiatoren: (vlnr.): Mark Wiedersprecher, Jürgen Schröder,
Uwe Rahn und Stefan Wiesbrock                      Foto: EN-Mosaik
 

So haben die Initiatoren mit dem Slogan "kultig-himmlisch-leise" schon einmal die Richtung vorgegeben unter dem das Festival stehen wird.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm