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Expo Real: EN-Agentur präsentiert regionale Projekte internationalem Publikum

(pen) Wenn mit der Expo Real in der kommenden Woche (4. bis 6. Oktober) die größte internationale Fachmesse für Gewerbeimmobilien in München ihre Tore öffnet, zeigt auch der Ennepe-Ruhr-Kreis den Besuchern aus dem In- und Ausland, was er in diesem Bereich zu bieten hat. Der Auftritt von Kreis, Städten und Partnern aus der Immobilienwirtschaft wird von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ennepe-Ruhr koordiniert und ist am Stand der Metropole Ruhr in Halle B, Stand 330/430 zu finden.

Im Gepäck hat die EN-Agentur die Messebroschüre „Ennepe-Ruhr – einfach naheliegend“. Sie stellt den Ennepe-Ruhr-Kreis kurz und knapp vor und bietet den Projekten, für die Interessenten gewonnen werden sollen, Raum sich zu vorzustellen. „In diesem Jahr stehen insbesondere die Erweiterung des Gewerbegebiets Oelkinghausen in Ennepetal und Technologiebauflächen neben der Universität Witten/Herdecke im Blickpunkt“, erläutert Jürgen Köder, Geschäftsführer der EN-Agentur.

Schwerpunktthema am Stand der Metropole Ruhr ist in diesem Jahr das Thema Energieeffizienz. Auch aus diesem Bereich hat die EN-Agentur ein Beispiel mit nach München genommen, vorgestellt wird das Modernisierungsprojekt, das die Schwelmer & Soziale an der Friedrich-Ebert-Straße realisiert hat. „Angesichts der globalen Klima- und Energieprobleme ist energieeffizientes Bauen und Renovieren wichtiger denn je. Folglich müssen wir die Gelegenheit nutzen und zeigen, welche Kompetenzen und Innovationen die Metropole Ruhr in diesem Bereich zu bieten hat“, so Köder.

Mitaussteller am Stand der EN-Agentur ist die Stadt Witten. Maßgeblich unterstützt wird der Messeauftritt von verschiedenen Sponsoren. Dazu gehören die Sparkassen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die AVU, die DEW21, die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für den Ennepe-Ruhr-Kreis, die Herdecker Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (HGWG) und Mark E.

Stichwort Expo Real

Die letzt jährige Expo Real verzeichnete knapp 21.000 Fachbesucher aus 73 Ländern, 1.580 Unternehmen aus 34 Ländern stellten aus. Vertreten ist in München das gesamte Spektrum der Immobilienwirtschaft. Das umfangreiche Konferenzprogramm bietet einen differenzierten Überblick über aktuelle Entwicklungen und Projekte im Bereich der Immobilienwirtschaft. Gleichzeitig profitieren Aussteller und Besucher von der internationalen Gesprächsplattform.

Stichwort EN-Agentur

Seit 1996 unterstützt die EN-Agentur mit Sitz in Hattingen die Arbeit der örtlichen Wirtschaftsförderungen im Ennepe-Ruhr-Kreis. Sie ist Dienstleister für Unternehmen, bearbeitet gemeinsam mit Partnern strategische Vorhaben und vermarktet die Region nach Außen. Die Arbeit der Agentur erstreckt sich im Einzelnen auf die Schwerpunkte Wirtschaftsförderung, Tourismusförderung und Regionalmarketing. Internet: www.en-agentur.de.

„Wohnen für Generationen“: Exkursion nach Düsseldorf

(pen) Die Gevelsberger Gruppe „WieeN – Wohnen in enger echter Nachbarschaft“ und die VHS Ennepe-Ruhr-Süd bieten Interessierten in Zusammenhang mit der Reihe „Wohnen für Generationen“ ein weiteres Mal eine Exkursion zu einem nachahmenswerten Wohnprojekt an. Nach Schwerte, Dortmund, Bielefeld und Köln geht es dieses Mal nach Düsseldorf. Ziel ist am Samstag, 25. September, ein Gemeinschaftsvorhaben des Vereins „Wohnen mit Kindern“ und der Wohnungsgenossenschaft Düsseldorf Ost. Sie betreuen im Stadtteil Düsseltal ein Gebäude, in dem mehr als 40 Kinder zwischen 6 Monaten und 16 Jahren den Ton angeben.

Markenzeichen des Projektes sind eine integrierte Kindertagesstätte und nachbarschaftliches Leben, Barrierefreiheit und gemeinsame Aktivitäten. Das Gebäude an sich verfügt über innovative Grundrisse und ist besonders an den Bedürfnissen von Familien mit Kindern ausgerichtet.

Treffpunkt der Teilnehmer ist das Wohnprojekt in Düsseldorf, Otto-Petersen-Str. 2-8. Nähere Informationen erhalten Interessierte bei Angela Leisten von der Gruppe WieeN (02339/7402). Sie hilft ggf. auch bei Absprachen zum Bilden von Fahrgemeinschaften. Die Teilnahmegebühr beträgt fünf Euro.

Das aktuelle Programmheft der kreisweiten Reihe „Wohnen für Generationen“, in dem sich auch Wohnprojekte aus Gevelsberg, Hattingen und Schwelm ausführlicher vorstellen und zu ihren regelmäßigen Treffen einladen, liegt unter anderem bei den Volkshochschulen, Stadtverwaltungen und im Schwelmer Kreishaus aus. Als download steht das Heft unter www.en-kreis.de, Stichwort Demografie, zur Verfügung. Fragen beantworten Christa Beermann, Tel.: 02336/93 2223, e-Mail: C.Beermann@en-kreis.de und Iris Baeck, VHS Ennepe-Ruhr-Süd, Tel.: 02332/9186 112, e-Mail: bae@vhs-en-sued.de.

Stichwort Veranstaltungsreihe „Wohnen für Generationen“

Seit 2008 setzen sich der Ennepe-Ruhr-Kreis, die VHS Ennepe-Ruhr-Süd, die Stiftung trias/Gemeinnützige Stiftung für Wohnen, Bauen und Ökologie, die Initiatoren von Wohnprojekten im Kreis sowie die Städte, verschiedene Wohnungsunternehmen, weitere Volkshochschulen und der MieterInnenverein Witten dafür ein, vorhandene Wohnprojektgruppen vorzustellen, Ansätze und Ideen gemeinschaftlicher Wohnformen zu fördern und sichtbar zu machen. Sie haben sich Austausch, Information und Vernetzung auf ihre Fahnen geschrieben und gehen der Vielzahl von Fragen nach, die mit dem Thema Wohnen im Alter und über Generation hinweg verbunden sind. Für Landrat Dr. Arnim Brux, gleichzeitig Schirmherr der Reihe, steht „WoGEN“ im direkten Zusammenhang mit den Aktivitäten des Kreises auf dem Gebiet demokratischer Wandel. „Der ständige Austausch über vorhandene Projekte und Ideen ist notwendig, damit mehr Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche für ein gemeinschaftliches Leben im Alter umsetzen können.“

 

„Meine Kinder waren doch nicht dabei“

(pen) „Kinder und häusliche Gewalt“ so heißt ein jetzt vorgestelltes Informationsblatt des Runden Tisches gegen Häusliche Gewalt im Ennepe-Ruhr-Kreis. „Kinder, die erleben müssen, wie in ihrer Familie Gewalt ausgeübt wird, werden in den Diskussionen häufig vergessen. Auch wenn sie selbst nicht direkt Opfer sind, als Zeuge des Geschehens sind sie dennoch betroffen. Darauf möchten wir auch anlässlich des Wettkindertages am 20. September hinweisen“, macht Renate Terboven, Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung und Koordinatorin des Runden Tisches, deutlich.

Die von Betroffenen häufig zu hörende Aussage „Meine Kinder waren doch nicht dabei“ will die kleine Broschüre nachdrücklich widerlegen. So wird darauf verwiesen, dass Kinder mehr mitkommen, als viele glauben möchten. Wörtlich heißt es: „Kinder sind Ohren-, Gefühls- und Augenzeugen von häuslicher Gewalt und damit auch Betroffene und Opfer. Sie leiden vielfach im Stillen, wollen ihre Eltern nicht belasten, verstecken ihre Angst und ihre Gefühle.“

        
  Kathleen Schmalfuß vom Frauenhaus EN (links) und Renate Terboven stellen
Landrat Dr. Arnim Brux das neue Informationsblatt vor/    Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis
 

                   
Terboven sieht in der kleinen Broschüre einen weiteren Schritt, um die Bevölkerung für das Thema häusliche Gewalt zu sensibilisieren und Betroffene zu motivieren, die vorhandenen Hilfsangebote zu nutzen, auch und gerade im Interesse der Kinder. „Wie viele unter Häuslicher Gewalt leiden, lässt die Zahl der aktenkundigen Fälle erahnen. Allein im letzten Jahr wurden im Ennepe-Ruhr-Kreis rund 300 Anzeigen aufgenommen und mehr als 200 Frauen an Beratungsstellen verwiesen. Dazu kommt eine vermutlich hohe Dunkelziffer.“

Die Autoren des Informationsblattes führen den Betroffenen die Verantwortung für sich und ihre Kinder vor Augen. „Ja“, so heißt es, „Kinder brauchen beide Elternteile. Aber sie benötigen auch ein gewaltfreies Familienklima und manchmal ist es nötig, die Familie zumindest vorübergehend zu trennen. Konflikte durch Gewalt zu klären, endet im Teufelskreis, ohne Hilfe von Außen gibt es keinen Ausweg.“

Auf zwei Seiten werden daher Anlaufstellen aufgelistet, die Wege aus der Sackgasse sein können. Dazu zählen die Kontaktdaten von Beratungsstellen und Jugendämtern in allen neun kreisangehörigen Städten sowie Notrufnummern von Polizei, Opferschutz und Frauenhaus. „Dank einer Auflage von 30.000 Exemplaren können wir die Informationen sehr breit streuen“, so Terboven.

Öffentlichkeitswirksam präsentiert wird das Informationsblatt in jeder kreisangehörigen Stadt. Die Jugendämter vor Ort starten anlässlich des Weltkindertages am 20. September Aktionen und verteilen dabei auch „Meine Kinder waren doch nicht dabei“.

Stichwort „Runder Tisch gegen häusliche Gewalt im Ennepe-Ruhr-Kreis“

Der „Runde Tisch gegen häusliche Gewalt im Ennepe-Ruhr-Kreis“ besteht seit 1999. Fachleute aus Justiz, Polizei, dem Opferschutz, den Beratungsstellen, dem Frauenhaus, der Frauenberatung, dem Gesundheitswesen und die Gleichstellungsbeauftragten der Städte und der Kreisverwaltung arbeiten gemeinsam daran, die Situation von gewaltbetroffener Frauen nachhaltig zu verbessern und Gewalt öffentlich zu ächten. Schirmherr ist Landrat Dr. Arnim Brux.

Um Gewalt an Frauen und Kindern zu ächten, hat der Runde Tisch in den letzten Jahren neben dem Erstellen von Informationsbroschüren und der Organisation von Fachtagungen regelmäßig auf kreisweite Aktionen gesetzt. Dazu zählten 200.000 Brötchentüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte“, 50.000 Taschentücherpäckchen mit der Botschaft: „Keine Gewalt gegen Frauen. Wir haben die Nase voll!", 10.000 Taschenkalender mit dem Aufdruck „Die Zeit ist reif – Keine Gewalt gegen Frauen!" und 1.000 Regenschirme mit dem Slogan „Wir lassen Frauen nicht im Regen stehen!“.

 

Kreisausschuss berät Rettungsdienst und Magna Charta Ruhr.2010

(pen) Die Ergebnisse der bisherigen Beratungen der Haushaltskommission stehen auf der Tagesordnung für die Sitzung des Kreisausschusses des Ennepe-Ruhr-Kreises am Montag, 20. September. Weitere Themen sind das Transparenzgesetz NRW, die Gebührensatzung im Rettungsdienst sowie der Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen. Außerdem beschäftigen sich die Ausschussmitglieder mit dem Beitritt des Kreises zur Magna Charta Ruhr.2010. Diese Erklärung setzt sich für Kinderrechte ein und hat zum Ziel, dass die Unterzeichner auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit verzichten und statt dessen auf fair gehandelte Erzeugnisse setzen.

Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Schwelmer Kreishaus, Hauptstr. 92, Raum 166. Die Tagesordnung sowie die entsprechenden Vorlagen stehen auch im Internet. Sie sind unter www.en-kreis.de im Bereich Politik/Sitzungskalender 2010 zu finden.

Kreisweite Botschaft: Kein Platz für Rechtsextremismus

(pen) Schmierereien von Rechtsextremen in Wartehäuschen, an Mauern, Wänden und öffentlichen Gebäuden sind noch die „harmlosen“ Varianten von Aktionen Rechtsextremer. Deutlich schwerwiegender sind die vielfältigen Versuche rechter Gruppen Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu beeinflussen und für ihr Gedankengut zu gewinnen. „Wie und wo auch immer, es gilt Zeichen dafür zu setzen, dass wir an Ennepe und Ruhr nicht bereit sind, derartige Aktivitäten hinzunehmen und diesen Gruppen ganz offen entgegentreten. Daher haben sich die Städte Ennepetal, Gevelsberg, Hattingen, Herdecke, Schwelm, Sprockhövel, Wetter und Witten sowie der Ennepe-Ruhr-Kreis entschlossen, ein Angebot des Beratungsnetzwerkes Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Arnsberg zu nutzen.“ Gemeinsam stellten die Stadtspitzen und Landrat Dr. Arnim Brux die für die kreisweite Aktion gedruckten Plakate jetzt vor.

              

Sie gleichen den bekannten Ortseingangsschildern und tragen auf gelben Grund in schwarzer Schrift neben dem jeweiligen Namen der Stadt bzw. des Kreises die deutliche Botschaft „ … hat keinen Platz für Rechtsextremismus“. Kreisweit werden 2.700 Plakate aufgehängt. „Unter anderem in öffentlichen Einrichtungen sollen sie ins Auge fallen und allen Betrachtern signalisieren, dass rechte Gesinnung im Ennepe-Ruhr-Kreis keinen Platz hat und wir zur friedlichen Gegenwehr bereit sind“, macht Brux deutlich.

 

Wir weben, wir weben! á la Jacquard Ausstellung in Ennepetal

[jpg]  Manche Themen einer Ausstellung erscheinen ziemlich einfach. So auch hier.
Joseph-Marie Charles Jacquard erfand den mechanischen Webstuhl indem er mittels Lochkarte den Webstuhl steuerte. Dann könnte man einen Handwebstuhl aufstellen und zum Vergleich den lochkartengesteuerten Webstuhl daneben stellen. Eine Demo der beiden Stühle und gut wäre es. War es das dann wirklich? Oh nein!

Es war eine Ausstellungseröffnung am 4.September 2010 im Ennepetaler Industriemuseum von besonderem Kaliber, tiefsinnig, breit ausgelegt und sogar perspektivisch im Ansatz verarbeitet. Es war eine Ausstellung die Wirtschaftsgeschichte im Ansatz erfahrbar machte, die den Niedergang alter Gesellschaftsstrukturen erahnen lies, der Zusammenhänge mittels darstellender Kunst dokumentieren konnte. Wobei die bildende Kunst mit der darstellenden Kunst hervorragend korrespondierte.

Die Projektleiterin Ulrike Brux hatte mit dieser Inszenierung hervorragendes geleistet, hatte hochkarätige Menschen und Künstler um sich geschart, die es verstanden haben dieses Thema weitgehend umzusetzen. Die Ausstellungsräume im Industriemuseum waren bestens präpariert worden. Rund 300 Menschen aus der gesamten Region fanden zu dieser Ausstellung und waren augenscheinlich beeindruckt. Beeindruckt auch deshalb, weil dies für Ennepetal eine ungewöhnliche Ausstellung ist, denn außer 2009  fiel Ennepetal noch nie im Bereich zeitgenössischer Kunst auf.

Doch nun zur Vernissage:


Dr. h.c. Fritz Pleitgen
          

Ulrike Brux moderierte durch die Ausstellung und übergab an Dr.h.c. Fritz Pleitgen der die Eröffnungsrede hielt.

Das Projekt wurde relativ schnell von Ruhr 2010 akzeptiert, weil es genau im Sinne von Karl Ernst Osthaus gewesen wäre. Denn die Verknüpfung von Kunst und Handwerk wird in dieser Ausstellung hervorragend gezeigt.
Osthaus´s Ruf "Wandel durch Kultur, Kultur durch Wandel" wird hier klar umgesetzt.

           
Ulrike Brux

Kunst und Handwerk durchdringen sich gemäß Osthaus und dies ist Bernhard Matthes bestens mit diesem Projekt gelungen. Das besondere ist aber auch, es bringt die Regionen Görlitz und Ruhr zusammen, so Fritz Pleitgen. Denn diese Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt mit der Region Görlitz – Zgorzelec unter der Leitung des Landkreises Görlitz. Aber das wäre nicht alles, vielmehr entwickelte dieses Projekt eine Strahlkraft zu den angrenzenden Regionen Polens und der Tschechei. Denn das damalige Schlesien teilt sich heute auf den Gebieten der beiden europäischen Staaten. Das deutsche Schlesien, polnisch Slask und tschechisch Sleszka, hatte ähnlich wie das heutige Ruhrgebiet die gleichen Strukturen im industriellen Bereich.

Zu Grunde liegen die damaligen gesellschaftlichen Zustände in Schlesien und hier im Bereich des damaligen Rheinisch bergischen Gebietes. Die erste Hälfte des 19.Jahrhunderts wurde hier in dieser Ausstellung einer Betrachtung unterzogen. Allerdings werden die Weberaustände heute in die Zeit Ende des 18.Jahrhunderts datiert, der Weberaufstand 1783 in Elberfeld.

Die Aufstände Anfang bis Mitte des 19.Jahrhunderts waren nach einhelliger Meinung so genannte "Hungeraufstände". Hungeraufstände deshalb, weil die damaligen Weber bei einer Arbeitsleistung der gesamten Familie, also Vater, Mutter und Kinder nicht den täglichen Bedarf an Grundnahrungsmitteln deckten. 30 Silberlinge benötigte eine Familie um zu überleben und zu arbeiten, verdienen konnten sie bei einem 16 Stunden Tag jedoch nur 6 Silberlinge. Nach Aufzeichnungen aus den damaligen schlesischen Gebieten wurde die Differenz an Grundnahrungsmitteln durch das verspeisen von Kartoffelschalen oder durch den Verzehr von Nagetieren, wie Mäusen und Ratten gedeckt. Jedoch ist es unstrittig dass diese Hungeraufstände Anfang bis Mitte des 19.Jahrhunderts als Beginn der industriellen Revolution gesehen werden. Auch datiert hier der Beginn einer breiten Politisierung der Bevölkerung. Friedrich Engels, der selber Sohn eines Textilfabrikanten war, formulierte damals mit Karl Marx den wissenschaftlichen Sozialismus. Dies war auch notwendig geworden, weil auf der anderen Seite die Theorien der "Marktwirtschaft" von Adam Smith Einfluss auf die gesellschaftlichen Bedingungen hatten. Es war eine Zeit der grundlegenden gesellschaftlichen Umwälzungen, ähnlich unserer heutigen Zeit. Auch heute macht die Informations-Technologie (IT) viele Berufe überflüssig und setzt ganze Heerscharen an Arbeitnehmern frei. Auch heute weiß keiner wo die gesellschaftliche Reise hingehen soll. Das marktwirtschaftliche Modell, das im Übrigen nur ein empirisches Erklärungsmodell ist, bleibt heute wie damals die Antwort schuldig.

Die erste Ausstellung war in Görlitz und war dort ein voller Erfolg, so ist diese Ausstellung nunmehr hier im EN-Kreis zu sehen.

                             
                              Dietmar Diesner
 
Martin Horn

Martin Horn vom Schauspielhaus Bochum trug die teils anonymen Gedichte, wie das Blutgericht, aus der damaligen Zeit der Weberaufstände vor.

Sie gaben das wieder was die damalige Zeit für die Menschen bedeutete, die Qual, das Elend oder den Hunger. Sie mussten lernen "Klagen ohne zu leiden und leiden ohne zu klagen".

   

Das so genannte Weberlied  von Heinrich Heine erzeugte bei den Zuhörern ein schauern. Dieses Weberlied wurde damals vom Königlich Preußischen Kammergericht unter Androhung von Gefängnis verboten.


Risa Tateishi
  Dann trat das Dortmunder Ballett mit den Tänzerinnen Monica Fotescu-Uta (Prima-ballerina) und Risa Tateishi unter der Leitung ihres Ballettdirektors Xin Peng Wang mit einem modernen Ballett auf.

Nach den strukturierten Klängen verschiedener Industriewebstühlen gingen die in schwarzen Anzügen auftretenden Tänzerinnen eine eindrucksvolle Symbiose zwischen Mensch und Maschine ein.

Die Dekoration von drei im Jacquardmuster gewebten Tüchern zwischen zwei Pfeilern verstärkte diesen Tanz.

 

Monica Fotescu-Uta  
(Primaballerina)

 Das rasselnde Geräusch der Schiffchen und Ketten übertrug sich auf die Bewegungen, welche die Arbeiterinnen darstellten, die den Fadenbruch verknüpften, die Spindeln wechselten, die Fäden zogen oder das Tuch legten. Die Maschinen die den Takt der Arbeit vorgaben und den Menschen zu Bewegungen zwangen, die teilweise Übernatürlichkeit erwartete. Der Mensch als Sklave seiner Maschine. Zwischendurch den Dialog zwischen den Menschen, der jedoch immer wieder jäh unterbrochen wurde. Zum Schluss ertönte eine alles tragende Händelmusik die meines Erachtens das Sinnhafte erfragte, den höheren Wert. Wang hat mit seinen Tänzerinnen die Thematik dieser Ausstellung souverän umgesetzt und war mit dieser faszinierenden Darbietung in dieser Ausstellung ein wunderbarer Programmpunkt.

Und dann war da noch  Dietmar Diesner mit seinem Sopransaxophon. Spektakulär mit seinem langen Atem der das Hereinkommen zu Beginn der Vernissage und das Herausgehen aus der Vernissage dokumentierte.

Auch er nahm das Weberdasein bestens auf und setzte es musikalisch um. Das quälende Dasein der Weber, ihr Leiden hörte man aus den teils atemlosen Tremolos welche durch mehrere Vibratos unterbrochen wurden.

Alle Künstler überzeugten durch ihre meisterlichen Darbietungen.   Insgesamt waren 15 Künstler mit 70 Exponaten beteiligt. Einige hatten sich auf den Weg nach Ennepetal gemacht, um dieser imposanten Ausstellung beiwohnen und Kunstinteressierten ihre Werke erläutern zu können.

                           

Kommen wir zu einem Teil den Exponaten der Ausstellung á la Jacquard in Ennepetal.

Der Kurator Prof. Bernhard Matthes (Deutschland), der auch ausstellender Künstler ist befasste sich in seinen Werken mit den Zusammenhängen zwischen gesellschaftlichen Umständen und dem Arbeitsalltag des Einzelnen. Versöhnlich zeigt er wie aus dem Alten etwas Neues entstehen kann. Der Produktionsprozess und die Produkte bleiben, nur die Teilnehmer wechseln. So wird das Leben geprägt von Glauben, Arbeit und Leistungserbringung. Die Dynamik der Veränderungen kann man nur erahnen. Beispielhaft sieht man dieses in dem Werk, wo Tisch und Stühle auf den Kopf gestellt von der Decke hängen und die unteren Platten mit Kresse begrünt sind, wobei beim Tisch ein begrüntes Kreuz wächst und von den Seitenrändern der Objekte  Bänder und Litzen nach unten hängen. Das Hängende symbolisch für die Produkte die weiter bestehen bleiben und das begrünte Kreuz für den  Glauben, dass etwas Neues entstehen wird.

Elzbieta Suchcicka (Polen) webt einen ein Lebenstuch indem sie Kette und Schuss eines Gewebes mit den verschiedensten gesellschaftlichen und psychologischen Verknüpfungen gleichsetzt. Das Licht eines verhängten Fensters als Filter ähnlich der gelochten Karte, welches selektiert aber auch Lebenserfahrungen in Entfernungen rückt.

Dann sind noch drei Teilnehmer der Textilfakultät der tschechischen Universität Liberec mit Exponaten vertreten. Diese Exponate zeigen das moderne Design heutiger Textilien, die ein Höchstmaß an Professionalität voraussetzen. Kreativität fließt in die Produktion mit ein und wird mit den modernsten Technologien umgesetzt. Eben die Weberei von heute, nicht Masse hat Bestand, sondern die Klasse ernährt seinen Mann oder seine Frau. Ein weites Feld das bis in die Produktion von moderner Funktionskleidung geht.

Und so schließt sich der Kreis indem die Ausstellung die Zukunft der Weberei betrachtet, nicht mehr Lohnarbeit ist gefragt, sondern kreativ gestaltete Produkte, die eine Symbiose zwischen Funktionalität und ansprechendem Design eingeht.

Prof. Angelika Rösner von der Fachhochschule Krefeld stellt dies eindrucksvoll mit ihren Werken dar indem sie einen weiten Blick in die Zukunft wirft, wobei sie z.B. mittels Lasertechnik ihre Textilien bearbeitet.

Die Vernissage schloss ab indem die vorhandenen Webstühle des Bandmuseums Elfringhausen in Aktion gezeigt wurden.

Nicht das Schiffchen fliegt und der Webstuhl kracht, sonder die Karte klickt der Webstuhl kracht.
Und wenn ich mir was wünschen würde, so würde ich mir wünschen aus dem Industriemuseum würde ein Museum für Zeitgenössiche Kunst und Industriegeschichte werden. Also weiter so, Frau Brux.

Die Ausstellung ist noch bis 15. Oktober geöffnet.

Öffnungszeiten:

Dienstag: 10:00 – 12:00 Uhr

Mittwochs: nach Vereinbarung

Donnerstag: 10:00 – 12:00 Uhr

Freitag: 15 – 18:00 Uhr

Samstag: 11:00 – 15:00 Uhr

Sonntag: 11:00 – 15:00 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Nach vorheriger Absprache können auch Führungen für Schulklassen durchgeführt werden. Informationen bei Herrn Volker Schlickum unter Tel.: 02052-961543

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Für alle, die nicht die Möglichkeit hatten zu dieser aussergewöhnlich spannenden und beeindruckenden Vernissage zu kommen und auch nicht an einem anderen Tag diese Ausstellung besuchen können [xxl] hier eine Gallery um einmal die besonderen Eindrücke zu vermitteln:

(alle Fotos: Linde Arndt)

 

Schuhe auf den Strassen des Glücks, 3 Ufer | 1 Fest Kemnade International vom 3. September bis 5. September 2010

[jpg] Endlich ist es soweit, die letzten Informationen über das 3 Ufer|1 Fest Festival sind raus. Die Veranstalter waren bis in die letzten Tage mit vollen Kräften mit der Vorbereitung hierzu  beschäftigt. War es doch bis Ende Mai nicht sicher ob dieses Fest stattfinden konnte ( EN-Mosaik berichtete ). Erst durch die außergewöhnlich großzügige finanzielle Unterstützung der Stadtsparkasse Bochum war das Fest im letzten Moment gerettet worden.

Die Veranstaltergemeinschaft von 3 U f e r | 1 F e s t – der Ennepe-Ruhr-Kreis, die Städte Hattingen und Witten sowie der Bahnhof Langendreer in Kooperation mit der Stadt Bochum sind froh darüber, trotz der kurzen Vorbereitungszeit ein so abwechslungsreiches Programm präsentieren zu können.

Und was für ein Fest wird den Zuschauer geboten! An drei verschiedenen Spielorten finden sich die unterschiedlichsten kulturellen aber auch außergewöhnlichsten Highlights.

      

Am 3. September um 17:30 Uhr geht es mit einer Podiumsdiskussion, Haus Kemnade des NRW Kultursekretariats los. Es geht um Kultur der Nationen in unserer Region die sich multikulturell  darstellt. Hier findet man den Kulturhauptstadtgedanken wieder. Überhaupt passt dieser Event gut in das laufende Programm der Kulturhauptstadt.

Um 20.00 Uhr treten die Bochumer Symphoniker mit Keyvan Saket  in dem Wasserschloss Kemnade auf. Der iranischen Taar-Virtuose Keyvan Saket wird mit seinem Saiteninstrument die Werke abendländischer Komponisten wie Chopin oder Bach zusammen mit den Bochumer Symphonikern neu interpretieren. Saket, der einen internationalen Ruf genießt, macht das zum ersten mal und sieht diesen Auftritt eher als Ausnahme.
Parallel findet in Haus Kemnade die Ausstellung "Von der Gambe bis zu Grönemeyer" statt. Diese Ausstellung will die lebendige Musiktradition der Stadt Bochum verdeutlichen.

                       http://en-mosaik.de/wp-content/uploads/image/kemnade-3ufer/Kemnade1.jpg

Am 4.und 5.September findet von 14:00 bis 19:00 Uhr in und um das Bootshaus Oeveney mit dem IFAK e. V. "Die bunte Kinderwelt" statt. Mitmachprogramme für Kinder von 0-14 Jahren mit Kleinkindecke, Kinderschminken, Ausgrabungen, Glücksrad, Gestaltung des
großen Paradiesvogels und jeder Menge Kreativangebote für große und kleine Kids.

Um 15:00 Uhr spielt das Theater hier eine Rolle für alle Altergruppen "Na und Theater", das Stück "Glück für den Pechvogel". Es ist ein liebevolles Stück von Sabine Jäckel das einen fantansievollen Zauber aus dem Alltäglichen nahe bringt – Spannung mit einbegriffen.
Um 17:00 Uhr finden anatolische Klänge ins Ohr der Zuhörer, Hüsnü  Isik & Band, der seit 1972 eine feste Größe ist, spielt auf.
"Der Welt entrückt – Adjiri Odametey verzaubert mit ausdrucksstarker Musik", so beschreibt die Süddeutsche Zeitung ein Weltmusik-Konzert von Adjiri Odametey. Er tritt um 17:30 Uhr mit melodischen Liedern auf der zweiten Bühne auf, begleitet mit afrikanischer Harfe, Daumenklavieren, Percussion-Instrumenten, aber auch mit modernen Instrumenten wie Akkustik-Gitarre und mitreißenden Percussion-Stücken.

Zirkus ist um 18:00 Uhr im Bootshaus angesagt. Ratz Fatz – hier trainieren und treten Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren gemeinsam auf. Sie teilen die Begeisterung für Zirkustheater, die  Verknüpfung von sportlichen Bewegungskünsten und clowneskem Theaterspiel. Die türkische Tanz- und Musikgruppe Erguvan Türk Halk Oyunlari Ekibi  bereichert das abwechslungsreiche Programm.

Um 18:15 Uhr geht es auf einer anderen Bühne weiter. Das Programm der COMPANIA präsentiert sich dann mit einem Stil-Mix mit zumeist eigenen Texten. Diese besingen "Schuhe auf den Straßen des Glücks", dann einen alten Bekannten, der sich immer "köstlich amüsiert", diesmal nicht in Pankow, sondern in Heiligendamm beim G-8-Gipfel, interpretieren einen Brecht-Eisler-Song als französischen Musette-Walzer und beleuchten die schauerlichen Seiten altdeutschen Märchenguts. Das Land der Barden und Druiden wird mit einer "suite celtique" zelebriert, und an den europäischen Osten erinnert der "klezmer freilachs", erweitert um eine bekannte jiddische Weise von Jtschak Katsenelson.
COMPANIA BATACLAN ist eine 7-köpfige Band aus Bochum/ Witten/ Dortmund/ Fröndenberg.

Weiter geht es 18:45 Uhr mit: Pulse of Brazil & HeartBeat of Bahia Banda Pelodum. Sie  ist mit Sicherheit als Ausnahmeband in der Deutschen Musikszene zu bezeichnen, die über eine außergewöhnliche musikalische Bandbreite verfügt und dennoch im Herzen den lebhaften afro-brasilianischen Rhythmen aus Bahia treu bleibt – ungekünstelt und voller Emotionalität. Der Einfluss der afrikanischen Kultur ist omnipräsent und stark mit dem bahianischen Lebensstil verwachsen, was bis heute unüberhör- und -sehbar in der Musik- und Tanzkultur Bahias ist.

19:30 Uhr  fetzt Watcha Clan, sie  gehören zu den vielversprechendsten Fusion Bands der Jetzt-Zeit.Auf der Bühne entfacht der Clan mit Gitarre, Kontrabass, Harmonium, Keyboards, Mac, Sequencern, Schlagzeugresten, Querflöte und Gesang ein Live- Gewitter aus Drum’n’Bass, Jungle, arabischen Melodien, Hip Hop, Dub und Reggae/Ragga, das seinesgleichen sucht. Und das mit nur noch 3-4 Musikern! 

Dann 19:30 im Bootshaus wird es besinnlich und amüsant, der türkische Autor, Poet und Komiker Ilhan Atasoy bringt nach Auftritten von Berlin über Karlsruhe bis Wuppertal jetzt sein Solo-Programm aus politisch garantiert unkorrekter Satire, Dichtung, Wahrheit und Musik auf die Bühne. Atasoys Blickwinkel ist satirisch verzerrt. Wer hier nichts zu lachen hat, dem ist nicht zum lachen zu Mute.

Um 21:00 Uhr ist im Bootshaus Theater angesagt. F r e i e R a d i k a l e " p a r a d i e s p f a d f i n d e r " Unter der Regie von Katja Lillih Leinenweber wechselt Schauspielerin Charis Nass zwischen den verschiedenen Figuren auf dem brutal-idyllischen Sehnsuchtsschlachtfeld. Das skurrile Solo führt den Zuschauer mit abgrundtief schwarzem Humor mitten hinein in den alltäglichen, aber doch irgendwie anderen Familienwahnsinn.

Auf der Bühne findet um 21:00 Uhr das Konzert von Cumbia Cosmonauts statt. In ihrem Herkunftsland Kolumbien laufen die aktuellen Cumbia-Hits selbst vielen Salsa-Evergreens den Rang ab, und auch im Rest von Lateinamerika ist die afrokaribische Volksmusik schon lange schwer populär. Die Cumbia gründet auf ursprünglich afrikanischen Rhythmen, die durch indigene Einflüsse und europäische Instrumente wie Gitarre und Akkordeon angereichert wurden. Daraus entwickelten sich die verschiedenen Spielarten der Cumbia, die auf dem ganzen lateinamerikanischen Kontinent ihre Anhänger fanden.

Damit haben wir den 4.September erst einmal geschafft, die Ohren sind voll, das Blut kocht und die Seele hatte auch seine Nahrung bekommen.

Am 5. September schleichen sich jedoch Entzugserscheinungen ein und dem kann Abhilfe geschaffen werden.

Um 15:30 Uhr geht auf der Bühne mit NEXT GENERATION weiter. Hier setzen sich die Jugendlichen von X-Vision mit der Frage nach ihrer eigenen Zukunft auseinander und entwickeln daraus eine Bühnenshow aus Songs, Texten und Choreografien.
16:30 Uhr Trovači, seit 7 Jahren wirft die Düsseldorfer Combo einen einzigartigen "balkanisierten"Blick auf den deutschen Alltag, auf Gastarbeiterklischees und Herzschmerz-Themen. Mit über 100 live Gigs bundesweit, einer NRWTour mit der WDR Big Band, und dem rockigsten Grand-Prix Auftritt aller Zeiten 2008 ist Trovači die erfolgreichste Combo der Jugo-Diaspora.

18:00 Uhr gibt es das D u b i o z a K o l e k t i v: Das Kollektiv – 2003 von Bandmitgliedern aus Zenica und Sarajevo gegründet – ist eine der bekanntesten Musikgruppen aus Bosnien und macht inzwischen mit ihrem Mix aus Dub, Reggae und Rock europaweit Furore. Neben ihrem außerordentlichem Musiktalent schafft es die Band vor allem auch mit ihren provokanten Texten zu überzeugen. Oft handeln sie von der Ungerechtigkeit und Instabilität in ihrem Land, kritisieren Nationalismus und treten für Verständigung und Toleranz ein. Die authentischen Statements gepaart mit dem mitreißenden Sound begeisterten zuletzt die Menschen in Norwegen, Dänemark und Schweden. Und das wird am Kemnader Ufer nicht anders sein …

Jetzt ist das Bootshaus um 18:30 Uhr mit M u r a t  K a y i dran: Der einzige evangelische Türke weit und breit gibt Geschichten zum Besten, in denen er von Familienfeiern hüben wie drüben berichtet und Christen wie Moslems gleichermaßen die Leviten liest. Dabei ist er Westfale durch und durch, was so weit geht, dass er seinem ehemaligen Chef – immerhin Sauerländer – viel zu Deutsch war.Trotz allem bleibt die Nase wie sie ist, und so berichtet hier einer aus dem Grenzland zwischen zwei Kulturen, wo Westfalen und Anatolien einander erschreckend ähneln …

19:00 Uhr auf der Bühne: T r a n s o r i e n t O r c h e s t r a + S e l i m S e s l e r
Unter dem Motto "Der Orient beginnt im Ruhrgebiet" nimmt das Transorient Orchestra – die interkulturell besetzte Weltmusik-Bigband aus dem Großraum Ruhrgebiet – seine Zuhörer mit auf eine spannende musikalische Reise zwischen Orient und Okzident.

Das Boothaus wartet um 20:00 Uhr mit: P a r v a n e h H am i d i

"Ich bin Parvaneh.

Seit 24 Jahren lebe ich in Deutschland, habe zwei Diktaturen überlebt, habe eine Revolution, einen Krieg, 12 Jahre Helmut Kohl, 7 Jahre Rot-Grüne Koalition und 4 Ehemänner überlebt. Habe einen schrägen Humor. Das kommt daher, dass ich aus einem schrägen Land komme. Seitdem ich in Deutschland lebe, interessiere ich mich mehr und mehr für Chemie. Allein wegen des Satzes: "Zwischen uns stimmt die Chemie nicht …".
Ich bin das Beste was der Iran exportiert hat."

Dann 20:30 auf der Bühne: B a n d i s t a

Bandista ist ein 2006 gegründetes Musik-Kollektiv aus Istanbul. Die insgesamt 7- köpfige Band sieht ihre Wurzeln in der kulturellen Vielfalt Anatoliens, betonen aber dennoch ihre internationalistische Haltung. Das lässt sich auch hören: Zum einen an ihren Texten, in denen sie gegen Nationalismus und für eine gerechtere Welt ansingen und zum anderen an ihrem Sound. Der variiert nämlich von Django bis Reggae, von Bratsch bis Ska, Dub und Afrobeat und ist immer wieder unterlegt von traditionellen anatolischen Klängen.

Jetzt haben wir aber nur die Programmpunkte aufgeführt, die allesamt umsonst besucht werden können, und auf zwei Bühnen und im Bootshaus Oeveney stattfinden. Ausnahme das Konzert der Bochumer Symphoniker mit Keyvan Saket , hier wird Eintritt genommen. Rund um den findet man auch noch internationale gastronomische Stände die manch neues Gericht in die Augen und den Magen springen lassen könnten. Es wird ein kommen und gehen sein. Denken Sie daran wir haben es im Ruhrgebiet immer international gehalten, wichtig war und ist der Mensch auf den man sich verlassen konnte. Und auf Unterhaltung pur können wir uns bei dem Programm verlassen.

    

 

 

            

 

 

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Bochum

                                                                                                                    [alle Fotos: © Linde Arndt

 

Gäste aus West-Papua im Kreishaus

(pen)„Welche Aufgaben hat ein Landrat?, Warum gibt es Städte und Kreise?, Welche Anliegen werden im Kreishaus bearbeitet?“, viele Fragen an den Landrat hatten die Jugendlichen aus Papua, die heute im Kreishaus zu Gast waren.

                     

Dr. Arnim Brux begrüßte Jugendliche aus West-Papua, die im Rahmen des Partnerprojektes mit dem Kirchenkreis Schwelm zur Zeit den Südkreis besuchen, im Sitzungssaal des Kreistages. Er erläuterte das demokratische System in Deutschland und erklärte die politische Struktur von der Bundesregierung über die Länder bis hin zum Kreistag und den Räten. Anhand von Beispielen der Zulassungsstelle und der Kreisleitstelle verdeutlichte er die Aufgaben des Kreises. „Der Kreis übernimmt die Aufgaben, die durch eine Stadt allein nicht wirtschaftlich wahrgenommen werden aber in der Gemeinschaft der kreisangehörigen Städte gemeinsam getragen werden können“, so Brux.

Vertreterinnen und Vertreter des Kirchenkreises Schwelm begleiteten die Gruppe, die sich an-schließend über das Geo-Informationssystem des Kreises informierte und die Rettungsleitstelle besuchte.

Hintergrundinformation West-Papua:
Neuguinea, die nach Grönland zweitgrößte Insel der Erde, wurde 1511 und 1526 von portugiesi-schen Seefahrern entdeckt. Neuguinea gehörte nicht zu den Gewürzinseln und blieb deshalb zu-nächst für europäische Handelsmächte uninteressant. Erst im 19. Jahrhundert beanspruchten die Niederlande die Westhälfte der Insel, Deutschland den Nordosten und England den Südosten.
Die Grenze zwischen dem West- und dem Ostteil wurde durch den 141. Längengrad festgelegt. Als Indonesien 1945 von Holland unabhängig wurde, blieb West-Papua zunächst unter niederlän-discher Verwaltung. Die Niederlande wollten das Land in die Unabhängigkeit führen. Doch am 1.5.1963 musste Holland unter internationalem Druck das Gebiet an Indonesien übergeben. Ein Referendum unter UN-Aufsicht sollte der Bevölkerung 1969 die Möglichkeit geben, sich frei für oder gegen den Verbleib bei Indonesien zu entscheiden. Indonesien gelang es, eine freie und faire Volkabstimmung zu verhindern. Heute ist West-Papua eine indonesische Provinz, gegen den Willen der Papua, die weiterhin für ihre Unabhängigkeit von Indonesien eintreten.

Bildungsnetz EN mit eigener Internetseite

(pen) Bereits seit einigen Monaten ist das Bildungsnetz EN aktiv. Ziel ist es, den Informationsaustausch und die Kommunikation zwischen der Vielzahl der Akteure im Bereich Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Weitere Schritte in diese Richtung: Das Freischalten der Internetseite www.bildungsnetz-en.de. „Sie soll als kreisweite Plattform dienen und bietet beste Voraussetzungen, damit beispielsweise neue Ideen, Konzepte und Erfahrungen schneller und besser vermittelt werden können“, unterstrich Andreas Roters, Fachbereichsleiter Bildung, Medien, Kultur und Sport, des Ennepe-Ruhr-Kreises beim ersten Klick auf die neue Seite. Unterstützt wurde er dabei von Landrat Dr. Arnim Brux und Prof. Dr. Rainer Bovermann, dem Vorsitzenden des Lenkungskreises und des Schulausschusses.

Als einen aktuellen Schwerpunkt sieht das Bildungsnetz EN derzeit den Übergang von Schule in Ausbildung oder Beruf. „Im Ennepe-Ruhr-Kreis helfen zahlreiche Projekte den Jugendlichen, diesen Wechsel erfolgreich zu meistern. Viele verschiedene Träger bieten beispielsweise Maßnahmen zur Berufsorientierung an. Hier sorgt eine Datenbank auf unserer Internetseite dafür, dass Interessierte das Angebot finden, das etwas für sie sein könnte“, so Roters.

Die Zahl der Akteure, die sich um Bildung und Ausbildung für den Nachwuchs kümmern, ist hoch. Dazu zählen beispielsweise Unternehmerverbände, Kommunen, die Agentur für Arbeit, die JobAgentur EN, Sportvereine, Musikschulen, Volkshochschulen, Gewerkschaften und Jugendämter. Um hier Netzwerke zu knüpfen, ist viel Koordination und Organisation notwendig. Dafür, dass sich trotz vieler Fäden dabei nichts verhakt, sollen im Bildungsnetz EN eine regionale Bildungskonferenz, ein Lenkungskreis und ein Bildungsbüro sorgen. Die Ansprechpartner Michael Jonek und Michael Möller haben ihren Arbeitsplatz beim Ennepe-Ruhr-Kreis.

Neben dem Übergang von Schule in den Beruf sind mehr Eigenverantwortung für die Schulen, die möglichst individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen und die Integration von Zuwanderern Themenfelder, die das Bildungsnetz EN aufgreifen soll. „Weitere sind der Umgang mit Krisen in Schulen, schulmüde Jugendliche, Gewaltprävention, eine stärkere Zusammenarbeit mit kulturellen Einrichtungen und Sportvereinen sowie Schulsozialarbeit“, ergänzt Jonek, Leiter des Bildungsbüros.

 

Kreis genehmigt Haushalt der Stadt Ennepetal

(pen) „Da es bis zur endgültigen Klärung der Frage, ob und wie Gewinne, die sich aus der Neubewertung von Eigenkapital ergeben, in den Haushalt eingerechnet werden dürfen oder nicht, noch einige Zeit dauern kann, halte ich es für nicht vertretbar, die Genehmigung des Haushaltes weiter zurückzustellen. Die Stadt darf für diese Rechtsunsicherheit nicht bestraft werden und auf Monate unter einer eingeschränkten Handlungsfähigkeit leiden. Das gebietet auch meine Fürsorgepflicht gegenüber den Städten.“ Mit dieser Aussage beendet Landrat Dr. Arnim Brux die Hängepartie um den Haushalt 2010 der Stadt Ennepetal und genehmigt das zuletzt vorgelegte Zahlenwerk.

Der Etatplan, der jetzt grünes Licht aus dem Schwelmer Kreishaus erhält, ist das Ergebnis intensiver Gespräche, die der Kreis als zuständige Kommunalaufsicht seit Anfang Mai mit der Stadt geführt hat. Seinerzeit war der Haushaltsplan abgelehnt worden, weil die Stadt für die Jahre 2011 bis 2013 einen zu hohen „Verbrauch“ von Eigenkapital vorgesehen hatte. Insgesamt hat die Stadt inzwischen erhebliche Anstrengungen unternommen, um einen genehmigungsfähigen Haushalt vorzulegen.

„Dennoch“, so heißt es im Schreiben des Kreises an die Stadt, „bedarf es weiterhin der rechtlichen Klärung hinsichtlich der Zuordnung der aus der Neuorganisation der eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen resultierenden Gewinne sowohl hinsichtlich ihrer grundsätzlichen Zulässigkeit als auch deren zeitlichem Zufluss in die Ausgleichsrücklage durch das Innenministerium.“ Und weiter macht der Landrat deutlich: „Trotz erheblicher Bedenken akzeptiere ich im Interesse der Stadt Ennepetal die Einberechnung der Gewinne, die sich aus der Neubewertung ergeben. Dies erfolgt ausnahmsweise bevor die damit verbundene rechtlichen Fragen abschließend geklärt sind.“

Ausdrücklich lobt Brux die in den letzten Monaten sehr konstruktive Gesprächführung mit der Stadt Ennepetal. „Nach dem sehr emotionalen Einstieg in die Debatte über den Haushalt stehen inzwischen längst wieder Sachfragen im Mittepunkt. Wenn, wie absehbar, 2011 ein Haushaltsicherungskonzept notwendig werden sollte, dürften alle Beteiligten an einem Strang ziehen und nach Lösungen suchen“, ist er zuversichtlich. Gleichzeitig formuliert er aber auch die Erwartung, dass die Stadt trotz der auflagenfreien Genehmigung des aktuellen Haushaltes bereits in diesem Jahr sparsam wirtschaftet."


 

Was heißt das jetzt?

In der Wirtschaft wird die Bilanz eines Unternehmens von einem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer geprüft, der ein sogenanntes Testat ausstellt. In diesem Zusammenhang gibt es ein sogenanntes "eingeschränktes Testat", …..nach den mir vorgelegten Zahlen…. dies bedeutet der Wirtschaftsprüfer übernimmt nicht die volle Verantwortung für die erstellte Bilanz. In diesem Falle übernimmt in etwa der Kreis nur unter Einschränkung die Verantwortung über den Haushalt 2010 der Stadt Ennepetal. Das macht Sinn, zumal das Jahr 2010 sich dem Ende neigt und absehbar ist, dass das Innenministerium, als oberste Aufsichtsbehörde, bis zum Ende des Jahres keine abschließende Stellungnahme erstellen kann oder will. Es geht immerhin um grundsätzlich unterschiedliche Rechtspositionen bei der Realisierung von Gewinnen und deren Verwendung im Zusammenhang mit der AÖR.

Abzusehen ist, dass wenn die Stadt Ennepetal den Haushalt 2010 nunmehr genehmigt bekommt, für die Folgejahre ein Haushaltssicherungskonzept erstellt werden  muss. Und das die Stadt Ennepetal angehalten wird die nunmehr freiwerdenden Aufwendungen des Haushaltes  nicht zur Gänze auszugeben. Denn es könnte dann sein, dass die Sparanstrengungen in den Folgejahren exorbitant höher ausfallen müssten um die dann auftretenden Deckungslücken zu schließen. Die Wirtschaft würde diese Bilanz, respektive den Haushalt, als "dubios" einstufen. Wenn man so will hat der Kreis den Haushalt durchgehen lassen. Genehmigungen sehen anders aus, aber das steht auf einem anderen Blatt. Dem Vernehmen nach hat die renommierte Firma  PricewaterhouseCoopers die Verhandlungen begleitet. Und wäre eine sehr teuere Beratung.

Was hat das für Folgen?

Bei einer Kreditvergabe durch die Banken muss die Stadt Ennepetal mit höheren Zinszahlungen rechnen, weil das Risiko eben auch höher ist.

Es gibt in diesem Zusammenhang keinen Gewinner, im Sinne wir haben uns durchgesetzt, vielmehr gibt es einen Verlierer der einen fragwürdigen Haushalt genehmigt bekam.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal