Ennepetaler Sportausschuss hatte Schwimmunterricht

Sportausschuss 27.04.2016 Foto: Linde Arndt

Sportausschuss 27.04.2016 Foto: Linde Arndt

 

[jpg] Es war ein gefühlter Altersdurchschnitt jenseits der 80 im Sportausschuss Ennepetal. Na ja, vorher wurde das Sportlerheim am Dorma-Sportpark besichtigt, die Ennepetaler Besitztümer halt. Das machte Laune. Danach ging es aber wieder in das Rathaus um die Probleme welche die sportlichen Aktivitäten in einer Stadt mit sich bringen zu lösen. Nur was machen wenn die anwesenden Ratsmitglieder noch nie Sport getrieben haben oder sich nicht mehr daran erinnern? So kam es, wie es kommen musste, sie waren überfordert.

Es sollte über den Planungsstand eines Bike-Parks ein Zwischenbericht abgelegt werden. Das was sich da bot, war mehr als peinlich. Denn über das was ein Bike-Park ist oder sein könnte waren die Anwesenden noch nicht einmal im Ansatz informiert. Gott sei Dank waren einige Juegendliche anwesend die dem Fachbereichsleiter Palomba und den anwesenden Stadträten zur Hilfe kamen.

Es ist ein weites Feld des Radsports und geht wahrscheinlich auf das Mountainbiking der 70er Jahre zurück. In der Zwischenzeit hat sich vieles getan. Stand heute: Laufradtrack ab 2 Jahre, Pumptrack, Jumptrack, Urban BMX, Mountainbiker, Cross-Country oder Dirty Jump. Neben diesen Parks gibt es heute aber auch noch die Skater oder die neuen Snakeboarder. Alle haben jedoch eines gemeinsam, diese Sportler benötigen eine spezielle Strecke auf der sie über können. Nun ist der Bikerpark am Platsch in die Jahre gekommen, wird nicht gepflegt und augenscheinlich von den Sportlern nicht angenommen. Vor Jahren fragten Jugendliche an ob es nicht die Möglichkeit gäbe eine Mountainbikestrecke innerhalb Ennepetals auszuweisen. In der damaligen Aussprache löste dies bei den Ausschussmitgliedern einige Irritationen aus. So schob man dieses Anfrage an den Fachbereich, verbunden mit der Bitte um Informationen und Ausarbeitung eines Geländes. Jetzt hätte man schnell zu den Schwelmer Nachbarn gehen müssen. Denn in einem Wäldchen am Höhenweg hatten Jugendliche, ohne Segen der Verwaltung und Politik, eine Pumptrackstrecke in eigener Verantwortung gebaut. Als die Schwelmer Politik und Verwaltung allerdings davon erfuhr, wurde die Strecke in kurzer Zeit eingeebnet. Die Jugendlichen hatte man nicht erschossen, allerdings wollte man den Jugendlichen die Kosten aufs Auge drücken. So ist der Deutsche halt.

 

Im Ennepetaler Sportausschuss diskutierte man krampfhaft über Begrifflichkeiten dieses Sports, fand aber keine Nähe. Das Jugendliche mit diesem Sport ihre Fitness, ihren Mut oder ihre Körperbeherrschung trainieren wollen, darauf kam keiner im Ausschuss.

Dann kam das finanzielle ins Spiel, 10.000,– Euro hatte der Ausschuss eingesetzt – ein Taschengeld. Allerdings hatte man immer noch nicht eine Zielvorstellung, wie die Anlage modelliert werden sollte.

Obwohl der Ausschuss nicht wusste was da gebaut werden sollte, war dies schon zu teuer.

Daniel Heymann (CDU) verwies denn auch auf die angestrengte Haushaltslage der Stadt Ennepetal und wollte diese Strecke, falls gebaut, noch nicht finanziert sehen. Bei solch einer Sache geht es erst einmal darum mehrere Optionen herauszuarbeiten, dann sollte man die Optionen priorisieren und zu guter Letzt kalkulieren. Nach der Kalkulation und der Entscheidung kommt die Finanzierung, die entweder eine Eigenfinanzierung oder eine Fremdfinanzierung sein sollte. Tja, wirtschaften kann so einfach sein, wenn man sich an die Regeln hält.

Dabei gab es doch eine Alternative, diese saß in den Zuschauerbänken. Die Jugendlichen selber in Eigenregie diese Strecke aufbauen lassen. Gelände haben wir in Ennepetal genug. Was ist denn mit der Verantwortung die man einem Jugendlichen zutrauen darf? Jugendliche wollten noch nie von der Erwachsenenwelt gegängelt werden, auch heute nicht. Also rein in die Verantwortung und den Jugendlichen ein probates Gelände zuweisen und für einen Euro verpachten. Die Stadt hätte die Verantwortung vom Tisch, falls es hier ein Problem gibt. Man muss die Jugendlichen ja nicht alleine lassen, sondern Hilfestellungen bei Bedarf anbieten. In der Wirtschaft nennt man diese Führung „Management by Exception“, so erhält man verantwortungsbewusste Bürger.

Aber der Sportausschuss redete ja nur, von einer Anlage die auf dem Bronzetablett serviert werden soll. Ob dann aber Nutzer kommen, kann man getrost bezweifeln. So sollten die Ausschüsse bei ihren „Leisten“ bleiben und evtl. den nächsten Wirtschaftsbetrieb mit 2 Millionen bezuschussen, da weiß man doch direkt was man hat und wem man das gibt.

Nachfolgend habe ich einmal ein paar Strecken herausgesucht um zu zeigen, worum es bei dieser Thematik eigentlich geht.

 

Eine Strecke als Video aus Spanien (https://www.youtube.com/watch?v=iXypOPUNklI), die offensichtlich in Eigenregie erbaut wurde.

Eine Strecke als Video aus New York (https://www.youtube.com/watch?v=itBt2yblZ3E), diese Strecke wurde von der Firma Velosolution erbaut.

Eine Strecke als Video Freeriding und Dirt Jumping aus der Slowakei ( https://www.youtube.com/watch?v=Qep24mEkzJw) diese Strecke in Eigenregie.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

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