Das macht einen doch ein bisschen stolz

[jpg] Der internationale renommierte Pulitzerpreis bekam eine Bloggerin, nämlich die US amerikanische Journalistin Shari Fink für ihren Bericht  im Zusammenhang mit den Zuständen die Hurrikan Katrina in Krankenhäusern hervorbrachte. Dieser Bericht war ein Paradebeispiel für den längst aus Kostengründen vergessenen investigativen Journalismus. Das machte schon stolz, stolz zu dieser Gruppe zu gehören und Ansporn es der Preisträgerin gleich zu machen.

Und jetzt? Blogger auf dem Vormarsch?

Da zeichnet das europäische Parlament James Clive-Matthews  aus Großbritannien mit dem Preis in der Kategorie Internet für seinen Blogbeitrag "EUtopia –  welcher Prozentsatz der Gesetze stammt von der EU?"  In der Begründung der Jury hieß es, der Autor habe "hervorragende Recherchearbeit" geleistet, und der Beitrag sei sehr "verständlich, überzeugend und humorvoll" sowie "informativ und interessant". Der Journalist, der einer der "wenigen Blogger sei, die sich ernsthaft mit der EU befassen", habe sehr ernsthafte statistische und vergleichende Arbeit geleistet, aber gleichzeitig könne sein Artikel "mit großem Vergnügen" gelesen werden. Parlamentspräsident Jerzy Buzek betonte: Das Parlement will damit kritischen und unabhängigen Journalismus der sich mit der EU befasst dementsprechend würdigen. James Clive-Matthews fiel mit seinem Nosemonkey Blog damit auf, indem er immer wieder Fragen nach dem Sinn oder Unsinn von politischen Entscheidungen der EU stellte. So fragte er nach dem Sinn eines Verbotes der 12er Eier Verkaufspackungen durch die EU. Seinen Blog hat er deshalb angefangen, weil Mother BBC die Nachrichten über die EU in der Regel unter Sonstiges liefen lies – heißt es wurde nicht berichtet.

Wir wollen aber nicht überheblich sein oder werden; denn auch die anderen Medien wurden ausgezeichnet:

Witold Szabłowski von der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza (Polen)

Kajsa Norell und Nuri Kino von Sveriges Radio Ekot (Schweden)

Zsolt Németh von MTV (Ungarn)

In Deutschland zeichnet das Grimme Institut analog dementsprechend  aus.

Die junge Redaktion von EN-Mosaik sieht diese Auszeichnungen als Ansporn jeden Tag besser zu werden, sich immer wieder selber in Frage zu stellen,  so wie sie es mit ihren Artikeln gegenüber den unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft auch macht. Unsere demokratischen Freiheiten sind keine Selbstverständlichkeiten, sie müssen, wenn sie Bestand haben sollen, immer wieder neu erkämpft werden. Aktuell hat uns Stuttgart 21 gezeigt, wie schnell die Regeln der Demokratie ausgehebelt werden können und damit der Beliebigkeit preisgegeben werden. In den USA wird die Presse als die vierte Macht im Staate, zu recht oder unrecht, gehandelt. Eine Macht die sich zu aller erst als Macht versteht um unsere Demokratie zu verteidigen – nicht mehr und nicht weniger. Demokratie funktioniert nur von unten, also von der  lokalen Ebene, nach oben zur nationalen oder übernationalen Ebene. Wenn der kleine Mann in seiner Stadt nicht versteht, wonach die Entscheidungen der Politik, auf welcher Ebene auch immer, ausgerichtet sind, so ist die Demokratie in Gefahr. Und wenn dieser kleine Mann sich als Spielball der Großen sieht indem seine Einflussmöglichkeiten gering oder nicht mehr vorhanden sind, so wird er das System Demokratie nicht mehr tragen wollen. Shari Fink und James Clive-Mathews haben ihre Arbeiten danach ausgerichtet, die Fragen zu stellen die unbedingt gestellt werden mussten.

Es gilt: Die vorderste Verteidigungslinie der Demokratie befindet sich auf der lokalen Ebene, In New Orleans, London, Düsseldorf aber auch in Ennepetal.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik

 

Fotos:©European Parliament/Pietro Naj-Oleari

 

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