Wie viel weniger wird es sein um wie viel mehr zu bekommen? Freie Wahl im Haus Ennepetal.

[jpg] Ich könnte langsam zu einem Fan von Herrn Dipl.Ing. Thomas Scholle von Plan-lokal Dortmund werden. Warum? Weil er sprachlich den ca. 80 anwesenden Ennepetalern, Milspern, Rüggebergern und Altenvoerdern, oder doch Ennepetalern?, irgendwie den Marsch geblasen hat, die es aber offensichtlich gar nicht gemerkt haben.

Nun mal von vorne. Herr Wiggenhagen, Stadt Ennepetal als auch Herr Scholle, Planlokal Dortmund, trugen beide den allseits bekannten demografischen Wandel vor, wobei Herr Scholle dies anhand der bekannten und erweiterten Grafik differenzierte. Es war die bekannte Pyramide,  die sich seit den 70ern so dramatisch veränderte. Diese Veränderungen schlagen sich auch in dem neuen Flächennutzungsplan nieder. Dieser musste oder soll nunmehr neu erstellt werden, nachdem er allzu oft fortgeschrieben wurde.
Wenn man damals aber mit einer Bevölkerungszahl von 38.000 bis über 40.000 rechnete, so wurden dieser Parameter heute durch die Realität überholt. Der derzeitige Stand rund 31.000, wobei in den letzten 10 Jahren alleine 3.000 Einwohner wegfielen.
Konsequenz. Flächen für das Wohnen sind zuviel in dem Flächennutzungsplan ausgewiesen, aber auch andere Bedingungen sind damit hinfällig.

In Anwesenheit von den Bürgermeisterkandidaten:

Hofmann ( Bündnis90/Die Grünen )
Mehner (Parteilos – Einzelkandidat )
Schöneberg ( SPD )
Wiggenhagen ( Parteilos – Kandidat der CDU)

aber auch von fast sämtlichen Fraktionsvorsitzenden und Ortsparteivorsitzenden .
 

   Herr Michael Karutz
von der Cima GmbH
und   Herr Scholle
von Plan-lokal Dortmund

trugen folgendes vor:

Wenn Ennepetal so weiter macht wie bisher, hat es in 15 Jahren mit 4.000 Einwohner weniger zu rechnen. Es gibt aber auch noch eine weitere Variante die im Bereich der Möglichkeiten liegt, nämlich, Ennepetal verliert bis zu 10.000 Einwohner. Das es diese Variante überhaupt gibt, ist sicher den vorausgegangen Gesprächen mit unterschiedlichsten Entscheidern der einzelnen Bereiche zu zuschreiben – so meinen wir. Denn auch wir haben den fehlenden Ehrgeiz in Ennepetal seit Jahren immer wieder gegeißelt, diese ach so große Anpassungsfähigkeit oder auch diesen Fatalismus. Die von Herrn Karutz vorgetragenen Zahlen ergaben ein Credo, es muss mehr passieren! Bei der Fortschreibung der vormals gemachten Befragung ist zwar eine Weiterentwicklung bemerkt worden, die aber nicht als signifikant bezeichnet werden kann.

Aber bis zu 10.000 Einwohner weniger, meine Güte, das ist ein dicker Hund, da kommt man schon auf den Spruch, weniger ist viel mehr. Das ist ein ganzer Stadtteil wie Voerde und Hasperbach zusammen!!!!!

Und,  ging ein Raunen durch die Reihen? Nein! Eher kam der Vorschlag, ob man denn keinen Zugang zu den Flüssen machen könne, ein Dachdeckerbetrieb hatte Sorge, er müsse seinen Betrieb umsiedeln und eine Dame meinte ob man schon leere Wohnungen sähe ( Logisch die weggezogenen wohnten doch nicht in Zelten).
Das viele Leistungen der Stadt teuerer würden, die Wohnungsgesellschaften nicht übersehbare allgemeine Kostensteigerungen haben werden, die technischen Einrichtungen zu teuer würden, all das interessierte niemanden.
Es wurde als gottgegeben hingenommen.
Aber was bitte muss noch passieren, damit die Verantwortlichen von Ennepetal aus ihrem "Tiefschlaf" erwachen? Den Ball der Eitelkeiten aufgeben und ein bisschen an ihre Stadt denken? Oder sind diese ganzen Leute überfordert? Vieles spricht dafür, wenn man die vielen angeforderten Gutachten sieht.
 Ennepetal hätte soviel Potenziale um seine Einwohnerzahl nicht nur zu halten sondern auch zu erhöhen. Es muss wohl an dem überheiztem Raum 4 liegen, der einen gewissen Sauerstoffverlust erzeugte, wenn die Anwesenden quasi fast alle sediert waren.  Diese Ambivalenz, auf der einen Seite die angebliche Liebe zu ihrer Stadt und dieses Verhalten, nein, das passt nicht. Wo war der Aufschrei?

Meine Güte Ennepetaler, reißt doch mal die Fenster auf atmet tief durch und nutzt eure vorhandenen Chancen.
Gut in den letzen 10 Jahren ist vieles schief gelaufen, aber das kann man doch wieder hin kriegen.

Allerdings die Aussicht ist nicht von der Hand zu weisen, durch den Wegfall der Einwohner, könnte man im Laufe der nächsten Jahre mit der freiwerdenden Fläche einen wunderschönen Golfplatz errichten! Übrigens mein Handicap beträgt 22, ich weiß, kann man was dran tun.

Wie gesagt: Viel weniger ist sicher auch viel mehr! Aber wie viel?

Jürgen Gerhardt

6 Kommentare
  1. Avatar
    Dr. Ingo Mehner sagte:

    Nein, Jürgen Gerhardt, das statement ist nicht gelungen. Es provoziert nicht, es hilft nicht. Es ist grottenschlecht.
    Jeder im Tagungsraum 4 hat verstanden, dass es mit Ennepetal im kommunalen und regionalen Vergleich seit 10 Jahren bergab geht,was die Verweildauer Wohnen angeht, wenn der Hebel nicht umgelegt wird. Die Politiker, sie waren ja alle da, wissen aber nicht, an welcher Stellschraube zu drehen ist.
    Der für diese Misere verantwortliche Fachbereichsleiter, er leitete die Versammlung, weiß sich in seiner Not mangels eigener Ideen nicht anders zu helfen als die Bürger viel zu früh zu beteiligen. Die können aber doch nicht die Eckpfosten der Stadtentwicklung bis 2025 einschlagen. Das ist Aufgabe des Rates und des Fachbereichleiters. Die sind aber restlos überfordert.
    Wenn die gestern nicht einen seriösen Mehner in ihrer Mitte gehabt hätten, der auf seiner Spielwiese auf den Punkt vorbereitet und in Form war, dann wäre es sehr schweigsam in der Runde gewesen…
    Wer nach gestern noch immer nicht weiß, wer von den fünfen etwas von Stadtentwicklung, Planung und Umbau versteht, der will es nicht wissen.
    Dr. jur. Ingo Mehner, gestern mit Beethoven und portugiesischer “Schlägermütze”, aber sonst in blau/orange/grün. Weil es Frühling werden soll in Milspe.

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    Jürgen Gerhardt sagte:

    @ Dr. Ingo Mehner 19. März 2009 14:24

    Lieber Herr Mehner, ich gebe zu, ich war in der Nacht etwas milde gestimmt. Der Artikel war morgens um 5:12h erst fertig, ich musste ja auch noch einige andere Dinge erledigen, wie Kundenmails beantworten, Angebote, Rechnungen oder Bestätigungen schreiben.

    Um es mal auf einen Nenner zu bringen: Ich bin der Meinung, wir treffen uns in 15 Jahren auf dem Milsper Marktplatz, bringen unsere Gitarren mit, machen ein Lagerfeuer an und machen gute Musik.
    Es wird keinen stören, weil niemand mehr da ist. Denn der Verlust von 10.000 Einwohner wird sicher eine große Lücke in Ennepetaler Stadtteile reißen. Die günstigste Prognose bringt ja schon einen Verlust von einem Stadtteil wie Büttenberg. Die nicht so günstige bringt den Verlust von Milspe, da gehört Homberge dazu.
    Und wenn das eingetreten ist haben Sie und viele andere sehr viel Platz zum planen. Nur für wen?

  3. Avatar
    Dr. Ingo Mehner sagte:

    Einverstanden, Jürgen Gerhardt, und guten Morgen nach Voerde.
    Wir treffen uns in 15 Jahren in Milspe auf dem Marktplatz und spielen Bandolim und Gitarre. Ennepetal wird dann feiern. Ganz groß. Den 75.ten Geburtstag. Ich komme nicht allein. Gern mit den Schwelm Bandolims. Weil in Ennepetal dann 30.000 Einwohner plus wohnen, wieder mehr als in Gevelsberg, viel mehr als in Schwelm, zusammen mit Breckerfeld sind es knapp 50.000. Ein starkes Stück Mittelzentrum. Im Einklang mit der Landesplanung hat es von seinem Grundrecht auf kommunale Selbstverwaltung Gebrauch gemacht. Ennepetal bleibt bis dahin dank des neuen großen Industrie- und Gewerbegebiets an der Breckerfelder Straße und der neuen Wohnparks am Büttenberg, auf der Voerder Höhe und am Finkenberg weit und breit das einkommenstärkste Mittelzentrum und ist zusammen gewachsen. Weil zentrale und ortsnahe Versorgungsangebote die alten Ennepetaler und die Neuen zum Bleiben anhalten. Weil Ennepetal neugierig macht. In der Region funktioniert die Arbeitsteilung mit Breckerfeld und Schwelm. Die Ortsteile teilen sich die Versorgung der ganzen Stadt und ergänzen einander.
    Milspe hat den Streit um die FuZo begraben und eine zweite FuZo im Rückraum der Voerder Straße eingerichtet, die Neustraße versenkt, ein modernes Wohnquartier zwischen Kaufhaus und Piccadilly errichtet und im stolzen BraxTower am Piccadilly ein Hotelrestaurant für die vielen Industriegäste sowie am Uhrenturm des Haus Ennepetal eine kleine Pension für Kurgäste und Touristen aufgehängt. Ennepe und Heilenbecke sind wieder in die Stadt eingezogen. Die Ennepetaler sind halt gewachsene und hart gesottene Zentraltätsgegner.
    Sie werden sehen, lieber Jürgen Gerhardt, meine Hoffnungen werde ich noch erleben. Meine Visionen mögen mich überdauern. Aber Sie werden nie ein Ennepetaler und aus Cronenberg anreisen.
    Ingo Mehner für “Ennepetal/er unter einen Hut”

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    Jürgen Gerhardt sagte:

    @ Dr. Ingo Mehner 20. März 2009 09:28

    Zitat:”Aber Sie werden nie ein Ennepetaler und aus Cronenberg anreisen.”

    Der erste Teil dieser Aussage ist wohl wahr. Die Bergischen sind halt offener und direkter. Man muss hier nicht Generationen leben um akzeptiert zu werden.
    Der zweite Teil der Aussage ist vollkommen falsch; denn auch in 15 Jahren wird Ennepetal im Bergischen nicht wahrgenommen werden. Ich denke mal, wenn Sie feiern werden, werde ich in der Kohlfurt oder in Solingen feiern, wenn nicht gerade die Werkzeugkiste in Cronenberg ist. Wussten Sie übrigens, dass Cronenberg ein eigenes Theater, das TIC, hat? Es ist weit über die Grenzen Wuppertals bekannt und auch beliebt. Und Cronenberg ist nur ein Ortsteil von Wuppertal, viel kleiner als Ennepetal aber eben rühriger.
    Was haben Sie heute dementsprechendes zu bieten in Ennepetal? Übrigens die Cronenberger haben einige Gemeinsamkeiten mit Ennepetal, die sogenannten “Kleineisenwaren” in der Geschichte. Aus diesem Grunde feiern die Cronenberger jedes Jahr die “Werkzeugkiste”. Sie müssen da schon am Küllenhahn parken um mit feiern zu können. Haben Sie was ähnliches zu bieten?

    Ach ja, übrigens, wir feiern schon feste “unser” 80 jähriges Stadtjubiläum. Wir heißt, alle Stadteile gehen einmal durch, werden besucht, es wird gefeiert, gelacht und Spökskes gemacht. Und zum Schluß machen wir unseren langen Tisch auf der Talsohle, von Oberbarmen bis Vohwinkel, Tisch an Tisch, alles Jungs und Mädels vom Tal, alt und jung, Aus- oder Inländer, das hält alles nicht so genau. Und damit die Fußkranken auch auf ihre Kosten kommen, dürfen alle umsonst mit unserer aufgehängten Straßenbahn fahren. Was haben Sie dagegen zu bieten?

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    Jürgen Gerhardt sagte:

    Nachtrag.

    Nicht das das falsch verstanden wird. Ich habe nichts gegen die Ennepetaler Bürger, vielmehr habe ich etwas gegen die grenzenlose Langeweile die hier vorherrscht. Die Ennepetaler selber, von denen ich schon mehrere mitgenommen habe, finden das übrigens auch.
    Das habe ich jetzt nur für meine Ennepetaler Frau geschrieben, die bekommt auch alles in den falschen Hals.

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