GISELA! ODER: DIE MERK- UND DENKWÜRDIGEN WEGE DES GLÜCKS

Ruhrtriennale und Ruhr.2010 präsentieren den Höhepunkt des Henze-Projekts

[jpg] Am Dienstag, dem 2.September 2010 stellte Intendant Willy Decker zusammen mit Hans Werner Henze, Pierre Audi,Steven Sloane, Klaus Bertisch und Hanna Herfurtner das diesjährige Musiktheaterstück der Ruhrtriennale, Gisela! oder: Die merk- und denkwürdigen Wege des Glücks, in der Maschinenhalle Zeche Zweckel Gladbeck vor. Es ist eine Uraufführung der Ruhrtriennale, ein Auftragswerk der Sächsischen Staatsoper Dresden und der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 für »das Henze-Projekt«.
Der Kompositionsauftrag wird gefördert durch die Kunststiftung NRW.

Premiere und damit Uraufführung wird am 25.September 2010 um 19:30 sein.

   
  v.l.n.r: Pierre Audi (Regie) / Christof Hetzer (Bühne u. Kostüme] /  / Hanna Herfurtner (Gisela) / Steven Sloane
(Musikalische Leitung) / Hans Werner Henze / Klaus Bertisch (Dramaturgie]       Foto: © Linde Arndt
 

Hans Werner Henze versucht mit seinem neuesten Musiktheaterwerk, extreme Pole miteinander zu verbinden und unmöglich erscheinende Kombinationen zu ermöglichen. Die widersprüchliche Art in der sowohl Italiener die Deutschen sehen aber auch die Deutschen die Italiener sehen, mag hier der Gedanke sein. Henze zeigt einmal mehr seine Ambitionen,  indem er die gegenseitigen Klischees als hinderlich für weitere Entwicklungen im zwischenmenschlichen Bereich sieht. Nur das Zwischenmenschliche ist aber auch gerade prädestiniert diese gegenseitigen Schranken einzureißen und Normalität herzustellen.

Zwischen Commedia-dell’Arte-Improvisationen, die in Chaos auszuarten scheinen, und Gebrüder-Grimm-Romantik, die zu Albträumen mutiert, regiert über allem aber das große Gefühl. Die Hauptfigur Gisela trifft in Neapel ihre wahre Liebe Gennaro und tauscht dafür gerne ihren deutschen Verlobten ein, wenn der neue »Italian Lover« nur bereit ist, sich auch auf die schönen Seiten von Oberhausen einzulassen. Nur das Happy End ist wie es sich für Henze gehört etwas anders geartet.

Ein großes Anliegen des Komponisten bei dieser neuen Arbeit ist die Hinwendung zu der jungen Zuschauer- und Darstellergeneration. So werden in die Uraufführung im Ruhrgebiet tätige jugendliche Musik- und Theaterschaffende miteinbezogen, um ihr kreatives Potenzial und ihre künstlerische Identität zu entdecken, zu fördern, herauszufordern und zu präsentieren. Studierende der Folkwang Universität, der Jugend-Kammerchor der Chorakademie Dortmund und die Musiker des Studio musikFabrik bestreiten den Abend gemeinsam mit angehenden Profis.  So beträgt das Durchschnittsalter des Ensembles gerade mal 25 Jahre.

Hans Werner Henze  spricht   "von einer Verpflichtung, jungen Menschen das Beste und Tollste zu entlocken." Die musikalische Leitung hat Steven Sloane: "Das Stück ist sehr herausfordernd. Es ist fantastisch, wie die Teenager und young professionals das Material an sich heranziehen und es auf hohem Niveau lebendig machen." Den letzte Takt hatte Henze vor 14 Tagen geliefert, wobei dies die Proben nicht beeinträchtigte. Im Gegenteil, die jungen Akteure saugten die ihnen dargebotenen Takte dankbar auf und setzten sie sofort um.

Durch sein musikalisches Wirken hat Hans Werner Henze im europäischen Raum nationale Grenzen und kulturhistorische Barrieren seit Jahrzehnten zu überwinden geholfen. Der Komponist wird für sein Werk und damit für sein sozio-kulturelles Wirken mit dem KulturPreis Europa 2010 am Samstag, dem 25. September ausgezeichnet. Er steht in der Folge von Preisträgern wie Prof. Helmut Zilk, Prof. Dr. Pasqual Maragall, Antonio Bassolino (die Bürgermeister von Wien, Barcelona und Neapel), dem griechischen Staatsrechtler Prof. Dr. Dr. Dimitris Tsatsos, Minister Hans-Dietrich Genscher und Bundespräsident Johannes Rau, dem TV-Programm 3Sat, Istanbul Foundation for Culture and Arts, European Broadcasting Union EBU, u.a.m.

Für die Vorstellungen am 28., 30. September sowie am 2., 3., 6. und 8. Oktober sind noch Restkarten über die Website der Ruhrtriennale erhältlich.

Ein Shuttle-Service vom Essener Hauptbahnhof zur Zeche Zweckel in Gladbeck wird für diese Produktion eingerichtet. Hier finden Sie weitere Information zur Anfahrt.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gladbeck.

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  1. […] konnte EN-Mosaik 2010 bei der Welturaufführung von Hans Werner Henze´s Oper Gisela in der Maschinenhalle "Zweckel" in Gladbeck im Rahmen des Henze Projektes darüber schreiben. Im letzten Jahr der Intendanz Willy Deckers, […]

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