Auf einer Wellenlänge

Hier geht es um das Thema AJA = aufsuchende Jugendarbeit Foto: Linde Arndt

Bürgermeister Claus Jacobi (2.v.l.) mit den Verantwortlichen der  AJA = aufsuchende Jugendarbeit
Foto: Linde Arndt

[la] Es gab sie schon immer, die Kinder und Jugendlichen, die mit ihren Wünschen und Problemen keinen Ansprechpartner fanden, für die Erwachsene aus auch immer welchen Gründen keine Zeit hatten, oder die sich einfach nicht trauten Erwachsene anzusprechen. Es gibt zwar heute so wie früher Organisationen, wie z.B. Jungschar, Pfadfinder, Kolping-Jugend, Jugendcentren, Sportvereine usw., aber meist müssen sich die Jugendlichen dort Regeln anpassen und bleiben mit vielen Dingen, die sie bewegen, doch allein.

Schon in früheren Jahren zog es Jugendliche nach draußen, um sich mit Gleichgesinnten in Grüppchen, Freundeskreisen, sogenannten Cliquen, zusammen zu finden. Diese Art der Netzwerkbildung ist – wie beobachtet werden kann – in der heutigen Zeit noch wesentlich verstärkt.

“Das Freizeitverhalten der heutigen Zeit verlangt andere Vorgehensweisen. Die Bindung zu  Institutionen ist nicht mehr so gefragt. Da kommt es manchmal zu Konflikten mit der konservativen Jugendarbeit” – so Bürgermeister Claus Jacobi beim Pressetermin.

Einen echten Bedarf hat die Stadt Gevelsberg hier erkannt, diese Jugendlichen durch Mitarbeiter der aufsuchenden Jugendarbeit zu unterstützen, indem sie Ansprechpartner vorfinden, die sich altersmäßig in ihre Gruppen einfügen und sich darum bemühen, den Jugendlichen bei evtl. Problemen Hilfe anzubieten, oder durch Gespräche einfach festzustellen, was man in einer Stadt verbessern könnte, um den Jugendlichen ein besseres Umfeld zu bieten.

    Muna Hischma AWO Foto Linde Arndt

Muna Hischma AWO Foto Linde Arndt

Jugendamtsleiter Manuel Ashauer  Foto: Linde Arndt

Jugendamtsleiter Manuel Ashauer Foto: Linde Arndt

So haben sich Muna Hischma von der AWo und Manuel Ashauer, Jugendamtsleiter der Stadt Gevelsberg,  zusammen getan und über einen Kooperationsvertrag jeweils eine Mitarbeiterin für diesen Job gestellt. (Es geht hierbei um Teilzeitverträge, die je nach Bedarf eingesetzt werden und auch z.T. an Wochenenden vor Ort sind.) Sicher hätten die Jugendlichen die Möglichkeit selbst im Rathaus vorzusprechen, aber es ist wohl eine gewisse Hemmschwelle, die sie davon abhält. Gern hätte man auch einen jungen Mann bei dem Job der aufsuchenden Jugendarbeit eingestellt, aber es kommt da ja auch besonders auf entsprechende Erfahrungen und Persönlichkeit an und da war niemand zu finden.

Man ist aber glücklich mit Melanie Lange und Kristin Beer zwei hochmotivierte Mitarbeiter bekommen zu haben, die nach ihrer eigenen Aussage ihr Engagement nicht nur als Job sehen, sondern behaupten: “Wir sind Partei für die Jugend”.

Und das sind die beiden Neuen, die mit den Jugendlichen der Stadt Gevelsberg auf einer Wellenlänge sein möchten.
Diese Mitarbeiter machen sich auf den Weg zu den Jugendlichen mit ihrem Angebot:
Ihr könnt bei uns…. kommen, gehen, quatschen, chillen, euch aussprechen, um Rat und Hilfe bitten, abhängen, spielen, gestalten, Ideen austauschen und umsetzen u.v.m.” “Wo? Am Telefon, per E-Mail, in unserem Büro, bei Facebook unter http://facebook.com/AJA.Gevelsberg, oder einfach auf der Straße!”

Kristin Beer  Foto: Linde Arndt

Kristin Beer Foto: Linde Arndt

Melanie Lange  Foto: Linde Arndt

Melanie Lange Foto: Linde Arndt

Übrigens geht es längst nicht nur um die Jugendlichen aus Gevelsberg. Denn durch ihre Attraktivität ist Gevelsberg inzwischen auch ein großer Anziehungspunkt für Jugendliche der Nachbarstädte geworden. Wer Verantwortung zeigt und sich in die Gruppen einfügt wird hier nicht ausgesperrt, nur weil er kein Gevelsberger ist.
Auch sollen hier nicht nur Verbote ausgesprochen werden. Die Jugendlichen sollen schon einen gewissen Freiraum behalten.

Die beiden AJA-Mitarbeiterinnen (AJA = Aufsuchende JugendArbeit) haben im letzten Vierteljahr sich schon einen Überblick über die Gruppen und Treffpunkte verschafft und schätzen so ungefähr 894 Jugendliche zwischen 13 und 34 Jahren(!) ausgemacht zu haben. (Lt. Manuel Ashauer soll es  in Gevelsberg zwischen 1.500 und 1.800 Jugendliche geben). Was im ersten Moment verblüfft, nämlich dass sich über 30 Jährige in den Gruppen integrieren hat sich inzwischen sogar positiv herausgestellt. Die Jüngeren haben jemanden auf den sie gucken können und von dem sie lernen können und die Älteren sehen eine Aufgabe darin, für die Jüngeren da zu sein.  Den beiden AJA-Mitarbeiterinnen ist auch aufgefallen, dass viele Jugendliche sich gerne  für ihre Stadt engagieren würden. Gerade hier sehen sie viele Ansatzpunkte für ihre Arbeit.

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Gevelsberg

 

afa-gevelsbergUnd hier die Kontaktdaten
der Aufsuchenden Jugendarbeit Gevelsberg:

 

Melanie Lange  
Tel.: 02332-5570-17
melanie.lange@stadtgevelsberg.de

Kristin Beer
Tel.: 02332-5570-16
kristin.beer@stadtgevelsberg.de

Handy: 01573 5496077
aja@stadtgevelsberg.de

 

 

 

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  1. […] Unter dem Titel “Auf einer Wellenlänge” berichteten wir bereits am 14. August 2013 wie Gevelsberg sich mit der  AJA (Aufsuchenden […]

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