Frauen, unsere “guten” ( Quäl ) Geister.

[JPG]  Ich hasse Zwänge und Gewalt, wie auch immer die beiden daher kommen. Nun lebe ich mit einer Menschin zusammen, die diese beiden Dinge zur Perfektion getrieben hat. Ein Ausdruck ihrer Gewalt, von der ich berichten will, ist das Anschweigen.  Anschweigen ist so eine Art Vorraum der Hölle. Dort wird man mit seiner eigenen Phantasie auf die eigentliche Hölle eingestimmt.

 

Neulich kam also meine Frau nach Hause und bedeutete mir, dass sie es nicht ertragen könne, dass ich in der Öffentlichkeit so schlecht dar stehe. Unmissverständlich nannte sie mir zwei mir nicht bekannte Ennepetaler Personen,  denen meine Schreiberei nicht passte. Dieses Gespräch wurde mit der Bemerkung beendet, "Ihr Mann kann es ja auch nicht besser".
In der Gesellschaft kann man so ziemlich alles sagen, nur einer liebenden Frau oder einem liebenden Mann nicht, der Partner könne etwas nicht besser. Liebe macht eben blind, wie der Volksmund sagt, stimmt. Meine Tochter, auch eine Menschin, ist für mich die schönste, liebste, netteste Frau dieser Welt.  Ist so. Ich habe nie daran gezweifelt, warum auch. Es gibt zwar noch rund 3 Mrd.  andere Töchter, die hatten oder haben ja auch alle einen Vater, ich will sie auch nicht herabsetzen, sie können aber nicht mit meiner Tochter konkurrieren. Ich könnte mich Stunden mit meiner Tochter unterhalten, wobei ihr Mann in der Regel das weite sucht. So ist es denn auch mit meiner Menschin, meiner Frau. Ihre Vorzüge aufzuzählen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Nur, wie gesagt, diese Art von Gewalt behagt mir jedoch in keinster Weise.
Also, meine Frau kam nach Hause und bedeutete mir mit Nachdruck "Du machst dir jetzt einmal Gedanken wie du es diesen Personen heimzahlen kannst, das will ich so nicht stehen gelassen sehen."  Darauf ich  "Was gehen mich Leute an mit denen du dich unterhältst? Werde den Teufel tun für diese Leute , sollen sie sich doch ihren Mund zerreißen." 

Das hätte ich mal nicht sagen sollen. Es  kam, wie es kommen musste. Sie guckte mich mit ihren Augen, die immer in meine Seele blicken tief an und verstummte, drehte sich um und "verschanzte" sich hinter ihrem Monitor. "Ich habe zu arbeiten", rief sie mir nur zu. Das war es, ich war alleine mit mir. In den nächsten Stunden lief ich mal immer wieder zu meiner Menschin um sie zu überzeugen, dass diese Personen es doch sicher nicht wert sind. Man solle ihnen keine Beachtung schenken, so meine Argumente. Das ganze geriet jedoch nur zu einem Monolog, die andere Seite war verstummt. Mehr noch, die Blicke die mich zwischendurch trafen, sagten ganz klar: "Da kannst du lange reden. "Man sagt ja Augen sind die Türen zu unseren Seelen. Richtig und meine Menschin hat ein sehr reiches Seelenleben. Zumindest verstärkten sie meine Unsicherheiten.

Ich habe mich also entschlossen dem Treiben ein Ende zu setzen und den verlangten Beweis anzutreten.

Ennepetal hat keine Attraktivität, warum auch immer. Die Menschen die in dieser Stadt wohnen, haben es nicht verdient mit der Unattraktivität dieser Stadt gleichgesetzt zu werden. Denn diese Menschen, wie du und ich waren nicht an den Schalthebeln, um aus dieser Stadt etwas zu machen. Sie sind Menschen die sich freuen, sich langweilen, fleißig und eher unauffällig sind. Ich würde diese Menschen bitten mir einmal zu folgen, ihr Tal zu verlassen und einzutauchen in die:

Welt der Kulturen. Ein Fest! Der Tag der Kultur.

Eine Welt von der es gilt zu träumen.

Wir benötigen nicht viel, wir gehen ja nicht weit.

Das Haus Ennepetal würden wir an einem Samstag oder Sonntag schon benötigen, aber es gehört uns ja sowieso.
Stellen sie sich einmal vor, unsere Prominenten – es sind ja einige – würden sich mit ihren Lieblingsbüchern, ihrer Lieblingsmusik und ihrem Lieblingsfilm bewaffnen. Es sollte nichts hochgestochenes sein, eher gemischt, etwas für Kinder,für Jungendliche und etwas für Erwachsene, sodass wir um 14:00 h anfangen  und bis um Mitternacht ( Gespensterzeit ) durchmachen können.

Da haben wir den Bürgermeister, den Beigeordneten, mehrere stellvertretene BürgermeisterInnen, Ortsvorstände, Fraktionsvorsitzende, Ausschussvorsitzende, die Geschäftsführer der ansässigen Firmen und was weiß ich noch. Ich bitte mir zu verzeihen, das ich evtl. nicht die gebotene Reihenfolge darstellte, es ist meiner Persönlichkeit geschuldet.
Was wir noch brauchen –  wir müssten uns mit dem Inhaber des Filmrisses in Gevelsberg, Herrn Fiukowski kurzschließen, damit der uns die notwendigen Filme besorgt. Das dürfte aber kein Problem sein, Fiu ist ein sehr zugänglicher Mensch.

Jetzt lassen wir uns Stimmkarten drucken, für jede Vorstellung gibt es Stimmkarten, sodass wir hinterher sagen können, diese oder jene Vorstellung hat die meisten Stimmen bekommen. Derjenige der diese Stimmen auf sich vereint ist Königin oder König der Kultur.

Ein Beispiel:

Unser Bürgermeister Michael Eckhard kommt mit der Erzählsammlung Tausendundeine Nacht oder den Insidern als alf laila wa-laila bekannt und liest den anwesenden Zuhörern eine Geschichte aus diesem wunderschönen Band vor. Ich zumindest habe diese Geschichten alle genossen, störe mich auch nicht daran, das einige meinen es wären ja NUR Jugenderzählungen. Ich gehe nach Mildred Scheel, die einmal sagte, gute Jugendgeschichten sind auch gute Erwachsenengeschichten.

Um dem noch einen draufzusetzen, nehmen wir den Ball vom "Freistaat Oberbauer" auf und bitten Herr Eckhardt in dem damaligen Kostüm zu erscheinen. Den Saal oder Raum werden wir natürlich ausdekorieren, etwas abdunkeln, ein paar Kerzen und ein paar Räucherstäbchen und einen beleuchteten Tisch für Herrn Eckhardt.
Herr Eckhardt wäre natürlich nicht Herr Eckhardt, sondern selbstredend König Scharyâr aus der Rahmenhandlung des vorgenannten Buches.
Klar, dass  Caspar Kartenberg[auch mit Kostüm?] im Vorraum gebrannte Mandeln oder in einem kleinem Ofen mit Marzipan gebackene Äpfel anbietet.  Damit der Duft die Stimmung untermalt, denn es sollen alle Sinne angesprochen werden. Weiter würde ich mir vorstellen, Frau Baecker von der Buchhandlung Baecker würde draußen die dementsprechenden Bücher bereithalten.

Nachdem Herr Eckhardt, sorry, jetzt König Scharyâr zu ende gelesen hat, würde er sich sicher noch gerne mit den Anwesenden über die Geschichten des Buches unterhalten wollen. Die Geschichten sind so wie der Titel es sagt unendlich und Scheherazade hört auch nicht auf. Danach würden die Stimmkarten mit Punkten, meinetwegen von 1 bis 10 eingezogen.

Im großen Saal hätte Herr Fiukowski meinetwegen inzwischen seine filmischen Gerätschaften aufgebaut und vielleicht hätte  Ingo Mehner  den genannten Silberrücken ausgewählt und den Film "Gorillas im Nebel" mit Sigourney Weaver von Herrn Fiukowski mitbringen lassen. Sicher hat Herr Mehner sich ein Buch von Dian Fossey besorgt und mag die eine oder andere Zeile vorlesen. Mit dem Kostüm könnte er sich schon mit Walter Faupel absprechen, vielleicht ein Safarikostüm. Der Saal würde etwas ausdekoriert und ein gedimmtes Licht sollte vorherrschen. Frau Baecker würde auch hier die notwendigen Bücher besorgen, die die Besucher käuflich erwerben könnten. Das Restaurant Manus könnte eine leckere afrikanische Suppe bereitstellen oder Kartenberg aus Früchten leckere Törtchen machen. Als Gipfel könnte man noch afrikanische Trommler einladen, die Verbindung hat die evangelische Kirchengemeinde in Schwelm-Oberloh. Zum Schluss wieder die Wahl mit den Stimmzetteln.

Sie können sich vorstellen, wir bleiben nicht stehen, es gilt im ganzen Haus Ennepetal 10 Stunden lang die unterschiedlichsten Vorstellungen zu geben. Wir haben noch nicht alles aus dem Kulturbereich aufgefahren, nicht alle Räumlichkeiten genutzt. Der Hof ist noch vollkommen ungenutzt. Nehmen sie den Faden auf, weben sie ein buntes Tuch der Kultur.
Organisatorisch sollte eine Vorbereitungszeit von 6 Monaten reichen, zum Oktober oder November wäre das eine sehr schöne Vorstellung.
Und da muss noch ganz viel organisiert werden, Frau Göbel könnte einen Traumtee, meinetwegen den alkoholfreien Glühwein, machen, Frau Pütz könnte sich um ursprüngliches Spielzeug bemühen, alle könnten sich einbringen.

Was ist mit der Attraktivität? Nun wenn man diese Vorstellung nach draußen trägt, könnte eine kleine graue Maus Ennepetal auf einmal ein paar bunte Punkte haben – kann sie vertragen.
Was ist mit den Kosten? Ich bitte sie, schon mal was von Kostenneutralität gehört? Einnahmen und Ausgaben heben sich auf. Aber die Attraktivität kann man nicht verbuchen. Sie wissen doch immaterielle Werte treten erst bei einem Verkauf zutage. Und wollen sie Ennepetal danach verkaufen? 
Ja, ich denke wenn wir nach Hause gehen, so sollten wir weiterträumen von einer Stadt der träumenden Menschen, zumindest für einen Tag.

Nun hoffe ich meine Menschin wird ihr Verstummen aufheben.

"Übrigens, das Wort Menschin ist die wörtliche Übersetzung aus der Bibel, das Wort Frau wurde nie erwähnt.
Mensch und Menschin sollte nur die Paargleichung ergeben, keine Über-oder Unterordnung."
Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Jürgen Gerhardt

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