Der blaue Engel

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Stefanie Mendoni und Gerd Silberbauer
Foto: © Bernd Böhner

 

[Ennepetal]  „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und „Ich bin die fesche Lola“  ……Mit diesen und anderen lasziven Liedern von Friedrich Hollaender, die jeder aus Josef von Sternbergs weltberühmten Film „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich kennt, verdreht die Varieté-‚Künstlerin’ Rosa Fröhlich, genannt Lola Lola, dem Gymnasialprofessor Rath den Kopf. Der bekannte Schauspieler Gerd Silberbauer spielt die tragische Figur des als „Unrat“ verhöhnten Professor, der für seine Liebe zu Lola den Schuldienst quittiert, jeglichen Halt verliert und auf sein tragisches Ende zusteuert…

Eine neue Paraderolle mit großer Fallhöhe für Gerd Silberbauer!

Am 12. Januar 2014 um 20 Uhr ist „Der blaue Engel“ in der Aula des Reichenbach-Gymnasiums in Ennepeta zu sehen.

Die Theaterfassung, die Peter Turrini nach dem Roman von Heinrich Mann und dem gleichnamigen Film von Josef von Sternberg (unter Verwendung des Drehbuches von Carl Zuckmayer, Robert Liebmann und Karl Gustav Vollmoeller) geschrieben hat, inszenierte Frank Matthus.

Karel Spanhak entwarf das Bühnenbild, Mareike Poschka die Kostüme.

Neben Gerd Silberbauer spielen Stefanie Mendoni (Lola), Judith Steinhäuser, Peter Schmidt-Pavloff, Hans Machowiak, Roland Schreglmann, Andreas Klein, Hermann Höcker und Jolanta Szczelkun, die auch auf dem Akkordeon begleitet. Die Zaubertricks studierte Pius Maria Cüppers ein, ein gefeierter Weltmeister im Comedyzaubern.

Der Roman „Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen“ begründete 1905 Heinrich Manns Weltruhm als Autor. Nach der Romanvorlage wurde 1930 der erste deutsche Tonfilm mit Emil Jannings in der Titelrolle und Marlene Dietrich als Lola unter der Regie von Josef von Sternberg gedreht und am 1.4.1930 im Berliner Gloria-Palast uraufgeführt.

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Gerd Silberbauer Foto: © Bernd Böhner

Das tragische Schicksal des Gymnasialprofessors Rath, dass Millionen von Zuschauern zu Tränen gerührt hat, erinnert in verschiedener Hinsicht an die Vita von Heinrich Mann. Der Schriftsteller, der trotz einiger sehr erfolgreicher Werke – wie unter anderem „Der Untertan“ „Die kleine Stadt“, „Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen“ sowie die beiden historischen „Henri Quatre“ Romane – zeitlebens im Schatten seines berühmteren Bruders Thomas stand, fühlte sich seit seiner Jugend zur halbseidenen Welt des Theaters und des Varietés hingezogen. Nach der Scheidung von seiner ersten Frau Maria heiratete er 1939 Nelly Kröger, eine Bardame und Schauspielerin, die sein großbürgerlicher Bruder Thomas kategorisch ablehnte. Dennoch unterstützte er Heinrich und Nelly finanziell, als diese im amerikanischen Exil verarmten. Im Gegensatz zu Thomas, der auch in Amerika erfolgreich publizierte, gelang es Heinrich nicht, dort beruflich Fuß zu fassen. Nachdem Nelly, die unter schweren Alkoholproblemen gelitten hatte, 1944 Selbstmord beging, lebte Heinrich Mann bis zu seinem Tod am 11. März 1950 zurückgezogen und in sehr bescheidenen Verhältnissen in Santa Monica.

Die persönliche und politische Entwicklung Heinrich Manns – vom Bohemien aus einer angesehenen Lübecker Kaufmannsfamilie zum kommunistisch aktiven Bürgerschreck – wurde vor allem in der ehemaligen DDR geschätzt: 1949 wählte ihn die Deutsche Akademie der Künste in Ost-Berlin zum Präsidenten. Erst seit der Wende kann sein umfangreiches Oeuvre, das über Jahre für die westliche germanistische Forschung nicht vollständig zugänglich war, nach und nach erforscht werden.

 

Karten zum Preis von 11,–, 14,–, 17,– & 20 € sind an der Abendkasse erhältlich. Telefonische Kartenvorbestellungen sind unter der Rufnummer 02333-979300 oder per E-Mail an kultur@ennepetal.de möglich.

 

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