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Bürgermeister Claus Jacobi spielte gut aufgelegt beim Kirmesempfang

 

Günther Dabruck und Foto: Linde Arndt

Günther Dabruck und die Drevermannspatzen
Foto: Linde Arndt

[jpg] Wo ist die Kirmes richtig schräg, nur bei uns am Gevelsberg. Das war das Gevelsberger Kirmesmotto in Hochdeutsch. Richtig sollte es in „Platt“ jedoch heißen: „Wo es dä Kiärmis richtig schräg, nur bi us am Giewelsbiärg“ . Und los ging der Kirmesempfang mit Bürgermeister Claus Jacobi der auch sofort mit einem flotten Lied von Günter Dabruck, den Hammerschmied Bernd Matthäi herein rief.

hammerschmied

Hammerschmied 2013
Foto: Linde Arndt

Lustig ging es weiter indem Bernd Matthäi alle seine Vorgänger erraten musste, nicht nur die Namen sondern auch anhand von Bilderschnipseln, was ihm auch hervoragend gelang. Zu hervorragend; denn Jacobi hatte den Verdacht, dass Matthäi die Namen alle von dem mitgebrachten Hammer abgelesen hatte. Aber was soll es,  Matthäi´s Einbürgerung nach Gevelsberg steht kurz bevor, so BM Jacobi (Matthäi wohnt zur Zeit noch in Ennepetal) zu Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen. 50 Jahre gibt es jetzt die Hammerschmiedfigur auf der Gevelsberger Kirmes und 6 Hammerschmiede haben auf der Gevelsberger Kirmes schon ihre Regentschaft gehabt. Zwischendurch zeigte BM Jacobi eine Postkarte aus dem Jahre 1949 auf der die Gevelsberger Kirmes beworben wurde. Auch die verunglückten Fahrgeschäftsgäste aus dem vorigen Jahr waren auf Einladung von Jacobi anwesend. Sie wollen sich trotzdem in diesem Jahr wieder in den Trubel der Gevelsberger Kirmes begeben – sind ja echte Gevelsberger.  Zwischendurch wurden die Ehrengäste aufgerufen.  Zwei Staatssekretäre waren anwesend Rüdiger Frohn ehemaliger Staatssekretär und Leiter der Staatskanzlei NRW und der parlamentarischer Staatssekretär im Arbeitsministerium (BMAS) Dr. Ralf Brauksiepe. So was bringt Gevelsberg hervor, meinte nicht ohne Stolz ganz trocken BM Jacobi. Ebenso als Ehrengast mit dabei war Frau Sabine Kelm-Schmidt (stellv. Landrätin Ennepe-Ruhr-Kreis).

Logischerweise war auch der Vorstand des Kirmesvereins mit Michael Sichelschmidt, Stefan Oesterling und Carsten Neef anwesend. Rene Röspel MdB, sowie der Landrat a.D. Volker Stein wurden begrüßt. Auch ein Geburtstagskind war unter den Gästen Gerd Vollmerhaus. der Fraktionsvorsitzende der Gevelsberger SPD, dem  BM Jacobi gratuliertet. Der französische Bürgermeister der Nachbargemeinde von Vendome wurde ebenso herzlich begrüßt wie die anwesenden Bürgermeister Jochen Stobbe aus Schwelm, der ehemalige Ennepetaler Bürgermeister Michael Eckhard als auch der derzeitige Wilhelm Wiggenhagen und der Bürgermeister der Hansestadt Beckerfeld, Klaus Baumann. Für alle fand BM Jacobi nette und verbindende Worte und einen Kirmeskrug der Gevelsberger Kirmes. Er moderierte mit einem lachenden Gesicht und zwinckernden Augen, lachend hatte er alle auf seiner Seite.

Draußen, auf dem Platz vor dem Rathaus, gaben die Fidelen Vogelsanger eine Kostprobe ihres Repertoires und stimmten die Anwesenden ebenfalls in Kirmeslaune ein.

Nun wurde es jedoch ernst, es sollte gespielt werden. Wie bereits bekannt wird in diesem Jahr unter dem Motto „Glas leer, dann her“ alle paar Meter eine Möglichkeit geboten das leere Bierglas abzulegen. Glasbruch soll damit vermieden werden und die Plastikbecher sollte auch nicht mehr eingesetzt werden.

Gläser werden bereitgestellt Foto: Linde Arndt

Gläser werden bereitgestellt Foto: Linde Arndt

100 leere Gläser und 10 gefüllte Gläser sollten von einem Tisch, schräg natürlich, in bereitgestellte Stiegen gestellt werden. Es sollten aber auch die 10 gefüllten Gläser ausgetrunken werden.

Es wurden drei Gruppen gebildet:

 

  • Team     Haspe wurde von MdB Rene Röspel und Dr. Ralf     Brauksiepe verstärkt

  • Team     Schwelm wurde von Bürgermeister Jochen Stobbe angeführt

  • Team     Voerde wurde von Wilhelm Wiggenhagen, Klaus Baumann und Michael     Eckhard sowie von der VER mit Dipl.-Ing. Thomas Schulte      verstärkt.

Das heitere Spiel ging jetzt ganz fix. Team Haspe legte mit 1:30 Minuten vor, Team Schwelm steigerte auf 1:05 Minuten und Team Voerde kam im Endspurt auf sagenhaften 1:00 Minuten.

Das war Spitze, so alle Gäste wie bei „Dalli, Dalli“, wobei der Luftsprung nicht schlecht war.

In der Zwischenzeit hatten sich die Freunde aus dem französischen Vendome eingefunden, die von BM Jacobi aufs herzlichste begrüßt wurden. Draußen hatte der Ratskeller ein kleines Buffett  vorbereitet.  Zum Abschluss wusste Günter Dabruck und die Drevermannspatzen die Gäste mit dem Lied „Rupdirupditup“ zu verabschieden, bevor es gemeinsam daran ging  die Ehrentribüne zu besteigen

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg

 

Hier noch einige Fotos der Veranstaltung – alle Fotos:  © Linde Arndt

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Zweimal Stadt Schwelm

[jpg] Demokratie lebt von Mehrheiten. Demokratie lebt aber auch durch seine und mit seinen Bürgern die bereit sind sich in dieses Gemeinwesen einzubringen. Die Stadt Schwelm hat kein Geld, wie die Mehrheit der deutschen Städte. Die Stadt Schwelm hat aber Probleme die es zu lösen gilt und für die man nun mal Geld braucht. Eines dieser Probleme ist ein Imageprobleme vor der Haustür. Die Eingangstüren über die man Schwelm betreten kann, sehen nicht gerade einladend aus. Da ist zum Beispiel der Bundes-Bahnhof Schwelm über den jeden Tag rund 6.000 Menschen in die Stadt Schwelm kommen aber auch der Kreisverkehr „Oehde“, also Kreuzung Barmerstraße/Ochsenkamp sah bisher nicht so aus, als wenn in Schwelm eine Willkommenskultur vorhanden wäre. Was liegt näher als diese „Tore“ so herzurichten damit ein guter Eindruck bei einem potenziellen Besucher entsteht. Nun ist es so, irgendwo sollte man anfangen solch ein Tor zu erstellen.

Ausgesucht wurde die „Oehde“. 60.000,– Euro sollte die Gestaltung des Kreisverkehrs kosten. Ein Pappenstiel unter normalen Bedingungen, zumal wenn die Bürger Schwelms sich damit identifizieren könnten.

Die Mehrheit im Rat der Stadt Schwelm, allen voran die Frontmänner von CDU und FDP, also Oliver Flüshöh und Michael Schwunk, signalisierten jedoch im Vorfeld: Hierfür gibt es kein Geld. Es sollte gespart werden. Bürgermeister Jochen Stobbe will sich ja nur ein Denkmal setzen, wurde aus den Kreisen von CDU/FDP kolportiert. Und weiter, für die Schwelmer würde dieser vorhandene Kreisverkehr vollkommen reichen. Obwohl das Thema Eingangstore seinerzeit unter Bürgermeister Jürgen Steinrücke mit breiter Mehrheit debattiert wurde, sollte dieses Thema auf einmal nicht mehr auf der Agenda von CDU/FDP sein? Wohl kaum. Oder hatten CDU/FDP auf einmal die Liebe zur reinen Absichtserklärung erkannt? Es kann aber auch sein, dass beiden Parteien das Wohl der Stadt Schwelm nicht mehr ganz so wichtig geworden ist.

Nun denn. Bürgermeister Jochen Stobbe war diese Gestaltung des Kreisverkehrs als Schwelmer Bürger ein persönliches Anliegen und so ließ er die notwendige Summe für den Kreisverkehr einsammeln.
Da der Bürgermeister das Geld nicht selber besorgen konnte, wurde es über den Verschönerungsverein Schwelm e.V. eingesammelt. 2013 war es soweit. Straßen-NRW gab das ok und als der Winter, der ungewöhnlich lange dauerte, aus dem Boden war, wurde mit der Gestaltung des Kreiverkehrs begonnen.

Am Samstag, dem 29.Juni 2013 war es dann auch soweit. Der neue Kreisel „Oehde“ wurde von Bürgermeister Jochen Stobbe in Anwesenheit der Schwelmer Künstlerin Christa Wolff, die diese Skultur erschuf, eingeweiht und freigegeben. Rund 150 Schwelmer hatten sich eingefunden, die Parkplätze in der Umgebung waren belegt, um die Eröffnung des ersten Eingangstor mit zu erleben. „Porte de Fourqueux“ soll der Kreisel nun heißen und soll nicht nur ein Eingangstor für die Stadt Schwelm sein, vielmehr soll hiermit auch das Tor zur Freundschaft mit der französischen Partnerstadt Fourqueux (Département: Yvelines) für die französischen Freunde weit geöffnet sein.
Hier einige Fotos der Eröffnung – Fotos: Linde Arndt

Über diesem Tor ragen Bogen als Zeiger in die jeweilige Stadt der beiden Freunde in den Himmel.
Unterhalb wurde der Platz mit einem Steingarten gestaltet, der durch leichte Bepflanzung aufgelockert wurde. Zur Eröffnung wurden an beiden Seiten die Stadtwappen der beiden Städtepartner angebracht. Letztendlich werden die Wappen als auch die Skultur mit Beleuchtung versehen die auch bei Nacht die Sicht auf das Kunstwerk möglich macht.
Man kann über das zeitgenössische Kunstwerk als urbane Landmarke geschmacklich streiten, nicht jedoch darüber, dass Schwelm nun endlich den ersten realen Schritt in die Richtung eines neuen Image gemacht hat. Der ZOB, Winterberg oder Brunnen als Stadttore sollten folgen.

Die Partnerstadt Fourqueux war leider mit keiner Person an dieser Eröffnungsfeier beteiligt. Es scheint hier eine Überforderung des Vereins „Schwelm-Fourqueux e.V.“ mit Frau Dr. Monika Steinrücke an der Spitze vorzuliegen; denn es musste ja nicht unbedingt eine Abordnung aus Fourqueux anwesend sein. Es hätte auch der für Kultur zuständige Herr Laurent Sibille aus Fourqueux eingeladen werden können, es ging um die Symbolik. Damit die französischen Freunde nichts verpassten hatte die Stadt Schwelm, das gesamte Geschehen auf Video gebannt um ihnen dieses Video als Dankesgruß zukommen zu lassen.
Zum Heimatfest werden die französischen Freunde sicher ihre Schwelmer Freunde besuchen.

Aber es war ja noch was zu registrieren, der Verschönerungsverein, der Verein für Heimatkunde unterstützte durch Anwesenheit ihrer Vorsitzenden diese Feier. CDU und FDP schickten nur ihr „Fußvolk“, kein Oliver Flüshöh (CDU), kein Heinz Joachim Rüttershoff (CDU) oder kein Michael Schwunk(FDP). Offensichtlich gibt es eine CDU/FDP Schwelm, welche mit dem vorigen häßlichen Kreisel vollkommen zufrieden ist. Es sind diese Niggeligkeiten in Schwelm die der Stadt nicht gut tun und Entwicklungen ausbremsen. Wenn es aber schon bei solchen Aktivitäten zu den registrierten Animositäten führt, wie soll das erst bei dem Bau eines neuen Rathauses werden?

Zwei Städte kann sich Schwelm nicht leisten, dafür fehlt nun wirklich das Geld.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

 

Stellungnahme des Bürgermeisters von Schwelm zur angekündigten Schließung des Marienhospitals

[Schwelm, 01.Februar 2013]  Die für den 30. Juni dieses Jahres angekündigte Schließung unseres Schwelmer Marienhospitals überrascht mich völlig. Wenn ich ehrlich bin, so schockiert sie mich geradezu. Erst vor wenigen Wochen kamen wir dort noch aus einem erfreulichen Anlass zusammen, und es gab kein Anzeichen dafür, dass dies traditionsreiche Krankenhaus vor dem Aus stehen könnte.
Ich bin sicher, dass wir alle gemeinsam unsere Möglichkeiten genutzt hätten, auf die nun endgültige Entscheidung des Trägers Einfluss nehmen. Denn es geht ja um nichts weniger, als um die Sicherung der medizinischen Grundversorgung der Bürgerinnen und Bürger. Und es geht um zahlreiche Menschen, die im Marienhospital arbeiten und von denen vielleicht nicht alle beruflich wieder Fuß fassen werden.
Ich kann kaum glauben, dass auf diese Weise die Erfolgsgeschichte dieses Krankenhauses endet, das vielen Stürmen getrotzt und sich immer wieder modern weiterentwickelt hat. Ein Krankenhaus, das die Menschen vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute wohl versorgt hat und das uns ans Herz gewachsen ist. Ich appelliere an den Träger, seine Entscheidung, die eine wichtige Entscheidung für ganz Schwelm ist, noch einmal zu überdenken.

 

Update 01.Februar 2013 Stellungnahme  des "Der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef"

Aufgrund des vorliegenden Sachverhaltes hat die Redaktion von EN-Mosaik den "Der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef" der von der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria, Köln getragen wird um eine Stellungnahme gebeten. Der Klinikverband hat uns folgende Stellungnahme zukommen lassen:

"Der Standort Marienhospital Schwelm ist unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen nicht aufrecht zu erhalten. Es ist geplant, die medizinische
Versorgung durch das knapp 7 km entfernte Petrus-Krankenhaus in Wuppertal- Barmen sicherzustellen. Die Pläne wurden der Bezirksregierung bereits vorgestellt."

Autorisiert durch: Adelheid May, Sprecherin der Geschäftsführung Klinikverbund St. Antonius und St. Josef, Dr. Bruno Kurth, Stadtdechant und Gesellschaftervertreter

 

Weiter teilte der "Der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef" folgendes mit: Der "Der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef", zu dem auch das Marien Hospital Schwelm gehört, stand 2009 vor dem Aus. In Folge wurden 40 Millionen in den "Der Klinikverbund St. Antonius und St. Josef" investiert. 2012 konnten zum ersten mal die nagativen Zuwächse umgekehrt werden indem die Verluste von 14,3 Millionen auf 8 Millionen gesenkt werden konnten. Sparmaßnahmen und Investitionen greifen und sollen letztendlich zu einer sicheren Existenz des Klinikverbundes führen. So ist nunmehr die Konzentrierung auf die Wuppertaler Krankenhäuser vorgesehen. Damit werden die Krankenhäuser in Velbert und Schwelm geschlossen, die für uns nicht mehr als  wirtschaftliche Einheiten darstellbar sind. Das im Marien Hospital Mitte 2013 freiwerdende Personal soll auf die anderen Häuser des Klinikverbundes verteilt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind im Moment nicht vorgesehen und wurden auch nicht angedacht.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus der Redaktion

 

27. Januar: Schwelmer gedenken der Opfer des Holocaust

Bürgerinnen und Bürger kommen am Erinnerungsstein in der Südstraße zusammen

 

Bürgermeister Jochen Stobbe lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, am Sonntag, dem 27. Januar, um 15 Uhr an der circa halbstündigen Gedenkfeier für alle Menschen teilzunehmen, die in den Konzentrations- und Arbeitslagern der Nationalsozialisten ausgebeutet, gequält und ermordet wurden. Wie in jedem Jahr versammeln sich die Teilnehmer des Gedenkens dazu am Erinnerungsstein an der ehemaligen Schwelmer Synagoge  auf dem Hof des Gebäudes Südstraße 7.

Nach der Ansprache des Bürgermeisters werden – wie schon in früheren Jahren – Schülerinnen und Schüler des Märkischen Gymnasiums an das Grauen der Vernichtung erinnern und gemeinsam mit Jochen Stobbe einen Kranz am Gedenkstein niederlegen.

Die  Schülerinnen und Schüler engagieren sich unter Leitung der Pädagoginnen Gabriele Czarnetzki und Anke Bütz in der Arbeitsgemeinschaft „Stolpersteine“. Sie erforschen seit Jahren das Schicksal von Schwelmer Bürgern jüdischen Glaubens. Auf Anregung der jungen Leute wurden auch in Schwelm „Stolpersteine“ verlegt.

 

Zur Erinnerung:

Am 27. Januar 1945 um drei Uhr nachmittags trafen die ersten Soldaten der Roten Armee im Vernichtungslager Auschwitz ein, wo sie die wenigen Überlebenden befreiten. Über 1,5 Millionen Menschen waren hier gequält, eine Million Menschen hier ermordet worden. Kurz vor dem Eintreffen der Befreier, von denen mehrere Hundert beim Kampf getötet wurden, hatten die Nazi-Schergen Tausende entkräftete Häftlinge auf Hunger- und Todesmärsche in andere Lager getrieben. Rund 7000 Opfer befanden sich noch in Auschwitz, ausgezehrt und dem Tod näher als dem Leben. Auschwitz wurde zum Synonym für die Leiden aller Verfolgten der nationalsozialistischen Zeit.

 

1996 regte der damalige Bundespräsident Roman Herzog an, den 27. Januar zum  „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“ zu ernennen – für Menschen, die voller Erwartung für ihr Leben waren wie jeder andere auch, und die lange vor ihrer Ermordung zu Opfern gemacht wurden, als die Gesellschaft sie verriet, indem sie ihnen die bürgerlichen Rechte und damit den bürgerlichen Schutz nahm.

 

 

Schwelm, den 22. Januar 2013

 

 

 

Élysée-Vertrag ein Jahrhundertschritt für Frankreich, Deutschland und Europa

 
Freunde – Aufnahme vom  Schwelmer-Heimatfest 2010                                               Foto: © Linde Arndt
 

[Schwelm] Die Unterzeichnung des Élysée-Vertrages am 22. Januar 1963 hat eine tiefe Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland begründet, die nicht zuletzt ihren Ausdruck auch in der Städtepartnerschaft zwischen Schwelm und Fourqueux findet. Aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages hat Schwelms Bürgermeister Jochen Stobbe dem Bürgermeister der Schwelmer Partnerstadt Fourqueux – Daniel Level – einen herzlichen Gruß aus Schwelm zugesandt.

 Lieber Daniel Level,

vor 50 Jahren haben Charles de Gaulle und Konrad Adenauer die deutsch-französische Freundschaft begründet – ein mutiger Schritt für beide Völker und eine mutige Botschaft für ein gemeinsames Europa. Sie haben beherzt gehandelt und wurden dafür heftig angegriffen. Heute wissen wir: Der Élysée-Vertrag war ein Jahrhundertschritt für uns. Er hat uns das Tor zu einer Zukunft in Freundschaft geöffnet. Aus Hass und Ablehnung wurden Freundschaft und Achtung.

Am heutigen 22. Januar 2013 möchte ich im Namen der Stadt Schwelm Dir und allen Bürgerinnen und Bürgern in Fourqueux sagen, dass unsere Städtepartnerschaft eine Herzensfreundschaft geworden ist.

Ohne Euch wäre unser Leben ärmer. Wir freuen uns auf jede Begegnung,  jedes Gespräch und jede Feier mit Euch.

 

Ein Herzensgruß aus Schwelm

Dein

Jochen Stobbe

 

Schwelm, den 22. Januar 2013

 

     

In Schwelm gehen die Lichter aus

 

  [jpg] Es geht um Ausgaben die eine Stadt streichen muss. Und Schwelm tut sich, wie übrigens andere Städte auch, sehr schwer.

Die Stadtbeleuchtung, wir haben uns daran gewöhnt im Hellen nach Hause zu gehen. Diese Stadtbeleuchtung soll nun 4 Stunden weniger die Straßen und Plätze beleuchten.

Potenzial: 49.200,– Euro p.a.

Dann geht es um den Straßenausbau. Aus dem Straßenausbauprogramm könnten einzelne Investitionen herausgenommen werden um in einem anderen Haushaltsjahr wieder eingesetzt zu werden. Empfehlung der Verwaltung: 150.000,– Euro.  Das war dem Rat der Stadt Schwelm aber zu viel. Die folgende Abstimmung brachte eine Einsparung von 0,– Euro. Nicht auszudenken wenn einem Ratsmitglied eine Pfütze das Auto beschmutzt hätte.

Stichwort: Musikschule. Hier ging es ziemlich flott zur Sache und man nahm die Vorschläge der Verwaltung gerne an. Ob nicht noch mehr Einsparmöglichkeiten drin wären, wurde gefragt.
Und was denn der Deckungsgrad bedeuten würde. Es ist nicht mehr drin, so die Leiterin Frau Weidner. Und der Deckungsgrad bedeutet, dass die Kosten der Musikschule um den angegebenen Prozentsatz durch Einnahmen gedeckt sind. In diesem Fall rund 68%.

Signalisiertes Einsparpotenzial: 17.100,– Euro in 2013.

 
Rathaus Schwelm   Foto: © Linde Arndt
 

Interessant waren die Einlassungen von Frau Gabriele Weidner der Musikschulleiterin. Sie sprach ein wesentliches Problem an, nämlich, das Qualitätsmanagement.
Die Personalsituation in der Musikschule hat folgenden Stand: Den 8 Festangestellten stehen 22 Honorarkräfte gegenüber. Wie üblich sind in einer Musikschule die Bereiche gegliedert, meinetwegen die Streich-, die Blas-, Zupf- oder Schlaginstrumente. Alle Instrumente bedürfen einer Pflege und regelmäßigen Überprüfung. Ein verantwortungsvoller Job der in der Regel jemanden zugeteilt wird der die Verantwortung dafür übernimmt. Das die Honorarkräfte diese Verantwortung aufgrund ihrer unterrichtsbezogenen Anwesenheit nicht übernehmen können sollte klar sein. Nur bei Unterricht sollten die Instrumente in einem einwandfreien und spielbereiten Zustand sein. Wenn Trommeln erst gespannt, Saiten auf Geige oder Gitarre erst aufgezogen  werden müssen, geht das von der Unterrichtszeit der restlichen Teilnehmer ab. Tatsächlich leidet unter solchen Unabwägbarkeiten die Qualität des Unterrichtes. Konsequenz: Die Motivation sinkt und es gibt nur ein unbefriedigendes Ergebnis. Der Unterricht verkommt in Folge dann zu einer therapeutischen Maßnahme ohne Wert.

In diesem Fall aber auch in allen anderen Fällen sollte man sich schon überlegen ob man das Angebot der Stadt nicht ganz von der Liste streichen sollte. Das ist seriöser und bringt auch für alle Beteiligten keinen Stress.

 

Einsparungen bei den Schulen. Hier signalisiert die Verwaltung ein Einsparpotenzial von 250.000,- bis 610.000,– Euro. Tatsächlich ist dies eine Luftbuchung wie so vieles in städtischen Haushalten, nicht nur in Schwelm, als Luftbuchungen zu sehen ist. Die GPA (Gemeindeprüfungsanstalt) hat in ihrer Untersuchung einen erhöhten Raum- und Flächenbestand festgestellt. Wenn man nun diesen erhöhten Bestand abbaut, würde man mit den obigen Beträgen Einsparungen erreichen. Soweit so gut. Diese Einsparungen können aber noch keiner Schule direkt zugewiesen werden. Buchungstechnisch verändern sie jedoch den Haushalt als auch das HSK.

Der Rat der Stadt Schwelm entschied sich erst einmal für die 250.000,– Euro Einsparung pauschal.

Nur auch hier gilt das gesagte der Leiterin der Musikschule Gabriele Weidner, es wird eine Qualitätseinbuße geben, hier allerdings im Bildungsbereich. Ist ja nicht so schlimm wenn schlechter ausgebildete Schwelmer Jugendliche später keinen Job bekommen oder den Numerus Clausus nicht packen. Hauptsache es sind nicht die eigenen Kinder.

Ich bin in den letzten Monaten immer mal wieder durch diverse Schulen gegangen. Was besonders schmerzte ist der Investitionsstau im MGS. Wenn ich den Jugendlichen nicht die Voraussetzungen schaffe, so kann ich ihnen auch keine Vorwürfe hinsichtlich eines schlechten Abschluss machen.

Auch hier gilt: Dann sollte ich seriös die Schulen dicht machen und in den Nachbarstädten die Kinder/Jugendlichen ausbilden lassen.

Die anvisierten einzusparenden Leistungen werden eine erhebliche Qualitätseinschränkung auf das Ganze, die Stadt, haben. Schwelm als die Stadt die eine schlechte Ausbildung und Bildung hat, Schwelm die nur das nötigste und billigste seinen Bürgern vorhält, Schwelm die in ihrer Leistungsfähigkeit sich mit Oberhausen messen könnte. Was für ein Image, was für Signale will die Stadt denn aussenden? Bleibt unserer Stadt fern?


Symbolfoto © Linde Arndt
   Es geht aber auch um den Begriff einer soliden und seriösen Haushaltsführung, die eben nicht den  einzelnen Bereich abschnürt um ihn dann letztendlich als qualitativ nicht mehr tragbar abzuschaffen.

Da drängt sich das Bild einer ausgepressten Zitrone auf, die man nur noch dem Kompost zuführen kann.

Uneinig ist der Rat auch in der Vorgehensweise wie man die Enden des Haushaltes zusammen bekommt. Es sind eben zwei Enden, nämlich die Einnahmen und die Ausgaben über die man den Haushalt aufstellen kann. Auch Schwelm muss sich die Erhöhung der Einnahmen als Haushaltspolitisches Instrument vornehmen.

Andere Städte in NRW haben schon längst die 500% Hürde bei den Hebesätzen überschritten um die vertrackte Situation der Bewegungsunfähigkeit zu überwinden. Abgesehen davon, ist es wohl betriebswirtschaftlich geboten Investitionen in die Infrastruktur auszuführen um einen weiter gehenden Imageverlust zu vermeiden.

Es stört bei den Beratungen die fehlende Priorisierung der Einsparungen, die sicher einen Effekt erbringen, nur nicht den den sich die Politik wünscht.

 Blindes Sparen hat noch nie zu einem Ziel geführt, eher in die Insolvenz. Und das ist es was ich bei der Schwelmer Politik vermisse, klare Kante oder Schnitte. Wenn die Bäder (das Hallen- und Freibad) nur als Zuschussbetriebe mit einem nicht auszumachenden Investitionsbedarf im Haushalt steht, dann raus aus dem Haushalt. Den Schwelmern klar sagen, wir können es uns nicht mehr leisten und müssen unsere Bäder schließen.

Ein Mord auf Raten ist unseriös und bringt nur Ärger bei den Schwelmern. Das Bürgerbad Vohwinkel in Wuppertal ist das beste Beispiel dafür. Über 3.000 Vohwinklern hatte man Hoffnung gemacht die ihr Bad mit einem Bürgerverein erhalten wollten. Jetzt wird das Bad geschlossen weil der Betrieb nicht mehr darstellbar ist. Nur vor drei Jahren waren halt die gleichen Probleme.

Auch in Schwelm ist vieles nicht mehr darstellbar, wenn die Politik nur das Mantra des Sparens vor sich herträgt, Steuererhöhungen aber grundsätzlich ausschließt und zu guter letzt noch nicht einmal die Priorisierung der zu streichenden Ausgaben vortragen kann.

Ein Witz sind dabei die drei Gutachten zum Rathaus, wovon zwei bezahlt werden müssen und der Anteil der Machbarkeitsstudie steht auch noch aus. Aber die Ratsmitglieder können sich ja immer auf das Ehrenamt zurückziehen, welches offensichtlich eine geringe Kompetenz voraussetzt.

Schwelm ist eine stolze Stadt –  noch –  nur scheint es den Ratsmitgliedern nicht bewusst zu sein.

Frau Cornelia Hackler hat eindrucksvoll von einer Stadt Schwelm vorgetragen die mal eine der wichtigsten Städte in der Region war. Elberfeld und Barmen waren noch kleine Kaffs und orientierten sich an dem Kirchspiel und der späteren Stadt Schwelm. Wo ist diese Stadt nur geblieben?

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

 

Kick-off Meeting 2013 des RVR im Schwelmer Friedrichsbad

 

 
vlnr.  Thomas Westphal, Jürgen Fischer-Pass, Ulrich Carow, Jochen Stobbe, Joachim Ronge, Martin Tönnes,
Karola Geiß-Netthöffel, Dieter Funke, Axel Biermann                                                                  Foto: ©  Linde Arndt
 

 [jpg] Das neue Jahr beginnt. Womit? Mit der ersten Tagung des RVR (Regionalverband-Ruhr), es ist eine Klausurtagung die der Verband zu Beginn eines jeden Jahres in einer anderen Stadt im Gebiet des RVR abhält. So hatte die Verbandsleitung als Ort dieser Tagung die Kreisstadt Schwelm ausgewählt. So begrüßte denn auch Schwelms Bürgermeister Jochen Stobbe zu Beginn der zweitägigen Tagung die Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöffel, die RVR-Bereichsleiter als auch die Geschäftsführer und die anwesenden Koordinatoren. Anwesend waren die Bereiche Tourismus mit Dipl. Geogr. Axel Biermann, Wirtschaftsförderung mit Thomas Westphal und der Abfallwirtschaft mit Joachim Ronge neben anderen.

Diese Klausurtagung ist als Kickoff-Meeting zu verstehen bei dem die thematische Neuausrichtung des Verbandes angestrebt wird, Ergebnisse oder Entscheidungen die nach außen wirken sind dabei nicht vorgesehen. So werden einige Schwerpunkte des RVR, wie eine veränderte Strategie des Verbandes, Änderungen an einem neuen RVR Gesetz als auch Pläne für ein neues, regionales Großprojekt zu den Themen Klima und Energieeffizienz auf der Agenda stehen.Großen Raum nimmt dabei die anstehende Bewerbung um die "Grünen Hauptstadt Europas" einnehmen. Hier will sich die Metropole Ruhr mal wieder neu erfinden. Im April 2013 werden in Brüssel die 3 – 4 Finalisten für diesen Titel bekannt gegeben, die dann nur einen Monat Zeit haben dann eine endgültige Präsentation in Brüssel vorzustellen. Hier macht sich der RVR Hoffnung den Titel zu bekommen. Als weiteres großes Thema soll die Außendarstellung des RVR, also die Öffentlichkeitsarbeit aber auch die Kommunikation schlechthin, auf der Agenda stehen.

Es gilt also viel abzusprechen, zu organisieren und auf den Weg zu bringen in den zwei Tagen dieses Meeting.

Die Ergebnisse wird EN-Mosaik sicher im Laufe der nächsten Monate in Erfahrung bringen.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

„Was keiner wagt, das sollt ihr wagen…“

 

Gedenken zum Volkstrauertag mit Freunden aus Fourqueux und vielen Schwelmer Kindern und Jugendlichen

 

Bald 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg begegnen sich die Menschen in Europa offen und frei. Doch dass man in anderen Ländern nicht mehr kritisch als „der Deutsche“ wahrgenommen werde, sei nicht selbstverständlich, so Bürgermeister Jochen Stobbe in seiner Ansprache zum Volkstrauertag. Es habe eines langen Weges bedurft, um heute über Ländergrenzen hinweg Freundschaft schließen zu können.


Bürgermeister Jochen Stobbe, Daniel Level, der Bürgermeister aus Fourqueux, und Achim Flügel, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Foto: Stadt Schwelm
   Seine Worte wurden beglaubigt durch eine Delegation aus Schwelms französischer Partnerstadt Fourqeux. Sie wurde angeführt von Fourqueux‘ Bürgermeister Daniel Level, der gemeinsam mit Jochen Stobbe schon zur Gedenkstunde im Gemeindehaus Linderhausen die Totenehrung gesprochen hatte und dies auch am Ehrenmal tat.
Jochen Stobbe erinnerte daran, dass drei Kriege Deutsche und Franzosen einander entfremdet hatten, so dass man den jeweils anderen – heute undenkbar – einmal für den „Erzfeind“ hielt. Die Auszeichnung der Europäischen Union mit dem Friedensnobelpreis 2012 beziehe sich auch sehr deutlich auf die deutsch-französische Aussöhnung.

Doch Wissen und Aufklärung bräuchten Mahnung und Warnung im Sinne Thomas Jeffersons, der einmal sagte: „Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit“. Ohne die wichtige Aufgabe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge könne dies kaum gelingen. Denn der Volksbund, auf den der Volkstrauertag zurückgeht, pflege in zahlreichen Ländern Kriegsgräberstätten und leiste dabei auch wichtige Jugendarbeit.

Dass junge Menschen sich sehr mit den Themen Krieg und Gewalt auseinander setzen, bewiesen Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Hauptschule aus Schwelm. Tugce Akmese und Justus Rüggeberg trugen auf Türkisch und Deutsch das Gedicht „Mut“ von Lothar Zenetti vor: „Was keiner wagt, das sollt ihr wagen, was keiner denkt, das sagt heraus…..“

Der stattliche Chor der Hauptschule sang „Nach dieser Erde wäre da keine“, was keinen der zahlreichen Teilnehmer des Gedenkens unberührt ließ. Man spürte, dass die jungen Menschen, die von Schulleiter Matthias Bölker und den Lehrern Brigitte Siaenen und Lothar Schwarzer begleitet wurden, eigene Wege finden, über Krieg und Gewalt nachzudenken und sich dazu zu äußern.

Vor zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die die Gedenkfeier am Ehrenmal besuchten, sprachen die Bürgermeister aus Schwelm und Fourqueux die Totenehrung und fassten sich dazu brüderlich an den Händen.

Die Feuerwehr, deren Musikzug unter Leitung von Rüdiger Leckebusch, das Gedenken musikalisch begleitete, legte am Ehrenmal einen Kranz nieder. Kränze legten – wie in jedem Jahr – auch der Volksbund „Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ und Vertreter/innen anderer Vereine und Verbände an den Gedenkstätten nieder. Der Bürgermeister dankte Matthias Kampschulte, der für den Ersatz einer wichtigen, gestohlenen Tafel am Ehrenmal gesorgt hatte.

 


Pfarrer Rainer Schumacher mit seinen Konfirmandinnen und Konfirmanden                                                 Foto: Stadt Schwelm
 
Der Chor der Gustav-Heinemann-Hauptschule Schwelm
Foto: Stadt Schwelm

 

Eindrucksvoll war auch die Gedenkfeier des Vereinsrings Linderhausen, die in diesem Jahr im Gemeindehaus Linderhausen stattfand. Pfarrer Rainer Schumacher ging in seiner Ansprache u.a. auf den Friedensnobelpreis für die EU ein. Schumachers Konfirmandinnen und Konfirmanden buchstabierten das „ABC von Krieg und Gewalt“, das von Aggression über Chauvinismus, Hass, Intoleranz und Lügen bis zu Opportunismus, Rache, Selbstsucht, Tyrannei, Vorurteilen und Zerstörung reicht.

 

Für die jungen Leute steht fest, dass ein Krieg Millionen von Toten, Verletzungen und Verkrüppelungen, Flüchtlinge, seelische Not durch Kriegserlebnisse, Zerstörungen durch Kämpfe und Bombenkrieg sowie unentdeckte Minen zurücklässt und dazu unabsehbare ökologische und wirtschaftliche Folgen zeitigt.

 

Die von den Jugendlichen vorgetragenen Erinnerungen einer Frau, die um ihren im Krieg gefallenen Bruder trauert, und einer Frau, die als Mädchen im Krieg vergewaltigt wurde, führten direkt zum einzelnen Menschen, in denen Schrecken und Trauer des Krieges lebenslag nachwirken. Musikalisch akzentuierten ein Konfirmand und der MGV Einigkeit Schwelm / Linderhausen das Gedenken.

 

Ein weiteres Gedenken fand auf Einladung der Landsmannschaft Ostseestrand am Gedenkstein für die Vertriebenen an der Döinghauser Straße statt.

 

 Schwelm, den 19. November 2012


Kleine Heimatfestnachlese

[Schwelm]

  „Wir laufen meilenweit für unsere Städtepartnerschaft“

„Wir laufen meilenweit für unsere Städtepartnerschaft“, hatten sich Katharina Azra, Stadträtin aus Fourqueux, und Bürgermeister Jochen Stobbe, geschworen und liefen dann in der Tat am Heimatfestsonntag viele Kilometer vom Ochsenkamp zum Ochsenkamp.

Mit einer raffiniert umgebauten, mit Wappen und Fähnchen geschmückten Schubkarre, fuhren sie dem Festzug voran und verteilten Flugblätter an die Festzuggäste, um unter ihnen für die enge Freundschaft zwischen den Bürgern von Schwelm und Fourqueux zu werben.  

     
  Totgesagte leben länger

Eigentlich hatte die Nachbarschaft Oehde mit einer Trauerszene auf den wahrlich traurigen Kreisel am Ochsenkamp anspielen wollen.

Doch weil auf Initiative des Bürgermeisters und seiner Arbeitsgruppe innerhalb weniger Wochen schon über 12.000 € zur Verschönerung des Kreisverkehrs gespendet wurden, haben die wachen Oehder den Sargdeckel gelüpft und noch während des Zuges selber aktiv für das Projekt gesammelt.

Bürgermeister Jochen Stobbe dankte Rainer Posch von der Oehde auf der Siegerehrung in der Eventhalle für den tollen Einfall und die spontane Unterstützung. Benötigt werden übrigens 55.000 € für die Gesamtmaßnahme „Kreisel“. Es kann sich also noch mancher auf die Socken machen für die gute Sache.

     
  Berlin grüßt Schwelm
Es war kein Scherz, um das noch einmal ganz klar zu sagen: Schwelms Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat seinem Schwelmer Amtskollegen zum Heimatfest einen schriftlichen Gruß entboten. Jochen Stobbe las das Schreiben auf dem Heimatfestabend mit großer Freude vor. Urheber dieser bundesländerübergreifenden Aktion waren der gebürtige Schwelmer Eberhard Rüssing und sein Lebenspartner Yukihiro Rüssing-Sakai. Sie leben in Berlin, haben aber weiterhin ein Standbein in Schwelm, wo Eberhard Rüssing am Neumarkt aufgewachsen ist. In Schwelm leben auch seine Mutter Maria Rüssing und seine Freunde Rosemarie und Werner Böhl.
Im Vorfeld waren die beiden Wahlberliner durchaus nicht sicher, ob die Berliner Senatskanzlei antworten würde. Aber genau einen Tag vor der Abreise nach Schwelm konnten E. Rüssing und Y. Rüssing-Sakai das Schreiben im Roten Rathaus persönlich in Empfang nehmen.
     


Schwelm,  den 7. September 2012
[Obige Fotos wurden uns übersandt]

Schwelm gibt sich das Heimatfestfieber

     [jpg] Nachmittags ein Fass aufmachen und abends den Elvis geben. Ein Schwelmer Bürgermeister muss am ersten Wochenende im September des Jahres fit sein. Hat er doch viele Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Schwelmer Heimatfest. Verpflichtungen? Nein, es machte allen Schwelmer Bürgermeistern immer wieder Freude, Teil des Heimatfestes zu sein.

Das Heimatfest hat eine uralte Tradition die bis in das 16. Jahrhundert  zurück geführt werden kann.  So teilen sich die Schwelmer die Tage ein um in Stimmung zu kommen. Thematisch sind alle nur noch auf dieses Fest anzusprechen. Da wird die historische Altstadt mit Unterwäsche dekoriert, die Stadt wird herausgeputzt, Einladungen werden ausgesprochen und für den Heimatfestzug wird bis spät in den Sonntag früh noch gewerkelt. So war und ist immer ein Höhepunkt im Zusammenhang mit dem Schwelmer Heimatfest der Heimatfestabend, der in der Mensa des Märkischen Gymnasiums stattfand.
4 Stunden Unterhaltung pur und niemand bemerkte die 4 Stunden; denn es waren nur gefühlte 2 Stunden, so kurzweilig war das Programm.

Wie in jedem Jahr kam der Obernachtwächter ( Christian M. Fasel ) und wusste von allerlei zu berichten. Das ging von der Insolvenz der Schwelmer Brauerei ( Ob man die Schwelmer besch….. hat?), über den Kreisel, die Einbahnstraße Bismarkstraße oder bis zum Toilettenhäuschen auf dem Neumarkt, also alles was den Schwelmer über das Jahr auf- und anregte.Und dann ging es ab mit „6Pack“ einer Rock´n Roll Cover Band die die guten alten Songs der 50er und folgenden Jahren auf ihrem Programm haben. Das die Obernachbarin kurz vor dem Sprung auf den Tisch stand, sprach schon Bände über die Stimmung in der Mensa. Der Gipfel war allerdings als Bürgermeister Jochen Stobbe als Elvis mit Tolle und einem Waschbrett bewaffnet die Bühne eroberte um sich tanzend in die Gruppe einzureihen. Und der Bürgermeister wollte das Heimatfest nicht nur lokal verortet haben, indem er eine Grußadresse des Berliner Oberbürgermeisters Klaus Wowereit vorlas, der sich als Freund des Schwelmer Heimatfest outete. Das reichte Bürgermeister Stobbe allerdings nicht, denn, „Berlin hat nur einen Kuhdamm, wir (Schwelmer) haben den Ochsenkamp“ rief Stobbe in den Saal.

10 junge Damen der Spielvereinigung Linderhausen tanzten einen Csardas im klassischen Ballettstil, der als sehr gelungen zu bezeichnen war. Und dann wurde platt gesprochen mit Irmgard Weinreich, die von einem Rotkäppchen andersherum sprach. Diesmal wurde der Wolf gefressen und nicht Rotkäppchen – oder war es doch irgendwie anders?

Mit Hans-Paul Niepmann, der  mit Irmgard Weinreich und Eugen Dittmar das plattdeutsche Dreamteam darstellte, ging es mit verdrehte Geschichten um die IKEA Ansiedlung weiter. Da wurden Köttbullar, das Billy Regal und andere Produkte einer plattdeutschen Marktanalyse unterzogen, die mit der Frage endete: Was hat Schwelm damit zu tun?

     Auch das alte Kinder- und Scherzlied „Ein Loch ist im Eimer“ mit Bürgermeister Jochen Stobbe, welches abgewandelt wurde in „Ein Loch ist im Haushalt“, erntete reichlich Beifall und Gelächter über die einfallsreichen Textpassagen. Jochen Stobbe und  Hans-Paul Niepmann brachten einen wirklich kurzweiligen Auftritt.
Die 9 Schlümpfe der Turngemeinschaft „Rote Erde“, unter der Leitung von Stefanie Reinwald,  mit Vater Abraham überbrückten die Umbaupausen und darüber hinaus brachten sie als TurnerInnen eine Vorstellung über ihre wirklich sportlichen Möglichkeiten.

Es war ein gelungenes Bodenturnen auf engstem Raum, was mit langanhaltendem Applaus bedacht wurde. Der Schwelmer Kolpingchor unter der Leitung von Ludger Janning konnte als Chor überzeugen und nahm das Publikum mit. Lassen wir zu einer Aufführung der besonderen Art kommen, der Ballettschule Gabi Hilpert mit „Dance Works“ .

 Die Tänzerinnen dieser Schule überzeugten schon recht professionell mit Walzer und Csardas und einem wunderschönen Tanz der Clowns. Hut ab.  Und immer wieder das ev. Kinder- und Jugendtheater unter Sabine Masmeier-Wegemann mit seinen heiteren Kurzsketchen.  Ein Beispiel? Sie zu Ihm: „Du, ich habe im Urlaub schon 6 Kilo abgenommen“. Er zurück: „Du bist ja auch noch nicht geschminkt“. Man sah den Akteuren den Spaß an diesen Sketchen schon an und dabei waren sie hoch konzentriert.

Eine weitere musikalische Bereicherung kam zur Aufführung das Akkordeon-Orchester Schwelm brillierte unter der Leitung von Wolfgang Hanstein mit Potpourris rund um die Welt. Und wieder das plattdeutsche Dreamteam Weinreich und  Eugen Dittmar die sich nun den Werken von Friedrich Schiller zu wandten und im Dialog die gesamte Heldenpalette des Dichters durcheinander warfen.

 

    Viele der Anwesenden hatten feuchte Augen von den witzigen und facettenreichen Dialogen. Wer würde schon die Jungfräulichkeit der Jungfrau von Orleans in Zweifel stellen und diese mit dem Schuß des Wilhelm Tells auf einen Apfel der auf dem Kopf seines Sohnes lag, in Verbindung bringen. Nur weil der Sohn die Jungfrau nicht gegrüßt hat. Die beiden trieben dieses Stück gnadenlos auf die Spitze – das kann man nur göttlich nennen. Das Publikum dankte es ihnen mit langanhaltendem Applaus.
 Kommen wir zum Schluß, und zwar zum „The panic Stones“ Orchester mit einem gut aufgelegten ehemaligen Dachovorsitzenden Jürgen Kuss, der alles durcheinander brachte, und einem Orchester in bunten Kostümen der Stones und Beatles Zeit unter der Leitung von Eugen Dittmar.
Dem Panic Stones blieb es auch vorbehalten das „Westfalen Lied“ zu intonieren, womit der Heimatfestabend 2012 fast genau um Mitternacht ausklang.
   

Als wir die Bahnhofsstraße runter fuhren sahen wir die St. Marien Kirche noch hell erleuchtet, sicher wurde gerade eine Mitternachtsmessen anläßlich der Begegnung des „Club Schwelm-Fourqueux“ abgehalten. Bummler kamen von der Altstadt um sich nach Hause zu begeben oder weiter zu feiern.
Man sah und hörte: Schwelm lebt seine Nachbarschaften.

   

Bis zum Sonntag, dem 2. September, wenn der Heimatfestzug sich in Bewegung setzt und es dann heißt : Ümme dropp, de Stadt stoatt Kopp.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm.
[Fotos: © Linde Arndt]


Damit Sie etwas von der Stimmung mitbekommen, hier noch eine kleine Gallery.

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 Wer noch weitere Informationen zu den Karussells des diesejährigen Heimatfestes möchte, kann sich die
Seite http://www.schwelmer-kirmes.de  ansehen.