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Mach mir den Bürgermeister in Schwelm

 

Die Schwelmer Bürgermeistersuche - Collage: Linde Arndt

Die Schwelmer Bürgermeistersuche – Collage: Linde Arndt

[jpg] In Schwelm Bürgermeister zu sein, ist was besonderes. Er muss sich beleidigen und beschimpfen lassen, er macht den Prügelknaben, er ist der Laufbursche oder gar der Unterhalter für Parteien im Schwelmer Stadtrat. Was aber noch schlimmer wirkt, er müsste sich der bestehenden Gesetzeslage entledigen. Manchmal konnte man den Eindruck haben, der Schwelmer Stadtrat arbeite nach einem “lex specialis derogat legi generali” (das speziellere Gesetz verdrängt die allgemeinen Gesetze), wonach die Rechte in Schwelm vor allen anderen Rechten in Deutschland gelten.  Diese “klugen” Stadträte,  die der ganzen fachlichen Kompetenz der Schwelmer Stadtverwaltung immer überlegen schienen, dürften doch kein Problem haben einen Bürgermeisterkandidaten zu stellen. So sollte man meinen. Er braucht ja nur das machen was der Stadtrat ihm sagt. Wenn´s daneben geht, kann der Bürgermeister ganz gewiss sein, dass er dann auch den Schuldigen machen darf. Dann gibt es noch rund 8.000,– Euro, einschließlich der Buffetternährung, oben drauf. Was also will man mehr?

Oliver Flüshöh [CDU] Foto: Linde Arndt

Oliver Flüshöh [CDU] Foto: Linde Arndt

So inszenierten CDU, Bündnis90/Die Grünen und BfS/SWG im Haus Martfeld mit der lokalen Presse der Funke Mediengruppe, wie WAP, Westfälischen Rundschau/Westfalenpost und Radio Ennepe Ruhr einen Medien Scoop. Kritische Journalisten waren hierbei nicht erwünscht. Dramatisches wurde in den sozialen Medien für die Mitternachtsstunden angekündigt. Nur als die Nachricht raus war, interessierte dies niemanden. Es war nicht der Burner, war die dahinter stehende PR Aussage doch ziemlich schön gefärbt. Letztendlich stellte diese Aussage ein “Armutszeugnis” der vorgenannten Parteien dar.

Die Aussage: Wir suchen per Stellenanzeige einen zu Schwelm passenden Bürgermeister!

 Ob dem Schwelmer Jobcenter diese Stellensuche übermittelt wurde, war nicht heraus zu bekommen.

Jürgen Kranz [BfS / SWG] Foto: Linde Arndt

Jürgen Kranz [BfS / SWG] Foto: Linde Arndt

 So weit so gut. Es ist heute schon als alltäglich anzusehen, wenn der Hauptverwaltungsbeamte, also ein Bürgermeisterkandidat, von den Parteien gesucht wird. Denn einesteils verdient ein Bürgermeister nicht mehr wie ein Abteilungsleiter oder Gruppenleiter in der Wirtschaft und andererseits steht der Aufwand dieses Jobs in krassem Gegensatz zum persönlichen oder ideellen Nutzen. Zumal denn viele Stadträte die gute Kinderstube in der Zusammenarbeit mit der Verwaltung und dem Bürgermeister vermissen lassen.

Kommen wir nun zum publizierten “Armutszeugnis” der Parteien  CDU, Bündnis90/Die Grünen und BfS/SWG das von ihren Leadern Oliver Flüshöh (CDU), Marcel Gießwein (Bündnis90/Die Grünen) und Jürgen Kranz (BfS/SWG) im Haus Martfeld auf dem Weg gebracht wurde.

 Mit dieser Meldung weiß nun der Wähler,

  • Ja, wir haben keine kompetenten Mitglieder die Ahnung haben.
  • Und ja, wir können es nicht mit dem derzeitigen Bürgermeister Jochen Stobbe.
  • Und ja, wir wollen keines unserer Mitglieder einem Bürgermeister Bashing aussetzen.
  • Und ja, wir wissen nicht, wie man den von uns “in den Dreck gefahrenen Karren” wieder flott machen kann.
  • Und ja, wir sind nur “Schönwetter Demokraten” die einem Windstoß nicht standhalten.
Marcel Gieswein [Bündnis90/Grüne]  Foto: Linde Arndt

Marcel Gieswein [Bündnis90/Grüne] Foto: Linde Arndt

Typisch für diesen Stadtrat ist die jedes Jahr ritualisierte Ablehnung des städtischen Haushaltes, der auch in diesem Jahr mit dementsprechendem Getöse abgelehnt wurde. Mehr noch, in diesem Jahr bettelte der Stadtrat  gar nach dem “Sparkommissar”, also einem Beauftragten der Landesregierung nach § 124 GO NRW. Die Konsequenzen dieser Forderung werden dabei rührend naiv formuliert. Er soll etwas regeln was ein geballter gesunder Menschenverstand eines Stadtrates mit einer funktionierenden Stadtverwaltung in Schwelm nicht schafft. Im Einvernehmen, versteht sich. Einen ausgeglichenen  Haushalt.

Das der vorgelegte Haushalt 2015 nicht das Gelbe vom Ei war, ist dabei unwesentlich, nur er war genehmigungsfähig. Aber, der Schwelmer Stadtrat verweigerte die Zustimmung ohne konkrete Begründungen zu nennen. Dabei hatte der Schwelmer Stadtrat 4 Monate Zeit den Haushalt auf den Weg zu bringen. Ja, er hätte auch noch Sondersitzungen beantragen können. Wie auch immer. Die Haushaltsabstimmung ist zu einem Ritual verkommen.

So wird der Haushalt 2015, wie auch der Haushalt 2014, erst im nächsten Jahr verabschiedet. Ab 1. Januar 2015 wird die Stadt Schwelm nur die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgaben tätigen dürfen. In diesem Zeitraum wird die Stadtverwaltung  mit einem höheren Verwaltungsaufwand arbeiten müssen. Denn jeder auszutauschende Kanaldeckel bedarf der Duldung oder Genehmigung der Aufsichtsbehörde.

Ist denn dem Schwelmer Stadtrat klar was ein “Sparkommissar”,  der vom Innenminister geschickt wird, bedeutet? Er kommt als Exekutor, nicht als Berater des Stadtrates. Er wird/kann Spielplätze schließen, die Steuern erhöhen oder gar die Straßenbeleuchtung ausknipsen. Der Stadtrat steht dabei außen vor und die Stadtverwaltung muss diese Anweisungen umsetzen.

Dann hat Schwelm keine kommunale Selbstverwaltung mehr. Dann hat Schwelm eine Diktatur des Sparaufsehers.
Und der Bürgermeister? Der darf sich jeden morgen die Direktiven des Kommissars abholen um sie dann abzuzeichnen und dann umzusetzen. Dann ist endlich das Bashing zu Ende und er arbeitet mit einem kompetenten Menschen zusammen.

Und da soll jetzt ein Bürgermeister von außen Abhilfe schaffen? Wie naiv und  armselig ist das denn?

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

 

 

Glückwünsche und Gratulationen für DHL

 

[Schwelm]  „Postgelbe“ mechanisierte Zustellbasis nach sieben Monaten Bauzeit fertig

 

Mit guten Worten und vielen Glückwünschen wurde DHL-Abteilungsleiter  Wolfgang Loges bedacht, der zur Fertigstellung des neuen Logistikzentrums der Deutschen Post (DHL) in die Rheinische Straße eingeladen hatte. Die Einrichtung auf dem Gelände des früheren Bahnhofs Loh ist die erste mechanisierte Zustellbasis im Ennepe-Ruhr-Kreis und läuft derzeit mit 50-prozentiger Auslastung im Testbetrieb. Den Standort im alten Postgebäude an der Bismarckstraße nutzt DHL fortan nicht mehr.

 Die Post ist pünktlich: Die mechanisierte Zustellbasis Schwelm wurde in nur sieben Monaten Bauzeit errichtet. Es freuen sich neben Wolfgang Loges, Bürgermeister Jochen Stobbe und Matthias Dötsch (alle drei am Stehtisch) die zahlreichen Gratulanten. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph

Die Post ist pünktlich: Die mechanisierte Zustellbasis Schwelm wurde in nur sieben Monaten Bauzeit errichtet. Es freuen sich neben Wolfgang Loges, Bürgermeister Jochen Stobbe und Matthias Dötsch (alle drei am Stehtisch) die zahlreichen Gratulanten. Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph

 

Der Gästekreis war groß: Da waren die zahlreichen Mitarbeiter der DHL-eigenen Einrichtungen, Bürgermeister Jochen Stobbe mit Mitarbeitern der Fachabteilungen, Fraktionsvorsitzende aus dem Schwelmer Stadtrat, Matthias Dötsch von der Firma Kadans (Investor), Geschäftsführer benachbarter Unternehmen, GSWS-Geschäftsführerin Christine Beyer und viele weitere.

Wolfgang Loges dankte allen beteiligten Kräften sehr herzlich für ihren Einsatz. Immer wieder betonte er, wie schnell die neue mechanisierte Zustellbasis Schwelm entstanden sei. DHL ließ es sich nicht nehmen, die Gäste in Gruppen durch das große, gelbe Gebäude zu führen und die Mechanismen der Anlieferung und Verteilung der Pakete zu erläutern.

 

Bürgermeister Jochen Stobbe pflichtete Loges bei: Eines müsse man der Deutschen Post lassen: Sie sei pünktlich! Im Frühjahr dieses Jahres wurde der erste Spatenstich für das Logistikzentrum getan. Damals habe die Öffentlichkeit erfahren, dass der Betrieb im November aufgenommen werden solle. Das Richtfest im Juni habe pünktlich in der Zeit gelegen, und nun im  November stünde man im fertigen Gebäude. DHL habe Vertrauen in den Standort Schwelm bewiesen. Die Schwelmer Politik hatte grünes Licht für das Vorhaben gegeben.

 

Stobbe: „Der Plan einer mechanisierten Zustellbasis war intensiv zu prüfen. Nicht unerwähnt bleiben dürfen hier die umfangreichen gutachterlichen und verwaltungsseitigen Arbeiten zu allen wichtigen Aspekten des Unterfangens. Nicht vergessen dürfen wir auch die belangvollen Abstimmungsprozesse mit unseren wichtigen Wirtschaftsunternehmen aus der unmittelbaren Nachbarschaft, die ihre je eigene Stimme eingebracht haben. Auch und gerade in einer Stadt vom Größenzuschnitt Schwelms sind das unabdingbare Prozesse, um die Interessen aller Beteiligten miteinander zu vereinbaren“.

 

Schwelm erfahre seit einiger Zeit einen Zugewinn an Gestaltungsenergie, so der Bürgermeister: „Wir waren uns immer darüber im Klaren, dass dieser in der Vergangenheit unterschiedlich bewirtschaftete Grund und Boden eine neue Nutzung verlangte, substanziell und optisch. Als wir vor einigen Monaten hier standen, äußerte ich meine Überzeugung, dass wir hier am Bahnhof Loh ,noch nicht am Ende des Weges‘ angekommen seien. Und in der Tat dürfen wir mit einem gewissen Optimismus feststellen, dass die Rheinische Straße als Standort den einen oder anderen Unternehmer ernsthaft interessiert. Inzwischen wissen wir, dass es hier bald ein weiteres verbindliches Engagement geben wird.

 

Seit einiger Zeit bewegt sich etwas in der Stadt. Bestimmte Bereiche fokussieren sich gestalterisch, sie werden wieder definierter und damit für uns Bürger greifbarer, erkennbarer. Ich wünsche mir, dass diese Entwicklung sich fortsetzt.“

 

Schwelm, den 18. November 2014

 

 

 

 

Bahnhof Schwelm steht vor neuer Nutzung

Schwelmer Bahnhof mit ZOB  Foto: Linde Arndt

Schwelmer Bahnhof mit ZOB Foto: Linde Arndt

[jpg] Es hat sich ja angekündigt. Als der neue ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof) am Schwelmer Hauptbahnhof eingeweiht wurde, war
die Stadt Schwelm mit Bürgermeister Jochen Stobbe, die BEG (Bahnflächen Entwicklungs Gesell-schaft NRW mbH) mit Projektleiter Carsten Kirchhoff und mit drei potenziellen Investoren in Verhandlung.

Viele Dinge wurden geklärt, wollte man doch diesmal den Bahnhof wirtschaftlich und finanziell darstellbar übereignen.

Dazu gehört die Bereitstellung von Fördermitteln in Höhe von 200.00,– Euro, mit denen der Bahnhof aufgewertet werden soll.

So werden die Böden, Wände und die Zuwege zu den Gleisen saniert. Der Bahnhallenbereich wird offensichtlich einer kompletten Sanierung zugeführt.

Durch diese Maßnahmen erfährt der Bahnhof eine Aufwertung, die den schon geleisteten ZOB Maßnahmen entspricht.

v.l.:Kirchhoff und Bürgermeister Jochen Stobbe   Foto: Linde Arndt

v.l.: Dipl. Ing. Carsten Kirchhoff (Projektleiter Stadt- u. Regionalplanung) und Bürgermeister Jochen Stobbe Foto: Linde Arndt

Überhaupt wurden die Investoren erst durch ZOB Investition inspiriert, den Bahnhof Schwelm zu fokussieren.
Es ist ein Erfolg der Stadtverwaltung  und ihres Bürgermeisters Jochen Stobbe, die mit Weitblick diese Investition angestoßen haben.

Die BEG hat nun einer Investorengemeinschaft den Zuschlag gegeben, die aus einem Arzt aus Wuppertal, einem Wirtschaftsexperten aus Köln und zwei Projektentwicklern aus Frankfurt/Main besteht. Die Investorengesellschaft hat für das Projekt eine Kommanditgesellschaft unter dem Namen „Aedificia Bahnhofempfangsgebäude Schwelm KG“ mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet. Zwei Gesellschafter der Kommanditgesellschaft haften persönlich.



Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm











Das neue Schwelmer Entrée – ZOB-Bahnhof Schwelm

Einweihung des ZOB Schwelm  Foto: Linde Arndt

Einweihung des ZOB Schwelm Foto: Linde Arndt

[jpg] Das Schwelmer Heimatfest kann kommen. Unter den Augen von Prominenz des EN-Kreises, Stadt Schwelm und des ÖPNV eröffnete der Schwelmer Bürgermeister Jochen Stobbe den neuen ZOB (Zentraler Omnibus-Bahnhof) Schwelm. Technisch, ästhetisch und funktional stellt der neue Schwelmer ZOB einen riesengroßen Schritt in die Zukunft des Schwelmer ÖPNV dar. So ist der ZOB-Bahnhof auch für das ITCS (Intermodal Transport Control System) vorbereitet, wenn denn einmal die DB (Deutsche Bahn AG) Bahnhöfe der Größenordnung Schwelms versorgen würde. Es wird wohl 2015 werden müssen, in diesem Jahr will die DB den DB-Bahnhof Schwelm sanieren.

Bürgermeister Jochen Stobbe und Ehrennachtwächter Fasel bei der Eröffnungsrede des ZOB Schwelm   Foto: Linde Arndt

Bürgermeister Jochen Stobbe und Obernachtwächter Christian M. Fasel bei der Eröffnungsrede des ZOB Schwelm Foto: Linde Arndt

Zurück zum ZOB-Bahnhof. Augenscheinlich haben alle Beteiligten ihr gesamtes Wissen angewendet. So hat die AVU (Aktiengesellschaft für Versorgungs-Unternehmen) den ZOB mit einer 535 m² großen Photovoltaikanlage versehen, die 16 Haushalte mit Strom versorgen könnte. Das ist Umweltschutz pur. Aber nicht nur das, auf dem ZOB Gelände wurden Ladestationen für eBikes und Elektroautos installiert. Die VER (Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr mbH) hat nun auch für die etwas längeren Busse die entsprechenden Bahnsteige, die es auch älteren Menschen erlauben barrierefrei Busse zu betreten und zu verlassen. À propos Barrierefreiheit. Rollstuhlfahrer aber auch Rollatorfahrer haben nun eine Rampe die es ihnen ermöglicht ohne Probleme den Bahnhof zu benutzen.

So betonte Bürgermeister Jochen Stobbe denn auch, dass der alte Busbahnhof den Erfordernissen der
5.000 bis 6.000 täglichen Besuchern nicht mehr entsprach. Auch ästhetisch fügt sich der neue ZOB in das vorhandene urbane Umfeld ein, stellt er doch nun einen harmonischen Eingangsbereich für den Besucher dar. Herausragend und stellvertretend bedankte sich der Bürgermeister bei Mugaffak Ogus, Fachbereich Immobilienmanagement der Stadt Schwelm, der die realisierte Planung für den ZOB erbrachte. Aber auch andere Bereiche der Stadtverwaltung haben hervorragend zusammen gearbeitet um den ZOB in dieser relativ kurzen Zeit fertig zu stellen. Zum Schluss bedankte sich Bürgermeister Stobbe für die Geduld und das Verständnis welches Nachbarn und die Bürger im Zusammenhang mit dem Bau des ZOB aufgebracht haben.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

Das rote Band wird durchschnitten  - der ZOB ist eröffnet. Foto: Linde Arndt

Das rote Band wird durchschnitten – der ZOB ist eröffnet. Foto: Linde Arndt

Manchmal gelingt es ja – eine Zäsur

Konstituierende Sitzung 2014 in Gevelsberg  Foto: Linde Arndt

Konstituierende Sitzung 2014 in Gevelsberg Foto: Linde Arndt

[jpg] Die Kommunalwahl ist nun vorbei. Die Stadträte und ein Bürgermeister sind vereidigt und jetzt könnte und sollte man das Vergangene abstreifen und was Neues wagen. Mutig mit Fortune voranschreiten. Eine Stadt ist da auf einem guten Weg. In Gevelsberg hatte der Rat sich nach der Wahl des alten und neuen Bürgermeisters Claus Jacobi konstituiert. Die Mehrheitsverhältnisse hatten sich nicht dramatisch verändert, eher hatte der Wähler die bestehende Mehrheit verstärkt, wohl als Vertrauensbeweis. Die Ratsmitglieder, als auch die vielen Besucher, waren sich des feierlichen Augenblicks bewusst. Und es war Bürgermeister Jacobi vorbehalten, etwas nachdenklich zu warnen, dass es keine Selbstverständlichkeit sein sollte hier in dem Rathaus zu sitzen.

So führte Jacobi aus “Das ist bei einem Blick auf die Weltkarte überhaupt nichts Selbstverständliches, also eben kein Naturzustand, sondern etwas, das erst geschaffen werden musste und für das Generationen von Demokratinnen und Demokraten vor uns gestritten haben.“ Unsere Demokratie verpflichtet uns immer wieder, Tag für Tag für unser aller Gemeinwohl einzustehen.

Ennepetaler Ratsmitglieder Foto: Linde Arndt

Wahlsonntag 2014 in Ennepetal  Foto: Linde Arndt

Ganz anders in Ennepetal. Verhaltene Stimmung war angesagt, die SPD ist zwar stärkste Partei, weiß sich aber noch auf einem Orientierungspfad – Unsicherheit ist angesagt. Keiner der 42 Ratsmitglieder weiß wohin die Reise geht, außer man sichert sich erst einmal die eigenen Pfründe. Aber das hatten wir ja schon nach der vorherigen Wahl, warum sollte es jetzt anders werden. So machte die SPD schon mal ein paar Kraftübungen um zu zeigen, wir sind die Stärksten. Nur was nutzt Stärke wenn man diese nicht einsetzen kann, umsetzbare Inhalte müssen her. Alibiveranstaltungen kann jede Stadt, mit Rhetorik kann man eben keine Stadt bewegen, man erzeugt lediglich ein Gefühl der Leere. Und Leere gibt es in Ennepetal genug. Ob die nächsten 6 Jahre den politischen Stillstand in Ennepetal verstetigen werden, man sollte das beobachten. Ziele wurden nur vom Hauptverwaltungsbeamten Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen vorgetragen, die stehen, wie sollte es anders sein, unter dem wirtschaftlichem Primat. Bestenfalls hat der Sport noch eine Chance auf die Agenda der Ennepetaler Politik zu gelangen.

Schwelmer Rat in der Städtischen Sparkasse zu Schwelm  Foto: Linde Arndt

Schwelmer Rat in der Städtischen Sparkasse zu Schwelm Foto: Linde Arndt

Die Schwelmer Ratsmitglieder haben ja einiges gutzumachen. Hatten sie doch in den letzten 5 Jahren viele gute Projekte vermasselt. So auch voller Stolz und Häme einen Investor mit 20 Millionen vertrieben. Noch heute spricht man über diesen Investor, dem man gezeigt hat was eine Harke ist. Der Klugheit des Investors ist es zuzuschreiben, dass Schwelm keinen weiteren Schaden genommen hat. Und so geriet die konstituierende Sitzung des Rates von Schwelm etwas spezieller.

Nachdem die nicht mehr im Rat vertretenen Ratsmitglieder mit ein paar netten Worten in aller Enge verabschiedet wurden, ging es sofort zur Sache. Ach ja, der Rat der Stadt Schwelm hat ja kein Rathaus mehr und tagt jetzt im Sitzungssaal der Sparkasse Schwelm, die Gustav – Heinemann – Schule tut es ja auch nicht mehr. So gerät jede Schwelmer Ratssitzung zur Wandersitzung. Der Schwelmer Rat hat zwar Geld für eine Dreifachsporthalle, für die Reparatur seines Rathauses haben die Schwelmer nur das Geld um ein paar Gutachten von einigen tausend Euro zu bezahlen. Nun hat Schwelm zwar ein Rathaus, muss aber wegen des Dachschadens in anderen Gebäuden tagen. So nebenbei stellte man auch verdutzt fest, dass ein Ratsmitglied im neuen Rat einen Behindertenstatus hat. Und da der Aufzug im uralten Rathaus keinen Rollstuhl aufnehmen kann, würde dem behinderten Ratsmitglied die Teilnahme an den Ratssitzungen verwehrt. Beschämend für die  Schwelmer Politik, konnte sie den Aufzug doch schon seit Jahrzehnten besichtigen. Noch ein Grund dem alten Ratssaal im Rathaus ade zu sagen. Dererlei Probleme werden dem Verdrängungsprozess des Rates übergeben.

Vereidigung  Foto: Linde Arndt

Vereidigung Foto: Linde Arndt

Die Ratsmitglieder wurden recht flott vereidigt. Nahtlos inszenierte der Rat der Stadt Schwelm seine mehr als peinlichen Auftritte. Die Wahl des dritten Bürgermeisters wurde der Stadtverwaltung als Geldverschwendung angelastet. Herr Schwunk (FDP) sah ein Einsparpotenzial, welches die Stadt aus dem Haushaltssicherungskonzept (HSK) entlassen könnte. 6 Millionen durch rund 5.000,– Euro einzusparen, ist ein guter Taschenspielertrick. Oliver Flüshöh (CDU) beendete die Diskussion indem er als Vorsitzender des örtlichen Roten Kreuzes, seine Mitglieder für ihr Ehrenamt oder die langjährigen Blutspender nicht durch irgendjemand gewürdigt sehen wollte, Flüshöh fände es beschämend für die Stadt wenn kein Bürgermeister kommen könnte. Letztendlich wurde Frau Gießwein (Bündnis90/Die Grünen) mit den Stimmen von CDU/SPD gewählt. Bleibt allerdings anzumerken, dass es der neuen Partei „Die Bürger“ nach einer ungeschriebenen Tradition zu gestanden hätte. Tradition ist offensichtlich nur gut wenn sie einem selber zu Gute kommt. Schwelm wäre aber nicht Schwelm, wenn nicht auch noch der letzte Rest von Würde im Sitzungssaal hinaus expediert worden wäre. Herr Feldmann (Die Linke) musste noch mal schnell die Stadtverwaltung vorführen. Er hatte im vorigen Jahr eine Frage nicht beantwortet bekommen.

Jürgen Feldmann, Schwelm (Die Linke)  Foto: Linde Arndt

Jürgen Feldmann, Schwelm (Die Linke) Foto: Linde Arndt

Welche und wann? Das sollte die Stadtverwaltung stante pede in dieser Sitzung erraten. Nach einiger Zeit hatte die Stadtverwaltung diese Frage auch, nur, es stellte sich heraus, dass diese Frage missverständlich war. Die Stadtverwaltung bat denn auch um Aufklärung, allerdings telefonisch bei der Kollegin Lubitz (Die Linke). So drehte sich das Ganze und Herr Feldmann (Die Linke) stand im Unrecht. Eine normale Entschuldigung, die hier angebracht gewesen wäre, kann man offensichtlich von einem Ratsmitglied nicht erwarten. Schwelmer Ratsmitglieder stehen außerhalb der gesellschaftlichen Etikette. Aber es ging ja noch weiter, man wollte sicher sein der konstituierenden Sitzung die Würde entzogen zu haben.

Jürgen Kranz SWG/BFS  Foto: Linde Arndt

Jürgen Kranz SWG/BFS Foto: Linde Arndt

Herr Kranz (SWG/BfS) wollte den Ratsbeschluss zur Neuanlage der Kantstraße wieder in den Rat zur Beratung zurück haben. Er wusste zwar, dass die Aufträge alle vergeben waren und durch eine Rücknahme, der Stadt eine sehr hohe Konventionalstrafe auferlegt würde, aber was soll es, wir haben es ja. Gottseidank lehnte der Rat mit Mehrheit dieses kostenträchtige Ansinnen ab.
Würde, Demut, Niveau oder das Bewusstsein die Schwelmer Bürger zu vertreten, davon war der Schwelmer Rat weit entfernt.

Alles in Allem muss man sich wundern, warum die Gelegenheit nicht ergriffen wurde einen Neuanfang zu wagen. Denn eine konstituierende Sitzung stellt ja auch immer eine Zäsur im politischen Leben eines Gemeinwesens dar. So wird es in Schwelm und Ennepetal, da die Bürgermeister erst im nächsten Jahr gewählt werden, mindestens ein weiteres verlorenes Jahr geben.

Schade eigentlich.
Und was wird passieren? Die politischen Parteien werden sich und die Stadtverwaltung in Schwelm und Ennepetal belauern, wehe wenn einer eine brauchbare Idee als Vorlage in einer Ratssitzung auf die Tagesordnung bringt, ein Vorlagenmassaker ist ihm gewiss. Keiner darf einen Vorsprung haben, sonst könnte man ja nicht den Vorwurf der Untätigkeit während der Bürgermeisterwahl gegen den politischen Gegner gebrauchen.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

 

Die Ambivalenz der Stadt Schwelm

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Satelittenaufnahme Anlage Martfeld  (c) Google-Maps

[jpg] Wenn man die Geschichte von Haus Martfeld liest, liest man eine Geschichte einer durchaus sozialen Stadt Schwelm. Man erfährt von Wilhelm Erfurt und seiner Stiftung, der ein ziemlich verrottetes Haus Martfeld mit Tatkraft und Mitstreitern wieder aufbaute. Später lässt er den Haferkasten restaurieren, der Bibliothek wird das Antiquariat erhalten. Man erfährt von Eduard Schwamborn, der mit seinem Verein die Friedhofskapelle restaurierte, die vorher noch nicht einmal mehr als Funkerbude genutzt werden konnte. Man erfährt von dem derzeitigen Schwelmer Bürgermeister Jochen Stobbe oder dem Fraktionsvorsitzenden der SPD Gerd Philipp, die mit noch weiteren Mitstreitern die Gräfte (Wassergraben) von Haus Martfeld von Unrat und Abfall beseitigten – Jahr für Jahr. Schüler des Märkischen Gymnasiums stellten sich hin und machten für Besucher den Sinn der Gräfte von Haus Martfeld sichtbar. Es sind nicht alle die wir hier aufzählen können, die das Schloss so herrichteten das man es heute für ein Kleinod der Stadt Schwelm sieht. Ein Wahrzeichen für das jede Stadt einstehen würde. Der Aufbau dieses Kleinods ist ein klassischer Aufbau im Sinne des Denkmalschutzes, getragen von der Mehrzahl der Bürger.

Bürgermeister Jochen Stobbe beim 5. Stadtgespräch  Foto: Linde Arndt

Bürgermeister Jochen Stobbe beim 5. Stadtgespräch
Foto: Linde Arndt

Nur was nutzt das Denkmal wenn es nicht einer sinnvollen Nutzung zu geführt wird. Hans Neveling, der Leiter der unteren Denkmalbehörde und Stadtkonservator in Wuppertal, prägte immer den Anspruch, ein Denkmal ist niemals tot, vielmehr lebt es mit seiner Nutzung. Dahinter steht, ein Denkmal sollte sich selber wirtschaftlich tragen.

Haus Martfeld könnte etwas mehr an Besucherverkehr vertragen als es sich heute  darstellt. Und so war es ein Glücksfall, dass die biologische Station des EN-Kreises aus Ennepetal ein neues Zuhause suchte. Der Blick war auf die Kreisstadt gerichtet und letztendlich auf den Park um Haus Martfeld.

Wie gesagt, ein Glücksfall. Es entstand eine Win-Win Situation, die zwei zusammen brachte, die sich wunderbar ergänzen.

So wurde das 5. Schwelmer Stadtgespräch zum Anlass genommen, die Entscheidung der Ansiedlung der biologische Station vorzustellen. Es sollte ein Gespräch über die Inhalte und die Arbeit der Station werden. Und es sollte über die Lösung, wie die Stadtion sich in das Ensemble des Hauses Martfeld einfügt, gesprochen werden. Es kamen an die 100 Bürger der Stadt Schwelm. Änderungswünsche wollte man hören, ob man nicht was besser machen könnte.

Dirk Janzen, Biologische Station  Foto: Linde Arndt

Dirk Janzen, Biologische Station Foto: Linde Arndt

Auf der Agenda standen noch mehr Themen, Martfeld war jedoch das Hauptthema. Und zu diesem Hauptthema hatte man den Leiter der Station Dirk Janzen eingeladen, der über die Station Auskunft geben wollte. Die Redaktion von EN-Mosaik war auch gespannt was es nach Ennepetal denn neues geben würde, ob sich die Inhalte oder Zielsetzungen verändern würden. Immerhin wollte man ja eine neue Station bauen.

Es kam jedoch ganz anders. Eine Gruppe von Anwesenden dominierte die Versammlung, indem sie Randthemen zu Hauptthemen orchestrierte. Die Brücke über die Bahnstrecke zum Haus Martfeld, die von der Westfalenpost als baufällig erachtet wurde, war ein Thema. Tatsächlich hält die Brücke noch 10 Jahre aus und müsste dann untersucht werden. Was sicher sehr wichtig ist, nur erst in 10 Jahren. Man wollte aber doch heute wissen wie man dann Martfeld mit dem Auto erreichen könnte. Dann wollte man wissen wie es mit den Parkplätzen bestellt war, die ja für jedes Gebäude nach dem Baurecht bereit gestellt werden müssten. Die Gruppe hatte sich gut vorbereitet, sie wusste es müssen 17 Plätze sein, so hörte man. Das diese Plätze nur virtuell bereit gestellt werden, wurde so nicht dargestellt. Man sah sich schon zwischen den 17 Autos zu geparkt. Logischerweise folgte jetzt die Frage nach dem erhöhten Verkehrsaufkommen, der Eindruck verstärkte sich, es geht rhetorisch nunmehr um die Gestaltung einer Hauptverkehrsstraße. Ängste machten sich angeblich breit, dass man zu-geparkte Garageneinfahrten oder auch einen erhöhten Publikumsverkehr ertragen müsste. Das die Planung aus 5 Vorplanungen favorisiert wurde, wollte man nicht hinnehmen ohne die restlich 4 Planungsvorschläge gesehen zu haben.

Modellansicht Park  Foto: Linde Arndt

Modellansicht Park Foto: Linde Arndt

Modell der geplanten Station  Foto: Linde Arndt

Modell der geplanten Station Foto: Linde Arndt

Und jetzt meldete sich ein Besucher, ob man nicht einmal über die Station sprechen könne. Na man wird doch noch mal über die Ausgleichsparkplätze reden dürfen, das wäre wichtig, so die dominierenden Fragesteller. Und weiter ging es mit Verkehr, Parkplätzen, Besuchern, Bussen und Zufahrten wenn die Brücke mal nicht mehr befahrbar wäre. Nach fast 100 Minuten also über 1 ½ Stunden Brücke, Parkplatz und Co. meldete sich eine weitere Besucherin „ungeduldig“ und wollte über die Station sprechen. Ein einsamer Applaus, war die Folge.Inzwischen waren schon an die 20 Besucher gegangen, sie hatten das Interesse an diesem Stadtgespräch verloren. 124 Minuten, also über 2 Stunden waren nunmehr vergangen, kaum ein Wort war über die biologische Station gesprochen worden, jetzt wollten die Schwelmer nach Hause. Bürgermeister Stobbe bedankte sich und wünschte noch einen guten Abend. Was folgte, waren noch einzelne Gespräche bei der noch Informationen ausgetauscht  und die bereitgestellten Modelle besichtigt wurden.

Im Gespräch mit der dominierenden Gruppe erfuhr ich, diese Gruppe waren Anwohner und Besucher des Martfeld Parkes. Als helfende Hände waren sie sich zu schade; denn das, so sagte mir ein Paar, wäre ja wohl städtische Angelegenheit. Tolle Einstellung.

Anwohner und Gäste des Stadtgesprächs  Foto: Linde Arndt

Anwohner und Gäste des Stadtgesprächs Foto: Linde Arndt

Unter den Anwesenden waren auch die Stiftungsmitglieder verschiedener Schwelmer Stiftungen, die sich durch den Gesprächsverlauf sicherlich geohrfeigt sehen konnten. Denn so viel Egoismus und Gleichgültigkeit wie in diesen Gesprächen auftrat, schadet dem Erhalt des Kleinodes Haus Martfeld. Denn der Erhalt von Haus Martfeld, so ist das nun mal bei Gebäuden, muss irgendwie finanziert werden. Und das geht nun nur über eine sinnvolle kulturelle Nutzung, die zahlende Besucher anzieht. Die Stadt Schwelm kann den Erhalt nicht sichern, aber zahlende Besucher können es sehr wohl. Die Wilhelm-Erfurt-Stiftung für Natur und Kultur, der Schwelmer Verschönerungsverein, der Verein für Heimatkunde oder die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz stehen nicht immer mit prall gefüllten Geldbeutel herum um die Kulturpflege von einigen egoistischen Schwelmer Bürgern zu übernehmen, wenn solch ein Kulturgut wie das Ensemble Haus Martfeld wieder dem Verfall ausgesetzt wird. Die Liebe zu einer Stadt wie Schwelm sollte doch über die virtuellen Parkplätze stehen und zwar hier und heute.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

Schöne Aussichten für den Winterberg – Ein Zukunftprojekt geht in die Startphase

[la] Am 27. September 2013 wurden zwischen der Stadt Schwelm und der S-Projekt Schwelm GmbH, eines im Juli 2013 gegründeten Tochterunternehmens der Städtischen Sparkasse zu Schwelm, im Schloss Martfeld die Verträge  zur Erschließung des geplanten Wohngebietes Winterberg unterschrieben.

Es geht hierbei um ein außergewöhnliches Projekt. Nach einer öffentlichen Ausschreibung hat die Stadt Schwelm ein Grundstück mit einer Größe von rund 66.000 Quadratmetern am Winterberg an die S-Projekt Schwelm GmbH verkauft.

Um die Öffentlichkeit detailliert zu informieren, haben die S-Projekt Schwelm  GmbH und die Stadt Schwelm zu einer Pressekonferenz eingeladen. Nachdem Bürgermeister Jochen Stobbe die Anwesenden begrüßt hatte, bat er den Sparkassen-Vorstand Lothar Feldmann, der gleichfalls auch Geschäftsführer der S-Projekt ist, ein paar einführende Worte zu übermitteln.

Sparkassenvorstand Lothar Feldmann  Foto: Linde Arndt

Sparkassenvorstand Lothar Feldmann Foto: Linde Arndt

„Heut´ ist ein besonderer Tag für uns als Sparkasse.“, sagte dieser „denn wir betreten Neuland. Wir sind sehr froh gewesen, dass wir die Gelegenheit hatten, für unseren Träger, für die Stadt Schwelm, dieses Baugebiet zu erwerben und dann zu erschließen und zum einen den Schwelmer Bürgern und auch Neubürgern die Gelegenheit zu geben, individuell zu bauen. Das ist relativ neu für Schwelm, dass also ohne die Bindung an einen Bauträger die Möglichkeit besteht, dort sich zu verwirklichen. Wir haben damit aber auch die Chance als Sparkasse – wir sind ja zu 80 % an der S-Bau in Schwelm beteiligt – uns auch in diesem Bereich kompetent zu zeigen.“

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Frieder Altrogge, Geschäftsführer der S-Projekt Schwelm GmbH
Foto: Linde Arndt

Frieder Altrogge, Geschäftsführer der S-Projekt Schwelm GmbH, erklärte dann Einzelheiten des Projektes.
Geplant sind etwa 60 Baugrundstücke für Einfamilienhäuser und in einem Teilbereich fünf Grundstücke für Mehrfamilienhäuser. Das Gebiet wird über eine Ringstraße an zwei Stellen an die Frankfurter Straße angebunden. Außerdem ist eine Grünfläche mit Spielplatz geplant, die das neue Wohngebiet durchquert.

 

 

Vorstellung des Projektes Winterberg v.l.: Frieder Altrogge/

Vorstellung des Projektes Winterberg
v.l.: Frieder Altrogge, Geschäftsführer der S-Projekt /Ralf Schweinsberg, 1. Beigeordneter Stadt Schwelm / Bürgermeister Jochen Stobbe / Lothar Feldmannm, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Schwelm und ebenfalls Geschäftsführer der S-Projekt Schwelm GmbH / Michael Lindermann Mitglied des Vorstandes, Sparkasse Schwelm Foto: Linde Arndt

Am 19. Oktober 2013, um 11:00 Uhr, wird die S-Projekt Schwelm zusammen mit der LBS-Immobilien Schwelm eine Veranstaltung im Foyer der Sparkasse durchführen, in der das Vorhaben vorgestellt wird. Alle Interessenten sind
herzlich eingeladen. Um eine telefonische Anmeldung bei dem jeweiligen Kundenberater oder im Vorstandssekretariat Tel.: 02336-917-114 oder -115 wird gebeten.
Ab dem obigen Zeitpunkt stehen alle Informationen auch im Internet unter www.wohngebietwinterberg.de zur Verfügung.

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Schwelm

 

Scandinavische Verhältnisse in Schwelm

Foto: Linde Arndt

v.l.: Bürgermeister Jochen Stobbe / Eleonore Lubitz [Die Linke] / Oliver Flühöh [CDU] /
Marcel Gießwein [Bündnis 90 GRÜNE] / Michael Schwunk [FDP] / Gerd Philipp [SPD] Foto: Linde Arndt

[jpg] Wissen Sie was skandinavische Verhältnisse sind? Nein? Nun in gesellschaftspolitischen Bereichen streben die Skandinavier immer einen breiten Konsens an. Die Regierung setzt sich mit der Opposition zusammen um das anstehende Problem einer Lösung zu zu führen. Ein Bereich der immer in einem gemeinsamen Beschluss mündet ist die Bildung. Bildung ist immer für die Skandinavier eine Investition in Köpfe. Der soziale Gedanke als auch der bürgerliche Leistungsgedanke findet hier immer einen Ausgleich.

So fanden sich alle Fraktionensvorsitzenden des Schwelmer Rates und die Verwaltungsspitze im Schloß Martfeld ein um über die Ergebnisse ihrer interfraktionellen Beratungen zu berichten. Mitglied dieses Arbeitskreises waren noch die Schulleiter der betroffenen Schulen als auch die Schulaufsicht.

  • 2018 wird es nur noch drei  Grundschulstandorte in Schwelm geben.

  1. Ländchenweg 8

  2. Engelbertstraße 2

  3. Hattingerstraße 47

 

Die Städtische Katholische Grundschule Südstraße,  ist von dieser Entscheidung ausgenommen da diese Schule eine Konfessionsschule ist.

Die vorzunehmenden Um-, Aus oder Anbauten werden auch dem zukünftigen Inklusionsgedanken, der politisch noch umgesetzt werden muss, Rechnung tragen. Diese Entscheidung war notwendig geworden, weil die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren (auch) in Schwelm dramatisch zurück gegangen waren und sind.

So ist zu erwarten, dass die vom Land vorgegebenen Untergrenzen der Schülerzahlen als auch der Klassen in Bälde unterschritten werden. Nach den Richlinien (§ 6 Abs. 4 VO zu § 93 Abs. 2 SchulG NRW) müssen die Schulen im Eingangsklassenbereich eine Bandbreite von 18 – 30 SchülerInnen haben. Die Anzahl von 30 darf nicht überschritten werden  und in Ausnahmen dürfen die Klassengrößen 15 SchülerInnen sein.

Oliver Flüshöh [CDU Schwelm]  Foto: Linde Arndt

Oliver Flüshöh [CDU Schwelm] Foto: Linde Arndt

Dieser interfraktionelle Beschluss wird nunmehr dem Schulausschuss als gemeinsamer Antrag zur Erörterung vorgelegt der eine Empfehlung an den Rat der Stadt Schwelm ausspricht. Parallel werden die betroffenen Schulen informiert um über die Schulpflegschaften Gespräche einzuleiten. Es waren nicht nur Kostengesichtspunkte die zu dieser Entscheidung führten, vielmehr wollte man die Organisation der Grundschulen einmal grundsätzlich überdenken und sodann neu gestalten. Es war der breiteste Konsens der möglich war, so Oliver Flühöh von der CDU.

Das Jahr 2018 sollte allen Beteiligten einen langfristigen Entscheidungsrahmen bieten. Wobei Wert darauf gelegt wurde, dass die heute eingeschulten Kinder mit ihren Lehrern und in ihrer Schule bis zum Ende dieser Schulphase verbleiben können. Kein Kind sollte aus einer Klasse herausgerissen werden.

Jetzt liegt es an der Verwaltung die von der Politik vorgegebenen Entscheidungen zeitlich, planerisch und organisatorisch umzusetzen. Hierzu wird die Stadtverwaltung für alle Beteiligten einen Umsetzungsplan erstellen.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

Sparen war gestern in Schwelm

[jpg] Wir müssen sparen, so die FDP und CDU unisono. Die Decke im Rathaus kann nicht repariert werden – wir müssen sparen. Der ZOB (Zentraler Omnibus Bahnhof) soll am Bahnhof eine Willkommensatmosphäre bringen – wir müssen sparen. Eine neue Weihnachtsbeleuchtung müsste in der Innenstadt angeschafft werden, damit mehr Kunden nach Schwelm finden – wir müssen sparen. Das Hallenbad müsste renoviert und saniert werden – wir müssen sparen.
In der Zwischenzeit werden die Ratssitzungen aus Sicherheitsgründen in der Gustav-Heinemann-Schule abgehalten, weil das Rathaus weder saniert, repariert noch renoviert werden darf – wir müssen sparen. Die Gustav-Heinemann-Schule müsste aber selber renoviert werden, wie so vieles in Schwelm. Unter der Dunstglocke des Austeritätsdogmas von CDU (Oliver Flüshöh) und FDP (Michael Schwunk), die immerhin Mehrheitsführer im Schwelmer Rathaus sind, werden sämtliche Entwicklungen für Schwelm blockiert. Die Austerität, als das Sparen schlechthin, gerät bei diesen beiden Politikern zum Selbstzweck. Es werden sogar kostenpflichtige Gutachten bemüht um zu beweisen, nichts tun ist besser als wenn man Geld(Investition) ausgibt. Wobei die Gutachten nicht billig sind. Spricht man die Parteien an, so erhält man die patzige Antwort: Das ist eben so. Wie eben bei unartigen Kindern die erwischt worden sind.

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Oliver Flüshöh, BM Jochen Stobbe, Michael Schwunk
Fotocollage: Linde Arndt

Jetzt scheint sich der Wind jedoch gedreht zu haben und es soll wieder Milch und Honig ,trotz Schulden und Haushalts- sicherungskonzept (HSK), fließen. Die CDU will mit der FDP für die Schwelmer Fuß- ballvereine Kunstrasenplätze haben. Warum?

Weil „die Stadt Schwelm die einzige Kommune im Fußball- kreis Hagen / Ennepe-Ruhr des DFB ist, die über keine Kunstrasenplatzanlage verfügt.“
So die Begründung im CDU Antrag

Ein Kunstrasenplatz kostet auf 25 Jahre gerechnet rund 1 Million Euro an Gesamtkosten! Da muss erst der Unterbau des Platzes hergerichtet werden, der Kunstrasenbelag muss alle 12 Jahre erneuert und entsorgt werden. Und wofür? Damit sich die Spieler nicht mehr so schmutzig machen und weil die Nachbarschaft auch einen Kunstrasen besitzt. Dabei ist der Einsatz von Kunstrasen aus ärztlicher und sportlicher Sicht höchst umstritten, der Pflege- und Kostenaufwand gegenüber einem Naturrasen sehr viel höher und das Problem der Entsorgung ist für die Umwelt nicht gerade gut. Immerhin ist der Belag Sondermüll. Spitzenclubs, wie Bayern oder Dortmund, spielen auf Naturrasen.

Da scheinen die beiden Politiker zu tief ins Bierglas geschaut zu haben; denn während die Stadt für einen Kreisverkehr am Ochsenkamp bei der Schwelmer Bevölkerung 60.000,– Euro zusammen betteln muss, sollen für Fußballspielstätten Millionen locker gemacht werden?

Nun fällt bei diesem Antrag noch was anderes auf – die in Anspruch zu nehmenden städtischen Personalkosten.

Immer wieder werden Kosten für Gutachten und Studie angefordert, obwohl von Anfang an die Lebenserfahrung sagen sollte, daraus kann nichts werden. Warum? Um den politischen Gegner in Schwierigkeiten zu bringen? Das kommt einem Zuschuss für den eigenen Wahlkampf sehr nahe. Was allerdings auch ins Gewicht fällt ist das städtische Personal welches immer wieder vorgehalten werden muss. So werden für diesen Antrag, der sicher keine Auswirkung haben wird, 1 – 2 Personen der Stadt beschäftigt werden müssen. Austeritätspolitik bedeutet strenge Sparpolitik, dass heißt aber nicht, dass die noch verbleibenden finanziellen Ressourcen für heiße Luft ausgegeben werden müssen. Aber das Ego jeder dieser einzelnen Persönlichkeiten treibt schon seltsame Blüten. Sparen war gestern, heute schmeißen wir die ersparten Cents für nichts zum Fenster raus. Dabei ist alles so einfach, die Politik sollte sich darauf einigen welche Prioritäten sie setzen will um eine Stadt wie Schwelm nach vorne zu bringen. Aber warum einfach wenn man Geld für nichts rausschmeißen kann. Die Redaktion schaut schon erwartungsvoll auf die Haushaltsberatungen, wenn die gleichen Politiker dem Austeritätsdogma huldigen werden. Kunstrasen muss aber sein; denn die Nachbarn haben auch so was.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

 

Klavierkonzert der Extraklasse im Ibach-Haus

[la] Am Anfang stand eine Idee. Prof. Franz Xaver Ohnesorg wollte im Ruhrgebiet das weltweit wichtigste Pianistentreffen etablieren. Nach anfänglichen  ersten regionalen Erfolgen bemühte er sich  konsequent das Festival zu einer internationalen Bedeutung zu führen, welches inzwischen,  durch sein unermüdliches Engagement, den Initiativkreis Ruhr und die im Kulturhauptstadtjahr 2010 gegründete Stiftung und ebenso zahlreiche Sponsoren, eine beachtliche Größe erreicht hat. Im Jahr 2013 kann das Klavierfestival Ruhr auf eine 25-jährige Tradition zurückblicken.

Über drei Monate im Sommer  an mehreren Tagen der Woche, stellen sich  international bekannte Pianisten aber auch vielversprechende Nachwuchskünstler einem anspruchsvollen und kritischen Publikum.
Stationen wie Ruhrfestspielhaus, Recklinghausen – Philharmonie Essen – Mercatorhalle, Duisburg – Tonhalle Düsseldorf – Konzerthaus Dortmund und Harenberg-City Center,Dortmund  sind Zeugnis davon, welche Exklusivität dieses Festival erreicht hat.

Mit großer Intensität verfolgte Ulrike Brux ihren Plan, dieses bedeutende Festival mit hochkarätigen Künstlern nach Schwelm zu holen, was ihr bereits im Jahre 2012 gelungen war. So reiht sich jetzt auch das Ibachhaus in die Liste der Veranstaltungshäuser ein.

Prof. Franz Xaver Ohnesorg bei seiner Begrüßung im Ibachhaus Foto: Linde Arndt

Prof. Franz Xaver Ohnesorg bei seiner Begrüßung im Ibachhaus
Foto: Linde Arndt

Wer am späten Nachmittag des 13. Juli  das „Rote Klavier“, das Symbol des Klavierfestival Ruhr, vor dem Ibachhaus stehen sah, wusste, hier  steht ein Konzert von  höchstem musikalischen Niveau bevor.

Um 20:00 Uhr war es dann so weit. Der  Intendant der Stiftung Klavierfestival Ruhr, Franz-Xaver Ohnesorg, war wieder persönlich vor Ort und begrüßte mit herzlichen Worten  das Publikum.

Dann eröffneten Ya-Fei Chuang und Prof. Robert Levin das Konzert mit dem Vorspiel zu “Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner, in der Fassung für zwei Klaviere von Max Reger.
In Anbetracht des 200. Geburtstag von Richard Wagner und Giuseppe  Verdi, war das Programm mit Paraphrasen auf beide großen Meister abgestimmt.

 Weiter ging es mit:

  •  „O du mein holder Abendstern“ Rezitativ und Romanze aus der Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner (für das Klavier übertragen von Franz Liszt)
  • Franz Liszt |Sonate für Klavier in h-Moll
  • Gabriel Fauré |Souvenirs de Bayreuth aus: „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner  (für Klavier zu vier Händen)
  • Giuseppe Verdi |Aida. Hymne, Marsch und Tanz (Transkription für zwei Klaviere von Gabriel Pierné)
  • Emmanuel Chabrier |Souvenirs de Munich Quadrille aus „Tristan und Islode“von Richard Wagner  (für Klavier zu vier Händen)
Foto: Linde Arndt

Ya-Fei Chuang und Prof. Robert Levin
Foto: Linde Arndt

Ein gewaltiges Programm, was von den  beiden Künstlern einen enormen Einsatz forderte und mit einem kraftvollen Spiel aber je nach Partitur auch mit  sensiblem Einfühlungsvermögen von beiden mit Bravour bewältigt wurde.
Anhaltender Applaus des sichtlich begeisterten Publikums forderten die beiden virtuosen Künstler heraus, Gariel Fauré:  Dolly-Suite op. 56, 3. Satz „Le jardin de Dolly“ als Zugabe zu spielen.

Ein zusätzlicher Höhepunkt dieses Festabends war  der Besuch von Ute Schäfer (Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen), die von den Darbietungen der brillanten Künstler sichtlich beeindruckt und berührt war.

Vips-Klavierfestival

Ehrengäste im Ibachhaus. v.l.: Dr. Hans-Joachim Vits, Carina Stobbe, Bürgermeister Jochen Stobbe, Frau Vits, Landrat Dr. Arnim Brux, Ulrike Brux, Ministerin Ute Schäfer, Prof. Franz Xaver Ohnesorg
Foto: Linde Arndt

Es war ein emotionaler Abend, mit einem dankbaren  Publikum im intimen Ambiente des Ibachhauses. Erfolgreich  für die Veranstalter, die Künstler und nicht zuletzt die Sponsoren, durch deren Unterstützung diese Veranstaltung erst ermöglicht werden konnte.


Ein Dank gilt der Sponsoren-Initiative Schwelm:
Autohaus Schneider GmbH & Co. KG, AVU Aktiengesellschaft für Versorgungs-Unternehmen, Ennepe-Ruhr-Kreis, PASS GmbH & Co. KG –

ebenso auch an Dr. Hans-Joachim Vits und Gattin und Roland Hornig.


Linde Arndt für EN-Mosaik aus Schwelm