Wir sind auf einem gemeinsamen Weg, der Schwelm heißt

 

stobbe-im-interview[jpg] Schwelm sollte eigentlich auf sich stolz sein. Sollte? Nur, der politische Motor der eine Stadt nach vorne bringen sollte, stottert seit geraumer Zeit. Jedes normale Problem löst eine unendliche und ermüdende Debatte aus, die die Teilnehmer nicht zu einer Entscheidung für Schwelm bringt. Da ist das Rathaus, die Asylantenunterbringung, der ZOB oder da sind die Schulen, alles Probleme die lösbar sind. Und an diesen Problemen kann Politik beweisen, warum es sie gibt. Und da ist Bürgermeister Jochen Stobbe als oberster Verwaltungschef, der zwar einer Partei angehört, jedoch als Leiter der Verwaltung neutral dem Rat verpflichtet ist. Alle emotionalen Störungen werden durch einen neutralen Bürgermeister sicherlich auch registriert. Was liegt da näher als ein Interview mit Bürgermeister Jochen Stobbe zu vereinbaren um die Befindlichkeiten der Stadt Schwelm erfahrbar zu machen. Kurzer Anruf und wir bekamen unseren Termin. Wir schickten, wie üblich, die Fragen an das Sekretariat damit die Themenbereiche klar sein sollten.


Unter der Verantwortung von Bürgermeister Stobbe wurde das erste Eingangstor an der Oehde auf den Weg gebracht und demnächst fertiggestellt oder die Weihnachtsbeleuchtung erweitert. Durch sein Handeln wurde der Schwelmer Haushalt dabei nicht belastet.

EN-Mosaik:“Was kommt jetzt, der ZOB (‘Zentraler Omnibusbahnhof’)?“Stobbe: “Ich denke, jetzt sollten wir erst einmal stolz sein. Denn neben dem Haushalt ist es uns gelungen, dass Schwelmer sich für ihre Stadt finanziell einsetzen. Da waren die 20,– Euro uns genauso viel wert wie 1.000,– Euro. Jetzt wollen wir mal den Kreisverkehr und damit das erste Eingangstor für Schwelm bewundern. Wir haben aber noch mehr als den ZOB, wie zum Beispiel das Rathaus, anzugehen.

 

 

Im Zusammenhang mit dem ZOB wurde ansatzweise eine Bürgerbeteiligung sichtbar.

EN-Mosaik:“Streben sie eine politische Beteiligung der Bürger im Zusammenhang mit öffentlichen Investitionen an?

Stobbe: “Ich denke wir müssen lernen unsere Schwelmer stärker in solche Prozesse einzubeziehen. Gleichwohl sollten wir unsere Öffentlichkeitsarbeit neu und näher am Bürger ausrichten. Hier haben wir im Zusammenhang mit der ZOB Informationsveranstaltung einige Vorschläge bekommen, die uns aber auch zeigten, das wir mit unserer Planung nicht so weit von unseren Schwelmern weg waren.”

 

 

Stichwort Schulen: Die Schülerzahlen haben Werte erreicht, wo Schulschließungen unvermeidlich sind.

EN-Mosaik:“Sollte man nicht die Schwelmer Schullandschaft grundlegend neu organisieren?“

Stobbe: “Im Moment sind die politischen Akteure noch nicht in der Lage eine gemeinsame Schulpolitik zu definieren. Die politischen Meinungen sind weit auseinander um den Schwelmer Kindern eine Perspektive aufzuzeigen. Ich hoffe auf eine einsetzende, inhaltliche politische, Diskussion. Die Zielfrage sollte sein: Welche Abschlüsse können wir unseren Schwelmer Kindern in unseren Stadtmauern bieten und wo müssen wir evtl. eine Kooperation mit unseren Nachbarn eingehen. Wir alle müssen lernen, wie man im schulischen Bereich interkommunal etwas auf den Weg bringen kann. Hier in Schwelm haben wir zumindest eine Chance verpasst.

Für unsere Grundschulen haben wir aber eine gute Chance, klare und zielführende Lösungen zu erarbeiten.“

 

 

Die Anne-Frank-Schule in Bargteheide, eine Gemeinschaftsschule in Schleswig Holstein, hat den Titel “Deutschlands beste Schule 2013″ gewonnen.

EN-Mosaik: „Kann Schwelm solch eine Schule nicht organisieren?“

Bürgermeister Jochen Stobbe spicht über die Schulsituation Foto: Linde Arndt

Jochen Stobbe spicht über die Schulsituation
Foto: Linde Arndt

Stobbe: “Also organisieren könnten wir solch eine Schule in Schwelm schon. Es liegt jedoch an den ideologischen Schranken, die in den Köpfen einiger Politiker bestehen. Um solch eine Schule aufzubauen muss man einen dementsprechenden, mehrheitlichen politischen, Willen haben. Im Moment hätte solch eine Schulform politisch keine Chancen. Ich glaube jedoch, dass wir uns in Zukunft mit allen Kindern auf den Weg machen werden. Um unseren Lebensstandard zukünftig zu  halten, können wir es uns nicht mehr leisten Potentiale wegen eines überzogenen Standesdenkens liegen zu lassen. Im Förderschulen- bereich haben wir noch die Forderung nach Inklusionsschulen auf der politischen Agenda, hier können wir im Moment mit der interkommunalen Hasencleverschule in  Gevelsberg den ersten Schritt machen. Diese Schule wird in Zukunft die Albert-Schweitzer-Schule aus Ennepetal und die Pestalozzischule aus Schwelm aufnehmen. Von der Hasencleverschule werden wir dann Schüler auf die „normalen“ Schulen einschulen, soweit die personelle Situation es zulässt.  Für die Forderung nach kurzfristiger Umsetzung nach Inklusionsschulen fehlen allerdings noch die  politischen Mehrheiten.”

 

 

In anderen Städten gibt es Masterpläne, die eine langfristige Betrachtung in der Stadtentwicklung beinhalten und Perspektiven aufzeigen.

EN-Mosaik: „Kann Politik solche Pläne noch aufbringen? Meinetwegen, wie sieht die Mitte Schwelms in 2030 aus?“

Bürgermeister Jochen Stobbe Foto: Linde Arndt

Bürgermeister Jochen Stobbe
Foto: Linde Arndt

Stobbe: “Im Jahr 2008 haben wir ein gemeinsames Stadtentwicklungskonzept „Zukunft Schwelm“ auf den Weg gebracht. In diesem Konzept steht vieles was man als Grundlage für einen Masterplan nehmen    könnte. Nur ich habe den Eindruck, viele haben dieses Konzept nur gelocht und dann abgelegt. Zu diesem Konzept haben wir keine Umsetzungsstrategie. In sofern haben wir keinen Masterplan auf den wir aufsetzen könnten. Wenn wir aber unsere Innenstadt ansehen, wie das Brauereigelände,  Schwelmer Center, Sparkasse, Drosselstraße oder die Zentralisierung der Verwaltung, so können wir schon ein großes Paket sehen, was auf dem Weg ist. Eine klare Beschreibung sieht man hier jedoch nicht.“




Reden wir über das Schwelmer Image oder ein Standortprofil, was nach innen und außen kommuniziert werden sollte.

EN-Mosaik: „Wie sehen sie Schwelm: antiquiert, modern, konservativ, rückständig, traditionell, altmodisch oder progressiv? Und wie würden sie Schwelm gerne sehen?”

Schloss Martfeld Foto: Linde Arndt

Schloss Martfeld Foto: Linde Arndt

Stobbe: „Eine Stadt wie Schwelm beinhaltet mit seinen Bürgern zuerst einmal alle erdenklichen Eigenschaften.  Die Frage ist doch, welche Eigenschaft dominiert die Stadt. Und hier kommen wir jedoch zu den Werten die Schwelm kommuniziert. Hier denke ich, dass Schwelm sich unter Wert verkauft. Schwelm könnte, wenn ich mal einen älteren Begriff wählen würde, stolz auf sich sein. Ist es aber nicht. Und das vermag ich nicht nachzuvollziehen. Wir müssen  uns viel mehr nach außen darstellen, jedoch würde ich diese Außendarstellung an einer Realität ausrichten die uns in Summa sympathisch aber auch      attraktiv für uns und andere macht. Hier verkaufen wir uns schlecht. Und ich denke wenn wir uns neu mit der Gesellschaft für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung (GSWS) aufgestellt haben, werden wir dieses Thema priorisieren. Wir müssen ein klares Profil nach innen und außen kommunizieren, welches uns dann als einen Wirtschaftsstandort ausweist, den man nicht außer acht lassen sollte. Um es auch mal so zu sagen: Wir müssen vom ICH zum WIR. Und dieses WIR sollten wir auch annehmen wollen. Denn wir haben immer als Schwelmer was zu bieten gehabt, womit wir uns auch identifizieren konnten. Komisch ist immer für mich, wenn fremde Investoren mir erzählen, wie schön es doch bei uns ist und dass sie es nicht bereut haben hier in Schwelm zu wohnen und zu arbeiten.”


Bei der Wuppertaler IKEA Ansiedlung mit seinem Homepark wurde von der Staatskanzlei eine bis zum Juni 2014 befristete Untersagungsverfügung zugeleitet. Trotzdem macht Wuppertal weiter. Rechtsanwalt Dr. Olaf Bischopink aus Münster spricht in diesem Zusammenhang von Rechtswidrigkeit, die den Beteiligten in Wuppertal auch klar sein müsste.

EN-Mosaik: „Kommt es zu einer Klage der immerhin 24 Gegner des Wuppertaler IKEA Homeparks?”

Stobbe: “Wenn sich der Fall IKEA so weiter entwickelt, wird es zu einer gemeinsamen Klage kommen. Wir  müssen unsere Schwelmer Innenstadt schützen. Ich will nochmal betonen, nicht IKEA ist das Problem, sondern der Homepark ist das Problem. Denn was dort in der Planung an Verkaufsfläche entstehen soll, kann Schwelm in Summe an Verkaufsfläche bei weitem nicht aufbieten. Wenn wir uns also nicht anders einigen können, müssen wir den Klageweg beschreiten.“

Redaktion: Die Ansiedlungbemühungen eines IKEA Homeparks in Lübeck wurde durch die

                  Kommunen Bad Schwartau und Neustadt in Holstein und den unterstützenden Kreis

                  Ostholstein mit der Klageeinreichung in Schwierigkeiten gebracht.

 

 

Die Fallzahlen „Asylanten“ sind Jahr für Jahr um fast 50% in Deutschland gestiegen. Kriegsgebiete haben wir ja genug auf der Welt. Allein bis April hatte die Bundesrepublik schon 40% der Fallzahlen von 2012 erreicht. Zu den Asylanten kommen noch Menschen, die in wirtschaftliche Not geraten sind, Kriegsflüchtlinge, Verfolgte oder Menschen über deren Abschiebung nicht entschieden ist. Die Stadt sucht also geeignete Unterbringungsmöglichkeiten, um ihren gesetzlichen Verpflichtungen zu entsprechen. Dias Gebäude an der Wiedenhaufe hat keine Kapazitäten mehr frei.

EN-Mosaik:“ Drei Gebäude befinden sich in der Entscheidungsschleife der Stadt, wird die Lösung mit der OGS ( Offene Ganztagsschule ) favorisiert? Und rechnen sie nicht mit verstärkten Widerständen aus der Bürgerschaft?”

Stobbe: “Die ganze Fragen um die Themen über Asylanten und Menschen in Not ist offensichtlich ein Reizthema. Wobei ich denke, es reizt das Anderen, das Fremde oder das Unbekannte. Dies führt zu Ängsten die dann ein Ventil suchen. Wenn wir von der Wiedenhaufe und der Liegenschaft in der Altstadt sprechen, so wird hier etwas hoch gespielt was sich durch ein gemeinsames Gespräch auf Augenhöhe in den Bereich  von Normalität überführen lassen könnte. Den von der lokalen Presse hochstilisierte Fall aus der Wiedenhaufe sollte man sich einmal näher ansehen. Es war ein Deutscher in sozialer Not, der völlig  auf die schiefe Bahn gekommen war, der die Probleme in der Wiedenhaufe verursachte. Es war also  kein Asylbewerber. Durch die Berichterstattung bringen wir jedoch die Asylbewerber und Kriegsflüchtige  in Verruf. Wir müssen uns fragen, wie wollen wir mit dieser Problematik umgehen. Denn die Kriege in Syrien, Mali oder anderswo treffen in der Regel immer die Zivilbevölkerung. Wenn man die Ängste schürt, so arbeitet man Gruppierungen zu, die wir in unserer Stadt nicht wollen.  Andere Bewohner deutscher Nationalität in dieser Einrichtung befinden sich in höchsten sozialen Nöten. Denen sind wir verpflichtet zu helfen. Ob wir aus einem christlichen Glaubensbild oder anderen Grundlagen tätig werden ist hierbei ohne Belang. Des weiteren sollte wir ihnen eine Chance geben sich in unserer Gesellschaft zu integrieren, Ausgrenzungen haben diese Menschen in der Regel genug erleben müssen. Das was im Moment durch die Presse geistert, geht nach meinem  Verständnis an der Wirklichkeit vorbei und stellt eine Überzeichnung dar. Ich denke, wir sind in der  Vergangenheit sehr verantwortungsbewusst mit diesen Themen umgegangen. Ich möchte nicht auch noch die Adresse raus geben, damit sich die Rechts-extremen an diesen Menschen vergehen“



EN-Mosaik: „Werden sie das Gespräch mit den Betroffenen führen?”

Stobbe: “Wir werden demnächst im Rat nochmals darüber diskutieren. Mit der Fachabteilung werde ich über einen nahen Gesprächstermin organisieren, so dass die Vorverurteilungen abgebaut werden können. Ich glaube, Aufklärung ist das bessere Instrument um weiter zu kommen.”

 

 

Im Zusammenhang mit dem ZOB (Zentralen Omnibusbahnhof) wollte der Schwelmer Unternehmer Burkhard Pass sich an der Finanzierung mit einer 5 stelligen Summe beteiligen. Die Stadt lehnte dies im Rat mit der konservativen Mehrheit ab. Die Schwelmer Familien Albano-Müller oder Wilhelm Erfurt hatten und haben sich immer in ihre Heimatstadt Schwelm sowohl ideell als auch finanziell eingebracht.

EN-Mosaik: “Will Schwelm nichts mehr mit seinen alteingesessenen Unternehmerfamilien zu tun haben?”

Bürgermeister Jochen Stobbe Foto: Linde Arndt

Bürgermeister Jochen Stobbe
Foto: Linde Arndt

Stobbe: “Nein, ganz klar nein. In diesem Zusammenhang möchte ich einmal auf die gemeinsame Interessenlage hinweisen. Wenn ein Unternehmen Besuch bekommt, und der Besuch kommt mit der Bahn steigt in Schwelm aus,  muss der Besuch ja nicht gerade mit solch´einem Bahnhofsvorplatz konfrontiert werden. Dies war die Gemeinsamkeit, die letztendlich zu diesem Angebot führte. Als noch das  Bahnhofsgebäude einer neuen Nutzung zu geführt werden sollte, habe ich mehrere Unternehmer   angesprochen um den städtischen Eigenanteil mit einer Kofinanzierung zu senken. Die Stadtverwaltung als solche war über dieses Finanzierungsangebot von Herrn Pass  höchst erfreut. Nur Teile  des Rates haben dieses Finanzierungsangebot in einem Zusammenhang gesehen, welcher nicht besteht, um es dann letztendlich mit diesen vorgeschobenen Gründen abzulehnen. Ich selber freue mich über jeden Unternehmer, ob Gewerbetreibender oder Dienstleister, der uns eine Unterstützung zu kommen lassen will. Ob das nun 100,– Euro für eine Weihnachtsbeleuchtung sind oder 50.000,– Euro für die Entwicklung eines zentralen    Omnibusbahnhofs. Ich glaube nicht, dass es Schwelm gut ansteht Unternehmer auszugrenzen, die der Stadt helfen wollen. Mir selber ist jeder Unternehmer gut, der sich uneigennützig für unsere Stadt Schwelm einsetzt. Wir sollten in Zukunft projektbezogen Kontakt mit Unternehmern aufnehmen um   dann eine Kofinanzierung anzusprechen, was letztendlich zu einer Identifizierung mit dem Projekt führt.”

 

Das Schwelmer Rathaus hat einen Zustand erreicht wo eine höhere Summe notwendig wäre um dieses Haus in einen akzeptablen Zustand zu bekommen. Das Dach ist runter gekommen und ist nur mit einer Plane überdeckt. Der Aufzug ist nicht für Behinderte geeignet, die müssten mit einem Stuhl durch die Büros getragen werden. Die sanitären Anlagen dürften heute nicht mehr so gebaut werden. Es ist über die Jahre ein Millionen Investitionsstau entstanden.

EN-Mosaik: „Wie weit ist Stadt mit dem Rathaus? Kommt es zu einem Neubau?”

Stobbe: “Wir werden in Zukunft keine Sitzung mehr in diesem Rathaus durchführen können, so dass die Behinderten den Aufzug nicht mehr sehen werden. Zukünftig werden die Ratssitzungen in der Gustav-Heinemann-Schule dauerhaft abgehalten. Dort haben wir eine barrierefreie Situation. Bis jetzt war es doch recht unfair, musste der Behinderte sich für eine Sitzung ankündigen damit die Stadt Schwelm dann für      einen barrierefreien Zugang sorgen konnte. Im Rathaus  sind das Bürgerbüro und der Fachbereich  IV (Familie und Bildung) barrierefrei zu erreichen. Im Moment diskutieren wir über verschiedene  Lösungs-möglichkeiten im Hinblick, wie groß soll unser Rathaus denn sein. Jetzt tauchten nochmals Zweifel am angedachten Standort auf. Ich denke wir werden in den nächsten Wochen und Monaten Klarheiten schaffen, wohin die Reise gehen soll.”

 

EN-Mosaik: “Heißt das bauen?”

Stobbe: “Es heißt im Augenblick wahrscheinlich, bauen ja. Aber in sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Es  gibt einen interfraktionellen Antrag, der auch das Rathaus betrifft, in welchem die Zentralisierung der Verwaltung angesprochen wird. Das die derzeitige Situation dauerhaft nicht haltbar ist, ist  allen Beteiligten klar. Wir brauchen sicher noch etwas Zeit um eine allseits befriedigende Lösung für unser Rathaus zu finden. Ich will die Entscheidungsfindung nicht bewerten, meines Erachtens haben die Gutachter eine klare Sprache gesprochen. Aber, wie gesagt, wir haben zumindest die Erkenntnis  gewonnen, so geht es nicht weiter. Mit dem jetzigen Gebäudebestand können wir sicher nicht  zufrieden sein, sei es im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen, sei es im Hinblick auf die überflüssigen Kosten, die das Gebäude verlangt oder auch indem wir unser Rathaus nicht gerade als Repräsentanz der Schwelmer Bürgerschaft sehen können.

Noch was zum Rathaus: Wir haben in der Vergangenheit nie die Investitionen gemacht die solch´ ein   Gebäude verlangt. Jetzt sind wir in der Situation, dass wir investieren müssen was letztendlich auch    zum Sparen führen wird, indem wir die Kosten dadurch senken.”

 

 

EN-Mosaik:“Sprechen wir über Sparen. Sehen sie das blinde Sparen als das Non plus ultra?“

Stobbe: “Ich denke allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, nur durch sparen kommen wir zu höheren Kosten. Wir arbeiten immer nur für den Moment, indem wir nur für Ersatzbeschaffungen sorgen. Wir bemerken jedoch nicht, wenn die Zyklen der Ersatzbeschaffungen immer kürzer werden, die ja im Grunde auf eine Neuinvestition hinweisen. Wir müssen uns mehr Gedanken um die Investitionen machen, die uns   eine ansprechende Sparrate bringt. Insofern ist das Sparen nur eine Seite einer Medaille die zu einem ausgeglichenen Haushalt führt.”

 

Das Interview führte Jürgen Gerhardt

Historische Bibliothek Haus Martfeld – 4. Veranstaltung der Lesereihe 2013

 

Historische Bücherei Schloss Martfeld   Foto: Linde Arndt

Historische Bücherei Schloss Martfeld Foto: Linde Arndt

[Schwelm] Liebe Freundinnen und Freunde alter Bücher,

hiermit möchte ich Sie herzlich einladen in das Foyer des Hauses Martfeld zur 4. Veranstaltung der Lesereihe „Altes neu entdeckt! Historische Literatur – moderne Themen“.

Am Mittwoch, dem 19. Juni 2013 werden wir uns ab 18 Uhr mit dem interessanten Thema
„Gesundbrunnen und Heilung“ beschäftigen.
Herr Dr. Klaus Figge hat zu diesem Thema viel Historisches zusammengetragen und auch seine Betrachtungen als Schwelmer Bürger und Anrainer formuliert.

Unterstützt wird er von Frau Heidemarie Kube, die u.a. Passagen aus Friedrich Christoph Müllers Beschreibungen aus dessen „Choragraphie von Schwelm“ von 1789 vorträgt.

Der Eintrittspreis beträgt 2,00 €, die zur Restaurierung der historischen Bücher verwendet werden.

Das Schloss-Restaurant Martfeld bietet wieder passend zum Thema des Abends und im Anschluss an die Lesung ein Brunnenkressesüppchen zum  Preis von ca. 5,00 € an.

Es freuen sich auf Ihr Kommen

Sponsoren

Verein für Heimatkunde Schwelm e.V.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Weidner
Leiterin des Kulturbüros und der Musikschule

Sommerpause im ProCity-Büro

[ProCity Gevelsberg]

Das ProCity-Büro in der Gevelsberger Fußgängerzone ist bis zum 8. Juli urlaubsbedingt geschlossen. In dringenden Fällen ist der ProCity-Vorsitzende Werner Tasbier unter der Nr. 02332/2910 telefonisch erreichbar. ProCity-Gutscheine sind wie immer erhältlich in der Hauptstelle der Stadtsparkasse Gevelsberg, bei der Deutschen Bank Gevelsberg und bei der Märkischen Bank Gevelsberg.

Das wird teuer – Kultgarage die zweite

[la] Eigentlich wäre es längst eine Überlegung wert, die Aufführungen der „KultGarage“ (Veranstalter: EnnepeKultur, eine Coopertation der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld und der Stadt Ennepetal) in größere Räume zu verlegen. Man würde jedoch dann gerade das vermissen, was diese Veranstaltungen ausmacht. Ein kleines, intimes Theater mit unverwechselbarem Charme und kuscheligem Flair. Etwas Besonderes eben und inzwischen wirklich Kult.

Pressefoto Thilo Seibel

Pressefoto Thilo Seibel

Und so ist es auch nicht verwunderlich, wenn „die zweite“ Kultgarage 2013 bereits ausgebucht ist, denn das Interesse steigt. Unsere Empfehlungen daher, sich schon jetzt auf folgender Seite das Programm 2013 anzuschauen und rechtzeitig zu buchen, damit Sie bei einer der nächsten Veranstaltungen wenigstens dabei sein können. Jetzt wäre es nur möglich, wenn einer der Gäste seinen Termin nicht wahrnehmen könnte und dadurch ein Platz zur Verfügung stünde.

Auch am kommenden Freitag wird es wieder außergewöhnlich spannend und entspannend, wenn vor Ort ein spitzzüngiger Satiriker wie Thilo Seibel die Lachmuskeln seiner Zuschauer und -hörer mit aktuellen politischen Fehleinschätzungen reizt. Es hat schon eine feine Doppelsinnigkeit, wenn Thilo Seibel gerade in einem Geldinsstitut davon spricht „Das wird teuer“.

 

 

 

Thilo Seibel am 14.6.2013 ab 20:00 Uhr,
Einlass 19:30 Uhr, Seiteneingang Südstr, in der Kultgarage
Sein Programm „Das wird teuer – ein Polit-Handwerker greift durch“

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Große JeKi Aufführungen der Musikschule Gevelsberg

[Gevelsberg] Am 16. Juni 2013 ist es wieder soweit: Instrumentalschülerinnen und Schüler des 2. bis 4. Unterrichtsjahres „Jedem Kind ein Instrument“ (JeKi) stellen sich erneut musikalisch einem großen Publikum vor. Neun Monate lang wurden sie in den verschiedenen Gevelsberger Grundschulen von den Lehrkräften der Musikschule auf verschiedenen Instrumenten unterrichtet. Bei dem großen Auftritt werden alle Beteiligten nun in zwei spannende Klanggeschichten eingebunden, die von Elisabeth Rex extra für die JeKi-Kinder geschrieben wurden.

Jeki-Schüler beim Geigenspiel  Foto: Linde Arndt

Jeki-Schüler beim Geigenspiel Foto: Linde Arndt

Das Stück „Die Ennepe“ wird von den Kindern des 2. JeKi-Jahres aufgeführt und dauert von 15:00 bis 15:45 Uhr. Die Kinder erleben dabei einen Tag im Leben der Ennepe, unseres kleinen Heimatflusses.

Das 3. – 4. Jeki-Jahr führt das Stück „Grillenzauber“ auf (Dauer: 17:00 bis 18:00 Uhr). Lilli und Mecki, zwei Grillenkinder, fiebern dem großen Orchestertreffen ihrer Großfamilie entgegen, bei dem sie zum ersten Mal selber mitspielen dürfen. Doch bis es zum musikalischen Genuss kommt, gibt es erstmal ein paar Probleme zu lösen.

Beide Konzerte finden in der Aula Schulzentrum West statt. Kleine und große Musikfreunde sind herzlich willkommen!

Weitere Informationen erhalten Sie unter Tel. 02332/2851.

Frauencafé Gevelsberg trifft sich im Bürgergarten

[Gevelsberg] Das Frauencafé Gevelsberg ist am kommenden Mittwoch, den 12. Juni von 16 bis 18 Uhr zu Gast im interkulturellen Bürgergarten. Die Cafèfrauen laden interessierte Bürgerinnen herzlich um 16 Uhr zum Picknick ein, während die stellvertretende Bürgermeisterin Annette Bußmann die Idee des Bürgergartens vorstellen wird.

Manche sind beides: engagierte Caféfrauen und leidenschaftliche Gärtnerin. Andere wollten den Bürgergarten immer schon mal kennenlernen. Gemeinsam wollen sie das Zusammenleben in Gevelsberg beflügeln. Die einen bewirtschaften gemeinsam einen Garten und kommen dabei ins Gespräch. Die anderen erweitern ihren Horizont im Gevelsberger Frauencafé – einem kulturenverbindenen Treffpunkt für Frauen.

Wer das eine oder das andere gerne kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen.

Interessierte Bürgerinnen treffen sich um 16 Uhr vor dem Eingang zur Realschule an der Wittener Straße in Gevelsberg. Dort wird Jugendzentrumsmitarbeiterin Adriana Ruiu die Frauen empfangen und zu dem etwas versteckt liegenden Bürgergarten mitnehmen. Wer später kommt und den Garten nicht findet, kann sie an dem Nachmittag unter der Nummer 0162 549 15 90 erreichen.

Wer kann, bringt etwas zu essen und zu trinken mit. Auf einen sonnigen und inspirierenden Nachmittag freuen sich die Caféfrauen in Gevelsberg.

Kontakt zum Frauencafé: am 12.6.13 Adriana Ruiu unter 02332/ 557012 und ansonsten bei der Gleichstellungsbeauftragten Christel Hofschröer unter 02332/ 771124 oder christel.hofschroeer@stadtgevelsberg.de.

Wo die Lieder hell erklingen

[jpg] Martfeld mit seiner Parkanlage ist schon ein Schmuckstück. Diese naturmodellierte Anlage ruft geradezu nach kulturellen Veranstaltungen. So soll es denn auch ein „1.Chorfest Ennepe-Ruhr“ am 30. Juni 2013 am Haus Martfeld mit dem Titel “musik-gENnuss” geben.

Hagen hatte im Stadtgarten in dem vergangenen Jahr ein Chorfest, mit Erfolg wie zu hören ist. Jetzt werden die Stimmen der 23 Chöre Schloss Martfeld erobern.

Schloss Martfeld - Rückansicht   Foto: Linde Arndt

Schloss Martfeld – Rückansicht Foto: Linde Arndt

4 Standorte werden um das Martfelder Schloß gebildet. So wird es neben dem Standort Romanik (ca. 600-1250), die Standorte Gotik (ca. 1150-1550) , Renaissance (ca. 1350-1600), und Barock (ca.1575 bis 1770 ) geben.  Zeitlich wird dies sicher eine reizvolle Musikreise werden. Wenn man die vielsprachlichen Lieder der Romanik ( 600 – 1250 ), herausragend, die Gregorianischer Choräle als Eingangsgesang nimmt, kann man schon ein gewisses prickeln verspüren aber auch die Ars nova des folgenden Zeitalters könnte am Schloß seine Zuhörer bringen. Man sollte jedoch seine Neugier mitbringen bei 23 erfahrenen Chören die es allesamt zu hoher Aufmerksamkeit gebracht haben. Und so wundert es nicht wenn sich Landrat Dr. Arnim Brux als Schirmherr gerne zur Verfügung gestellt hatte.

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Wo die Lieder hell erklingen …. Foto: Linde Arndt

Deutschland ist eines der reichsten Länder im Bereich des Liedgutes, Liebeslieder, Spottlieder, Revolutionslieder, Antikriegslieder, diese Lieder haben die Deutschen in ihrem Repertoire. Aber, es geht um das Singen. Steve Sloane, der Bochumer Generalmusikdirektor, schrieb einmal:

„Gesang ist Demokratie. Völlig unabhängig von Herkunft und sozialem Status kann jeder Mensch seine Stimme einsetzen, um sich auszudrücken. Das Instrument für`s Singen tragen wir ständig bei uns, eigentlich sind wir es sogar selbst.

Seit Urzeiten machen Menschen Geräusche, lassen Töne entstehen, entwickeln Verständnis für Harmonien und musikalische Zusammenhänge, einzig mit Hilfe ihrer Stimmbänder und Lippen, ihres Atems und ihrer Vorstellungskraft. So ist der Gesang die ursprünglichste, primitivste Form künstlerischen Ausdrucks und birgt gleichzeitig schier unbegrenzte Möglichkeiten zur Verfeinerung und Variation.

Gesang hat Macht. Er kann zu Tränen rühren, Mut machen, trösten, besänftigen.

Keine politische Bewegung, kein Land kommt ohne Hymne aus – die „Internationale“ ist da nur ein Beispiel. In Estland ging von einem traditionellen Chortreffen sogar der politische Umsturz, die
„Singende Revolution“ aus.“

v.l.: Bürgermeister Jochen Stobbe, Landrat Dr. Arnim Brux, XXL,  Foto: Linde Arndt

v.l.: Bürgermeister Jochen Stobbe, Landrat Dr. Arnim Brux, Jürgen Althaus (Vorsitzender des Bezirks V.,Chorverband Hagen-Ennepe-Ruhr) und Chorverbandsvorsitzender Johann Fiolka
Foto: Linde Arndt

Wir denken damit ist alles gesagt. Und weil das so ist wird es auch ein gemeinsames Singen um Schloß Martfeld geben, so der Vorsitzende des Chorverbandes Johann Fiolka.

Der anwesende Bürgermeister Jochen Stobbe konnte sich dem Charme des Vortrages nicht entziehen und wünschte ein gutes Gelingen.

 

 

 

 

 

 

Hier nochmal die Informationen:

1. Chorfest Ennepe-Ruhr „musik-gENuss“

30.Juni 2013 von 11:00 bis 18:00 Uhr

Am Haus Martfeld in 58332 Schwelm

Schirmherr: Landrat des EN-Kreises Dr.Arnim Brux

 

Teilnehmende Chöre:

MGV „Eintracht“ Kotthauser Höh 1860 e.V.

MGV „Bergeshöh“ Zurstraße 1907

Chorgemeinschaften Einigkeit Schwelm/Linderhausen

Kolpingchor von 1974 Schwelm

Schwelmer Mozartchor 1948

Männerchor Eisenwerke Müller

Volkschor Ennepetal

Heilenbecker Männerchor Ennepetal e.V.

Ennepetaler Frauenchor e. V.

Belcantos

La Voce 1989

Gemischter Chor 1864 Wengern e.V.

MGV 1864 Wengern e. V.

Grooving Voices

tonArt II III II

Heart Choir

Männerchor 1861 „Glück auf“ ehemals Witten-Bommerholz

MGV Westfalia Annen

MGV Gedern

MGV Stadtwerke Witten

Canzonas

Jugendchor DA CAPO

Kinderchor FUNNY FINGERS

Der Eintritt für alle Vorstellungen ist frei.

Sponsoren: EN-Kreis, Sparkassen und AVU

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

 

Breaking News 06. Juni 2013

[la] Es ist erst wenige Tage her (25.05.2013), da schrieb EN-Mosaik unter dem Titel Temporärer Beginn einer Kooperation über die Neuausrichtung der Veranstaltungen der Eventhalle Schwelm und stellte das Juni-Programm vor.
Inzwischen haben  zwei Veranstaltungen stattgefunden, die leider nicht den erhofften Erfolg im Hinblick auf die Besucherzahlen gebracht haben.

v.l. Ercelic, Bodo Hoffmann,  Foto: Linde Arndt

v.l. Dipl.-Ing. Israfil Erkilic , Bodo Hoffmann,Orhan Terzi/DJ Quicksilver
Fotos: Linde Arndt

So erreicht uns soeben vom neuen Eventmanager Bodo Hoffmann eine Pressemitteilung, die einen plötzlichen Stop der Veranstaltungen bedeutet.

Hier die ungekürzte Erklärung:

„Auf alleinigen und ausdrücklichen Wunsch des Inhabers der Eventhalle (Dipl.-Ing. Israfil Erkilic)  Schwelm teile ich mit, dass alle für den Monat Juni angekündigten Veranstaltungen hiermit ABGESAGT sind. Das betrifft auch die Kinderparty am Sonntag mit Kika- und Tabaluga-TV-Moderator Tom Lehel. Als Grund gab Herr Erkilic gegenüber meinem Organisationspartner Orhan Terzi/DJ Quicksilver an, dass die Besucherzahlen und der  wirtschaftliche Ertrag der vergangenen Veranstaltungen nicht  entsprechend waren…

Womöglich sollen die angekündigten Events zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden…

Sollten in Zukunft unter der Regie von Orhan Terzi und Bodo Hoffmann Events stattfinden, wären diese allein federführend.  Dies bezieht sich auf Werbung, Marketing, Presse etc.  Insbesondere wird der komplette Personalstamm durch uns gestellt.  Service, Gastronomie u.s.w.

Vermutlich waren die PR-Maßnahmen für den Monat Juni einfach zu kurzfristig und nicht umfangreich genug. Es braucht schon seine Zeit, bis sich derartige Veranstaltungen etablieren.

Ob, bzw. wie es weitergeht, wird sicherlich in den kommenden Tagen geklärt werden. Wir werden dann an dieser Stelle wieder berichten.
Unabhängig davon haben wir telefonisch vom Besitzer der Eventhalle, Herrn Dipl.-Ing. Israfil Erkilic, die Auskunft bekommen, dass diese Maßnahme keinesfalls die Veranstaltung des Heimatfestabends der Stadt Schwelm berührt, hier steht Dipl.-Ing. Israfil Erkilic zu seinem einmal gegebenen Wort.

 

Linde Arndt für EN-Mosaik
 

 

 

Was geht mich das an

[jpg] Nach der Wahl ist vor der Wahl. Ein alter Spruch für Dauerwahlkämpfer, die von der politischen Arbeit nichts halten. Städte und auch ganze Regionen sind von diesen Spezies bevölkert, denen die ihnen anvertrauten Gemeinwesen vollkommen egal sind. Es geht nur um Personen, die man irgendwie aus dem Rennen kicken muss. Da ist einem jedes Mittel recht um sein Ziel zu erreichen. Was uns dabei stört ist die billige und dumme Art wie man uns als Presse versucht vor diesen verlogenen Karren zu spannen.

In Schwelm war es mal wieder so weit. Bürgermeister Jochen Stobbe lud die Schwelmer zu einem Gespräch ein. Der Schwelmer Bahnhof soll nun endlich einen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) erhalten. Also wollte der Bürgermeister mal wissen ob die Schwelmer noch was zu dem Bahnhof zu sagen haben, gleichzeitig wollte er die Besucher über den neusten Stand dieses Bauvorhaben informieren.

Bürgermeister Jochen Stobbe erklärt am Bahnhof Schwelm den geplanten ZOB (Zentralen-Omnibus-Bahnhof) Foto: Linde Arndt

Bürgermeister Jochen Stobbe erklärt am Bahnhof Schwelm den geplanten ZOB (Zentralen-Omnibus-Bahnhof)
Foto: Linde Arndt

Und wie das so ist, ist solch eine Veranstaltung gleichzeitig eine Werbeveranstaltung des Bürgermeisters. Das machen die Bundeskanzlerin, die Minsterpräsidenten, die Landräte oder auch Oberbürgermeister, landauf und landab. Die nicht Regierenden tragen es mit Fassung. In Schwelm allerdings hatten sowohl die CDU als auch die FDP ihre Fassung verloren.

Bürgermeister Stobbe gab mit seinen städtischen MitarbeiterInnen, den AVU MitarbeiterInnen und dem AVU Geschäftsführer Thorsten Coß, den VER MitarbeiterInnen und dem Dipl.-Ing. Thomas Schulte fleißig Rede und Antwort. Währenddessen lief der Schwelmer Kämmerer und erste Beigeordnete Ralf Schweinsberg mit einem tragbaren Micro und Lautsprecheranlage herum um evtl. Stimmen der Bürger einzufangen. Es mischten sich unter die 50-60 Schwelmer Bürger die Schwelmer CDU und FDP Fraktion. Immer wieder wurde lautstark von den etwa 10 Politikern reklamiert, dass der Bürgermeister keine Fragen beantworten wolle. So versuchte der FDP Fraktionsvorsitzende Michael Schwunk, nebst seinem „Kumpel“ dem CDU Fraktionsvorsitzenden Oliver Flüshöh EN-Mosaik zu instrumentalisieren, indem beide auf unsere Redaktion einredeten, Bürgermeister Stobbe würde keine Fragen beantworten. Wir winkten ab. War es doch augenscheinlich, wie der BM mit den Schwelmern redete. Als wir unter die Menge gingen merkten wir als auch unsere Kollegen von den anderen Verlagen, dass  in Absprache die gleichen Informationen unter die Leute gestreut wurden und das bekanntermaßen von den zuvor benannten Parteien.

Die Frage ist jetzt: Haben die CDU und die FDP dieses Schmierentheater nötig? Und haben sie damit die politische Arbeit eingestellt? Wird es in Zukunft nur noch Schlammschlachten geben?

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Bürgermeister Stobbe im Gespräch mit interessierten Bürgern
Foto: Linde Arndt

 Zur Erinnerung: Der Bürgermeister einer Stadt steht der Verwaltung vor. Politisch gesehen ist er neutral, auch wenn er einer Partei angehört. Normalerweise kann er sich zurück lehnen und auf die Ideen seiner Ratsleute warten. Nur welche Ideen hatten die Ratsleute der Mehrheitsparteien bis heute? Ernst-Walter Siepmann (BfS) muss sich um die Geldbeschaffung des defizitären Schwelme Bades kümmern, hier springt die Stadt Schwelm weiter in erheblichem Maße mit einem Betrag von 70.000,– Euro für 2012/2013 dem Verein zur Seite. Die Stadt Schwelm befindet sich in der Haushaltssicherung. CDU und FDP haben sich bis jetzt durch die Umkehrung der Bismarckstraße verdient gemacht, sie haben Gutachten auf den Weg gebracht als Gegengutachten zur eigenen Verwaltung. Weiter haben sie sich als Blockierer für weitere politische Entwicklungen verstanden.

Das Rathaus, was den Schwelmer durch seinen Zustand jeden Monat einiges kostet, weil Entscheidungen blockiert werden, ist ein gutes Beispiel für diese Politik.

Und jetzt der Bahnhof. Jeder Besucher soll gefälligst weiter über die Straße stolpern, einen modernen Bahnhof mit den notwendigen elektronischen Anzeigemöglichkeiten, braucht Schwelm nicht. So produziert man ein positives Image. Toll. Den Zuschuss von immerhin 1,07 Mio. Euro von dem die Stadt Schwelm 131 tsd. Euro dazu legen muss, braucht die Stadt Schwelm auch nicht?

Es geht ja noch weiter. Warum, fragt sich die Redaktion von EN-Mosaik?

Nun, wir denken, es geht um die verletzte männliche Eitelkeit der beiden Herren Schwunk und Flüshöh. Nicht sie sind Bürgermeister, sondern ein anderer ist Bürgermeister. Und das, dass kann doch nicht sein. Und über diese Eitelkeiten vergessen beide Herren den Wahlauftrag und das in sie gesetzte Vertrauen der Schwelmer Bürger. Was geht sie das schon an. Tja, so spießig kann Politik sein. Kein Wunder wenn sich viele Bürger von der Politik abwenden.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

Update 06.Juni 2013 13:26h

Telefonisch hat uns ein Schwelmer CDU Mitglied erreicht, dem die Art der Präsentation seiner Partei während der Veranstaltung nicht behagte. Unsere Kritik sieht er zwar berechtigt, mahnt jedoch eine konstruktivere Kritik an.

Nun, es ist zwar nicht unsere Aufgabe Ideen zu entwickeln, aber wir stellen uns einmal diesem Ansinnen.

Was hat die CDU/FDP Koalition gehindert im Rahmen der CO2 Offensive die angestoßene E-Bike Idee von den Firmen AVU und VER zu erweitern und am Schwelmer Bahnhof eine E-Bike Station einzurichten. Diese könnte mit Ennepetal und Gevelsberg verbunden sein. Bezahlt werden könnte mit Smartphone.

Aber, das wäre wieder Politik für Schwelm. (JPG)

 

Die Habanera wird in Hagen gesungen

theater-hagen-logo

[jpg] L’amour est un oiseau rebelle (Die Liebe ist ein wilder Vogel) .“Carmen“, eine der meistgespielten Opern, wird am Samstag, dem 8. Juni 2013 um 19:30 im Hagener Großen Haus Premiere feiern. An dieser Oper kann man die Klassik im wahrsten Sinne des Wortes erkennen; denn sie erzählt von den ewigen Irrungen und Wirrungen des menschlichen Seins.

Es ist die sexuelle Revolution, die Gegensätzlichkeit von menschlicher Freiheit und selbstgewählter Gefangenschaft, bürgerlichem Spießertum, Egoismus, Narzismus, Lust, Tod, Eros, Anima und, und, und jede Menge Projektionen. Die Handlung spielt im Süden Spaniens, dort wo die Tradition Jahrhunderte zählt und wo das Licht am hellsten und die Luft am heißesten ist.

Prosper Mérimées Novelle von 1845 liegt dieser Oper zugrunde, die übrigens damals sehr gerne gelesen wurde. Bizet hat diese Oper in geradezu selbstzerstörerischer Weise geschrieben und fand nach der Uraufführung einen zu frühen Tod. Was an den Kompositionen so fasziniert, Bizet findet für sämtliche Charaktere eine eigene Melodie und darüber hinaus findet er eine eigene Komposition für die spanische Landschaft im Süden.

Zur Oper selber:

Im ersten Akt wird eigentlich schon alles festgemacht. Micaela, die „Verlobte“ von Don José, fragt auf der Wache vor einer Zigarrenfabrik nach ihrem Zukünftigem. Micaela ist eine schöne und liebe Frau, die sicherlich als Schwiegertochter von allen Eltern gewünscht würde. Später, als Don José anwesend ist, öffnen sich die Tore und die Arbeiterinnen treten auf, mitten unter ihnen, Carmen.

Carmen ist das Alter Ego von Micaela, emanzipiert, freiheitsliebend, lasziv, kurz, eine rassige Schönheit, die bei jedem Mann die Begierde weckt. Es folgt nunmehr die Habanera:

Auszug:

Die Liebe ist ein wilder Vogel
den kein Mensch jemals zähmen kann,
ganz umsonst wirst du ihn rufen,
er löst sich stets aus deinem Bann.

Kein Schmeicheln hilft und keine Wut,
der Eine spricht, der Andere schweigt:
es ist der Andere den ich bevorzuge,
er sagte nichts, doch gefällt er mir.

Liebe! Liebe! Liebe! Liebe!

Und ganz zum Schluss

….
auch wenn du mich nicht liebst:
ich lieb dich!
Und wenn ich liebe
wirklich liebe
gib acht auf dich!

Carmen ist das ewig fordernde Weib, sie fordert und warnt zugleich vor der Selbstzerstörung der eigenen Persönlichkeit durch Liebe – ihrer Liebe.

Es kommt wie es kommen muss, Don José verfällt Carmen und verliert alles was ihn bisher ausmachte, nur um mit Carmen zusammen zu sein. Nur die spielt mit ihm und will ihn nicht mehr, er ist ihr zu schwierig. Wollte sie ihn denn überhaupt? Da tritt Josés Alter Ego auf – Escamillo. Escamillo ist guter und beliebter Torrero, dem seine Fans zu Füßen liegen. Er kann alle haben. Er liebt nur einen Menschen, sich selber. Im Gegensatz zu José würde er nie eine Bindung eingehen. Das kurze Abenteuer, dass war es – die nächste wartet ja schon. Escamillo ist Carmens Mann. Sie schläft mit ihm und das war es, die reine Lust. José kann es jedoch nicht ertragen, Eifersucht plagt ihn. Er kann nicht mehr, José zerstört das was ihn zerstört hat – Carmen. Der Mensch Carmen wird ermordet und mit ihr stirbt die Freiheit des menschlichen Ideals. Eine wahrhaftige ewige Tragödie.

Musikdirektor Florian Ludwig Foto: Linde Arndt

Musikdirektor Florian Ludwig
Foto: Linde Arndt

Regisseur Anthony Pilavachi Foto: Linde Arndt

Regisseur Anthony Pilavachi
Foto: Linde Arndt

Generalmusikdirektor Florian Ludwig und der international bekannte Regisseur Anthony Pilavachi haben sich in Hagen zusammen getan um eine Carmen zu verwirklichen, die den Zuschauer anfasst und mit nimmt. Pilavachi fand besondere Aufmerksamkeit 1999 für seine Frankfurter Inszenierung des Fliegenden Holländers von Wagner. Aufgrund dieser Inszenierung wurde er zu einem Vortrag „Wagner heute“ vom Wagnerverband nach Berlin eingeladen.

Schon mit den ersten Takten will man den Zuschauer in das Stück holen. Kristine Larissa Funkhauser, die schon als Prinzessin Eboli in Don Carlo (Guiseppe Verdi) als Mezzo Sopran brillierte, wird den Zuschauer mit der Carmen in ihren Bann ziehen. Charles Reid als Don José, Frank Dolphin Wong als Escamilo und Jaclyn Bermudez als Micaëla werden die Stimmen sein, die den Zuhörer in ihren Bann ziehen werden.

Informationen

Carmen

Oper in vier Akten

Musik von Georges Bizet; Text von Henri Meilhac und Ludovic Halévy

Nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Florian Ludwig; Inszenierung: Anthony Pilavachi; Bühnenbild: Peer Palmowski; Kostüme: Bernhard Hülfenhaus; Licht: Ulrich Schneider; Chor: Wolfgang Müller-Salow; Kinder- und Jugendchor: Caroline Piffka, Alexander Ruef; Dramaturgie: Dorothee Hannappel

Premiere am 8. Juni 2013, 19.30 Uhr, Großes Haus

Weitere Vorstellungen: 11.6., 14.6., 28.6., 3.7. und 10.7.2013 – jeweils um 19.30 Uhr.

Wiederaufnahme in der Spielzeit 2013/14.

Karten unter 02331 207-3218 oder www.theater.hagen.de, an allen Hagener Bürgerämtern,

Tel: 02331 207- 5777 sowie bei den EVENTIM-Vorverkaufsstellen.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Hagen