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(v.l.) Beat Wismer (Generaldirektor der Stiftung Museum Kunstpalast), Bernd Desinger (Direktor Filmmuseum Düsseldorf),
Hans-Georg Lohe (Kulturdezernent Stadt Düsseldorf), Donata und Wim Wenders, Petra Müller (Geschäftsführerin der Film-
und Medienstiftung NRW), Marc Jan Eumann (Medienstaatssekretär des Landes NRW).                               Foto: Linde Arndt

[jpg] Wim Wenders ist einer der ganz Großen der Nachkriegsfilmgeschichte. Er ist neben dem verstorbenen  Rainer Werner Fassbinder einer der Mitbegründer der Sparte  „Neuer Deutscher Film“. Unter anderem hat sich Wim Wenders  mit den Autorenfilmern  im „Neuen Deutschen Film“, thematisch mit der Sozial- und Gesellschaftskritik befasst.
Sein letztes Werk „Pina“, ein 3D Dokumentarfilm, brachte ihn mit der unvergessenen und verstorbenen Wuppertaler Choreografin Pina Pausch zusammen. Beide unterhielten sich auch über das danach und was mit ihren Werken geschehen sollte, wenn sie nicht mehr wären. Pina und Wim kamen auf  das Lebenswerk von  Rainer Werner Fassbinder zu sprechen, der zu jung gestorben und dem es  nicht vergönnt war seinen Nachlass zu ordnen. Die später gegründete Stiftung „Rainer Werner Fassbinder Foundation“ durch Fassbinders Mutter Liselotte Eder war beiden ein Vorbild. Pina starb jedoch viel zu früh, noch vor Beginn des Filmes „Pina – tanzt,tanzt sonst sind wir  verloren“, um ihr Lebenswerk noch zu Lebzeiten zu ordnen. So war der Tod der beiden Künstler eine Mahnung um  gemeinsam mit seiner Frau, der Fotografin Donata Wenders, den Nachlass zu Lebzeiten zu ordnen.


Donata und Wim Wenders vor dem Plakat "Pina"    Foto :© Linde Arndt
  Ein Gespräch mit der NRW Ministerpräsidentin Hannelore Kraft brachte das Ehepaar Wenders mit den Menschen zusammen, die die planerischen und organisatorischen Voraussetzungen für eine Wim Wenders Stiftung schaffen konnten. Dass NRW und Düsseldorf der Sitz der Stiftung sein sollte war für Wim Wenders klar.

So traf man sich am Freitag, dem 14. Dezember in den Räumen der Film- und Medienstiftung NRW um glücklich diese gute Nachricht in der Öffentlichkeit zu verkünden.

Petra Müller, die Geschäftsführerin der Filmstiftung, übernahm sichtlich erfreut die Moderation der Runde, die sich zu diesem Ereignis zusammen gefunden hatte.

NRW Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann brachte von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft einen Scheck über 600.000,– Euro mit, die Stadt Düsseldorf, mit dem anwesenden Kulturdezernenten Hans Georg Lohe, legte 300.000,– Euro dazu und zu guter Letzt wollte die Kulturstiftung der Länder  nicht abseits stehen und legte auch 300.000,– Euro dazu. Das Ehepaar Wenders und Freunde, wie die „Toten Hosen“ brachten es auf nochmals 600.000,–Euro. Nun hatte man ein Stiftungskapital von 1,8 Millionen Euro zusammen.

Wenders, den man gut als Weltbürger bezeichnen kann, bekennt sich eindeutig zu Düsseldorf als seine Geburts-und Heimatstadt. „Hier hat mich mein Vater mit 4 Jahren aus dem Rhein gefischt“ und  „hier habe ich in den Trümmern des in der Nähe liegenden Ehrenhofes gespielt“, so Wim Wenders. Die Stiftung wird in den Räumen der Filmstiftung ihre Arbeit aufnehmen. Die in aller Welt verstreuten Werke Wim Wenders werden zurück gekauft, restauriert ( Viele Filme sind noch in Celluloid ), digitalisert und dann zugänglich gemacht. Es wird ein Wim Wenders Stipendium geben, wobei Wenders über die Stipendiaten selber entscheidet.    
Wim Wenders                                                                          Foto: © Linde Arndt

  Wenders bescheinigt den jungen Menschen mit ihren kurzen Handy Filmen eine andere Herangehensweise an den Film. Er möchte mehr Lehrer sein, der das filmische Erzählen rüber bringen will.

Wenders bringt aber auch umfangreiche Arbeiten aus seinen anderen künstlerischen Aktivitäten mit ein. So soll es 2015 zum 70. Geburtstag eine Retrospektive über Wenders geben, in der es zum ersten mal eine umfassende Ausstellung über seine Drehbücher, Korrespondenzen, Requisiten, Aquarelle, Grafiken, Radierungen und Fotografien geben wird. Zukünftig will er sich einmal der Fotografie widmen aber auch die 3D Technik mehr ergründen. In der 3D Technik kann man sehr viel mehr machen als bisher gemacht wurde.
Auf die Frage ob er sich zur Ruhe setzten will ,meinte er –  es gäbe noch viel zu tun, Projekte habe er noch genug, dass er einmal aufhören könnte, könnte er sich nicht vorstellen. Jetzt möchte er erst einmal seine Werke nach Düsseldorf holen, sie sichten und archivieren. Da er seinen derzeitigen Lebensmittelpunkt in Berlin hat, überlegt er sich ob er nicht eine Wohnung in Düsseldorf anmietet, die nach seinen Vorstellungen natürlich "am Rhein" liegen müßte.

Zur Person selber:

Wim Wenders hat ca. 50 Filme gedreht, darunter weltberühmte Filme wie „Paris, Texas“, „Himmel über Berlin“ oder die oscarnominierten Dokumentationen „Buena Vista Social Club“ und „Pina – tanzt, tanzt sonst sind wir  verloren“. Er lebte jahrelang in Los Angeles USA, hat unzählige Ehrungen empfangen, hat und hatte Professuren an verschiedenen Schulen, gehörte aber auch zu den Juroren der Fimfestspiele in Cannes und Venedig.

Es war für alle ein schöner Tag in den Räumen der Filmstiftung.

 
Pressefrühstück anlässlich der " Wim Wenders-Stiftung" in den Räumen der Film- und Medienstiftung NRW    Foto: © Linde Arndt
 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Düsseldorf

 

Weitere Fotos von diesem Tag gibt es in der Fotogallery Linde Arndt