„L’évolution“ – Malerei und Skulpturen im Industrie-Museum

M. Aziz El Khiar – ein neuer Name im Kunst- und Kulturbereich, der sicherlich schon bald für Galerien und Kunstvermittler kein Neuling mehr sein wird. Denn mit seiner Ausstellung am 8. und 9. Juli 2017 im Industriemuseum Ennepetal wird er mit seinen Gemälden und Skulpturen in seiner sehr eigenen, urwüchsigen Art viele Besucher begeistern. Die eindruckstarken Gemälde sind Ausdruck seiner persönlichen Erlebnisse und Wahrnehmungen und geprägt von sensiblen Empfindungen, diesich in ständigem Wandel zwischen Form und Stil bewegen, was ein vielseitiges
Spektrum und ein umfassendes Werk unterschiedlicher Wahrnehmungen hervorbringt. Viele seiner Gemälde erinnern ein wenig an Picasso.

 

Mit nachstehender Einladung möchte er Kunstinteressierte, die neugierig auf ausgefallene Kunstwerke sind zu zwei Tagen ins Industriemuseum Ennepetal einladen.

1970 wurde Aziz in Marokko geboren. Er lebt seid 1996 mit Frau und zwei Kindern in Gevelsberg.

Schon als Kind schnitzte und bastelte er mit Materialien, die er auf der Straße fand. Das dem Holz seine zweite Leidenschaft gehört, welches inzwischen in der Herstellung urwüchsiger Skulpturen seinen Niederschlag findet, sieht man auch an seiner Berufswahl. Er ist selbständiger Schreiner in Wuppertal.

Um Ihnen einen kleinen Einblick in die ausgefallenden Werke des Künstlers zu gewähren, hier einige Fotos zur Einstimmung.

Skulpturen

Lassen Sie sich diese aussergewöhnliche Veranstaltung nicht entgehen.

Am Sonntag, dem 9. Juli 2017 endet die Ausstellung um 19 Uhr in der Chillout Lounge mit Sängerin Lina Ammor.

 

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Gehen Sie mit auf Entdeckungsreise – „(wieder-)entdeckt“, eine Ausstellung der besonderen Art

v.l.: Rolf Peithmann, Jan Peterson, Barbara Peithmann,  Johannes Dennda,Günter Krause,
Heike Gräfe | Foto: Linde Arndt

[la] Heute möchte ich  auf einen ganz besonderen Termin aufmerksam machen. Eigentlich ist nicht der Termin das Besondere, sondern dass was da präsentiert wird.
Stellt Euch vor, da ist ein junger, sehr kreativer Künstler, der gerade einmal 38 Jahre alt wird und da sein Tod bereits 1959 war sollte man meinen, er wäre längst in Vergessenheit geraten. Wäre da nicht – ja wäre da nicht ein Bewunderer seiner Werke der spontan die Idee aufgriff, den Kontakt zu Nachkommen der Familie aufzunehmen und sich bemühte noch vorhandene Werke zusammen zu tragen.

Und so veranstaltet die Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld in Zusammenarbeit mit Herrn Günter Krause (dem Initiator) unter dem Titel „(wieder-)entdeckt“, vom 29.01.2017 – 24.02.2017 eine sehr eindrucksvolle Werkschau von über 40 Originalen, die wirklich beachtenswert sind. Zu sehen sind Öl- und Materialbilder, Holzschnitte und Gouachen, wobei das Besondere daran ist, dass Karl Fritz Friedrich in seinen Bildern Streichhölzer, Nüsse oder Eicheln eingearbeitet hat, was einen ganz besonderen Reiz ausmacht.

Bei unserem Pressetermin vor zwei Tagen hatten wir Gelegenheit, einige dieser Werke persönlich in Augenschein zu nehmen und waren davon begeistert.

Für alle, die gerne in den Besitz eines solchen Unikates kommen möchten gibt es eine Preisliste vor Ort.
Gehen Sie auf Entdeckungsreise – so leicht haben Sie nicht mehr Gelegenheit ein solch umfangreiches Lebenswerk der unterschiedlichen Stilrichtungen eines Malers des Aufbruchs dargeboten zu bekommen.


 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Auch das Unnatürlichste ist Natur – Tony Cragg, eine Retrospektive

Tony-Linie

[jpg] Kunst und Natur – eine unendliche Diskussion. Von Johann Wolfgang von Goethe stammt dieser Aphorismus „Auch das Unnatürlichste ist Natur. Wer sie nicht allenthalben sieht, sieht sie nirgends“, diesen Spruch sollten sich einige Menschen in Erinnerung rufen, wenn sie mal wieder ein ausgestelltes Artefakte zum nachdenken und zum vorzeitigen werten zwingt.
Während in der Vergangenheit die Kunst ein Abbild der Natur schuf, zerschlug sie (Die Kunst) in einer zweiten Phase die Zusammenhänge zwischen Kunst und Natur. Die Kunst wollte mittels der Künstler aus sich selber ein Werk erschaffen, allein der Geist sollte Vorlage für das Werk sein. Dabei wurde übersehen, dass Kunst nur ein Äußeres erschuf und den Inhalt mit seinen Tiefen nicht wahrnahm. Der Mensch als göttliches Wesen, gar gottgleich?

Skulptur Willow, 2015 Foto: (c) Linde Arndt

Skulptur Willow, 2015 Foto: (c) Linde Arndt

Tony Cragg ging einen anderen Weg, er suchte und fand (für sich) die Natur der Dinge, indem er sich die Strukturen seiner Objekte erdachte, um letztendlich ein Werk zu schaffen, welches alle Bereiche unseres Daseins versöhnte. Dabei schuf er eine Vielfalt von Werken in vielerlei Hinsicht, die seines Gleichen sucht.

Tony Cragg ist der bedeutendste britische Bildhauer der Gegenwart nach Henry Moore. Während Moore die äußere Form abbildete, geht Cragg in die Tiefe, so, als wenn er den Makrokosmos als Grundlage seines Werkes darstellen will. Insofern befindet sich Cragg zwar in der Tradition seines Landsmanns befördert jedoch ein ganz anderes Ideal. Für Cragg muss das Innere sichtbar gemacht werden; denn das Äußere ist nur ein Teil von einem viel größeren Ganzen. Das Innere hält und trägt das Äußere. So geht Cragg bis an Grenzen, die sich durch das gewählte Material ergeben und versucht diese Grenzen zu überschreiten. Diese Grenzüberschreitungen führen manchmal zu einem Neuanfang mit anderen Materialien, wobei die Idee bleibt. Denn die Idee entstand ja in Form eines Entdeckungprozesses. Es sind komplexe Formen die da entstehen, die aber in ihrer Leichtigkeit sich dem Betrachter einschmeicheln. Formen die auch umgangen werden wollen, wobei bei jeder der Positionen die man bei einem Umrundungsgang einnimmt, sich ein anderes Kunstwerk zeigt. Jeder Zentimeter dieser Skulpturen nötigt dem Betrachter eine andere Gefühlswelt ab. Die Formensprache ist nicht fremd, zeigt sie sich doch einladend und in ihrer Wahrnehmung als eine Form der man folgen möchte. Selbst die Formen die in ihrer Komplexität sich anscheinend verweigern, öffnen sich wenn man sich auf sie einlässt.

Declination, 2004 Foto: (c) Linde Arndt

Declination, 2004 Foto: (c) Linde Arndt

Tony Cragg ist uns allen kein Unbekannter. Nachdem er als Labortechniker gearbeitet hatte, entdeckte er, inspiriert durch die Formen im Labor, seine Liebe zur Bildhauerei. Sein Kunststudium machte er am College of Art in Cheltenham, an der Wimbledon School of Art,London und am Royal College of Art, London. Dazwischen bekam er eine Professur an der Ecole des Beaux-Arts de Metz. Seine erste Ausstellung registrieren wir in der Lisson Gallery, London.
Weitere Ausstellungen folgten in St.Etienne, London, Lyon, New Dehli, Documenta 7, Kassel, Bern, Sydney, Köln, Paris, Brüssel, Berkeley, Venedig, Toronto, Madrid, Rom, St.Petersburg oder Berlin.
In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts zog Tony Cragg nach Wuppertal wo er lebt und arbeitet. 2006 entstand aus einem verwilderten 15 ha großen Gelände der Skulpturenpark Waldfrieden, der viele seiner Skulpturen im Umfeld von Natur beherbergen.

v.l. Dr. Gerhard Finck und Tony Cragg Foto: (c) Linde Arndt

v.l. Dr. Gerhard Finck und Tony Cragg Foto: (c) Linde Arndt

Es war Zeit für Wuppertal und das von der Heydt Museum etwas gemeinsames zu machen. Der leitende Direktor des von der Heydt Museums Dr. Gerhard Finck und Tony Cragg suchten und fanden das die Form einer Retrospektive die geeignete Form für eine gemeinsame Ausstellung wäre. „Parts of the World“ ist der Titel dieser Ausstellung, die Exponate sind über alle drei Stockwerke verteilt – das gab es noch nie.

Von den ersten Skizzen und Fotos, seiner frühen Formen, beginnend mit dem Zivilisationsmüll wovon ein fantastisches Wandrelief im Museum zu sehen ist über die ersten Stücke der „Early Forms“
bis hin zu den neusten Skulpturen die zu großer Harmonie der Exponate führen ist alles vertreten.

Tony Cragg vor dem Wanrrelief aus Zivilisationsmüll Foto: (c) Linde Arndt

Tony Cragg vor dem Wanrrelief aus Zivilisationsmüll Foto: (c) Linde Arndt

Manchmal sieht man wie Cragg mit Formen spielt, so als wenn er was sucht aber mit dem Gesuchten nicht zufrieden wäre. Wenn man Formen im Mikroskopischen Kosmos gesehen hat, vermeint man die gleiche harmonische Anordnung der Formen zu sehen, wie bei Cragg.
Übrigens, dass Tony Cragg unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet (EN-Mosaik berichtete) wurde, zeigt seinen Wert für Deutschland, Kultusministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Ute Schäfer nahm damals die Ehrung vor.

Rundgang durch die Ausstellung mit Tony Cragg Foto: (c) Linde Arndt

Rundgang durch die Ausstellung mit Tony Cragg Foto: (c) Linde Arndt

Neben der Ausstellung wird das von der Heydt Museum können Kinder und Erwachsene durch eigens gemachte Werke Tony Cragg erfahrbar machen.

(1) http://vdh.netgate1.net/Fuehrungen_Erwachsene.html
(2) http://vdh.netgate1.net/Fuehrungen_Kinder.html
(3) http://vdh.netgate1.net/Schulen.html

Eintritt und Preise, incl. Kombipreise

(1) http://vdh.netgate1.net/Eintrittskarten.html

Austellungsseite

(1) http://www.tonycragg-ausstellung.de/

Ach ja, fremdsprachliche Führungen in englisch, französisch, russisch und niederländisch werden durch das von der Heydt Museum angeboten. Wobei natürlich auch Führungen in deutsch angeboten werden.

Diese Sponsoren haben diese bedeutende Ausstellung ermöglicht:
sponsoren-vdh-wpt

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Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Wuppertal

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Mare Nostrum und 70 Jahre Solidarität in Recklinghausen

Vorstellung des Fringe-Programms der Ruhrfestspiele 2016 Foto: (c) Linde Arndt

Vorstellung des Fringe-Programms der Ruhrfestspiele 2016 Foto: (c) Linde Arndt

[jpg] Thema der Ruhrfestspiele 2016 „Mittelmeer – Mare Nostrum“ ist ganz bewusst gewählt worden. Das Mittelmeer ( Mare Nostrum, Unser Meer) die Wiege der europäischen Kultur,  Schnittstelle zwischen Orient und Okzident oder Weg für den Austausch von Wissenschaft. Mare Nostrum war und ist aber auch eine riesengroße Bühne der tragischen Ereignisse, wie der antike griechische Dichter  Homer in seinem Werk „Ilias“ beschrieben hat. Aber auch die aktuellen politischen Ereignisse in Syrien, Libyen oder Marokko lassen uns das „Mare Nostrum“ als ein tragisches Spannungsfeld erscheinen. Christen und Moslems haben hier immer schon um den wahren Glauben gerungen. Es lag auf der Hand, diesenRaum kulturell als auch künstlerisch auf einer Bühne zu bearbeiten.
Dr. Frank Hoffmann Festspielleiter weist auf das besondere Jahr hin; denn die Ruhrfestspiele haben 2016 ihr 70 jähriges Jubiläum. Frank Castorf, Hansgünther Heyme, als ehemalige Festspielleiter werden im Jubiläumsjahr wieder inszenieren. Das Hamburger Theater ist zu Gast, immerhin haben die Hamburger 1947 das Festival begründet. Zeit für eine kleine Bilanz der Ruhrfestspiele nach 70 Jahre.

Abenteuerlich könnte man den Beginn der Ruhrfestspiele nennen. Die Hamburger Theater, Deutschen Schauspielhäuser und Hamburgische Staatsoper, suchten im kalten Winterjahr 1946/1947 für ihre Häuser und die Bühnentechnik Brennstoffe und fuhren mit zwei LKW durch das Ruhrgebiet.

Die Kraftwerksanlagen der Zeche König Ludwig 4/5 an der A2 kamen in Sicht. Den Angehörigen der Zeche König Ludwig 4/5 wurde die Situation der Hamburger Theater erklärt. Es wurde nicht lange geredet und die beiden LKW waren voll mit Kohle. Mehrfach fuhren die Hamburger vor um sich die Kohle für ihr Theater zu holen. Bis die englische Militärpolizei die Aktion stoppte, weil keine Genehmigung der Besatzungsmacht vorlag.

Als Dank kamen 1947 einhundertfünfzig Schauspieler und führten unter dem Motto: „Kunst gegen Kohle“ im Städtischen Saalbau Recklinghausen die ersten, wenn man so will, Ruhrfestspiele durch.

Die Hamburgische Staatsoper mit dem Philharmonischen Orchester eröffnete am Abend des 28. Juni 1947 mit Mozarts Oper Figaros Hochzeit die damaligen ersten „Ruhrfestspiele“. Bis zum 2. Juli 1947 füllten die Hamburger den Kulturhunger der Recklinghäuser. Nun sollte man meinen, 70 Jahre danach wäre die Idee der Ruhrfestspiele in die Jahre gekommen und hätte sich abgenutzt, zumal die Kultur sich auf dem Rückzug befindet. Weit gefehlt. Die Ruhrfestspiele haben sich einen nicht mehr weg zu denkenden Platz bei den internationalen Festivals erobert. Die Ruhrfestspiele haben sich ihre „Jugend“ erhalten und sind als richtungsweisendes Theaterfestival international fest verankert.

Von der Programmgestaltung hatte das Festival immer einen Finger am Puls der Zeit ohne die Klassik oder die Antike zu vergessen.

So verwundert es nicht wenn mit der „Unterwerfung“ von dem Franzosen Michel Houellebecq ein brandaktuelles Stück auf die Bühne des Festpielhauses in Recklinghausen kommt. Michel Houellebecq hat mit diesem Roman einen gesellschaftlichen „Streit“ ausgelöst, der die französische Gesellschaft 2015 entsetzt aufschrien lies.

Unterwerfung / Edgar Selge Foto: (c) Janine Gulde

Unterwerfung / Edgar Selge Foto: (c) Janine Gulde

Unter der Regie von Karin Beier spielt Edgar Selge vom Deutschen SchauSpielHaus Hamburg einen Mann der im Frankreich von 2022 einen muslimischer Politiker als Staatspräsidenten entgegensieht. Die Parti socialiste (PS) geht mit den Konservativen und dem muslimischen Politiker Mohamed Ben Abbès ein Bündnis ein um den Aufstieg von Marine le Pen zu verhindern.

Es klappt, der muslimische Politiker Mohamed Ben Abbès wird französischer Staatspräsident.

François (Edgar Selge), ein Trinker und allein gelassen, denkt über das Angebot nach, an der renommierten Universität Paris III wieder zu arbeiten. Sicher er müsste zum Islam konvertieren aber er würde viel Vorteile aus dieser Machtübernahme ziehen.

Hier werden die Ängste Frankreichs (Aber nicht nur deren) vor der Islamisierung und dem Identitätsverlust durch den Untergang der christlichen Kultur thematisiert. Das Christentum als verweichlichte Religion die man um des persönlichen Vorteils zur Seite legen kann. Ist das Abendland so verkommen?

Romeo und Julia Foto: (c) Olivier Hoeix

Romeo und Julia Foto: (c) Olivier Hoeix

Romeo und Julia nach Motiven von William Shakespeare, Musik: Hector Berlioz, Choreographie: Thierry Malandain,Malandain Ballet Biarritz. Berlioz schrieb eine Musik die die Liebesbeziehung zweier Menschen, die weit über das normale hinausgeht,  bis zur Extase nachempfindet. Wobei die gesellschaftlichen Bedingungen nicht außen vor bleiben. Eine Musik als auch ein Ballett welches nicht loslässt.

 

Das sind nur zwei Stücke von 106 Produktionen die stellvertretend von unserer Redaktion für die Qualität der Ruhrfestspiele genannt werden.

Beginnen wird das Ruhrfestival am 1. Mai und endet am 19. Juni 2016.  Es werden 303 Veranstaltungen auf 18 Spielstätten zur Aufführung kommen.

 

Fringe das Off-Festival ist zum 12. Mal präsent. 4 Wochen wird um das Herzstück im Stadtpark, dem weißen Palastzelt, Musik, Tanz, Clownerie, Comedy und Akrobatik den Besucher unterhalten.

Internationale Künstler von Japan über Neuseeland bis zu den Ländern Europas werden auf diesem „Schrägen Festival“ auftreten.

Beginnen wird das Festival am 17. Mai und endet am 11.Juni 2016

Programmvorstellung der Ruhrfestspiele 2016 Foto: (c) Linde Arndt

Programmvorstellung der Ruhrfestspiele 2016 Foto: (c) Linde Arndt

Karten für die einzelnen Aufführungen erhalten sie einfach über das Internet über den Link https://www.ruhrfestspiele.de/de/tickets/bestellmoeglichkeiten.php der sie auch über die diversen Möglichkeiten informiert eine Karte zu bestellen.

Aber es geht auch anders:

Persönlich, telefonisch oder per Fax

Die Kartenstelle der Ruhrfestspiele Recklinghausen, Martinistraße 28 (am Hauptbahnhof, gegenüber Zufahrt Tiefgarage) berät und verkauft:

Tel.: (02361) 9218-0, Fax: (02361) 921818

Öffnungszeiten:

Montag – Freitag: 9.00 – 19.00 Uhr, Samstag: 10.00 – 14.00 Uhr

Karten für Rollstuhlfahrer

Rollstuhlfahrer buchen bitte ausschließlich über die Kartenstelle der Ruhrfestspiele.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Recklinghausen

Das Klavier-Festival Ruhr 2016

Prof. Franz Xaver Ohnesorg und Dr. Tobias Bleek vom Klavierfestival Ruhr foto: (c) Linde Arndt

Prof. Franz Xaver Ohnesorg und Dr. Tobias Bleek vom Klavierfestival Ruhr foto: (c) Linde Arndt

Das Klavier-Festival Ruhr 2016: Johannes Brahms, Max Reger und Ferruccio Busoni

Vorstandsvorsitzenden der Duisburger Hafen AG, und Schirmherr KlavierfestivalRuhr 2016 / Erich Staake Foto:(c) knsy.de

Vorstandsvorsitzenden der Duisburger Hafen AG, und Schirmherr KlavierfestivalRuhr 2016 / Erich Staake Foto:(c) knsy.de

Essen, 15. Januar 2016. Erstmals steht die Musik von Johannes Brahms im Fokus des Klavier-Festivals Ruhr. Bereits im Eröffnungskonzert am Freitag, den 15. April in der Stadthalle Mülheim konzentriert sich der russische Pianist Arcadi Volodos ganz auf die Klaviermusik des spätromantischen Komponisten. Der Künstler wird im Rahmen dieses Abends den Preis des Klavier-Festivals Ruhr 2016 entgegen nehmen. Weitere künstlerische Schwerpunkte des Festivals 2016 gelten dem 100. Todestag von Max Reger und dem 150. Geburtstag von Ferruccio Busoni.

Das Festival 2016 endet am Sonntag, den 10. Juli um 17 Uhr mit dem Duo Martha Argerich und Daniel Barenboim, die der Stiftung Klavier-Festival Ruhr ein Benefizkonzert in der Philharmonie Essen schenken. Insgesamt veranstaltet das Klavier-Festival Ruhr 2016  69 Konzerte in 23 Städten auf 30 Podien der Region.

Erich Staake wird der Schirmherr des Klavier-Festivals Ruhr 2016 sein. Der Vorsitzende des Vorstandes der Duisburger Hafen AG (duisport), selbst langjähriges Mitglied und ehemaliger Co-Moderator des Initiativkreises Ruhr, hierzu: „Das Unternehmen duisport nimmt das 300-jährige Jubiläum des Duisburger Hafens im Jahr 2016 zum Anlass, sein Engagement für das Klavier-Festival Ruhr als Hauptsponsor substantiell zu verstärken. Denn als Mitgliedsunternehmen des Initiativkreises Ruhr haben wir allen Grund, auf unser kulturelles Leitprojekt besonders stolz zu sein. Dies gilt umso mehr, weil es das Festival verstanden hat, seine Existenz als eigenständige Stiftung als Chance zu nutzen und zusätzliches persönliches Engagement vieler Musikfreunde zu mobilisieren. Zudem ist es mir eine große persönliche Freude, das Klavier-Festival Ruhr 2016 als Schirmherr begleiten zu dürfen.“

H-Grimaud(c)_Mat-HennekZu den programmatischen Höhepunkten des weltweit wichtigsten Pianistentreffens zählen die Aufführungen der Brahms-Klavierkonzerte durch die französische Meisterpianistin Hélène Grimaud und Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. Mit international renommierten Pianisten wie Elena Bashkirova, Graham Johnson und Andreas Staier sind die Klaviertrios, zahlreiche Kunstlieder sowie die beiden Klarinettensonaten op. 120 zu erleben. Im Rahmen des Programm-Schwerpunkts Max Reger erklingen eine Reihe von Variationswerken und nicht zuletzt dessen grandioses Klavierkonzert – gespielt von Gerhard Oppitz und den Essener Philharmonikern unter der Leitung von Karlheinz Steffens.

Viele weitere Meisterpianisten unserer Zeit folgen auch 2016 der Einladung zum weltweit wichtigsten Klavier-Ereignis, unter ihnen Leif Ove Andsnes, Emanuel Ax, Yefim Bronfman, Khatia Buniatishvili, Marc-André Hamelin, Evgeny Kissin, Lang Lang, Elisabeth Leonskaja, Igor Levit, Gabriela Montero, Alice Sara Ott, Maria João Pires, Sir András Schiff, Martin Stadtfeld, Daniil Trifonov, Mitsuko Uchida und Krystian Zimerman.

Acht exklusive Konzerte bietet die diesjährige JazzLine des Festivals – u.a. mit Michel Camilo und seinem Trio Latino, Monty Alexander mit dem Harlem-Kingston Express, dem Gerald Clayton Trio, dem Jacky Terrasson Trio, mit Danilo Pérez und der WDR Big Band, dem Trio-Projekt von Hiromi sowie mit Till Brönner und seinen „Piano Friends“ Enrico Pieranunzi und Martin Tingvall. Beim Deutschen Juristentag kommt es im September 2016 zu einem Benefizkonzert zur Förderung von Flüchtlingskindern in der JazzLine: Unter dem Titel Cuban Night ist Hilario Durán mit der WDR Big Band Köln in der Philharmonie Essen zu erleben.

Einen runden Geburtstag kann das Education-Team des Klavier-Festivals Ruhr im Essener Haus Fuhr feiern: Anlass ist das zehnjährige Bestehen der Little Piano School, die inzwischen ganzjährig mehr als 300 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren an das Klavier und die Welt der Musik heranführt. Mit dem von der Stiftung Mercator geförderten Projekt „ÜberGänge – Brücken bauen durch Musik“ setzt das Klavier-Festival Ruhr seine nachhaltige Bildungsarbeit fort. Schulübergreifende Projekte, Inklusions-Projekte sowie die Einbindung von Kindern aus Neuzuwandererfamilien spielen eine Hauptrolle bei der kreativen Workshoparbeit in Stadtteilen wie Duisburg-Marxloh. Mit der Unterstützung von Experten erarbeiten sich Kinder und Jugendliche die Musik des Ungarn Béla Bartók.

Der Kartenvorverkauf für alle Konzerte beginnt am Samstag, den 16. Januar 2016 um
9 Uhr. Tickets sind telefonisch unter der Hotline 01806/ 500 80 3 erhältlich (0,20 € pro Anruf aus dem dt. Festnetz, Mobil max. 0,60 € pro Anruf) oder können platzgenau im Internet gebucht werden (www.klavierfestival.de).

Das komplette Programm als pdf können Sie hier einsehen und auf Wunsch downloaden.

Kabarett Frank Goosen – Krippenblues – Weihnachtsgeschichten

[Gevelsberg] Kabarett Frank Goosen – Krippenblues – Weihnachtsgeschichten am Donnerstag, den 17.12.2015, in der Aula Schulzentrum- West
Weihnachten – eigentlich ein Geburtstag wie jeder andere auch, nur kommt das Geburtstagskind selten vorbei, um einen auszugeben. In seinem Erfolgsprogramm „Krippenblues“ beschäftigt sich Frank Goosen mit den besinnlichen, vor allem aber mit den weniger besinnlichen Seiten dieses Festes.

Wann fängt Weihnachten eigentlich an?
Wird die Vorweihnachtszeit nicht immer weiter Richtung Spätsommer gezogen?
Ist das Schmücken des Weihnachtsbaumes tatsächlich Männersache?
Fällt Rosenkohl als Beilage zu den Weihnachtsrouladen nicht unter das Verbot biologischer Kampfstoffe?

Foto: (c) Philipp Wente

Foto: (c) Philipp Wente

Goosen schöpft aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz nach vier Jahrzehnten als Weihnachtsgeschädigter: Früher als Einzelkind selbst Mittelpunkt des Festes, heute nur noch der Mann, der die Kamera bedienen darf, während die eigenen Kinder die reichhaltigen Geschenke auspacken. Früher Weihnachten mit Omma, Oppa, Onkel Paul und Tante Anni, heute „Party für Jesus“ im modernen Kindergottesdienst.Vielleicht werden Sie nach diesem Abend Lichterschmuck in Wohnzimmerfenstern mit anderen Augen sehen oder mehr Verständnis für Ihren gestressten Buchhändler im Weihnachtsgeschäft aufbringen.

Karten sind für 19 € zzgl. 0,50 € Systemgebühr an der Bürgerinfo im Gevelsberger Rathaus, Rathausplatz 1 (Tel.: 02332/771-0; Mo.-Do. 8-16 Uhr, Fr. 8-13 Uhr) oder in der Stadtbücherei, Wittener Straße 13 (Tel.: 02332/83982; Mo., Mi., Fr. 10-12 Uhr, Di., Do. 14-18 Uhr, Sa. 10-13 Uhr) zu erwerben. Karten können ebenfalls im Internet unter www.gevelsberg.de oder www.proticket.de bestellt werden.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 17. Dezember 2015 um 20.00 Uhr (Einlass 19.00 Uhr, freie Platzwahl) in der Aula des Schulzentrums West, Am Hofe 14, 58285 Gevelsberg, statt. Ansprechpartnerin bei der Stadt Gevelsberg ist Frau Korte, Telefon 02332/ 771-174 und E-Mail sylvia.korte@stadtgevelsberg.de.

 

 

 

 

 


 

Der Kosmopolit und die Leidenschaft zur Kunst im 20.Jahrhundert

Haus von der Heydt, Zandvoort, Holland 1925 - 1942 Glasloggia Foto: (c) Linde Arndt

Haus von der Heydt, Zandvoort, Holland 1925 – 1942 Glasloggia Foto: (c) Linde Arndt

 

[jpg] Anfang des 20. Jhd. hatte die Kultur sicher einen höheren Stellenwert, auch bedingt durch die damaligen gesellschaftlichen Umbrüche. Die Vernetzungen gab es schon damals – ohne Internet. Zentren gab es. Für die Kunst waren Paris, Berlin oder London die Knoten, an denen man die Kunst erfahrbar machen konnte. Sammler machten sich auf den Weg um ihre Kunstsammlung aufzubauen. Ein Sammler-Name ragte neben anderen Sammlern besonders heraus, der Elberfelder Eduard Freiherr von der Heydt (1882-1964), Sohn des Bankiers August Freiherr von der Heydt. Eduard Freiherr von der Heydt trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde letztendlich auch Bankier. Heute würde man die von der Heydts dem Mittelstand zuordnen, damals gehörte er zu dem Großbürgertum welches mit seinen Privilegien eine herausragende Stellung in der Gesellschaft hatte. Und so war es nicht verwunderlich, wenn Eduard Freiherr von der Heydt Verbindungen zum damaligen Kaiser Wilhelm II hatte, dessen Vermögenswerte er ordnete.

Im Vordergrund die Marmorbüste Bernhard Hoetger "Olga von Baum" - im Hintergrund Gemälde aus der Sammlung von der Heydt Foto: (c) Linde Arndt

Im Vordergrund die Marmorbüste Bernhard Hoetger „Olga von Baum“ – im Hintergrund Gemälde aus der Sammlung von der Heydt Foto: (c) Linde Arndt

In den 20er Jahren fing Eduard Freiherr von der Heydt an sich für die Kunst zu interessieren, in Paris lernte er die ersten Künstler kennen und kaufte instinktsicher Werke von Picasso, van Gogh, Munch, oder Gauguin. Auch Exponate, wie Skulpturen oder Plastiken des außereuropäischen Raumes fanden bei Eduard Freiherr von der Heydt Beachtung. Buddhaköpfe, stehen neben mittelalterlichen Kultfiguren. Lange bevor der asiatische und afrikanische Raum Einfluss auf die europäische Kunst nahm, hat Eduard Freiherr von der Heydt diese Kunst für sich entdeckt.

Sieht man sich seinen gesellschaftlichen oder auch politischen Lebenslauf an, sieht man in ihm den damaligen Anhänger der Monarchie. Nach dem ersten Weltkrieg dankte der deutsche Kaiser ab, nur, die darauf folgende Republik war von den wenigsten gewollt. In der sich abzeichnenden Naziherrschaft, sahen denn auch die meisten dieser großbürgerlichen Gesellschaftsschicht, diejenigen die die Monarchie zurück bringen würden. Ein folgenschwerer Irrtum, wie sich für viele später herausstellte. Eduard Freiherr von der Heydt trat denn auch in die NSDAP ein, merkte aber schnell seinen Irrtum und trat wieder aus. Nun nutzte er diese neu gewonnenen Verbindungen um die in beträchtlicher Anzahl gesammelten Kunstwerke in Sicherheit zu bringen. Er war ja nicht nur deutscher Staatsbürger, sondern auch schweizer Staatsbürger. So lagerte er viele seiner Kunstwerke in die Schweiz aus und brachte sie damit in Sicherheit. Unter entarteter Kunst sollten viele seiner modernen Kunstwerke in Zukunft von den Nazis etikettiert werden. Viele Sammler in Deutschland verbrachten ihre Kunstwerke ins Ausland. Deutschland hatte den Status von Kunstbarbaren.

Eduard Freiherr von der Heydt hatte aber noch seine Verbindung zu den Nazis indem er bestimmte Finanztransaktionen der Nazis abwickelte.

Dieses Leben des Kunstsammlers Eduard Freiherr von der Heydt, der nicht nur Sammler war, vielmehr ein Mensch der weit über seine Zeit denken konnte und mit einer Liebe ohne Gleichen es zu einer Kunstsammlung von sage und schreibe 3.500 Exponaten gebracht hat, galt es nun in einer Ausstellung zu würdigen.

 

WELTKUNST

Von Buddha bis Picasso

Die Sammlung Eduard von der Heydt

In Zusammenarbeit mit dem Museum Rietberg Zürich

 

Im Hintergrund Foto des Wohnraumes in der Casa Anatta, davor zahlreiche Kunstgegenstände Foto: (c) Linde Arndt

Im Hintergrund Foto des Wohnraumes in der Casa Anatta, davor zahlreiche Kunstgegenstände Foto: (c) Linde Arndt

Eduard von der Heydt hat seine europäische Sammlung dem Städtischen Museum Wuppertal übereignet, die außereuropäische Sammlung fand in dem Museum Rietberg in Zürich seinen Platz.

 

Eduard von der Heydt betrachtete die Kunst immer als „Ars una“, als Weltkunst und so sah er sich selber als Weltbürger der keine Grenzen im herkömmlichen Sinne sah. Insofern sind die beiden Ausstellungen in Wuppertal und Zürich die logische Konsequenz für das Wirken Eduard von der Heydts.

 

Die Ausstellung beginnt mit der Familie von der Heydt, der Vater der die ersten expressionistischen Werke sammelte, erweiterte und später seinem Sohn Eduard von der Heydt übergab. Elberfeld (vormals Elvenfeld) gehörte in der damaligen Zeit zu den reichsten Städten Deutschlands. So ist es nicht ungewöhnlich wenn wir die Porträts von Mitgliedern der Familie von der Heydt in der Sammlung bewundern dürfen. Es ist eine lebendige Atmosphäre die man vorfindet um sich in das Umfeld der Familie von der Heydt hinein zu versetzen. Dem schließt sich der Skulpturenbereich an, zeigt die Verbindungen zur Moderne eines Wilhelm Lehmbruck oder Max Klinger aber auch die Kunst der Jahrhundertwende. Angereichert wird diese Abteilung durch die Privatsammlung August von der Heydt mit Bernhard Hoetger oder Wilhelm Lehmbruck.

Im weiteren Rundgang folgen wir Eduard von der Heydt nach Amsterdam, hier hat man den Eindruck sich im privaten Umfeld des Eduard von der Heydt mit seinen Kunstwerken zu befinden. Kunst war das einzige Unterscheidungsmerkmal und die Ästhetik als innere Einstellung brachte die Werke in einen Weltrahmen. So wurde in der Ausstellung der Glasgang des von der Heydt Hauses in der Ausstellung integriert, unterschiedliche Skulturen verstellen die Sicht zum Meer.

Eduard von der Heydt als Leihgeber und Bankier der mit 70 Museen korrespondierte und damit seiner Sammlung einer beachtlichen Wertsteigerung zu führte. Die Nationalgalerie Berlin steht hier stellvertretend für die Qualität der 70 Museen.

Ein besonderer Bereich ist dem „Monte Veritá“, dem Berg der Wahrheit in Ascona gewidmet, den Eduard von der Heydt 1926 erwarb. Hier umgab er sich mit den schönsten Exponaten der Weltkunst seiner Sammlung. Eduard von der Heydt ist als Persönlichkeit ein durchaus humanistischer Mensch im Sinne eines Erich Fromm.

 

Haben wir aber mit dem ganzen Menschen in uns Kontakt, dann gibt es nichts Fremdes mehr. Es gibt kein Verurteilen anderer mehr aus einem Gefühl der eigenen Überlegenheit [Erich Fromm: Humanismus als reale Utopie ]

Dr. Gerhard Vinckh vom von der Heydt-Museum vor der Votivstele mit Buddha Shakyamuni Foto:(c) Linde Arndt

Dr. Gerhard Finckh vom von der Heydt-Museum vor der Votivstele mit Buddha Shakyamuni Foto:(c) Linde Arndt

Es ist eine Ausstellung die einem einen unbefangenen Weltbürger ans Herz legt, der in seinem Menschsein manchmal durch die Realität aufgeweckt wird. So ist der Raum seiner Nationalsozialistischen Vergangenheit zu groß geraten; denn er war wie die Mehrzahl der deutschen kein Held, der sich dem verbrecherischen Regime in den Weg stellen konnte. Allerdings ist das der Vorwurf den man allen Mitläufern gemacht hat. Christopher Kopper wird im Zusammenhang mit der Tätigkeit des Elberfelders Julius Dorpmüller den Begriff des „verengten Verantwortungsbewusstsein“ in der Nazizeit benutzen, was meiner Meinung nicht für Eduard von der Heydt zutreffend sein konnte. Eduard von der Heydt hat die Nazis niemals gebraucht, nur, wenn er sich abgewandt hätte, wären viele seiner Kunstwerke vernichtet worden. Später wurde er von einem schweizerischen Militärgericht angeklagt aber auch freigesprochen. Das Eduard von der Heydt Museum als auch der gleichnamige Kulturpreis wurde durch die Stadt Wuppertal, nach einer Diskussion in „von der Heydt Kulturpreis“ umbenannt. Damit wurden die Dienste der gesamten Familie von der Heydt gewürdigt. Fakt bleibt jedoch: Ohne die Sammlung Eduard von der Heydts würde es das von der Heydt Museum nicht geben. Mehr noch, es gäbe die Barmer Kunsthalle in der Form auch nicht mehr.

 

Die Ausstellung erstreckt sich aber nicht nur auf die reine Darstellung von Exponaten, vielmehr gibt es ein gutes und pädagogisch herausragendes Rahmenprogramm. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Februar 2016  zu besichtigen.  Die Infos hierzu finden Sie auf der Webseite des Museums.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Wuppertal-Elberfeld.

 

Vol. 2 – Stout reißt das Publikum mit ins Herz der grünen Insel

 

Begrüßung der Gäste v.re. Thomas Schulte (VER) und Stefan Wiesbrock Foto: (c) Linde Arndt

Begrüßung der Gäste v.re. Thomas Schulte (VER) und Stefan Wiesbrock Foto: (c) Linde Arndt

[la] Gerade noch voll mit den Geschehnissen und Anforderungen der vergangenen Woche beschäftigt, standen wir nun vor „Linie 1“ der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr um mit ihr Fahrt aufzunehmen in einen entspannenden, ja bereichernden Sonntagabend. Wie auch schon bei der ersten Veranstaltung der Konzertreihe mit „Fingerfood“, hatte  Vol.2  mit der Irish-Folk-Band „Stout“ unter der Regie von  Stefan Wiesbrock und  Thomas Schulte mit  der Crew der VER wieder ein volles Haus. Alle Plätze im Foyer  und auf den oberen Rängen waren voll belegt. Die Kapazität der wohl „kleinsten Bühne der Region“ war bereits an ihre Grenzen gestoßen, doch die Einmaligkeit dieser Location war einfach mit einer größeren Halle nicht zu überbieten. Diese tolle Atmosphäre zog die Besucher direkt in ihren Bann.

Perfekt die Location und ausgesucht das musikalische Programm und die Interpreten. Erlesen auch das Catering mit irischen Spezialitäten von Café Kartenberg und das Irische Bier vom Filmriss, sowie die  Tisch-Blumen-Deko in irischen Farben von Fleur Creative.
Zur Eröffnung begrüßte Gastgeber und Veranstalter Thomas Schulte (VER) und Stefan Wiesbrock aus dem alten Straßenbahnwagen „Linie 1“ auch die anwesenden Ehrengäste aus dem Vorstand der Bogestra sowie den ehemaligen Landrat Arnim Brux mit seiner Frau Ulrike und die neue Bürgermeisterin Ennepetals Imke Heimann mit ihrem Ehemann Daniel.

"Stout" v.l. Simon Scherer und Mario Kuznya Foto: (c) Linde Arndt

„Stout“ v.l. Simon Scherer und Mario Kuznya Foto: (c) Linde Arndt

Es war, als hätte „Linie 1“ Station auf Irland  gemacht und die Darbietungen von „Stout“ rissen das Publikum mit ins Herz der grünen Insel. Mit Irisch Folk Melodien zwischen Melancholie und Lebenslust begeisterten sie das Publikum von einem Song  zum anderen, mit anfeuernden Jigs und Reels und das mit Charme und Witz. Gefühlvoll wussten sie die Inhalte der Stücke zu vermitteln, denn Irish-Folk-Songs  enthalten immer Erzählungen in reinster Lyrik.  Nicht zuletzt zauberten die perfekt inszenierten Instrumente wie Gitarren, Tenor-Banjo  und Knopfakkordeon aber auch der rauhe, kräftige oder je nach Stück melancholisch und zart klingende Gesang eine ganz besondere angenehme Stimmung.

Begeistert begleitete das Publikum ihre Stücke mit rhytmischem Klatschen und blieben minutenlang mit der Musik verbunden.

„Stout“ – das sind Mario Kuzyna und Simon Scherer, die mit Leib und Seele Musiker sind und das kam bei den Gästen auch voll rüber. Es gab mehrere Zugaben und am Ende Standing Ovations für die beiden Akteure. Unbedingt erwähnenswert ist aber auch der Einsatz von Andreas Jüngermann am Mischpult, der immer für den richtigen Ton in jedem Winkel der Location verantwortlich war.

Leider hatten die beiden noch keine eigene CD dabei, die sicherlich reissend Absatz gefunden hätten. Doch es ist eine in Produktion und wird wohl rechtzeitig vor Weihnachten noch fertiggestellt sein. [Auf ihrer Homepage www.stout-music.de   wird diese dann angeboten und kann bestellt werden.]

Dieser Abend mit Stout war wirklich ein einzigartiges Erlebnis, wie ein Urlaubstag auf der grünen Insel Irland.

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

Hier haben wir noch eine umfangreiche Fotostrecke für Sie

 

 

 


 

Weit über alle Emotionen – Tänze im Theater Hagen

Heavy-Light, Rechte: theaterhagen Foto: (c) Klaus Lefebvre

Heavy-Light, Rechte: theaterhagen Foto: (c) Klaus Lefebvre

 

[jpg] 2010 wurden wir das erste mal auf das Theater Hagen mit seinem Ballett aufmerksam. Hans Werner Henzes „Le disperazioni del Signor Pulcinella“, ein Tanzschauspiel, frei nach Molière stand damals auf dem Spielplan. Das Publikum war begeistert von der Hagener Ballett Compagnie unter dem Hagener Ballettdirektor Ricardo Fernando. Es ist schön und faszinierend wenn man mit erleben darf, wie sich Künstler weiter entwickeln.

Nun, am 28. März 2015 wurde der Deutsche Tanzpreis durch den Förderverein Tanzkunst Deutschland e.V. im Aalto-Theater Essen vergeben, der Anerkennungspreis ging an Ricardo Fernando für seine zehnjährige Arbeit am Theater Hagen. Durch diesen Preis wurde dem Hagener Ballett gezeigt, es kann durchaus mit den großen Häusern mithalten. Die Hagener zeigen eine gleichbleibende hohe Qualität in allen Formen des Tanzes, sei es klassischer Tanz oder das zeitgenössische Tanztheater.

Am 24.Oktober 2015 war es dann wieder soweit, Ricardo Fernando lud zwei Choreografen, Hugo Viera, Darrel Toulon nach Hagen ein um mit der Hagener Ballett Compagnie einen Ballettabend einzustudieren. Herausgekommen ist eine Uraufführung/Premiere mit dem Titel „TANZ IN 3 SÄTZEN“.

Um es vorweg zu nehmen, es war ein spannender und beeindruckender Ballettabend der einen über die ganze Zeit in den Bann gezogen hatte.

Breaking Skin Rechte: theaterhagen foto: (c) Klaus Lefebvre

Breaking Skin Rechte: theaterhagen foto: (c) Klaus Lefebvre

Da werden mit „Breaking Skin“ (Choreographie von Hugo Viera, Musik von Valentin Silvestrov) die manigfachen Abhängigkeiten aufgezeigt, die im menschlichen Leben eine Rolle spielen, den Drogen, dem Sex, dem Essen, der Liebe oder auch nur dem Reiz einer “guten” Frisur.

Es ist ein Gefühl des Ausgeliefertseins seiner eigenen Sucht, die man nicht Sucht nennen mag. Diese Sucht die das tägliche Leben dominiert, die aggressiv oder auch depressiv macht – ausgeliefert zu sein. Rezitative aus dem Buch von Fernando Pessoa werden am Anfang des Stückes vorgebracht. “Meine Seele ist ein verborgenes Orchester; ich weiß nicht, welche Instrumente, Geigen und Harfen, Paucken und Trommeln es in mir spielen und dröhnen lässt. Ich kenne mich nur als Symphonie.”

Wie der Staub des Rezitators sich auf der Bühne immer mehr verbreitet, die Tänzer einlullt, wie die Abhängigkeiten die Art des Zusammenlebens bestimmen und zu guter Letzt als Gustavo Barros und Jiwon Kim Doede in ihrem Tanz die Hingabe und menschliche Aufgabe darstellen, das ist wirklich großes Tanztheater, das berührt und nicht los lässt.

Oder wie mit “Heavy Light” ( Choreographie von Darrel Toulon, Musik von Steven Mackey), tänzerisch die Gegensetzlichkeit von “Schwer und Leicht” erfahrbar gemacht wird. Körper im Gegensatz von Körnern die sich wie unbeabsichtigt verteilen. Dieses Leichte ist schon vorhanden, es umgibt uns, treibt uns an. Die geballte Schwere, wird auch durch das Corps de ballet sichtbar gemacht.

Six Breaths Rechte: theaterhagen Foto: (c) Klaus Lefebvre

Six Breaths Rechte: theaterhagen Foto: (c) Klaus Lefebvre

Und zu guter Letzt “Six Breaths” (Choreographie von Ricardo Fernando, Musik von Ezio Bosso), faszinierend zeigt das Hagener Ballett den Atem eines menschlichen Lebens von der Geburt bis zum Tode. Der erste Atemzug nach der Geburt, der Atem wenn man neben einem geliebten Menschen liegt und bis hin zum Atem der einem in einer andere Welt begleitet. Die Schlussszene zeigt denn auch den letzten Atem indem das Corps de ballet ineinander szenisch verschachtelt die Reichhaltigkeit des menschlichen Lebens darstellt. Es ist zu Ende.

 

Vorhang! Tosender Beifall, Standing Ovation und zwar minutenlang.

 

Eines sollte aber nicht unerwähnt bleiben. Neben der außerordentlichen Leistung des Hagener Balletts, muss man die Leistungen der Bühne | Peer Palmowski,   Kostüme | Rosa Ana Chanzá ,   Licht/Video | Achim Köster nicht nur erwähnen, vielmehr waren diese Leistungen doch dazu da um den ganzen Ballettabend zu diesem herausragenden Ereignis zu machen.

Das Philharmonische Orchester Hagen unter Steffen Müller-Gabriel spielte dazu die grandiose Musik zeitgenössischer Komponisten. Es war auch für sie eine gelungene Uraufführung und Premiere.

 

Es war eine Vorstellung, voller Emotionen in ungeahnten Höhen, die einen in die Handlung hineinzogen hat. Mehr davon.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Hagen

 

Weitere Vorstellungen:

 

Fr 30.10.2015 / 19:30 Uhr

So 08.11.2015 / 15:00 Uhr

So 15.11.2015 / 15:00 Uhr

Sa 21.11.2015 / 19:30 Uhr

Fr 27.11.2015 / 19:30 Uhr

Fr 11.12.2015 / 19:30 Uhr

Mi 30.12.2015 / 19:30 Uhr

Do 07.01.2016 / 19:30 Uhr

So 17.01.2016 / 15:00 Uhr

Mi 16.03.2016 / 19:30 Uhr

 

Vorverkauf: http://www.theaterhagen.de/kartenabos/vorverkauf/theaterkasse/