Nicht in Vergessenheit geraten lassen …


Frau Dr. Ulrike Schrader
  [la] In der Kundenhalle der Stadtsparkasse Schwelm befindet sich seit dem 7.12.2011 das Modell der ehemaligen Schwelmer Synagoge.

Im Beisein zahlreicher Gäste sprach Frau Dr. Ulrike Schrader, Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, dem bisherigen Standort des Modells, einführende Worte und schilderte die Geschichte, die hinter dieser Synagoge steht und die nicht in Vergessenheit geraten darf.

Auch Bürgermeister Jochen Stobbe nahm sich der Geschichte an, dankte der Wilhelm Erfurt Stiftung als auch der Sparkasse Schwelm, welche die Erstellung dieses Projekt, wie so vieles in Schwelm, finanziell wieder unterstützt hat.

Sparkassenvorstand Lothar Feldmann schilderte aus seiner Sicht  die damaligen Geschehnisse und mahnte ebenfalls alle Anwesenden dafür Sorge zu tragen, das diese schrecklichen Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten.

Im Jahre 1819 wurde im Bereich des früheren Fronhofes die Schwelmer Synagoge erbaut. Es handelte sich um ein Fachwerkgebäude, das jüdischen Familien aus Schwelm und Barmen als Gottesdienstort diente.

Davor befand sich ein Schieferhaus, die Schule der jüdischen Gemeinde. Es war zu dieser Zeit die einzige Synagoge im Raum Wupper/Ruhr.  Einige Jahre später kamen weitere Synagogen dazu.

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge auf dem Höhepunkt antijüdischer Aktionen vernichtet. Damals brachen Nationalsozialisten die Tür auf, zerschlugen die Inneneinrichtung und verwüsteten das Gebäude. Die Thorarollen waren zum Glück bereits vorher nach Gevelsberg in Sicherheit gebracht. Allerdings ist deren Verbleib bisher nicht aufgeklärt. Zum Zeitpunkt der Verwüstung hatte die Stadt Schwelm  bereits das Gebäude von der jüdischen Gemeinde übernommen, mußte nach dem Geschehen allerdings abgerissen werden.

             

In seinem Buch "Juden in Schwelm", das 1988 erschienen ist, beschreibt Gerd Helbeck, ehemaliger Leiter des Museums Haus Martfeld und des Stadtarchivs Schwelm, nach seiner Recherche in ausführlichen Details die Tragik der damaligen Geschichte über das Leben und die Schicksale der jüdischen Bevölkerung Schwelms.

Eine Gruppe von Schwelmer Schülerinnen und Schülern des Märkischen Gymnasiums Schwelm der „AG Stolpersteine“, unter der Leitung der Pädagoginnen Gabriele Czarnetzki und Beate ­Buetz, nahm Bodenuntersuchungen und Vermessungen am Gelände des ehemaligen Standortes vor, um konkretere Hinweise zu erhalten, da nur wenige Bilder  Auskunft über das Gebäude gaben. Teile Ihrer Forschungsarbeit werden ebenfalls mit ausgestellt,

Das Holzmodell der Schwelmer Synagoge wurde für die Ausstellung in der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal angefertigt. Dank der Unterstützung der Wilhelm-Erfurt-Stiftung, die im Jahre 2007 auch eine Neuauflage des vergriffenen Buches von Gerd Helbeck ermöglichte, war eine Finanzierung gesichert.

 

           

Auf Grund des lokalen Bezuges, wurde das Modell der Schwelmer Synagoge jetzt  nach Schwelm geholt. Es bleibt  bis zum Jahresende für interessierte Bürger zur Besichtigung in der Kundenhalle der Städtischen Sparkasse Schwelm. Dann wechselt es rüber zum Rathaus, anschließend zum Märkischen Gymnasium und wird im März 2012 wieder an seinen Standort , in die Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, zurückgebracht.

Die Organisatoren der Ausstellung, Sparkassenvorstand Lothar Feldmann,  Bürgermeister Jochen Stobbe,  und die Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Dr. Ulrike Schrader sind der Meinung, dass es für unsere Gesellschaft , insbesondere aber  für die jüngeren Generationen von größter Wichtigkeit ist, dieses Thema nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Schwelm

 

Alle Fotos und Montagen © Linde Arndt

 

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