Dr. Peter Stahlberg als Ärztlicher Leiter Rettungsdienst ausgeschieden

(pen) "Seit 1986 waren Sie für den Ennepe-Ruhr-Kreis im Rettungsdienst tätig. Insbesondere beim Auf- und Ausbau des Notarztdienstes haben Sie vorbildliches geleistet. Sie, Ihr Fachwissen und Ihre stets freundliche Art werden uns sowie allen im Rettungsdienst Aktiven fehlen". Landrat Dr. Arnim Brux hatte die offizielle Verabschiedung von Dr. Peter Stahlberg bereits vor einigen Wochen für eine Würdigung seiner Leistungen insbesondere als Ärztlicher Leiter Rettungsdienst genutzt. Jetzt, Anfang Oktober, ist der 65-jährige Herdecker in den Ruhestand getreten.

 

 
Dr. Peter Stahlberg wurde von Rolf-Erich Rehm, Sachgebietsleiter Nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr, Landrat Dr. Arnim Brux und Michael Schäfer, Fachbereichsleiter Ordnung und Straßenverkehr, verabschiedet/Bild: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis
 
Als erster ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Ennepe-Ruhr-Kreis gehörte es zu den Aufgaben von Dr. Stahlberg das medizinische Qualitätsmanagement der Patientenversorgung und -betreuung aufzubauen und die dazu erforderlichen Grundsätze festzulegen. Ihm sind wertvolle Impulse zur medizinischen Effizienzsteigerung des Rettungsdienstes im Ennepe-Ruhr-Kreis zu verdanken und er hat dazu beigetragen, Abläufe im Rettungsdienst zu standardisieren. "Vieles konnte ich dank der sehr guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Kreis und den Städten, den Rettungsorganisationen und Krankenhäusern, den Ärzten und Rettungsassistenten auf den Weg bringen. Aber wie in allen Lebensbereichen und -lagen gilt: `Wirklich fertig ist man nie, es bleibt immer war zu tun´", blickte Dr. Stahlberg auf seine insgesamt 26 Jahre im Rettungsdienst zurück. Seine Plus an Freizeit möchte er für die Familie und die drei Enkelkinder nutzen.  Nachfolger wird Dr. Michael Laubmeister, der die Stelle am 1. November übernehmen wird. Der 56-jährige Kardiologe und Notfallmediziner hat Stahlberg schon seit dem Jahr 2010 unterstützt und vertreten. Dr. Laubmeister ist seit über 20 Jahren aktiver Notarzt im Ennepe-Ruhr-Kreis und gehört zudem seit Gründung zur Gruppe der leitenden Notärzte. Dr. Michael Laubmeister war bis jetzt leitender Arzt Innere Medizin am Gemeinschaftskrankhaus Herdecke und freut sich auf die neuen Aufgaben.</p>

„Mit allen Sinnen – fit bis ins hohe Alter“

(pen) Am Freitag, 11. Mai, steht mit dem Angebot "Mit allen Sinnen - Kreativität, Gedächtnis, Bewegung, Kultur - fit bis ins hohe Alter" die nächste Veranstaltung des Arbeitskreises Demenz im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis auf dem Programm. Zwischen 14.30 und 18 Uhr gibt es im Ibach-Haus (Wilhelmstr. 41, Schwelm) Vorträge, Theater und Angebote zum Mitmachen. 

Über den Sinn von Kreativität, Bewegung und Gedächtnistraining für ältere Menschen wird Dr. med. Guido Orth, Chefarzt der Geriatrischen Klinik und Geriatrischen Tagesklinik am Helios Klinikum Schwelm berichten. Der Theorie folgt die Praxis, unter fachkundiger Anleitung wird unter anderem zum fröhlichen Gedächtnistraining, zum handwerklichen Arbeiten mit Wolle, Steinen, Fliesen sowie zu Musik und Bewegung eingeladen. "Auch wenn das Gedächtnis nicht mehr das ist, was es einmal war und die Beweglichkeit nicht mehr ganz so ist wie früher, der Spaß an Herausforderungen und Anreizen für Körper und Geist sollte erhalten bleiben", werben die Organisatoren in der Einladung. Als Anlaufadresse für Menschen, die von einer Demenz im frühen Stadium betroffen sind, wird eine neue Selbsthilfegruppe vorgestellt. "Es geht uns zum einen darum, die Betroffenen zusammenzubringen, Informationen auszutauschen und Aktivitäten zu organisieren. Zum anderen möchten wir ihre Kompetenzen, Wünsche und Bedürfnisse kennen lernen und in unsere zukünftige Arbeit einbeziehen", so Sonja Finke, die als Mitarbeiterin der Stadt Schwelm die Arbeit der Selbsthilfegruppe unterstützt. Ein Höhepunkt des Tages wird der Auftritt von Thorsten Hamer sein. Der Schauspieler vom Leo-Theater Wuppertal schlüpft in die Rolle von Heinz Erhardt. Abgerundet wird die Veranstaltung durch einen Stand der Ernährungsberaterin Sylvia Herberg sowie einen Bücherstand der Buchhandlung Appelt. "Mit diesem bunten Nachmittagsprogramm erreichen wir hoffentlich viele Interessierte", freuen sich die Veranstalter auf die Besucher. Gleichzeitig weisen sie daraufhin, dass die Teilnahme kostenlos und ohne Anmeldung möglich ist. Ansprechpartner für Rückfragen ist Susanne Auferkorte, Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe KISS EN-Süd, Tel.: 02332/664029. Stichwort Arbeitskreis Demenz

Der Arbeitskreis Demenz ist ein Zusammenschluss von Mitarbeitern aus dem ambulanten, teilstationären und stationären Versorgungsbereich, von Ärzten, Beratern, Angehörigen und ehrenamtlich Tätigen.

Die Teilnehmer wollen das Thema Demenz öffentlich machen, Wissen und Erfahrungen weitergeben, Ängste abbauen, neue Impulse aufgreifen und Ideen auf den Weg bringen. "Für Erkrankte", so die Mitglieder des Arbeitskreises, "sollte Demenz kein Grund sein, sich zu schämen oder gar zurück zu ziehen.

Gesunde sind gefordert, mit Verständnis und klugen Ideen Beiträge zu leisten, damit die Betroffenen möglichst lange selbstständig ihren Alltag bewältigen können und mit Unterstützung in ihrer vertrauten Umgebung weiterleben können."
 
    Stellten das Veranstaltungsprogramm vor: Elke Zeller
von der Kreisverwaltung, Mechthild Schierhold, Atelier
Richelshagen, Hagen, Sonja Finke und
Susanne Auferkorte/Foto: UvK/Ennepe-ruhr-Kreis

Generation im Fokus: Fotowettbewerb „Objektiv 50“

(pen) Noch bis März 2012 läuft der Fotowettbewerb „Objektiv 50“ zum Thema „Menschen ab 50 und die Arbeitswelt.“ Der Wettbewerb wurde durch das Bundesprogramm „Perspektive 50plus“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales initiiert. An dieser Beschäftigungsinitiative und damit am Fotowettbewerb ist mit dem Pakt „JobOffensive 50plus“ auch das Jobcenter EN beteiligt. „Der Fotowettbewerb soll die heutige Arbeitswelt der Generation 50plus beleuchten und dadurch das Bewusstsein für die gesellschaftlichen Herausforderungen von älteren Erwerbstätigen stärken“, erläutert Bülent Altunay, Projektverantwortlicher des Jobcenter EN. „Ziel des Programms, das wir gemeinsam mit dem Jobcenter Kreis Unna, dem Jobcenter Märkischer Kreis, dem Jobcenter im Kreis Warendorf, dem Kommunalen JobCenter Hamm AöR und dem Jobcenter Hagen umsetzen, ist es, die Wahrnehmung und langfristig auch das Beschäftigungsklima für die Generation 50plus positiv zu verändern.

Hierzu kann auch der Fotowettbewerb einen Beitrag leisten.“ Zum Mitmachen aufgerufen sind sowohl Hobby- als auch Profifotografen, gesucht werden aussagekräftige Fotos von Menschen ab 50 mit und ohne Arbeit. Die Beiträge sollen die individuellen oder gesellschaftlichen Herausforderungen der Arbeits- und Alltagswelt in diesem Alter widerspiegeln. In einer Onlinegalerie auf www.perspektive50plus.de/objektiv50 können Teilnehmer ihre Fotos hochladen und bewerten lassen. Besucher der Seite haben dann die Möglichkeit, für ihre Favoriten abzustimmen und so den monatlichen Publikumspreis (je 500 Euro) sowie einmalig zum Wettbewerbsende den großen Publikumspreis (1.000 Euro) zu vergeben. Außerdem werden alle Einsendungen von einer renommierten Fachjury beurteilt, diese vergibt an die drei besten Bilder Jurypreise (je 1.000 Euro). Vorgesehen ist auch, ausgewählte Fotos für die weitere Kommunikation des Bundesprogramms zu nutzen. In Deutschland vollzieht sich ein demografischer Wandel, der das Verhältnis von Jung zu Alt in den kommenden Jahren dramatisch verschieben und maßgeblichen Einfluss auf die Arbeitswelt ausüben wird. Bislang verfügen jedoch nur wenige Unternehmen über genügend Erfahrung in der Anpassung der Arbeitsbedingungen an das Altern der Gesellschaft und der Belegschaften. Deshalb ist es zwingend notwendig, differenzierte Altersbilder zu entwickeln und in der Gesellschaft zu etablieren. Interessierte erhalten weitere Informationen auf den Internetseiten www.50plusaktiv.info und www.perspektive50plus.de.

Pilger ohne Stock im Ruhrtal

[Witten/Bochum] Pilgern ist „in“ – auch bei Protestanten. Erst recht, wenn das goldene Herbstwetter und das Ruhrtal dazu einladen. So ge­staltete das Wittener Martineum einen Studientag für 16 neue (und alte) Diakonenschüler unter Gottes freiem Himmel und „erging“ eine Strecke von Herbede über Bommern zur Wittener Innenstadt – natür­lich an einem Sonn-Tag. Allen voran: Diakon Dirk Schulze-Steinen, Sozialarbeiter im Bochumer Jochen-Klepper-Haus der Diakonie Ruhr.

evangelische Pilgergruppe in WittenZiel des Ganzen: Die Studierenden von der Ev. Fachhochschule Bo­chum sollten die Landschaft ihrer neuen Heimat kennenlernen und sie sollten „Zeichen am Weg“ gemeinschaftlich erleben und bedenken. Das waren nicht nur kirchliche, sondern auch regionalge­schichtliche und in­dustrielle Gebäude. Zu Beginn der Pilgerstrecke gab es für die Gruppe eine Andacht mit Lied und Gebet im Markus­zentrum in Her­bede mit Jugenddiakon Thorsten Schröder.

Nach dem Übersetzen über die Ruhr mit der Fähre Hardenstein, erin­nerte Diakon Schulze Steinen im Innenhof der Burgruine an den Schwedi­schen Politiker und Mystiker Dag Hammarskjöld, dessen 50. Todestag erst am 18. September gewesen war. Auch vor der Kapelle von Schloss Steinhausen besann sich die Gruppe auf den UNO-Gene­ralsek­retär mit seinen Gedanken „Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr Euch weist“.

Pünktlich zur Mitte des Tages traf die Pilgergruppe dann am Bethaus im Muttental ein, wo stilecht gevespert wurde. Über die Bergbau-Ge­schichte des Ruhrtals konnten sich die jungen Leute anschließend auf den nächsten Metern an­schaulich informieren. Nördlich der Ruhr kamen sie dann an Haus Witten und an Villa Lohmann vorbei, um schließlich an der Pferdebachstraße die neue Gedächtnisstätte auf dem Schwesternfried­hof zu „begehen“.

Den Abschluss bildete eine Andacht mit Diakon Karl-Heinz Voß in der Krankenhauskapelle, der einen Bezug zum diesjäh­rigen Marti­neums-Jahrestreffen im November herstellte. Dort wird das Thema „Spiritualität“ die Martineumsgemeinschaft beschäftigen. Das „Pil­gern im Pott“ endete für die Studierenden mit einem weiteren Wort des Christen Hammarskjöld: „Die längste Reise ist die Reise nach in­nen.“ – Wei­tere Infos zur Diakonenausbildung im Marti­neum unter www.martineum.de oder per Telefon unter 02302/1752701.

 

miw

 

Zum Foto:

Informationen über den Bergbau im Muttental gab Diakon Dirk Schulze-Steinen (links) im Innenhof des Bethauses. Aufmerksam hörten die Diakonenschülerinnen und -schüler (und ihre beiden Hunde) am Pilgertag zu.

 

Foto: Barbara Zabka

 

 

Land fördert Netzwerk „In|Die RegionRuhr“

 (pen) „Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist mit seinen gut zwei Dutzend Weltmarktführern bereits sehr gut aufgestellt. Aber gerade die zahlreichen kleinen und mittleren Produktionsunternehmen unserer Region können sich im Tagesgeschäft häufig nicht gezielt um Forschung und Entwicklung kümmern.

Dank des Projektes ´In|Die RegionRuhr´ sind wir jetzt in der Lage, Forschungsbedarfe dieser Unternehmen systematisch zu erheben und entsprechende Angebote zu schaffen.“ Sichtlich zufrieden hält Birgit Drees von der Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr einen Förderbescheid des Landes in der Hand. Schwarz auf weiß wird darin mitgeteilt, dass die Netzwerkinitiative „In|Die RegionRuhr“ 600.000 Euro erhält und damit ihre Arbeit fortsetzen kann. Gemeinsam und sehr gezielt wollen die Wirtschaftsförderungen, Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern der Region Dortmund, Bochum, Hagen, Herne und des Ennepe-Ruhr-Kreises Unternehmen und Hochschulen miteinander verbinden und das Profil der Region als innovativer Produktions- und Dienstleistungsstandort stärken. „Gerade in der Produktionswirtschaft, einem der Standbeine der Wirtschaft an Ennepe und Ruhr, werden Kooperationen immer wichtiger: Produzierende Unternehmen arbeiten eng mit Dienstleistern wie Ingenieurbüros und Forschungsinstituten zusammen, um am globalen Markt Erfolg zu haben“, so Dress. Daher sei es ein echter Standortvorteil, wenn man wisse, wo geeignete Partner in der eigenen Nachbarschaft zu finden sind.

Ob Global Player oder Spezialanbieter: Mit mehr als 3.000 Unternehmen und 160.000 Mitarbeitern stellt die gesamte Region Ruhr einen bedeutenden Produktionsstandort dar. Die produzierende Industrie, passende Dienstleister und Hochschulen sollen über das neue Netzwerk zueinander finden. In|Die RegionRuhr geht dabei ganz bewusst über die kommunalen Grenzen und Bezirke der Kammern hinaus. Betreut wird das Projekt von der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund. Das 2008 gegründete Netzwerk hat bisher themenspezifische Branchentreffen, gemeinsame Messeauftritte und Unternehmerreisen organisiert. Mit den bewilligten Fördermitteln können nun weitere Vorhaben anlaufen.

„Zunächst geht es darum, die Unternehmen ins Boot zu holen“, erläutert Drees. „Dann starten die Projekte, mit denen wir gezielt Wirtschaft und Wissenschaft miteinander verbinden, Innovationen anstoßen, neue Märkte erschließen und Kooperationen fördern können.“

 

Stichwort EN-Agentur  Seit 1996 unterstützt die EN-Agentur mit Sitz in Hattingen die Arbeit der örtlichen Wirtschaftsförderungen im Ennepe-Ruhr-Kreis. Sie ist Dienstleister für Unternehmen, bearbeitet gemeinsam mit Partnern strategische Vorhaben und vermarktet die Region nach Außen. Die Arbeit der Agentur erstreckt sich im Einzelnen auf die Schwerpunkte Wirtschaftsförderung, Tourismusförderung und Regionalmarketing. Internet: www.en-agentur.de.

Theater an der Volme

30.07.2011 (Radio58 / HL.)

Vor wenigen Monaten, als das Projekt „Theater an der Volme“ vorgestellt wurde, da sah man ihn noch im „Künstlerzwirn“ mit Künstlerhalstuch. In der letzten Juliwoche trifft man ihn in seinem „Baby“ in der überzeugenden Rolle des leibhaftigen Handwerkers an; mit „Micky-Mäusen“ (Gehörschutz) auf den Ohren und mit Arbeitshandschuhen. Mit stolzem und strahlenden Lächeln und verschmitztem Humor präsentiert er mir, wie weit mittlerweile sein „Baby“ fortgeschritten ist – Dario Weberg. Wir erinnern uns: Zusammen mit seiner Frau, Indra Janorschke (gleichfalls Schauspielerin) hat ihn die Idee gepackt, aus der sogenannten alten „Kapelle“ auf dem Hagener Elbers-Gelände ein kleines aber feines Theater entstehen zu lassen. Für einige eine durchgeknallte und waghalsige Idee, andere wiederum sehen darin eine innovative Idee, der Respekt zu zollen ist. Aus der Idee ist schnell mehr geworden. Bereits Anfang September gibt es die Premiere mit „Heute Abend: Lola Blau“ und dann nimmt das unterhaltsame und anspruchsvolle Programm seinen Lauf. „Ein Zurück gibt es nicht mehr“, freut sich Indra Janorschke regelrecht, die sich „ganz nebenbei“ auch um die Organisation und das Kaufmännische kümmert. Seit dem Vorverkauf-Start Anfang Juni sind schon viele Karten verkauft und es gibt sogar schon ausverkaufte Vorstellungen. Neben der Premiere und Klassikern wie Loriot und Heinz Erhardt liegt auch ein Interessenschwerpunkt auf dem Theater-Dinner, einer hoch interessanten Event-Idee des neuen Theater an der Volme, verrät mir Indra Janorschke. Immer wieder kommen Interessenten, die Karten im Vorverkauf erwerben möchten. Sie hätten über Flyer den Weg zu dem neuen Theater in Hagen gefunden, andere wieder sind beim Hagener Muschelsalat auf die neue Kulturstätte aufmerksam geworden, erzählen sie. Und sie haben alle eines gleich: sie wollen einen kleinen Blick erhaschen, wie weit denn nun das Theater schon gediehen ist. Sonst hätten sie ja auch den fast bequemeren Weg der telefonischen Buchung wählen können. Und den beiden frisch gebackenen Theaterbesitzern ist es keineswegs peinlich oder unangenehm, dass noch alles im Bau ist. Schließlich sind sie es, die zusammen mit den Handwerkern und Fachleuten etwas in einem historischen Gebäude entstehen lassen, für das viele Menschen über viele Jahre hinweg keine richtige Bestimmung fanden. Bühne und Zuschauerraum enstehen gerade. Es riecht nach frisch bearbeitetem Holz, Sägen kreischen in mehreren Ecken der Räume, die bald mit viel Leben gefüllt sein werden. Viel wurde in den vergangenen Wochen bereits umgebaut. Zusätzliche Treppen eingebaut, Notausgänge eingerichtet, zusätzliche Fenster wurden ebenso geschaffen, wie zusätzliche Räume und Toiletten. Eine aufwändige Heizungsanlage wurde installiert. Ein Durchbruch zur direkt angrenzenden Tiefgarage war unumgänglich um auch einen barrierefreien Zugang zu schaffen, und die Liste der räumlichen Verwandlung ließe sich an dieser Stelle noch lange fortführen. „Hier finden demnächst 100 Zuschauer ihren Platz“, mit diesen Worten klopft Dario Weberg auf eine große Holzkonstruktion. „Alles statisch berechnet“, sagt Weberg. Und warum werkelt der Schauspieler nun hier selbst mit herum? „Warum ich das hier mache? Das hier ist ja mein Baby, und das will ich selbst mit gestalten und schaffen“, sagt Weberg. Außerdem habe es den positiven Nebeneffekt, dass er im Falle des Falles auch selbst genau wisse, wo etwas repariert werden müsse. Man liege gut im Terminplan, sagt Indra Janorschke. In den nächsten Tagen werden die Räume schwarz gestrichen und auch der Teppichboden wird verlegt. Und dann? Dann starten bereits Anfang August die Theaterproben. Dann wird man Dario Weberg wieder in einem anderen Outfit erleben, nämlich so wie ihn bereits viele Menschen kennen, als den beliebten Schauspieler. Und auch Indra Janorschke wird dann neben dem Part der Organisatorin wieder auf den Brettern stehen, die die Welt bedeuten. Diesmal, zum ersten Mal in ihrem Leben, auf den eigenen. Und bis zur Eröffnung am 8. September werden beide bewiesen haben: sie haben neben den schauspielerischen viele weitere Talente, sie sind nicht nur auf der Bühne Verwandlungskünstler und sie sind sich nicht zu schade, wenn es darum geht etwas anzupacken.

Karten im Vorverkauf gibt es übrigens an jedem Montag und Donnerstag zwischen 12 bis 17 Uhr direkt im Theater an der Volme auf dem Hagener Elbers-Gelände, in vielen Vorverkaufsstellen und telefonisch unter 0231/5844819. Im Internet finden Sie das junge Theater unter www.theaterandervolme.de 

Indra Janorschke im Radio58-Gespräch hören Sie hier (klick)

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Zwei Herzen und zwei Seelen für’s „Theater an der Volme“

Indra Janorschke und Dario Weberg sprühen vor Ideen

(Radio58 / HL.) „Es gibt viele gute Zeichen, zum Beispiel gab es seit unserem ersten Besuch hier auf dem Elbersgelände bei allen wichtigen Terminen strahlenden Sonnenschein“, sagt Dario Weberg mit einem freudigen Lächeln. Und so ist es auch an diesem Mittwoch, dem 25. Mai, an dem die erste Pressekonferenz zum neuen „Theater an der Volme“ stattfindet. Die Sonne durchflutet das historische als „Kapelle“ bezeichnete Gebäude durch die Fenster und Oberlichter. Noch sieht es eher rustikal aus. Und trotzdem spürt man instinktiv wie viele Ideen hier darauf warten, umgesetzt zu werden. Um das Jahr 1840 wurde das massive Gebäude erschaffen und diente seinerzeit als Pumpenhaus für die damalige Textilfabrik Elbers. Seitdem die alten Elbershallen Zug um Zug in eine Freizeit- und Kulturstätte umfunktioniert wurden, wurde auch viel in die sogenannte Kapelle investiert; mit Bedacht. Denn lange suchte man nach einer würdigen, passenden und innovativen Bestimmung für die „Kapelle“, so Elbershallen-Manager Christian Isenbeck.

„Was einem geht zurück, soll man rechnen als ein Glück“, sagt der Volksmund. Und so war es einerseits für das Schauspielerpaar Indra Janorschke und Dario Weberg keine gute Nachricht, dass sie ihre Idee vom eigenen Theater nicht, wie geplant, im Bergischen Wuppertal umsetzen konnten. Andererseits war es für sie selbst, aber auch für die Elbershallen eine glückliche Entwicklung, dass sich das Künstlerpaar nach Hagen orientierte, via Internet auf die Immobilie stießen und bereits beim ersten Besuch, das fanden was sie gesucht haben. Liebe auf den ersten Blick und die Chemie zwischen Manager Christian Isenbeck und den beiden Dortmunder Künstlern stimmte auch sofort. Dabei war es nicht die „Kapelle“ als solches, die Indra Janorschkes und Dario Webergs Orientierung nach Hagen blicken ließ. Die mit der Lage der Volmestadt und ihrem Einzugsgebiet verbundenen Möglichkeiten waren es. Denn seit vielen Jahren touren die Schauspieler durch ganz Deutschland und auch durch nahe Regionen, wie z.B. das Sauerland. Wer die Beiden mit ihrer lebensfrohen, leidenschaftlichen, positiven und offenen Art kennenlernt, merkt schnell warum sie so beliebt sind. Und so gab es gerade von Menschen aus den angrenzenden Regionen immer wieder Anfragen, wo man sie wieder auf der Bühne erleben kann. Jetzt könne man immer direkt auf das neue „Theater an der Volme“ verweisen, sagt Indra Janorschke glücklich.

Indra Janorschke dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Am 8. September öffnet das „Theater an der Volme“ mit der Premiere „Heute Abend: Lola Blau“ seine Pforten. Zuvor gibt es noch viel Arbeit; nicht nur aus Künstlersicht. Ab Montag, dem 30. Mai, beginnen die handwerklichen Arbeiten. Unter anderem werden die elektrischen Anlagen und die zweckmäßige Installation der Heizung Schwerpunkte sein. In dieser Hinsicht ist Elbershallen-Manager Christian Isenbeck froh, dass man bisher nur mit Bedacht restauriert hat. Denn ein Verwendung der Kapelle im gastronomischen Bereich hätte hier völlig andere Anforderungen gestellt, wie sie nun für ein Theater gestellt werden.

Das Trio Janorschke, Weberg, Isenbeck sprüht förmlich vor ergänzenden Ideen, wie man das „Theater an der Volme“ künftig in die Freizeit- und Kulturfabrik „Elbershallen“, aber auch insgesamt in das Hagener Kulturgeschehen integrieren kann.

Elbershallen-Manager Christian Isenbeck dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Und genau hier liegt auch eine Stärke der beiden Schauspieler: sie suchen die Kooperation. Mit dem theaterhagen gab es schon erste positive Kontakte, weitere Sondierungsgespräche folgen. Gleichfalls gab es schon Gespräche mit dem Hagener Kulturbüro u.v.m.. Und dieses offene Aufeinander-Zugehen sehen sie auch als künstlerisches Grundprinzip.

Indra Janorschke dazu im Radio58-Gespräch.

„Es soll hier kein Janorschke-Weberg-Programm entstehen“, bekräftigt Indra Janorschke. Vielmehr setze man auf die Vielfalt von Künstlern aus ganz Deutschland. Bereits für ein erstes Vorsprechen in Hagen meldeten sich spontan rund 150 Schauspieler. Hier schafft man auch Arbeit und Perspektiven für viele Künstler, die auf der Suche nach einem Engagement sind.

Dario Weberg dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Auch wenn die Beiden nun hier in Hagen ihr eigenes Theater und damit ihre feste Bleibe haben, werden sie weiterhin touren. Allerdings nicht mehr so viel wie bisher, als sie jährlich rund 150 mal zu Auftritten getourt sind.

Indra Janorschke dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Ein breit gestreutes Programm erwartet das Publikum ab September. Nicht nur in schauspielerischer Hinsicht. Auch Lesungen und Vernissagen werden im „Theater an der Volme“ ihre Regelmäßigkeit finden. Damit ist der Ideenreichtum aber noch längst nicht ausgeschöpft.

Dario Weberg dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Und dabei hat man auch die Vielfalt der Generationen im Blick.

Dario Weberg dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Ein freies Kammerspieltheater ohne öffentliche Förderung – insbesondere hinsichtlich der Finanzierung kein leichtes Unterfangen. Für die Unterstützung hat sich bereits ein Förderverein gegründet.

Indra Janorschke dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Aber auch auf helfende Hände, die sich z.B. beim Kartenverkauf ehrenamtlich engagieren, setzen die beiden frisch gebackenen Theaterinhaber.

Indra Janorschke dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Bereits ab dem 6. Juni startet der Vorverkauf für die Vorstellungen ab dem 9. September. Karten gibt es bei Hagen-Tourist, telefonisch unter der Rufnummer 0231/5844819, bei vielen bekannten Vorverkaufsstellen sowie montags und donnerstags zwischen 12:00 Und 17:00 Uhr direkt im „Theater an der Volme“.

Indra Janorschke dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).

Und was hat es mit der Möwe im neuen Logo des Theaters zu tun? „Die Möwe ist ein sehr geselliger Vogel und zeigt sogar bei starkem Gegenwind und Sturm exzellente Flugeigenschaften, eine anmutige Eleganz und kann sehr alt werden“, versinnbildlichen Indra Janorschke und Dario Weberg. Aber das ist nicht alles.

Dario Weberg dazu im Radio58-Gespräch (hier hören).


Kleine Kapelle. Großes Theater

Nach fast einem Jahrzehnt erfolgreichem Tourneetheater durch ganz Deutschland haben Indra Janorschke und Dario Weberg vom renommierten Dortmunder LiteraTourTheater in der ehemaligen Kapelle der früheren Baumwolltextilfabrik Elbers mitten in Hagen ihr neues Kammerspieltheater gefunden. Für die Theatermacher war es Liebe auf den ersten Blick. Als sie Anfang 2011 die Entscheidung getroffen haben, ein Theater in der Volme-Stadt zu gründen, mussten sie nicht lange suchen. Ein Blick auf das wunderschöne Gebäude auf dem Gelände der Elbershallen und sie wussten: Das ist es!

Nach umfangreichen Restaurations- und Umbauarbeiten ist ein wahres Schmuckkästchen mit 99 Sitzplätzen in einer wirklich einzigartigen Infrastruktur entstanden. Neben dem großzügigen Parkraumangebot direkt am Theater erwarten den Zuschauer und Gast in unmittelbarer Nähe zum Theater hervorragende Gastronomien für jeden Geschmack und Anlass.

 

„Die Elbershallen waren schon immer ein Ort, der Menschen zusammengeführt hat. Kamen die Leute jahrzehntelang auf das Gelände um dort zu arbeiten, so kommen sie heute, um ihre Freizeit zu genießen. Die Kapelle spielt damals wie heute eine besondere Rolle. Einst war sie eine Stätte geistlicher Erbauung, nun wird sie zu einem Ort geistiger Erfrischung“, erklärt Theaterleiterin Indra Janorschke.

 

     

Mit ihrem Theaterprojekt möchte das Künstlerehepaar auch ihre Idee eines „kommunikativen Theaters“ verwirklichen. So hat der Zuschauer die Möglichkeit, schon vor der Vorstellung in der theatereigenen Lounge etwas zu trinken und sich auf den Abend bei Klaviermusik einzustimmen. Nach der Vorstellung bietet sich die Gelegenheit, gemeinsam mit den Schauspielern und Künstlern zu sprechen, zu diskutieren und so den Abend ausklingen zu lassen. Bei schönem Wetter kann dies alles sogar auf der schönen Außenterrasse direkt an der Volme gelegen stattfinden. Zudem sollen im Theater laufend Vernissagen regionaler Künstler stattfinden.

„Wir haben einen sehr abwechslungsreichen Spielplan zusammengestellt. Uns ist es wichtig zu unterhalten, gleichzeitig aber auch zu hinterfragen und Denkanstöße zu geben. Das heißt, unser Publikum wird neben spritzigen Komödien und spannenden Krimis auch bekannte Klassiker und natürlich auch unsere biographischen Theaterstücke über bekannte Literaten auf dem Spielplan finden. Dazu gibt es die eine oder andere kurzweilige literarisch-musikalische Revue“, macht Intendant Dario Weberg auf die Spielzeit neugierig.

 

Ein Blick auf den Spielplan lohnt sich: Woody Allen, Loriot und Heinz Erhardt versprechen amüsante Abende, während Georg Kreislers wunderschönes Schauspiel Heute Abend: Lola Blau und Goethes Faust nachhaltiges und ernsthaftes Theater bieten. Auch Krimifans kommen auf ihre Kosten. Mit dem Thriller Misery von Simon Moore, der auf der Romanvorlage Stephen Kings basiert, ist Spannung garantiert.

Die Kultur- und Freizeitfabrik Elbershallen (und damit ganz Hagen) ist um eine Attraktion reicher und das Selbstverständnis der beiden ambitionierten und engagierten Theatermacher zeigt sich dann auch in dem Symbol einer Möwe, die das Theater in seinem Logo führt: ein freies, selbstbestimmtes, kommunikatives, aber auch ortsverbundenes Theater.

„Übrigens ist die Möwe ein sehr geselliger Vogel und zeigt sogar bei starkem Gegenwind und Sturm exzellente Flugeigenschaften, eine anmutige Eleganz und kann sehr alt werden“, versinnbildlichen Indra Janorschke und Dario Weberg und freuen sich auf das geplante große Eröffnungswochenende vom 08. bis 11. September 2011.

Der Kartenvorverkauf beginnt am 6. Juni und wird

  • montags und donnerstags in der Zeit von 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr im zukünftigen Theater an der Volme, Dödterstraße 10 in 58095 Hagen stattfinden.
  • Außerdem können die Karten bequem im Internet auf www.proticket.de und www.theaterandervolme.de,
  • telefonisch unter der ProTicket –Hotline 0231-9172290
  • und an allen bekannten ProTicket-Vorverkaufsstellen erworben werden.


     

     

Redakteur obiger Artikel und Interviews: Hans Leicher von Radio 58 Hagen

„Bitte schaut nicht weg!“


„Bitte schaut nicht weg!“
Hagener Kundgebung gegen Kindesmissbrauch stellt auch klare Forderungen an die Politik

(Radio58 / HL.) Zuspruch aus dem ganzen Land fand an diesem Samstag die mittlerweile zweite Kundgebung gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern auf dem Hagener Friedrich-Ebert-Platz.

Selbst aus Nürnberg, dem Saarland und der Pfalz waren Menschen angereist um die Aktion des Hageners Bodie Henryk Ambrusch zu unterstützen, um sich selbst für ihre Meinung und Erfahrungen zu öffnen und dazu aufzurufen, hinsichtlich des täglich stattfindenden sexuellen Missbrauchs das Schweigen zu brechen.

„Das Schweigen brechen“, war auch das Motto der diesjährigen Kundgebung die im Vorfeld mit einigen Schwierigkeiten der Realisierung zu kämpfen hatte, letztlich aber ihren guten Verlauf fand. Initiator Bodie Henryk Ambrusch finanziert diese Veranstaltungen aus eigener Tasche, obwohl er selbst, nach eigenen Worten, als Frührentner von der Grundsicherung lebt.

Bis zum Freitagabend hatte sich noch kein Sponsor für die Bühnentechnik gefunden.

 
„Bitte schaut nicht weg!“
     Foto: Radio58   H.L.

„Das ist mir egal, ich stelle mich auch auf Paletten, um den Menschen die Augen zu öffnen“, hatte Ambrusch im Vorfeld angekündigt und damit unterstrichen, wie wichtig ihm – als selbst Missbrauchsopfer – diese Kundgebung ist.

Glück kurz vor Toresschluss: Aufgrund der vielfältigen Aufrufe fand sich am Freitagabend noch ein Sponsor, der finanzielle Mittel für eine Bühne bereit stellte. Zwar reichte der Betrag nicht für eine, wie geplant, große Bühne, dennoch konnte die Veranstaltung damit in einem vernünftigen Rahmen stattfinden, wenn auch die angekündigte Band aufgrund der geringen Bühnengröße nicht auftreten konnte. Das was Ambrusch am Herzen lag, konnte er trotzdem realisieren: Die Augen zu öffnen und über den noch all zu oft als Tabuthema abgetanen sexuellen Missbrauch zu informieren. Gemeinsam mit vielen Menschen zeigte man nicht nur thematisch Stärke. Am Samstagmittag wurde die Bühne leider an einer Stelle aufgebaut, die keine Möglichkeit der Stromversorgung bot. Unter Zeitdruck wurde dann mit vereinter Muskelkraft die gesamte, aufgebaute Bühne quer über den Friedrich-Ebert-Platz zu ihrem neuen Standort getragen.

Nach einer ergreifenden Begrüßung durch Bodie Henryk Ambrusch startete die Kundgebung mit einer Schweigeminute für alle Opfer des sexuellen Kindesmissbrauchs. Es ist sicherlich nicht leicht für die Opfer, über das zu sprechen, was ihnen widerfahren ist. Erst recht nicht in der Öffentlichkeit, auf einem großen und belebten Platz und vor hunderten von Menschen. Dennoch erreichte Ambrusch sein Ziel, zu dem er immer wieder in verschiedenen Internet-Communities aufruft: nicht über das, was geschehen ist zu schweigen. So fanden doch einige Betroffene auf die Bühne. Sie fanden unter dem Respekt des Publikums die Kraft und die Haltung, über sich zu sprechen und ihre Forderungen zu stellen aber auch Bodie Henryk Ambrusch zu danken, der vielen Opfern Mut macht.

Mit dabei am Samstag auch Vertreter einiger Vereine, die sich nicht nur für Opfer des sexuellen Missbrauchs einsetzen, sondern auch mit ihren klaren Forderungen auf die Politik und die derzeitige Rechtssituation einwirken wollen. Immer wieder die Forderung an die Gesellschaft, nicht weg zu schauen und dort einzuschreiten, wo in dieser Hinsicht dringend Hilfe geboten ist. Klare Forderungen aber auch an die Politik, den Gesetzeshütern bessere und erweiterte Kompetenzen einzuräumen, für verschärfte Strafmaße gegenüber den Tätern zu sorgen und den Schutz für die Kinder zu verbessern.

Originaltöne von der Bühne hier hören (klick)

Auch aus verschiedenen Regionen angereist: Mitglieder (in Biker-Sprache „Member“) des B.A.C.A.A. e.V.. Einer Vereinigung von Bikern in der gesamten Bundesrepublik, die sich aktiv in vielfältiger Hinsicht für Opfer sexuellen Missbrauchs einsetzt, aber auch aktiv Prävention betreibt. Die Mitglieder müssen vor ihrer Aufnahme ein lupenreines erweitertes Polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und sich dazu verpflichten, jährlich eine Schulung über die Betreuung von Missbrauchsopfern zu durchlaufen. Auch finanziell setzt sich der Verein für bedürftige Opfer und Hilfsinstitutionen ein.

Th. Brauckmann, Pressesprecher des B.A.C.A.A. e.V., dazu im Radio58-Gespräch hier hören (klick)

Aus der Pfalz angereist: Der Künstler Dieter Jonas mit der gesamten Familie. Jonas wollte es sich nicht nehmen lassen, seine Bilder selbst an die Volme zu bringen, die er der aktuellen Aktion unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Jörg Dehm zur Verfügung stellt. Die Ausstellung im Rathaus an der Volme läuft noch bis zum 4. Juni und besteht aus vielen interessanten und aufwändigen Werken von verschiedenen Künstlern aus ganz Deutschland. Die Bilder können im Rathaus an der Volme gekauft werden; die Gelder kommen zu 100 % dem Frauenhaus in Hagen-Hohenlimburg zugute. Aber auch Dieter Jonas war nicht nur zum Überbringen seiner Werke nach Hagen gereist. Auch er wollte der Kundgebung seine Stimme geben. Zudem gab er spontane musikalische Einlagen.

Dieter Jonas im Radio58-Gespräch hier hören (klick)

Aus Nürnberg angereist: Der Künstler Axel Flitsch, der bereits am vergangenen Montag mit seinen Werken die Ausstellung im Hagener Rathaus an der Volme eröffnete. Auch Flitsch ließ es sich nicht nehmen, seine Meinungen und Forderungen zu diesem brisanten Themen öffentlich zu bekunden.

Schafften es nach Auskunft von Bodie Henryk Ambrusch bei der ersten Kundgebung im vergangenen Jahr gerade einmal 50 Menschen vor die Bühne, konnte er sich an diesem Samstag mindestens um eine Steigerung von 100 % freuen. Wohlgemerkt nur im direkten Bühnenbereich. Nicht mitgerechnet die vielen Menschen die während des Samstageinkaufs immer wieder einige Zeit verweilten und die vielen Menschen vor dem Café auf dem Friedrich-Ebert-Platz. Insgesamt eine durchaus friedlich aber ausdrucksvolle Kundgebung, die in so manchen Menschen einiges bewegt haben dürfte.

Bodie Henryk Ambrusch und eine Teilnehmerin aus dem Saarland zur Kundgebung im Radio58-Gespräch hier hören (klick).

Bilder finden Sie hier (klick)