Wohnortnahe Versorgung für psychisch kranke Menschen verbessert

(pen)  Die wohnortnahe Versorgung von Menschen mit akuten psychiatrischen Problemen, die zu ihrem eignen Schutz stationär untergebracht werden müssen, hat sich mit Beginn des Monats deutlich verbessert. Aus der bisher ebenfalls für den Ennepe-Ruhr-Kreis zuständigen Hans-Prinzhorn-Klinik in Hemer (Märkischer Kreis) wurden 40 Plätze in die Katholischen Kliniken Hattingen-Niederwenigern und in das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke verlagert.

„Diese beiden Fachkrankenhäuser sind neben Hemer bereits seit Jahren für die Betreuung der Betroffenen zuständig gewesen. Das Plus von jeweils 20 Plätzen pro Haus sorgt dafür, dass jetzt alle Erkrankten innerhalb der Kreisgrenzen betreut werden können“, erläutert Dr. Hans-Joachim Boschek, Leiter des Fachbereiches Soziales und Gesundheit, die Veränderung. In Hattingen stehen seit Anfang Oktober 110, in Herdecke 90 Plätze zur Verfügung.

Vorgehalten werden sie für die psychisch Kranken, die akut Hilfe und schnellstmöglich eine fachärztliche Behandlung benötigen. „Die dabei gemachten Hilfsangebote sind erfahrungsgemäß immer dann besonders erfolgreich, wenn Hausärzte, Psychiater und Krankenhäuser Hand in Hand arbeiten und die lokalen Gegebenheiten gut einschätzen können. Dies ist natürlich eher der Fall, wenn die Akteure alle aus einem Kreis kommen und sich aus verschiedenen Arbeitszusammenhängen kennen“, sieht Dr. Boschek klare Vorteile in der Umverteilung der Plätze. Als praktisches Beispiel nennt er die aktive Mitarbeit der Hattinger und Herdecker Klinken in der kommunalen Gesundheitskonferenz. Positiv sei darüber hinaus natürlich zu bewerten, dass Erkrankten und Betroffene in Zukunft der Weg bis nach Hemer erspart bleibe. „Die Betreuung erfolgt jetzt in der Nähe des sozialen Umfeldes, ein wichtiges Qualitätsmerkmal in der Medizin.“

Die wohnortnahe Versorgung ist daher nicht von ungefähr als Ziel im Psychiatrieplan für den Ennepe-Ruhr-Kreis festgeschrieben. Auch die übrigen Ziele sind eindeutig: psychisch Kranke sollen weniger diskriminiert und stigmatisiert werden, die Kooperation aller Beteiligten in der Versorgung von psychisch Kranken soll intensiviert werden und Schwerpunkte sollen in den Bereichen Integration, Qualifizierung und Arbeitschancen sowie Selbsthilfe und Patientenbeteiligung sowie Prävention und Qualitätssicherung gesetzt werden.

Ansprechpartnerin für Rückfragen zum Psychiatrieplan ist Katrin Kügler vom Fachbereich Soziales und Gesundheit des Ennepe-Ruhr-Kreises, Telefon: 02336/93 2651.

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