Wiggenhagen und die fremden Federn

[jpg] Die Hälfte der Schulferien sind um, langsam nimmt der politische Betrieb, auch in Ennepetal, wieder Fahrt auf. Ach ja, ich vergaß, Politik und Fahrt aufnehmen geht nicht in Ennepetal, der "Insel der Glückseligen". In einem dreiviertel Jahr hat der Rat der Stadt mal gerade einen Antrag auf den Weg gebracht. Die Stadtverwaltung möge prüfen wo sich auf dem Gebiet der Stadt eine Hundewiese einrichten lässt. Jetzt laufen die teuren Stadtverwalter herum, kratzen sich am Kopf und fragen sich: Welche Hunde sollen wo und wie laufen? Sicher wird das noch eine Weile dauern, und sicher muss erst einmal ein Gutachten angefordert werden über, was ist überhaupt ein Hund und kann man einen Hund so mir nichts dir nichts auf einer Wiese herumlaufen lassen. Aber lassen wir das, wenden wir uns unserem "Superstar" Wilhelm Wiggenhagen zu, der uns mal wieder eine Facette seiner Persönlichkeitsstruktur zur Bewunderung vorgeführt hatte.

Nun ist auch er fast ein ganzes Jahr im Amt und noch immer hat er kein Image aber auch keinen Erfolg vorzuweisen. Sein Ziehvater Walter Faupel versichert immer mal wieder, dass Wiggenhagen ein Mann mit Ecken und Kanten ist, aber er nicht so könne wie er wollte, denn es fehlen halt die Mittel dass er so wie er könnte auch machte. Im Moment spielt Wilhelm Wiggenhagen den guten Mann von Nebenan, der für alle Verständnis hat, aber halt nichts tun kann. Nichtsdestotrotz hat er jedoch viele Fans, vor allen Dingen solche die bei ihm Fleischtöpfe vermuten an denen es sich gut speisen lässt. Aber lassen wir sein soziales Umfeld in Frieden um die Töpfe schleichen.

Sprechen wir über die angekündigte Facette. Es geht um die Ideenlosigkeit und um das adoptieren von Ideen, wo er immer den Eindruck hinterlässt, es wäre seine Idee. Den eigentlichen Ideengeber lässt er logischerweise ins Land des Vergessens versinken, indem er ihn nicht erwähnt.

Da war doch der erste Runde Tisch über unseren Bahnhof, den Wilhelm Wiggenhagen moderierte. In dieser Veranstaltung fragte er nach Ideen was man mit diesem Bahnhof anfangen könnte. Neben vielen kruden Ideengebern, meldete sich eine Frau, die vorschlug dem Bahnhof doch ein Schild zu verpassen auf dem die Sehenswürdigkeiten  Ennepetals mit Wegweiser aufgedruckt werden könnten. Wilhelm Wiggenhagen fand das toll, zumal es zumindest eine preisgünstige Möglichkeit der Selbstdarstellung bot.

Gesagt getan. In zwei Terminen wurde dieses Schild, welches  zu 100% gesponsert wurde, öffentlichkeitswirksam aufgestellt. Es fehlte zwar ein Hinweis zum Haus Ennepetal, welches nicht nur ein architektonischer Hingucker, sondern auch ein Veranstaltungsort für auswärtige Gäste ist. Aber, was soll es, wir wollen nicht so pingelig sein.

Worauf es uns ankommt, die Frau, es war Frau Erwin aus Voerde, wurde nicht dazu geholt, ja noch nicht einmal erwähnt. Absicht? Ich denke ja. Denn es sollte ja das Bild eines Wilhelm Wiggenhagen gezeichnet werden, der nur so von Ideen sprüht und diese auch kostenneutral in die Tat umsetzt.

Dann kam die "Local Heroes" Woche. Der Kunstraum EN stellte im ehemaligen Kaiser´s Geschäft aus. Linde Arndt die Mitglied in dieser Künstlervereinigung ist holte noch zwei namhafte Künstler mit in die Ausstellung. Eine davon, Bettina Bröckelschen, kannte sie persönlich aus mehreren Ausstellungen und ist sogar freundschaftlich mit ihr verbunden.
Sie sprach die Künstlerin an ob sie nicht eines ihrer Werke für einen guten Zweck spenden würde. Sie einigten sich auf den Kinderschutzbund, der daraufhin ein Werk gespendet bekam.

Frau Backhoff, die Vorsitzende des Ennepetaler Kinderschutzbundes, bedankte sich auch für die Spende. Nun war Frau Backhoff bemüht einen Käufer zu finden, um mit dem Geld Kindern zu helfen. Sie fand schlussendlich in der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld einen Käufer. Als nunmehr das Bild öffentlichkeitswirksam von der Künstlerin der Sparkasse nachträglich übergeben werden sollte, stand auf einmal unser Wilhelm Wiggenhagen in der Runde. 

Gesprächsweise hörte ich, dass Wilhelm Wiggenhagen diese Spende eingefädelt haben sollte. Da aber nun sowohl Linde Arndt als auch ich anwesend waren, konnte man das nicht so ohne weiteres auch vor der anwesenden Presse durchziehen. Also stellte man Wilhelm Wiggenhagen zwischen die Personen als dekoratives Beiwerk – es war ja noch etwas Platz auf dem Bild. Nach dem Fototermin trollte sich Wilhelm Wiggenhagen auch ohne ein weiteres Wort.  

Tja, so ist das halt. Man sollte sich nicht mit fremden Federn schmücken, denn irgendwann wird es peinlich.

Abgesehen davon, dass Ideengeber auch gerne einmal gelobt werden wollen um weitere Ideen in die Runde zu werfen, die ja letztendlich der Allgemeinheit zu Gute kommen. So ein Lob spornt ungemein an, so sagt man. Aber wenn man übergangen wird, dass deprimiert doch jeden besten auch noch so gutartigen Menschen.

Nun frage ich mich, hat Wilhelm Wiggenhagen eigentlich überhaupt eigene Ideen? Oder hält er immer Ausschau nach Federn womit er sich schmücken kann?

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

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1 Antwort
  1. ein Ennepetaler says:

    Ja und, er ist nicht der einzige, der sich alle rumfliegenden Federn schnappt. Das hatte Eckhardt schon gemacht und Schöneberg macht es auch. Das ist halt Ennepetal. Wen störts ? Wir kennen es doch nicht anders.

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