Wie wählen die User von EN-Mosaik 14 Tage vor der Wahl?

 

[jpg]Nachdem wir nun den Rücklauf der User haben, die allesamt, nebst Kommentaren, ihre Wahl getätigt haben, fällt es uns etwas schwer diese Wahlempfehlung auch zu veröffentlichen.Auf der einen Seite ist uns bewusst, was wir inzwischen für einen Einfluss auf eine große Gruppe von Bürgern haben, auf der anderen Seite sehen wir aber auch die Verantwortung die uns etwas niederdrückt. Dürfen wir das, so haben wir uns immer wieder gefragt? Verlassen wir nicht die evtl. gebotene Neutralität im Sinne der Presse?

Ich denke ja, wir dürfen.
Sind wir geradezu gezwungen worden über die KandidatInnen die Informationen aus allen möglichen Ecken zu beschaffen. Alle, ob es die Parteien oder die KandidatInnen waren, haben sich der Informationsbeschaffung entzogen. Weder wollten sie eine Leistungsbilanz erstellen, noch wollten sie Perspektiven für die Zukunft aufzeigen. Bei Frau Nachbarin fabulierte sogar eine Userin, wir hätten eine Holschuld, nur was muss man nicht alles machen um an harte Fakten heranzukommen? Es gab keine verwertbaren direkten Informationen, eher weichgespülte Aussagen die nichts taugten.

Wie sind wir Anfang des Jahres angetreten, was wollten wir?
 
Wir wollten mit allen Kandidaten ein Interview anfertigen. Zwei Kandidaten stellten sich diesem Ansinnen, der Rest mauerte unter fadenscheinigen Gründen. Politische Fragen waren nicht erwünscht, die aber wollten wir.
 
Wenn wir nach den Eßgewohnheiten oder sonstigen Belanglosigkeiten gefragt hätten, wie Frau Trapp vom Spektrum oder Herr Holweck von Radio MDU,  ja, dann wäre es in Ordnung gewesen. Sicher sind die anderen Interviews in Ordnung, es muss auch menscheln. Aber sollte sich ein Mensch der sich einer politischen Laufbahn widmet, ob professionell oder als „Hobby“, nicht auch politischen Fragen stellen? Immerhin soll er ja die politischen Geschicke dieser Stadt maßgeblich gestalten. Er bekommt das Mandat des Wählers, also sollte der Wähler auch wissen was er wählt. Wie dem auch sei, die Interviews haben wir nur zum Teil umsetzen können.
 
Dann wollten wir noch eine Forumsdiskussion im Haus Ennepetal im großen Saal initiieren.  Auch hier haben sich die politischen Parteien geschickt entzogen und eine Nicht-Teilnahme signalisiert, allerdings nicht alle. Auch hier bemerkten wir eine große Angst, vor einem größeren Publikum zu versagen. Wir merkten das auch, bei der Podiumsdiskussion der SIHK, als die Kandidaten der Linken, Wilhelm Völlmecke und der CDU, Wilhelm Wiggenhagen total durchfielen. Wilhelm Wiggenhagen hatte sich das nicht so vorgestellt, stand er doch mit einer desolaten Leistung auf einmal an dem Pranger. Schönreden, was er gerne tut, half da nichts.
 
Dann hatten wir noch einen Ennepetaler Wahlomat vorbereitet, der setzte aber voraus, dass wir per Script klare Aussagen der Parteien als auch der BürgermeisterkandidatInnen gehabt hätten. Erschwerend kam noch hinzu, dass keiner der Akteure, klar einen Unterschied zwischen der Bürgermeisterwahl und der Kommunalwahl  machte. Immer wieder wurden die Trennlinien unscharf gemacht und verwischt. Hier fehlte den KandidatInnen doch ein erhebliches Maß an politischem Hintergrundwissen.
 
Über 60 Fragen hatten uns die User zugeschickt, die man sicher geschickt mit einer Wahlaussage hätte verknüpfen können. Hiermit wäre bestimmt  einigen unsicheren Wählern  zu mehr Sicherheit verholfen worden. Es nütze alles nichts ohne die  dezidierten Aussagen der Akteure konnte das nicht umgesetzt werden.

Wir möchten jetzt nicht falsch verstanden werden, wir akzeptieren sowohl das Verhalten der Parteien als auch das Verhalten der Kandidaten, müssen jedoch unser Bedauern irgendwie zum Ausdruck bringen.Und, wir sind nicht das Sprachrohr der Parteien und KandidatInnen Es muss weiter gehen, wir haben die Bundestagswahl vor der Tür. Da nützt es nichts alten Geschichten nach zu hängen.

Nun sind wir 14 Tage vor der Wahl und haben die Emails alle ausgewertet. Wir  möchten aber allen politischen Akteuren noch ins Gebetsbuch schreiben, dass das Internet ein ernst zu nehmender Faktor ist, nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland. Nur es muss anders bedient werden wie die Print- oder E-medien. Im Politcamp´09 in Berlin waren alle Parteistrategen, wie Volker Beck (Bündnis90/Die Grünen), Kajo Wasserhövel (SPD), oder Ralf Stegner (SPD) anwesend [ Das ist zwar die zweite Wahl aber immerhin]. Alle wussten von dem fulminanten Wahlkampf eines Barak Obama, wollten auch solch einen Wahlkampf führen, nur fiel es ihnen doch erheblich schwer, das KnowHow  zu beschaffen. Die Freaks und die Nerds bestimmten in den einzelnen Barcamps den Ton und da kamen unsere alten allesamt konservativen Parteistrategen nicht mit klar, es war halt kein
Hochglanzselbstbeweihräucherungskongress, wie es die Parteien so gerne gehabt hätten. Dort waren politisch hoch interessierte junge Menschen, die den Parteien fehlen. Die Parteien hatten auf dieser Veranstaltung noch erhebliche Berührungsprobleme, saßen doch dort keine Stimmviecher, sonder intelligente Menschen die selbstbewusst auftraten. Ach ja, für Ennepetal konnten wir beobachten wie der eine oder andere Politiker seine geliebte Schiefertafel, nebst Schwämmchen und Griffel, verschämt entsorgt hatte. 

Inzwischen ist klar, es wird ein PolitCamp´10 am 30. bis 31.01.10 in Bonn geben, passend zur Landtagswahl in NRW ´10. 

Nun denn, lassen wir es angehen.
 
Überschreiben möchte ich das nun Folgende mit einem Email Text eines Users. Dieser  zitierte Brecht:
 
Wählt euch ein anderes Volk.
 
Dieses Zitat trifft auf das Ergebnis zu, das wir zurückbekamen.
 
Unsere Datenbasis ist inzwischen auf 918 User angewachsen, wobei wir zugeben, es könnten auch Doppeluser dabei sein, dass ist im Internet nun mal nicht zu vermeiden. Es war ein gehöriges Stück Arbeit, aber es ist geschafft.
 
Zur Wahl standen:
 
BürgermeisterkandidatInnen:
 
  • Sabine Hofmann, Kandidatin der Bündnis90/ Die Grünen,Ennepetal
  • Andre Hüsgen, Kandidat der NPD,Ennepetal
  • Nicht-, Protestwähler oder Wahlstreik, Ennepetal
  • Anita Schöneberg, Kandidatin der SPD, Ennepetal
  • Dr. Hella Siekermann, parteilos, Kandidatin der FDP, Ennepetal
  • Wilhelm Voellmecke, Kandidat der Die Linke,Ennepetal
  • Wilhelm Wiggenhagen, parteilos, Kandidat der CDU,Gevelsberg
 
Folgende Parteien standen zur Auswahl:
 
  • Bündnis90/Die Grünen
  • CDU
  • Die Linke
  • FDP
  • FWE
  • Nicht-, Protestwähler oder Wahlstreik
  • NPD
  • SPD
  • UBE
 
Die Wahlempfehlung wurde mittels eines Punktesystems von 1 bis 100 ermittelt, wobei ein Fragentableau übermittelt wurde welches bewertet werden musste.
 
Ergebnis der Bürgermeisterwahlempfehlung:
 
  • Nicht-, Protestwähler oder Wahlstreik        75 Punkte
  • Anita Schöneberg, SPD                                    64 Punkte
  • Sabine Hofmann, Bündnis90/Die Grünen    59 Punkte
  • Wilhelm Wiggenhagen, parteilos, CDU        46 Punkte
  • Dr. Hella Siekermann, parteilos, FDP           29 Punkte
  • Wilhelm Voellmecke, Die Linke                      12 Punkte
  • Andre Hüsgen, NPD                                            3 Punkte
 
Ergebnis der Wahl zum Rat der Stadt:
 
  • Nicht-, Protestwähler oder Wahlstreik        85 Punkte
  • FDP                                                                       72 Punkte
  • SPD                                                                       68 Punkte
  • CDU                                                                      59 Punkte
  • Bündnis90/Die Grünen                                     58 Punkte
  • UBE                                                                      35 Punkte
  • Die Linke                                                             32 Punkte
  • FWE                                                                      18 Punkte
  • NPD                                                                      16 Punkte
 
Zu den Bemerkungen die wir zu den Ergebnissen übermittelt bekamen:
 
Bei den BürgermeisterkandidatInnen sahen alle User, dass ein mangelndes Problembewusstsein zum tragen kam. Dafür das wir  Probleme
  • mit der Effizienz der Verwaltung,
  • mit der  Jugend
  • mit der Attraktivität der Stadt
  • mit den Finanzen des Haushaltes
  • mit maroden städtischen Gebäuden
  • mit der Armut
  • mit der Infrastruktur
  • aber auch mit einer beginnenden Kriminalität

haben,  wussten die KandidatInnen hierüber wenig bis nichts zu sagen. Es fehlte die Benennung des Problems und damit ein folgender Lösungsansatz. Wenn man solch einen Job angeht sollte man sich doch zumindest  inhaltlich auf diesen  vorbereitet haben.

Bei dem Gevelsberger Wilhelm Wiggenhagen war es noch schlimmer.  Den konnten ja alle, als Leiter des Fachbreiches 5 und neuerdings als ersten Beigeordneten, mit seiner dürftigen Bilanz bewerten. Sein öffentlichkeitswirksamer Auftritt bei der Tafel, wo er ein paar Brote überreichte, war wie Hohn wahrgenommen worden. Denn als kompetenter Diplom Verwaltungsfachwirt und städtischer Angestellter im gehobenen Dienst, hätte er doch diese Institution  viel früher aufsuchen können. Auch seine Art Verantwortung auf andere abzuschieben, die Teckelaktion im Frühjahr war bei keinem vergessen, wurde sehr stark moniert. Sein gnadenloses Abkupfern der Ideen Anderer, wie z. B. die Einsetzung eines Sozialausschusses oder die vor Ort Aktionen der SPD, wurde als persönliches Manko empfunden. Der Mann hat keine Ideen, er ist nur ein reiner Verwaltungsmensch, die Null-Nummer, so die User.
 
Auch das er von Frau Nachbarin, die ja immerhin dem NPD Bürgermeisterkandidaten eine Plattform geboten hatte, gefördert wird, wurde mit Entsetzen registriert. Hier wäre eine klare Distanzierung von diesem Forum unter Hinblick des vorgenannten Auftrittes angesagt gewesen.
 
Bei Frau Schöneberg kam gut an, dass sie auf andere Menschen unbefangen zugehen kann und sofort ohne Probleme ins Gespräch kommt. Ebenso Frau Hofmann, die zwar etwas reservierter, jedoch wenn sie angesprochen wurde, direkt und ohne Umschweife kompetent antwortete. Frau Dr. Siekermann wurde kaum wahrgenommen, hielt sie sich doch immer irgendwie zurück. Trotz allem merkten alle die Wagenburgmentalität der Akteure.
 
Wenn wir das Wahlsystem des Panaschierens und Kummulierens hätten, wären Schöneberg und Hofmann  ein Dreamteam . Teilweise hätte ich mir gewünscht, die Damen hätten sich zu einem eigenen Wahlkampf zusammen getan und die Jungs mit  ihren Hahnenkämpfen auf den Hof geschickt. Ach ja, die Jungs im Wahlkampf die immer noch nicht den Schuss gehört haben, dieser Männlichkeitswahn, diese Testosteronausdünstungen in ihrer Nähe, waren für mich teilweise unerträglich. Das Frauen, ich spreche von gestandenen Frauen in der heutigen Zeit solche Fossilen, die meines Erachtens in Spiritus eine geeignete Behausung hätten, noch ertragen können, ist für mich nicht nachvollziehbar. Wann sind eigentlich Männer in der Lage sich zu emanzipieren? 
 
Bei den Parteien wurden die mangelhaften Perspektiven genannt, nichts Konkretes wurde genannt, nur die FDP nannte bei der Kindergartenproblematik zumindest einen Lösungsansatz der zu mehr Attraktivität führen könnte.
Das Scheitern des Stadtumbaus West [Gevelsberg hat seinen Antrag zumindest durch] thematisierte die FDP, indem sie eine vernünftigere Lösung unter Berücksichtigung der finanziellen Ressourcen reklamierte. Auch lies die FDP sich nicht auf den Schmuddelwahlkampf der CDU ein, sondern zog ihren Wahlkampf seriös durch.  Allerdings hatte auch sie Probleme auf die Wähler zu zu gehen.
 

Der ewige Versuch die Fuzo zu thematisieren wurde als Versuch gewertet, von den eigentlichen hausgemachten Problemen abzulenken. Die Parteien wollten keine Themen, sie wollten nur gewählt werden. Wie der Gevelsberger Wilhelm Wiggenhagen immer so „nett“ sagte, man sollte nicht alles schlecht reden, sprich man sollte alles schön reden, dann geht alles wie geschmiert. So war auch auf seinem Internetauftritt nur menschliches allzu menschliches zu lesen, jedoch nichts Konkretes. Auch hier der absolute Widerspruch, wenn ich mich doch so in Ennepetal wohlfühle, warum wohne ich seit Jahren in Gevelsberg. Kann es sein, dass er seine eigene Stadt Ennepetal auch nicht so prickelnd findet? Er gehört eben zu den Pendlern die täglich in Ennepetal ihrer Arbeit nachgehen und abends wieder in ihre Städte zurückkehren.

Die Pendlerbilanz, ja, es kommen mehr zu uns arbeiten als von uns in die anderen Städten pendeln, z.Zt. sind das so an die 20% mehr.

Wen wundert es, wenn der Wähler nicht weiß wen er wählen soll? Da bringen es auch die wiederholten vier Seiten CDU Werbung in der WAP nichts. Sie waren  darüber hinaus so nichts sagend, dass dies nur negativ und als Bestätigung der Nichtwählergruppe eingestuft wurde. 

 

 

Nichts Genaues weiß man von unseren Parteien, nur die Unterstellung, dass sie alle an die Fleischtöpfe der Kommune wollen. Was die letzen 5 Jahre Rat der Stadt betrifft, hier wusste niemand so recht was die 40 Ratsmitglieder überhaupt getan haben. Immerhin wurden Steuergelder als Sitzungsgelder oder Aufwandsentschädigung gezahlt.  Da fragt sich doch jeder, wofür? Den Vogel mit dieser Einstellung schoss Herr Hüttebräucker von der FWE ab,indem er sinngemäß sagte: Wir haben in den letzten 5 Jahren nichts erreicht, jetzt solltet ihr uns wieder wählen.

Die Parteien sollten sich einmal Gedanken über die Transparenz ihres Tuns machen. Da gibt es einen erheblichen Nachholbedarf. Viele Städte haben das inzwischen begriffen, Ennepetal sucht sich jedoch als Alibi immer solche Städte aus, die genauso hinterher hinken. Was die  Orientierung betrifft, so meinte ein User "Müssen wir uns immer an schlechteren Städten orientieren, könnte man nicht eigene Wege nach den Regeln der Vernunft gehen? "

 
Nun zum letzten Punkt dem Nicht-, Protestwähler oder Wahlstreik. Es fällt mir bzw.  uns nicht leicht diese Ergebnisse weiter zu geben, insbesondere  im Hinblick darauf, dass eine NPD vor der Rathaustür steht. Nur sollte ich diese Ergebnisse verschweigen? Ich glaube nicht.
 
Nicht-, Protestwähler oder Wahlstreik ist heute ein ganz normaler Vorgang, ist er doch auch eine demokratische Willensbekundung. Denn unser Grundgesetz schreibt eine freie Wahl zwingend vor, und zur Freiheit eines jeden Einzelnen gehört auch etwas nicht zu tun bzw. es zu lassen. Wählen heißt etwas bewusst zu entscheiden. Bedeutet,  ich weiß auf was ich mich einlasse. Mein Gegenüber sollte mir alle Informationen geben, damit ich diese Wahl auch ausüben kann Tut er das nicht, so muss er sich nicht wundern, wenn ich ihn nicht wähle. Beim täglichen Einkauf entscheiden wir auch ob wir dieses oder jenes Produkt nehmen wollen, jedoch auf der Basis von gesicherten Informationen. Kein ernsthafter Mensch würde einen Fluss überqueren ohne vorher die Tiefe und Strömung ausgelotet zu haben. Das aber verlangen die Parteien von uns. Ich denke diese Einstellung ist tödlich für unser Parteiensystem. Das Parteiensystem benötigt dringend eine Reform, es ist überaltert und bindet zunehmend die Menschen nicht mehr. Nur die Reformen müssen von den Parteien selber getätigt werden, so sie ihre Attraktivität nicht einbüßen wollen. Die Frage ist, warum reformieren die Parteien sich nicht von unter auf kommunaler Ebene.Muss man erst Signale von Düsseldorf oder Berlin empfangen?
 
Nicht-, Protestwähler oder Wahlstreik wird heute jedoch etwas anders gehandhabt, es gibt mehrere Möglichkeiten:
 
  1. Man geht nicht zur Wahl.
  2. Man geht zur Wahl, macht einen dicken Strich durch den Wahlzettel.
  3. Man geht zur Wahl und macht nur Bemerkungen auf den Wahlzettel
  4. Man geht zur Wahl und kreuzt mehrere Kandidatinnen oder Parteien an.
 
Die unter 2. bis 4.genannten Möglichkeiten sind für die Wähler gedacht, die ein schlechtes Gewissen hinsichtlich der Wahl haben, sie werden dann unter ungültige Stimmen geführt, sie waren aber wählen.
 
Das wäre es für die Kommunalwahl ´09 Ennepetal von uns. Wie auch immer der Einzelne wählt, er wählt für sich immer richtig und weiß erst in 5 bzw. 6 Jahren, ob er die richtige Wahl getroffen oder nicht getroffen hat.
Wenn wir eines erreicht haben, die Sensibilisierung des Bürgers für seine politischen Belange, ich denke so haben wir bescheidener maßen viel erreicht.
Aber keine Sorgen, wir werden weiter kommentieren – versprochen. Unsere Politiker brauchen Druck und Öffentlichkeit, ohne machen die nichts. Zumal denn die Printmedien sich in einem erheblichen Selbstfindungsprozess  befinden. Wir versuchen nunmehr etwas in die Bundestagswahl einzusteigen um den Wahlkampf aufzudröseln. Falls noch etwas Wesentliches hier zu berichten gibt, so tun wir das auch.
 
Jürgen Gerhardt
 
 

 

16 Kommentare
  1. Dr. Ingo Mehner says:

    jedenfalls nicht so, habe ich heute abend gesagt.
    die passagen über die hahnenkämpfe und über die frauen hat kein mann geschrieben, hat petra gesagt. denn es hat ihrer meinung nach keinen anderen wahlkampf gegeben, der so von frauen bestimmt war als der in ennepetal.
    meine unmaßgebliche interpretation ihrer intentionen, JG, fällt kurz und knapp aus.
    1. Ich habe alle eingeladen. Nur 2 sind gekommen.
    2. ich habe eine alternative angeboten. Nur 2 waren bereit.
    3. von den beiden ist einer ausgeschieden.
    4. eine bleibt übrig.
    5. alles andere ist gefasel.
    Die favoritin heißt Anita.
    I.M. in Schwelm, nach sehr harten debatten.
    22.10h

  2. Jannik says:

    Tja Herr Gerhardt, was haben wir aus Ihrer Umfrage gelernt ?
    Der Gesetztgeber hat Mist gemacht. In jedem Unternehmen dieser Größenordnung würde ein Manager mit entsprechender Vorbildung durch einen qualifizierten Aufsichtsrat gesucht und eingestellt.

    In den Städten ist das nicht möglich, da besteht der Aufsichtsrat aus gelangweilten Profilneurotikern, die mit Ihrer freien Zeit nichts besseres anfangen können und sich selber gerne in der Zeitung sehen. Um einen Verein zu Gründen, wie es in Ennepetal gerne gemacht wird, sind sie zu faul und zu dumm, also bleibt nur die Politik.

    Dann die Kandidaten. Ein ehemaliger Verwaltungslehrling und heutiger erster Beigeordneter, eine Ärztin, eine studierende Bankkaufrau und eine Pädagogin jeweils mit Dorfpolitikerfahrung, ein Selbsständiger mit zu wenig Einkommen und zu viel Freizeit und ein krimineller Buchhalter mit Sch….. im Hirn.

    Nun sagen Sie mir bitte, Herr Gerhardt, welcher fachkundige Aufsichtsrat würde die Bewerbungen dieser Kandidaten überhaupt in die engere Auswahl nehmen ?
    Wir Bürger müssen es, denn uns werden sie vorgesetzt. Welcher klar denkende Mensch wählt sich denn aus diesen Kandidaten einen aus ? Also bleibt eigentlich nur nicht zur Wahl gehen.
    Das jedoch fördert den kriminellen Kandidaten, also muss ich als Wähler mich schon für eine Kandidatin / einen Kandidaten der fünften Wahl um ein Führungsamt in der Managementebene entscheiden um nicht den Abfall als Bürgermeister zu bekommen.

    Das nennen Sie dann wirklich eine Wahlmöglichkeit Herr Gerhardt ? Ich nicht. Ich nenne das eine erbärmliche Auswahl, denn ich teile nicht die uneingeschränkte Befürwortung eines Verwaltungsbeamten, wie es Frau Nachbarin macht, und in ihrem Forum alle Wegbeisst, die anederer Meinung sind (sie liest ja hier, also wird sie es sehen. Zu Ihrer Erklärung Frau SP, ich bin auch nicht Harry, ich lese nur, auch bei Ihnen). Ein Verwaltungssachbearbeiter wird immer ein solcher bleiben, sofern er keine Zusatzqualifikationen erworben hat und zumindest mal in einer anderen Verwaltung gearbeitet hat. Das jedoch hat Herr Wiggenhagen wohl nicht in leitender Position. Also warum sollen wir Ennepetaler Bürger seine Ausbildung für teures Geld beenden ?
    Jedoch teile ich auch nicht Ihre, Herr Gerhardt, oder Herrn Mehners uneingeschränkte Befürwortung von Frau Schöneberg. Bei allem Respekt vor ihram Studium, als Berufseinsteigerin soll sie bitte bei einem kleineren Unternehmen anfangen.
    Die anderen Kandidaten sehe ich nicht als entscheidend an, sie klauen wahlweise der einen oder dem anedren die Stimme, weisen jedoch auch nicht die notwendige Führungserfahrung und die notwendigen Führungsqualitäten nach.
    Ach ja, Herr Mehner, bevor Sie sich jetzt berufen fühlen, nach sich zu schreien, nein, Sie sind es auch nicht. Sie sind Verwaltungsjurist und schaffen eine Verwaltungshürde nicht. Das disqualifiziert Sie für mich zu guten Letzt endgültig, zudem sind Sie schlicht und ergreifend für ein solches Amt zu alt. Und Rente bekommen Sie von der Stadt Ennepetal schon. Diese gönne ich Ihnen auch noch viele Jahre, aber mehr werden muss es dann auch nicht mehr.

    So, ich schließe ohne Wahlempfehlung und warte für mich noch auf die Erleuchtung des besten Kandidaten
    Jannik

  3. Redaktion
    Redaktion says:

    @Jannik #4

    Auf diese Erleuchtung warten Sie aber nicht allein.
    Ich kenne viele,die versuchen es mit dem Gebet: Herr, schmeiß Hirn.

  4. Redaktion
    Redaktion says:

    @Jannik

    Ihre Einstellung kann ich voll und ganz nachvollziehen.
    Wenn es nach den Regeln der Wirtschaft gehen würde, würde ich jetzt, meinetwegen als Personalleiter, dem Vorstand folgendes vortragen.
    ” Die ausgeschriebene Stelle, Bürgermeister, hat keine hinreichende Resonanz an ausreichend qualifizierten Bewerbern ergeben. Die Stelle ist weiterhin vakant. Wir schlagen vor, die Stelle nach einer Wartefrist von 4 Wochen noch einmal öffentlich auszuschreiben. Die Chance ist allerdings gering, da der Markt an qualifizierten Bewerbern offensichtlich sehr klein ist, einen geeigneten Bewerber zu bekommen.”

    Nun, es geht aber hier nicht nach den Regeln der freien Wirtschaft.

    Hier haben die bewerbenden KandidatInnen nur marginale Unterschiede, wobei Sie die Stellenanforderung so tief staffeln müssen, um überhaupt den Unterschied zu erkennen.
    Mein sicher unkonventioneller Vorschlag, wäre ein Stellensharing mit den KandidatInnen Schöneberg und Hofmann, weil die sich ergänzen könnten und damit näher an das Stellenprofil kämen. Aber das ist von mir reines Wunschdenken, drückt aber auch das vorhandene Dilemma aller User aus.
    Den von Frau Nachbarin favorisierten Kandidaten traue ich heute nach sechs Monaten Beobachtung am wenigsten die Anforderung zu, die an diese Stelle gestellt wird. In einem Industriebetrieb würde der Gevelsberger höchstens den Status eines Gruppenleiters einnehmen können. Nach Metalltarif würde er mit K3 oder T3 eingeordnet. Wie der an eine Bereichsleiterstelle kommen konnte, vermag ich in keinster Weise, marktwirtschaftlich gesehen, nachvollziehen. Es sind halt eigene Regeln die der öffentlich Dienst hat.

    Was nun Frau Nachbarin betrifft, so können Sie ihr einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen, zwar auf der Ebene DSDS, aber immerhin.

  5. Dr. Ingo Mehner says:

    warum hat der gesetzgeber “mist” gebaut, wenn einige wähler in Ennepetal meinen, es seien keine geeigneten kandidaten da? Ennepetal bietet anita schöneberg, wilhelm wiggenhagen, doktor siekermann, sabine hofmann, völlmecke und noch wen an. Das sind sechs. Immer noch nicht genug? Wer mosert, hätte sich selbst aufstellen können. Und 200 unterschriften sammeln dürfen.
    Ach so, die Aufstellung soll vorzensiert werden. Von den usern der portale zum beispiel, die “anonym” (für mich immer noch gleich feige) bleiben wollen. Und ich werde zur wahl gehen. Mein Kreuz für Anita z.B. Und für Pino. Und auf Kreisebene für Wenke und Martina. Für Brux. das sind keine kreuze für weltanschauungen. schlichte kreuze für personen.
    Nee nee, da gefällt mir das gesetz deutlich besser. Jede gemeinde kriegt die, die sie verdient. Jeder, der sich das zutraut, ist geeignet. Das entscheidende Wort hat der wähler, und nur er, und ohne stichwahl.
    Vielleicht wird in Ennepetal nachgekartet. Vielleicht muss deshalb dann noch einmal gewählt werden. Aber das ist dann eben so. Ennepetal wird deshalb nicht untergehen.

  6. Redaktion
    Redaktion says:

    @Dr. Ingo Mehner

    Wo auch immer Sie ihr Kreuz machen, dass soll Ihr Problem sein und bleibt Ihnen unbenommen.
    Aber sicherlich werden Sie auch nichts dagegen haben, wenn andere Menschen eine andere eigene Meinung haben.

    Das Argument von Jannik ist für meine Begriffe schlüssig und verdient einer weiteren Erörterung.

    Um Bürgermeister zu werden, bedarf es keiner wesentlicher Qualifikation, soweit so gut. Um aber z.Bsp. Taxifahrer zu werden müssen Sie schon einen sogenannten Personenbeförderungsschein machen, der so meine Information, umfangreiche Prüfungen erfordert. Analog könnte ich jetzt Ihre Argumentation aufnehmen, dem Taxifahrer in spe die Herbeibringung von meinetwegen 50 Unterschriften zu erbringen. Und weiter,der Taxifahrer hat ungleich weniger Verantwortung als ein Bürgermeister.
    Es ist also, wie angeführt, ein Mißverhältnis zu den beiden Verantwortungsprofilen. Taxifahrer kann ich nicht werden, ich kann aber immer noch Bürgermeister werden.

  7. EIN ENNEPETALER says:

    @ 8 Redaktion

    Wen interessiert es, wo Herr Dr. Mehner sein Kreuz macht? Mit rhetorischen Windbeuteleien und der Unfähigkeit, einfache formale Eingangsvoraussetzungen zu erfüllen, hat er sich selbst ins Abseits gestellt.

    Dennoch droht er uns:
    Mehner: “Vielleicht wird in Ennepetal nachgekartet. Vielleicht muss deshalb dann noch einmal gewählt werden. Aber das ist dann eben so. Ennepetal wird deshalb nicht untergehen.”

    Frauen/Männer, die in Ept. Taxi fahren, stehen mitten im Leben, stellen sich den Herausforderungen und meistern sie, tagtäglich. Dr. Mehner träumt irgendeinen senilen Traum, den außer ihm niemand versteht. “Ennepetal wird deshalb nicht untergehen.” – das hatten wir ja schon einmal.

  8. Jannik says:

    Danke Herr Gerhardt, jetzt sollte es auch Dr. Mehner verstehen.

    Was ich nur nicht verstehe, Herr Dr. Mehner, warum wollen Sie “nachkarten”, wenn der Gesetzgeber keinen Mist gebaut hat ? Aus persönlicher Eitelkeit ?

    Ich habe auch in Ihnen, und seit gestern sage ich auch gerade in Ihnen, nicht den richtigen Kandidaten gesehen.
    Wer durch persönliche Beschimpfungen dazu beiträgt, dass die öffentlichen Kassen sich auf mehreren Ebenen mit Lapalien beschäftigen müssen, ist für mich kein geeigneter Kandidat, um einer Stadt finanziell weiter zu helfen.
    Also, um Herr Gerhardt zu zitieren, lassen Sie es gut sein Herr Mehner.

    Geben Sie den anderen 5 Kandidaten eine Change, einen vernüftigen Wahlkampfendspurt hinzulegen ohne sich mit Ihnen weiter beschäftigen zu müssen.

    Ach ja, Herr gerhardt, eine neue Ausschreibung wäre für die vakante Stelle vielleicht nicht das Richtige, aber einen Headhunter einzuschalten, dass wäre doch mal einen Versuch wert.
    Ob dieser wohl wieder die gleichen Kandidaten findet ? 😉

    Jannik

  9. Redaktion
    Redaktion says:

    @Jannik

    An den Headhunter hatte ich auch gedacht. Gute Leute sind allerdings sehr rar in Deutschland. Für Ennepetal muss man sich halt mit der 7. Garnitur abfinden. Schade, Ennepetal hätte bessere Leute verdient.

  10. Redaktion
    Redaktion says:

    @EIN ENNEPETALER #10

    Wenn ein bunter Hahn träumt, sollte man ihn träumen lassen. Wecken Sie ihn bitte nicht auf, manchmal ist das Krähen sehr störend. Also psssssst.

  11. EIN ENNEPETALER says:

    @ 11 Redaktion

    > “Schade, Ennepetal hätte bessere Leute verdient.”

    Es gab/gibt bessere Leute in Ept.! Die Alteingesessenen (in den Parteien) verteidigen ihre Pfründen und verhindern mit der sog. Ochsentour, dass jüngere, bessere Leute kandidieren können. Überalterte Parteimitglieder, die einen Sitz im Vorstand, im Stadt- und Kreisrat ergatterten, haben ausgesorgt! So lange sie halbwegs aufrecht sitzen können, werden sie ihre geldwerten Posten behalten wollen. Der bessere Nachwuchs muss außen vor bleiben, um die Privilegien der Älteren zu sichern.

  12. EIN ENNEPETALER says:

    @ 11 Redaktion (Forts.)

    > “Schade, Ennepetal hätte bessere Leute verdient.”

    Wie verhält es sich mit der Nachwuchsförderung in der Ennepetaler Partei, die ihren Bürgermeister-Kandidaten aus Gevelsberg holt? – Verlegenheit? Kalkül?

    Schon vor ca. 10 Jahren war der langjährige Vorsitzende, der Silberrücken reif für das Amt des Ehren-Vorsitzenden, der milde lächelnd Honneurs macht, mit seinen Enkeln spazieren geht, dem Parteinachwuchs Platz macht. Die Chance zum ehrenvollen, die Partei verjüngenden, stärkenden Rückzug hat der Silberrücken gründlich verpasst.

    Eine Partei, die bürgernah auf der Höhe der Zeit ist, wird über mehrere Jahre einen Bürgermeister-Kandidaten aufbauen, ihm zuarbeiten, sein Profil schärfen; ihm Gelegenheit geben, Kompetenzen konkret zu zeigen. Nichts davon in der CDU: Der Alte blockiert als Übervater alle Entwicklungen, sein Gevelsberger Ziehsohn rennt von einem Fettnapf zum anderen – und die Ennepetaler sollen dennoch glauben, sie brauchten diesen Bürgermeister aus Gevelsberg?

  13. Jannik says:

    “Die Alteingesessenen (in den Parteien) verteidigen ihre Pfründen und verhindern mit der sog. Ochsentour, dass jüngere, bessere Leute kandidieren können. Überalterte Parteimitglieder, die einen Sitz im Vorstand, im Stadt- und Kreisrat ergatterten, haben ausgesorgt! So lange sie halbwegs aufrecht sitzen können, werden sie ihre geldwerten Posten behalten wollen. Der bessere Nachwuchs muss außen vor bleiben, um die Privilegien der Älteren zu sichern.”
    Diesem Zitat von Ein Ennepetaler schließe ich mich voll und ganz an.
    In Gevelsberg ging es. Der Bürgermeister ist unter 40. Das wollen die Ennepetaler Platzhirsche nicht, denn der könnte ja gute Ideen haben und umsetzen wollen…….

  14. Redaktion
    Redaktion says:

    @Jannik #15

    Das die Alten nicht in Würde grau werden können, werde ich nie verstehen.

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.