Warum nicht, dient es doch der Attraktivität von Ennepetal.

[jpg] Als ich meinen Artikel für meine Menschin schrieb, freute die sich und hörte auch sofort mit dem Anschweigen auf. Nur als sie glücklicherweise ihre Sprache aber auch ihr Lachen wieder entdeckt hatte, ging es irgendwie  nicht in die von mir gewünschte Richtung.   Foto: JPG

Jürgen, sagte sie, ich habe ein Problem. Ups, sie hatte noch nie ein Problem, was sie sowieso nicht besser alleine lösen konnte, sämtliche Sinne standen auf vollste Konzentration. "Warum schreibst Du nicht für mich solche Artikel, wie diesen ….(Quäl ) Geister Artikel" Sie sagte das ganz unaufgeregt, wobei ihre Augen wieder in meine Seele blickten – wenn sie das in solchen Situationen doch mal lassen würde.
"Na ja, ich habe ja mit der Schreiberei eine ganz andere Intention.  Während du ja die Politik ganz abgeschrieben hast, meine ich doch, ein Wiederbelebungsversuch sollte von Erfolg gekrönt sein" so ich.
"Aber Du hast doch schon Erfolg, die Leute sind politisiert, reden über ihre Stadt, die politischen Parteien, die Kandidaten und sogar über politische Ziele werden formuliert." meinte sie. " Aber die Politiker haben sich in ihrer Wagenburg eingeschlossen, stellen sich nicht den Bürgern, haben Angst vor ihren eigenen Worten, wissen nicht zu überzeugen. Ich will das sie sich stellen!" meinte ich. "Gut, aber den einen oder anderen Menschinnen Artikel kannst Du doch schreiben? Mir gefiel der Artikel" Stand auf und ging raus.
Was sollte ich dazu sagen?Abgesehen von dem indirekten Lob, sie kann nicht direkt loben. In einer Partnerschaft ist es halt so, dass jeder dem anderen gefallen will – immer.
Wenn nicht, na dann wäre es keine Partnerschaft, so einfach ist das.
Also was tun? Ich will gefallen also schreibe ich, aber nur ab und an.

Foto:JPG   Foto:JPG   So um Weihnachten 2008 rief mich eine Voerderin an und erinnerte mich an ein Gespräch das wir lange vorher geführt hatten. Es ging um Gut Ahlhausen, welches für EUR 600.000,– zu verkaufen war. Sie bat mich ihr doch einmal zu folgen, was ich auch tat.
Oberhalb von Gut Ahlhausen zeigte sie mir eine Gruft, die so langsam vor sich hinrottete, verrostete Gitter die sich ohne Probleme  öffnen ließen  machten  den Weg frei auf ein Familiengruft.

Danach ging es wieder durchs Gebüsch abwärts. Mit dem Auto  fuhren wir auf der Strasse weiter in Richtung Peddenöde, links an einer Brücke hielten wir auf einem Parkstreifen. Von da ging es über eine niegel, nagel neue Brücke rechts einen Abhang rauf, Hohenstein oder so hieß die Richtung. Es war eher ein Pfad den man hoch ging, der schlecht ausgebaut war. Der Pfad hatte aber ein Geländer, das mir gerade bis unterhalb der Hüfthöhe ging. Um die Lauffläche zu ergreifen, musste ich mich etwas beugen. Unwillkürlich dachte ich an unsere Vorfahren im Mittelalter, die ja immerhin eine durchschnittliche Größe von 1,40 erreichten. So alt konnte das Gelände jedoch nicht sein, es war zwar tausend mal gestrichen worden (ich übertreibe jetzt), der Rost hätte aber innerhalb des genannten Zeitraumes dem Geländer längst den Garaus gemacht.

Ich taperte also hinter meiner Begleiterin her,  um an den Ort zu gelangen,  an dem sie mir was zeigen wollte. Es war nass und regnerisch, darüber hinaus hatte ich noch eine Erkältung, was dazu führte, das ich etwas unwillig folgte.

Urplötzlich hielt meine Begleiterin und zeigte auf den Abhang. "Hier war der Eingang, er muss hier gewesen sein", so sagte sie. Ich sah ein kleines Loch, was dreiviertel zugemauert war. Die Mauerung musste neu sein, denn sie war noch nicht bemoost., während die umgebenen Steine doch stark bemoost waren.
" Dies war der Eingang oder auch Ausgang, der zum Gut Ahlhausen führt, dieser Gang soll unterhalb der Ennepe in das Gut führen". Ihr Bekannter habe ihr schon viele Geschichte darüber erzählt. Vom Gut aus hätten seine Väter diesen Gang einmal betreten und hätten sich in der Mitte auf einmal unter Gebeinen wieder gefunden, hätten diesen Gang aber wieder schleunigst verlassen, weil ihnen zu unheimlich geworden war.
Mythen und Märchen? Ahlhausen soll aus dem 13.ten Jahrhundert sein. Es lag nicht weit vom der Handelsroute der Hanse. Die Anordnung des Ensembles konnte auch eine Zollstation gewesen sein, würde ich rein spekulativ sagen.
Denn als ich recherchierte stand das Gut auf einer Grenze, die Grenze war der Weg nach Willringhausen.
Das Gut selber steht unter Denkmalschutz, wobei bei der oberen Denkmalbehörde im Kreis  so niemand damit etwas anfangen kann. Es ist zwar gelistet,  aber es hat keine Geschichte, die auf das Vorgetragene hindeutet.

Meine Menschin meint, es gibt eine Truhe die mit Ideen überquillt, denn nicht nur ich habe Ideen. Leider sind die Entscheider so sehr mit Oelkinghausen beschäftigt, dass sie nicht zum sortieren kommen – schade.

Wie dem auch sei, dieses Gut steht zum Verkauf, leider nicht das gesamte Ensemble. Wobei ich mich mit  den Bewohnern des vorgelagerten Gebäudes noch nicht unterhalten  konnte.
Die Grundstücksfläche beträgt 20.000 qm, die Wohnfläche ca.800 qm über zwei Etagen, ohne das vorgelegene Gebäude, als Kaufpreis wurde mir EUR 600.000,– genannt, Verhandlungsbasis versteht sich. Ein Schnäppchen? Wohl kaum.

  Wohnraum    Küche    Was wäre aber wenn die Stadt dieses Gut käuflich erwerben würde?

  • Es in ein Tagungs-oder Schulungsgut umfunktionieren würde.
  • Es an einen Edelitaliener vermieten oder verpachten würde.
  • Es für exklusive Kulturveranstaltungen nutzen würde.
  • Es für Event Gut der besonderen Art vermieten würde.
  • Nutzungsmöglichkeiten gibt es zuhauf.

In Wuppertal haben wir Schloss Lüntenbeck, das von der Firma Dinnebier liebevoll restauriert und einer exklusiven Nutzung zugeführt wurde. Die steuerlichen Zuwendungen, von Land, Landesverband gingen in die Millionen. Allerdings hatte die untere Denkmalschutzbehörde selber ein Interesse,dass dieses Objekt zu einem herausragenden Objekt wurde. Warum nicht auch hier in Ennepetal? Derjenige müsste einen langen Atem haben, obwohl die oberste Denkmalbehörde ohne Probleme eine Einzelzuweisung genehmigen würde, dies als flankierende Finanzierung. Und wenn man Münster anspricht und diese vorgenannte Geschichte erzählen würde, kämen sicherlich noch andere Finanzierungstöpfe vom Landesverband für Dnekmalspflege zum tragen. Die oberste Denkmalschutzbehörde aber auch die Denkmalspflege in Münster wäre nicht abgeneigt,  diesem Gut mehr Beachtung zu schenken als einer Pauschalzuweisung. Und wenn ein privater Investor mit einstieg , würde er sich sogar an einer steuerlichen Vergünstigung  nach EStG erfreuen können.
Nun, ich könnte mir schon vorstellen, dass dieses Ensemble eine Perle in den Stadtmauern von Ennepetal werden könnte. Auch könnte ich mir ein Restaurant "Aubergine" wie in München vorstellen, allerdings macht es Witzigmann nicht mehr. Gute Köche werden sich für ein derartiges Unterfangen sicher finden. Im exklusiven Kreis ein Quartett oder Trio zu hören, dass wäre etwas für Ennepetal.

Und dann  würde evtl. eine Konkurrenz zur Klutherhöhle entstehen und sie würden positiv auffallen.
Nur, liebe Menschin, der Ehrgeiz der Ennepetaler ist nicht gerade als ausgeprägt anzusehen, was sie immer wieder unter Beweis stellen wollen. Und gute Ideen müssen in Ennepetal immer noch von den Alphatieren der Stadtverwaltung und der Politik formuliert werden, aus dieser vorgenannten Truhe versteht sich.

Die Fäden habe ich aufgenommen, das Tuch sollten aber die Anderen weben, bunt und schillernd, so wie es sich für eine attraktive Stadt gehört.

Jürgen Gerhardt
 

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4 Kommentare
  1. hans says:

    Ich finde ihre Idee sehr gut, ich befürchte aber das die zur erwartenden knappen Kassen, ihren Traum erschweren dürften.
    600.000 Euro ist sehr viel Geld.

  2. Redaktion
    Redaktion says:

    Knappen Kassen? Es gibt verschiedene Formen der Finanzierung, wobei Private mit öffentlichen Händen eine Mischfinanzierung tätigten.
    Dann, für Ennepetals Kassen, die sind im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen in einer sehr komfortablen Situation. Die Zahlen liegen sowohl real als auch die Schätzungen auf dem Tisch, ein Problem noch nicht einmal im Ansatz in Sicht. Alles Panikmache. Wir sind hier nicht in Gelsenkirchen.
    Allerdings müssten noch einige Vorarbeiten zu diesem Projekt getätigt werden und da müssten Leute von Format dran. Dicke Bretter bohren liegt den Ennepetaler Politikern eben nicht.
    Ach ja, und die 600.000 sind erst einmal eine Hausnummer,mehr nicht.
    Es kommt eben auf die Verhandlungspartner und die Perspektiven an.
    Habe ich einen guten Plan realisiert sich das relativ schnell und war angemessen. Geh ich als Naivling los,wird es sehr teuer.

  3. H.Theo Bicking says:

    Angesichts von Billionen $ und € welche die Notenbanken in den Markt fluten verwundert der aufgerufene Preis wohl eher nicht mehr.

  4. Redaktion
    Redaktion says:

    @H.Theo Bicking

    Sie haben recht,es wird einem ganz schwindelig und man schaut verwirrt, wie soll der Wahnsinn enden.
    Da ist eine Zahl 600.000 doch eine nachgerade liebenswerte Zahl.
    Übrigens die neuste Zahl in der Krise lautet 8,7 Billionen Euro Schaden sollen die Zocker angerichtet haben, angeblich nach konservativen Schätzungen in den USA. Das schlimme ist jedoch, die Entscheider aus dem Finanzsektor sind noch immer nicht entfernt worden, auch sind bis heute keine Kontrollen aufgebaut worden.

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