Üben für den Ernstfall …

[EM 19.05.11] Irgendwie gerät die Realschule Ennepetal in letzter Zeit immer wieder auf unser Radar. Mal so – oder auch so.

Gestern waren wir eingeladen, da die DESIGN AG der Schule sich und ihre Arbeiten vorstellen wollte.
Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass unsere Jugendlichen mit EDV, IT oder wie auch immer auf Du und Du stehen und für diese Ausbildung sind eben unsere Schulen zuständig.
Und so machten wir uns frohen Mutes auf den Weg zur Realschule.

               
   v.l. Yannik, Ronja, Malina, Kassandra und Leon – im Hintergrund Beate Koch  Foto: © Linde Arndt  

Wenn Yannik, Ronja, Malina, Kassandra und Leon vor den Apple-Computern [IMac] ihrer DESIGN AG in der Realschule Ennepetal sitzen ist für sie die Welt in Ordnung. Dann stört sie nicht, dass der restliche Zustand der Schule mit den  immer noch katastrophal aussehenden Fluren, Toiletten und der muffig schimmelig riechende Bücherei der Schule nicht zu den Edel-PC`s passt und ein Lernen und Leben in der Schule nicht gerade erleichtert.[wir berichteten]. Zwar sind inzwischen Kleinigkeiten ausgebessert [damit man den guten Willen erkennen sollte – oder wie?], aber mehr hat sich wohl noch nicht getan. Ein Trost aber ist, dass kompetente Lehrkräfte sich nach allen Kräften bemühen, dieses Defizit auf ihre Art auszugleichen, was bestimmt nicht immer einfach ist.

Aber das stört unsere angehenden Medienbegeisterten nicht wirklich, wenn sie auf ihre Insel flüchten können, wo sie ihrem Ziel, ihrem augenblicklichen späteren Berufswunsch näher kommen, dann sind sie in ihrem Element voller Begeisterung, wißbegierig und mit absoluter Liebe und Hingabe dabei.

Yannik würde gerne später Programmierer und Webdesigner werden und auch Ronja interessiert sich für Webdesign. "Dann können wir ja leider nicht zusammenarbeiten, denn das wäre sonst unsere Idee. Wir arbeiten auch jetzt im Team total toll zusammen." Und dann in einem umfangreichen Gespräch wird eine Möglichkeit entdeckt, wo doch evtl. ein gemeinsamer Weg möglich wäre.

Die anderen träumen davon, später in einer Design-Agentur zu arbeiten und ihre dann bereits erworbenen Kenntnisse weiter zu vertiefen und mal "richtig gut" zu werden.

Und das Zeug dazu hätten sie, so wie es gestern den Anschein hatte. Alle fünf hinterließen einen Eindruck von sprühender Kreativität, Tatendrang, Begeisterung. Allerdings müßte dann noch einiges getan werden, um ihren guten Start nicht irgendwann im Sande verlaufen zu lassen.
Es sind zwar 5 Mac´s vorhanden [Profigeräte mit Profiprogrammen wie Photoshop und Indesign, beides Programme und Markenzeichen der Firma Adobe Systems, wie Beate Koch, die Leiterin der DESIGN AG, betonte] doch einen Scanner, Photodrucker, Beamer und andere für eine solche Abteilung notwendige Geräte, sowie entsprechende Fachliteratur konnten wir bei unserem Besuch nicht ausmachen.
Es gibt zwar einen einsamen Drucker vor Ort – die Qualität dieser Ausdrucke durften wir an der
Tafel "bewundern".

Irgendwo kommt mir der Vergleich in den Sinn als hätte man einen Mercedes S-Klasse erworben habe aber kein Geld für die richtigen Reifen. Vielleicht finden sich ja Sponsoren, die bereit sind, die Abteilung aufzurüsten und den Jugendlichen noch mehr Möglichkeiten zu bieten, sich in die Arbeitswelt der Medien bestmöglichst einzuarbeiten.

Frau Koch als Leiterin der Abteilung gibt ihr Bestes und so wie es den Anschein hat, kommen die Jugendlichen super mit ihr zu Recht.

              
  v.l. Yannik und Ronja zeigen Arbeitsproben der AG                                   Foto: © Linde Arndt  

Inzwischen hat sich die seit November bestehende AG schon so weit gemausert, dass für die Schule, die ebenfalls dort stationierte ARTFactory und die Schulbibliothek Flyer und Plakate entwickelt wurden, Logi erstellt und gemeinsam kritisch für den jeweiligen "Kunden" die beste Präsentationsmöglichkeit erarbeitet wurden.

Augenblicklich arbeitet die Gruppe gemeinsam an ihrem eigenen Logo. Wenn wir demnächst etwas von " Visual graphics" hören oder lesen, dann wissen wir, wer hinter diesem Begriff steht.

Und so stehen sie in den Startlöchern für eine hoffentlich erfolgreiche Zukunft.

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

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