Theo Haske – ein Hattinger Urgestein erhält das Bundesverdienstkreuz

(pen) „Sitzungsvorlagen lesen, Termine in Rat, Fraktion und als Ortsvorsteher von Niederwenigern und Niederbonsfeld wahrnehmen, in den verschiedensten Gremien weit reichende Entscheidungen für die Menschen vor Ort treffen. Sich hier und da über die Redebeiträge der politischen Kontrahenten ärgern oder selbst das Mikrofon in die Hand nehmen und vehement für seine Ansichten eintreten – all das und noch viel mehr hat einen großen Teil des Lebens von Theo Haske in den letzten Jahrzehnten ausgemacht.“

Mit diesem Auszug aus dem Alltag eines engagierten Lokalpolitikers übergab Landrat Dr. Arnim Brux das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an den 69-jährigen aus Niederwenigern. Schauplatz des Festaktes mit viel Prominenz aus Politik, Verwaltung und Sport war das alte Rathaus in Hattingen.

Haske ist in der CDU und im Rat der Stadt Hattingen seit Jahrzehnten eine feste Größe. Nach seinem Parteieintritt 1957 übernahm er 1975 den Vorsitz des Ortsverbands Niederwenigern, seit 1970 ist er ununterbrochen im Rat der Stadt vertreten. Dies wird nach seiner Wiederwahl bei der jüngsten Kommualwahl im August auch bis 2014 so bleiben, die Fraktion schenkt ihm dabei seit 1999 als stellvertretenden Vorsitzenden besonderes Vertrauen.

„Seine Schwerpunkte setzt Theo Haske in den Bereichen Finanzen und Sport. Besonders am Herzen liegt ihm aber seit 1984 seine Aufgabe als Ortsvorsteher für Niederwenigern und Niederbonsfeld“, würdigte Brux in seiner Laudatio. Haske nehme in dieser Funktion die Belange der Menschen gegenüber dem Rat wahr. Er greife jederzeit Wünsche und Beschwerden aus „seinen“ Ortschaften auf und leitet diese, wenn nötig auch mit Vehemenz, an den Rat weiter.

Neben Partei und Politik haben auch die Sportfreunde Niederwenigern vom ehrenamtlichen Einsatz Haskes profitiert. Nach seiner aktiven Zeit als Fußballer lauteten die Vorstandsstationen über die Jahrzehnte zweiter Geschäftsführer, Kassierer und von 1989 bis 2007 Vorsitzender. „Mit dem Namen Theo Haske sind unter anderem der Bau des Beachvolleyballfeldes, des Sportjugendraums und des ersten Hattinger Kunstrasenplatzes, die Renovierung der Umkleide- und Duschräume sowie der Bau der neuen Turnhalle eng verbunden“, zählte der Landrat nur einige Projekte auf, die auch die Handschrift des heutigen Ehrenvorsitzenden der Sportfreunde tragen.

Insgesamt sei es ihm und seinem Vorstandteam gelungen, ein sportliches Zuhause für rund 800 Mitglieder zu schaffen. „Ein Aushängeschild ist dabei sicherlich die Jugendarbeit, allein 14 Jugendmannschaften im Fußball sprechen eine deutliche Sprache. Bemerkenswert ist aber auch, dass es dem Verein in seinen Abteilungen Fußball, Badminton, Volleyball und Aerobic gelingt, sportliche Erfolge und dörfliche Kameradschaft bestens miteinander zu verbinden“, machte der Landrat deutlich.

Brux schloss seine Rede mit Hinweisen auf die aktive Mitarbeit Haskes in der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung Niederwenigern sowie in verschiedenen Ausschüssen der Sparkasse Hattingen. Bereits 1990 hatte Haske zudem den Ehrenring der Stadt Hattingen erhalten.

Stichwort Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Der Verdienstorden ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Er wird an Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen sowie für Verdienste aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich verliehen. Seit seiner Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss 1951 wurden etwa 240.000 Menschen auf diese Weise für ihre Leistungen gewürdigt. Der Orden verfügt über acht verschiedene Stufen. Als Erstauszeichnung wird im Allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen.

Jeder kann die Verleihung des Verdienstordens an einen anderen anregen. Das Schreiben ist formlos an die Staatskanzlei des Bundeslandes zu richten, in dem der Vorgeschlagene wohnt. Die Anregung sollte neben Namen und Anschrift des möglichen Ordensempfängers auch Art und Umfang der Verdienste darstellen und Personen oder Organisationen nennen, die zu dem Vorschlag Stellung nehmen können. Bundespräsident Horst Köhler setzt sich sehr stark dafür ein, dass der Anteil der Frauen, die für den Verdienstorden vorgeschlagen werden, steigt. Übrigens: Wer seine eigene Auszeichnung anregt, kann nicht mit einer Verleihung des Verdienstordens rechnen.
 

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