Tagestourismus – das neue Zauberwort für Ennepetal und den Ennepe-Ruhr-Kreis?

[la] Es war der erste runde Tisch in Sachen "Tourismus in Ennepetal" und wieder einmal wurde durch die hohe Teilnehmerzahl (an die 80 Anwesende) dokumentiert, wie wichtig es vielen Ennepetalern ist, sich mit in die Gestaltung ihres Heimat- oder Wohnortes einzubringen.

           

Wenn es zunächst einmal auch nur eine erste zaghafte Erörterung verschiedener Möglichkeiten gab, was man innerhalb Ennepetals unternehmen könnte um in der Außendarstellung attraktiver und nachhaltiger Menschen aus anderen Orten auf sich aufmerksam zu machen, so zeigten die vielen Vorschläge und die rege Beteiligung doch, dass es lohnenswert sein könnte, sich "endlich" mit dem Thema intensiv auseinander zu setzen. denn seit Jahren wurde gerade das Thema Tourismus immer wieder  angeschnitten um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden.

Nun könnte es ein neuer Anfang sein.

Was wäre da ein besserer Start als das Kulturhauptstadtjahr 2010, dass durch die Vernetzung des Ruhrgebietes und die Städte des  Ennepe-Ruhr-Kreises sowieso schon eine Begegnung und einen Austausch mit anderen fördert, die hier schon ihre Erfahrungen gemacht und daraus gelernt haben. Auch haben wir gerade bei den bisherigen Veranstaltungen, sowohl von der Eröffnung in Essen, als auch den bisher erfolgten Aktivitäten in anderen Städten lernen können, was eine gut durchorganisierte und perfekte Planung und Öffentlichkeitsarbeit ist, um den Tourismus anzukurbeln.

Beispiele gibt es mannigfach und wir sind – auf Grund unserer bisherigen Erfahrungen – auch gerne bereit, diese auf Wunsch an entsprechende Arbeitskreise oder Persönlichkeiten, die sich in Zukunft mit der Planung "Tourismus" für Ennepetal beschäftigen werden, weiter zu geben, so fern ernsthafte Absichten dahinter stehen.

Einziger Wermutstropfen ist, dass wir in unserer Stadt erst jetzt richtig aktiv werden. Es ist viel Zeit ungenutzt vergangen, denn auch die Macher von RUHR2010 sind nicht erst im letzten Jahr mit den Planungen und Vorbereitungen angefangen, sondern haben diesen Riesenevent step by step aufgebaut.

Und so sollte es auch für Ennepetal step by step, aber trotzdem mit vollem Elan angegangen werden. Es ist vielleicht unsere letzte Chance, endlich unsere Ressourcen zu nutzen und Kapital daraus zu ziehen. Ennepetal hat genug Ansätze – und nicht nur die schöne Landschaft und die Höhle – aber es muss planvoll nach draussen getragen werden. Erst müssen wir etwas konsequent und gut überlegt aufbauen und dann gezielt die Welt (ist mein Ernst – nicht vermessen gemeint) darüber informieren, was es bei uns alles gibt.

Gestern waren genug Bereitwillige da und es kann zunächst nicht mehr als ein zaghafter Anfang sein. Allerdings sollten die Termine zwischen den einzelnen Treffen gut ausgewogen gewählt werden. Und es wird besonders darauf ankommen das Globale dabei im Auge zu behalten und die Spreu so bald wie möglich vom Weizen zu trennen.

Denn nichts wäre schädlicher, als eine Gruppe von Mitwirkenden anzusiedeln, wo jeder im Grunde nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und wo sich der Zentralgedanke recht schnell zersplittert und zu keiner guten Lösung führt.

Also Bürgermeister Wiggenhagen, der Ansatz ist gut – jetzt ist es wichtig die richtigen Leute am richtigen Ort zu haben, die hier die Sache vorantreiben.

Lieber eine kleine, aber elitäre Arbeitsgruppe, die wiederum für sich Gruppen bildet, die den Kerngedanken unterstützen und darauf hin arbeiten.

Auch sollten die Überlegungen viel weiter gehen. In der aufbereiteten Präsentation über die Möglichkeiten, die hier in Ennepetal sind, haben mir gestern schon viele Punkte gefehlt. Wir haben so viele Facetten, die noch gar nicht erwähnt wurden, aber zu einer runden schönen Sache in Ennepetal führen könnten.

Auch habe ich vermisst, dass der Verkehrsverein so stiefmütterlich behandelt wurde, denken wir da nur an das Hülsenbecker Tal, die Musikmuschel und die Konzerte, die Nordic-Walking-Kurse. sowie  andere Aktionen, oder Krenzer Hammer, der immer ein wenig abseits gestellt wird (ausser Herr Kern und der EN-Kreis binden ihn keiner in seine Informationen mit ein). Dann unsere aktiven Bauernhöfe mit Freizeitgestaltung, Barfußweg, Lamahof, um nur einige zu nennen.

Noch ein Punkt, der sicher nicht nur mir ein Kräuseln auf die Stirn gezaubert hat. 26 Gastronomiebetriebe??? Was wurde da durch das  Internet zusammen sortiert? Etwa auch die Pommesbuden? Na ja, aber da hat Herr Palomba ja schon zugegeben, da ist bisher noch keine qualitative Prüfung erfolgt.

Großes Thema war bei fast allen Anwesenden auch die Öffentlichkeitsarbeit.

Ja, ja – die liebe Öffentlichkeitsarbeit. Daran hapert es – wenn ich das einmal so salopp sagen darf – immer wieder. Informationen kommen zwar, aber meist nicht zeitlich gesteuert, recht spät oder nicht intensiv genug, oder nur spärlich innerhalb Ennepetals. Was ist mit unseren Nachbarstädten?

Schon einmal was von "anfüttern" gehört? Im Vorfeld wieder und immer wieder auf eine Sache aufmerksam machen. Das müssen wir lernen.
Einige versuchen es ja schon, aber es muss einfach gezielter erfolgen.

Und wenn man dann sogar von Leuten, die sich für ein Gelingen einsetzen sollten hört: " Ach, da passiert doch gar nichts, davon kommen sowieso nicht mehr Leute zu uns", fällt mir der schöne Spruch von den Schafen und Birnen ein.  Drei Schafe stehen unter einem Birnbaum und schauen begehrlich nach oben zu den reifen Birnen und langsam läuft ihnen das Wasser im Maul zusammen. Sie versuchen nach oben zu springen um die Birnen zu erhaschen, aber es ist vergeblich. Worauf eines dann schließlich sagt: "Kommt, lasst uns weiter gehen, es hat ja keinen Zweck. Die schmecken garantiert  nicht."

Es wäre somit nun nicht nur das zweite Thema "Runder Tisch", sondern wohl ähnlich wie beim "Bahnhof" wird es wohl ebenfalls auf eine Art Initiative hinauslaufen. Denn mit viel Geld ist schnell viel zu bewegen, aber das ist ja nun leider in der augenblicklichen Situation gerade das, woran es hapert.

Also sind hier kreative Köpfe gefragt, die trotzdem eine Lösung finden.

Und der Spruch, der mich seit unserem Mitwirken bei RUHR 2010 im Ruhrgebiet immer wieder beflügelt und der es in sich hat:

JEDE VISION BRAUCHT MENSCHEN, DIE AN SIE GLAUBEN

In diesem Sinne

Linde Arndt

für EN-Mosaik

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