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53 P.E.N.-Autoren zu Gast in der Kulturhauptstadt – Ruhr2010

[jpg] Auch im Südkreis finden Lesungen am 10. Mai 2010 statt. So werden diese Lesungen in Erinnerung an die Bücherverbrennungen der Nazis abgehalten.
Die schlimmste und dunkelste Zeit in der deutschen Geschichte, wo eine verbrecherische Gruppe Deutschland in die Barbarei führte.  Nicht nur Bücher wurden verbrannt, sondern auch wichtige und herausragende Kulturgüter, wie Bilder oder Kompositionen wurden geächtet und als entartet hingestellt. Viele dieser Kulturgüter wurden für immer vernichtet. Es war nur der Beginn, der letztendlich zu dem 2.Weltkrieg führte indem mind. 50 Millionen Menschen getötet wurden und am Ende Deutschland in Schutt und  Asche lag.
In diesem Zusammenhang gilt das vorausschauende Wort von Heinrich Heine:

"Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen."

Und damit  das nie wieder passieren kann, hat sich das P.E.N. Zentrum Deutschland mit der Ruhr 2010 GmbH in Kooperation entschlossen, im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres in allen 53 Städten Lesungen mit bekannten  Autoren zu veranstalten. Die 53 Lesungen der Schriftstellerinnen und Schriftsteller finden an ganz unterschiedlichen Veranstaltungsorten, z. B. in Stadtbibliotheken, Buchhandlungen, Schulen, Kulturzentren, Cafés, Bars, Restaurants, Schlössern oder auch in einer Zeche statt.

Im Südkreis, für Gevelsberg, Schwelm und Ennepetal haben wir für EN-Mosaik die Veranstaltungen recherchiert.

In  Gevelsberg liest:

"Urs Jaeggi in der Stadtbücherei Gevelsberg" am Montag, dem 10. Mai 2010, um 19:00 Uhr.

"Prof. Dr. Jaeggi hat zahlreiche Bücher geschrieben und wird aus seinen aktuellen Romanen "Weder noch etwas" und "Wie wir" lesen.
Florian Neuer: "Der in Berlin und Mexiko-Stadt lebende Schweizer hat mit "Weder noch etwas" ein Buch geschrieben, das die deutsche Literatur in all den Jahren nicht zustande gebracht hat: ein intelligentes Stück Prosa über die Verwerfungen der Nachwende-Zeit – aus der Perspektive eines Mannes, der in der DDR als leitender Ingenieur tätig war und dessen Leben in den neunziger Jahren aus den Fugen gerät."

Genießen Sie in der Bücherei mit kleinen Köstlichkeiten des VHS – Cafés die tolle Atmosphäre der Autorenlesung. Die Bücher von Urs Jaeggi können im Anschluss mit einer persönlichen Widmung erworben werden.

Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr; der Eintritt ist frei -Kartenreservierung unter 02332/ 83982.

In Schwelm liest:

In Schwelm liest der Berliner Lyriker Jan Wagner am Montag dem 10.Mai 2010  ab 20.00 Uhr in der Stadtbücherei.
Der Eintritt ist frei.
Jan Wagner wurde für seine lyrischen Werke mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2002 im Künstlerhaus Edenkoben, 2004 mit dem Heinrich-Heine-Stipendium in Lüneburg und 2007 in der Deutschen Akademie Rom/Casa Baldi) den Hamburger Förderpreis für Literatur (2001), den Förderpreis zum Hermann-Hesse-Preis (2001), den Christine-Lavant-Publikumspreis (2003), den Alfred Gruber Preis (2004), den Mondseer Lyrikpreis (2004), den Anna-Seghers-Preis (2004), den Ernst-Meister-Preis (2005) und den ersten Arno-Reinfrank-Literaturpreis (2006)


In Ennepetal liest:

Im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung mit dem Reichenbach-Gymnasium liest die Schriftstellerin Ursula Krechel in der Stadtbücherei Ennepetal am Montag, dem 10. Mai 2010 ab 19:30 Uhr aus ihrem neuesten Buch "Shanghai fern von wo" wofür sie  2008 den  Rheingau Literatur Preis erhielt.
Die Lyrik, anfangs noch von Frauenbewegung und neuer Subjektivität, später dann häufig vom Surrealismus beeinflusst, bildet den Schwerpunkt von Ursula Krechels Werk.

Der Klappentext zu "Shanghai fern von wo"

"Da steht sie mitten in einer Restaurantküche in Shanghai und walkt den Teig, als ginge es um ihr Leben, und das tut es auch. Ein Strudel soll es werden, ein süßer natürlich, aber dann füllt sie, was noch übrig ist, mit zartem Gemüse, und auf einmal hat sie der chinesischen Küche etwas hinzuerfunden, was niemand mehr missen möchte: die Frühlingsrolle. Franziska Tausig ist eine von vielen, der Berliner Buchhändler Ludwig Lazarus ist ein anderer, und am Ende waren es achtzehntausend Juden, die seit 1938 eines der letzten Schlupflöcher noch nutzen konnten und so im fernen fremden Shanghai überlebten. Sie kamen ohne Visum und Illusionen mit einem Koffer und zehn Reichsmark in der Tasche, Anwälte, Handwerker, Kunsthistoriker, und wenn sie in dieser überfüllten Stadt und dem feucht drückenden Klima zurechtkommen wollten, dann waren Erfindungsgabe und Tatkraft gefordert. Nicht jeder war, nach dem, was hinter ihm lag und vor ihm, dazu imstande. "

 Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen erhalten Sie in der Stadtbücherei Ennepetal telefonisch unter 02333-979241.

Warum die Stadt Ennepetal nicht auf den geschichtlichen Kontext mit diesem Termin hingewiesen hat, ist für uns unverständlich und offensichtlich dem mangelnden Geschichtsbewusstsein geschuldet.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

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Tod eines Erzbischofs Sonntag Kriminalfall Thema der Quartalsführung im Martfeld

Der Tod eines Erzbischofs ist das Thema der kommenden Quartalsführung im Museum Haus Martfeld, die am Sonntag, dem 11. April, um 11.30 Uhr stattfindet.

 

Die hochmittelalterliche Wasserburg Martfeld war als befestigter Kontrollpunkt am Heerweg über den Gevelsberg gewissermaßen „Zeitzeuge der Geschehnisse“, als am Spätnachmittag des 7. November 1225 der mächtige Kirchenfürst Engelbert I. von Berg, Erzbischof von Köln, auf dem Weg zu seinem kölnischen Oberhof Schwelm in einem Hinterhalt auf grausame Weise sein Leben ließ.

Spannung ist am Sonntag garantiert, da Museumsleiterin Cornelia Hackler den Besuchern die vielschichtigen Hintergründe des umstrittenen und hochspannenden mittelalterlichern Kriminalfalls in den bis heute erhaltenen Räumen der alten Festung Martfeld veranschaulicht.
 

Vor dem Hintergrund einer auf mehreren Ebenen politisch veranlagten Tat hat die Brisanz des Bischofsmords in den weitreichenden Folgen für die Region um Schwelm tatsächlich bis heute Geltung.

                                            
Die Führung nimmt Bezug auf die neue Ausstellung des Museums, das sich als Kooperationspartner der Landesausstellung „AufRuhr" 1225!“ im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne präsentiert. Der Eintritt beträgt 2,00 €, ermäßigt 1,00 € pro Person; die Führung ist unentgeltlich.

      

Denn da waren wir beide noch Kinder …

[jpg]  Wir waren spät dran und kamen zum Zeitpunkt als "Greensleeves" mit Gitarre und Kontrabass vorgetragen wurde.

Bürgermeister Stobbe hatte die Eröffnungsrede für die Veranstaltung "Jugend musiziert in der Sparkasse"  gehalten, die schon mehrfach in der Schalterhalle der Sparkasse abgehalten wurde. So auch in diesem  Jahr.

Er entschuldigte sich, dass er nicht bis zum Ende des Konzerts beiwohnen könne. Denn um 12:00 Uhr sollte im Schloss Martfeld die Local Hereos Woche für Schwelm eröffnet werden und die !Sing Säule ihre Einweihung haben. Ausdrücklich bedauerte Bürgermeister Stobbe, dass er aus diesem Grunde so früh diese Veranstaltung verlassen müsse und bat es nicht als Wertung gegenüber den Kindern und Jugendlichen zu sehen. Schade nur, dass es diese Terminüberschneidung gab.

           
   Hannah Danowski am Klavier                                                                                Foto: Linde Arndt
 

Auch wir möchten uns nur entschuldigen, dass es zeitmäßig nur für zwei Stücke  gereicht hatte, zumal denn es uns persönlich ein besonderes Anliegen und eine Freude ist, solch einem Konzert zu zu hören. 

Gerne erinnere ich mich an meine Kindheit als ich mein erstes Instrument, eine Geige, bekam.Später kam eine Gitarre hinzu, wobei mich damals die Musik nachhaltig in meiner Persönlichkeit prägte.

                          
   Probe der Gitarrenspieler für ihren großen Auftritt                          Foto: Linde Arndt  

Und als ich heute die Kinder mit ihren Eltern und den Besuchern, es waren so an die 100, sah, wurde mir auch ganz warm ums Herz.
Junge Erwachsene verdienen unsere ganze ungeteilte Aufmerksamkeit in ihrem Bestreben sich in unserer Gesellschaft, die einmal ihre sein wird, einzuleben. Nur sie können uns Erwachsenen die Bestätigung geben, ob diese Welt von uns richtig organisiert wurde. Denn in ihrer unnachahmlichen Unbefangenheit und Ehrlichkeit geben sie uns die Hinweise damit unser Tun Bestand hat.

                          
   Simone Kraus und Ellen Sewzik – Klarinetten                         Foto: Linde Arndt  

Was ich mir wünschen würde, wäre –  wie die Erfahrungen mit der Kulturhauptstadtjahr 2010 mir gezeigt haben –  dass diese Konzerte übergreifend einmal im Jahr ein festliches Konzert der Jugend des Kreises mit allen Musikschulen erbringen würde. Auch könnte ich mir einen regeren Austausch der einzelnen Musikschulen vorstellen, die zu einem Orchester führen könnten, wobei die Musikrichtungen vollkommen frei sein dürften.

Musik kennt nur eine Unterscheidung, man liebt sie oder man liebt sie nicht. Tatsächlich lieben wir aber alle Musik, es ist schwer und fast unmöglich Musik nicht zu lieben. Und da wären wir schon bei Greensleeves, dem Ruf und Klagen eines Liebenden der seine Liebe vermisst und die ihn verstoßen hat. Denn die Musik ist das Kind in uns, welches wir kaum noch weil wir ihm keinen Raum mehr geben. Verloren oder verstoßen durch uns und doch noch nicht ganz verlassen.

So kann dieses Konzert auch eine Möglichkeit sein, sich an das Kind in uns zu erinnern, um sich wieder der Liebe zu versichern. Denn wofür sonst standen die Kinder vor uns und spielten mit Hingabe ihre Stücke vor?

Und das ist es, sie sind unsere lokalen Helden, local Heroes der Ruhr2010, nicht kleine Helden nur andere Helden, sensibler und intensiver.

Auch wir mussten nach den Kegelduetten von Wolfgang Amadeus Mozart gehen, wir hoffen aber auf eine Wiederholung die dann unsere ganze ungeteilte Aufmerksamkeit haben sollte.

Versprochen. Und wenn die Politik sich einmal besinnen würde, würde sie die Organisation erweitern im Sinne der Ruhr2010.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

Was war das denn?

[jpg]  2009 hatten wir Bürgermeister- und Kommunalwahl und es wurden in Schwelm und Ennepetal neue Bürgermeister gewählt. Da beide Städte dem Regierungsbezirk Arnsberg angehören, kam der Regierungspräsident Helmut Diegel am 24.2.2010 zu Besuch um mit beiden Bürgermeistern ein erstes Gespräch zu führen. In der Regel macht dies auch Sinn, denn ein Bürgermeister ist nun einmal derjenige der der Verwaltung vorsteht und im Wesentlichen auch die Geschicke einer Gemeinde beeinflussen kann, so er will.

  

Der Regierungspräsident steht einer so genannten "Mittelbehörde", der Bezirksregierung, vor, er ist politisch, wird aber von der Landesregierung ernannt und nicht vom Volk gewählt. Er ist das Bindeglied zwischen der Landesregierung in Düsseldorf und den Kommunen in seinem Bezirk. Er ist aber auch Aufsichtsbehörde und zuständig für ein, um es mal salopp zu sagen, planvolles Miteinander der Kommunen. Wenn man so will, hat er zwei Herzen in seiner Brust, einesteils die Landesregierung und andererseits die ihm unterstellten Kommunen.

So war der Besuch auch als Höflichkeitsbesuch folgender Maßen aufgebaut:

Auf Seiten der Bezirksregierung kamen:

Herrn Helmut Diegel (CDU) Regierungspräsident
Herrn Dr. Dirk Grete, Dezernent, Derzernat 11, persönlicher Referent

Frau Maria Büse-Dallmann (CDU), Dezernentin Fachaufsicht "Hauptschule" Dezernat 42
Herr Ferdinand Aßhoff (CDU), Regierungsdirektor Leiter der kommunalen Aufsicht, regionalen Entwicklung und Wirtschaft

und auf der anderen Seite:

Bürgermeister Jochen Stobbe (SPD)

der hatte die gesamten Fraktionsvorsitzenden als auch den Kämmerer und ersten Beigeordneten Jürgen Voß mitgebracht.

Nun Schwelm ist in der misslichen Situation ein Haushaltssicherungskonzept auf zu stellen. Die Schwelmer müssen 13 Mio einsparen, haben aber erst 6 Mio zusammen. Das tut weh, sehr weh. Wir können jetzt nur spekulieren was in den rund 90 Minuten im Sitzungssaal besprochen wurde. Augenscheinlich bergen aber das Thema Finanzen eine gehörige Portion Zündstoff. Nur, die Presse durfte erst in den Sitzungsaal rein, als alles schon gelaufen war. Nachdem ein paar Sekunden des gegenseitigen Schweigens vorüber waren durften wir unsere Fotos machen und "gnädigerweise" auch Fragen stellen.

So erfuhren wir folgendes:
Helmut Diegel findet die Aktion seines Kollegen Regierungspräsident (Düsseldorf) Jürgen Büssow (SPD) nicht angemessen, in der er sich mit 19 Kommunen aus dem Ruhrgebiet und dem Bergischen in Essen traf und letztendlich den Finanzminister Linsen dazu bat. Warum? Viele Kommunen sind am finanziellen Ende. Einer der Gründe, dass das Land als auch der Bund immer mehr Ausgaben auf die Kommunen abladen, jedoch nicht für den dementsprechenden Ausgleich sorgen. Die letzten Steuersenkungspakete in Höhe von 22 Mrd. bedeuten für die Kommunen einen Ausgabeverlust, dem keine Einnahme dagegen steht. Die "Tigerentenkoalitionen" in Berlin und Düsseldorf bereiten den Steuersenkungsbegehren nach der Landtagswahl NRW schon wieder neue Wege. Nur wer ist diesmal dran? Viele des so genannten Mittelstandes haben inzwischen gemerkt, dass sie ja keine Hotels haben, sprich sie sind zu kurz gekommen. Und das nicht seit heute. "Raus aus den Schulden / Für die Würde unserer Städte" so skandierten die 19 Städte vor dem Finanzminister. Nur, der hatte nur eine Antwort: Ich habe auch kein Geld. Das war es dann. Dieser Finanzminister hatte im Bundesrat für die Steuersenkungen mitgestimmt. Auch hatte er mitgestimmt, dass die Banken ihre Schrottanleihen in eine sogenannte "Bad Banks" ausgliedern durften. Und überhaupt, zur Rettung von Banken im Finanzsektor wurden Mrd. verpulvert. Genauso verhält es sich mit dem Bund, der seiner Schulden in ein Sondervermögen ausgliedern kann und konnte.

Der Bürgermeister sagte was sehr Zutreffendes: Hier auf kommunaler Ebene machen uns die Bürger als Staat aus, denn uns kann man anfassen, wir sind mitten unter den Bürgern. Uns macht man für etwas verantwortlich, was wir aber nicht zu verantworten haben. Beispiel: Es müssen zwei Kindergärtnerinnen ersetzt werden, kann die Stadt Schwelm aber nicht, weil ein Einstellungsstopp verhängt wurde. Die Eltern der Kinder werden sich nicht in Düsseldorf, Arnsberg oder Berlin bedanken, sondern der Bürgermeister bekommt die "Prügel".
Oder die Strassen. Durch den Winter wird die Stadt Schwelm wahrscheinlich 4 mal soviel  als im Vorjahr aufwenden müssen, um die Schäden zu beseitigen. Woher also nehmen?

Es wurde also "Tacheles" geredet um eine grundsätzliche Regelung der kommunalen Finanzen anzustreben. Der Regierungspräsident meinte aber beiläufig,  er werde vor der Landtagswahl keine Position beziehen, wie sein Kollege Jürgen Büssow, der sich immerhin auf die Seite der Kommunen positioniert hat. Wieso eigentlich?

Kommunale Finanzen, aber auch die kommunale Selbstverwaltung  sind keine parteipolitischen Themen, sie sind Grundrechte, welche der Staat garantiert. Das hier etwas im Argen ist, weiß jeder halbwegs gebildete Bürger.

Und diese Diskussion durfte die Presse nicht mitbekommen? Dabei ist Transparenz doch ein wesentliches Merkmal unserer Demokratie. Und wenn nicht die Presse, wer dann sollte den Diskurs befördern?  Demokratie ist eine streitbare Staatsform, streiten um einen besseren Weg, auch um die Selbstständigkeit der Kommunen.

Oder sind die Kommunen die Büttel des Landes und des Bundes, die den Kopf hinhalten sollen?
Wie dem auch sei, man merkte schon, es war nicht nur ein Austausch von Artigkeiten. Gönnerhaft übergab der Regierungspräsident ein 7 seitiges Papier seiner Behörde wie man konkret sparen kann. Wenn es denn so einfach wäre, warum wurde das Papier nicht veröffentlicht? Eine fröhliche und nette Runde hätte etwas anders ausgesehen, bei der Eintragung ins goldene Buch  machte der Regierungspräsident auch ein etwas gequältes Lächeln.

Ortswechsel.

Ennepetal. Hier herrscht, ja herrscht Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, der der Kandidat der CDU war und das Bürgermeisteramt zwar knapp gewonnen hat, aber immerhin er hat es gewonnen.

Ennepetal konnte die Haushaltssicherung vermeiden weil es die so genannten "stillen Reserven" mittels einer kreativen Buchführung hob.
Das die Stadt Ennepetal trotzdem Schulden in wahrscheinlicher Höhe von 100 Mio hat, ist nicht so schlimm, Hauptsache die Welt ist noch in Ordnung. Nur in 2012 wird die Stadt wahrscheinlich 130 Mio an Schulden haben.

So ist es bei den Konservativen, die Welt sollte in Ordnung sein auch wenn das mit Schulden verbunden ist. Hier lief alles ganz friedlich ab, keine Spannung: "Friede, Freude, Eierkuchen" war angesagt, liebevoll wurde ein kleines Geschenk überreicht. Man ist in der gleichen Partei, man tut  sich nichts um dem politischem Gegner keine Munition zu liefern.  

Nur Wilhelm Wiggenhagen ist unseres Erachtens ein naiver Bürgermeister, der noch nicht weiß: wer als Zweiter stirbt, lebt zwar etwas länger, aber er stirbt auch.
Übrigens auch hier durften die Vertreter der Presse nur im Nachhinein in den Ratssaal. Was für ein demokratisches Grundverständnis! In Ennepetal sprach der Regierungspräsident von einem so genannten Korpsgeist, wo alle an einem Strang ziehen sollen. Wie bitte? Im Rat der Stadt brodelt es, viele Ratsmitglieder sehen die Situation etwas anders als der so genannte Schönredner Wilhelm Wiggenhagen. Es muss gespart werden, dass weiß jeder, und es wird aber nicht gespart, vielmehr werden Signale gesetzt die auf eine Ausgabensteigerung hindeuten. Macht ja nichts, wir haben es ja.
Und der Regierungspräsident, ja, der findet das gut und strahlt seine Parteigenossen oder heißen die Parteikollegen, egal, mit oder ohne Parteibuch an und spricht ihnen Mut zu. Für was? Für das nicht sparen? Ob das nun unsere 4 Bürgermeisterstellvertreter oder die Neuwahl eines ersten Beigeordneten ist oder aber die hohe Mitgliederzahl in den Ausschüssen, ist ja egal.

Schwelm hat Personal um rund 13% eingespart und hat jetzt Vollzeitstellen von 294,96. Wie viel wohl Ennepetal hat? Die Einwohnerzahl ist nur geringfügig anders.Und die Leistungen sind die Gleichen.

Mal sehen wie Herr Diegel in 2013 spricht wenn die Zinslast Ennepetal auch in die Haushaltssicherung bringt.
Vielleicht unterhalten wir uns eines Tages darüber, dass für unsere derzeitige Verwaltung weder Personal noch der Rat benötigt wird. Man kann das Ganze ja auch auf Automaten umstellen, die Software wird die Landesregierung stellen.

Wie gesagt. Wer als Zweiter stirbt, lebt nur etwas länger.

Was bleibt: Vielleicht sollten die Kommunen und die Bezirksregierung einmal überlegen ob nicht die Presse von Anfang an dabei sein sollte, es würde unserer Demokratie gut zu Gesicht stehen. Immerhin haben wir einen Artikel 5 im Grundgesetz aber auch ein Informationsfreiheitsgesetz seit 2006. Und von der Vernunft sollte man meinen, die Presse transportiert Meinungen aber auch Informationen.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm und Ennepetal

Herz-Lungen-Maschine für die Kommunen

[jpg] Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat zur Beschleunigung des Kollapses der Kommune getan, indem sie riesige Haushaltslöcher aufgetan hat, die vorher nur notdürftig immer wieder kaschiert wurden.

Oberhausen kann keine Ausgaben, selbst die so genannten Pflichtausgaben, mehr tätigen ohne vorher das Innenministerium zu fragen. Wuppertal und Duisburg müssen Theater und Schwimmbäder zu hauf schließen. Andere Städte senken die Betriebstemperaturen ihrer Schwimmbäder um Energie zu sparen. Von den 53 Städten der Kulturhauptstädten befinden sich 37 in der Haushaltssicherung, das bedeutet, sie können ihren Haushalt nicht ohne den Regierungspräsidenten aufstellen.

Gespart werden musste immer mal wieder, weil die Wirtschaft zyklisch arbeitet. Mal gab es mehr und mal gab es eben weniger Steuereinnahmen. Nur eines war immer wieder zu bemerken, die Dramatik der Verschuldung der Kommunen hat sich verändert. Der Wind wehte immer stärker den Kommunen in das Gesicht. Das Problem ist im System des so genannten Finanzausgleichs zu sehen, aber auch dadurch, dass die Länder und der Bund den Kommunen Ausgaben per Gesetz aufgeben, diesen Ausgaben aber keine oder nur unzureichende Einnahmen gegenüber stehen.

Dazu kommt noch, dass die Kommunen von ihrer Gewerbesteuer an die übergeordneten Stellen anteilig abführen müssen. Insofern wirkt sich eine Steuersenkung des Bundes, letztmalig die Steuersenkung die den Namen Wachstumsbeschleunigungsgesetz trägt, auch auf die Kommunen aus.

So bringt die Absenkung der Umsatzsteuer für Hoteliers von 19% auf 7% einer Kommune wie Schwelm in der Schlüsselzuweisung eine Kürzung in Höhe eines sechsstelligen Eurobetrages.

Aber auch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes im Zusammenhang mit ALG2, besser gesagt Hartz IV, eine Kostenbelastung in noch nicht bekannter Größenordnung.

Denn in Zukunft muss der Bedarf eines ALG 2  "Kunden" an der persönlichen Bedürftigkeit abgestellt werden.

 

Die Kommunen haben also meistens keinen Einfluß auf die ihnen von den Parlamenten aufgebürdeten Ausgaben. Ein Dilemma? Ja. Denn das System sieht keine Beteiligungsmöglichkeit der Kommunen an der Gesetzgebung vor.

So lud der Schwelmer Bürgermeister Jochen  Stobbe die Presse zu einem Gespräch am 19.02.10 ins Rathaus ein.
Es sollte ein Gespräch über die Situation der Kommunalfinanzen werden, zu der auch folgende Teilnehmer eingeladen wurden:

  • Dr. Rainer Bovermann MdL
  • Hubertus Kramer MdL
  • Thomas Slotko MdL
  • Guntram Schneider Vorsitzender des DGB Landesbezirks NRW

            

 

13 Millionen muss die Stadt Schwelm einsparen, sie kann aber nur 6 Millionen einsparen. Mit dem Konjunkturpacket II wurde kräftig in die Realschule investiert, wobei auch Eigenmittel eingesetzt werden mussten. Um Energie zu sparen müsste in neue Techniken investiert werden, hierzu fehlen aber die Mittel.

Über Gebührenerhöhungen müsste man nachdenken, wobei dies ja nicht der Weisheit letzter Stein sein kann, denn der Bürger kann ja auch nicht unendlich belastet werden. Letztendlich wird es, wenn sich nichts ändert, zu erheblichen Leistungseinbußen kommen. Die finanziellen Bewegungsmittel werden immer weniger, so dass  man schon ahnen kann, wann eine Kommune wie Schwelm nur noch das Notwendigste tun kann.

Nur Schwelm steht hier nicht alleine mit dem Rücken zur Wand, anderen Städten geht es noch schlimmer. Als Beispiel seien hier die Ruhrgebietsstädte genannt, die teilweise unter Aufsicht arbeiten müssen. So schilderte Bürgermeister Jochen Stobbe die Situation seiner Stadt.

Nun kommt am 24.02.10 der Regierungspräsident Helmut Diegel nach Schwelm, dem Bürgermeister Jochen Stobbe seine Situation schildern möchte. Ihm ist schon bewusst, dass auch der Regierungspräsident mit der Bezirksregierung ein ausführendes Organ in unserem System ist, nur es kann doch nicht sein, dass man seine Hände in den Schoß legen sollte.
 

 

Guntram Schneider, als Gewerkschafter, beobachtet dies auch schon lange und hat erkannt das auch seine Mitglieder als Einwohner der Städte immer höhere Belastungen durch die Städte zu tragen haben.

Was nutzt ein Tarifabschluss, wenn er auch durch die höheren Kosten einer Kommune gemindert wird.

Auch musste er sich von seinen Mitglieder sagen lassen, dass die Lebensqualität in den einzelnen Kommunen gesunken ist, was auf die schlechte Ausstattung der Kommunen zurück zu führen sei.

Schneider will dies im DGB thematisieren und den Aufbau eines breiten Widerstandes anregen. Für ihn ist es klar, dass die Probleme in Düsseldorf und Berlin gelöst werden müssen. Seine Forderungen:

  • Ein Entschuldungsprogramm sollte von Bund und Land angelegt werden..
  • Der Solidarpakt sollte nicht über Kassenkredite finanziert werden, die Kommunen die das tun müssten, sollten von der Zahlung freigestellt werden.
  • Die vertikale Verteilung der Steuern muss überdacht werden.
  • Die Gewerbesteuer sollte verbreitert werden.
  • Die Kosten der Unterkunft bei ALG 2 muss neu geordnet werden
  • Aufstocker bis ALG 2 sollten durch einen flächendeckenden Mindestlohn abgefangen werden.
  • Die Ausbildung in den Verwaltungen sollte nicht an den finanziellen Möglichkeiten gemessen werden, denn letztendlich fehlt uns auch in der Verwaltung der fachlich ausgebildete Nachwuchs.
  • Das kulturelle Angebot als weicher Standortfaktor ist eine wesentliche Voraussetzung um Fachkräfte an eine Kommune zu binden.
  • Die Gleichartigkeit der Lebensgrundsätze innerhalb der Kommunen sollte gewährleistet sein.

Schneider will das die Gewerkschaften mit den Kommunen zusammen ein neues Grundverständnis bei Bund und Länder anmahnen, wobei der Sozialgedanke wieder vorherrschen sollte. Kommunen im Ruhrgebiet ,die einen erheblichen Strukturwandel hinzunehmen hatten, sollten mehr nach ihren finanziellen Möglichkeiten belastet werden.

Hubertus Kramer MdL trieb es auf die Spitze, indem er anmerkte Millionäre brauchen kein öffentliches Bad, der kleine Bürger schon und deshalb brauchten die Kommunen jetzt Entlastung.

Bürgermeister Stobbe möchte in seiner Stadt  "Standards" definieren und diese mit dem Regierungspräsidenten als unabdingbar einstufen. Bei Not der Kommunen soll die obere Ebene angerufen werden. Das Problem ist parteiübergreifend, denn z. B. in Wuppertal gingen der Oberbürgermeister, der CDU angehörend, mit dem SPD Bürgermeister Seite an Seite für ihre Kommune auf die Strasse.

Auf die Frage, ob es nicht ein Problem des Bewußtseins der Landes- und Bundesebene wäre, denn die beiden Ebenen haben kein Problembewusstsein für die Kommunen, verneinte Thomas Slotko MdL  dieses, da auch die Landtagsabgeordneten  auf der Seite ihrer Bürger vor Ort wären.

Auch den Fehler im System wollte man nicht gelten lassen,  denn der Bund kann keine Gesetze machen die die Länder betrifft, ohne sich die Gesetze vom Bundesrat absegnen zu lassen. Aber Gesetze die allesamt die Kommunen betreffen haben keine Analogie wie den Bundesrat. Der Städte und Gemeindetag kann nur anmahnen, hat aber keinen wirklichen Einfluss auf die Gesetzgeber in Bund und Ländern.
        
Nun, ans System wollen die Parteien wohl nicht so recht, weil dies auch meistens immer mit einer Grundgesetz- oder Landesverfassungsänderung einhergehen muss. In der Regel ist dies mit einer 2/3 Mehrheit verbunden.

Parallel fand übrigens ein Treffen des Aktionsbündnis der 19 Städte des bergischen Landes und des Ruhrgebietes in Essen statt, welches unter dem Slogan "Raus aus den Schulden / Für die Würde unserer Städte". Konkret fordern die 19 Städte ein Entschuldungsprogramm der Landesregierung, ähnlich dem Entschuldungsprogramm für Banken (Bad Bank Gesetz). Mit dabei ist übrigens der Regierungspräsident der Bezirkregierung Düsseldorf Jürgen Büssow.
Duisburgs Kämmerer Dr. Peter Langner, meinte auf dieser Veranstaltung: "Ein Aktionsbündnis wie das derzeitige mit den 19 Kommunen habe ich in den 20 Jahren, in denen ich in der Verwaltung arbeite, noch nicht erlebt"
Aber soweit sind wir noch nicht in Schwelm. Wie lange denn noch?

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm
 

Osterfeuer: Nicht überall und nur bei Einhaltung von Vorgaben möglich!

Das Sachgebiet Ordnung der Stadtverwaltung Schwelm weist darauf hin, dass das Abbrennen der Osterfeuer 2010 nicht überall und nur unter Einhaltung von Vorgaben möglich ist. Die Behörde wird auch für das Jahr 2010 auf die Durchführung förmlicher Genehmigungsverfahren für Osterfeuer verzichten, wenn die nachfolgend dargestellten Vorgaben eingehalten werden:

                                          

Ein Osterfeuer wird

  • von einer gesellschaftlichen Organisation oder einem Verein durchgeführt und ist als öffentliche Veranstaltung für jedermann zugänglich,
  • der Stadtverwaltung spätestens bis zum 12.03.2010 unter Verwendung des Anzeigeformulars angezeigt,
  • am Ostersamstag nicht vor 18 Uhr entzündet und bis spätestens 24 Uhr vollständig abgebrannt oder gelöscht,
  • ediglich mit den im Merkblatt aufgeführten Materialien entzündet und unter Beachtung der dort aufgeführten Sorgfaltsmaßnahmen und
  • unter Einhaltung der im Merkblatt aufgeführten Abstände zur nächsten Wohnbebauung, zu Waldflächen und Verkehrswegen abgebrannt.

Ein Merkblatt und ein entsprechender Vordruck zur Anzeige eines Osterfeuers können auf der Internetseite der Stadt Schwelm unter www.schwelm.de/ heruntergeladen werden. Weiterhin kann das Merkblatt beim Bürgerbüro und im Sachgebiet Ordnung, Moltkestraße 24, abgeholt werden. Die Anzeige kann im Bürgerbüro erstattet werden. Für Rückfragen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bürgerbüros (Tel. 02336/801-255) sowie des Sachgebietes Ordnung (Tel. 02336/801-261) gerne zur Verfügung.

Die Stadtverwaltung macht darauf aufmerksam, dass die Feuerstellen in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr kontrolliert werden. Bei Nichteinhaltung der Vorgaben wird die Behörde das Abbrennen untersagen, bzw. bereits entfachte Feuer auf Kosten des Verursachers von der Feuerwehr löschen lassen. Kontrollen werden auch am Osterwochenende durchgeführt.

Ziel ist die Eindämmung der Abfallbeseitigung durch Osterfeuer. Verstöße können nach dem Landesimmissionsschutzgesetz oder den abfallrechtlichen Vorschriften mit Geldbußen geahndet werden.

Schwelm, den 22. Februar 2010

ANLAGE Merkblatt als PDF

Antragsformular für 2010 als PDF

Auch Schwelms Einzelhändler als “local heroes” aktiv!

Bitte an die Bürger: Flaggen, flaggen, flaggen!

Schwelms Werbegemeinschaft befasst sich in der jüngsten Ausgabe ihres Journals "DER KREIS. Rund um Schwelm" mit dem Thema Kulturhauptstadt. Und selbstverständlich unterstützen die örtlichen Einzelhändler den RUHR 2010-Gedanken. Bürgermeister Jochen Stobbe hatte die WGS jetzt in die Stadtsparkasse eingeladen, wo sich die Einzelhändlerinnen und Einzelhändler von Boris Schmittutz, dem zuständigen städtischen Mitarbeiter des Kulturamtes, über die bereits geplanten Schwelmer Aktivitäten ins Bild setzen ließen.

Im Rahmen einer Power-Point-Präsentation stellte er den Schwelmer Geschäftsleuten die offiziellen Werbefilme von "RUHR2010" und "RUHR2010  Schwelm" vor und erläuterte in Wort und Bild sämtliche Veranstaltungen, so u.a. eine PEN-Autorenlesung, das SchachtZeichen-Projekt, das Ruhr-Still-Leben auf der A 40 oder "!Sing. Day of Song!"

Im Mittelpunkt der Präsentation stand natürlich die "Local Heroes-Woche", die in Schwelm vom 21. bis zum 27. März stattfinden wird. Sie verweist auf die "lokalen Helden", die kreativen, gestaltenden Kräfte aus Kunst, Kultur, Sport und Geschäftswelt, deren Tun das Leben in der Stadt maßgeblich beeinflussen.

Diese Schwelmer Bürger stellen sich in der herausgehobenen Märzwoche mit ihren Begabungen, ihrem Engagement und ihren Ideen vor. Und Schwelm hat viel zu bieten, ob es sich um Konzerte (Musikschule, Jeki, Martfeld-Quartett), Sport (Tag des Sports) oder Kunst (Ausstellungen im Martfeld und in Galerien/Malerei u. Thema Jakobsweg) handelt.

Der Fokus liegt auf dem kulturellen Zentrum Martfeld. Den kräftigen Schlusspunkt aber setzen alle Beteiligten am Samstag, dem 27. März, mit einem Stadtfest von 15 bis 22 Uhr in der Innenstadt. Und hier wird es für die Werbegemeinschaft besonders interessant. So wirbt der Bürgermeister um aktive Beteiligung auch und gerade am Finale der Local-Heroes-Woche. Vom Märkischen Platz durch die Fußgängerzone und über den Bürgerplatz bis zum Neumarkt wird sich ein buntes Band der Aktivitäten ziehen.

Ob vor und in Geschäften kulturelle Aktivitäten durchgeführt werden, besondere Werbemaßnahme stattfinden, Einzelhändler das RUHR2010-Jahr in ihre Dekoration miteinbeziehen, Künstler auch für ihre eigene Profession werben oder "typisches Schwelmer Essen" auf den Tisch kommt: Schon an diesem Abend warfen die engagierten Einzelhändler die ersten zugkräftigen Ideen in den Raum.

Der Stadtverwaltung gaben sie mit auf den Weg, das Festjahr durch entsprechende Beflaggung an den städtischen Fahnenmasten optisch nachdrücklich im Bewusstsein der Bürger zu verankern. Und sie selbst appellieren – gemeinsam mit der Stadt – an alle Bürger, den glanzvollen Triumph von 2006/7 zu wiederholen, als unzählige Bürger "Schwelm-Flagge" zeigten, ob in Großformat, kleinerer Ausfertigung, als Stander an Autos oder in Gestalt von Wimpelketten, die man auch zum Heimatfest aufzieht. Es wäre beindruckend, wenn die Künstler, Sportler und Einzelhändler, die sich in der Local-Heroes-Woche für ihre Stadt ins Zeug legen, durch starke Beflaggung und Teilnahme der Bürger am großen Fest starken Rückhalt spüren würden.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung Schwelm spenden für Opfer des Erdbebens in Haiti

Auch in Schwelm helfen viele Bürgerinnen und Bürger den Opfern der schrecklichen Katastrophe von Haiti. Bei dem Erdbeben am 12. Januar sind rund 170.000 Menschen zu Tode gekommen, und ‚zig Tausende wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schwelmer Stadtverwaltung beteiligen sich an der Spendenaktion "NRW hilft Haiti". Ihre Spende von 1000 € soll, so der Personalrat der Stadtverwaltung, dem Zusammenschluss der Hilfsorganisation zukommen, der u.a. aus Kindernothilfe, Deutscher Welthungerhilfe e.V., Malteser und UNICEF besteht (Informationen unter www.nrw-hilft-haiti.de).

Seit vielen Jahren lassen städtische Mitarbeiter die Centbeträge auf ihrer Gehaltsabrechnung "stehen", die dann auf ein gemeinsames Sonderkonto überwiesen werden, oder sie spenden beliebige Beträge. Aus diesem angesparten "Topf" wurde in der Vergangenheit  für die Opfer des Tsunami oder die verwaisten Kinder des Brandes in der Kaiserstraße gespendet.

Wie viel mehr geht in Schwelm?

[jpg] Es geht mehr, so war der Slogan von Jochen Stobbe (SPD) während des Kommunalwahlkampfes. Er gewann seinen Wahlkampf und wurde Bürgermeister mit der Vereidigung am 29.10.09.

Am 29.01.10 lud Bürgermeister Jochen Stobbe nun zu einem Pressegespräch ins Rathaus ein, um über das "Mehr " seiner ersten 99 Tage zu reden. Fragen waren ausdrücklich erwünscht, so dass die Grundlage für einen Dialog gelegt war.

                                          

Es ist eine andere Ebene ob man selber Bürgermeister ist oder dem Amt draußen kritisch begleitend gegenübersteht. So ist es ihm in den 99 Tagen mehr um Orientierung, Gespräche und um ein Kennenlernen gegangen, um so dann die Möglichkeiten auszuloten, die einen weiteren politischen Handlungsrahmen  ermöglichen. Sein Vorgänger, Dr. Jürgen Steinrücke (CDU), hatte ja immerhin andere, mehr konservative, Akzente gesetzt. Sie galt es zwar nicht über Bord zu werfen, es sollte jedoch die Gewichtung etwas geändert werden.

Es wird nicht leicht sein ein "Mehr" heraus zu arbeiten in einer so finanziellen schwierigen Lage. So standen Gespräche mit den Fachbereichen im Vordergrund, kennen lernen war angesagt, Dialoge mit dem Doppelziel, einesteils zu sparen und andererseits dieses "Mehr" für den Bürger zu erarbeiten.

Überhaupt, die Gespräche, der Dialog, der musste wieder in alle Bereiche transportiert werden. Unprätentiös trug Bürgermeister Jochen Stobbe vor, wobei, so wie er sagte, die Gewerkschaftsarbeit für ihn in vielen Dingen hilfreich ist. Er vermittelte den Eindruck: Ich bin ganz bei ihnen.

Er möchte nicht der abgehobene Bürgermeister sein, eher derjenige, der auf Augenhöhe mit seinem Gegenüber kommuniziert. Kritik, kein Problem für ihn, es spornt ihn an die kritisierten Punkte zu überwinden, sie einer Lösung zu zuführen. 

Er führte und ließ sich führen, suchte aber auch nicht um jeden Preis die Harmonie , sondern ging immer wieder zurück zum eigentlichen Thema.

Stichwort Schwelmer Brauerei:

Die Bedeutung der Brauerei als Imageträger für Schwelm, aber auch für die Region, ist unumstritten im Rathaus. Das Qualitätsproblem hat die Brauerei in den  Griff bekommen. Es haben sich inzwischen mehrere Investoren für die Schwelmer Brauerei beim Insolvenzverwalter gemeldet, die allesamt ein sehr starkes Interesse bekundet haben.  Die Investoren wollen die Brauerei kaufen und weiterführen, jedoch nicht ohne das Grundstück. Da treten die Verhandlungspartner auf der Stelle. Es wäre zu wünschen, dass es zu einem guten Abschluss kommt. Als Bürgermeister habe er jetzt natürlich ganz andere Möglichkeiten sich hier einzubringen, was er auch tut. Nur es müssen noch viele Gespräche geführt werden.

Stichwort Jugendproblem:

Für Bürgermeister Stobbe ist das Alkoholproblem nicht hinnehmbar. Das Jugendliche sich bis zur Bewusstlosigkeit betrinken, löst bei ihm Bestürzung aus. Zum nächsten Heimatfest soll eine alkoholfreie Meile eingeführt werden um zu demonstrieren, es geht auch ohne. Hier sieht er aber auch die Erwachsenen in der Pflicht,  die mit ihrem Umgang mit dem Alkohol nicht immer gerade ein Vorbild sind.

Das die Jugendlichen immer mal wieder in den drei Städten, Schwelm, Ennepetal und Gevelsberg  ihr vermeintliches Unwesen treiben, bringt ihn auf den Gedanken, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, um den Jugendlichen die Angebote zu machen, die eben heute andere sind als die in seiner Jugend. Es ist ein Verständnisproblem was sich dort ausmachen lässt. Das Verdrängen der Jugendlichen in die Nachbargemeinden macht keinen Sinn.

Stichwort interkommunale Zusammenarbeit:

Erste Gespräche haben schon Ideen erbracht. So lotet man aus, inwieweit man im Bereich EDV ein gemeinsames Netzwerk aufbauen könnte, so die Gespräche mit Sprockhövel. Auch mit Bürgermeister Wiggenhagen aus Ennepetal, wurden schon Gespräche geführt. Der Bereich Wirtschaftsansiedlung wurde thematisiert, wo man erkannte, dass sich durch Zusammenlegung von Flächen evtl. größere Ansiedlungen vornehmen lassen. Der Bereich der Infrastruktur, wie Straßenbau oder gemeinsames Kanalnetz, Beispiel B483N, sollte man im Zusammenhang neu überdenken. Erste Gespräche auch hier. Interkommunale Zusammenarbeit muss ausgebaut werden, so Stobbe.
 

Stichwort Ruhr2010:

Hier hat die Stadt Schwelm die Bedeutung als Chance für die Stadt priorisiert. Schloß Martfeld, die Altstadt aber auch das über die Grenzen bekannte Heimatfest sind ja Pfunde die man vorweisen kann. Neben den schon eingeplanten und bekannten Aktivitäten, soll noch ein Projekt zum Zeitpunkt des Heimatfestes mit einbezogen werden. Die Stadt versucht hier geeignete Möglichkeiten zu erarbeiten um sich über das Heimatfest hinaus noch für das Kulturhauptstadtjahr Ruhr2010 zu präsentieren. Die Idee, mehr als das bisherige zu tun, kam Bürgermeister Stobbe auf den Eröffnungsfeierlichkeiten der Ruhr2010 die er mit dem Landrat Dr.Arnim Brux besucht hatte.

Stichwort Ehrenamt:

Hier stellt der Bürgermeister Frau Düster vor, die zwar schon in der Amtszeit seines Vorgängers mit einem 1 Jahresvertrag halbtags eingestellt wurde, die, so der Bürgermeister, für ihn aber eine Ganztagsstelle haben sollte.

Frau Düster referierte sodann ihre Stelle als: Ich bringe diejenigen zusammen die sich einbringen wollen und diejenigen die die Fertigkeiten gebrauchen können. Das Ehrenamt ist nicht nur altbackene Angelegenheit, sondern wird auch zunehmend in den Firmen als Plus angesehen, da dadurch die soziale Kompetenz dokumentiert wird.

Frau Düster versteht sich nicht als Konkurrenz zu den schon bestehenden Netzwerken, wie Vereine, Nachbarschaften oder auch anderen Ehrenämtern, sondern sie will die nachfragenden Bürger begleiten oder mit den Organisationen zusammenbringen.

Sie ist ab sofort unter  Telefon 0 23 36 / 801 211 zu den Sprechzeiten:
Montag bis Mittwoch 9:00 – 13:00 Uhr
Donnerstag 12:00 – 16:00 Uhr oder per email: servicestelle-ehrenamt@schwelm.de für die Bürger erreichbar.

Weitere Infos können Sie auf der Seite der Stadt Schwelm nachlesen oder den Flyer als PDF herunterladen.

Stichwort Privatleben des Bürgermeisters:

Natürlich hat sich in seinem Privatleben etwas verändert. Es ist jedoch immer sein Rückzugsgebiet aus dem er die Kraft holt die er für sein Amt braucht. Das Amt selber sollte durch ihn mit Leben gefüllt werden, nicht jedoch sein Leben mit dem Amt. Im übrigen möchte er nicht sein Privatleben  in die Öffentlichkeit mit einbringen. Wenn das Amt ihn in seiner Persönlichkeit negativ verändern sollte, so sollte man doch bitte einen Eimer kaltes Wasser über ihn gießen, damit er wieder zu Bewusstsein komme.

Ansonsten hätte er ohne die Zustimmung seiner Familie dieses Amt nicht angestrebt.

Eine Anekdote am Rande.  Kinder der vierten Klasse haben  nach seiner Wahl gefragt, ob er als Bürgermeister nicht die  Schularbeiten  abschaffen könne.

Es war ein angenehmes Gespräch in einer spannungsfreien Atmosphäre das die Teilnehmer einlud sich einzubringen. Die Dominanz des Amtes war zu keiner Zeit zu bemerken, eher war es ein kollegialer Stil der vorherrschte. Dieses "von oben herab", was viele seiner Amtskollegen an den Tag legen war noch nicht einmal im Ansatz zu bemerken.

Ich bin gespannt, wie sich Schwelm unter der Ägide von Jochen Stobbe entwickeln wird. Gerade und weil die wirtschaftlichen und finanziellen Parameter nicht gerade große Sprünge erlauben, denn die Stadt Schwelm befindet sich in der Haushaltssicherung.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

Start des ersten Weihnachtsmützenauflaufs in Schwelm

Integriert in eine ganze Reihe von Darbietungen auf dem diesjährigen Schwelmer Weihnachtsmarkt vom 27. – 29.11.2009, hatte sich die GSWS mit der WGS und Sparkasse Schwelm etwas Besonderes ausgedacht..

 Es erfolgte ein Aufruf zum ersten Weihnachtsmützenauflauf.

Ziel war, möglichst viele Personen zu bewegen, sich gemeinsam mit einer Weihnachtsmütze auf dem Kopf für ein Gruppenfoto am Sonntag, 29.11.09 um 13:00 Uhr auf dem Märkischen Platz zu treffen. Die Farbe der Weihnachtsmütze spielte dabei keine Rolle. Egal ob rot, blau oder grün., alles war erlaubt. Dieses bisher wohl einmalige Zusammentreffen  Wer keine eigene Weihnachtsmütze besaß, hatte die Möglichkeit sich ein sogenanntes „Mützenpaket“ für einen Kaufpreis von 2,50 Euro zuzulegen.Hierfür erhielt man eine Weihnachtsmütze, einen Getränkegutschein und eine Teilnahmeurkunde. Die Pakete waren im Schwelmer Einzelhandel erhältlich.

Und so kamen aus allen möglichen Richtungen zunächst vereinzelt kleine und große Weihnachtsmänner zum Treffpunkt, so dass letztendlich eine Gruppe von ca 25 überwiegend weihnachtlich roter Mützenträger sich zu einer Gruppe formierten, damit die angekündigten Pressefotos geschossen werden konnten.

                                      

Die Veranstalter bedauerten, daß die Gruppe nicht die erhoffte Zahl an Teilnehmern erreichte, tröstete sich aber damit, dass es ja erst der Anfang wäre und im nächsten Jahr bestimmt mehr Personen mitmachen würden.

Da wir schon einmal in Schwelm waren, statten wir auch direkt dem Weihnachtsmarkt auf dem Altmarkt einen Besuch ab. Die einheitlich ausgerichteten und ansprechend weihnachtlich dekorierten  Stände und Buden boten ein reichhaltiges Programm und vermittelten trotz nicht gerade angenehmen Wetters einen kleinen weihnachtlichen Vorgeschmack.

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Linde Arndt