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Triviale und teuere Politik mit Politik und Verwaltung in Ennepetal


Ennepetaler Ratssitzung Foto: (c) Linde Arndt

 

[jpg] In der Politik gibt es den Begriff der Rechtsstaatlichkeit, einige haben diesen Begriff in der letzten Zeit im Zusammenhang mit der aktuellen Politik in der Türkei, Ukraine oder einiger afrikanischen Staaten gehört. Die Rechtsstaatlichkeit findet man in Artikel 2 des EU-Vertrag (Titel I – Gemeinsame Bestimmungen). Die Rechtsstaatlichkeit eines Staates erkennt man, wenn die politische Herrschaft aufgrund und im Rahmen des Rechts ausgeübt wird (Prof. Dr. Dieter Grimm).

Zu der Rechtsstaatlichkeit gehört z.Bsp. auch das Kommunal- und Gemeindewirtschaftsrecht als Untereinheit der Rechtsstaatlichkeit. Und noch ein Begriff aus dem Staatsrecht, die Rechtssicherheit, sie ist wiederum eine Untereinheit der Rechtsstaatlichkeit. Die Rechtssicherheit bedeutet, dass der Staat, also auch die Kommunen, auf eine Vorhersehbarkeit und verlässlichen Gewährleistungen von grundlagenbasierenden Gesetzen und Verordnungen beruht.

So kann eine Stadt nicht einfach spontan Gebühren einziehen die vorher nicht bekannt waren und die jeder gesetzlichen Grundlage entbehren. Aber, so ganz ist das nicht immer sichtbar.

So will die Stadt Ennepetal den Anwohnern der Straße „An der Kehr“ nach 5 – 6 Jahrzehnten Erschließungskosten aufbürden. Die Erschließungskosten entstanden in den 50er Jahren als die Straße erstmalig hergestellt wurde. Das die Kosten berechnet werden konnten, hatte man mit einem rechtlich einwandfreien Beschluss erreicht. In den 50er Jahren wurde kein zweiter Bürgersteig errichtet, so dass nach der Definition für Straßen, diese Straße nicht komplett war. Der Rat der Stadt beschloss deshalb heute per Antrag eine Straße mit einem Bürgersteig als komplette Straße einzustufen. Und schon war die Straße komplett. Damit waren die Erschließungskosten nach Meinung des Rates fällig. Und wieder ist es dem Rat der Stadt Ennepetal gelungen elementare Begriffe der Rechtsstaatlichkeit in Frage zu stellen und sogar den Rechtsfrieden zu touchieren. Denn wie kann ein Hauseigentümer eine Forderung aus den 50er Jahren richtig einschätzen, immerhin kann er die gemachte Leistung nicht mehr kontrollieren, geschweige denn, ob es überhaupt noch derselbe Hauseigentümer ist, bei dem die Forderung entstanden ist. Zwei Generationen liegen zwischen dem Entstehen der Forderung, eine Hemmung wurde nie angezeigt. Der geneigte Leser merkt jetzt, die Stadt Ennepetal hat wieder eine rote Linie überschritten um die noch nicht überwundenen finanziellen Fehlentscheidungen auszubügeln. Mehr noch, die Stadt hat angekündigt weitere dieser „dubiosen“ noch nicht geltend gemachten Forderungen zu fakturieren. Und das unter der Anmerkung, Ennepetal habe kein Geld, Ennepetal steht vor dem Haushaltssicherungskonzept und es kann nirgendwo eingespart werden. Die Steuern, auch die Kommunalsteuern, sprudelten in 2016, nur in Ennepetal nicht. Warum wohl? EN-Mosaik hat mehrfach Politik und Verwaltung zu diesem Umstand befragt, nur Achselzucken. Denkt Stadt und Politik in Ennepetal sich denn noch irgendwas?

 

Signalwirkungen

 

Wenn ein Mensch in unserer Republik einmal ein hohes Alter, wie 90 Jahre erreicht hat, bekommt er netterweise eine kleine Aufmerksamkeit. In Ennepetal waren das einmal 50,–Euro. Diese 50,– Euro werden nunmehr auf 25,– Euro reduziert.

Menschen die sich beim Aufbau der Bundesrepublik Deutschland verdient gemacht haben und hart gearbeitet haben, diesen Menschen sollte man dankbar sein und nicht mehr mit Kürzungen zu nahe treten. Die Entscheider von heute haben anscheinend vergessen, wie diese Altergruppe nach dem Weltkrieg buckeln musste. Die Stadt Ennepetal mit seinen politischen Parteien sagt den Alten damit, wir wollen euch nicht mehr würdigen, seht zu das ihr euer Leben hinter euch bringt – macht Platz. Ein fatales und kaltes Signal. Dieses Signal kommt zu dem obigen Signal.

v.l. Pressesprecher Martin Küpper, Bürgermeisterin Imke Heymann und Kämmerer Dieter Kaltenbach Foto: (c) Linde Arndt

Ist Ennepetal wirklich so arm?

 

Klare Antwort: Nein! Begründung: Wenn eine Stadt 10 – 15 Millionen, so genau will man dies nicht kalkulieren, für einen neuen Standort seines Betriebshofes und seiner Stadtbetriebe ausgeben will obwohl man, sicher beengt, mit der derzeitigen Lösung noch eine ganze Weile auskommen kann und darüber hinaus sich eine kurzfristige Option erarbeiten könnte, scheint das mit der Armut aber irgendwie weit hergeholt.

Wenn eine Stadt einen Restaurationsbetrieb leerstehen lässt und dadurch höhere Kosten in Kauf nimmt, scheint das mit der Armut nicht so weit her zu sein.

Wenn eine Stadt es sich leisten kann mehrere Schulgebäude vor ihrer Schließung noch zu sanieren, sie dann schließt und dann auch noch weder Verkaufs- noch Nutzungspläne erarbeitet hat, scheint es mit der Armut nicht so weit her zu sein.

Wenn eine Stadt eine AÖR hat in der die städtischen Betriebe ihr „Unwesen“ treiben und mit schlampigen Arbeiten das Geld der Steuerzahler verbrennen, scheint es mit der Armut nicht so weit her zu sein.

Wenn eine Stadt, so mir nichts, dir nichts 1 Millionen für die Anbindung des Berlet Elektromarktes locker machen kann und dieses Geld einfach liegen lässt, scheint auch hier der Begriff „arm“ nicht angebracht zu sein.

Man könnte die Liste des Versagens von Politik und Verwaltung sehr, sehr lange fortführen und würde dann folgendes feststellen: Wir haben ein riesiges personelles Problem in Politik und Verwaltung. Bis heute wurde nicht berichtet ob das Personalproblem in der AÖR gelöst wurde, die Spitze auswechseln war eine Sache aber die Fehler waren ja alle auf der Sachbearbeiter-, Gruppenleiter- oder Abteilungsleiter Ebene zu registrieren gewesen. Was hat die Stadt getan? Wollte man die Bekannten und Freunde die evtl. in der AÖR untergebracht wurden nicht feuern?

 

Ratssitzungen so wie man sie lieben muss

 

Daniel Heymann (CDU) Foto: (c) Linde Arndt

Nun sollte man meinen, bei allen diesen Baustellen, würde der Rat der Stadt Ennepetal Purzelbaum schlagen und die Stadtverwaltung mit der Mehrheitsfraktion oder Kooperation durch den „Wolf“ drehen. Im Schwelmer Stadtrat geht es in solchen Fällen ziemlich laut zur Sache, wobei die Sitzungen dann schon mal 5 Stunden dauern.

In Ennepetal reibt man sich verwundert die Augen, denn da werden über die gefühlten Intervalle bei der Ampelanlage Loher Straße gesprochen, nicht gestritten. Ob die Baustelle auf der Milsper Straße nicht etwas schneller arbeiten kann. Irgendwo ist dann auch mal wieder ein Kanaldeckel entdeckt worden der bei dem Überfahren klappert.

Bei der Bürgersprechstunde wollten einige Bürger zur Schule Wassermaus näheres wissen. Da die Fragen NUR an die/den Ratsvorsitzende*n gerichtet werden darf, kann das manchmal schwierig werden.

Die Vorsitzende bat den Fachbereichsleiter um Stellungnahme, der dann zum Microfon huschte.

Ungefragt ergriff der Leiter des Schulausschusses das Wort und bezog Stellung ( Das kommt davon wenn man solch eine veralterte Anlage hat ). Folge: Der Fraktionsvorsitzende der SPD schrie nach der Geschäftsordnung um dem Fraktionsvorsitzenden Heymann, der ja auch Schulausschussvorsitzender ist, zu stoppen. Zu Unrecht, denn es ging ja um das Schulthema, und dazu konnte gem. §18.1 der Geschäftsordnung sehr wohl der Auschussvorsitzende Heymann Stellung beziehen. Warum man nun so laut sein musste und damit die Vorsitzende Bürgermeisterin, den Fachbereichsleiter Palomba und den Schulausschussvorsitzenden/Fraktionsvorsitzenden Daniel Heymann (CDU) bloßstellen musste, wird Herr Rauleff (SPD) in der nächsten interfraktionellen Sitzung erläutern wollen. Zumindest machte es keinen guten Eindruck da dadurch die Sitzung ihre Souveränität verloren hatte. Übrigens, ein gutes Beispiel für die Profilierungssucht die so einigen Ratsmitgliedern zu eigen ist.

Volker Rauleff (SPD) Foto: (c) Linde Arndt

Dabei war die Frage von einem Ennepetaler gekommen, berechtigt oder nicht berechtigt, er hatte ein Recht das ihm durch diesem Vorfall nicht ungeteilt gegeben wurde. Es ist erst einmal egal, wer solch eine Frage beantwortet, die Geschäftsordnung sollte da erst einmal im Hintergrund stehen, abgesehen davon, dass gem. § 13 der Geschäftsordnung der Redende nicht unterbrochen werden darf. Im Vordergrund sollte erst das Informationsbedürfnis des Ennepetaler Bürgers stehen.

 

Welche Leistungen kann die Ennepetaler Kommune noch bieten?

Es stellt sich in diesem Zusammenhang immer die Frage, was kann ein Ennepetaler von seiner Kommune erwarten? Standards wie Personalausweise oder Pässe erneuern oder verlängern, also Arbeiten die durch den Gesetzgeber klare Vorgaben haben, sind kein Problem. Auch die sozialen Belange die durch den Gesetzgeber vorgegeben sind werden ohne Probleme erledigt. Selbst die in 2015 auftretende Völkerwanderung, die auch Ennepetal betraf, wurde, zwar mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern, befriedigend gelöst und die Kriegsflüchtlinge über das Stadtgebiet verteilt. Die Integrationsarbeit konnte nicht befriedigend angegangen werden, weil ein umsetzbares und finanziell begleitendes Konzept vom Land und vom Bund fehlt. Die Kriegsflüchtlinge verschwanden also wie in allen Städten in den Schatten der Stadt. Von der Ennepetaler Politik konnte man kein Integrationskonzept erwarten, die Vorreiterrolle ist den Ennepetaler Politikern und der Verwaltung weder in intellektueller noch persönlicher Hinsicht fremd.

An allen Ecken und Enden fehlt es an politischen Vorgaben, sprich Entscheidungen, in Ennepetal. Noch immer fehlt es an einem schlüssigen Jugendkonzept welches auch gegenfinanziert ist. Selbst das Jugendparlament, welches immer mal seit Jahren aus den Schreibtischen der Verwaltung gezogen wird, findet keine Gegenliebe bei der allseits bestimmenden „grauen Eminenz“ dem Kämmerer und Beigeordneten Dieter Kaltenbach.

Im Grunde bestimmt Kaltenbach die Geschicke der Stadt Ennepetal, er hebt und senkt den Daumen nach Belieben. Da wird das Berlet Parkhaus mit einer Bezahlschranke beim Bau im Einfahrtsbereich ausgestattet, die aber dann wieder verschwindet. Zurück geblieben sind die jetzt geöffneten Ausgangsschranken. Wahrscheinlich fehlte das Aufsichtspersonal, welches ja auch finanziert werden müsste. Da wird vollmundig die Digitalisierung der Ratssitzungen mittels Tablet PC angekündigt, Apples IPad, (die teuersten Produkte die es auf dem Markt gibt) nicht die preiswerteren Samsung oder Acer Tablets, mussten es sein. Die Geräte wurden gekauft und auf einmal war alles zuende. Auch hier hatte man vorher die Gesamtkosten offensichtlich nicht berücksichtigt. Hier scheint der Kämmerer sich die beantragten Budgets nicht richtig angesehen zu haben. Überall taucht die Kämmerei auf und blockiert Forderungen aus allen Bereichen. Im Innenstadtbereich (Nur Milspe) wird ein „integriertes Handlungskonzept“ durch Frank Heinze aus Dortmund mit einer Studie belegt. Ein Umsetzungsplan fehlt allerdings und die Innenstadt Milspe darbt weiter vor sich hin, nur weil man die Finanzierung vorher nicht geklärt hat? Und der eigentliche Zweck der Fußgängerzone, ein ruhiges Einkaufen in Milspe zu ermöglichen, entfällt dadurch, denn 9 Jahre hält kein Einzelhändler durch, er geht.

Millionen wurden in den Sand gesetzt. Abgesehen davon, dass die Immobilien in der Voerder Straße an Wert verloren haben.

Um es kurz zu machen, mit der Stadt Ennepetal, sei es mit der Verwaltung oder der Politik, etwas zu machen, ist mit einem hohen Risiko verbunden. Unsere Redaktion sind Vereine und Gruppen bekannt, die hohe Zuwendungen aus dem Stadtsäckel erhalten, deren Wert für Ennepetal recht zweifelhaft ist. Das lässt der Kämmerer aber durchgehen, weil es politisch gewollt ist. Die Leistung des Kämmerers, zu prüfen, ob diese diversen städtischen Aufwendungen für die Stadt auch ein dementsprechendes Äquivalent erbringt, wage ich mal zu bezweifeln, zumindest kann keine wirtschaftliche Berechnung vorgenommen worden sein.

Dieses unstete der Ennepetaler Politik mit seiner Verwaltung lässt nur einen Schluss zu, Stadt und Politik sind nur mit sich selber beschäftigt und haben die rund 30.000 Bewohner von Ennepetal vergessen. Deshalb kann  man  von der Stadt nur bedingt etwas erwarten.

 

Es fehlt der Druck auf Politik und Verwaltung

Unsere Redaktion hat mal von Ennepetal, der Insel der Glückseligen geschrieben, und es stimmt, es hat sich noch in den Jahren erweitert. Politik und Verwaltung befinden sich in einer Echokammer, in der die Sicht auf Ennepetal verengt wahrgenommen wird. Die Bilder die sich Politik und Verwaltung von Ennepetal machen, werden immer wieder eins zu eins zurück geworfen. So verstärkt sich der Eindruck, es ist doch alles in Ordnung. Wir, Politik und Verwaltung, beschäftigen uns doch, also ist das doch alles zum Besten. Das die Stadt in Bewegungslosigkeit verharrt bemerkt dabei niemand, auch das die Bewohner wegziehen ist ohne Belang.

Wenn doch auf die Politik und Verwaltung Druck ausgeübt würde. Die Presse von der Funke-Mediengruppe sieht sich nicht, aus vielen Gründen, aufgerufen diesen Druck zu erzeugen. Heimatjournalismus nennt man das inzwischen in Düsseldorf und belächelt diese Art von Presse.

Von den Heimatjournalisten kann also kein Druck kommen, sie haben sich das Leben kuschelig im EN-Kreis eingerichtet.

Es bleibt nur die Einsicht von Politik und Verwaltung, ihr Unvermögen zuzugeben, nach Düsseldorf zu gehen und das Land zu bitten die Stadt Ennepetal auf die umliegenden Kommunen aufzuteilen.

Ehe es noch schlimmer wird. Denn Ennepetal ist keine demokratische Vorzeigekommune, eher das Gegenteil und damit ein gefundenes Fressen für rechtsextreme oder Populisten.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

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Miteinander sprechen ist in Ennepetal nicht vorgesehen

[jpg] Menschen haben etwas, was andere Spezies nicht haben – die Sprache. Und mit dieser uns anhaftenden Sprache treten wir miteinander in Verbindung, teilen uns mit oder versuchen uns auszutauschen. Dies ist für unsere Spezies wichtig, ja sogar essentiell.

Ohne Sprache, wobei Sprache sich nicht nur auf den verbalen Bereich erstreckt, würde unsere Spezies untergehen oder zumindest großen Schaden nehmen.

Die Schulleiterin der Albert – Schweitzer – Förderschule Ennepetal,  Frau Silke Martini, brachte es am Ende der Schulausschusssitzung mit einem Statement auf den Punkt: Über die Schließung ihrer  Albert – Schweitzer – Förderschule habe sie zu aller erst aus der heimischen Presse erfahren. Ihre Frage: Kann die Stadt nicht erst mit den Betroffenen sprechen? 

Es ist eben eine Frage von Stil, wie man solch eine Schließung kommuniziert. Und guter Stil hatte die Stadtverwaltung Ennepetal, sei es bei der Schließung der Schule Hasperbach oder ganz zeitnah beim Besuch des Regierungspräsidenten, noch nie interessiert. Und die Erklärung der Stadtverwaltung durch Peter Müller: Eine Beteiligung der Schule an den Überlegungen und der Entscheidung zur Schließung der Schule Ist zwischen Stadt und Schule in den Vorschriften nicht vorgesehen. Prima! Es ist nicht zu fassen. Sieht so eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aus? Wen wundert es wenn niemand mit dieser aus den Fugen geratenen 14 Millionen Truppe etwas zu tun haben will. Ausnahmen sind  diejenigen, die einen Vorteil von einer Zusammenarbeit haben.

Aber dieser Schulausschuss hatte es noch viel dicker. "Wir haben die tollsten Schulen, um die uns unsere Nachbargemeinden beneiden", so haben wir das alle gehört. Und deshalb ist Ennepetal eine schöne Stadt. Eine schöne Stadt? An der Realschule ist das an Zweideutigkeit nicht zu überbieten.

 

Der Computerraum: Da stehen 5 Apple!!! Computer (IMac) mit einem HP Tintenstrahldrucker in friedlicher Eintracht zusammen. Feinste Statusware für Emporkömmlinge – lachhaft in der Wirtschaft. Wer hat das angeschafft und mit welchem pädagogischen Anspruch. In der Mitte gehen offensichtlich die Stromkabel als auch die Netzwerkkabel in den Boden. Bestens. Nur ins Internet kann seit einem Jahr kein Schüler. Begründung: Ein unseliges Schwarze-Peter Spiel zwischen Elektriker und EDV Abteilung der Stadt auf dem Rücken der SchülerInnen. Tja, so kann man sicher keine Medienkompetenz erlernen und die Chance unserer SchülerInnen sinkt auf dem Arbeitsmarkt einen Job zu bekommen. Und was ist tatsächlich falsch: Strom war da. Das LAN (Local Area Network) war auch vorhanden. Nur es war anscheinend nicht eingebunden. Ein WLAN war nicht möglich weil ein Repeater im Hause fehlt, der die vorhandenen Signale verstärkt. Die Kosten der fehlenden Arbeiten bewegen sich im Hundert Euro Bereich – lachhaft. Was hier fehlt ist der gute Wille und verantwortungsbewusstes Handeln.

Es geht weiter. Ganze Deckenplatten sind rausgerissen, Kabel hängen auf allen Fluren herunter. Die Wasserflecken zeigen, dieser Zustand ist seit Monaten zu regierstrieren. Kreisförmige löcher deuten auf eine Verteilung hin, die dort angedacht wurde. Heizungschächte hängen mit Alufolie im Flur herum. Die Summe der bemerkten Baustellen  macht nervös. Mein Eindruck, hier wurde ein Bühnenbild für einen modernen Chabrol Film aufgebaut. Nur Chabrol ist tot! Je länger man durch die Flure geht, desto aggressiver wird man. Der Schulleiter der städtischen Realschule Ennepetal, Thomas Winter, zeigt uns eine Toilette. Eine Toilette wie sie in sozialen Brennpunkten üblich ist, purer Vandalismus der etwas von der Schulleitung nur oberflächlich kaschiert wurde um das Bild etwas weicher zu zeichnen. Wen wundert es, wenn bei solchen Räumlichkeiten die Aggressionen nicht in den  Griff zu bekommen sind. Eine Mutter schilderte, dass ihr Kind in der Toilette kein Papier vorgefunden hatte. Als dieses Kind sich bei dem Lehrer beschwerte, meinte dieser es wäre keines da. Und weiter, für die Zukunft sollte das Kind vorsichtshalber Tempotaschentücher mitbringen.

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Oder ist die Realschule doch ein sozialer Brennpunkt?

Ein Gedanke geht mir durch den Kopf. Die Decke sieht mir nach Asbest Wolle und Platten aus. Asbest der Baustoff der ersten Wahl in der damaligen Zeit. Der Stadtverwaltung war und ist das sicher egal was verbaut wurde, es sind ja nicht ihre Kinder.

  Schulpflegschaftsvorsitzender Lucht  erzählt, dass schon seine Tochter nur eine Baustelle  kannte und dort lernen musste und heute sein zweites Kind den selben Weg gehen muss. Seine Tochter war vor zehn Jahren hier! Es ist nicht fassbar. Die Ausschussmitglieder faseln etwas von: Prioritäten  / man muss das beobachten / so hatte man sich das nicht vorgestellt.
Es ist zum jammern. Wer hindert den Rat daran, immer mal wieder unangemeldet eine Schule zu inspizieren?
Und der Schulrat sitzt auch dabei – kein Ton von ihm.
 
Ja und dann war da noch Heinz Bracht, Vorstandsprecher und Technischer Vorstand der neu gegründeten AÖR der rechnete mal eben vor, dass die Realschule 1 Millionen Euro an Investitionen in den letzten Jahren verschlungen hatte. Klar, da erwartet die Stadt eine gewisse Dankbarkeit vom Lehrkörper und den SchülerInnen.

Nur eine Schule ist kein Tummelplatz von Bauarbeitern und Handwerker, sie ist ein Ort wo gelernt werden soll. Wir verlangen von unseren SchülerInnen Hochleistungen, dafür können sie das Gleiche von uns einfordern. Wie war das noch: Fördern und Fordern. Hier in der Realschule ist eine Einbahnstrasse aufgemacht worden.
(Z.B. Medienkompetenz im Internet mit den 5 teuren Computern.)

    

Und wenn Lehrer und SchülerInnen Tag für Tag mit Einschränkungen kämpfen müssen, sinken die Chancen später am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Sicher die Auschussmitglieder als auch die 14 Millionentruppe sind längst in Rente wenn die SchülerInnen erfahren, wenn die Ausbildungsnoten nicht gereicht haben – shit hapen. Die anderen Schüler aus anderen Städten waren eben besser.

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Die Redaktion hat verstanden, die Realschule kommt mit der Stadtverwaltung nicht mehr klar. Die vielen Versprechungen, Vertröstungen und das ewige Hinhalten der 14 Millionentruppe. Es ist halt nicht vorgesehen die Schulen an den Planungen zu beteiligen. Interaktion, Kooperation oder Kommunikation, auch wieder solche neu modische Begriffe mit denen Ennepetal nichts anfangen kann. Befehl und Gehorsam und eine gewisse Leidefähigkeit für die Obrigkeit, so was ist hier angesagt. Und überhaupt, es saßen wieder erwachsene Menschen im Zuschauerbereich, die eine Stunde warten mussten um dann eine Frage stellen zu dürfen. Meine Güte, sollen die auch noch auf die Knie gehen?

Und da war auch noch die Grundschule Haspetal. Nachdem dieses unselige Spiel der 14 Millionen Truppe durch gezogen wurde, haben die Eltern reagiert. Sie haben ihre Kinder abgemeldet oder umgemeldet. Die Situation hat sich beschleunigt, die Schule kann also früher geschlossen werden. Toll! Nur jetzt auf einmal sollen die Eltern zusammen halten, denn die Schulklassenstärken müssen wieder einmal gehalten werden, jetzt in der Grundschule Voerde. Lachhaft! Wenn die Stadt den Zusammenhalt anordnet ist das ok, wenn die Eltern das von sich aus machen, ist das nicht ok? Ich fasse es nicht. Was sind eigentlich mündige Bürger bei denen?

Ach ja, ich vergaß, miteinander sprechen ist nicht vorgesehen, es werden nur "gute Empfehlungen" der 14 Millionen Truppe angeordnet. Oder ein Fraktionsvorsitzender der meinte: Rufen sie uns an damit wir sagen, was sie denken sollen.Toll, wirklich toll. Ich kratz mich an meinem Kopf und frage mich, ist Ennepetal eigentlich eine modern geführte Stadt?

Schlußbemerkung: So langsam wird aber eine Entschuldigung der Stadtverwaltung gegenüber ihrer Bevölkerung fällig. Sorry Leute, wir können es nicht besser, wir sind total überfordert.

Ach ja, da ist noch was über die Ticker gelaufen.

Die verbindliche Schulempfehlung ist weggefallen. In Massen haben die Eltern ihre Kinder
von der Hauptschule weggenommen und entweder bei den Realschulen oder den Gymnasien angemeldet. Eine dramatische Entwicklung die die Hauptschule eindeutig ins Aus drängt. Beispiel in einer Großstadt: 96 Hauptschulanmeldungen in diesem Jahr gegenüber 263 Hauptschulanmeldungen im vorigen Jahr.

Und dann wird Ende März eine Anhörung stattfinden, Thema: Die Bürgermeister und Oberbürgermeister sollen von den Wählern abgewählt werden können. Auf unsere Anfrage teilte das Innenministerium in Düsseldorf mit, dass in diesem Jahr der § 66 der GO noch geändert werden soll. Auch soll die Stichwahl wieder eingeführt werden. Es könnte ganz fix gehen. Macht auch Sinn, auch für Ennepetal.

In Ennepetal ist die totale Blockade zu registrieren, so kann es nicht weiter gehen.

Anträge für eine Hundewiese oder die Umkehrung der Einbahnstrassenregelung der Gerhart-Hauptmann-Strasse in Altenvoerde sind nicht die Probleme mit denen Ennepetal zu kämpfen hat. Aber wenn man diese kompetente 14 Millionen Truppe nicht mit der Nase auf die auf uns zukommenden Problem stößt, werden die sicherlich nur ihren ungerechten Lohn beziehen.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal
 

 

 

Alle Fotos: © Linde Arndt

Beim Essen spart man nicht, schon gar nicht bei Kindern

[jpg] Meine Mutter hatte eine einfache Devise im Bereich der Ernährung ihrer Kinder: Beim Essen wird nicht gespart, schon gar nicht bei den Kindern. Die zwingenden Argumente meiner Mutter waren: Gesunde Kinder bedürfen einer guten Ernährung. Nicht das meine Mutter beim Feinkostladen einkaufte, nein, das konnten wir uns nicht leisten. Das Brot wurde beim Bäcker gekauft, wobei das Brot einen Tag alt sein musste. Obst und Gemüse auf dem Markt dort kamen die regionalen Obst- und Gemüsebauer hin um ihre Waren zu verkaufen. Butter, Käse und Milch wurde nebenan beim Einzelhändler gekauft. Sie kannte alle Händler, kannte ihre Vorzüge und wusste die Lebensmittel für sie richtig auszuwählen. Kurz, sie lebte nach ihrer frei gewählten Devise, ihren Kindern eine gute Ernährung zu kommen zu lassen. Uns Kindern war das manchmal peinlich, wenn sie meinetwegen auf dem Markt misstrauisch die Schnittfestigkeit der Tomaten überprüfte.
Meine Mutter hat alle diese Regeln von ihrer Mutter gelernt und gab sie an ihre Kinder weiter und wenn ich heute meine Tochter beobachte mit welcher Sorgfalt sie mit den Lebensmitteln umgeht, denke ich immer an meine Mutter. Es ist gut geworden und sollte sich nicht ändern.
Was soll sich nicht ändern? Der Bäcker, Metzger und Gemüsebauer ist heute im Supermarkt zu Hause. Obst und Gemüse, alle Sorten, gibt es das ganze Jahr über. Wenn sich über Deutschland der Winter legt, wird in Chile oder Australien die Obsternte angegangen. Muss sich da nicht auch unser Verhalten geändert haben? Ja und nein. Ja, weil auch ich mir im Winter gerne eine Schale Erd- oder Himbeeren zu Gemüte führe. Aber nein, weil ich auch heute noch die größte Sorgfalt und Aufmerksamkeit bei der Gestaltung des häuslichen Speiseplanes aufwende. Das hat etwas mit Verantwortung zu tun, die ich gegenüber anderen als Vorbild und mir selber gegenüber auszuüben habe. Das Wissen welches man von den Eltern mitbekommen hat, das man mit den eigenen neueren Erkenntnissen anreichert und an Andere weitergibt. So gehe ich auch heute noch in Restaurants in denen die angebotenen Gerichte einen angemessenen Preis haben und ich weiß wer meine Gerichte zu bereitet.

Jetzt werden Sie sicher sagen: Was soll das? Nun, am 1.Juni fand eine Sitzung des Hauptausschusses statt.
Unter TOP 7 wurde die Beschlussvorlage 187/2010 "Reichenbach Mensa" behandelt.
Und wie das nun bei unserer Verwaltung so ist, ist solch eine Vorlage mit größter Sorgfalt zu lesen um den Tenor der Vorlage zu erfassen. Auch sollte man bei unserer Verwaltung immer den Weg zu der Lösung eines Problems im Auge behalten.
Nach Durchsicht der Vorlage muss ich schon sagen, eine verantwortungsbewusste Vorgehensweise mit dem Problem, Ernährung unserer Kinder und Jugendlichen in der Mensa des RGE, ist meines Erachtens nicht zu erkennen.

1.    Es werden zwei Personenkreise der Verantwortlichkeit benannt.
In jedem gut geführten Betrieb liegt die Verantwortung immer in einer Hand.
In der Vorlage wird von 4 – 5 Personen, plus weitere aus Fremdbetrieben, gesprochen.
In einem Nebensatz wird sodann die Verantwortung dem Fachbereich 4 zugeführt. Wie soll das gehen? Fährt Herr Müller höchstpersönlich morgens um 5 Uhr auf einen Großmarkt um die Lebensmittel einzukaufen? Die Strukturen einer Mensa ähneln dem eines gastronomischen Betriebes. Und da sind die Verantwortlichkeiten klar festgelegt.

2.    Der Einzelpreis einer Mahlzeit (Vollwert-Essen!!) ist sehr gering angesetzt  € 2,60 ( € 3,40 bei Fremdvergabe), das erscheint sehr gering und deutet nicht gerade auf Qualitätslebensmittel hin. Bekannt ist, dass es erhebliche qualitative Unterschiede im Bereich der Lebensmittel gibt. Letztendlich macht sich das auch im Einkaufspreis bemerkbar. So sinkt der Nährwert von den meisten Lebensmitteln mit der Dauer der Lagerung und tendiert ab einem bestimmten Zeitpunkt gegen Null. Aber diese Lebensmittel werden bis kurz vor dem Zeitpunkt des Verfalls verkauft. Ein frischer knackiger Salat ist eben teuerer als ein fast welker Salat, beide gelangen aber noch in den Verkauf.
3.    In der Sitzung wurde erwähnt, dass der Caterer, also die Fremdküche, evtl.  mit einem Subcaterer arbeitet. Bekannt sollte aber sein, dass in Europa inzwischen, bedingt durch die technische Möglichkeit des Gefrierens, in einigen Ländern billigst Mahlzeiten produziert werden, die teilweise qualitativ jenseits von Gut und Böse sind.
Die zu Recht hohen deutschen hygienischen Standards im Bereich der Gastronomie sind in anderen Ländern nicht gegeben. Um diese aber durchzusetzen, wäre nach dieser Vorlage ein Kontrollsystem zu installieren, welches die Kosten in die Höhe treiben würde. Bakterien und Viren sind nun eben mal nicht mit dem bloßen Auge sichtbar.
4.    Im Bereich der Ausgabe wird ein Kassensystem angedacht. Diese Systeme sind sehr verwaltungsaufwendig und in einer Zeit, wo bargeldlose Bezahlung üblich ist, nicht mehr zeitgemäß. Abgesehen davon könnten mit der Kartenlösung mehrere Probleme gelöst werden. Ich denke mal an das Problem der Kinder und Jugendlichen, die finanziell nicht in der Lage sind den Preis zu entrichten aber auch ernährt werden sollten. Über eine Karte kann dieses Problem elegant gelöst werden.
5.    Die DGE hatte einmal die Forderung 5 Mahlzeiten pro Tag aufgestellt, die angedachte Lösung trägt dem aber in keinster Weise Rechnung.
6.    Was eine vollwertige, schmackhafte Ernährung ist, scheint der Verwaltung offensichtlich nicht bekannt zu sein. Sie verliert sich da im Ungefähren.
7.    Geradezu grotesk wird es bei der Angebotsannahme von 50 Snackgerichten und 50 Pizzen. Warum nicht auch das Angebot von Pommes  rot/weiß und Döner mit andenken? Das Zubereiten von Essen hat auch immer etwas mit Erziehung zu tun, sprich, man sollte sich schon für eine klare Linie einer gesunden Ernährung entscheiden. Und weil diese klare Linie nicht vorherrscht haben wir das Problem der vermehrten Übergewichtigkeit von Kindern und Jugendlichen  mit allen seinen negativen Folgen. Heute weiß man, dass viele Krankheiten eine Folge von falscher Ernährung sind. 

Insgesamt zielen die Verwaltung und der Rat mehr auf die Kostenseite, frei nach der Devise. Geht es noch billiger? So kann man nicht an dieses Problem heran gehen, dass verlagert zwar die Verantwortung löst aber nicht das Problem einer guten vollwertigen Ernährung.  Wenn bei der Produktion der Essensportionen etwas passiert ist die Verwaltung fein raus.
Im Rat der Stadt haben wir einen Herrn Hustadt bei den Bündnisgrünen, dieser ist gelernter Koch, warum dieser keinen Aufschrei von sich gegeben hat, verstehe ich nicht. Dann sind im Rat sicher auch Eltern, denen ich zutraue auch für andere Kinder und Jugendliche zu sprechen, warum sie aber solch ein Konzept durchlassen ist für mich nicht nachvollziehbar.

Die Herangehensweise an dieses Problems sollte sein: Ich definiere, dass ich eine vollwertige Ernährung für die Schule aufbauen will ohne wenn und aber. Daraus folgt das personelle Anforderungsprofil an die Mensa und da sollte es klar sein, dass das Personal aus eigenen Kräften bestehen sollte. Das Auslagern der Produktion bedeutet auch immer ein Auslagern von Verantwortung. Und die Verantwortung für solch einen sensiblen Bereich sollte grundsätzlich im eigenen Hause verbleiben. Lager ich die Verantwortung aus, so sollte ich auch bereit sein die Verantwortung für die Risiken zu übernehmen und einzuplanen. Das heißt ich bin damit einverstanden, dass es bei der Produktion und Lieferung von Essensportionen zu qualitativen Einschränkungen, ja sogar, zu gesundheitlich bedenklichen Lieferungen kommen könnte.
Das muss nicht zu direkten gesundheitlich nachweisbaren Einschränkungen oder Krankheiten führen, könnte aber bei dementsprechenden Lieferungen langfristig zu gesundheitlichen Schädigungen führen.
Das Denken in der Kategorie "Billigst" ist in diesem Bereich ein fatales Denken und zeigt das mangelnde Verantwortungsbewusstsein der Stadtverwaltung. Als verantwortungsvolles Elternteil würde ich bei solch einer Vorlage schon einmal den alten Henkelmann aus dem Keller holen und meinem Kind ein dementsprechendes Gericht mit geben. Ich weiß, der Henkelmann ist nicht mehr das "Gelbe vom Ei", dient aber zur Verdeutlichung, dass ich die Verantwortung für mein Kind nicht in die Hände dieser Mensa abgeben würde.

Und jetzt kommen wir wieder zu meiner Mutter, die mir beibrachte das Lebensmittel und der Umgang mit diesen, etwas mit Leben zu tun hat. Denn warum wohl heißt es Lebensmittel?
Und Leben heißt auch Verantwortung übernehmen, Verantwortung für sich und für Andere.
Und das ist es was ich an dieser Vorlage vermisse, dass die Stadtverwaltung und der Rat der Stadt Verantwortung übernehmen wollen.

Entsetzt bin ich über das Verhalten der Bündnisgrünen Hofmann&Hofmann, gerade diese Partei müsste gegen eine Fremdvergabe stimmen. Denn dies ist eine Domäne dieser Partei, der Bio Gedanke kam einmal aus dieser Partei. Haben die denn alles über Bord geworfen? Wofür sind die eigentlich auf der Selbstverleugnungsspur? Auch Frau Dr. Siekermann, die mich seinerzeit mit ihrem Schwarzbrotrezept überrascht hat, müsste halt gesagt haben. Aber diese ganze unselige und unfertige Vorlage steht ja noch zur Abstimmung im Rat der Stadt. Ich bin schon heute gespannt auf die evtl. anstehende Diskussion.

Was der Hinweis auf den nicht genehmigten Haushalt betrifft ist für mich nicht nachvollziehbar. Denn der Kreis muss eben mittels einer Duldung angegangen werden, für den Kreis ist dies ein ganz normaler Vorgang und wird sicherlich positiv beschieden. Wenn der Kämmerer etwas die Finger fliegen lassen würde, wäre entweder der Haushalt schon durch oder ein Haushaltssicherungskonzept schon längst aufgestellt. Dieses ewige Genörgel gegen den Kreis sollte die Stadtverwaltung unterlassen. Der Ball liegt nun einmal im Spielfeld der Stadtverwaltung.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

Schallende Ohrfeige für Ennepetaler Verwaltung?

[jpg] Was ist nur mit der Verwaltung unserer Stadt los? Nun haben die schon 40% mehr an Personalkosten als unsere Nachbargemeinde Gevelsberg und leisten dafür weniger?

Da werden Vorlagen nachgereicht, die vorher hätten da sein müssen, wie bei den Zuschüssen für die Senioren. Der Kinderschutzbeauftragte wird mal so eben im Sauseschritt abberufen und in das Citymanagement expediert, ohne direkten Nachfolger versteht sich. Jugendtreffs werden mir nichts dir nichts geschlossen. Und jetzt dies. Die Schule Hasperbach soll geschlossen werden, auf die Schnelle. Warum? Weil die Schulbezirke geändert worden sind und Oberbauer nunmehr Voerde zugeschlagen wird. Da kommen die 18 Schüler logischerweise nicht mehr zusammen, die man benötigt um eine Klasse sinnvoll zu führen. Ein sensibles Thema welches hätte früh mit den Betroffenen kommuniziert hätte werden müssen. Tat man aber nicht.

Die Eltern aus Hasperbach hatten keine Chance, es war eine unheilige und undemokratische Allianz von CDU und Verwaltung, die offensichtlich schon alles eingestielt hatten.

Wie immer ist der demografische Wandel Schuld, der übrigens an allem jetzt Schuld sein muss, wenn das nicht reicht, muss eben die Finanzkrise herhalten.

So traf sich der Schulausschuss in der Grundschule Rüggeberg um über den Punkt  "Schließung der Schule Hasperbach"  zu beschließen. Nur es waren viele Eltern in der Sitzung anwesend, die ihre Kinder auf der Grundschule Hasperbach haben. So war es vernünftig, als die Frontfrau der SPD, Anita Schöneberg, den Tagesordnungspunkt  "Einwohnerfragestunde" vor den Punkt  "Schließung der Grundschule Hasperbach" beantragte. Denn was macht es für einen Sinn, wenn die Mütter nach Beschluss ihre Stimme erhoben hätten. Keinen.

Nur die CDU hatte ihre Probleme damit, denn es scheint bei dieser Partei keine Lust vorhanden zu sein in Interaktion mit den Bürgern, hier den Müttern, zu treten. Der Vorsitzende Rehbach (CDU) musste assistiert vom Fachbereichsleiter Peter Müller auch erst einmal in den einschlägigen Satzungen lesen, um dann zu sagen, es geht so nicht. Schöneberg bestand jedoch auf Abstimmung und konnte sich mit Hilfe der Bündnisgrünen und der FWE durchsetzen. Die FDP enthielt sich und die CDU war logischerweise dagegen. Bei der CDU kennt man halt nur Befehl und Gehorsam und der Oberkommandierende der CDU, der gute alte "Silberrücken", war halt nicht da.

Nun muss man vorweg sagen [und das kann man gar nicht genug wiederholen] tourt unser aller Bürgermeister mit seinem persönlichen Referenten Palomba mit der Vision 2025 herum. Jeder der nicht schnell genug das Weite sucht, muss diese Präsentation über sich ergehen lassen. Und in dieser Präsentation steht es einwandfrei, wohin bei diesen beiden die Reise hingeht, nämlich wir sollen 7.000 Einwohner in 15 Jahren weniger haben. Da wird es viel Platz geben.
Das wird dann als Dogma verkauft, wobei der demografische Wandel oder die Finanzkrise oder auch beides Schuld sind.

Nur verschweigen beide, sie haben keine Lust oder auch kein Konzept sich diesem Wandel entgegen zu stemmen. Sie nehmen es hin, wie man eben das Wetter hinnehmen muss. Dabei weiß doch jedes Kind in Ennepetal, es liegt an der mangelhaften Attraktivität unserer Stadt, dass sich Einwohner davon stehlen.

Nur, Attraktivität gibt es nicht geschenkt, sie kostet nicht nur Geld, sondern auch Gehirnschmalz und an beiden mangelt es anscheinend in der Stadtverwaltung.

Und wenn das so weitergeht, mit dem Nichtstun, werden wir  im nächsten oder übernächsten Jahr über die Schließung der Rüggeberger Schule abstimmen.

 
 Das sollte man ganz klar sagen.   Flurgestaltung der Rüggeberger Kinder

Aber so ist das nun mal, ein Toter merkt als Letzter das er tot ist. Nett das die Kinder wenigstens ihre Rüggeberger Schule noch mal ausgestalten durften.

                      
Und dann stießen die recht streitbaren Hasperbacher Mütter und Väter auf die versammelte Front der Verwaltung von Stadt und Kreis. Schulrat Niewel assistierte fleißig dabei. Da wurden den Eltern die einschlägigen Bestimmungen als Rechtfertigung nur so um die Ohren gehauen. Eine für alle Beteiligten positive Lösung zu erarbeiten, dass war nicht von der Verwaltung zu erwarten. Die Verwaltung ist eben nur für die Verwaltung da und nicht für den Bürger.

Die Verwaltung hatte nämlich einen zukünftigen Bestand an 14 Kindern pro Klasse aus dem Melderegister ermittelt und das ist eben nicht genug, 18 Kinder Minimum wären nötig gewesen. Die Mütter konterten, indem sie eben diese Zahlen anzweifelten, denn ihre Schule hatte immer auf den letzten Drücker die 18 Kinder geschafft.

Und überhaupt werden die Kinder bei solch einem Wechsel doch aus ihrer gewohnten Umgebung rausgerissen, so die Eltern. Das sollte kein Problem sein, so die Verwaltung. Und wenn wir uns jetzt alle abmelden und nach Haspe mit unseren Kindern gehen, die Mütter? Das wäre egal, so die Verwaltung die aber mächtig mauerte.

Auch das Argument, dass man andere Eltern auf Grund der Besonderheit der Hasperbach Schule, zu einem Schulwechsel von Voerde nach Hasperbach überzeugen wolle, ließen die Verwaltungsleute nicht gelten.

Im Grunde genommen war der Beschluß der Schließung in den Köpfen der Verwaltungsleute fest verankert, da gab es kein deuteln und rütteln. Nur, so fragt sich die Redaktion, wenn das alles auf Grund der Gesetzeslage schon vorher bestimmt ist, warum muss der Rat darüber noch abstimmen?

Als nach Vorwarnung, die Zeit wäre abgelaufen, durch den Vorsitzenden Rehbach (CDU) der eigentliche Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde, ergriff der Bündnisgrüne Mayer-Stoye sofort das Wort. Sehr emotional beschwerte er sich, dass solch eine Vorlage doch etwas früher hätte zur Beratung vorgelegt werden müssen.  

 Dies jetzt schon zur Abstimmung zu bringen, wäre total verfehlt. Er sah die Wichtigkeit dieser Vorlage nicht richtig gewürdigt, immerhin geht es ja um Kinder und deren Wohl. Er sah sich in dieser Hinsicht überfahren. Knüppel (CDU) meinte, es wäre genug darüber diskutiert worden, man solle endlich zur Abstimmung schreiten. Mayer-Stoye sieht das Hasperbach damit von der Stadt aufgegeben wird. Frontfrau Anita Schöneberg von der SPD assistierte indem sie den Ortsteil ausbluten sieht. Gleichzeitig verwies Schöneberg auf ein Schreiben der Baugenossenschaft "Die Voerder" hin, in welchem Herr Spannnagel äußerte, dass das Wohngebiet durch diese Schließung  "schwer geschädigt" wird. Im Klartext, er sieht für seine Investition von immerhin 213 Wohnungen ein Gefahrenpotenzial. Schlussendlich bittet er um einen anderen Lösungsansatz und meint man sollen keine Fakten durch einen Beschluss schaffen, die sodann nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Recht hat er. Warum diese Eile?

  Und dann kam der absolute Überraschungseffekt. Diese so kompetente Verwaltung hatte eine Vorlage vorgelegt die nicht komplett war! Es fehlte schlicht und ergreifend eine Seite "drei". Dieses hatte eine der Mütter aus Hasperbach festgestellt und Anita Schöneberg (SPD) zu geschoben.

Die Jungs von der Verwaltung sahen das nicht so, denn sie waren im Glauben, die Vorlage wäre komplett.

Die Mutter die sich aber die komplette Vorlage aus dem Ratsinformationssystem herunter geladen hatte, marschierte nach vorne und übergab ihre dritte Seite.

Betroffene und lange Gesichter schauten in die Runde. Was tun, sagten die Gesichter? Ach, was sind meine Geschlechtsgenossen doch nur so lahm im Kopf, man merkt schon wenn etwas Unerwartetes auftritt, dass sie damit nicht fertig werden. Anita Schöneberg machte darauf aufmerksam, dass man nunmehr über diese unvollständige Vorlage nicht abstimmen könne. Der Bürgermeister müsse  die Abstimmung wegen formaler Mängel dann wieder kassieren. Es ging nun hin und her zwischen den Verwaltungsleuten, sie waren wirklich zu bedauern. Fix wie es eben die Art von Anita Schöneberg (SPD) ist, formulierte sie einen Antrag der diese Klippe leicht umfuhr. Sie beantragte die Abstimmung über diesen Antrag auf die nächste Sitzung des Schulausschusses zu setzen, so dass der Formfehler nicht dokumentiert wurde. Dieser Antrag wurde auch sofort einstimmig angenommen. Tja, manchmal sind Jungs eben auch pragmatisch und tun genau das was Mädels ihnen sagen.

Was muss das aber weh getan haben. Und weiter. Zumindest hat sich die SPD Gedanken über diese Situation gemacht und auch ein "White Paper" vorbereitet, was man von der CDU offensichtlich nicht erwarten kann, die ja alles was von oben kommt abnickt. Sachliche Vorschläge einfordern aber selber keine haben, so funktioniert das bei der CDU.

Wir fragen uns aber, wie kann so was passieren, gibt es neuerdings keine Kontrolle mehr in der Stadtverwaltung?
Seit Wilhelm Wiggenhagen Bürgermeister ist, häufen sich die Fehler von Monat zu Monat. Jetzt sind das nur Fehler die man ohne großen Aufwand berichtigen kann, muss der Antrag eben noch 4 Wochen warten. Man fragt sich aber doch, werden nicht an anderer Stelle Fehler gemacht, die nicht sichtbar sind,  der Stadt aber einen größeren Schaden zufügen. Ein Fehler hat nun mal kein Preisschild und man kann ihn sich nicht aussuchen. Da kommen aber doch erhebliche Zweifel an der Führungsqualität unseres Bürgermeisters auf. Er muss ja nicht alles selber machen, aber sein Haus sollte er schon im Griff haben.

Ach ja, dieser ganze Vorfall kam auch unserer Nachbarin zu Ohren. Und da dieser Vorfall von der Frontfrau Frau Schöneberg (SPD) mit einer Mutter offen gelegt wurde, musste Frau Nachbarin auch sofort "Zickenalarm" geben. In dieser Stadt kann jeder machen, selbst die Neonazis, was er will bei unserer Nachbarin, nur die SPD und Frau Schöneberg nicht – auf keinen Fall.
So schreibt sie in ihrem Forum, in welchem die Neonazis noch immer als Demokraten bezeichnet werden, denn auch:

Zitat:"Warum, um alles in der Welt, sagt Frau Schöneberg denn nach ihrer Feststellung (dass in der Vorlage eine Seite fehlt, die im Internet vorhanden ist) dann nicht – spätestens kurz vor der Sitzung – der Verwaltung Bescheid, damit diese fehlende Seite nachkopiert werden kann? Nein, Frau Schöneberg schweigt, weil ihr das prima ins Konzept passt – handelt es sich ja schließlich um einen Fehler der Verwaltung. Tolle Gelegenheit, wieder ordentlich auf den Putz zu hauen."

Liebe Frau Nachbarin, dass könnte Frau Schöneberg (SPD) auch machen, da haben sie recht, wenn sie Bürgermeisterin wäre, als Chefin der Verwaltung. Und das liebe Frau Nachbarin ist nun einmal Herr Wiggenhagen. Frau Schöneberg (SPD) will doch dem Herrn Wiggenhagen die Arbeit nicht wegnehmen, sie hat ihren Job als Opposition damit erstklassig gemacht. Politik ist kein Kaffeekränzchen bei welchem wir uns Harmoniebesoffen in den Armen liegen.
Frau Nachbarin sagen sie doch Herrn Wiggenhagen einmal, als Bürgerin versteht sich, er solle doch endlich mal seinen Job machen. Dafür ist er gewählt worden und dafür bekommt er einen Batzen Geld. Der Bürgermeisterjob ist kein 1 Euro Job. Wenn er seinen Job nicht machen kann soll er doch wieder in seine Wirtschaftsförderung gehen und Parzellen in Oelkinghausen verkaufen.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal.