Beiträge

Wertvolle Informationen für potentielle Gasteltern von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

[Gevelsberg] Jeder Mensch ist sozial und kulturell geprägt. Was aber, wenn Kinder und Jugendliche ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen und plötzlich alles anders ist? Der Pflegekinderdienst der Stadt Gevelsberg organisierte eine Fachtagung zum Thema “Interkulturelle Kommunikation“. Martina Ricken-Coßmann konnte 15 potentielle Gasteltern / Pflegeeltern begrüßen, die sich mit dem Gedanken beschäftigen, einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling in die eigene Familie aufzunehmen. An Hand von Informationen und praktischen Bespielen wurde aufgezeigt, worauf beim Thema “Interkulturelle Kompetenz” zu achten ist, welche sozialen und kulturellen Mißverständnisse entstehen können und welche Chancen gemeinsame Alltagserfahrungen bieten.

Weitere Informationen erhalten Sie bei: Martina Ricken-Coßmann 02332 /771-192 oder Daniela Rose 02332 / 771-125

Gevelsberger Jugendamt sucht Pflegeeltern für minderjährige Flüchtlinge

refugees-kids[Gevelsberg] Unter den Flüchtlingen, die derzeit Deutschland erreichen, befindet sich auch eine große Anzahl unbegleiteter Minderjähriger, die oft unter lebensgefährlichen Bedingungen ihr Heimatland verlassen haben. Dabei handelt es sich um Kinder und zu einem großen Teil um Jugendliche.
Jugendämter haben die Aufgabe, sich um die Versorgung und Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu kümmern. Ein großer Teil dieser Heranwachsenden wird Aufnahme in einer Einrichtung finden. Wünschenswert wäre aber auch, dass einige Kinder oder auch Jugendliche für einen bestimmten Zeitraum oder auch auf Dauer von einer Familie (Pflegefamilie bzw. Patenfamilie) aufgenommen werden.
Der Pflegekinderdienst sucht daher Familien, Paare oder auch Einzelpersonen, die sich die Aufnahme eines ausländischen Kindes oder Jugendlichen zutrauen. Pflegeeltern sollten in der Lage sein, ein Kind oder Jugendlichen mit seiner sicher oftmals belasteten Lebensgeschichte anzunehmen, zu begleiten und Hilfestellungen zu geben, um sich in dem neuen Lebensraum zurecht zu finden.
Interessierte Pflegefamilien bzw. Patenfamilien werden vor der Aufnahme eines minderjährigen Kindes oder Jugendlichen geschult. Auch nach der Aufnahme eines Minderjährigen stehen Ansprechpartner und Beratungsangebote zur Verfügung. Entstehende Kosten werden durch die Jugendhilfe in Form einer Pauschale getragen.

Wer Interesse an einer solchen Aufgabe hat, sollte sich zur Vereinbarung eines Informationsgespräches mit dem Fachbereich Bildung, Jugend und Soziales der Stadt Gevelsberg (Martina Ricken-Coßmann, Tel. 771-192 oder martina.ricken-cossmann@stadtgevelsberg) in Verbindung setzten.

Der Schein trügt manchmal

v.l: X, Bürgermeister Claus Jacobi und Jasmin Breer  Foto: (c) Linde Arndt

Sie haben ein Auge auf die Flüchtlinge in Gevelsberg
v.l: Alexandra Konstantinopoulos, Bürgermeister Claus Jacobi und Jasmin Breer Foto: (c) Linde Arndt

[jpg] Gevelsberg hat einen guten Einstieg in die Flüchtlingsproblematik hin bekommen. Konzeptionell wurde ein eigenes Sprachkonzept entwickelt, wobei die Finanzierung auch direkt mit geklärt wurde. Nicht das die Stadt genug Spenden hätte, vielmehr werden immer noch Gelder gebraucht, so lange der Zustrom an Flüchtlingen anhält.

Zur Erinnerung blenden wir nochmals das Konto der Taubenväter ein:

Spenden-Sonderkonto Taubenväter – Menschen helfen Menschen e.V.

„Gevelsberg gemeinsam“

Konto 177 31
BLZ 454 500 50
Stadtsparkasse Gevelsberg
IBAN: DE50 4545 0050 0000 0177 31
BIC: WELADED1GEV

Aber, das ist ja nur eine Säule des Integrationsprojekt. Die zweite Säule war und ist genauso wichtig wie die erste Säule – Die Paten. Diese Paten sollen und sind die Begleitung der Flüchtlinge in der Stadt Gevelsberg. Der Weg zum Amt wird so mit einer Patin oder einem Paten ein „normaler“ Gang und Anträge gelingen ohne Stress für alle Beteiligten. So weit so gut. Nun könnte Gevelsberg die Hände in den Schoß legen und dem lieben Gott alles weitere überlassen. Es fehlt noch was, es fehlt die Nachhaltigkeit mit der Gevelsberg seine Projekte zielführend verfolgen kann.
Bürgermeister Claus Jacobi lud alle ehrenamtlichen Paten ein, damit sie über ihre Erfahrungen berichten konnten. 14 Paten mit rund 50 Patenkinder sind es bis jetzt, bei 170 Flüchtlingen, bis ende des Jahres werden es sicher noch mehr. Bürgermeister Claus Jacobi mit Fachbereichsleiter für Bildung, Jugend und Soziales Michael Pfleging, so wie Jasmin Breer und Alexandra Konstantinopoulos vom Büro für Vielfalt und Zukunftschancen, widmeten sich ganz den Ausführungen ihrer Paten.
Und es kam viel heraus. Da waren die kleinen Hilfen und Darreichungen, die von den Flüchtlingen dankbar angenommen wurden. Sprachprobleme mussten eigenständig überwunden werden oder kulturelle Eigenheiten wurden erfahrbar gemacht. Aber auch Eigenheiten der Flüchtlinge wurden einmal persönlich genommen. Der Austausch funktionierte untereinander, die Gruppe tastete sich langsam an die vielschichtigen Probleme heran. Vertrauen heißt das Zauberwort, welches man nicht herbeireden kann, sondern erarbeiten, erfühlen musste.
Sehr schnell stellte sich heraus es fehlen noch Paten in dem Team, die nach Einarbeitung mit den Flüchtlingen eine Vertrauensbasis aufbauen wollen. Geduld und Sensibilität sind dabei angesagt. Und, das wichtigste, die Paten werden nicht alleine gelassen Jasmin Breer und Alexandra Konstantinopoulos haben ihre Türen immer offen. Es ist eine Herausforderung, ohne Frage, nur es ist auch eine Erfahrung die man mit dieser Hilfe macht die man später nicht mehr missen möchte. Deshalb trügt der Schein; denn es ist mehr als nur Hilfe an Flüchtlingen, es ist eine positive menschliche Erfahrung.

Paten des Flüchtlings-Erfahrungsautausches bei Bürgermeister Claus Jacobi  im Rathaus Foto: (c) Linde Arndt

Paten des Flüchtlings-Erfahrungsautausches bei Bürgermeister Claus Jacobi im Rathaus Foto: (c) Linde Arndt

So betonte Bürgermeister Claus Jacobi, nicht die Stadt wolle der Mittelpunkt sein oder sich in diesen stellen, obwohl die Stadt für dieses Projekt geworben hat. Jacobi weiter:” Wir wollten für das Patenprojekt werben und damit für die Menschen, die es verdient haben in unserer Gesellschaft eine Orientierung zu bekommen. Ich selber habe die konkreten Probleme erleben dürfen, weiß also aus eigener Erfahrung wie schwierig es sein kann eine Vertrauensbasis mit Menschen aufzubauen, die die deutsche Sprache nicht sprechen. Inzwischen haben wir 18 Dolmetscher mit verschiedensten Sprachen, die uns zur Seite stehen und auf die die Paten zurück greifen können.
Schritt für Schritt arbeiten wir uns an etwas heran, was man sicher einmal menschliche Integration nennen wird. Es wird nicht immer glatt gehen aber wir kommen uns alle näher.

Was wir aber dennoch brauchen, sind Spenden auch im Patenprojekt. Es sind die Kleinigkeiten die die Herzen öffnen, bei Menschen die sich teilweise verschlossen haben. Ein Fußball, ein Kleid, eine Jacke, spontan gegeben bringt die Paten sicher einen Schritt weiter.”

Diese Spendenmöglichkeiten können über

Frau Jasmin Breer
Tel.: 02332-771-280
Rathaus Zimmer: 28

oder über

Frau Alexandra Konstantinopoulos
Tel.: 02332 771-300
Rathaus Zimmer: 27

abgefragt werden.

Beide Damen freuen sich neue Paten in dem schon bestehenden Patenteam aufzunehmen. Sprechen sie einmal mit den Damen vielleicht gewinnen auch Sie eine neue menschliche Erfahrung. Es ist ein guter Schein der über und aus der Stadt Gevelsberg Strahlkraft entwickelt.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg