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Den Sommer mit einem Fest begrüßen

Sommerfest Foto: (c) Parlament

Sommerfest Foto: (c) Parlament

[Schwelm] Der Mai ist gekommen und die Nachbarschaft zum Parlament eröffnet mit ihrem Sommerfest die Heimatfest-Saison 2016. Um die finanziellen Mittel für das diesjährige Heimatfest wieder zu erwirtschaften, ist es nicht die schlechteste Idee, dies bei einer tollen Feier zu machen. Daher lädt die Nachbarschaft zum Parlament alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Schwelm am 27. und 28. Mai 2016 zu ihrem diesjährigen Sommerfest ein. Auf dem Parkplatz am Hallenbad erleben Sie, wie die Schwelmer sich amüsieren und feiern können. Beim Fußballturnier kann jeder Besucher seiner Mannschaft die Daumen drücken. Nach dem Wikinger-Schach können sich die Kinder frisch geschminkt auf der Hüpfburg austoben. In unserem Zelt sind unsere Besucher auch vor schlechtem Wetter geschützt und das auch dann noch, wenn andere Märkte schon Feierabend haben. Unser Musikprogramm lässt auch in diesem Jahr keine Wünsche offen. Für das leibliches Wohl unserer Besucher ist in traditioneller Form gesorgt. Und wer von einem frisch gezapften Bier zu späterer Stunde auf einen Cocktail umsteigen möchte, ist bereits jetzt dazu herzlich eingeladen. Wir freuen uns auch in diesem Jahr auf unsere Gäste. Kinderschminken, Hüpfburg, Wikinger-Schach, Musik, Gewinnspiele, Fußballturnier, Kaffee und Kuchen, leckere Speisen, alles gegen den Durst, damit lässt sich der Sommer begrüßen.

Schwelm, den 24. April 2016

Heimatfest jetzt mit 14 Nachbarschaften?

 [jpg] Moment, „Die Lückenbüßer“ haben ja schon den Titel 14. Nachbarschaft. Sie versammeln sich immer treu und brav vor der Sparkasse. Also was denn nun? Was soll es, dann haben wir eben eine 15. Nachbarschaft die aber die 14. Nachbarschaft sein sollte oder auch sein könnte.

   

Zum 5. mal ziehen nun schon die französischen Freunde aus Fourqueux mit eigenem Wagen  beim Heimatfestzug mit. Städtepartner nennt man das Ganze, nur es trifft nicht den Kern der Verbindung; denn über die Jahre ist eine gute Freundschaft daraus geworden. Diese Freundschaft ist inzwischen so weit gediehen, dass man von der 14. Nachbarschaft spricht. Fourqueux ist zwar nur eine kleine Stadt unter 10.000 Einwohnern, jedoch diese Stadt liegt immerhin in der Region: Île-de-France, also dem Herzstück Frankreichs. So kann man auch immer wieder die Herzlichkeit und Leichtigkeit beobachten mit der die Franzosen in Schwelm auftreten. Da haben es manche Schwelmer Westfalen doch etwas schwer, zumal die Franzosen sehr schnell mit ihrem Gegenüber ins Gespräch kommen. Die westfälisch kritischen Blicke werden da einfach weg gelächelt.

   

Bürgermeister Stobbe wusste dann auch die französischen Freunde in französisch zu begrüßen, was ihm auch einen ungeteilten Beifall der Franzosen einbrachte. Überhaupt hatte sich Bürgermeister Stobbe offensichtlich mehr in seine Doppelfunktion eingelebt; denn er musste genauso wie die Franzosen auf die Schnelle nach dem Empfang zum Zug. So antwortete der französische Bürgermeister Daniel Level allen Schwelmern: Es ist noch immer ein freudiger Geist der uns leitet, im 5. Jahr mit eigenen Wagen am Heimatfestzug teilzunehmen. So waren auch alle „Les amis de Schwelm“ Mitglieder anwesend. Und das schöne, es sind inzwischen viele Freundschaften aus dieser Partnerschaft erwachsen.

Klar, es mussten noch eine Menge Ehrengäste beim Bürgermeisterempfang begrüßt werden. Und für die Werbegemeinschaft übergab Frau Weithe einen Preis an den Plattdeutschen Stammtisch der sein 25. jähriges Bestehen feierte. Ein Thema war der fehlende Nachwuchs, sowohl bei den Nachbarschaften als auch bei den anderen Vereinigungen die das heimatliche Brauchtum pflegen. BM Stobbe ehrte Claudia Bodden-Jäkel für die selbstlose Versorgung eines schwerverletzten Vekehrsteilnehmers. Es ist eben nicht mehr selbstverständlich wenn Menschen dies heute tun. Auch die Brauerei war Bestandteil der Bürgermeisterrede. Eine große Gruppe von Investoren und Gläubigern arbeitet an einer Lösung, so der Bürgermeister. „Eener vö alle, alle vö eenen“ so war es auch in den letzten Tagen in der Stadtverwaltung bestellt. Das Team hatte außerordentliches geleistet, dafür bedankte sich Bürgermeister Stobbe. Noch schnell eine schöne Zeit gewünscht und ab zum Festzug der auf viele der Teilnehmer des Bürgermeisterempfangs wartete.

Dann waren da noch einige Ungereimtheiten: Dacho Chefin Christiane Sartors Stellvertreter Bernd Winkelsträter schmiss die Klamotten hin. Warum? Er sieht seine Chefin als Gutsherrin die ihm eine Teilnahme an der Organisation der Dacho nicht ermöglichte. Wie dem auch sei, der Zeitpunkt war für alle überraschend.

Das Moderatorenteam des Heimatfestabends Enzo L.Caruso und Kerstin Heumann-Wasserkamp die diesen Job seit sechs Jahren machten, fühlten sich von der Kulturbüro-Leiterin Gabriele Weidner ausgebootet. Auch hier ein fader Beigeschmack. Na ja: Als gute Nachbarn setzt man sich zusammen und klärt solche Ungereimtheiten, wenn es not tut auch in einer lautstarken Art. Danach geht man jedoch auseinander und hat eine gemeinsame Regelung gefunden.

Nun, das musste mal im Vorbeigehen gesagt werden.

Nun zum Zug selber: Ich habe mir den Zug und das Ganze drum herum diesmal sehr bewusst aus folgendem Grund angesehen: Im vorigen Jahr war ein Streit um die Preisträger ausgebrochen, den ich nicht verstehen konnte.

Man muss sagen, wenn man den Zug bewusst gesehen hat, es waren nur erste Preise zu vergeben. Es waren nur kleine und kleinste Unterschiede die eine Preishierarchie zu ließen. Und da ist die Frage angebracht, wie eine Wertung aufgebaut wurde. Legt man nur die Kreativität und Phantasie als Maßstäbe an, so wird man je nach Vorliebe mehrere Sieger ermitteln können. Auf keinen Fall kann man einen eindeutigen Sieger ausrufen. Da waren die Sister Acts der Nachbarschaft „Zum Parlament“ welche die Zuschauer zum mitmachen animierten, die Linderhausener luden zum „We are the World“ ein oder die Oehder brachten die 50er und 60er in Erinnerung.Die „Zum Roten Wasser“ hatten fantasievoll die Würmer auf´s Korn genommen,“Brunner Nohberschaft“ wollten gar eine Rakete mit 13 Stufen ins Weltall schicken oder die „Zur alten Post“ ließen uns die Schandtaten von Max und Moritz und Konsorten recht plastisch nach empfinden. Dies sind aber nur ein paar Wagen die ich stellvertretend willkürlich aufführen würde, das aber ohne Wertung. Unangemessen finde ich die Sprachregelung von Bernd Richter in der WR als wenn der Preisträger „Linderhausen“ nur deshalb Preisträger wurde, weil man die Oberstadt nicht noch einmal als ersten Preisträger hätte haben wollen, die dann auf den zweiten Platz vor den Winterbergern verwiesen wurden. Man tut dem Heimatfest keinen Gefallen wenn man die Preisvergabe nicht transparenter gestaltet und sie danach auch noch mit solch einer Sprachregelung versieht. Heißt das nun, für nächstes Jahr sind die Oberstädter wieder die Preisträger? Wohl kaum.

Und so zog sich die Insolvenz und damit die drohende Schließung der Schwelmer Brauerei immer mal wieder durch den ganzen Zug als aktuell bewegendes Moment.

Was mich nach dem Zug bewegte, dass sind die fehlenden „Vertelkes“ über Schwelm und die Umgebung. Solche Umzüge sind auch immer wieder ein Ventil für gesellschaftliche Vorkommnisse die hier verarbeitet werden. Und hat Schwelm nichts zu erzählen? Und so möchte ich mit drei Zeilen aus dem Westfalenlied enden:

                                     …..

                      So schau auf’s Herz, nicht auf den Schein,
                      Und sieh uns grad hinein ins Aug’,
                      Gradaus, das ist Westfalenbrauch!
                      …….
Man sollte mal über diese Zeilen nachdenken.
Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm
[mit einer Nachlese zum Schwelmer Heimatfestzug 2011]
[Fotos: © Linde Arndt]

Echte Nachbarn des Schwelmer Heimatfestes sind einfach etwas Besonderes

[jpg] Vom Empfang der Ehrengäste im Rathaus Schwelm haben wir schon berichtet. Nun wenden wir uns dem daran anschließenden Heimatfestzug zu.

Ja, und da ist noch etwas, was das Schwelmer Heimatfest ausmacht, es sind die Nachbarschaften – 13 sind es an der Zahl. Als ich in der vorigen Woche auf einem Forum war, redete ich über das Schwelmer Heimatfest. Die Kollegen meinten, dass muss so etwas wie Karneval sein. Festwagen, Verkleidungen und die gemeinsame Kirmes in der Stadt.

Es hat mich nachdenklich gemacht. Der Karneval hat seinen Ursprung im Kirchenkreis und hat etwas mit der Fastnacht und der Fastenzeit zu tun. Wir haben die Trinitatiszeit, also warum ein Fest? Auch ist der rheinische Karneval immer mehr ein Millionengeschäft und wird in der Regel inzwischen von professionellen Eventmitarbeiter betrieben – bis auf wenige Ausnahmen.

Das Heimatfest wird jedes Jahr ausgetragen, in diesem Jahr zum 66. Mal. Und zwar von Nachbarschaften die in ihrer Freizeit sich diese Pflege dieses Brauchtums verpflichtet fühlen.

Als dieses Heimatfest zum ersten Mal statt fand, gab es andere gesellschaftliche Bedingungen. Die Nachbarschaften wussten in ihrem Umfeld Bescheid. Wenn jemand Hilfe beim Umzug brauchte, es waren die Nachbarn die halfen. Die Oma die ihre Kohlen nach oben schleppte, der Nachbarsjunge half und trug sie mal eben rauf. Das Kind das früher nach Hause kam wusste, falls die Mutter nicht da war, es konnte zur Nachbarin gehen. Man lachte und feierte und man trauerte miteinander. Die Alten saßen im Sommer noch vor der Tür und erzählten die immerwährenden alten Geschichten.

Als Kind habe ich noch miterlebt, wie die Alten den Sedanstag im September gefeiert haben. Auch da erinnerte man sich an das gemeinsam erlebte oder mehr überlebte. Und das Schwelmer Heimatfest? Nun, Schwelm ist flächenmäßig als überschaubar einzuordnen. Eine vom Kern aus gewachsene Stadt. Und weil Schwelm überschaubar ist, so hat man sicher auch nach einem gemeinsamen Fest gesucht, indem all das zum Ausdruck kommt, was Schwelm ausmacht – das Heimatfest. Heimat ist das wo man zu Hause ist, wo man sich umdrehen kann und sich seiner sicher ist. Und das feiert man gemeinsam. Und ich glaube auch, dass wir in unserer heutigen Zeit, die so schnelllebig und immer oberflächlicher wird, vorsichtig sein sollten um diese Tradition zu bewahren. Und ich denke auch, es sollten sich die Alten mit den Jungen an einen Tisch setzen, sich Gedanken machen über die Inhalte die solch eine Tradition ausmacht. Denn der Wert dieser Tradition ist nicht in Euro zu messen, diese Traditionen sind der Klebstoff die eine Kommune zusammenhält. 

Die Nachbarschaften die ein ganzes Jahr an ihren Auftritt denken, die eine Woche vorher wibbelig werden, weil die Vorfreude sie hinaus trägt, stecken ihr ganzes Herzblut in diese Vorbereitungen und ihren Beitrag zum Gelingen des Festes. Ein wenig habe ich nur Sorge, dass die Alten dieses Gefühl und die gewachsene Tradition den jungen Leuten der heutigen Zeit nicht so ganz vermitteln können wie es zur Anfangszeit war. Ein Zeichen der Zeit? Wünschen wir, dass die Brücke zwischen Jung und Alt bestehen bleibt und diese wunderbare Tradition bewahrt bleibt.

Am Sonntag war es dann auch wieder soweit, der Festzug setzte sich am Ochsenkamp in Bewegung und fuhr seinen vorbestimmten Weg. Und mit dabei waren, aus der Nachbarstadt Voerde, also dem heutigen Ennepetal, der Heimatverein Voerde. Der Nachtwächter von Voerde, der ehemalige Bürgermeister Michael Eckhardt, zog mit seinem Horn neben dem Voerder Festwagen über die Straßen. Für jeden sichtbar versuchte er mit seinem Horn sein Glück. Die Gevelsberger hatten ihre ehemalige Hammerschmiede und den jetzigen Bernd Matthäi in einen Festwagen gepackt um am Schwelmer Heimatfest teilzunehmen. Und soweit ich das ausmachen konnte  waren auch die Mühlenhämmer aus Gevelsberg und eine Gruppe des Heimatvereins aus Haspe vertreten.

Alle hatten sich mächtig ins Zeug gelegt und so war es die reinste Augenweide. Der Ideenreichtum war enorm und wieder einmal haben die Nachbarschaften und Mitwirkenden aus anderen Ländern, Städten und Gemeinden es verstanden, die Zuschauer zu begeistern und in ihren Bann zu ziehen.

                            

Die französische Partnerstadt Fourqueux fuhr mit einem prächtigen Festwagen an der Tribüne vorbei. Der Wagen "Moulin Rouge" der Franzosen zeigte einmal mehr wie unsere französischen Freunde ein Feuerwerk an Kreativität entzünden  können. Phantasievolle Kostüme und auf dem Wagen Szenen der französischen Lebensart, wofür wir alle sie beneiden. Da tanzten in wunderschönen Kostümen Französinnen nach dem bekannten Can-Can, als bekennender Rheinländer würde ich sagen "lekker Mädches". Auch die Caféhausszene war ein echter Hingucker. Ich denke mir, die Franzosen haben uns viel gegeben. Sie spornen einen an, etwas mehr zu machen.

            

Es ist nicht der rheinische Karneval der hier zelebriert wird, es ist der Nachbar, auch und gerade der französische Nachbar, der mit seinem Nachbarn einmal in fröhlicher Ausgelassenheit feiern möchte. Eben so wie es unter guten Nachbarn  üblich ist.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

 


[Alle obigen Fotos und auch die hier folgenden vom Festzug  © Linde Arndt]


Zum Album Nr. II

Weitere Fotos werden heute Abend noch eingestellt. Wenn dieser Satz nicht mehr vorhanden ist, geht es zu den weiteren Alben.