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Ennepetaler Kunstausstellung der Wahrheit auf der Spur

Der Vorstand des KunstraumEN mit einigen Unterstützern bei der Pressekonferenz zu den Ausstellungen WAHRHEIT Foto: (c) Linde Arndt

[jpg] Kennen sie Antigone? Sollten sie aber. Es ist eine Tragödie des antiken griechischen Dichters Sophokles (497 – 405  v. u. Z. ). In dieser Tragödie begründet Sophokles eine Macht die bis heute die größten Herrscher erzittern lässt – die Moral. Die Moral ist ungeschrieben, sie steht über allen Gesetzen der Menschen, nach den ersten Aufzeichnungen der Griechen gilt sie als göttliche Macht. In der Tragödie Antigone des griechischen Dichters Sophokles, löste die Missachtung der Moral einen Krieg und den Tod einer ganzen Herrscherfamilie des damaligen siebentorigen Theben aus.

Zum Moralkatalog gehört auch die Wahrheit, sie wird jedoch nur indirekt in den Büchern der Religionen, die ja Einfluss auf alle Kulturen haben, begründet. Im  hebräischen Tanach, in der christlichen Bibel und im islamischen Koran, gibt es fast das gleiche – das Gebot Gottes„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ Es ist eine klare Aufforderung der Wahrheit zu folgen. Und da diese Gebote direkt von dem einen Gott kam, stehen sie über den menschlichen Gesetzen. Das Gegenteil von Wahrheit ist die Lüge, benutzt man sie bricht man das göttliche Gesetz, indem man eine Sünde begeht. Da die Sünde, hier Lüge, jedoch nur individuell begangen werden kann, ist die Ausübung jedweder Wahrheit auch nur für das Individuum maßgeblich.

Dass es mit der Wahrheit nicht so genau genommen wird, ist seit Jahrhunderten gang und gäbe. Man benutzt die Wahrheit, um etwas zu erreichen, was man sonst nicht erreicht hätte. Durch Weglassung von Wahrheiten werden gar Menschen manipuliert. Teilwahrheiten werden gar als Fakten verkauft.

Wir sehen ganz schön alt aus, wenn wir nicht das Gesagte überprüfen könnten; denn Glauben ist kein Weg, er setzt wieder Vertrauen voraus.

In unserer Jetzt-Zeit haben sich die Begriffe verändert, Lüge nennt man nun Fake-News oder Post-Faktische Informationen und das weite Feld der Verschwörungstheoretiker. Man bringt diese Begriffe mit der Presse in Zusammenhang, was zwar richtig ist, jedoch nicht unbedingt gewollt ist. Hier sei auf den Kampagnenjournalismus in der heutigen Zeit verwiesen.

Sie sehen, die Wahrheit ist ein Minenfeld voller Fallstricke, die, kaum eingehalten, zu größten gesellschaftlichen Verwerfungen, bis hin zu Kriegen führen kann. Denken wir an den Irak Krieg der ja mit Lügen begründet wurde.

 

Was hat die Kunst in Ennepetal daraus gemacht, wie haben die Künstler dieses Thema reflektiert und hat es sie gar inspiriert? Ich denke ja.

Die niederländischen, belgischen und deutschen Künstler haben das Thema in vielfältiger Weise verarbeitet. Sichtbar wird dadurch, es gibt nicht nur eine Wahrheit, sondern Wahrheit ist überall und ist nicht immer sichtbar.

Vernissage “Holländer neben der Wahrheit” im Kunstraum EN Foto: Linde Arndt

Nun geht es bei der Ausstellung nicht nur um 1 Ausstellung, vielmehr finden wir bei der am Freitag, dem 1. September 2017 zur Eröffnung gebrachten Ausstellung „Holländer neben der Wahrheit“ einen Vorgeschmack zur Hauptausstellung „Wahrheit Thruth“, die am Freitag, dem 15. September 2017  im Industriemuseum eröffnet wird. Die am 1. September beginnende Ausstellung kann man in den Räumlichkeiten der Künstlervereinigung Kunstraum an der Bergstraße 32, Ennepetal-Voerde, besuchen. Beide Ausstellungen enden am 24.09.2017.

Zur Ausstellung selber: Die aus der Provinz Holland kommenden Niederländer haben einen Reigen aus Wahrheiten an Exponaten geschaffen.

Original von Anne Mannaerts
Foto: Veranstalterkatalog

So erstellt Anne Mannaerts aus weggeworfenem „Müll“ eine neue Wahrheit, indem sie aus einer Vielzahl von Wahrheiten eine neue Wahrheit/Exponat schafft. Scheinbar nutzlose Dinge finden sich zu einem bunten, grazilen und verspielten Miteinander ein. Frans Kegels sieht im Zufall seiner in einer Form, durch den Guss, geschaffenen Werke, einen Weg zu einer neuen Wahrheit zu kommen. Glenn Priester, erarbeitet in seinen Werken Schichten von Landschaften so, als wenn jede Schicht ein Eigenleben entwickelt hätten. Alles geht in ein Gesamtwerk über, durch die Trennung in einzelnen Schichten erhält man eine Faszination. Dies sind nur drei der sieben niederländischen Künstler, die in der Galerie in der Bergstraße ausgestellt haben. Sie sind willkürlich von mir ausgewählt worden, um als Appetithappen vor ihren Augen zu erscheinen.

Kommen wir zur Hauptausstellung „Wahrheit Thruth“ die im Industriemuseum,  Neustraße 53, 58256 Ennepetal am 15. September 2017 um 18:00 Uhr zur Eröffnung gelangt.

Hierzu hat der Niederländer Marten van Noort eine anspruchsvolle Einleitung über das Thema Wahrheit erstellt, van Noort bezieht sich auf Platon (427- 347 v.u.Z.), der die Malerei [sic] als Imitation, weit von der Wahrheit, jenseits des Verstandes, positioniert sieht. Van Noorts Einleitung ist für mich Inspiration aber auch, mangels anderer Informationen, Wegweisung zu dieser Ausstellung gewesen.

„Die Wahrheit gehört nur mir“, so die Belgierin Andrea Macken. In ihren Werken zeigt sie das Aufgewühlte und sich Verlierende der Natur, welches sich aber bei Macken zu einem Ganzen zusammen fügt.

Danielle Raspé aus Belgien zeigt uns mit ihren Werken aus verbogenem Draht, die Vernichtung des Gesamtmetalls, wobei das Metall für die heutigen Kriege die Tod und Elend bringen stehen soll. Es gibt in der Realität keinen Trost. Bei Raspé steht das Weiche von Federn, die die Metallwerke umfangen als tröstendes Angebot zur Verfügung.

Originale von Franka Op de Bekes Foto mit freundl. Genehmigung von KusntraumEN

Franka op de Beke aus den Niederlanden holt ihre Werke aus Fotos, der zweite Blick ergibt eine neue Perspektive, die sie dann zum Malprozess geleitet. Dabei schafft sie unbewusst neue Realitäten, die zwar räumlich erkennbar sind, jedoch eine Wirklichkeit zeigen die vergangen und diffus erscheint. Und irgendwo erscheint eine Gesellschaft, die zwar elitär erscheint, nur sie scheint vergangen und in einem Licht, welches ihre Unwirklichkeit zeigt.

So erstellt Maartens van Noort seine Bilder aus Bildern bekannter Maler wie Lorrain (1600 – 1682) oder Corot (1796-1875), indem er deren Bilder abstrahiert und damit in eine neue Wirklichkeit überführt. Van Noort stellt hier die Frage nach der Essenz dieser großen Maler, die ja auch Suchende waren und kommt in der Beantwortung zu einer eigenen künstlerischen Wahrheit.

So kann man den jetzt schon erkennbaren Ansatz der Ausstellung „Wahrheit Thruth“ als gelungen bezeichnen, zumindest macht dieser Ansatz neugierig auf die Hauptausstellung, die ja am Freitag, dem 15. September eröffnet wird.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

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  • “Hölländer neben der Wahrheit”
      Kunstraum-EN, Bergstraße 32, 58256 Ennepetal
    Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 17:00 bis 19:00 Uhr
                                                        Sonntag 11:00 bis 13:00 Uhr


      

  • Wahrheit Thruth“
    im Industriemuseum Ennepetal
    Ausstellung vom Freitag 15.September 2017 bis Sonntag dem 24. September 2017

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag         16:00 bis 20:00 Uhr
                          Samstag und Sonntag        14:00 bis 18:00 Uhr


 

Es geht noch was in Ennepetal

[jpg] Am Samstag, dem 26. Juli 2014 wurde das Ladenlokal gegenüber der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld in Milspe geleert. Was war passiert? Der Kunstraum-EN hatte sein Format „Lokal-Kunst“, welches seit April lief, beendet. Die ersten Ausstellungen liefen sehr unterschiedlich und hatten überwiegend eine relativ schwache Resonanz gehabt. Hatten die Organisatoren doch nur eine mäßige Öffentlichkeitsarbeit abgeliefert. Inhaltlich wurden kaum Informationen übermittelt. 3 – 4 Tage vorher wurde für den Freitag eine neue Eröffnung (Vernissage) bekanntgeben. Und so kamen im wesentlichen nur Freunde, Verwandte und Bekannte der ausstellenden Künstler.

Die von den belgischen Künstlern aus Vilvoorde übersandten Zeichnungen und Bilder wurden an der Wand des Ladenlokals befestigt und gut war es – beschämend.

Auffällig war das Künstlerduo Wolfram Lakaszus et. Adriana Kocijan mit seiner Installation, die eine Interaktion zwischen Akustik, Licht und menschlichem Tanz auf einem Podest mit Sensoren vorsah. Solch eine Installation von z.B. dem Mexikaner Rafael Lozano-Hemmer ist in der Kunstszene bekannt. Im Ladenlokal fand ich jedoch nur ein Holzpodest vor, das man betreten konnte und das durch Bewegung (Tanz) Musik wieder gab. Eine technische Spielerei ohne Aussage. Lichtinteraktion suchte ich vergebens. Bei Rafael Lozano-Hemmer war dies immer eine spannungsgeladene Angelegenheit. Ab gesehen davon, war es noch taghell im Schaufenster und in den Verkaufsräumen, eine Lichtaktion konnte also nicht gelingen, damit war die Gesamtvorführung perdu.

Schüler malen bei der Lokal-Kunst  Foto:Heike Schemmann

Schüler malen bei der Lokal-Kunst (Foto einer Mutter)

In einer weiteren Ausstellungswoche, stellten u.a. Heranwachsende ihre „Kunstwerke“ aus, die sie mit zwei Künstlern erstellt hatten. Sozialpädagogisch sehr löblich. Auch hier, nur Eltern,Verwandte und Bekannte, die kleinen Künstler und Mitglieder des Vereins, bei der Ausstellungseröffnung. Kommuniziert wurde diese Ausstellung mit, wir (Künstler) können auch mit Kindern. Jetzt könnte man den Artikel schließen, um abschließend zu sagen, es sind zaghafte Versuche einer Kleinstadt Kunst im Rahmen eines etwas größeren Kulturbetriebes zu etablieren. Und alle Kunstinteressierten hätten dann jedoch etwas verpasst, nämlich, diese Kleinstadt wie übrigens alle Kleinstädte können wohl ernstzunehmende Kunstausstellungen organisieren. Es ist schwer, aber es geht.

Portraits der Parlamentarierinnen der EU Brüssel Foto: Linde Arndt

Portraits der Parlamentarierinnen der EU Brüssel Foto: Linde Arndt

Parallel dazu hat nämlich das Kunstraummitglied Linde Arndt an der Vorbereitung ihrer Ausstellungswoche seit April gearbeitet. Sie hatte eine Fotoausstellung auf ihrer Agenda. Passend zu dieser Fotoausstellung sollten Künstler aus den anderen Werkbereichen ausstellen. Das war nicht so einfach; denn gute Künstler hatten ihre Ausstellungstermine im Vorjahr längst vergeben. Trotz allem hatte Linde Arndt auf Grund ihrer Vernetzung zwei exzellente Künstler, nämlich Andreas Noßmann und Zsolt S. Deák, für ihre Ausstellung gewinnen können. Schnell war auch ein gemeinsamer Titel für diese Ausstellung gefunden: „Das Unsichtbare sichtbar machen“  und traf denn auch für alle drei Künstler zu. Pressetexte mussten vorbereitet werden, Gespräche geführt, Planung und Organisation mussten abgestimmt und ausgeführt werden. Die Kalkulation ergab denn auch den einzuwerbenden Betrag, der schnell und gerne überwiesen wurde. Schlussendlich sollte diese Ausstellung eine gute Werbung für die Kunst sein und damit dem Kulturbereich der Stadt Ennepetal zu mehr Geltung verhelfen.

Kunst ist und soll nicht das Stiefkind im Kulturgesamtbetrieb sein. Kunst sollte selbstbewusst nach vorne treten und ihre positive und innovative Stellung behaupten. Die Gesellschaft will Innovationen (!), so der Ruf aus der Wirtschaftspolitik. Innovationen kommen aber nicht aus dem hohlen Bauch oder Kopf, Innovationen können nur durch kreative und phantasievolle Menschen erbracht werden. Kreativität und Phantasie müssen jedoch geweckt und gebildet werden. Wie sagte die neue Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters

»Kunst und Kultur brauchen größtmögliche Freiheit, um sich entfalten zu können.«

Staatssekretär a.D. Rüdiger Frohn  Foto: Linde Arndt

Staatssekretär a.D. Rüdiger Frohn
Foto: Linde Arndt

Und dies führt auch zwangsläufig zu größtmöglicher Öffentlichkeit über den Verwandten-, Bekannten- und Freundeskreis hinaus. Da kommt das Wort, „Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel (Gefäß) , sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen.. „ von Matthäus zu seiner Bedeutung. Zu diesem Denkansatz fand sich denn auch ein Mitstreiter. der ehemalige Leiter des Bundespräsidialamtes und Staatssekretär a. D Rüdiger Frohn. Auch er fand und findet die Kunst im Kulturgesamtbetrieb nicht angemessen vertreten und im Rahmen der Leistungsmöglichkeit und -fähigkeit von Kunst, sollte Kunst stärker bewertet werden. Wohin gegen der Sport im Kulturgesamtbetrieb total überbewertet wird und deshalb monetär regelmäßig weitaus besser ausgestattet wird und ist. Dies liegt wohl an der Gesellschaft, die das Körperliche höher bewertet als das Geistige, was sicher vor 100 Jahren auch angebracht war.

 

In dem am 7. Juli abgehaltenen Pressegespräch mit Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen, Vorstandsmitglied des Kunstraum-EN e.V. Werner Kollhoff, sowie der Künstlerin wie Kuratorin Linde Arndt, und den Künstlern Andreas Noßmann und Zsolt S. Deák, wurden denn auch die spannungsgeladenen Inhalte der drei Künstler  in einem großen Bogen vorgetragen. Für Ennepetal ein breiter künstlerischer Rahmen der von den Plastiken und Malereien Zsolt S. Deáks, über Grafiken, Radierungen und Erzählungen eines Andreas Noßmann bis hin zu den Porträtfotografien im Rahmen der von Linde Arndt vorgegebenen Konzeption ihrer Ausstellung ging.

pressekonferenzDie im Vorfeld in der lokalen Presse herausgegebenen Veröffentlichungen taten ihr bestes und es kamen zur Ausstellungseröffnung 198 Besucher. Und zwar Besucher die eine solche Ausstellung und deren Exponate angemessen zu würdigen wussten. Ob dies Bürgermeister Claus Jacobi mit Altbürgermeister Klaus Dieter Solmecke und  Landtagsabgeordneter Hubertus Kramer oder die Sparkassenvorstände des Südkreises waren oder Jörg Obereiner stellv. Ausschussvorsitzender des “Kultur- und Sportausschuss” und kulturpolitscher Sprecher der Grünen im RVR war, sie hatten was zu bestaunen und fanden sich in einem angenehmen Umfeld mit freundlichen Gesprächen über Kunst und Kultur gut aufgehoben. Der Vortrag von Rüdiger Frohn fand volle Zustimmung, die Exponate der Künstler wurden interessiert, neugierig und als hochwertig von den Besuchern kommentiert. Das musikalische Rahmenprogramm durch das Duo ” 2 Meet the jazz” trug dezent zur angenehmen Atmosphäre bei. Linde Arndt, fand als Kuratorin in ihrer Danksagungsrede allerherzlichsten Dank für die vielen Unterstützer, Helfer und Begleiter dieser Ausstellung.

Nach dem Vortrag breiteten sich die Besucher zu kleineren Gruppen in der Fußgängerzone auf dem Sparkassenvorplatz aus. Die auf dem Vorplatz befindlichen Bänke waren alle schnell besetzt mit sich lebhaft unterhaltenden Ausstellungs-Besuchern. Man konnte sagen, die Fußgängerzone hatte zum ersten mal ihre Bestimmung gefunden.

Für Linde Arndt war ihre Fotoausstellung eine Vor- oder Probeausstellung für die noch zu organisiernede große Ausstellung im Brüsseler Paul-Henri Spaak Building. Denn die ausgestellten Persönlichkeiten waren und sind ausschließlich weibliche Mitglieder des siebten europäischen Parlamentes. Die Ausstellung hatte der Fotografin viele, viele Anregungen erbracht die gerne aufgenommen wurden. Linde Arndt war denn auch guter Dinge dass die Ausstellung in Brüssel nach der Probe in Ennepetal und den noch anstehenden Korrektivarbeiten ein voller Erfolg werden wird. Zumal der Kultur- und Bildungausschuss (Cult) in Brüssel sich konstituiert hat und mit der Italienerin Silvia Costa aus Florenz eine ausgewiesene Kulturexpertin bekommen hat.

Was bleibt? Ein Kunstverein wie der Ennepetaler Kunstverein sollte sich nicht unter Wert verkaufen und sich in einen Bildungsprozess von Heranwachsenden einbinden lassen. Man mag mal Heranwachsende über die künstlerischen Schultern eines Künstlers sehen lassen, aber Künstler sollten sich nicht als Ersatzlehrer im Kunstunterricht sehen. Das muss schief gehen. Es mag sein, dass ein eigenes Format „Kunstausstellungen der Heranwachsenden“ ein Podium bieten kann, jedoch sollte die Qualität der Ausstellungsstücke von Anfang an im Vordergrund stehen. Niemand hat etwas davon einen Heranwachsenden zum potenziellen Künstler zu ernennen, der letztendlich von dem Weg zu seiner eigentlich beruflichen abgebracht wird.

Für die Zukunft könnte der Kunstraum-EN  e.V. ein Impulsgeber für den Südkreis sein, er sollte sich jedoch in der Kunst nicht zu eng aufstellen. Denn der im Deutschen allseits gebrauchte Begriff der „bildenden Kunst“ hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt, auch ist er durch die neuen Medien nicht mehr klar mit anderen Künsten abzugrenzen und erfährt zunehmend auch Überschneidungen.

Ansatzweise hat der Kunstraum diese Enge schon mal versucht zu überwinden indem er aus der „darstellenden Kunst“ Tanz, Gesang oder auch Lesungen in seine Ausstellungen (Ausstellung „Zwischen den Säulen“ 2009) einfließen lies.

Warum also nicht mehr?

Kunst kann ein wesentlicher Faktor der Wirtschaft in einer Kleinstadt wie Ennepetal sein und werden, ein weicher Faktor zwar, der aber Personen und Persönlichkeiten lokal bindet, die das Rückgrat einer funktionierenden Wirtschaft darstellen.

Kunst braucht aber auch einen kompetenten und verlässlichen Ansprechpartner im städtischen Umfeld, der Kunst nicht nur als Unterhaltungskulisse inszenieren möchte, sondern vielleicht seine Einwohner zum bleiben und Fremde zum kommen animieren möchte.

Wie diese Ausstellung gezeigt hatte, gab es viele dieser kompetenten und verlässlichen Ansprechpartner, die der Kunst als Anwalt zur Seite standen. Es geht noch was in Ennepetal, wenn man will.

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Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Warum muß es denn so peinlich sein?

[jpg] Am Wochenende des 7./9.Septembers waren so einige Veranstaltungen in Ennepetal. Da wurde die Meilerwoche im Hülsenbeckertal eröffnet das Schmiedefest an der Peddenoede, Altenvoerde hatte sein Stadtteilfest und um das Ganze rund zu machen wurde im Industriemuseum die Kunstausstellung „InArtefaktum“ eröffnet.
Abgesehen von der mangelhaften Terminabstimmung innerhalb der Kleinstadt Ennepetal, ist es schon mehr als verwunderlich wenn eine Stadtverwaltung nicht in der Lage ist ähnliche Veranstaltungen zu bündeln und dem Besucher eine Übersicht an die Hand zu geben. Aber, Ennepetal will immer die alten Wege gehen, wo eine Veranstaltung der anderen eine Konkurrenz sein durfte. Das schafft Klarheit und Übersicht auf dem Markt, weil letztendlich viele Player verschwinden, sprich ihnen die Luft ausgeht.

   

Kommen wir aber zu dem Peinlichen der Kunstausstellung  InArtefaktum des lokalen Künstlervereins Kunstraum-EN e. V.  Ein Jahr arbeitet dieser Verein an der Vorbereitung der Ausstellung InArtefaktum mit der Vilvoorder Künstlervereinigung „Royal Portaelskring “. Pierre Bogaerts auf Seiten der Vilvoorder Vereinigung und Werner Kollhoff auf Seiten des Ennepetaler Vereins trafen sich mehrfach um die Inhalte auszutauschen. Es sollten Werke entstehen, welche die gemeinsame Geschichte des Zusammengehens von Industrie und Kunst verdeutlichen sollten. Heraus kam ein 10 bis 12 m langes und 2 m hohes( Bis heute werden unterschiedliche Maße gemeldet ) Wandgemälde in guter alter PopArt Manier. Auf dem Boden sollten Skulpturen auf gebaut werden welche die Bodenständigkeit und die Gemeinsamkeiten der Geschichte verstärken sollten. Soweit die Inhalte, die allesamt im Industriemuseum des Ennepetalers Prof. Döpp ausgestellt wurden.

Und es kam wie es für Ennepetaler kommen musste. Für die Eröffnung hatte man mal gerade ein Banner finanzieren können, weil man nicht rechtzeitig Gelder für diese Ausstellung eingeworben hatte. Dieses Banner ist auch  nur schwer wahrnehmbar am Eingang des Industriemuseums vier Tage vorher aufgehängt worden. Die Westfälische Rundschau wurde anscheinend einen Tag vorher aktiviert und brachte einen mehr  lieblosen Ankündigungsartikel welcher zum Teil irreführend war. Und um dem Personenkult zu seinem Recht zu verhelfen, wurde der „große Vorsitzende“ dazu abgelichtet. Weiterführende Informationen, sei es bei der Meilerwoche oder anderen Veranstaltungen gab es für diese Veranstaltung nicht. Sollte es auch nicht geben? Zur Eröffnung fanden sich dann auch nur rund 100 Leute ein, wenn man allerdings die ewig Verdächtigen (Vereinsmitglieder, Verwandte oder Offizielle) abzieht waren es letztendlich nur ca. 20 Besucher. Beschämend!

Nun zum Ausstellungsraum. Am Kopf war das 10-12 m lange Wandgemälde befestigt. Vor dem Gemälde hatten die Aussteller das Akkordeonorchester aufgebaut, sodass das Gemälde in seiner Gänze nur erahnt werden konnte. Rechts davon stand ein Lautsprecher. Wie sich später herausstellte gab es zu diesem Lautsprecher keine Verstärkeranlage und auch kein Mikrofon. Daneben lag "dekorativ" ein Berg von Textilien oder anderen Utensilien. Auf dem Boden befanden sich die Exponate der verschiedenen beteiligten belgischen und deutschen Künstler im Raum verstreut. Eingerahmt wurden die Exponate von jeweils einem Schild in ~120 cm Höhe, welches Auskunft über das Exponat und den Künstler geben sollte. Die Höhe des Schildes signalisierte – Schild nur für Zwerge. Einen Katalog zu dieser Ausstellung gab es in Minimalausführung für den, der es wohl schaffte bis zum Ende des Raumes zu gehen und danach fragte, wo diese auf dem Getränketisch deponiert waren, hinter  dem  sich zwei Damen in Erwartung  von Kundschaft für ihre Getränke verschanzt hatten.

Als der Vorsitzende Werner Kollhoff die Ausstellung offensichtlich eröffnet hatte, war das nicht überall verständlich, weil mangels eines Mikrofons die Mehrheit der Besucher es akustisch nicht mitbekamen. Auch die Übergabe an den Bürgermeister der  ein Grußwort sprach konnte nur schwach wahrgenommen werden. Ebenso, als  der anwesende Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und MdB Dr. Ralf Brauksiepe (CDU)  begrüßt wurde.  Dann wurde von dem Vorsitzenden  der Vilvoorder Künstlervereinigung „Royal Portaelskring “. Pierre Bogaerts und dem Mitglied des Kunstraums Maria Bemelmans, begleitet von Werner Kollhoff etwas vorgetragen. Wer von den Lippen ablesen konnte war hier klar im Vorteil.  Im nach hinein versicherten mir mehrere Besucher aus der zweiten Reihe auch  nichts von den Vorträgen vernommen zu haben. Zwischendurch spielte das Akkordeon-Orchester Ennepetal e.V.  seine Stücke um zu demonstrieren, es geht auch ohne Wandgemälde – wir haben es halt verdeckt. Als niemand mehr die Lippen bewegte, löste sich alles auf, teilweise wurde die Ausstellung fluchtartig verlassen.

Letztendlich tat mir die  Vilvoorder Künstlervereinigung „Royal Portaelskring “ um Pierre Bogaerts leid. Unverkennbar hatte sie sich die meiste Arbeit gemacht die von den Ennepetalern noch nicht einmal im Ansatz gleichermaßen beantwortet wurde. Werner Kollhoff versuchte das verdeckte Wandgemälde zu verkaufen indem er die Anwesenden bat, doch einmal bei den Nachbarn herum zu hören ob jemand daran interessiert sei. Klar, jeder hat ja eine Wohnung mit einer 12 m langen Wand. Lächerlich!

    

Schade ist für mich den künstlerischen Wert der Arbeiten nicht bewerten zu können, denn offensichtlich waren die Arbeiten nicht richtig positioniert, indem sie plan lagen. Auf den daneben hängenden Schildern wurden die Exponate teilweise anders präsentiert. Warum also was bewerten, was nicht den Vorgaben des Künstlers entsprach?

Abschließend frage ich mich ob der Kunstraumverein nicht ein bisschen leichtsinnig und gedankenlos mit dem belgischen Partner umgeht. Und weiter frage ich mich, wieso bekommt der Kunstraum für solch einen peinlichen Job aus dem städtischem Haushalt Geld. Es kann nur im Hinblick auf die Wichtigkeit der belgischen Partnerstadt sein und in der Hoffnung, dass auch der Kunstraum sich dafür stark machen würde. Fördern und Fordern hieß es mal bei der Vergabe von Steuergeldern. Für mich aber auch andere wäre diese Ausstellung keinen Euro wert gewesen, wenn die belgischen Künstler, die gute Arbeiten abgeliefert haben nicht dabei gewesen wären. Insofern hat Wilhelm Wiggenhagen mit seiner Anwesenheit richtig gehandelt, ging es doch in erster Linie um die Freunde aus Vilvoorde.
Allerdings hätte ich kein Zutrauen mehr zu diesem Kunstraum, der nur seine private Kollhoff Ausstellung haben möchte und darüber hinaus die lästigen Arbeiten, wie das Planen und Organisieren, vernachlässigt. Zeit für eine gute Ausstellung und um Gelder einzuwerben war genug vorhanden sie wurde jedoch nicht genutzt. Manpower hatte der Ennepetaler Verein auch genug. Der Kunstraum scheint nur mit sich selber beschäftigt zu sein, so konnte auch keine Energie für die eigentlichen Jobs aufgewendet werden.

Ach und übrigens, es nützt nichts wenn die WR die ganze Ausstellung "schön" schreibt oder die sichtbaren Mängel verschweigt, es wurden von sehr, sehr vielen Besuchern diese Einschränkungen wahr genommen.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

[Fotos: © Linde Arndt]

 

Ober- und Unterwelt in Ennepetal

[jpg] Jedes Wochenende hat der Ennepetaler ein Problem: Was mache ich nur? Es ist schönes Wetter oder auch schlechtes Wetter und irgendwas möchte ich machen oder irgendwer soll mich unterhalten. Was spannendes, anregendes, nachdenkliches, freudiges, provozierendes, kurz was mich dahin führt in Ennepetal zu bleiben. Kein Problem, so meint diesmal die Redaktion. Mischen wir uns doch einmal in die Wochenendplanung der EnnepetalerInnen ein.

 

Die Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld gehört ja inzwischen zu einer festen Adresse für Kunst und Kultur und so wird am

Freitag, den 27. April von 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr

 

 auf dem Vorplatz der Milsper Hauptgeschäftsstelle

 das erste 1. KUZO-Fest geben. [Eröffnung der KunstZone]

   
     

Mit dabei ist Betty, ein Sparschwein, welches gerne ihr Klein-oder Großgeld in seine Inneren aufnimmt. Der Betrag den sie einschmeißen ist ganz nach ihrem Belieben, wenn sie sich vorher ein Gläschen Wein, der Musik der JAZZ-Polizei gelauscht oder die ausgestellten Fotos des Ennepetaler Fotografen Uwe Sebeczek bewundert haben. Aber dies wird nicht alles sein, was die Veranstalterin die Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld aufbietet. Es warten Überraschungen der anderen Art auf Sie und Sie aber auch Sie. Soweit die Oberwelt.

Es wird so kurz vor 17:00 Uhr sein, wenn es heißt die Beine in die Hand zu nehmen um sich auf den Weg zur Kluterthöhle zu machen. Die JAZZ-Polizei wird über die Brücke voran gehen wo uns die ersten Kunst Begeisterten erwarten um bei der Ausstellungseröffnung, also der Vernissage der

 

Höhlenkunst – STARKE ORTE 2012“ die für 17:00 Uhr

 

geplant wurde, dabei zu sein.

 

   
     

Hier wird erst einmal die stellvertretende Direktorin des Duisburger Lehmbruck Museums Claudia Thümler Sie mit ihrer Einführungsrede auf die Unterwelt einschwören. Oh Gott, sagt jetzt so mancher, es geht um Kunst. Nein, weit gefehlt, es geht nicht allein um Kunst, sondern um Geschichten erzählen aber auch um Unterhaltung im weitesten Sinne oder um das berühmt, berüchtigte Kopf-Kino in uns. Wenn es dann in die Höhle geht, erwarten sie Spanner, Löffler, Gabler, Menschen ohne Nabelschnur in einer Nabelschnur, Spinnenmenschen, Schattenmenschen, Materialisierungen, Weltreisen, unbekannte Klänge, also eine Welt voller Fantasien die Spannung pur verspricht. Als die Vorbesichtigungen, Fototermine stattfanden, waren alle Menschen begeistert von den ausgestellten Kunstwerken. Die Redaktion denkt: Das wird jede und jeden begeistern. Übrigens, die Künstler werden alle anwesend sein und freuen sich auf die interessanten Gespräche mit ihnen allen. Es sind 20 Künstler die in der ganzen Welt herum gekommen sind und deren Persönlichkeiten zu solchen fantastischen Kunstwerken führten.

   
     

Sie müssen aber nicht unbedingt in die Höhle, wenn ihnen die Höhle zu eng oder zu duster ist, sie können auch vor der Höhle mit gleich gesinnten interessante Gespräche führen. Über die Kunst, die Kultur oder auch nur über Ennepetal im Besonderen. Für deftige Schnittchen, Wein, Wasser und Saft ist auch hier gesorgt.

Was bleibt? Lassen sie sich auf Kunst und Kultur in Ennepetal ein, woanders gibt es das immer. Und weil es das woanders immer gibt, ist es für Ennepetal was Besonderes.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

©  Fotos Linde Arndt

Das Wasser kommt doch aus dem Hahn?

[la] Es war in 2010 – ungefähr um diese Zeit, als das Ruhrgebiet und der EN-Kreis sich noch im Fieber des Kulturhauptstadtjahres befand, da wurde der Vorstand des Kunstraum-EN e.V., Werner Kollhoff  – bekannt für Ausstellungen an ungewöhnlichen Orten  – vom hiesigen Energie- und Versorgungsunternehmen AVU gefragt, ob er bereit sei in Cooperation mit dem Unternehmen eine Kunstausstellung in den Räumen des Wasserwerkes Rohland anlässlich eines besonderen Aktionstages zu initiieren.

Die Zusage erfolgte spontan und man bereitete sich bei den Künstlern des Vereins schon auf dieses Projekt vor. Es wurden Fotos von den Räumlichkeiten gemacht, so dass alle Künstler ein Feeling für die Ausstellungsflächen  aufnehmen konnten, ohne selbst vor Ort zu sein.

Dann kam die Absage! Nicht, dass die AVU sich die Sache anders überlegt hätte, aber zu der angedachten Zeit war die Fußball-WM 2010 / anstehender Urlaub und keine Verfügbarkeit über entsprechende Mitarbeiter, die die Führungen im Wasserwerk hätten übernehmen können.

Aber die AVU ist ein verlässlicher Partner und so wurde Werner Kollhoff im Dezember 2010 erneut angesprochen, dass es jetzt in die Startlöcher gehen könnte. Es folgten kurze Absprachen und Wasserwerksbesuche mit Frau Deuss-Graf und Frau Dohmann vom Lenkungskreis für dieses Projekt und Herr Walter vom Wasserwerk deutete darauf hin, dass sich die Kunst – wenn sie schon in die Räumlichkeiten des Wasserwerkes integriert würde – durchaus auch in die untere Etage und Nebenräume ausbreiten könne.

Natürlich ging es bei dem Projekt der Kunst auch um das Thema "Wasser" um den Bezug zum Ausstellungsgebäude herzustellen. Immerhin sollte diese Veranstaltung ja in Anlehnung an den Tag des Wassers stattfinden.

Die Planung wurde erweitert und auf Wunsch der AVU noch weitere Künstler von anderen Gruppen mit aufgenommen.

Da war die Klumpi-Gruppe Hattingen e.V. ( eine Gruppe Jugendlicher zwischen 11 und 18 Jahren) die von Frau Monika Schwarze seit Jahren geleitet wird und schon viele Erfolge und Ausstellungen zu verzeichnen hat. Aus dieser Gruppe wurden fünf Akteure der  Abteilung Künstlerische Fotografie ausgewählt, die jeweils zwei Arbeiten zur Gemeinschaftsausstellung bei trugen. Gerd Hehs, der diese Gruppe leitet kann stolz sein auf die Arbeiten, die seine Jugendlichen vorzuweisen haben.

Zur Local Heroes Woche  2010 in Breckerfeld hatte sich auch eine Gruppe von Künstlern zusammengefunden,  die sich "KUNSTFREUNDE BRECKERFELD" nennt und inzwischen ihre Aktivitäten verstärkt und in Breckerfeld ein eigenes Atelier hat. Von dieser Gruppe gesellten sich  ebenfalls 10 KünstlerInnen mit ihren Werken zur Ausstellung im Rohland.

Nun wurden noch 4 Mitglieder vom "GEVELSBERGER KÜNSTLERKREIS", einer im EN-Kreis gestandenen Gruppe von Künstlern und 10 Künstlern des KUNSTRAUM-EN e.V. aktiviert, so dass ein bunter Reigen von  29 Künstlern und 50 Exponaten zusammen kam, der die Räumlichkeiten des Wasserwerkes in ein ganz besonderes Flair stellte.

Über Einzelheiten der geplanten Aktion hatten wir   bereits berichtet .

Und so kam der mit Spannung erwartete Tag.  Die geladenen Gäste reisten, wie geplant, mit dem Bus an und nahmen nach dem Sektempfang wissbegierig den Vortrag über das Wasserwerk und einzelne Details über dieses Thema auf. Dann folgte ein Rundgang in zwei Gruppen und hierbei, sowie nach diesem, wurden die ausgestellten Kunstwerke in Augenschein genommen.

Kurz nach 13:00 Uhr ging es dann planmäßig wieder mit dem Bus zurück.

Inzwischen war von den Damen  des TV Rüggeberg das Wasserwerk-Café hergerichtet  worden und kaum dass alles startklar war, trafen auch schon die ersten Besucher zum Tag der Offenen Tür ein.

            
     

Und es war ein überwältigender Erfolg. Bis zur letzten Führung um 17:00 Uhr trafen so viele Interessierte  ein, dass der Vorführungsraum immer bis auf den letzten Platz gefüllt war und noch weitere  Besucher, die keinen Sitzplatz mehr fanden, den Raum füllten und dem spannenden Vortrag lauschten. Insgesamt waren es mehr als 300 Besucher, die an diesem Tag das Wasserwerk Rohland aufsuchten.

              
     

Das schöne aber war, dass es hier eine echte Win-Win-Situation gab. Besucher, die wegen des Wasserwerkes kamen, freuten sich über die ausgestellten Kunstwerke und andere Besucher, die eigentlich wegen der aussergewöhnlichen Kunstausstellung gekommen waren, ließen es sich nicht nehmen, sich gleichzeitig ausgiebig über Einzelheiten des Wasserwerkes  informieren zu lassen.

Und bei den proppenvoll gefüllten Vorträgen gab es auch jede Menge Fragen von den Zuhörern, so dass ständig eine rege Diskussion stattfand und jeder die Gelegenheit gerne nutzte, sein Wissen über das Wasser hier im Kreis zu erweitern.

Am eifrigsten aber gehörten Kinder zu den Fragenden und so gab es auch einige kleine Storys, die da zum Besten gegeben wurden. So meinte ein Mädchen, warum keine Umleitung gemacht würde, wenn das Wasser wegen Reparaturen abgestellt wäre. Sie hätte sich letztens mit Sprudelwasser waschen müssen.

Ja und so stellten die kleinen Gäste dann auch fest, wie weit der Weg ist, bis das Wasser endlich zu Hause aus dem Hahn kommt.

Es war ein spannender, interessanter Veranstaltungstag und ganz im Stillen wurde über eine evtl. Wiederholung nachgedacht, denn der Zuspruch war wirklich riesig.

Sollte es ein nächstes Mal geben, könnte auch darüber nachgedacht werden, dass evtl. auch im Kunstbereich eine Führung organisiert wird, denn es waren zwar zahlreiche Künstler anwesend, aber hier hätte man mit einer geschlossenen Führung – so wie es im Wasserbereich war – sicher die Besucher noch mehr erreichen können.

Auf dieser Seite haben wir Ihnen nur einen kleinen Querschnitt der Ausstellung präsentiert [alle Fotos © Linde Arndt] Eine wesentlich größere Anzahl können Sie ab Sonntag, den 3. April 2011 auf den Seiten desKUNSTRAUM-EN e.V.  in Augenschein nehmen.

Für alle diejenigen, die an diesem Tag nicht dabei sein konnten, stellen wir hier den Katalog der Künstler und Werke ein.
[Dieser wird über ein Popup-Fenster geöffnet. Doppelklicken Sie jeweils auf die Seite die Sie interessiert, um eine  etwas größere Ansicht zu erhalten. Sie kommen dann mit Doppelklick wieder zurück zum Ausgangskatalog und können da weiter blättern.]

WasserTourEN – Der Katalog zur Ausstellung

 

 

Kunstausstellung im Wasserwerk

        

Ein ganz besonderes Event ist für Samstag, den 26. März 2011 von dem Energieversorgungsunternehmen  AVU Gevelsberg für seine  Kunden geplant.

Unter dem Titel "WassertourEN" wurde eine interessante Verbindung von Wasser und Kunstwerken, bei denen die Künstler das Thema  "Wasser " aufgegriffen haben geknüpft. Die Veranstaltung findet im Wasserwerk Rohland, Bauendahl in Breckerfeld statt.

Die AVU hatte in Cooperation mit der WR/WP-Redaktion ein Gewinnspiel ausgeschrieben, wonach 8 Leserinnen und Leser der Zeitung jeweils mit Begleitung einen "Sektempfang" im Wasserwerk gewinnen konnten.

Die Gewinner erwartet ein ganz besonderer Tag mit  exklusiven Programmpunkten.

Es beginnt mit einem kostenlosen Bustransfer von Gevelsberg zum Wasserwerk  Rohland. Nach einem Sektempfang führen dann erfahrene  AVU-Mitarbeiter die Gäste erklärend durch das Wasserwerk. Danach  ist ausgiebig Zeit, die einzelnen Kunstwerke zu betrachten und mit anwesenden Künstlern persönliche Gespräche zu führen.

Werner Kollhoff, [1.Vorsitzende von Kunstraum-EN]  als Kurator mit Linde Arndt [Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Kunstraum-EN] als Projektleiterin haben in Abstimmung mit  der AVU eine Gemeinschaftsausstellung mit 4 Künstlergruppen  der heimischen Region iniziiert.

Es handelt sich hierbei um Künstler  des Kunstraum-EN e.V.,  der Kunstfreunde Breckerfeld, des Gevelsberger Künstlerkreises und  Künstlern der Klumpi-Gruppe Hattingen [hier aus dem Bereich Fotografie]

               

 Gezeigt werden Unikate der Techniken Acryl, Aquarell, Hinterglasmalerei, Fotoarbeiten und eine Installation "Wasserfall", sowie Collagen und Objekte in diversen Techniken. Am Ende dieser Seite informieren wir Sie über die teilnehmenden Künstler.

Abgerundet wird die Wassertour durch einen köstlichen  Imbiss. Gegen 13 Uhr geht’s mit dem Bus zurück  nach Gevelsberg. Die Gewinner werden rechtzeitig vor der  Tour informiert.

Gleichzeitig stellt das Unternehmen mit der Verlosung für  die Wasser-Tour auch den Energie-Tipp im Internet vor:  Unter www.avu-energietipp.de finden die Internet-Nutzer  jede Menge geldwerte Tipps zum sparsamen Energieeinsatz  in Haus und Wohnung sowie Finanzierungsinfos.

Hintergrundwissen und Trends rund um Energieeffizienz,  Klimaschutz und erneuerbare Energien ergänzen das  Informationsangebot ebenso wie praktische interaktive  Funktionen und kurzweilige Videos.

 


Und damit auch Wanderfreunde oder weitere Interessierte diese Kunstausstellung an ungewöhnlichen Orten besuchen und sich über die Herstellung erfrischenden Trinkwassers informieren können wir das Wasserwerk Rohland

                                                 am 26. März 2011 von  13_00 bis 18:00 Uhr

                                                zum Haus der Offenen Tür

 

Die Besucher bekommen einen Apfel und eine Trinkflasche der AVU geschenkt. Der TV-Rüggeberg bietet

Den entsprechenden Flyer mit dem Programm ab 13:00 Uhr können Sie als pdf-Formular einsehen, downloaden oder an Freunde und Bekannte per email weiterleiten. In diesem  ist auch eine Anfahrtsskizze enthalten.

Wer ein Navi hat und Bauendahl (Breckerfeld) eingibt, braucht sich keine Sorge zu machen.

Das Wasserwerk liegt zwar an der Grenze von Ennepetal, gehört aber postalisch zu Breckerfeld.

 

 


 Hier die Aufstellung der teilnehmenden Künstler:

Finissage 15 x 15 zum Quadrat – Kunstraum EN stellt in Wipperfürth aus

Der Kunstraum EN hatte wieder eine besondere Ausstellung Zeitgenössischer Kunst zu bieten, die am 6.11.2009 ab 19:00 Uhr mit einer Finissage ausklingt.

 



Die Ausstellung befindet sich im  KULTURPUNKT in Wipperfürth , Wupperstraße 4

Die Ausstellung wurde am  12.10.2009 eröffnet.

Die Herausforderung an die Künstler war, dass die jeweiligen Objekte zwar unterschiedlicher Materialien sein, jedoch die Maße von 15 x 15 cm (Höhe/Breite) und höchstens 15 cm Tiefe nicht überschreiten durften.

 

Über weitere Arbeiten und Ausstellungen können Sie sich hier auf unserer  Internetpräsenz

http://www.kunstraum-en.de informieren.

 

Der Kulturpunkt in Wipperfürth hat mittlerweile seinen festen Platz in der Wipperfürther Kulturlandschaft gefunden. Die allmonatlichen Ausstellungen sind schon auf Monate hinaus gesichert. Die Ausstellungen und sonstigen Veranstaltungen erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit.

Vielleicht haben auch Sie Zeit und Gelegenheit, an dieser aussergewöhnlichen Finissage teil zu nehmen.

 

 

Linde Arndt

Melodisch meditative Gitarrenklänge von Jörg Spanily “Zwischen den Säulen” der großen Kunstausstellung bei Stockey & Schmitz

 Mit einem Gitarrenkonzert von Jörg Spanily geht die Kunstausstellung in der Säulenhalle der Firma Stockey & Schmitz in Ennepetal am Sonntag, dem 14. Juni 2009 zu Ende.

 Jörg Spanily stellt sich vor:

Mein Name ist Jörg Spanily, bin 48 Jahre alt,  wohne in Gevelsberg und spiele die Gitarre seit meinem 9.ten Lebensjahr.

Ich spiele ausschließlich Eigenkompositionen, die auf mittlerweile vier CD´s erschienen sind.

Die Kompositionen entstehen bei der Beobachtung von Landschaften, Bildern, Reisen, Gärten, Formen und Menschen.

Auf der letzten CD "Die Stärke des Weins" arbeite ich mit Wulf Wülfing zusammen, der eine interessante Lesereise durch drei Jahrhunderte deutscher Wein und Literaturgeschichte vorträgt. Lyrik, Kommentare und passende musikalische Fragmente meiner Gitarrenmusik.

Die Kompositionen sind eher impressionistischen Stils – melodisch meditativ angelegt – Musik zum Entspannen und Wohlfühlen.

 

Als Veranstalter der großen Kunstausstellung zu Ehren des 60. Geburtstages der Stadt Ennepetal, blickt der Kunstraum-EN e.V. auf eine sehr gelungene und überaus erfolgreiche  Ausstellung zurück. Allein zu der Vernissage am 23. Mai 2009 waren über 300 Gäste, bzw. Kunstinteressierte der Einladung gefolgt. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Ennepetal, Herrn Kraft, würdigte Frau Dr. May vom  KEO Museum Hagen die Künstler und ihre Werke und den großen Einsatz, mit dem in relativ kurzer Zeit und mit großem Engagement eine derartig facettenreiche Ausstellung  von insgesamt 34 Künstlern  verwirklicht wurde. Ludger Schmidt Cello bestritt den musikalischen Rahmen.
An den weiteren Wochenenden war die Ausstellung  jeweils am Samstag und Sonntag geöffnet und es waren auch an diesen Tagen jeweils 150 bis 200 Besucher zu verzeichnen. Das Interesse war so groß, dass sogar Schulen an Führungen interessiert waren.
 Viele anerkennende Einträge sind im Gästebuch vermerkt, die die Künstler vom Kunstraum-EN e.V. beflügeln derartige Ausstellungen zu wiederholen.

Der Sonntagnachmittag stand jeweils zusätzlich im Zeichen der darstellenden Kunst und Musik. Am 24. und 31. Mai 2009 ließ  Rüdiger Scheibner mit seinem Saxophon virtuelle Töne zwischen den Säulen erklingen. Am  7. Juni 2009 sorgte das AkzepTanztheater, Remscheid  mit Irmela Boden und ihrer Gruppe für eine extra für die Ausstellungsumgebung inszenierte Performanz mit exakt darauf abgestimmter Videoinstallation, die bewundernden Beifall erhielten.

Und nun sind wir gespannt auf kommenden Sonntag, 14.06.09,  wo alle Künstler noch einmal zusammenkommen und vor allem ab 15:00 Uhr auf den Genuß der Gitarren-Kompositionen von Jörg Spanily.

Hören Sie doch einfach mal rein, [ Hörprobe:sonnentanz um zu erahnen, was Sie am Sonntag erwartet, wenn Sie gemeinsam mit uns diese fantastische Ausstellung beenden.

Die Künstler des Kunstraum-EN e.V. würden sich freuen, wenn auch Sie dabei sind.

Dank noch einmal an alle, die tatkräftig zum Gelingen dieser besonderen Ausstellung beigetragen haben. Dank an die vielen Gäste, die gezeigt haben, das zeitgenössische Kunst durchaus ihren Raum auch in dieser Zeit hat. 

 

 

Attraktivität die Ennepetal gebrauchen könnte.

                                        
[jpg ] Manchmal passiert jedem von uns folgendes: Wir kommen an Kindern vorbei die Ball spielen, wir halten etwas Abstand, doch irgendwie passiert es, dass der Ball den Kinder entgleitet und auf uns zuspringt. Wir versuchen den Ball zu stoppen, sehen die erwartungsvollen Blicke der Kinder, tänzeln vielleicht etwas und versuchen den Ball zurück zuschießen. Die Kinder nehmen den Ball und ihr Spiel wieder auf  und wir gehen weiter unseres Weges.

Es war nur ein kurzer Moment, ein Moment wo wir dazu gehörten, wo wir uns erinnerten, an unsere Kindheit als wir auch so waren wie diese Kinder. Die Blicke der Kinder, die einen Moment fragten, gehörst du dazu? Das Spiel war uns vertraut und doch so fremd. Die Entscheidung, wir gaben das Spiel, den Ball, zurück, wir waren wieder draußen, nicht drinnen.

Künstler sind wie Kinder, unbefangen, etwas tun, was manchmal augenscheinlich keinen Sinn ergibt. Wir stehen immer irgendwie als Betrachter draußen. Sehen aber die Exponate, versuchen diese zu ergründen, zu erfassen, unserem Inneren verständlich zu machen. Es gelingt fasst nie, verärgert und frustriert wenden wir uns in der Regel alleingelassen ab.  Die zeitgenössische Kunst und der Künstler ist nicht in der Regel der Erklärende, seine Werke entstehen aus ihm selber, manchmal  aus einer Stimmung, einer Störung, einer Anwandlung, einer Laune, ein Witz oder auch ein Gedanke. Die zeitgenössische Kunst will nicht schön sein wie die alten Meister, sie genügt sich selber, braucht nicht den Betrachter. Aber und das ist das wesentliche, der Betrachter braucht die zeitgenössische Kunst, als den Ausdruck seiner Zeit, der Jetztzeit.
 

So sprang der Ball in die Fabrik Stockey und Schmitz, wo die Gruppe Kunstraum-EN die Ausstellung "Zwischen den Säulen" in einer notdürftig aber auch sehr nachdenklich machenden ehemaligen Produktionshalle organisierte.
Das Gebäude hatte ich schon einmal erkundet (Der Mensch und seine Unterscheidung zum Tier), für mich erfahrbar gemacht – zwischen den Zeiten.

Meine Gedanken bevor ich das Gebäude betrat, kreisten um die "großen" Ausstellungen, Kunstsammlung NRW, Kunsthalle, Folkwangmuseum, Schaumainkai, MMK oder Ludwig die ich gesehen hatte. Würde diese Ausstellung "Zwischen den Säulen" bestehen können? Hat die Zeit gereicht um in der Kürze eine  Ausstellung  zu organisieren?
Nun, wir sind im EN-Kreis und darüber hinaus noch in Ennepetal, für beide ein ziemlich spektakulärer Anspruch.
           
Ich betrat die Halle im ersten Stock wo mir sofort eine Installation ins Auge sprang – Berührungen.

Neonfarbene Punkte, Bälle auf verschiedenen Ebenen, doch erreichbar, versuchten zueinander zu finden. Näherten sich, suchten sich und doch konnten sie sich nicht fassen. Kurze Augenblicke, ein Aufblitzen und dann wieder erlöschen.

Man wünschte sich sie würden es schaffen, doch fehlte die Energie den letzten Rest des Weges zu gehen.

Ein Spiegelbild des gesellschaftlichen Zustandes in dem der Einzelne dem Anderen so fremd geworden ist, sich nicht mehr traut, zu berühren?
Obwohl wir uns alle nach Berührungen sehnen, die Wärme, die Nähe des Anderen? Aber sind es nicht die anonymen Mächte die dies gerade zu verhindern wissen?  Denen wir, einem höheren Ziel unterordnend, immer wieder nachgeben.

Und weiter die Videoinstallation, eine immer öfter anzutreffende Kunstrichtung der zeitgenössischen Kunst.

Unförmige Gestalten, nur menschliche Hüllen, irren
durch ein Gelände das mit den Gebäuden seine ehemalige Funktion erahnen lässt.  Ihrer Würde beraubt der bizarren Umwelt hilflos ausgesetzt. Auf ihre Nacktheit,dem wesentlichen zurück geworfen in eine so feindliche Welt, die sie selber geschaffen haben, aber so nicht wollten.
Die Frage: Wollen wir das? Können wir das noch stoppen?
Nein, der Film läuft weiter er hat kein Ende, er könnte  das Ende unseres Daseins werden.

 

 

Dann die Unsichtbaren der Fabrik die hier ihr Auskommen hatten, ihre Familien ernährten.

Man ahnt den Arbeiter,  der Gussteile, Formen säubert, nicht mehr anwesend aber doch da.
Die Schuhe, von einer Seite Kästen leert und wieder bearbeitet füllt – stundenlang. Danach eine andere Arbeit wieder ausführt, dieselben Schuhe, derselbe Arbeiter.

Der Geist der Arbeit, die Energien der Arbeitskraft verpufft nicht so schnell, die Halle hält sie, sie vergisst nicht.

Es wird wieder gearbeitet, die Halle hat wieder ihre Berechtigung, sie der Container, die Schutzhülle.

 

 

 

  Ein flüchtiger Blick auf die Stempelkarten.

Ja, "Zeit ist zeitlos" und  "Zeit zum Denken" hat abgestempelt, ist da für Minuten, für Stunden.Immer? Nein, nur eine Schicht.

In der "Bude" werden die Karten ausgestellt die dann in die Anwesenheitsschächte gesteckt werden. Jeder sieht es, sie sind da, wir sind zumindest für einen Moment komplett.

Die Zeitproduktion kann beginnen, hoffentlich nicht allzu viele Nacharbeiten.
Der Meister der Zeit ermahnt uns sorgfältig mit der Zeit umzugehen, kein Ersatzrohstoff vorhanden, es muss reichen.

Die Ausstellung war umwerfend, überwältigend, wenn man das so salopp sagen darf. Ein Gesamtkunstwerk auf einer Etage in einer riesigen Halle, Performance, Installationen, abstrakte Malereien, Collagen, Skulpturen, Video, Audio, Grafiken, Animationen  – ein Füllhorn der zeitgenössischen Kunst. Und obendrein die Halle, die Fabrik als Artefakt der veränderten Funktionen, Zeugnisse unserer Zeit. Es eröffnet sich nicht direkt, man muss sich schon auf Berührungen einlassen, jetzt, in der Gegenwart.
Das Problem, ein Wermutstropfen,  also einige fanden sich nicht zurecht, es ging ihnen so wie dem Werk Berührungen, sie wollten Berühren fanden aber nicht den Weg. Es ist einmalig gewesen für die Stadt und darüber hinaus den EN-Kreis. Es war ein wunderbarer Beginn und ich denke es könnte noch mehr werden, mit diesen Menschen, die so zupacken können und wollen.

Unter den Anwesenden sah ich viele Politiker der Stadt, zwei stellvertretenen BürgermeisterIN und einen Vorsitzenden der hiesigen CDU.
Diese Ausstellung könnte eine Bereicherung für die Stadt Ennepetal  aber auch für den Kreis werden, die Gruppe Kunstraum-EN hat einmal mehr ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Sie haben in wenigen Tagen eine Fabrikhalle so hergerichtet, die eine beachtenswerte Ausstellung mit einem großen Bogen der zeitgenössischen Kunst beherbergt. 34 Künstler, teils aus dem Ausland, sind dem Ruf gefolgt und kamen.

Gehen wir zum Eingang dieses Artikels zurück. Einen Augenblick hatten wir es in der Hand mit zuspielen oder den Ball wieder zurück zu geben. Dieser eine Augenblick entscheidet über eine anzustrebende Attraktivität einer Stadt Ennepetal. Danach könnte es heißen: "Ennepetal, ist das nicht die Stadt die die Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst immer organisiert?"
Kosten? Nein, Engagement ist gefragt, Leute zusammenführen, die zu einem Sponsoring bereit wären, den Ball aufnehmen, mitspielen.
Die Künstler und der Inhaber, Herr Helkenberg,  haben ihrer Part geleistet, jetzt sollten die Anderen ergänzend ihren Part machen.
Sollen wir einfach weitergehen und den Ball einfach ins Nichts trudeln lassen?

Ennepetal ist kein Nichts, sollte es zumindest nicht sein.

Jürgen Gerhardt

Zum 60. Geburtstag der Stadt Ennepetal – Kunst zwischen den Säulen

 

Kunst an außergewöhnlichen Ausstellungsorten, dass hat die Gruppe "Kunstraum-EN e.V." sich auf die Fahne geschrieben. "Höhlenkunst" in der Kluterthöhle,  "Nature Art" und "Kids-Art" im Hülsenbecker-Tal, "Kunst in der Tiefgarage" der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, sowie "Stahlfarben" eine Kunstinitiative in der Henrichshütte in Hattingen sind sicherlich den meisten Usern längst bekannt.

Aber der Kunstraum-EN e.V. hat auch im Ausland Ausstellungen initiiert, oder an Kunstausstellungen teilgenommen.

Und dieses Mal findet – zu Ehren des Geburtstages unser Stadt Ennepetal – eine Ausstellung der Kunstraum-Mitglieder und weiterer Gastausstellern statt.  Insgesamt 28 Künstler sind an diesem Projekt beteiligt. Die Inszenierung der Kunstausstellung findet im alten Stockey & Schmitz Gebäude, Kölner Str. 23 A an der B7  in Ennepetal. Es ist schon spannend, wie aus den  bis  4 m hohen Industrieräumen mit den zahlreichen Metallsäulen  ein Ambiente für Kunstobjekte geschaffen wird und wie durch diese besondere Atmosphäre eine Symbiose zwischen verschiedenen Materialien, dem Umfeld und den Betrachtern geschaffen wird.

Ganz herzlichen Dank möchten wir an dieser Stelle an Herrn Helkenberg von Containerdienst Helkenberg richten, der uns als neuer Besitzer des Firmengebäudes diese Ausstellungsmöglichkeit ermöglicht und uns bisher in jeder Hinsicht cooperativ unterstützt hat.

Und so sehen die Räumlichkeiten zur Zeit aus. Man braucht schon einige Vorstellungskraft, um sich vorzustellen, wie hier eine Galerie Zeitgenössischer Kunst mit Malereien, Skulpturen, Objekte, Fotografien, Installationen, Multimedia  und Videokunst entsteht.

Der Countdown läuft. Allmählich nimmt die Ausstellung Gestalt an. Es ist und wird spannend. .

Und hier noch einmal die Einladung und Wegbeschreibung:


Und hier einmal die teilnehmenden Künstler nach Alphabet sortiert:

An hard  (Anita Philipper)   Salzkotten
AkzepTANZtheater   Remscheid
Linde Arndt        Ennepetal
Maria Bemelmans     Maastricht (NL)
Helmut Berka    Herne
Pierre Bogaerts    Vilvoorde (B)
Brindlart   Wuppertal
Steffen Brühne   Wuppertal
Ralph Juergen Colmar   Bristol (GB)
Anja Dahl   Wuppertal
Natacha Dimovska   Vilvoorde (B)
Roswitha Gereke   Hoeilaart (B)
Andy Gumpertz   Wuppertal
Maikel Hein   Hagen
Guido Hense   Hagen
Relana Hense   Aachen
Ilse Hilpert   Waltrop
Doris Hommes   Schwelm
Andrea Hüsken   Ennepetal
Doris Kamlage   Alfter
Michael Kemmerich   Wuppertal
Beate Koch   Schwelm
Werner Kollhoff   Ennepetal
Leuchtstoff
P.Mäder, W.Lieber, R. Friedrich
  Witten
Johan Peter Müller Ante   Sprockhövel
Simon Müller Ante   Wuppertal
Christoph Liebelt   Hagen
Markus Nottke   Ennepetal
Brigitte Riechelmann   Gevelsberg
Bohdan Z. Stachiw   Mechernich
Frank Verreyken   Antwerpen (B)
Timothy Vincent   Wetter
Heike Walter   Düsseldorf
Maio Wassenberg    Hoeilaart (B)







Zur Vernissage, am Samstag, 23.05.09 ist auch Karsten Müller (Steinbildhauer), der Schöpfer der Ennepetaler Fuchsination  anwesend und wird eine Kostprobe seines Schaffens geben.



Am Sonntag, 07.06.09         um 15 Uhr         AkzepTanztheater Remscheid (I. Boden)
Am Sonntag 24. + 31.05.09  ab 15:00Uhr      Rüdiger   Scheibner, Saxophon
Am Sonntag, 14.06.09         ab 15:00 Uhr     Jörg Spanilly, Konzertgitarre



 

 

Werden wir Sie an einem der Öffnungstage, oder sogar zur Vernissage begrüßen dürfen?
Alle Künstler freuen sich, einem breiten Publikum ihre kreativen Schöpfungen  vorstellen zu können.

Man sieht sich.

 

Linde Arndt