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Finale des Kulturhauptstadtjahres, mit einem Wermutstropfen

[jpg] Erinnern, wiederholen und verarbeiten so könnte man das Finale der Kulturhauptstadt 2010, Ruhr.2010, überschreiben. Es war Daisy die uns Anfang des Jahres in ihre eisigen Arme nahm und die Eröffnungsveranstaltung mit gestaltete. Eine Eröffnungsveranstaltung bei der Gil Mehmert die Regie führte. Hochrangige Gäste, wie Bundespräsident Horst Köhler, der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso oder Minsterpräsident des Landes NRW Jürgen Rüttgers, saßen im Rund von Zollverein bei Wind und Schneeregen und schauten gebannt der Show zu. Eine Show, die das unverfälschte der Metropole Ruhr zeigte, anders, kantig, sympathisch und direkt. Die Bühne musste mehrmals mit Salz abgestreut werden, so dass die TänzerInnen ihren Tanz aufführen konnten. Es war eine Alternativkunst, so könnte man sagen, die es so noch nicht auf der ganzen Welt gab. Die Weltpresse war erstaunt und begeistert, von dieser erfrischenden andersartigen Show.

Und jetzt? Das Tief Petra brachte riesige Schneemengen und eisige Temperaturen, so als wenn die Ruhris geprüft werden sollten. Und sie kamen in Gelsenkirchen auf Nordstern, Essen auf Zollverein, Dortmund zum Dortmunder U und in den Duisburger Innenhafen an die Küppersmühle.

Und wieder war es Gil Mehmert der Regie führte, diesmal ein Finale, wohlgemerkt, keine Abschlussfeier. Und es sollte wieder eine Veranstaltung werden, die ihresgleichen noch erst einmal suchen muss.

In der Woche wurde schon das neue Wahrzeichen, der 18 Meter hohe Herkules, eine Skulptur von Markus Lüpertz, auf dem THS Dach der Zeche Nordstern mit seinen blauen  Haaren montiert.

Auf zwei Videoleinwänden mit 128 m² und 400 m² über die gesamte Gebäudebreite von 86 m wurde ein Schiff, Namens "Ruhrtopia" skizziert.

Technisch war alles vorhanden, was heute machbar ist.

Da war von Moving-Lights über moderne Verfolger bis hin zu LED-Sticks alles da, gesamt ergab dies eine Lichtleistung von 250.000 Watt. Aber nicht nur das, vielmehr entstand im Verbund mit den anderen drei Finalveranstaltungen in Essen, Dortmund und Duisburg erst der Eindruck der Metropole Ruhr.
                 
Durch Zuschaltungen wurde aber auch die Identität der anderen Städte gewahrt, niemals hatte man den Eindruck, dass die anderen Städte untergingen. Die Bedeutung des neudeutschen Wortes Polyzentrizität wurde hier umgesetzt.

                 

Das Schiff "Ruhrtopia" wurde erst sichtbar als der  schwarz/weiß Einspieler von  Christoph Maria Herbst, der einen Kulturdezernenten spielte, beendet war. Kurzweilig zeigte Herbst den Bewerbungsweg über den die Kulturhauptstadt 2010 gehen musste um sodann 2006 den Zuschlag zu erhalten.

Das Schiff setzte sich dann in Bewegung und zeigte Grönemeyer mit seiner Ruhr-Hymne und schlug einen großen Bogen über die vielen Projekte, wie die Helden-Ausstellungen, die Tanztriennale, LiteratuRe-Ruhr und dann kam auch schon das Projekt Schachtzeichen. Noch einmal stiegen die gelben Helium gefüllten Ballons in Bildern in die Luft unter denen sich tausende versammelten um ihre Metropole Ruhr zu feiern. Und so war es auch auf dem Finale indem nochmals Ballons mit Wünschen in die Luft gelassen wurden. Der Traum und Wunsch für die Metropole Ruhr. Ein Traum der sich verliert?

Und weiter ging es: Die Schattenkultur Ausstellung oder das Projekt Twins flogen als Erinnerung vorbei. Der bekannte Jazzsänger Theo Bleckmann stimmte in das Projekt Sing! Day of Song ein. Die Chöre der Metropole Ruhr probten tagelang für diesen einen Tag in der Schalke Arena in Gelsenkirchen. Aber nicht nur das, um 12:10 Uhr sangen alle in allen 53 Städten das Glück auf Lied. Es waren in den Städten rund 300.000 Sänger aufgeboten. In der Schalke Arena wurde ein Ruhrgebietschor 53.500 Sänger etabliert. Wer dabei war, weiß wie unvergesslich dieser Tag war.

Weiter ging die Reise: Die Orgellandschaften, Wohnkultur, Ruhrkunst, Nacht der Gotteshäuser oder die Local Heroes, dies als Haltepunkte in der Reise durchs Kulturhauptstadtjahr.
Die Stilleben Tische wurden auf der Höhenbühne zu einem Xylophon umfunktioniert und es erklang Südseemusik a la Steel Bands, jetzt die Wood Drummer. Ja, das Stilleben am 18.Juli – 3,5 Mio Menschen gingen oder fuhren auf ihrer Lebensader der 60 Km langen A40 und demonstrierten ein buntes, friedliches Nebeneinander der Alltagskulturen.Grau war gestern, bunt ist heute.

Viele, viele Projekte flogen an den Schiffsreisenden vorbei, begleitet von dem Marler "Junges Blasorchester e.V." Break Dancer vertraten die Straßenszene, Akrobaten der Urbanatix zeigten auf dem Gebäude ihre akrobatischen Einlagen. Dies alles perfekt inszeniert.

Die Live Einspielungen auf den Videoleinwänden aus Dortmund, Essen und Duisburg erbrachten das Wir-Gefühl der Metropole Ruhr. Ob das nun die Bewegtbilder des Dortmunder U von Professor Winkelmann waren, die 360° Lichtperformance am Essener Sanaa Gebäude oder die Ithaka Lesung im Duisburger Freihafen bei der Homer das Europa der Regionen beschwor, es war eine würdige aber auch moderne Inszenierung der Metropole Ruhr.

                

Und der Wermutstropfen? Ja, die Loveparade mit ihren 21 Toten und hunderten Verletzten, nein, sie sollten und sollen in der Metropole Ruhr nicht dem Vergessen ausgeliefert werden. Ob in Gelsenkirchen oder Duisburg, es waren Lichter die für die Toten in unseren Erinnerungen getragen werden sollten. Die reine Kultur will nicht vergessen oder verdrängen, sie wird sich immer moralisch verantwortlich zeigen. Insoweit unterscheidet sie sich von der politischen Kultur, die Verantwortung immer mit der Schuld vermengt um sich nicht zur Verantwortung zu bekennen.

Außergewöhnlich die Wechselgesänge in Sprech- und Gesangsform mit wechselnden Orten, die Technik macht so was möglich. Es ist unsere Stadt, es ist euere Stadt, so ein Credo der Sprechgesänge – wohl war.

Die Ruhrtopia auf dem Weg, Streetpiraten der Urbanatix entern das Nordsterngebäude. Diese ausgeflippten Ruhr Akrobaten mit ihren auswärtigen Freunden, wo man beim Zusehen schon blaue Flecke bekommt.

                

Die Volunteers kamen zu Wort, diese Gruppe die immer freundlich und frohgemut jedem hilfreich zur Seite stand wenn man nicht klar kam. Und die beim Helfen noch offensichtlich  Spaß hatten.

"Wir haben Kultur gelebt…wir haben es einfach gemacht… Die Erinnerung bleibt in unseren Herzen….Anderes Verständnis von Kunst, Kultur und dem Ruhrgebiet….Es muss weitergehen" so die Stimmen der Volunteers.

Und dann wandelte sich das Schiff in ein Raumschiff, welches abhebt in die Metropole Ruhr-Ruhrtopia. Das ganze endete in einem kurzen aber prägnanten Feuerwerk.
Diese fünf Akte wurden mit Szenenapplaus begleitet und mündete dann in einen großen Applaus.

Nun eines hatte das Tief Petra erreicht, zu der ausverkauften Vorstellung kamen nicht alle Besucher. Dies lag aber auch an den permanenten Katastrophenmeldungen mit gesperrten Autobahnen oder Staus auf der Autobahn.

Es war ein furioses Finale der Eröffnungsveranstaltung durchaus ebenbürtig. Und da die Erinnerung überwog herrschten Moll Töne vor die erst in Dur gewandelt wurden, als der fest verwurzelte Glaube an eine Metropole Ruhr artikuliert wurde.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gelsenkirchen

 


Hier noch unsere Gallery zur  Veranstaltung.

[Alle Fotos auf dieser Seite © Linde Arndt]

       [nggallery id=231]  

Alice muss das Wunderland verlassen…

[la] Und wenn im Dezember 2010 noch einmal die Spots aufleuchten und in schillernden Farben und Tönen das Jahr der Kulturhauptstadt Revue passieren lassen – bevor die Scheinwerfer im Ruhrgebiet abgeschaltet werden – dann, ja dann muss Alice ihr Wunderland wieder verlassen.
   

Es gibt ein Land voller Wunder, Geheimnisse und Gefahren wie sonst nirgendwo. Das heisst, um zu überleben muss man verrückt sein wie ein Hutmacher…. so heißt es.

Im Januar 2010 bin ich bei klirrender Kälte in dieses Land "gefallen", habe mitten in Schneegestöber und Eis die "Feuerteufel" des Teams Ruhr 2010 kennengelernt, die mit Herzblut und Leidenschaft ihren immens anstrengenden Job das ganze Jahr über beispielhaft gemeistert haben.

 
Marc Oliver Hänig – Felicitas Fletcher – Clemens Baier   –
Januar 2010                                              Foto:© Linde Arndt
  Marc Oliver Hänig – Felicitas Fletcher – Clemens Baier   –
Dezember 2010                                      Foto: © Linde Arndt

Da waren die Macher der Ruhr 2010, große Persönlichkeiten mit großem Engagement und Können, die niemals vergaßen, die Menschen, die  im Background mit und für sie arbeiteten in ihren Dank mit einzubeziehen.

Sie waren immer offen und gesprächsbereit und machten keinen Unterschied zwischen groß und klein.

Wir sind im Laufe der Monate "Freunde" geworden und so zieht jetzt beim Abschied eine tiefe Traurigkeit in mein Gemüt.

Es wurde ein Netzwerk unbeschreiblicher Art geschaffen. Kunst, Kultur, Nationen und Religionen trafen sich und gestalteten "gemeinsam". Kommunen kannten keine Rivalität, sondern schafften in Local-Heroes-Wochen und im Verbund mit Nachbarstädten Höhepunkte an Darbietungen.

Ein Jahr lang war ich Teil dieses Wunders, dieser aussergewöhnlichen Inszenierung, wo Dinge Wirklichkeit wurden, die man nicht für möglich gehalten hätte.

Wie ein Sog, so hat es mich in dieses Geschehen hineingezogen, herumgewirbelt, verwirrt in Erstaunen versetzt, nachdenklich gemacht –  und glücklich!

Wie heißt es so schön bei Alice: Das ist unmöglich? – Nur wenn man nicht daran glaubt!"

Und wie heisst es bei RUHR2010?
Jede Vision braucht Menschen, die an sie glauben.

Und die gab es in diesem Jahr millionenfach.

Vielleicht – [aber nur vielleicht] werde ich später, wenn sich meine Gefühle beruhigt haben noch weiter über dieses Jahr im Rückblick berichten.

Jetzt mache ich mich erst einmal auf den Weg um noch einmal dieses ganz besondere Feeling, dieses WIR-Gefühl auf zu nehmen. Eine große Packung Tempotaschentücher habe ich schon eingepackt, denn man weiss ja nie…..

 

Linde Arndt für  EN-Mosaik, die ein langes Jahr "Alice" war

 

Love-Letter auf der A40 zum Still Leben

 

[JPG] So stand es am Dienstag, dem 6. Juli 2010 in der WAZ Essen unter der Rubrik

       "Grüße und Glückwünsche":          

                    
20  20  20  20  20  20  20  20  20  20  20  20  20  20  20  20

20

20

20

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20

20

          Liebe Beate,

          herzlichen  Glückwunsch  zur Porzellanhochzeit.
          Aus  Liebe  zu  Dir  möchte ich auf  der längsten
          Hochzeitstafel der Welt,  am  18.7.2010,  auf der
          A40,  den   schönsten  Tag  unseres  Lebens
          nachfeiern incl. Trauung, wird nachgestellt.

          Dein Uwe

20

20

20

20

20

20

20  20  20  20  20  20  20  20  20  20  20  20  20  20  20
20
 

Diese Zeilen waren dabei rund herum mit der Zahl 20 umrandet. Welch wundervoller Liebesbrief, der auch Aussenstehenden das Herz berührt.
 
Wir wünschen Beate und Uwe einen unvergesslich schönen Tag zusammen mit Millionen Gästen, die gemeinsam mit ihnen diesen Tag auf der A40 verbringen und dieses absolut einmalige Ereignis feiern werden.
 
                
                                                                                                              Foto: Linde Arndt  EN-Mosaik

So wurde heute die Pressekonferenz und das anstehende Briefing in der Messe Essen durch den Pressesprecher Marc Oliver Hänig eröffnet. Die etwa 120 akkreditierten Pressevertreter spendeten Applaus, was eigentlich unüblich ist.

In der Nachbarhalle lagerten die 20.000 Tische und 40.000 Bänke. Sie stehen bereit um in der Nacht zum 18. Juli 2010 auf der gesperrten A40 aufgestellt zu werden.
Als Fritz Pleitgen in New York zum ersten mal sah, wie unkonventionell die Amerikaner einen ganzen Stadtteil sperrten um mit Fahrrädern, Rollerblades oder Skatebords ihren Stadtteil zu erkunden, kam in ihm der Gedanke, so was muss bei uns doch auch möglich sein. Und als er diese Idee variierte und die A40 gesperrt haben wollte, wollten ihn erst alle für verrückt erklären. Nur der Bund hat es der Ruhr 2010 zugetraut. Es war viel Überzeugungsarbeit nötig, die Fritz Pleitgen als auch das Team der Ruhr 2010  um ihn geleistet haben.

       
   ©MESSE ESSEN GmbH, 45001 Essen, Germany / Fotograf: Rainer Schimm/MESSE ESSEN
Fritz Pleitgen (links), Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH und die Oberbürgermeister der A40-Städte, Dagmar Mühlenfeld, Mülheim an der Ruhr, Reinhard Paß, Essen, Klaus Wehling, Oberhausen und Frank Baranowski, Gelsenkirchen sowie Michael Townsend, Kulturdezernent Bochum und Günter Kozlowski, Staatssekretär im Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes NRW und der Düsseldorfer Regierungspräsidenten Jürgen Büssow (rechts)
 

Der Regierungspräsident Jürgen Büssow, als Strassenverkehrsbehörde, übergab sodann symbolisch die Erlaubnisurkunde ( Ein 90 seitiges Werk ) an Fritz Pleitgen, den Geschäftsführer der Ruhr 2010 GmbH, womit alles ein genehmigungsrechtliches Fundament hat.

So standen am 07. Juli 2010 alle Verantwortlichen, fast alle Bürgermeister der Anrainerstädte waren anwesend (s.vor), den Fragen der Presse zur Verfügung. Es gilt ein weiteres Mammutprojekt der Ruhr 2010 Wirklichkeit werden zu lassen.

Es sind keine 10 Tage mehr wenn es im Verkehrsfunk heißt:

Achtung, Achtung, wichtige Verkehrsdurchsage:

Personen auf der A40 und zwar millionenfach!
Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer ihre Fahrzeuge auf den ausgeschilderten Parkplätzen abzustellen und über die Auffahrten zu sehen, was sich dort abspielt.

Die organisatorische und logistische Herausforderung ist immens und hatte bisher nichts Vergleichbares. Wo das geht, geht alles. Einer der Slogans der Ruhr 2010.

  Erwartet werden mindestens 1.000.000 Besucher denen von der Firma Edeka rund 1,5 Millionen Flaschen alkoholfreie Getränke, 300.000 Früchte und 100 tausende Snacks zu einem geringen Preis ( € -,50 und € 1,– ) angeboten werden. 

Dieses auf  93 Versorgungsstationen mit 100 Kühl Lkws angeliefert und verteilt.

Es gibt aber auch ein leckeres Bier für einen Euro aus der Dose, gekühlt versteht sich. Damit ist die Grundversorgung gesichert.

Versorgung durch EDEKA
Foto: Linde Arndt
   

11.700 Helfer, darunter 3.100 THW-Mitarbeiter, 1.700 Polizeibeamte, 1.000 Feuerwehrleute, 800 Entsorger, 780 Volunteers und, und, und stehen bereit für das große Spektakel.

  300 weitere Lkws bringen die Tische, Bänke Schilder und das Equipment auf die Autobahn und Umgebung.

37 Auf- und Ausfahrten werden durch das THW gesichert und begehbar gemacht.

   
Logistik durch Schenker    [Fotos re. + li.: Linde Arndt]    THW auf der Spur

31 Stunden ist die Autobahn gesperrt mit 30 Km Absperrungen.
Es wird 2.700 sanitären Anlagen geben, die vor Ort von 100 Helfern betreut werden.

Die VRR stellt 600 Helfer um die Besucher an die Auffahrten zu bringen. Die Regionalbahn erhöht für 10 Strecken ihre Kapazitäten, teilweise fahren auf einigen Strecken die Züge im 15 Minuten Takt. Shuttlebusse werden die Gäste aus dem Innenstadtbereich an die Autobahnauffahrten bringen. Es gilt statt 200 tsd.Fahrgäste nunmehr ca. 1 Million oder mehr Fahrgäste zu befördern. Dazu kommt, Autobahnauffahrten sind keine Bushaltestellen. Der adfc, also der allgemeine Fahrradclub erwartet bis zu einer halben Millionen Fahrradfahrer und wird an seinen Infopoints mit Pannenkoffern einfache Reparaturen ausführen. Mit dem Angebot "Bett und Bike" hält der adfc noch 100 Betten bereit um ein stressfreies Still-Leben zu gewährleisten. Denn es wird schwierig bzw. unmöglich, sein Fahrrad im öffentlichen Personennahverkehr mit zu nehmen.

Ein gigantisches Projekt um der Welt, Deutschland und der Metropole Ruhr zu zeigen, so leben wir, so sind wir, das können wir. Wir sind vor nichts bange.

Viele beispielhafte Programmbeiträge haben wir schon einmal in unserem Artikel http://en-mosaik.de/?p=13364 zusammengestellt.

Hier  einige interessante Beispiel die sich noch gemeldet haben?

  • Salsatanztreff, Dortmund
  • Goethe Dinner, Bochum Stadion
  • Englisch Table on the A40, Bochum Stadion
  • Rio meets Ruhrpott, Essen Frillendorf
  • Die Band CULTURE POOL spielt unplugged, Essen Holsterhausen
  • Die Pottpoeten mit unplugged Rap, Mülheim Dümpten
  • 100 Bräute für Marxloh, Kreuz Duisburg Kaiserberg


Ach ja, die Stiftung Zollverein ist auch an 15 Tischen nunmehr vertreten. Da können Grubenhelme angemalt werden, an anderer Stelle werden Fühlkästen aufgestellt in welchen man Dinge erfühlen kann. Mit "Schrift und Siegel" können Besucher alte Schriften erlernen und sodann ihren eigenen Siegelstempel anfertigen.

Wie gesagt, dieses sind nur Beispiele die ich nur so willkürlich aus den letzten Meldungen herausgenommen habe.

Die Stadt Ennepetal bunkert da leider etwas mit ihren Informationen. Lediglich wurde verlautet, dass Bürgermeister  Wilhelm Wiggenhagen auf der A40 dabei ist  und jeden begrüßt,  der an den 15 Tischen Ennepetals vorbeizieht. Wäre schön, ausführlicher informiert zu sein, so wie es durch anderen Städten geschieht. Aber was soll es, Ennepetal hat Öffentlichkeitsarbeit schon immer als konspirative Tätigkeit angesehen und sie daher nur rudimentär ausgeführt. Schon bei der Eröffnung von Ruhr2010 kam alles leider kleckerweise.

Aber lassen wir uns, den Tag nicht vermiesen, wenden wir uns interessanteren Dingen zu.

Dieses Projekt ist nicht nur imagefördernd sondern auch gemeinschaftsfördernd im doppelten Sinne. Einmal haben sich inzwischen viele Kommunen ausgetauscht und feiern gemeinsam auf der A40. Zum anderen fördert es den Gemeinschaftssinn innerhalb der Gruppen, die sich neu indentifizieren.

Still-Leben hat das Potenzial zu einem emotionalen Gründungsmoment der Metropole Ruhr zu werden. Alle Städte haben inzwischen ihre Aktivitäten weiter gemeldet, so dass man jetzt schon sagen kann: Bunter geht es nicht mehr. Die Metropole Ruhr ist bunt und nicht grau, und zwar bunt in vielerlei Hinsicht. Wir wollen nicht nur die längste Tischkultur haben, sondern die schönste und kreativste, so Fritz Pleitgen.

Es geht aber auch international zu. Die Co-Kulturhauptstädte Péc und Istanbul schicken uns ihre Frischvermählten und  diese sollen auf der A40  nochmals symbolisch  getraut werden. Unsere Nachbarn, die Niederländer, sind gar mit Tischkontingenten anwesend.

Teilnehmer sind als Besucher aus den USA, Spanien, der Schweiz, Österreich, Polen, Frankreich und Großbritannien fest gebucht. Sie haben konkret gebucht um auf dem Ruhrschnellweg A40 das Still-Leben zu erleben. Die Ruhr.2010 wird die unermüdlichen Ehrenamtlichen aus dem Schachtzeichenprojekt  nochmals sehen wie sie einige der gelben Ballons auflassen.
Aber bitte etwas Ruhe in dem bunten Miteinander, denn es gibt einen "Sing-Mop", richtig es ist dem Flash Mop entlehnt. Um 12:10 Uhr wird es ein Sing-Mobbing geben, alle werden zu diesem Zeitpunkt das Lied:
"Hejo, spann den Wagen an". einen dreistimmigen Kanon singen

Hier der Text:

Heho, spann den Wagen an
seht, der Wind treibt Regen übers Land
Holt die goldenen Garben!
Holt die goldenen Garben!

Und danach, klar, gibt es das Steigerlied. Glück auf! Glück auf!

Und das alles wird dementsprechend dokumentiert. Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum wird mit einem Hubschrauber über der A40  kreisen. Ausgestattet mit hochauflösenden Kameras werden die Aktivitäten in 2D und 3D im Einzelbild als auch im Bewegbildmodus aufgezeichnet. WDR 2 wird im Radio berichten. ARD und ZDF schicken komplette Übertragungswagen.

Den Streckenflyer haben wir als pdf zum download bereitgestellt.  Und hier der Link um wesentliche Fragen (FAQ) wie und  was man alles auf dem Still-Leben machen kann beantwortet. (http://www.ruhr2010.still-leben-ruhrschnellweg.de/deutsch/projekt/gebrauchsanweisung.html)

Als oberste Devise gilt übrigens immer: Rücksichtnahme gegenüber anderen. Die Mobilitätsspur kann beidseitig befahren werden, es gilt das Rechtsfahrgebot. Wer mit dem Auto anfährt sollte sich vorher im Internet kundig machen; denn die Auf- und Abfahrten der Autobahn sind mit Piktogrammen gezeichnet wo man mit dem Auto abparken kann.

Mit dieser Pressekonferenz als auch mit dem Briefing werden gleichzeitig sämtliche Planungs- und Sicherheitsreserven im Tischbereich aufgelöst.

Bis zum 12. Juli 2010 können noch einzelne Tische entweder über das Internet http://www. ruhr2010.de/still-leben/tischtickets oder telefonisch unter 01805-152010 (Festnetz 0,14 €/Min, Mobilfunkpreis max. 0,42 €/Min.) gebucht werden. Bis zum 17. Juli geht es noch an den bekannten Vorverkaufsstellen. Ein Tischticket kostet € 25,– zzgl. € 3,50 Gebühren und zzgl. Versandkosten.

Es gibt auch eine Bürgerhotline: 01805 – 452010 (Festnetz 0,14 €/Min, Mobilfunkpreis max. 0,42 €/Min.)

Generell gilt aber: Auch ohne festen Platz kann man bei Still-Leben dabei sein. Man kann die Programmbeiträge entdecken, erkunden und wird teilweise zum mitmachen animiert.

Auch wir müssen uns vorbereiten, haben wir doch heute bei dem Briefing einige Dinge mit auf den Weg bekommen, welche uns wieder einmal an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit führen werden. Denn eines hat uns das heutige Briefing mal wieder gezeigt, vor Überraschungen, im positiven Sinne, ist man bei der Metropole Ruhr nie sicher. Wurde uns doch heute mitgeteilt, dass die Möglichkeiten der Berichterstattung erheblich ausgeweitet wurden. Wie bei den Eröffnungstagen, dem  !Sing-Day of Song oder dem Schachtzeichen werden wir uns auch beim Still-Leben wieder von der Stimmung beflügeln lassen und erst morgens singen: Komm zu Ruhe…

In dieser Metropole Ruhr macht es Spaß und Laune mitzumachen und die positiven Spannungen auszuhalten. Wir gehören dazu. Und vielleicht gelingt es uns auch später mit ein paar Zeilen und ein paar Fotos ihnen allen diese spannenden Momente auf den Bildschirm zu zaubern.

Hier noch einige Impressionen von der Pressekonferenz in der Messe Essen.
[Fotos: Linde Arndt EN-Mosaik]
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Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Essen.