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Der Kelch ist aber an Hagen vorbeigegangen

Dominique Caron Bildquelle: Jürgen Pottebaum

Dominique Caron Bildquelle: Jürgen Pottebaum

[jpg] Viele Hagener haben dem Vernehmen nach aufgeatmet und den obigen Spruch ausgesprochen oder gedacht. Dominique Caron, die mit einer denkbar knappen Stimmenmehrheit von 8:7 durch den Hagener Theater-Aufsichtsrat auf den Intendanten Schild gehoben wurde, hat ihre Bewerbung zurück gezogen. Damit steht das Hagener Theater wieder ohne Intendanten da, nur der neue Generalmusikdirektor Joseph L. Trafton, scheint den Vertrag unterzeichnet zu haben. Eine von vier benötigten Führungspersönlichkeiten des Theater Hagen kann das vier Sparten Theater nicht alleine führen. Was hier offensichtlich fehlt ist Klugheit aber auch ein gewisses Fingerspitzengefühl bei der Hagener Verwaltung und dem Stadtrat.
Die Hagener Beigeordnete Margarita Kaufmann, die zum 1. Mai den Kulturbereich von Thomas Huyeng übernommen hatte, hatte offensichtlich nicht das Händchen die kulturellen Belange der Stadt in ruhige Gewässer zu führen. Wobei Margarita Kaufmann eine Persönlichkeit ist, die immer wieder auseinanderdriftende Kräfte zusammenführen konnte. Hier scheint sie allerdings ihrem eigenem Loyalitätsanspruch gegenüber der Stadtspitze im Wege gestanden zu haben.
Letztendlich geht es wie immer ums Geld, nämlich, das Theater möge doch 1,5 Millionen Euro (Und mehr) 2018 einsparen, was per Saldo eine Einsparung von über 10% darstellen würde.Eine Unmöglichkeit auf Seiten des Theaters. Auf Seiten der Stadt ist dies nur ein Beschluss den das Theater „gefälligst“ umzusetzen hat.
Diese „Dickköpfigkeit“ schadet nur der Stadt Hagen, nicht nur intern im Kulturbereich, vielmehr wird das Image der Stadt Hagen schwer beschädigt. Um weiteren Schaden von der Stadt zu nehmen, sollte der Stadtrat sich aufraffen den Beschluss vom November 2013 auszusetzen um endlich einmal den „Dampf aus dem Kessel“ zu nehmen. Trotz Haushaltssicherungskonzept und Stärkungspakt besteht die Möglichkeit mit Aussetzung des Ratsbeschlusses ein ruhiges Gespräch zu führen, zumal die Steuereinnahmen sich wie in anderen Städten positiv entwickeln. So rechnet der Hagener Kämmerer Herr Gerbersmann zum Jahresende 2016 mit einer Verbesserung zwischen 5 und 10 Mio Euro. Wenn dies kein Grund für die Aussetzung des Ratsbeschlusses von 2013 ist?

§ 43 GO NRW – Rechte und Pflichten der Ratsmitglieder
(1) Die Ratsmitglieder sind verpflichtet, in ihrer Tätigkeit ausschließlich nach dem Gesetz und ihrer freien, nur durch Rücksicht auf das öffentliche Wohl bestimmten Überzeugung zu handeln; sie sind an Aufträge nicht gebunden.

Noch Fragen?

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Hagen

Eine hilflose Ennepetaler Stadtverwaltung mit einem entsprechenden Stadtrat

[jpg] Es geht um die Ennepetaler Haushaltseinbringung 2017. Landauf und landab werden die ´17er Haushalte in allen Städten eingebracht, also nichts besonderes – sollte man meinen. Es geht um Geld, viel Geld.

Michael Eckhardt Foto: Linde Arndt

Michael Eckhardt Foto: Linde Arndt

Im Grunde genommen geht es um die Philosophie einer einzelnen Person, der Kämmerin oder des Kämmerers einer Stadt. Pleite sind fast alle Städte, viele sind in einem Haushaltssicherungskonzept und müssen innerhalb in  einer Zehnjahresfrist einen ausgeglichenen Haushalt ihrer Aufsichtsbehörde vorlegen. Viele Kommunen in NRW erfahren eine Konsolidierungshilfe nach dem Stärkungspaktgesetz des Landes NRW (Gesetz zur Unterstützung der kommunalen Haushaltskonsolidierung im Rahmen des Stärkungspakts Stadtfinanzen (Stärkungspaktgesetz) . Und andere Kommunen, abundante Kommunen (Reich und im Überfluss lebend), müssen einen Solidaritätsbeitrag leisten, damit andere Kommunen wieder auf die „Beine“ kommen. So muss Ennepetal als eine relativ reiche Stadt für 2017 rund 450.000,– Euro in den Stärkungspakt einzahlen. Das ist zwar die Hälfte des Betrages aus 2016, ist aber bitter für den Kämmerer Kaltenbach, der immer wieder betont wie arm Ennepetal ist, ja, sich vor drei Jahren in der Behauptung verstiegen hat, Ennepetal müsste selber aus diesem Städtestärkungspakt etwas bekommen. Und damit kommen wir zu der eigentlichen Philosophie eines Ennepetaler Kämmerers Kaltenbach, „Nehmen ist besser als Geben“. Eine hehre egoistische Einstellung, die sicher die Restgesellschaft erfreut. Wobei, der Ennepetaler Kämmerer hat nicht das Copy auf dieses Verhalten, dieses Verhalten kann man in allen Städten beobachten, wobei auch der Bund in Berlin und die Kommission in Brüssel keine Ausnahme machen.

Es sind nur Zahlen die die Kämmerer*innen, die die Finanzminister*innen oder die Kommissare*innen im Auge haben, wobei der Haushalt ausgeglichen sein muss. Letztendlich ist der Haushalt nie ausgeglichen, kann er auch gar nicht. Er wird ausgeglichen. Es gibt sogar einen Defizithaushalt, heißt, es wird mit Beträgen ein Haushalt oder ein Budget zusammen gestellt, welche es nie geben wird, jedoch von einer Stelle zugesagt wird. Bewundernswert wie mit Zahlen umgegangen wird die nie zur Auszahlung gelangen. Oder der deutsche Finanzminister Schäuble, der immer mit seiner schwarzen Null (Gibt es eigentlich auch eine rote Null?) herumläuft, weil er angeblich keine (neuen) Schulden gemacht hat. Jeder glaubt es? Nein, alle wissen Deutschland hat über 2 Billionen Euro Schulden und es werden Jahr für Jahr mehr. Es werden nur keine neuen Schulden mehr gemacht, die alten Schulden werden nur umgeschichtet.

Das wesentliche was die Masse dieser Zahlenexperten angeht, sie sehen nur die Zahl aber nie die Schicksale oder die Signale die ihr Zahlenwerk ausmacht. Sie reden von Zukunft, verbauen aber mit ihrem Zahlenwerk die Zukunft des Gemeinwesens dem sie verpflichtet wären.

Jugend bedeutet Zukunft einer/der Gesellschaft, Bildung, bedeutet Chancengleichheit und Aufstieg in einer Gesellschaft und Kultur, bedeutet Identität und Gemeinschaftsgeist. Und wenn man diese Werte mit den Werten der Aufklärung abgleicht, so stellt man eine hohe Übereinstimmung fest.

Was aber bedeutet wenn die Kämmerer*Innen, gerade in diesen Bereichen die Ausgaben herunterfahren und zwar teilweise in einer Höhe die die Aufgabe der Bereiche erfordern? Aktuell  fabulieren Parteien über eine deutsche Leitkultur. Welche Leitkultur? Wenn die Kämmerer*innen überall den Kulturetat auf eine Alibiposition zusammenstreichen. Offensichtlich scheint es nur eine recht diffuse Leitkultur zu geben.

Kämmerer Dieter Kaltenbach Foto: (c) Linde Arndt

Kämmerer Dieter Kaltenbach
Foto: (c) Linde Arndt

Aber kommen wir zu dem Ennepetaler Kämmerer Dieter Kaltenbach mit seiner Verwaltung und seinem Stadtrat die, wie es scheint, eine symbiotische Verbindung eingegangen sind.

Als der Kämmerer Dieter Kaltenbach seine Haushaltsrede hielt, hielt er eine Rede die Ennepetal in einem derart schlechten Licht darstellte, welches sicher nicht mehr steigerungsfähig ist. „Graue Maus“ nennt man die Stadt Ennepetal im EN-Kreis. Mehrere Firmen haben Ennepetal schon den Rücken gekehrt, weil sie in dieser Stadt keine Zukunft mehr sahen, andere die notwendige Unterstützung nicht bekamen. Mehrere Investoren sahen in Ennepetal keine Möglichkeit sich hier anzusiedeln, weil das gesellschaftliche Umfeld gegen eine Investition sprach.

Stadt und Stadtrat Ennepetal als Unternehmer.

Wenn der Kämmerer sich arm redet und den Ennepetalern einredet, alles habe keinen Zweck, so sollte man einmal in die Vergangenheit gehen.

Stadtrat, Kämmerer und die Verwaltung von Ennepetal haben sich öfter als Unternehmer betätigt.

Es sind kaum Entscheidungen gewesen, die von Erfolg beschieden waren. Warum auch; denn der Verwaltungsberuf und die Mehrzahl der Berufe im Stadtrat haben nichts mit dem Berufsbild eines Kaufmannes oder Ökonomen zu tun. Fehlentscheidungen waren also vorprogrammiert. Die Berufsbilder sind nicht kompatibel, denn wenn man den Diplom-Kaufmann oder den Diplom-Verwaltungswirt vergleicht, haben die Berufe außer in Teilbereichen des Finanz- und Rechnungswesen nichts gemeinsam. Und darüber hinaus haben Stadtrat und die Verwaltung kein Risiko in die Insolvenz zu gehen; denn letztendlich tritt der Steuerzahler für die gemachten Schulden ein. Für Ennepetal gibt es viele Felder die einer unternehmerischen Betrachtung nicht standhalten.

  •  Industriegebiet Oelkinghausen
    Als im vorigen Jahrtausend der Industriestandort „Oelkinghausen“ beschlossen wurde, sah das alles wie ein Goldesel aus. Grundstücksverkauf und sprudelnde Gewerbesteuer sahen die Experten von Stadtrat und Verwaltung auf die Stadt zukommen. Nur vor dem Erlös und dem Gewinn kommen erst einmal die Investitionen die eine Stadt und ein Stadtrat vorzulegen hat. Und es waren gewaltige Investitionen mit der die Stadt Ennepetal in Vorlage treten musste. Da waren Erschließungkosten, Kanalverlegung, Regenwasseranschlüsse, Gas, Strom und Wasser mussten vorhanden sein. Bis heute weiß niemand ob die Investitionen sich amortisiert haben, nur Schweigen ist von Seiten der Stadt Ennepetal, hinsichtlich einer Nachkalkulation, zu vernehmen.Inzwischen sind die ersten Firmen wieder ausgezogen, haben ihren Standort verlagert oder haben die Produktion eingestellt. Über Gewerbesteuerzahlungen im Bereiche „Oelkinghausen“ hüllt man sich in Schweigen. Datenschutz? Wohl kaum, denn es sind anonymisierte Zahlen.Voerder Center, Heilenbecker Center und Ringkaufhaus
    Alle drei Einkaufstempel haben sich nach relativ kurzer Zeit zu einem Flop entwickelt. Die von der Stadt getätigten Investitionen haben nicht die sicherlich erhofften Gewinne gebracht, so dass man heute mehr Kosten als Erlöse zu verbuchen hat.

 

Wilhelm Wiggenhagen Foto: (c) Linde Arndt

Wilhelm Wiggenhagen Foto: (c) Linde Arndt

  •  Haus Ennepetal, Platsch und Kluterhöhle
     Nach rund vierzig Jahren Haus -Ennepetal sehen wir einen Investitionsstau von rund 23 Millionen, und mehr vor uns, der unter Finanzierungsvorbehalt steht, ein Abbruch steht im Bereich der Möglichkeiten. Rund 40 Jahre Missmanagement in diesem Haus zeigen seine sichtbaren Spuren. Jedes Jahr werden fleißig Verluste verbucht, die sich auf einen zweistelligen Millionenbereich angehäuft haben.In diesem Haus wurde nur verwaltet und nicht unternehmerisch und professionell gehandelt. Der letzte „Unternehmer“, der Kämmerer Dieter Kaltenbach, wickelte nur ab. Kennzahlen über Auslastungen, wofür auch. Die Verluste die entstanden waren, wurden ja vom Steuerzahler gedeckt. Warum sollte man sich also große Gedanken machen? Auch dem Freizeitbad Platsch neben der Kluterthöhle erging es nicht besser, es wurde nur verwaltet. Millionen an Steuergeldern  wurden in diese Bereichen versenkt. Den letzten unternehmerischen Act der Verzweiflung konnte man im Bereich Gastronomie im Haus Ennepetal beobachten. Nachdem die Brüder um Xhemil Sahiti vor die Tür gesetzt wurden, sollte Oliver Dunker es mit einem gehobenem Gastronomiekonzept richten, als das schief ging holte man sich den griechischen Gastronom Petros Topalidis, der sollte es mit einem geringpreisigen Angebot richten. Aber auch das ging schief, jetzt bleibt das Restaurant geschlossen, damit die Verluste noch größer werden. Nebenbei wurde der zahlende Tanzclub Rot-Gold (ETC) und neuerdings das Leo Theater verprellt. Sicher wird jetzt jeder verstehen, warum ein Kaufmann oder Betriebswirt nicht den Verwaltungsmenschen spielen mag. Die Art und Weise wie von Politik und Verwaltung Verluste produziert werden, entbehrt jede Grundlage unternehmerischen Handelns. Politik und Verwaltung müssen jedoch nicht dafür haften, auch moralisch nicht. Es ist in Ennepetal, als wenn man Monopoly mit Papiergeld spielt.Wenn alles in die bekannte Hose gegangen ist, beauftragt man einen Gutachter der einem bestätigt, dass man nicht anders hätte handeln können. 

 

  • Finanz- und Rechnungswesen der Stadt Ennepetal.
    Als der ehemalige Kämmerer Günter Wenke unter und mit dem Bürgermeister Michael Eckhard 2006 die „Zockerei“, übrigens mit Zustimmung des Rates, begannen, wussten sie damals nicht, was  sie mit dem vielen Geld machen konnten. Sie hatten es über. Investitionen in die Infrastruktur, wofür denn? Es ging gründlich daneben. Ennepetal musste tief in die Tasche greifen um diese Entscheidung auszugleichen. 2009 kam der Einbruch in die Gewerbesteuer, er war voraussehbar, es fehlten Millionen. Dann kam der Coup mit der AÖR, 40 Millionen sollten an Buchgeld sichtbar gemacht werden. Es taten sich Bewertungsprobleme auf, ¾ Jahr stand in Ennepetal alles still, weil der Haushalt nicht genehmigt wurde. Die Firma KPMG AG richtete es gerne für einen 6 stelligen Euro Betrag. Andere Städte im EN-Kreis hatten die gleichen Probleme und wussten einen genehmigungsfähigen Haushalt aufzustellen.Nebenbei. Auf die Idee die Kämmerer Kollegen Jürgen Voß aus Schwelm oder Andreas Saßenscheidt aus Gevelsberg um Hilfe zu bitten, dafür ist die Stadt Ennepetal zu stolz.Die Kämmerei in Ennepetal ist zu einer reinen „Zahlenwerkstatt“ verkommen, die vor lauter Zahlen nicht mehr weiß, wofür die Zahlen stehen. Da wird nach der Rasenmähermethode entweder gespart oder Ausgaben erhöht. Der Stärkungspakt zwischen den Ennepetaler Unternehmen und der Stadt Ennepetal, der 3,5 Millionen bringen sollte aber nur 2,5 Millionen gebracht hat wurde zum Löcherstopfen des Haushaltes benutzt. Es war eine Augenwischerei, die von der tatsächlichen Verteilung der Einnahmen ablenken sollte. Unbeobachtet erfuhr für alle die Grundsteuer eine doch exorbitante Erhöhung, von immerhin rund 16 Mio. (+227%). In diesem Zusammenhang sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Grundsteuer von allen getragen werden muss. Es ist seit Jahren nicht auszumachen welche Ziele Ennepetal anstrebt, man lebt quasi von der Hand in den  Mund. Eine strategische Ausrichtung, die man immer über eine Kämmerei (Finanz- und Rechnungswesen) herauslesen kann, denn die Kämmerei muss ja für politische Forderungen das Geld zur Verfügung stellen, ist nicht erkennbar. Beschäftigungstherapie der Politik und der Verwaltung?
  • Personelles und Führung
    Auf allen Ebenen sah/sieht man Personalprobleme. Das Desaster zeigte sich besonders am Fall der AÖR ( Wir schrieben darüber.). Wesentliche Führungsprinzipien wurden in dieser Causa außer Acht gelassen und dem Prinzip „laissez faire“ freien Raum gelassen, und das über Jahre. Bis heute ist nicht bekannt ob es in der AÖR organisatorische Konsequenzen gegeben hat. Die neue Leitung Wolfang Schrey, der Horst Schnieder ersetzt hat, hat schon mal seinen Rückzug aus der Führungsetage der AÖR angekündigt. Ob eine sichtbar fehlende personelle Qualifikation in der AÖR beseitigt wurde, niemanden interessierte dies. Kurzfristiges Denken und Handeln wie im Zusammenhang mit dem Bürgerbüro wird zur Maxime des Handelns ernannt. Da werden eben mal tausende von Euro in ein Ladenlokal gesteckt um mit großem Getöse ein Bürgerbüro zu eröffnen, welches nach 4 Jahren wieder geschlossen werden soll. Langfristige Bedarfsplanung sieht anders aus, zumal E-Gouvernement seit Jahren auf den Vormarsch ist. Die Frage ist doch, wie qualifiziert und kompetent die Mitarbeiter der Stadtverwaltung aber auch der Stadtrat ist. Wie konnten einige Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Probezeit überstehen. Die Antwort: Gute Arbeitnehmer werden nach einem Vorstellungsgespräch sich bei einer anderen Stadt als in Ennepetal bewerben, dort haben sie bessere Perspektiven. Es wird schwer werden, denn wie will Ennepetal an gute Verwaltungsleute kommen, die auch neue Ideen neben einer notwendigen guten Qualifikation mitbringen. Nachdem die leistungsorientierten Zulagen wegfallen, werden sich weitere Arbeitnehmer auf den Weg machen.
  • Stadtimage, Städtische Marketing oder Public Relations
    Bürgermeisterin Imke Heymann Foto: (c) Linde Arndt

    Bürgermeisterin Imke Heymann
    Foto: (c) Linde Arndt

     Es reicht nicht wenn ein (e) Bürgermeister*in in die Kamera lächelt und seine Bürger zum Liebhaben ihrer/seiner Stadt auffordert. Suboptimal nennt man solche Handlungen; denn was zählt sind mess- und wahrnehmbare Faktoren die zu einer positiven Entscheidung für eine Stadt Ennepetal führen. Dabei ist die Politik und die Verwaltung in Ennepetal schon längst dazu übergegangen Menschen und Firmen nur noch zu halten. Allerdings mit mäßigen Erfolg; denn wenn Ennepetal die Kriegsflüchtlinge nicht hätte, sähe es Einwohnermäßig sehr böse aus.Dabei sind die Werkzeuge, mit denen man eine guten Figur als Stadt machen kann, bekannt, nur in Ennepetal finden sie keine Anwendung. Da ist das Bild der Stadt Ennepetal von innen gesehen genauso negativ wie das äußere Bild. Es reicht halt nicht, die Kluterhöhle und die Natur zu haben. Höhlen gibt es auf der ganzen Welt und Natur haben wir, so sie gepflegt wird, auch überall. Oder die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die sich doch überwiegend in den umliegenden Städten angesiedelt haben. Sie sind nicht motiviert in ihrer „eigenen“ Stadt zu wohnen. Politik und Verwaltung sollten über eine Residenzpflicht zumindest nachdenken – eine Zwangsmotivation. Wenn man jedoch eine Stadt wie Ennepetal als Produkt oder als Dienstleistungsgesellschaft begreift, sieht man eine Stadt vor sich, die sich in ewiger Jammerei befindet und nicht in der Lage ist Probleme zu lösen. Das führt zu dem Schluss, Politik und Verwaltung sind Teil des Problems, warum Ennepetal nicht weiter kommt. Es liegt wohl an der Verengung des geistigen Horizontes, warum Politik und Verwaltung in Ennepetal keine Impulse in die Ennepetaler Gesellschaft einbringt. Wir wollen einmal über einen in der Wirtschaft bekannten Begriff reden, dem „Behavioral Branding“ ( markenadäquatem Verhalten ), Wenn Ennepetal sein Verhalten so abstellen würde, indem die Akteure der Stadt Ennepetal, ihre Stadt als Marke verstehen würden, müssten sie sich aber dazu auftun eine Marken-Strategie zu entwickeln. Es müssten Zielvorstellungen entwickelt werden, Mitarbeiter*Innen der Verwaltung, Politiker*Innen aber auch die Ennepetaler*Innen müssten sich zu dem Produkt/der Marke „Ennepetal bekennen. Das hat viel mit Schaffung von Bewusstsein, Relevanz, Orientierung und Identifikation zu tun, was aber erst einmal geschaffen werden muss. Die Marke Ennepetal muss glaubwürdig, erfolgreich und kohärent herüber gebracht werden.Jedoch keine gesellschaftliche Gruppe in Ennepetal ist motiviert für die Stadt was zu tun und das betrifft auch die Unternehmerschaft, die sich jetzt gerade mit 2,5 Mio. aus ihrer Verantwortung freigekauft hat.

  • Wie soll das ein gutes Ende nehmen?
    Eine Strategie muss her, die innerhalb der nächsten 5 Jahre die einzelne Punkte Schritt für Schritt vorgibt die sodann umgesetzt werden müssten – und auch transparent sind. Dieses ewige Verschieben der Ennepetaler Probleme auf den Sankt Nimmerleinstag muss aufhören. Es müssen Versprechen erarbeitet werden die auch umgesetzt werden können, keine Allgemeinversprechen, sondern Versprechen die in konkretisierte Anweisungen münden. Was nicht mehr geht, ist die Jammerei des Kämmerers Kaltenbach der seit Jahr und Tag signalisiert, Ennepetal geht unter. Seine Haushalte sind Signale der Aufgabe und des Versagens von Politik und Verwaltung. Es mag zwar sein, dass der Bürgermeisterin die Mittel gestrichen werden müssen, aber doch nicht weil Ennepetal kein Geld hat und sparen muss. Sondern weil die Bürgermeisterin kein Geld in einen Briefumschlag stecken möchte, weil ihr das zu unpersönlich ist. Es sind zwei verschiedene Signale die hier ausgesendet werden können, dass eine sagt, ich bin „pleite“ und das andere Signal sagt, ich, die Bürgermeisterin möchte mich persönlich einbringen und mich nicht mit Geld freikaufen.
  •     Eine kurze Liste von anstehenden ambivalenten Entscheidungen aus der Giftliste des Kämmerers
        die zu einer negativen und damit fatalen Signalwirkung führen.

        –  Kürzung der Ennepetaler Außendarstellung (PR) um 50%
        –  Kürzung Pflege von Park- und Grünanlagen (PR)
        –  Wegfall Mittagessen für bedürftige Kinder des Kinderschutzbundes (Sozial)
        –  Kürzung des Schulbedarfs um 20% (Bildung)
        –  Kürzungen für Platsch*
                                Haus EN*
                                Kluterthöhle* (Sozial) [*Ein Witz die drei arbeiten mit Verlust und der Verlust erfährt eine Kürzung?]
         – Kürzung der Ausbildung um 50% (Die Mitarbeiter der Verwaltung erfahren keine weitergehende Qualifikation) (Administration)
 Werbung für Ennepetal vor der Metro Foto: (c) Linde Arndt

Werbung für Ennepetal bieder und naiv Foto: (c) Linde Arndt

Wenn ein potenzieller Investor auf Ennepetal trifft, so sollte er doch auf eine Stadt treffen die leistungsbereit ist und auch Willens ist Leistungen zu erbringen. Und wenn er sieht wie die Unternehmerschaft dieser Stadt spektakulär unter die Arme greift aber letztendlich keine oder nur eine unzureichende Zielvorstellung von dieser Stadt hat. Ennepetal stirbt Jahr für Jahr ein bisschen mehr ab, der soziokulturelle Bereich ist kaum mehr wahrnehmbar. Das Schlimme ist, Ennepetal nimmt nicht wahr, dass sie mit Gevelsberg und Schwelm zwei konkurrierende Kommunen neben sich hat, die mit sämtlichen Bereichen weitaus besser aufgestellt sind. Das Arbeitnehmer auf den Parkplätzen der großen Firmen abwinken, wenn man sie fragt, weshalb sie nicht nach Ennepetal ziehen. Die Strukturen Ennepetals sind relativ schnell zu erkennen, Arbeit und Regeneration durch Schlaf, mehr ist nicht. Die Betreuung durch Seniorengerechte Kulturveranstaltungen werden da mehr kontraproduktiv vermarktet. Auch die Kluterthöhle wird recht niedlich als Alleinstellungsmerkmal herausgestellt.

Diese ganzen unzureichenden Außendarstellungen plus der Aussagen von Kämmerei und Politik führt nur zu einer Botschaft: „Wir können es nicht, bleibt auf Abstand!“

Und die Politik? Sie sitzt nur herum und weiß sich nicht zu artikulieren, maximal kommt es zu einer Stimmenthaltung im Ausschuss um ja niemanden zu verärgern. Im Rat wird der Haushalt ´17 von der Mehrheit der Kooperativen CDU,FWE, Bündnis90|Grüne, FDP + AfD sicherlich zugestimmt, die SPD wird sich vielleicht enthalten und Piraten und Die Linke werden dagegen stimmen. Wie fast immer.

Was soll es, niemand ist im Rat oder der Verwaltung von den Auswirkungen dieser Beschlüsse betroffen. Aldous Huxleys Roman „Schöne neue Welt“ (Brave New World)  könnte in Ennepetal entstanden sein; denn Ennepetal ist genauso „creepy“ wie die Welt eines Aldous Huxley. Ennepetal ist die Diktatur der Biederen, Braven, Hilflosen und Mutlosen.

Alternativen gibt es zwar, wie aber sollen diese einem mehr als hilflosen Rat, bei einem übermächtigen Kämmerer, wohl einfallen.

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Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Wie halten die Städte an der Ennepe es denn mit der Kultur?

Vorstellung des Kulturprogramms 2016 Foto: Linde Arndt

Vorstellung des Kulturprogramms 2016 Foto: Linde Arndt

 

[jpg] Als im vorigen Jahr die Kriegsflüchtlinge zu uns kamen, waren einige nette Zeitgenossen sofort dabei die Obergrenzen festzulegen. Wobei, Obergrenzen wurden nie konkretisiert; denn mit einem einzigen Kriegsflüchtling waren diese Zeitgenossen schon überfordert. Ach ja, und das mit den Obergrenzen, wie hoch sollten die sein, wer sollte das bestimmen und wie sollten die auf die Länder verteilt werden. 21% der Kriegsflüchtlinge sollte NRW aufnehmen, aufgenommen hat NRW jedoch 31% wobei die kleinen und mittleren Städte mehr als die großen aufnahmen. Hörte man aus NRW Gejammere wie in Meck-Pom oder Bayern? Nein.

Tausende ehrenamtliche Helfer kümmerten sich rührend um die angekommenen Kriegsflüchtlinge. Sie haben das gemacht was notwendig war und ist, sie haben pragmatisch geholfen, ohne wenn und aber. Politik und Verwaltung sind bis heute nicht in der Lage ein umsetzbares Integrationskonzept aufzustellen, welches ein koordiniertes Arbeiten möglich macht. Sah man die Ehrenamtlichen nicht in der Öffentlichkeit, so sah man Politiker mit „guten“ Ratschlägen, die damit den Ehrenamtlichen teilweise in den Rücken fielen.

Politiker aus der gesamten politischen Farbenlehre nutzten die Stunde, um sich auf Kosten der ehrenamtlichen Helfer zu profilieren oder wie in anderen Fällen Ängste zu schüren. Erreicht wurde, dass ein gestiegenes tiefverwurzeltes Misstrauen gegenüber Kriegsflüchtlingen und alles Fremde zu beobachten ist. Dabei sollte man von einem Exportweltmeister Deutschland, der seine Waren bis in den letzten Winkel unseres Erdballs vertreibt, eine gewisse Offenheit erwarten.

Nein so nicht, klingt es von einem Chor, der in seiner Zusammensatzung bis dato nicht für möglich gehalten wurde.

Da hört man die AfD mit Frauke Petry oder Beatrix von Storch und von der CSU Horst Seehofer mit Markus Söder aber auch die CDU mit Wolfgang Bosbach oder Julia Klöckner (Wahlkampfbedingt) und der FDP-Vorsitzender Christian Lindner stimmt voll damit ein, in den Chor der Angsthasen.

Deutsche Kultur und Werte erhalten – Merkel entthronen“ so war auf einem Schild zu lesen, welches ein Demonstrant der Bundeskanzlerin entgegenhielt. Was auch immer in diesem Zusammenhang gesagt wurde, die Botschaft der Politik lautete: Weg mit den Kriegsflüchtlingen! AfD und die Konservativen unterschieden sich nur dadurch, dass die AfD Spitze schon mal auf Frauen und Kinder schießen wollen, wenn es gar nicht anders geht. Und dem FDP Vorsitzenden Christian Lindner fiel nur die Anpassung ein, die die Kriegsflüchtlinge zu leisten hätten.

 

Bei all´dem Hickhack der politischen Hysterie, kommt dann doch in einer ruhigen Minute die Frage auf: Was bitte versteht Politik und Gesellschaft unter,

 

Deutscher Kultur und deutschen Werten?

 

In Gevelsberg, wo eine recht rührige Bürgergesellschaft zu bewundern ist, wurde das Kulturprogramm 2016/2017 von Bürgermeister Claus Jacobi, Abteilungsleiterin für Kultur, Sport und Schulverwaltung, Bettina Bothe und Sylvia Korte, vorgestellt. Bei allen drei hatte man den Eindruck, man müsse nur das Etikett Kultur verwenden und dann hat da auch Kultur drin zu sein.

Programm 2016/17 Stadt Gevelsberg

Programm 2016/17 Stadt Gevelsberg

In diesem Programm finden sich viele nette und sicherlich unterhaltsame Veranstaltungen, was wir ausdrücklich hiermit bestätigen. Das geht von einer Schlagerrevue über eine Komödie bis hin zum Kabarett. Zum nachlesen und evtl. Vormerkung hier der Link zum Gevelsberger Kulturprogramm 2016/2017 .

Ist das nun die vielseitig reklamierte „Deutsche Kultur“? Vielleicht noch eine Kirmes, ein paar Bekleidungsvorschriften und die Arbeitskultur dazu vermengt und fertig ist die deutsche Kultur?

Der Gevelsberger Bürgermeister Jacobi, und damit steht er stellvertretend für alle lokalen Entscheider, findet es ist ein gelungenes Programm, zumal sich die Kosten für die Stadt in Grenzen halten.

Nun gibt es in Gevelsberg viele Gruppen die schon die Kultur in Summa darstellen könnten. Nur, und das ist das Problem, wie soll sich ein Fremder, zumal aus einem anderen Kulturkreis, sich die kulturellen Erscheinungen, Traditionen oder Werte aneignen, wenn sie nicht gegenüber der eigenen Kultur angeeignet werden können oder in der eigenen Kultur sogar verboten sind? Beispiel: Das Berührungsverbot in der islamischen Kultur. Kulturen und Werte wandeln sich, was gestern noch in Ordnung war, ist heute vielleicht verpönt.

Der Bürgermeister von Gevelsberg und die  in anderen Städten lehnen es ab einen Interessenausgleich zwischen den Kulturen zu erarbeiten. Sie fordern die deutsche Kultur ein, sehen dabei aber nicht das prozessuale der Kultur, sowohl der eigenen als auch der fremden. Obwohl anerkannterweise Kulturen sich annähern und einen Ausgleich fordern und auch immer gefunden haben.

164 verschiedene Kulturdefinitionen gibt es laut Alfred Kroeber und Clyde Kluckholm, die 1952 diesbezügliche Untersuchungen (Culture; a critical review of concepts and definitions) gemacht haben. Später wurden diese Definitionen durch Prof.Dr. Andreas Reckwitz typologisiert (Typologie des Kulturbegriffs 2000)

Und die Werte, die von vielen populistischen Politikern beschworen werden? Sie gehören zum Kontext des Kulturbegriffs oder ergeben sich aus der Kulturdefinition. Nur einfach Kultur zu fordern und nicht zu sagen, was Kultur leistet, dass geht nicht.

Pierre Félix Bourdieu, ein einflussreicher französischer Soziologe und Sozialphilosoph des 20.Jahrhunderts, schreibt denn auch:

Kultur“ ist kein harmloses Konzept eines harmonischen Miteinanders, sondern gelegentlich konfliktreiches Aufeinandertreffen unterschiedlicher Milieus und Lebensstile. Diese wiederum werden sehr unterschiedlich gesellschaftlich anerkannt und bewertet.“

 

Also keine heile Welt!

 

Und zu guter Letzt möchte ich Alfons „Fons“ Trompenaars zitieren, der ein recht anschauliches Bild von Kultur gezeichnet hat.

Ein Fisch spürt erst dann, dass er Wasser zum Leben braucht, wenn er nicht mehr darin schwimmt. Unsere Kultur ist für uns wie das Wasser für den Fisch. Wir leben und atmen durch sie.“

Im Grunde genommen muss sich der deutsche Politiker erst einmal bewusst werden, was er selber unter deutscher Kultur versteht und nicht die Kriegsflüchtlinge auffordern in einem Ratekurs die Inhalte einer deutschen Kultur zu erraten.

Dieser kleine Ausflug in die Definitionen von Kultur und Werten, soll verdeutlichen, dass es fast unmöglich für einen Migranten (besser die alte Bezeichnung Allochthonen) ist, sich der fremden Kultur zu nähern, wenn nicht die Gesellschaft einen transparenten kulturellen Dialog in Szene setzt.

Aus einer reinen Unterhaltungskultur können wohl kaum kulturelle Parameter von den Einwanderern abgeleitet werden, deshalb die vielen Parallelwelten in den Städten, die sich aus einer falschen Kulturpolitik ergeben haben, jetzt führen diese immer wieder zu sozialen Spannungen und Krisen. So hätten die türkischstämmigen Mitbürger sich nicht einvernehmlich für ihren Präsidenten Erdogan eingesetzt, wenn die deutsche Demokratie nicht so ein desolates Bild abgeben würde. Auch das ist Kultur und läuft unter Demokratieverständnis.

 

Finanziell ist auf kommunaler Ebene auch nicht alles geregelt; denn Bund und Länder haben keine Eile die Probleme, die mit den Kriegsflüchtlingen entstanden sind, schnellstens zu regeln. Man hat Zeit, die Flüchtlinge können ja erst einmal gelagert werden. Und die Kultur? Na ja, Sprachkurse reichen ja wohl – erst einmal.

Und dann ist da noch das deutsche Volk der Angsthasen, die immer wieder betonen, wie schlimm doch alles in Deutschland geworden ist, seit es die vielen, vielen Kriegsflüchtlinge gibt. Und diese Ängste werden von AfD, Pegida bestärkt und von den etablierten Parteien bestätigt. Deutschland auf dem Therapiesofa. Sorry, nicht ganz Deutschland. Und Merkel ist an allem Schuld.

Dabei hatte doch Gevelsberg die Probleme die mit den Kriegsflüchtlingen entstanden waren sofort erkannt, Bürgermeister Jacobi sammelte Gelder für Sprachkurse ein, die von Frau Beinert organisiert wurden. Dann kippte die Stimmung und niemand traute sich mehr offen über Kriegsflüchtlinge zu sprechen. Nur die Kriegsflüchtlinge sind noch da. Jedoch müssten schon länger die notwendigen Weichen für eine einigermaßen gelungene Integration gestellt werden. Kultur und Werte. Es reicht nicht über christliche Werte zu reden um die Überlegenheit des Christentums herauszukehren, man muss diese Werte auch umsetzen. Vielen dieser Sprachkünstler sollte man zurufen, lest doch erst einmal die „Bergpredigt“ des Matthäusevangeliums (Mt 5-7).

 

Kultur, und zwar nicht nur die eigene Kultur, ist und kann mehr als nur unterhalten. Wenn die Politik sich mehr um den kulturellen Bereich kümmern würde, würden viele gesellschaftlichen Probleme, die in der Regel der Gesamtwirtschaft sehr viel Verdruss bereiten, im Ansatz gar nicht erst entstehen. Was ist mit der Bildung, die auch zur Kultur gehört?

 

Wie ist es in den Städten des Südkreises bestellt?

 

Ennepetal möchte erst einmal wissen, was Kultur sein soll und hat eine bayrische Firma beauftragt, ihr dies darzulegen. Ansonsten, kauft man Unterhaltungskultur ein um sie den Ennepetalern als Kultur zu verkaufen.

Anders die Gevelsberger, die viele Kulturschaffende in ihren Reihen haben, was fehlt ist eine thematische Vernetzung und klare kulturelle Zielsetzung.

Die Schwelmer haben Kultur als umfangreiche und vielfältige Unterhaltung definiert, wer will kann in Schwelm Unterhaltungskultur organisieren. Wobei das Heimatfest als herausragendes Kulturereignis der Unterhaltungskultur, alle anderen Ereignisse überschattet.

 

Kommen wir zu der Ausgangsfrage, die sich für jeden stellt der Deutschland aufsucht, der Frage nach:

 

Deutscher Kultur und deutschen Werten?“

 

Wenn man diese Frage ernsthaft stellt und eine ernsthafte Antwort erwartet, so ist jede gesellschaftliche Partei überfordert. Letztendlich wird man mit den vielen Klischees oder Stereotypen sich zufrieden geben müssen. Die Frage ist dabei: Wollen wir das? Ich für meine Person möchte nicht als Egoist oder Kraut (Sauerkrautesser) wahrgenommen werden. Ich möchte aber auch nicht einer rosaroten heilen Welt Vorschub leisten, die letztendlich in die Irre führt und Erwartungen weckt, die niemand befriedigen kann.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg

Wie stellt sich die Nach-Kulturzeit in Ennepetal dar

Kulturausschuss-Sitzung Foto:(c) Linde Arndt

Kulturausschuss-Sitzung Foto:(c) Linde Arndt

 

[jpg] Die Stadt Ennepetal hat die Kultur „outgesourced“ (EN-Mosaik schrieb darüber). Konsequenterweise müsste der Kulturausschuss sich selber den Hut geben.

Unsere Redaktion machte sich auf den Weg um den Kulturausschuss zu besuchen um zu sehen, womit sich die Mitglieder des Ennepetaler Kulturausschusses jetzt beschäftigen würden. Wenn man schon mal ein Mitglied eines Ausschusses ist, ist man in Ennepetal schon wer. Es geht da weniger um die Sitzungsgelder, mehr um den Selbstwert des Einzelnen. Einige Mitglieder haben aber auch ein Interesse in diesem Ausschuss zu sitzen, werden doch hier die Zuschüsse an die Kulturschaffenden Vereine vergeben. Da macht es schon Sinn sich in Erinnerung zu bringen.

Um es vorweg zu nehmen, es war ein gruseliger Ausschuss, den Anwesenden war der Kulturbegriff wohl abhanden gekommen.

Als erstes befasste man sich mit Straßenschildern, die einen Zusatz bekommen sollten, wie Karlstraße, sollte demnach den Zusatz Carl Gutjahr…. bekommen und die Wilhelmstraße sollte den Zusatz Wilhelm I seit 1871 Deutscher Kaiser. Das Karl und Carl andere Schreibweisen haben und Wilhelm I nicht mehr in die heutige Zeit passt, konnte niemand anmerken. Übrigens, jede Stadt hat eine Ecke wo man Straßen mit deutschen Vornamen findet. Bei der Friedrichstraße wählte man den Zusatz, Friedrich I., genannt Barbarossa, deutscher Kaiser….passt doch.

Dr. Ohlemüller Foto: (c) Linde Arndt

Dr. Ohlemüller Foto: (c) Linde Arndt

An der Diskussion beteiligte sich nur Dr. Johannes Ohlemüller (SPD) der dann in einen kritischen Dialog mit dem Leiter des Fachbereich 4 Cosimo Palomba trat. Gottseidank entschied man sich nur für 4 Straßenschilder die einen Namenszusatz bekommen sollten. Es waren schon einige Straßenzusätze die dort von der Stadtverwaltung angeboten wurden grenzwertig.

Dann ging es um die Zuschüsse (Förderung) von musiktreibenden Vereinen. Nach Vorschlag der Stadtverwaltung soll es zukünftig ein Zuschuss nach „aktiven Mitgliedern“ geben. Auf die Einlassungen von Stefan Mayer-Stoye (Bündnis90/Die Grünen) ob man nicht den Nachwuchs fördern könne, indem man den Vereinen mit Nachwuchsarbeit einen Bonus zuweisen sollte, wehrte Thomas Braun (FDP) dies ab, indem er die Vereine in die Verantwortung nahm. Bei einigen Vereinen sieht man schon das biologische Ende nahen. Passt doch zu Ennepetal. Warum also Nachwuchsarbeit? Stefan Mayer-Stoye (Bündnis90/Die Grünen) hatte dann nicht das Rückgrat sich durchzusetzen.

Alles in allem, wurde jedoch nicht grundsätzlich über den Nutzen der musiktreibenden Vereine gesprochen. Dabei sollte schon die Frage erlaubt sein, nutzt es dem Image der Stadt Ennepetal oder ist das irgendwo ein Eigenverein der der Persönlichkeitsbildung der einzelnen Mitglieder dient.

 

Danach gab die Stadtbücherei Rechenschaft über das Jahr 2015 ab. Die Leiterin der Stadtbücherei Ennepetal, Verena Lückel legte Statistiken vor, die doch nachdenklich machten.

Wie kommt es, dass nur rund 1% der Leserschaft aus Voerde stammt? Dann, wie kommt es, dass in den Monaten September bis Februar eines Jahres weniger Leser nach Büchern fragen als im Rest des Jahres. September bis Februar sind in der Regel die Monate, die witterungsbedingt die Leserzahlen in die Höhe treiben.

Dann gab es noch eine Umfrage, repräsentativ (?) oder tendenziell, in der man von den Ennepetaler Theaterkunden die Zufriedenheit messen wollte. Wohlgemerkt, nicht bei allen Ennepetaler Bürgern, für die interessierte man sich nicht. Rund 40%, absolut waren das 60 Fragebögen von 146 + einer unbekannte Anzahl von Fragebögen, der Fragebögen wurden zurück gegeben. Toll. Diese Umfrage ist für die „Tonne“ und kann als unseriös abgetan werden. Auf die Frage, worüber informieren sie sich über die kulturellen Veranstaltungen, wurde als Antwort die Presse vorgegeben, dass Internet kam dabei nicht vor. Dabei ist es doch allgemein bekannt, dass das Internet zu fast 70% als erste Informationsquelle genannt wird, je nach Veranstaltung. Bei der Frage des Alters der Besucher offenbart sich das ganze Dilemma der Stadt, denn es waren überwiegend die über 55 jährigen (50 Personen von 60) die befragt wurden. Alles in Allem ist dies eine geschönte Umfrage – unseriös.

 

Zwischendurch wurde die Presse hinaus komplimentiert weil eine Münchner Firma, sie stellte sich als Dr. Martina Taubenberger vor,den Auftrag für ein Kulturkonzept bekommen sollte. Weil diese Vergabe im nichtöffentlichem Bereich stattfinden sollte, die Mitarbeiter*In der Firma um 18:48 h ihren Zug noch bekommen wollten, musste die Presse raus. Für Übernachtungsspesen reicht es wohl nicht.

Danach ging es weiter, der Kollege von den Funke Printmedien wartete geduldig auf dem Flur. Na ja, der ist ja auch fest angestellt.

Unsere Redaktion fragte sich aber schon, was das alles mit Kultur zu tun hat, zumal die Informationen recht dürftig oder sogar unseriös waren. Wie bereits gesagt, kann man die Aufgaben dieses Ausschusses auf die anderen Ausschüsse verteilen. Straßenschilder in den Betriebsausschuss, die Bücherei in den Wirtschaftsausschuss. Unsere Redaktion kennt mehrere Städte, wo der Kulturbereich sogar an den Sportauschuss angegliedert wurde.
Die SPD geführte NRW Landesregierung hat die Kultur im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen eingegliedert, Amtsinhaberin: Christina Kampmann (SPD) und die vorherige CDU Landesregierung unter Jürgen Rüttgers (CDU) hatte mit Staatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff (CDU) (ein renommierter Kulturpolitiker) den Kulturbereich in der Staatskanzlei angesiedelt.

Warum die Stadt Ennepetal hier nicht konsequenter vorgeht kann man nicht nachvollziehen. Es sei denn die anwesenden Politiker verdienen ein Gnadenbrot.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Ennepetal gibt die Kultur auf

Domicil der Kluterthöhle & Freizeit Verwaltungs- und Betriebs-GmbH & Co. KG Foto: Linde Arndt

Domicil der Kluterthöhle & Freizeit Verwaltungs- und Betriebs-GmbH & Co. KG Foto: Linde Arndt

[jpg] Die Ennepetaler Kultur wird outgesourced. Ab 1. Juli 2016 wird die Kluterthöhle & Freizeit Verwaltungs- und Betriebs-GmbH & Co. KG das kulturelle Image in Ennepetal prägen.

Die deutsche Leitkultur, die von den Konservativen so oft beschworen wird, findet man demnächst in einem Kassenhäuschen im Haus Ennepetal. Fein aufgelistet findet man in der Beschlussvorlage 83/2016 was eine Stadt wie Ennepetal unter Leitkultur versteht. „Planung, Durchführung und Abrechnung von Veranstaltungen….“. Also entwerfen von Eintrittskarten und deren Verkauf? Und was noch toller ist, ein Verwaltungsangestellter der Stadtverwaltung der zur Kluterthöhle & Freizeit Verwaltungs- und Betriebs-GmbH & Co. KG wechselt, bestimmt demnächst was Kultur ist oder sein wird. Der Weg zum Bratwurstgrill und Waffeleisen ist vorgezeichnet.

Dabei war der Kulturbereich in Ennepetal seit Jahren, im Verhältnis zu anderen Städten, ein mehr lustlos dahin vegetierender Bereich. Der Bereich brauchte dringendst einen Impuls der zu einer ernstzunehmenden Neukonzeption führen müsste.

Kultur als Standortfaktor läuft neben der Bildung vor (!) der Gewerbesteuer. Schon lange gilt für das Image und die wirtschaftliche Attraktivität einer Stadt wie Ennepetal die Kultur nicht als sogenanntes I-Tüpfelchen, vielmehr stellt es z.Bsp. für qualifizierter Arbeitskräfte einen bedeutsamen Faktor in einer Kommune dar. Zugegeben, es ist schwer den quantifizierbaren immateriellen Nutzen der Kultur durch die Erhöhung des Imagewertes einer Stadt zu errechnen, jedoch sieht man immer wieder, dass prosperierende Städte auch eine dementsprechende kulturelle Infrastruktur vorhalten. Nichts ist schlimmer als mit einer Stadt, die verstaubt, altmodisch und kulturell hinterwäldlerisch daherkommt den Ansprüchen eines modernen Personalmanagements der lokalen Unternehmen, wie Febi, Dorma oder Alanod gerecht zu werden.

Theater Foto: Linde Arndt

Theater Foto: Linde Arndt

So ist es befremdend wenn die neue Bürgermeisterin Imke Heymann, die ja aus einer großen deutschen Kulturstadt kommt, keinen ernstzunehmenden Impuls zur Ennepetaler Kultur geben kann. Imke Heymann kommt aus Leipzig, die Stadt in der Kurt Masur zuhause war, das Grassi Museum, Oper, Theater oder die das weltbekannte Gewandhausorchester und den Thomanerchor vorzuweisen hat, diese kulturellen Strukturen prägen. Und da soll die Bürgermeisterin nichts von abbekommen haben?

Begraben wir also die Kultur in Ennepetal und pflegen wir  ein Image welches qualifizierte Arbeitskräfte gar nicht an unsere Stadt denken lässt. Lasst diese qualifizierten Ingenieure, Techniker oder auch Ökonomen in andere Städte ziehen, auch diejenigen die im Reichenbach Gymnasium die allgemeine Hochschulreife gemacht haben. Nein, Ennepetal braucht niemanden, der die „graue Maus“ nicht lieben mag.

Nur, konsequenterweise sollte der Rat der Stadt Ennepetal nach dem 1. Juli seinen Kulturausschuss auflösen, die verbleibenden Aufgaben die man nur als Petitessen bezeichnen kann, können dem Sportausschuss zugeordnet werden. Damit könnte die Stadt ein „paar“ Euro sparen; denn Ennepetal ist in vielerlei Hinsicht sehr arm. Doch halt, was machen die armen Ratsmitglieder des Kulturausschusses die ja irgendwie von der Stadtverwaltung betreut werden müssen oder ist es doch eine Therapie?

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Und wieder einmal das volle Programm

Bürgermeister Claus Jacobi und Sylvia Korte stellen das Kulturprogramm 2015/2016 vor Foto: (c) Linde Arndt

Bürgermeister Claus Jacobi und Sylvia Korte stellten das Kulturprogramm 2015/2016 vor Foto: (c) Linde Arndt

[la] Das neue Kulturprogramm der Stadt Gevelsberg ist zusammengestellt, gedruckt und liegt zur Abholung bei der Bürger-Information der Stadt Gevelsberg, der Bücherei der Stadt Gevelsberg, sowie an allen bekannten ProTicket Vorverkaufsstellen  bereit.

Auch für diese Ausgabe hatte  Sylvia Korte, als zuständige Mitarbeiterin im Kulturbereich, wie bereits im Vorjahr, sich wieder auf den Weg gemacht, z.B. zu einer großen Theatermesse um Ideen zu sammeln. Es gibt aber auch Künstler, die bereits in den Vorjahren Auftritte in Gevelsberg hatten und für eine volle Aula West gesorgt hatten. Die Empfehlungen werden dann den Gevelsberger Politikern vorgestellt und dann erfolgt eine gemeinsame Zusammenstellung.

Kulturprogramm (c) Stadt Gevelsberg

Kulturprogramm (c) Stadt Gevelsberg

Bürgermeister Klaus Jacobi betonte, das so ein Kulturprogramm eine freiwillige Leistung der Stadtverwaltung ist und es schon bemerkenswert ist, wenn eine Stadt in der heutigen Zeit noch so ein umfangreiches und tolles Programm auf die Beine stellen kann.
Das Kulturprogramm der Stadt ist nach wie vor so angelegt, dass jeden Monat eine besondere Veranstaltung von September 2015 bis April 2016 stattfindet. Die klassischen Sommermonate werden wegen der darin liegenden Ferien dabei ausgespart.

Zu den angegebenen Terminen findet auch immer etwas hochkarätiges statt. Besonders schön ist, dass dieses Programm immer wieder mit besonderen Veranstaltungen und bekannten Persönlichkeiten  aufwarten kann. Hier wird Bernd Stelter mit seinem Auftritt am 21.10.2015 als Höhepunkt der Saison herausgestellt. Bernd Stelter gehört seit Langem schon irgendwie einfach zum Kulturprogramm. Er hat das Gevelsberger Publikum schon mehrfach mit seinem anspruchsvollem Programm begeistert.

Wenn auch der Start mit dem Musical „I Wanna Dance With Somebody!“  im September schon vorbei ist, so gibt es doch eine umfangreiche Menge attraktiver Veranstaltungen bis 2016, die wir wärmstens empfehlen können.  Schauen Sie einmal in das gesamte Kulturprogramm, welches wir Ihnen als pdf eingebunden haben. (Klick auf das Foto links).

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Gevelsberg

 

 

 


 

 

Marie N’Diaye erhält Nelly-Sachs- Preis 2015

Marie NDiaye Foto: (c)  Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag

Marie NDiaye Foto: (c) Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag

[Dortmund] Mit dem Nelly-Sachs-Preis, Literaturpreis der Stadt Dortmund, wird in diesem Jahr die aus Frankreich stammende Schriftstellerin Marie N’Diaye ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.
Marie N’Diaye ist 1967 als Tochter einer Französin und eines Senegalesen in Pithiviers bei Orléans geboren. Seit 2007 lebt sie mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Jean-Yves Cendrey, und ihren drei Kindern in Berlin. Frankreich verließ die „Französin durch und durch“ aus Protest gegen die Einwanderungspolitik der Regierung Sarkozy.
In ihren Werken setzt sie sich vor allem mit Fragen zur Herkunft und dem Rätsel der Identität auseinander – und dies auf literarisch überragende Weise.
In der Begründung der Jury für den Nelly-Sachs-Preis heißt es:
„Im Werk von Marie N’Diaye ist Identität eine unsichere Sache. Das liegt an den familiären Urkonflikten, die sie in all ihren Büchern thematisiert – und ihrem Bewusstsein für die sozialen, politischen und moralischen Dimensionen der Probleme unserer Zeit.
Die Männer und vor allem Frauen, von denen die französische Autorin in Romanen wie „Rosie Carpe“, „Drei starke Frauen“ oder „Ladivine“ so kraftvoll wie sinnlich-expressiv erzählt, sind sich selbst fremd geworden. Oft ist der Grund dafür eine tiefe Schuld, die sie in sich tragen, weil sie sich von ihren Eltern oder ihren Kinder abgewandt haben.
Die Zugehörigkeit zu einem Land oder einer Kultur spielt neben der zur Familie eine Nebenrolle. Denn Marie N’Diaye überschreitet mit der Intensität ihrer Literatur mühelos alles, was sich unter Schlagworten wie Multikulturalität oder Integration scheinbar leicht fassen lässt.
Bei N‘Diaye wird der Rassismus zu einer Metapher für den Egoismus, die Verrohung, die Machtgier oder die Verachtung, die überall auf der Welt regieren. Dabei bewahrt ihre von Mythen und Märchen gesättigte Literatur stets ein Geheimnis, weil sie schärfsten Realismus mit Übersinnlichem, Psychologie mit Rationalität mischt.
Marie N‘Diaye lädt in ihren Büchern zum Nachdenken über andere Lebensweisen, Ansichten und Kulturen ein, gerade weil sie nicht um Verständnis und Toleranz wirbt, sondern aufzeigt, wie elend eine Zivilisation ohne diese Eigenschaften ist.“

Die Autorin gilt als eine der erfolgreichsten französischen Gegenwartsdramatikerinnen. Sie hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Theaterstücke geschrieben.
Für den Roman Rosie Carpe wurde Marie N’Diaye 2001 mit dem renommierten Prix Fémina ausgezeichnet, seit 2003 ist sie Autorin der Comédie francaise. Ihre Stücke werden zunehmend auch an deutschen Bühnen aufgeführt. Im Jahr 2009 wurde ihr für den Roman Trois femmes puissantes die höchste literarische Auszeichnung Frankreichs, der Prix Goncourt, verliehen. Die deutsche Übersetzung Drei starke Frauen erschien im Juni 2010, ebenso wie die ihrer anderen Werke, im Suhrkamp Verlag.

Die Juryentscheidung trafen unter dem Vorsitz von Stadtdirektor und Kulturdezernent Jörg Stüdemann die Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter:
Dr. Sabine Berking, Berlin (Dozentin, Lektorin, Literaturkritikerin),
Felicitas von Lovenberg, Frankfurt/M. ( Autorin, Literaturkritikerin, Redakteurin FAZ),
Thomas Rothschild, Stuttgart, (Journalist, Dozent, Autor) und
Dr. Johannes Borbach-Jaene, Dortmund (Leiter Stadt-und Landesbibliothek).

Als Sachpreisrichter waren die Ratsmitglieder Bürgermeisterin Birgit Jörder, Barbara Brunsing, Brigitte Thiel und Joachim Pohlmann beteiligt.
Mit dem Nelly-Sachs-Preis sind neben anderen bislang auch Nadine Gordimer, Christa Wolf, Per Olov Enquist, Norman Manea und Abbas Khider ausgezeichnet worden.
Marie N’Diaye hat sich sehr über die Mitteilung der Jury gefreut und zugesagt, den Preis am Sonntag, dem 13. Dezember 2015, entgegenzunehmen. Die Preisverleihung findet in der Bürgerhalle des Rathauses, Friedensplatz, um 11 Uhr statt.

Weitere Informationen zu Marie N’Diaye:
Auszeichnungen:

  • 1989 Stipendium der Villa Medici
  • 2014 International IMPAC Dublin Literary Award 2014 (Longlist)
  • 2013 Man Booker International Prize (Nominierung)
  • 2011 Spycher: Literaturpreis Leuk an Marie NDiaye
  • 2010 Internationaler Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt
  • 2010 Jürgen Bansemer & Ute Nyssen Dramatikerpreis
  • 2009 Prix Goncourt
  • 2001 Prix Fémina

Veröffentlichungen

  • 2014 Ladivine, Roman
  • 2012 Ein Tag zu lang, Roman
  • 2012 Selbstporträt in Grün, Roman
  • 2010 Drei starke Frauen, Roman
  • 2008 Mein Herz in der Enge, Roman
  • 2006 Alle meine Freunde, Erzählungen
  • 2005 Rosie Carpe, Roman
  • 2000 Die Hexe, Roman
  • 1994 Un temps de saison, Roman
  • 1993 Die lieben Verwandten, Roman
  • 1989 La femme changée en bûche, Roman
  • 1987 Comédie Classique, Roman
  • 1985 Quant au riche avenir, Roman

Ziele für Ennepetal

Eine effiziente Verwaltung

Hauptaufgabe des Bürgermeister per Gesetz ist die Leitung der Verwaltung zum Wohle der Stadt und der Bürger. Ich werde in den kommenden Jahren die Verwaltung zu einem modernen Dienstleister für die Bürger weiter entwickeln. Eine Verwaltung mit schlanken, effizienten Prozessen und so wenig Bürokratie wie rechtlich möglich ist mein Ziel. Die Verwaltung muss dabei auf vielfältige Art und Weise erreichbar sein – persönlich, aber auch über das Internet und in den sozialen Medien. Die Mitarbeiter der Verwaltung werde ich auf diesem Weg mitnehmen, denn sie wissen am Besten, wie man Prozesse beschleunigen und effektiver gestalten kann. Der Überalterung der Verwaltung werde ich durch gezielte Personalentwicklung, verstärkte Ausbildung und der Einführung effektiver Methoden des Wissenstransfers begegnen. Eine funktionierende und schnelle Verwaltung ist die Grundlage für alle anderen Ziele. Für den Bürger zum Wohle der Stadt!

Transparenz

Die Stadt gehört dem Bürger und die Stadtverwaltung arbeitet in seinem Auftrag. Die Bürger haben verdient zu wissen, wie es um ihre Stadt steht und was die Basis für Entscheidungen ist. Ich werde für Transparenz sorgen und stehe für verlässliche Zahlen, Daten und Fakten. Sachentscheidungen müssen auf der Basis von belastbaren Zahlen getroffen werden. Politik wird im Rat gemacht und nicht im Rathaus. Nur wenn wir die Bürger mitnehmen, können Sie die getroffenen Entscheidungen verstehen und mittragen. Ohne den Rückhalt der Ennepetaler werden wir die Stadt nicht nach vorne bringen.

Kultur der Zusammenarbeit

Ich werde die Kultur der Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Rat und Verwaltung weiter entwickeln. Der Bürger muss  im Fokus stehen, der Rat muss entscheiden und die Verwaltung muss konsequent umsetzen. Wir müssen offen und ehrlich kommunizieren – auch unschöne Entscheidungen oder Fakten. Die Basisdaten für unsere Entscheidungen müssen verfügbar, belastbar und ohne politische Gewichtung sein. Auch innerhalb des Rathauses stehe ich für diese offene und ergebnisorientierte Kultur, mit dem Ziel eigenverantwortliches Handeln zu fördern und die Mitarbeiter für ihre Aufgabe zu begeistern.

Ennepetal 2030

Wir haben kein Konzept und keine Agenda mehr für unsere Stadtentwicklung. Das Vorgehen der letzten Jahre ist geprägt durch Einzelmaßnahmen ohne klare Zielrichtung. Mit dem integrierten Handlungskonzept haben wir uns daran gemacht wieder Zielideen zu generieren. Diese müssen in einem konkretes Handlungskonzept weiterentwickelt werden, was dann durch den Rat beschlossen und anschließend umgesetzt werden muss. Wir müssen Stadtentwicklung langfristig denken und nicht nur auf die Innenstadt beziehen. Ich werde mit allen Ortsteilen eine klare Perspektive für die Zukunft entwickeln, denn nur wenn alle Ortsteile an einem Strang ziehen, bringen wir unsere Stadt als Ganzes nach vorn. Wir müssen auch bereit sein, mutige Entscheidungen zu treffen und die großen Räder zu drehen. Mit kleinen Einzelmaßnahmen werden wir nichts verändern.

Demographiekonzept

Ich werde mit der Verwaltung ein Demographiekonzept für unsere Stadt entwickeln und klare Verantwortlichkeiten und Ansprechpartner schaffen. Wir machen viel, aber ohne Agenda und definiertes Ziel. Dann muss der Rat entscheiden, wie Ennepetal dem demographischem Wandel begegnen soll. Wir brauchen eine Strategie, eine klare Entscheidung über das Ziel und dann müssen wir konsequent handeln.

Neuausrichtung des Tourismus

Auch hier fehlt ein von den Bürgern und dem Rat gemeinsam getragenes Konzept, wie der Tourismus / Naherholung in Ennepetal aussehen soll. Vernetzung von Informationen und handelnden Personen ist hier die große Herausforderung. Wir müssen uns realistische Ziele stecken und einen Weg vereinbaren, wie wir diese Ziele erreichen wollen. Wir müssen gemeinsam Schwerpunkte bilden und nicht versuchen alles zu machen, dafür aber nichts richtig.

Finanzen

Die städtischen Finanzen sind angespannt und werden es absehbar bleiben, da die Kommunen strukturell unterfinanziert sind. Das können wir beklagen, aber wir können es nicht aus eigener Kraft ändern. Wir müssen unter den vorhandenen Rahmenbedingungen jede Ausgabe prüfen, ob sie uns langfristig auch wirtschaftlich nach vorne bringt. Ich lehne es ab, die soziale und physikalische Infrastruktur unserer Stadt herunterzuwirtschaften – wir müssen langfristig und nachhaltig denken und jede Ausgabe auf den Prüfstand stellen. Ich kann nicht versprechen, dass Gebühren nicht erhöht werden – die Entscheidung hierfür liegt beim Rat. Ich werde mich als Bürgermeisterin aber dafür einsetzen, dass wir ein verlässlicher Partner für unsere Bürger und unsere Wirtschaft sind und ihnen einen Planungshorizont liefern, auf den sie sich verlassen können.

Kindergärten und Schulen

Die Ausstattung und Qualität unserer Schulen und Kindergärten war immer etwas, worauf wir stolz waren. Im Bereich der Schulen ist Unruhe hereingekommen. Schließung und Zusammenlegung von Grundschulen, zum Teil ausgetragen auf dem Rücken der Betroffenen, unser Gymnasium mit deutlich rückläufigen Anmeldezahlen und eine Sekundarschule, die nun das zweite Jahr in Folge voll ist und Schüler abweisen muss. Kinder, die nach Ennepetal ziehen, finden zur Zeit keine weiterführende Schule mehr, wenn sie nicht auf das Gymnasium gehen können oder wollen. Ich werde gemeinsam mit den Bürgern und dem Rat die Schulentwicklung wieder zur Chefsache machen – Ennepetal braucht wieder die gewohnt verlässliche, zukunftsfähige und leistungsstarke Schullandschaft.

Integration und Flüchtlingspolitik

Wir brauchen ein Konzept, wie wir als Stadt Flüchtlingen begegenen, die nach Ennepetal kommen. Willkommenskultur darf nicht nur eine Worthülse sein, sondern muss aktiv gelebt werden. Einen ersten Schritt auf dem Weg bin ich mit Petra Backhoff mit unserem gemeinsamen Antrag zum „Leitbild Integration“ gegangen. Hier müssen Standards definiert werden auf Basis unserer Wertegesellschaft, wie wir mit Menschen umgehen, die zu uns aus Krisengebieten kommen und Hilfe suchen. Mit den steigenden Flüchtlingszahlen wird auch Ennepetal vor erhebliche Herausforderungen gestellt werden, denen wir nicht alleine als Stadtverwaltung begegenen können, sondern nur mit der Hilfe unserer Vereine, Verbände und Unternehmen.

Ennnepetal – der wirtschaftliche Motor der Region

Ennepetal ist der wirtschaftliche Motor des Ennepe-Ruhr-Kreises. Viele unserer mittelständischen Unternehmen sind führend in ihren Branchen. Unsere Unternehmen sorgen nicht nur mit der Gewerbesteuer für Einnahmen auf Seite des städtischen Haushaltes, sondern vor allem auch für Arbeitsplätze und damit für Kaufkraft der hier lebenden Menschen. Viele Unternehmen engagieren sich darüber hinaus im sozialen und kulturellen Bereich. Ohne dieses Engagement wären viele Angebote heute nicht mehr denkbar. Ich werde den Unternehmen ein zuverlässiger Ansprechpartner sein, mit dem Ziel durch die Verwaltung Innovation, Ansiedlung und Standortsicherung aktiv zu unterstützen.

Ennepetal, eine liebenswerte und lebenswerte Stadt

Ich werde mich dafür einsetzen, dass Ennepetal als liebenswerte und lebenswerte Stadt wahrgenommen wird. Wir müssen unsere Stärken besser vermarkten, um den Blick der Menschen auf Ennepetal zu richten, wenn sie überlegen, wo sie ihr Unternehmen gründen, wo sie leben möchten, wo ihre Kinder in den Kindergarten oder zur Schule gehen sollen oder wo sie einfach einen schönen Tag verbringen möchten. Ennepetal hat die Kluterthöhle, eine tolle Landschaft mit hervorragenden Wandermöglichkeiten, wir sind der wirtschaftliche Motor des ganzen Kreises und haben die niedrigsten Kindergartenbeiträge in der gesamten Region, wir haben ein vielfältiges und für eine Stadt unserer Größe herausragendes Kulturangebot und unsere Sportstätten, Schulen und Kindergärten sind hervorragend ausgestattet, um nur einige unserer Stärken zu nennen – diese Stärken müssen wir über die Grenzen unserer Stadt bekannt machen. Wir haben auch Felder, an denen wir arbeiten müssen. Die Innenstadt braucht dringend unsere Aufmerksamkeit, wir haben uns um Teile unserer Infrastruktur nicht so gekümmert, wie es notwendig gewesen wäre und wir müssen unser Angebot für Jugendliche verbessern.

Save-the-Date: DAS DETROIT-PROJEKT

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[ 5. September 2013, Bochum]
Vier europäische Opel-Städte auf der Suche nach der Zukunft. Ein einjähriges internationales Stadt- und Kunstfestival in Bochum mit Partnern aus Deutschland, England, Polen, Spanien und den USA

DAS DETROIT-PROJEKT ist ein einjähriges internationales Stadtprojekt und Kunstfestival in Bochum. Es stellt Fragen und sucht Antworten zur Zukunft der Stadt, der Arbeit und der Kunst und verbindet vier europäische Opel-Städte. Denn nicht nur in Bochum, sondern auch in Zaragoza (Spanien), in Ellesmere Port (Großbritannien) und Gliwice (Polen) fürchten die Menschen, ihre Arbeit zu verlieren. Auch diese Städte und Länder suchen ihren Weg ins 21. Jahrhundert. Gemeinsam mit ihnen werden Möglichkeiten und Chancen für die Zukunft entwickelt.
Vom 10. bis 12. Oktober 2013 eröffnen das Schauspielhaus Bochum und Urbane Künste Ruhr das DAS DETROIT-PROJEKT zusammen mit Gästen aus den europäischen Opel-Städten Zaragoza, Ellesmere Port und Gliwice sowie aus Detroit. Sie laden ein zu einem internationalen Bankett, einem Symposium und zu einem Live-Art-Fest in der Bochumer Innenstadt, zu Konzerten und Partys und zu einem Nightwalk durch Bochum-Ehrenfeld.
Das Eröffnungswochenende vom 10. – 12. Oktober 2013 beginnt mit einem internationalen Bankett im Foyer des Schauspielhauses Bochum: Internationale Gäste sowie Freunde und Partner aus Bochum werden zu „slow food and slow thinking“ – einem Abendessen für nachhaltig gute Ideen, Musik und Gespräche eingeladen sein.
Am Freitag, 11. Oktober 2013 bietet das öffentliche und internationale Symposium „Motorcities im Aufbruch – International Lab (1st edition)“ im Schauspielhaus einen ganzen Tag lang die Gelegenheit, mit internationalen Experten ins Gespräch zu kommen. Am Abend stellen sich die Macher und Partner von DAS DETROIT-PROJEKT in „We are the city“ in den Kammerspielen vor. Insbesondere berichtet Tyree Guyton vom „Heidelberg Project“ aus Detroit über seine 27-jährige künstlerische Arbeit.
Währenddessen und im Anschluss laden die Geschäfte und Gastronomien rund um das Schauspielhaus zum „Nightwalk“ in Bochum-Ehrenfeld ein mit Kunst, Musik, Party, Essen, Shopping und mehr.
Am Samstag, 12. Oktober 2013 heißt es mit über 50 Künstlern „Think global, act local!“ in der Fußgängerzone der Bochumer Innenstadt: Aktion, Kunst und Musik unter anderem mit der Theorie- und Praxisgemeinschaft Dr. Fahimi, der Fräulein Wunder AG, lunatiks produktion, Maiden Monsters, Mobile Albania, Studio Umschichten, Sebastian 23 sowie Schauspielern des Ensembles. Am Abend beendet GUSTAV mit einem Konzert in den Kammerspielen und entspannende DJ-Sounds im Tanas die Eröffnung des Stadt- und Kunstfestivals.