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Kohle, Kühe, Kunst in Ennepetal

 [la] Es war die erste Veranstaltung des Serienprojektes Kohle, Kühe, Kunst  4 Städte – 1 Weg, die am 7. Mai 2010 im Hülsenbecker-Tal in Ennepetal eröffnet wurde. Die Landschaft ist einfach prädestiniert für eine Kunstausstellung in der Natur, wie es sich ja bereits in den Vorjahren bei der hier stattgefundenen "Nature-Art" bereits bewiesen hatte. Die Projekte der Künstler waren von der Jury  mit Feingefühl ausgesucht und fügten sich harmonisch in das Umfeld ein.
Leider war der Wettergott nicht ganz so gnädig und daher war es schon gut, das die Gruppe TROYH den Anwesenden mit flotter Musik einheizte.

Jürgen Fischer, Programmkoordinator der Ruhr2010 und Frau Friderike Zenk, Projektmanagerin Ruhr2010, hatten sich ebenfalls auf den Weg ins Hülsenbecker Tal gemacht, um den Startschuss für das 4-Städte-Projekt zu geben. Jürgen Fischer überreichte Bürgermeister Wiggenhagen den Pokal, eine Glassteele, die von jetzt ab Woche um Woche an den Bürgermeister der nachfolgenden Stadt überreicht werden sollte.
 

                  
Friederike Zenk und Jürgen Fischer   BM Wilhelm Wiggenhagen und Jürgen Fischer

Markus Nottke, der künstlerische Leiter des Projektes für alle 4 Städte, hatte für jede Stadt ein Gemälde des neuen Rundweges geschaffen, wobei jeweils die Stelle des Weges der einzelnen Stadt entsprechend rot gekennzeichnet war. Diese Werke wurden sodann den ebenfalls anwesenden Kulturbeauftragten der 4 Städte auf der Bühne überreicht.
                          

Wenn für diese Veranstaltung auch nur wenige unbeteiligte Gäste eingetroffen waren, mal abgesehen von den Künstlern und Familienmitgliedern dieser Beteiligten, so waren doch Bürgermeister und -Stellvertreter der involvierten  Städte, wie auch weitere Persönlichkeiten aus Stadt und Rat anwesend.

Das es hier zur Eröffnung noch keinen durchgängig geplanten Programmablauf gab mag einmal dahingestellt sein. Schade war nur, dass vor lauter Eifer zwar die Organisatoren reichlich gewürdigt, die Künstler aber meiner Meinung nach (und wie ich hörte auch ihrer Meinung nach) nicht ausreichend gewürdigt wurden, was Gott sei Dank später in den Städten Schwelm und Gevelsberg reichlich und angemessen erfolgte, nur davon haben natürlich die Ennepetaler Künstler nichts.

Immerhin steht für RUHR2010 in diesem Jahr die KUNST und Kultur an bevorzugter Stelle und wie Essen selbst in ihren Erklärungen schreibt ist der Satz "4 Städte – 1 Weg" lediglich der Untertitel hierfür.

Die Künstler und Werke im Hülsenbecker Tal (und auch den übrigen Städten) waren von der Jury und dem  künstlerischen Leiter gut gewählt und plaziert.

Da es in den nächsten Tagen und Wochen über die Projekte einen Katalog geben wird, den allerdings nur für die teilgenommenen Künstler zur Ergänzung ihrer Vita erhalten (so meine Information), möchte ich gern an dieser Stelle nochmals die einzelnen Künstler vorstellen und ihnen für ihren großen Einsatz danken, denn nur mit einem Rundweg hätten die 4 Städte kaum in das Konzept von Ruhr2010 gepaßt. Das wäre dann schon eher eine normale Angelegenheit für die Abteilungen "Wirtschaft und Tourismus" gewesen.


 

 Und hier die Künstlerinnen und Künstler aus dem Hülsenbecker Tal:

 


Ursula Bebko

geboren und aufgewachsen in Polen, in Gevelsberg lebend.
Gerontologin und freischaffende Künstlerin, international tätig. Geprägt durch Migration und katholische Rituale, beeindruckt durch die Prinzhorn Sammlung, DaDa und Vanitas.
Seit 25 Jahren gemeinsame Kunst- und Kulturprojekte mit Uwe Gryzbeck.
Mehr unter: www.turbulenz.info und www.pyrographie.de

In der künstlerischen Arbeit Bezug zu gesellschaftlichen Phänomenen. Bevorzugte Ausdrucksformen sind Installationen (Materialien: Fundstücke und Wiederverwertbares), Flugobjekte und Genre übergreifende Performances. Die Intention ist die  Schaffung NEUER Horizonte, die den Blick nach oben und in die Ferne leiten (Vision).

"Vernetzung"

Im Fokus der aktuellen Arbeit ist die Kooperation zwischen den an dieser Kunstaktion beteiligten Städten. "Vernetzung" – über dem Tal werden Verbindungslinien verspannt. Der Besucher schaut nach oben, sieht Überschneidungen, Berührungspunkte, Parallelen und Lücken.
Ein Netzwerk entsteht.
Eine simplifizierte Darstellung von komplexen Vorgängen.



Henner Gräf, Bärbel Güldenstern, Uwe Juchum, Axel Otto,
Claudia de Silva, Klaus Rudolf Schell, Sandra Wessien,
Frank Wilke, Andreas Hippe, Bettina Boos

"Soundscapes"
Eine musikalische Performance mit Tanz und Stimme …
 
Kuhglocken , Schlagzeug , Gong , Marimbaphon , Akkordeon ,
Saxophon , Bassclarinette , Flügelhorn , Waldhorn , Gesang .

www.freivomhieb.de


Sigrid Gruber
www.sigridgruber.com

  • lebt und arbeitet in der Lüneburger Heide, Niedersachsen und ist Mitglied im Berufsverband bildender Künstler e.V. Hamburg und  Lüneburg
  • 1958 geboren in NRW in Lennestadt / Sauerland
  • Studium – Visuelle Kommunikation, FH Düsseldorf zum Dipl. Grafik-Designer und  mehrere Jahre im Medienbereich und in der Werbung tätig
  • seit 1994 Bildende Künstlerin
  • 1997 und 1999 PENTIMENT, Internationale Kunstakademie, Hamburg
  • Zahlreiche Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen u.a. in Hamburg, Lüneburg, Norderstedt, Bonn, Ammersbek, Reinbek, Mecklenburg Vorpommern, Thüringen, Tartu (Estland)


"Notruf"

Neben großformatiger Freier Malerei erstelle ich Skulpturen aus naturbelassenem Holz, des Weiteren arbeite ich mit dem Material Plüsch, auch in der freien Natur.
Bei meinen Baum-Installationen bekleide ich Bäume mit pinkfarbenem Plüsch und greife somit in die Natur ein, welches zu einer veränderten Sehensweise des Betrachters führt. Ich möchte damit das Verantwortungsbewusstsein  jedes Einzelnen für die Umwelt verstärken. Ich möchte Signale setzen, die Umweltbelastungen aufzeigen und gleichzeitig darauf hinweisen, wie schön unsere Umwelt und deshalb auch schützenswert ist.


Ilse Hilpert
www.Hi-ART.de

  • geboren 1950 in Recklinghausen 
  •   Studium Kunst/Ästhetische Erziehung + Kulturmanagement
  • tätig in Kunst + Design, Kunstmanagement + -pädagogik seit 1973
  • kulturell tätig in Entwicklungsländern von 1982 bis 2002
  •   freischaffend in Bildender Kunst  seit 1990
  • Hi-ARTelier im Bahnhof Waltrop seit 2004
  • Mitglied im Bund Bildender Künstler seit 2006


"Überhöhte Natur!"

Die westliche Welt hat sich der Natur entfremdet. Als Folge wird Natur einerseits erniedrigt, ausgebeutet, verwüstet und zerstört. Andrerseits wird sie verklärt, geschmäcklerisch missbraucht und idealisiert zum Hort des Schönen und Guten. 

Die Installation hat den Eingriff in die Natur und seine Auswirkungen zum Thema: Ein Stück Natur wird symbolisch ihrem Umfeld enthoben, isoliert und damit ‚kultiviert’ – mit unkontrollierten Folgen im Laufe der Zeit.



Topiary
Diana Kahn

Diana Kahn – Malerin und Grafikerin-  zeichnet sich seit einigen Jahren
durch Beteiligungen an "Nature Art" Projekten aus.
In den letzten Jahren standen im Mittelpunkt ihrer Arbeiten Landschafts- und Architekturbilder, die sich auf eine bestimmte Epoche oder Region beziehen.

Die Beschäftigung mit Bodenobjekten aus Rindenmulch beschreibt
eine Fortführung dieser Auseinandersetzung.
Für das Projekt " Kohle, Kühe, Kunst" entsteht aus diesem  Material ein großes,
aus einer Vielzahl von Bildern zusammengesetztes Relief.

In die Natur gelegt erinnert es an einen Pflanzenschnitt – Topiary – mit dem oftmals
in Parks oder Gartenanlagen aus Buchsbaum Figuren, Tiere oder Phantasiewelten gestaltet werden.
Der Mulch dagegen bietet ideale Bedingungen für Erdlebewesen, die ihn nach und nach aufzehren und umwandeln.

Motive und Material bewerten auf diese Weise unsere Gegenwart als Anteil der regionalen Vergangenheit. Sie zielen aber auch auf die Lückenhaftigkeit unseres Erinnerungsvermögens.
Schon während des Projektes wird sich die Arbeit auflösen und in der Natur  unsichtbar werden.

Cornelia Kneer


Iris Müller

  Ich sehe mich als Naturkünstlerin und Waldschamanin.
  Ich habe in meinem Leben viel  Zeit in der Natur verbracht und mich dort
  immer aufgehoben und geborgen gefühlt.
  In Zeiten in denen ich Kraft, Mut und Heilung brauchte,
  habe ich diese in der Natur gefunden.
  Ich möchte durch meine NaturKunst wieder in das Bewusstsein bringen,
  dass wir uns alle wieder als Teil der Natur verstehen.
  Meine Art der NaturKunst öffnet  den Blick wieder auf die wunderschönen
  Geschenke von Mutter Erde bzw. der Natur, die uns in vielfältigen Arten
  begegnen, wenn wir unsere Augen dafür wieder öffnen.
  Jeder ist ein Teil der Natur, entdecken wir ihre Wunder gemeinsam wieder.

     "Entscheidungsstab"

     "Du hast genau zwei Entscheidungsmöglichkeiten.
     Für Dich oder gegen Dich. Eine dritte gibt es nicht."
     Um uns im Alltag immer wieder an diese Indianische Weisheit zu erinnern,
     dass wir eine Wahl haben, suchen und finden wir einen Entscheidungsstab,
     den wir mit Naturgeschenken von Mutter Erde schmücken und gestalten.
     NaturKunst zum anfassen, mitgestalten und mitnehmen,
     die etwas andere Aktionskunst-Performance mit Publikum.



Portaelskring Vilvoorde

Eine lebende Geschichte. Ein Ereignis.
Im 19. Jahrhundert kamen Künstler zusammen und gründeten die "Barbizonschule", Künstler aus Vilvoorde gründeten 1918 den Portaelskring.  Sie strebten einem gemeinsamen Ziel nach, nämlich draußen zu malen.
In Dresden malten die Mitglieder von "Die Brücke" sonntags am Moritzburger See.  Ihre frühen Werke führten zum Expressionismus.  Durch ihren typischen Federstrich stellten sie die Welt in einer äußerst subjektiven Perspektive vor: sie verzerrten sie um einen emotionalen Effekt zu bekommen und um persönliche Gemütszustände und Ideen zu überbringen.
Heute bringt der Royal Portaelskring die Geschichte zum Leben in den Wiesen des Hülsenbecker Tals.

Künstler :  Hugo Beullens, Pierre Bogaerts, Annie De Boeck, Magda De Cock,          
                 Nadine De Cock, Walter De Hollander, Liliane De Koninck,
                 Natacha Dimovska, Rita Opstaele, Roland Van Laethem,
                 Jan Van Lysebetten and Irma Verdeyen.



Brigitte Riechelmann              

Malerei
Experimentelle Fotoarbeit
Zeichnung
Objekt
seit 1990    intensive künstlerische Tätigkeit
seit 2001    Dozentin für Malerei und Zeichnung
an der VHS Ennepe-Ruhr-Süd

Ausstellungen / Auswahl

2009    Galerie Nasenberg, Sprockhövel
2007/ 2005      Nature Art EN, Ennepetal, Katalog
2006                EN-KUNST 2006, Südwestfalen, Katalog
2004               Galerie Basiner, Schwelm
2001               Kleine Galerie, Schwelm
2000               Foyer Rathaus Dortmund
1996               BBK Künstlerhaus, Wuppertal
"Schmuck der Silva"
–  die Waldfrau  –  Schönheit der Natur  –  Ketten und Ringe  –     Kreisformen  –  zugleich Anfang und Ende  –  ewiger Kreislauf  –  Symbol des Lebens  –  Natur und Mensch –  offen und kraftvoll  –  sich einlassen  –  sich verbinden –  sich entwickeln  –  Synergien entstehen –



Burkhard Serong

Jahrgg. 1943
Lehrer Physik, Kunst, Technik, Sport, Fachleiter, Hauptseminarleiter
2005 freischaffend, jährliche Atelierarbeit in Frankreich
Ausstellungen, Auswahl
2001            Werkschau, Galerie Indivisuell, Essen,
2002           Galerie Oberhausen, Sandarbeiten
               o    Artothek Köln
2003 – 2010  Zeche Zollverein, Essen, regelmäßige Arbeiten
2006              BeST & Kunst, Langenberg; Kleine Bilder
                o    Melanchthon-Kirche, Essen, Rauminstallation
2007/2008    BTI, Neuss, Linolschnitte, Collagen
2008/2009    Schulen, Bottrop Vermischte Arbeiten
                     Essen, Projekte mit Klienten

"Energieadern – Installation im Raum"

 

… Es existieren weit mehr natürliche Verbindungen zu dem "Freund" Baum als sie auf dem ersten Blick sichtbar sind. Dieses Verbindende wie Kraftfluss, Lärm- und Staub-Schutz, Atemreservoir … werden dabei sichtbar. 
Der umgebende Raum kann dabei durchaus sakral verstanden werden. 
Das mit Fäden gekennzeichnete Objekt, sei es nun Baum, Gebäude o. ä., wird "gezeichnet" und pars pro toto aus der Menge anderer herausgehoben:
Es lohnt sich hinzuschauen.



Diana Such

"Exotic Alien"

Geformt und gestaltet von dem sich ewig verändernden Planeten, der unsere Welt ist, wächst, entwickelt sich und gedeiht das Leben. Die Vergangenheit hegt und nährt die Gegenwart, sie fördert die Zukunft. Wir selbst stützen uns auf das reiche Erbe und die Ressourcen, welche uns von der Erde in ihrer langen Evolution geschenkt wurden.
Unsere Kultur wächst aufgrund der irdischen Natur, und wir selbst erstrahlen, wenn wir die Welt in all ihrem natürlichen Glanz umarmen.
Doch die Natur verändert sich ständig schon aufgrund ihrer Natur, und immer dann, wenn wir etwas Neuem begegnen, so ist es wundervoll exotisch und fremd. Jene neue Erscheinung, so sie denn glücklich in Allem um uns herum integriert ist, wird unser Leben bereichern. Wir gedeihen, indem wir Veränderung willkommen heißen, aber wir fürchten, verdrängt zu werden, bevor wir uns anpassen können.
Nur, wenn wir gemeinsam mit der Natur gehen, werden wir uns auch mit ihr verändern und nicht beiseite gefegt von unserer eigenen Evolution, so dass wir mit offenen Armen das exotische Fremde der Welt begrüßen können.
Die Pflanzen, die unsere Kohle entstehen ließen, sie waren einst genauso exotisch, und für die Kühe, die nun auf den Flächen grasen, die deren Rückstände bereichern, wären sie in der Tat überaus fremd.

 


In der nachfolgenden Galerie sind u.a. auch die obigen Werke nochmals enthalten [Fotos: Linde Arndt]

 

 Dieser Artikel basiert auf dem Vorwort in http://en-mosaik.de/?p=13029