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Ennepetaler Kunstausstellung der Wahrheit auf der Spur

Der Vorstand des KunstraumEN mit einigen Unterstützern bei der Pressekonferenz zu den Ausstellungen WAHRHEIT Foto: (c) Linde Arndt

[jpg] Kennen sie Antigone? Sollten sie aber. Es ist eine Tragödie des antiken griechischen Dichters Sophokles (497 – 405  v. u. Z. ). In dieser Tragödie begründet Sophokles eine Macht die bis heute die größten Herrscher erzittern lässt – die Moral. Die Moral ist ungeschrieben, sie steht über allen Gesetzen der Menschen, nach den ersten Aufzeichnungen der Griechen gilt sie als göttliche Macht. In der Tragödie Antigone des griechischen Dichters Sophokles, löste die Missachtung der Moral einen Krieg und den Tod einer ganzen Herrscherfamilie des damaligen siebentorigen Theben aus.

Zum Moralkatalog gehört auch die Wahrheit, sie wird jedoch nur indirekt in den Büchern der Religionen, die ja Einfluss auf alle Kulturen haben, begründet. Im  hebräischen Tanach, in der christlichen Bibel und im islamischen Koran, gibt es fast das gleiche – das Gebot Gottes„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ Es ist eine klare Aufforderung der Wahrheit zu folgen. Und da diese Gebote direkt von dem einen Gott kam, stehen sie über den menschlichen Gesetzen. Das Gegenteil von Wahrheit ist die Lüge, benutzt man sie bricht man das göttliche Gesetz, indem man eine Sünde begeht. Da die Sünde, hier Lüge, jedoch nur individuell begangen werden kann, ist die Ausübung jedweder Wahrheit auch nur für das Individuum maßgeblich.

Dass es mit der Wahrheit nicht so genau genommen wird, ist seit Jahrhunderten gang und gäbe. Man benutzt die Wahrheit, um etwas zu erreichen, was man sonst nicht erreicht hätte. Durch Weglassung von Wahrheiten werden gar Menschen manipuliert. Teilwahrheiten werden gar als Fakten verkauft.

Wir sehen ganz schön alt aus, wenn wir nicht das Gesagte überprüfen könnten; denn Glauben ist kein Weg, er setzt wieder Vertrauen voraus.

In unserer Jetzt-Zeit haben sich die Begriffe verändert, Lüge nennt man nun Fake-News oder Post-Faktische Informationen und das weite Feld der Verschwörungstheoretiker. Man bringt diese Begriffe mit der Presse in Zusammenhang, was zwar richtig ist, jedoch nicht unbedingt gewollt ist. Hier sei auf den Kampagnenjournalismus in der heutigen Zeit verwiesen.

Sie sehen, die Wahrheit ist ein Minenfeld voller Fallstricke, die, kaum eingehalten, zu größten gesellschaftlichen Verwerfungen, bis hin zu Kriegen führen kann. Denken wir an den Irak Krieg der ja mit Lügen begründet wurde.

 

Was hat die Kunst in Ennepetal daraus gemacht, wie haben die Künstler dieses Thema reflektiert und hat es sie gar inspiriert? Ich denke ja.

Die niederländischen, belgischen und deutschen Künstler haben das Thema in vielfältiger Weise verarbeitet. Sichtbar wird dadurch, es gibt nicht nur eine Wahrheit, sondern Wahrheit ist überall und ist nicht immer sichtbar.

Vernissage “Holländer neben der Wahrheit” im Kunstraum EN Foto: Linde Arndt

Nun geht es bei der Ausstellung nicht nur um 1 Ausstellung, vielmehr finden wir bei der am Freitag, dem 1. September 2017 zur Eröffnung gebrachten Ausstellung „Holländer neben der Wahrheit“ einen Vorgeschmack zur Hauptausstellung „Wahrheit Thruth“, die am Freitag, dem 15. September 2017  im Industriemuseum eröffnet wird. Die am 1. September beginnende Ausstellung kann man in den Räumlichkeiten der Künstlervereinigung Kunstraum an der Bergstraße 32, Ennepetal-Voerde, besuchen. Beide Ausstellungen enden am 24.09.2017.

Zur Ausstellung selber: Die aus der Provinz Holland kommenden Niederländer haben einen Reigen aus Wahrheiten an Exponaten geschaffen.

Original von Anne Mannaerts
Foto: Veranstalterkatalog

So erstellt Anne Mannaerts aus weggeworfenem „Müll“ eine neue Wahrheit, indem sie aus einer Vielzahl von Wahrheiten eine neue Wahrheit/Exponat schafft. Scheinbar nutzlose Dinge finden sich zu einem bunten, grazilen und verspielten Miteinander ein. Frans Kegels sieht im Zufall seiner in einer Form, durch den Guss, geschaffenen Werke, einen Weg zu einer neuen Wahrheit zu kommen. Glenn Priester, erarbeitet in seinen Werken Schichten von Landschaften so, als wenn jede Schicht ein Eigenleben entwickelt hätten. Alles geht in ein Gesamtwerk über, durch die Trennung in einzelnen Schichten erhält man eine Faszination. Dies sind nur drei der sieben niederländischen Künstler, die in der Galerie in der Bergstraße ausgestellt haben. Sie sind willkürlich von mir ausgewählt worden, um als Appetithappen vor ihren Augen zu erscheinen.

Kommen wir zur Hauptausstellung „Wahrheit Thruth“ die im Industriemuseum,  Neustraße 53, 58256 Ennepetal am 15. September 2017 um 18:00 Uhr zur Eröffnung gelangt.

Hierzu hat der Niederländer Marten van Noort eine anspruchsvolle Einleitung über das Thema Wahrheit erstellt, van Noort bezieht sich auf Platon (427- 347 v.u.Z.), der die Malerei [sic] als Imitation, weit von der Wahrheit, jenseits des Verstandes, positioniert sieht. Van Noorts Einleitung ist für mich Inspiration aber auch, mangels anderer Informationen, Wegweisung zu dieser Ausstellung gewesen.

„Die Wahrheit gehört nur mir“, so die Belgierin Andrea Macken. In ihren Werken zeigt sie das Aufgewühlte und sich Verlierende der Natur, welches sich aber bei Macken zu einem Ganzen zusammen fügt.

Danielle Raspé aus Belgien zeigt uns mit ihren Werken aus verbogenem Draht, die Vernichtung des Gesamtmetalls, wobei das Metall für die heutigen Kriege die Tod und Elend bringen stehen soll. Es gibt in der Realität keinen Trost. Bei Raspé steht das Weiche von Federn, die die Metallwerke umfangen als tröstendes Angebot zur Verfügung.

Originale von Franka Op de Bekes Foto mit freundl. Genehmigung von KusntraumEN

Franka op de Beke aus den Niederlanden holt ihre Werke aus Fotos, der zweite Blick ergibt eine neue Perspektive, die sie dann zum Malprozess geleitet. Dabei schafft sie unbewusst neue Realitäten, die zwar räumlich erkennbar sind, jedoch eine Wirklichkeit zeigen die vergangen und diffus erscheint. Und irgendwo erscheint eine Gesellschaft, die zwar elitär erscheint, nur sie scheint vergangen und in einem Licht, welches ihre Unwirklichkeit zeigt.

So erstellt Maartens van Noort seine Bilder aus Bildern bekannter Maler wie Lorrain (1600 – 1682) oder Corot (1796-1875), indem er deren Bilder abstrahiert und damit in eine neue Wirklichkeit überführt. Van Noort stellt hier die Frage nach der Essenz dieser großen Maler, die ja auch Suchende waren und kommt in der Beantwortung zu einer eigenen künstlerischen Wahrheit.

So kann man den jetzt schon erkennbaren Ansatz der Ausstellung „Wahrheit Thruth“ als gelungen bezeichnen, zumindest macht dieser Ansatz neugierig auf die Hauptausstellung, die ja am Freitag, dem 15. September eröffnet wird.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

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  • “Hölländer neben der Wahrheit”
      Kunstraum-EN, Bergstraße 32, 58256 Ennepetal
    Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 17:00 bis 19:00 Uhr
                                                        Sonntag 11:00 bis 13:00 Uhr


      

  • Wahrheit Thruth“
    im Industriemuseum Ennepetal
    Ausstellung vom Freitag 15.September 2017 bis Sonntag dem 24. September 2017

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag         16:00 bis 20:00 Uhr
                          Samstag und Sonntag        14:00 bis 18:00 Uhr


 

Der Vorhang hebt sich im Ennepetaler Industriemuseum

vision[jpg] Wer hätte das gedacht? Als das Kunstnetzwerk „Kulturgarten NRW“  mit Linde Arndt sich im Frühjahr das Projekt „Vision 100“ einfallen ließen, waren alle zuerst etwas skeptisch. Wer sollte jetzt mit einer Spende bedacht werden? Wieder der Kinderschutzbund? Und wenn der Kinderschutzbund, dann doch alle im Südkreis, so der Gedanke. Über die sozialen Medien wie facebook und Twitter, Instagram, WhatsApp, Google+ oder Telegram wurde eifrigst diskutiert. Bei der Diskussion erweiterte der Kreis sich immer mehr. Die Spendenempfänger sollten in letzter Konsequenz der Ökumenische ambulante Kinder-und Jugend-Hospizdienst Emmaus e.V. in Gevelsberg sein. Denn das Gevelsberger Hospiz betreut 5 Städte des EN-Südkreises, Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg, Schwelm und Sprockhövel – perfekt.

Als die Entscheidung gefallen war, reihten sich wie bei einer Perlenkette die Künstler mit ihren Bildern in das Projekt „Vision 100“ ein.

76 Künstler aus der Region und darüber aus ganz Deutschland schickten insgesamt 100 Kunstwerke, die kaum ankamen und schon katalogisiert wurden. Es ging aber weiter: Lagerräume wurden von der Firma Belek, Gevelsberg zur Verfügung gestellt, Prof. Dr.-Ing. Reinhard Döpp war ohne wenn und aber sofort dabei und stellte sein Industriemuseum zur Verfügung. Die vier Sparkassen, Gevelsberg, Ennepeteal-Breckerfeld, Schwelm und Sprockhövel wollten nicht abseits stehen und beteiligten sich sofort. Fünf Bürgermeister sicherten ihre Unterstützung zu, übernahmen die Schirmherrschaft und gaben ein Grußwort für die jetzt auf den 27. November ´16 terminierte Auktion. Und Landrat Olaf Schade, er wusste sich auch mit der Schirmherrschaft zu beteiligen und schickte seine Unterstützung in Form eines Grußwortes. Kulturgarten NRW, klopfte an Türen und erfuhr von allen Seiten uneingeschränkte Hilfe.

So viele Unterstützer bei "VISION 100" Collage: Linde Arndt

So viele Unterstützer bei “VISION 100” Collage: Linde Arndt

Das Sprockhöveler Hotel Eggers gibt einen Gutschein für sein Retaurant für betroffene Kinder heraus, EDEKA Schlöder kam mit Obst, Der Schultenhof (Hattingen) und Café Hülsenbecke (Ennepetal) unterstützen mit feinen Suppen,  Getränke Oliver Dunker lieferte die Getränke und einen Backofen, spicy concepts hat wieder alles ins rechte Licht gesetzt, Projektkino Filmriss sorgt für eine Bühne und eine Projektionsfläche Café Kartenberg stellt alles zur Verfügung, so dass wir leckeren  Kaffee zubereiten können, Suna Belek mit ihrem Team hat seit Tagen die komplette Logistik übernommen, Künstlerbedarf Bösner hat 20 Staffeleien zur Verfügung gestellt, MalDuMal (Annette vom Bruch) hat bei der Vielzahl der Werke ebenfalls Staffeleien aus ihrem Atelier ausgeliehen,Die IdeenSchmiede (Ramona Kuhnig) sorgt für die floristische Deko, Rita Rose hat Linde Arndt mit Arbeiten am Computer unterstützt, Wieberneit-Aussenwerbung fertigte 2 Banner an, Gordon Lappe hat sich nicht nur mit einer Bildspende beteiligt, sondern unterstützt das Projekt mit vielen Hilfsleistungen, AVU, VER, Juwelier Haarhaus und Weller + Kornemann unterstützten ebenso, VitaminC Werbeagentur (Dorit Breyer) fertigte in vielen Stunden in Zusammenarbeit mit Linde Arndt den wirklich anspruchsvollen Katalog an, Kosmetik Mittag (Barbara Mittag) beteiligte sich mit einer Losaktion für “Vision 100”, Stefan Schneider (Friseursalon,Sprockhövel) und Bernd Gollasch (Partytreff Nummer 01, Sprockhövel)stellten Spardosen auf  und, und, und. Bäckerei Welp kommt nicht  nur mit erlesenen Leckereien, sondern auch noch weiteren Überraschunen. Und jetzt gerade aktuell hat sich der Mondpalast von Wanne-Eickel ein Volkstheater des Ruhrgebiets, der Eigentümer ist der Bruder des Bottroper Kabarettisten Ludger Stratmann, entschlossen Freikarten für die ehrenamtlichen Helfer des Hospizes zu spenden. Danke dafür.

Es sind so viele Helfer, Förderer und Unterstützer die hinter dieser Auktion und auch Aktion „Vision 100“ stehen, die von dem Geist der Hilfe beseelt sind. So wird der Hagener Indendant, Regisseur, Schauspieler und Sänger Werner Hahn wieder den Auktionshammer schwingen und die Bilder mit seinen liebenswürdigen Kommentaren bedenken und seinem neuen Besitzer übergeben.
Und zum ersten mal wird die Band „Fighting Spirits“, statt in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle (ehemals Philipshalle) bei Carmen Nebel, im Industriemuseum Ennepetal ihre Songs wie „Wir werden leben“ zur Aufführung bringen.

Dieses Projekt zog derartige Kreise, dass sich die Staatskanzlei in Düsseldorf meldete und das Netzwerk Kulturgarten NRW mit der Aktion „Woche des Respekts“ des Landes NRW geehrt wurde. „Hut ab“ sagte die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auch vor Linde Arndt, die stellvertretend für das Netzwerk „Kulturgarten NRW dem Festakt im Landtag beiwohnte.

Dabei sein wollte das Land NRW auf jeden Fall, denn diese Energie und den Geist der Helfer wollte sich die Landtagspräsidentin Carina Gödecke nicht entgehen lassen und wird am Sonntag anwesend sein.

Der Vorhang wird sich am:
Sonntag dem 27. November ( 1. Advent ) ab 11:00 Uhr

im Industriemuseum Ennepetaler

Neustraße 53

58 256 Ennepetaler

GPS: 51.296681, 7.363990
heben.

Nach einer Stunde der Besichtigung wird die Kinder- und Jugendband „Fighting Spirits“ die anwesenden einstimmen. Kurze, einfühlsame und warmherzige Worte von Landtagspräsidentin Carina Gödecke und der Ennepetaler Bürgermeisterin Imke Heymann [stellvertretend für alle Schirmherren] werden die folgende Auktion in eine sicher frohe Stimmung der Hilfe bringen. Den Ablauf der Veranstaltung entnehmen sie bitte dem Plan im Internet.

Es wird sicher ein schönes Adventsfest ganz im Sinne des Wortes Advent, im Sinne von ankommen. Eine Hilfe für die Kinder im ambulanten Hospiz ist jetzt schon angekommen. Was für ein Geist und was für ein Zuspruch der sich jetzt schon bemerkbar macht.

 

 
Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

KULTGARAGE im Industriemuseum

KULTGARAGE im Industriemuseum Foto: (c) Linde Arndt

KULTGARAGE im Industriemuseum Foto: (c) Linde Arndt

[la] Die Veranstaltungen der Ennepetaler Kabarettserie KULTGARAGE  haben sich längst über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht. So waren im letzten Jahr  sämtliche Veranstaltungen im Vorfeld ausverkauft und mancher Interessent hörte von seinen Freunden und Bekannten oder las nachher in den Medien, welch fantastische Veranstaltung er “leider” versäumt hatte.

Bürgermeisterin Imke Heymann mit "La Signora" Foto: (c) Linde Arndt

Bürgermeisterin Imke Heymann mit “La Signora” Foto: (c) Linde Arndt

So fand am 10.6.2016 die Feuerprobe im Industriemuseum statt, wo weitere Plätze zur Verfügung standen und sie wurde mit einer grandiosen Darbietung von “La Signora” (Carmela De Feo) gestartet.
Die 2. Kultgarage findet nun heute am 8. Juli 2016 um 20:00 Uhr wieder im Industriemuseum statt, wo Martin Herrmann mit seinem Programm “Keine Frau sucht Bauer!” den Zeitgeist zwischen Stadt und Land aufnehmen wird. (Es sind noch wenige Restkarten verfügbar).

Pressefoto Martin Herrmann

Pressefoto Martin Herrmann

Und die Entscheidung ist getroffen – ab dem nächsten Jahr wird das Industriemuseum in Ennepetal, Neustraße 53, das feste Ziel der KULTGARAGE. Man darf sich wieder auf eine außergewöhnliche Location und tolle Kabarettveranstaltungen mit ausgesuchten Künstlern freuen.

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Benefiz-Auktion: KINDERN DURCH KUNST HELFEN!

v.l. Bürgermeisterin Imke Heymann, Petra Backhoff (Vorstand DKSB Ennepetal) Johannes Dennda (Marketingleiter Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld), Linde Arndt (Journalistin/Kuratorin der Auktion) Foto: Archiv EN-Mosaik

v.l. Bürgermeisterin Imke Heymann, Petra Backhoff (Vorstand DKSB Ennepetal) Johannes Dennda (Marketingleiter Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld), Linde Arndt (Journalistin/Kuratorin der Auktion) Foto: Archiv EN-Mosaik

Ein leerer Magen bedeutet mehr als nur Hunger, auch in Ennepetal

[jpg] Rund 3 Millionen Kinder leben in Armut. Wobei die Zahl mal mehr oder weniger groß ist, wenn sich die Verfasser der Studien über den Armutsbegriff einigen würden. Kinder gehören keiner Nation an, sie sind einfach nur Kinder. Kinder nach inländischen und ausländischen zu selektieren bedeutet doch nur, dass die inländischen Kinder erzogen werden, andere Kinder auszugrenzen.

Aber, und das ist unstrittig, die Folgen der Kinderarmut sind für die Gesellschaft schädlich; denn Kinderarmut bedeutet schlechte Bildung, mangelhafte Gesundheit und wenig Selbstvertrauen, letztendlich können die Kinder im Erwachsenenalter ihren Lebensunterhalt nicht selber erwirtschaften.”Materielle Unterversorgung und fehlende soziale Teilhabe sind eine schwere Hypothek, mit der Kinder ins Leben starten”, sagt Stiftungsvorstand Dr. Jörg Dräger von der Bertelsmann Stiftung. Demzufolge legt eine Befragung der Bertelsmann Stiftung offen, dass das staatliche Unterstützungssystem Armut nur unzureichend auffange. Unterscheidet man in den Studien zwischen inländischen und ausländischen i.S. von allochthoner Bevölkerung, so erkennt man große Benachteiligungen des ausländischen Bevölkerungsanteils.

Es gilt also das staatliche Unterstützungssystem mit Privatinitiativen zu ergänzen und darüber hinaus mit den staatlichen Stellen zu kooperieren um die Zielvorstellung, Kinderarmut signifikant zu senken aber auch die Folgen dieser Armut zu mildern, nicht in Frage zu stellen.

 

Werner Hahn Foto: (c) Linde Arndt

Werner Hahn Foto: (c) Linde Arndt

Eine ungewöhnliche und lobenswerte private Initiative stellte sich in Ennepetal vor. Unter der Leitung von Petra Backhoff, Vorstandsmitglied des Kinderschutzbundes Ennepetal, Linde Arndt, freie Journalistin und Kuratorin der Ausstellung, Johannes Dennda, Marketingleiter der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld fanden sich 36 Künstler zusammen, spendeten eines ihrer Kunstwerke, welche am 3. April 2016 im Industriemuseum Ennepetal versteigert werden sollen. Diese  Auktion wird unter dem Titel  “ Kindern durch Kunst helfen!“ geführt.  Es sind 30 anerkannte Künstler im bergisch/westfälisch/märkischen Bereich, die auf dem Kunstmarkt schon einen Namen haben und 6 angehende Künstler – in dieser Auktion “Die jungen Wilden” genannt. Aber nicht nur das beeindruckt, vielmehr werden die Exponate mit einem Eröffnungswert von 50,– Euro versteigert. Der/die meistbietende bekommt den Zuschlag.Wobei als Auktionator der Hagener Regisseur, Intendant, Schauspieler, Sänger des Kinder- und Jugendtheater LutzHagen gewonnen werden konnte. Nebenbei, das LutzHagen (#lutz15 für die Twitternutzer), feiert sein 15 jähriges Bestehen mit einem Festival vom 4. März bis 24. März,  Spielort ist Bandstahl Schulte, Hagen-Kabel. Zurück zur Versteigerung.

Monika Klemp vor ihrem Original "Häuser in der Toscana" Collage: Linde Arndt

Monika Klemp vor ihrem Original “Häuser in der Toscana” Collage: Linde Arndt

So werden die künstlerischen Exponate am 3. April 2016 im Industriemuseum, Neustraße 53, 58256 Ennepetal ab 10:00 Uhr dem Publikum zugänglich sein. Ab 11:00 Uhr beginnt die Versteigerung, wobei Grußworte der Bürgermeisterin der Stadt Ennepetal Imke Heymann und Petra Backhoff vom Vorstand des Kinderschutzbundes Ennepetal, die Auktion eröffnen werden. Bürgermeisterin Imke Heymann, die auch Schirmherrin der Veranstaltung ist,  ist für diese Unterstützung sehr dankbar und zieht den Hut vor der Leistung der Organisatoren und Künstler. Petra Backhoff, Mitglied des Vorstandes im Kinderschutzbund Ennepetal, erinnert an die Hilfe zu der wir alle

"Kaspar" Kalligraphie von Ulla Zymner

“Kaspar” Kalligraphie
von Ulla Zymner

aufgerufen sind. “Wir können da helfen, wo Hilfe nicht ankommt”, so Frau Backhoff. Und weiter sagte Frau Backhoff auf eine Frage,, wir kooperieren auch mit der “Tafel” in Voerde und bilden eine fehlende Masche im sozialen Netz ab. Die Fotojournalistin und Kuratorin findet, dass die Künstler inzwischen eine Gemeinschaft von Helfenden darstellen, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind. Der Leiter der Marketingabteilung der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld unterstützt gerne diese Aktion, die einmal mehr das soziale Engagement der Sparkasse zeigt.

Es gibt aber auch noch ein Geheimnis, welches am 3. April gelüftet wird. Nur eines hierzu, es wird auch eine Spezialversteigerung geben, wobei das Objekt der Versteigerung sich auch ohne Probleme durch das berühmte Auktionshaus Christie’s versteigern ließe. Im Vorfeld hat diese Auktion schon Kreise gezogen, so freuen sich Bundestagspräsident Norbert Lammert und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft über diese außergewöhnliche Auktion, die einmal mehr zeigen, wozu unsere Gesellschaft fähig ist.

Als Rahmenprogramm wird die Kinder- und Jugendband „Groovie Movies“ auftreten, Wim Wollner wird mit dem Saxophon den musikalischen Hintergrund darstellen. Unterstützt wird die Veranstaltung auch von acht ehrenamtlichen Helfern der ruhrVOLUNTEERs e.V.  Eine äthiopische Kaffeezeremonie wird dem Besucher ein etwas anderes Kaffeefeeling vermitteln. Aber, keine Sorge, es wird auch noch den ganz normalen Kaffee und Kuchen geben, so dass der Besucher sich ganz dem Gefühl hingeben kann, etwas Gutes getan zu haben.

Erwähnentswert ist noch, das bei der Veranstaltung auch Betty, daß Spendenschwein vor Ort ist. Nicht jeder hat Platz für ein Kunstwerk, aber viele kleine Spenden sind auch eine große Hilfe. Darüberhinaus gibt es ja noch das Spendenkonto des Deutschen-Kinder-Schutzbundes e.V., Ortsverband Ennepetal, wo man mit dem Kennwort: “KINDERN DURCH KUNST HELFEN!” ebenfalls ein gutes Werk tun kann. Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld
BIC: WELADED1ENE IBAN: DE 59 4545 1060 0000 0643 03  [Spendenquittung ist möglich].

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

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Wahlkampfsparring der BM-Kandidatinnen in Ennepetaler

v.l.: Imke Heymann, theo Bicking, Marc Schulte, Anita Schöneberg  Foto: Linde Arndt

v.l.: Imke Heymann, Theo Bicking, Marc Schulte, Anita Schöneberg Foto: Linde Arndt

[jpg] Es war kalt, sehr kalt im Ennepetaler Industriemuseum. Offensichtlich hatte sich der Veranstalter, der Heimatverein Milspe, gedacht, die Kandidatinnen sollte sich warm reden, während das Publikum fröstelte. Frösteln konnte man schon; denn die beiden Kandidatinnen übten Wahlkampf, für eine Politik die noch in Gesetze gegossen werden muss.
Zuerst einmal, immer wieder wird das Bürgermeisteramt als ein Amt verstanden, welches die politischen Zielsetzungen der eigenen Partei durchsetzen soll. Es ist das Zusammenspiel von Bürgermeister und Stadtrat, als Verwaltung und Politik, die eine Stadt prosperieren lässt. Mehrheiten im Stadtrat sollen da nicht einfach beiseite geräumt werden. Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch darin, in einem komplexen politischen und administrativen System mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, Interessen und Strukturen erfolgreich zu agieren und sich dabei selbst kontinuierlich zu optimieren. Ein Übermensch also? Nein, nur eine ganz normale Führungspersönlichkeit mit politischem Hintergrundwissen ist hier gefragt. So weit so gut.

Warum beide Kandidatinnen mehrfach betonten, dass sie eine Politik für den Bürger/Menschen in Ennepetal machen wollen, erschließt sich einem nicht. Mein Güte, für wen denn sonst soll Politik sein? Solche Bemerkungen sind unter Niveau. Marc Schulte (WDR Duisburg) entledigte sich seiner Aufgabe, den Moderator zu spielen, recht lustlos und wusste in der Redezeitverteilung keinen Ausgleich zu bringen. Hier hatte Anita Schöneberg mehr Zeit als ihre Mitbewerberin Imke Heymann. Technisch hätte sicher eine gute Schachuhr weiter geholfen. Erkennbar waren keine Themenfelder abgesprochen und wenn, dann ging man auch nicht in die Tiefe der Themen. Aber in der Tiefe und mit den Hintergründen werden erst die politischen Unterschiede deutlich. Schulte nutze auch nicht seine Position um mit Stichworten die Bewerberinnen zu mehr Substanz in ihren Ausführungen zu bringen. Ihm war es recht wenn ein bisschen an der Oberfläche herum gekratzt wurde. Schade eigentlich.

Setzen wir uns einmal mit den beiden Kandidatinnen einzeln auseinander.

Imke Heymann, Kandidatin der CDU|FDP|Bündnis90/Grüne|FWE

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Bürgermeisterkandidatin Imke Heymann [CDU]
unterstützt von CDU, FDP, Bündnis 90 die Grünen/ FWE
Foto: Linde Arndt

Frau Heymann ist in Leipzig aufgewachsen und hat dort auch ihre ersten beruflichen Erfahrungen gemacht. Heute ist sie führend in der Galerie Kaufhof GmbH, Köln im Personalwesen tätig. Galerie Kaufhof GmbH ist eines der führenden deutschen Vollsortimenter mit 100 Warenhäusern und 17 Sportarena-Filialen in mehr als 80 deutschen Städten sowie 15 GALERIA Inno-Filialen in Belgien. Der jährliche Umsatz liegt bei rund 3,1 Milliarden Euro. Galerie Kaufhof GmbH ist eine Tochter (Vertriebsmarke) des weltweit agierenden Metro AG Konzerns mit einem Jahresumsatz von 63 Milliarden Euro. Frau Heymann hat sich von der Einzelhandelskauffrau kontinuierlich nach oben gearbeitet. Dies setzt Ehrgeiz und eine Willensstärke voraus, die eigentlich Grundlage jeder beruflichen Tätigkeit sein sollten. Auch ihre Herkunft aus der Leipziger Großstadt ist ein unbedingtes Plus, bietet doch eine Großstadt mehr strukturiertes und vielseitigeres Leben an, als eine Kleinstadt wie Ennepetal. Dieses andere Leben ist zwar nicht eins zu eins auf eine Kleinstadt wie Ennepetal zu übertragen, man kann es aber herunterbrechen.
Heute lebt Frau Heymann wie Frau Schöneberg im Stadtteil Ennepetal-Homberge.

Anita Schöneberg, Kandidatin der SPD

Bürgermeisterkandidatin Anita Schöneberg [SPD] Foto: Linde Arndt

Bürgermeisterkandidatin Anita Schöneberg [SPD]
Foto: Linde Arndt

Frau Schöneberg gehört zum Ennepetaler “Inventar”. Sie ist hier geboren, ging hier zur Schule und wurde durch die Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld zur Bankkauffrau und mit der Zusatzausbildung Marketing und Vertrieb ausgebildet. 26 Jahre SPD prägen einen Menschen zu einem Parteimenschen in einem immerwährenden Anpassungsprozess. Zum dritten male tritt Frau Schöneberg als Bürgermeisterkandidatin der SPD an. Sie hat mehrmals die Position der ehrenamtlichen stellvertretenden Bürgermeisterin eingenommen und sich bis heute auf die erste stellvertretende Bürgermeisterin hochgearbeitet.
Sie ist in fast allen wichtigen Verwaltungsräten, wie AÖR, Haus Ennepetal oder der Sparkasse.
Frau Schöneberg ist selbstredend bestens in Ennepetal vernetzt, indem sie in allen wichtigen Vereinen eine Mitgliedschaft hat. Überregional hat Frau Schöneberg kaum Einflussmöglichkeiten oder Erfahrungen. Das sie sich mit der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ablichten lies oder in Brüssel einen Besuch in der Landesvertretung NRW absolvierte, gehört zum Alltagsgeschäft bei kurzfristigen Besuchen in Brüssel. Frau Schöneberg reklamierte auch sofort eine Erfahrung mit der Landes- und europäischen Politik. Klappern gehört eben zum Handwerk eines jeden Politikers. Seit einiger Zeit ist Frau Schöneberg bei der SIHK Ennepetal angestellt.

Zum 2. Diskussionsabend

Vorab, es sollen noch mehrere Diskussionen folgen, nichts genaues weiß man.
Frau Heymann als Kandidatin wird es schwer haben; denn der Ennepetaler Ureinwohner, hat es nicht gerne wenn er von Fremden, zumal sie denn nicht lange im Ort sind, regiert wird. Aber er hat auch keine Frau gerne  über sich, hier gelten noch die  “3 K´s”  (Küche, Kinder, Kirche).
Wie gesagt die Diskussion war mehr eine müde Veranstaltung, die noch durch einen lustlosen Moderator Marc Schulte (WDR Duisburg) in die Trivialität geführt wurde. Die beiden Kandidatinnen guckten sich kaum an, wobei der Moderator es nicht verstand Spannung in die Themen mittels Stichworten zu bringen. Beim Thema Haus Ennepetal, merkte man auch, der Moderator hatte sich nicht vorbereitet. Denn der Antrag der CDU lautete nicht auf Abriss des Haus Ennepetals, vielmehr war dieser Antrag als Prüfauftrag klar zu verstehen. Welche Möglichkeiten die Stadt mit Haus Ennepetal hätte, wenn a) saniert wird, b) renoviert wird und c) zu guter Letzt wenn abgerissen würde. Daraus jetzt einen Abrissauftrag zu konstruieren, da muss man schon die Interpretationsmöglichkeiten arg überdehnen. Das das Haus Ennepetal inzwischen ziemlich marode ist und jährliche Zuschüsse bis in den Millionenbereich verlangt, kann niemand in Ennepetal abstreiten. Nicht zu vergessen ist die veraltete Haustechnik, die viele Nutzungsmöglichkeiten unmöglich macht. Logischerweise sollte hier nach den Kosten gefragt werden um sichere Nutzungen zu gewährleisten. Frau Schöneberg verschweigt hierbei, dass die Kluterthöhle & Freizeit Verwaltungs- und Betriebs-GmbH & Co. KG mit ihrem Verwaltungsrat, zu dem Frau Schöneberg auch gehört, bis heute keine Ersatzinvestitionen genehmigt hat. Dieses ewige Schönreden in Ennepetal verhindert doch nur eines, Probleme werden nicht benannt und können dadurch auch nicht gelöst werden. Problem AÖR, jahrelang wurde dort mit Wissen des Verwaltungsrates schlampig zum Schaden der Stadt gearbeitet. Frau Schöneberg mit anderen Stadtratsmitgliedern wussten davon, nur keiner tat etwas dagegen. Heute wird die Führung mit einem Verwaltungsmenschen besetzt der bisher ein bisschen EDV machte.  Sachkompetenz für ein Amt geht doch wohl vor? Niemand rührte sich im Stadtrat auch Frau Schöneberg nicht.
In Zukunft soll Ennepetal nicht mehr schlecht geredet werden, so Frau Schöneberg. Heißt, Schäden werden einfach schön geredet.
Mit dem Thema Finanzen haperte es auch. Frau Heymann will erst einmal einen Kassensturz machen um dann zu entscheiden wie es weiter gehen soll. Dies ist nachvollziehbar. Frau Schöneberg  legt direkt los uns holt sich aus Düsseldorf oder Brüssel Zuschüsse. Toll, die Eigenanteile die dabei aufgebracht werden müssen, hat Ennepetal sicher schon gebunkert. Schön das Frau Schöneberg mit Europa rechnet, nur wo waren die konstruktiven Vorschläge von dem Ennepetaler Stadtrat als das europäische  Leader Projekt besprochen wurde? Ein Europa Projekt mit sehr großen Chancen für Ennepetal, nur ohne Frau Schöneberg. Es ging ja nur um 3,1 Mio Euro. Zuwenig? Ach ja die Zuschüsse sind alle auf den MFR (Mehrjährige Finanzrahmen)  in Brüssel ausgerichtet, ist eigentlich einfach. Kommt man von Anfang an nicht in den MFR  rein, so kann man bis 2020 Ehrenrunden drehen. Kommen wir zu dem FNP (Flächennutzungsplan) der Stadt Ennepetal. Frau Heymann hat Recht wenn sie sagt, man sollte  sich den nochmals ansehen und gegebenenfalls ändern. Frau Schöneberg griff dann an, dass ein FNP für 20 Jahre ausgelegt wäre. Richtig. Sollte er, muss er aber nicht. Spätestens hier hätte ein Zuruf erfolgen müssen, dass Frau Schöneberg es unterlassen sollte Meinungen als Fakten darzustellen. Das dem nicht so war, ist – wie gesagt  – der schlechten Vorbereitung des Moderators zu zuschreiben. Warum die Beiden sich das weiterhin antun wollen, bleibt sicher das Geheimnis beider Frauen. Frau Schöneberg wird sicher das Rennen machen, allerdings auf eine unfaire Art mit einem Moderator der ohne Zeitgefühl, ohne Vorbereitung eine angesetzte Diskussion zur Farce werden ließ, indem nur bekannte Versatzstücke der Kandidatinnen dar geboten wurden. Man sollte Kandidatinnen als Moderator fordern.

Bleibt die Beantwortung einer Frage offen, die der FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Haas stellte,  denn wie ist es mit den Mehrheiten im Stadtrat? Die sind eben nicht auf Seiten der SPD. Die Antwort von Frau Schöneberg, wir sind doch alle für die Stadt und ihre Bürger gewählt worden, hörte sich reichlich naiv an. Es geht schon los mit dem schön reden. Ja, Frau Schöneberg hat sehr viel von ihren Vorgängern, Wiggenhagen und Eckhardt gelernt.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal.

2-bm-vorstellung

Warum muß es denn so peinlich sein?

[jpg] Am Wochenende des 7./9.Septembers waren so einige Veranstaltungen in Ennepetal. Da wurde die Meilerwoche im Hülsenbeckertal eröffnet das Schmiedefest an der Peddenoede, Altenvoerde hatte sein Stadtteilfest und um das Ganze rund zu machen wurde im Industriemuseum die Kunstausstellung „InArtefaktum“ eröffnet.
Abgesehen von der mangelhaften Terminabstimmung innerhalb der Kleinstadt Ennepetal, ist es schon mehr als verwunderlich wenn eine Stadtverwaltung nicht in der Lage ist ähnliche Veranstaltungen zu bündeln und dem Besucher eine Übersicht an die Hand zu geben. Aber, Ennepetal will immer die alten Wege gehen, wo eine Veranstaltung der anderen eine Konkurrenz sein durfte. Das schafft Klarheit und Übersicht auf dem Markt, weil letztendlich viele Player verschwinden, sprich ihnen die Luft ausgeht.

   

Kommen wir aber zu dem Peinlichen der Kunstausstellung  InArtefaktum des lokalen Künstlervereins Kunstraum-EN e. V.  Ein Jahr arbeitet dieser Verein an der Vorbereitung der Ausstellung InArtefaktum mit der Vilvoorder Künstlervereinigung „Royal Portaelskring “. Pierre Bogaerts auf Seiten der Vilvoorder Vereinigung und Werner Kollhoff auf Seiten des Ennepetaler Vereins trafen sich mehrfach um die Inhalte auszutauschen. Es sollten Werke entstehen, welche die gemeinsame Geschichte des Zusammengehens von Industrie und Kunst verdeutlichen sollten. Heraus kam ein 10 bis 12 m langes und 2 m hohes( Bis heute werden unterschiedliche Maße gemeldet ) Wandgemälde in guter alter PopArt Manier. Auf dem Boden sollten Skulpturen auf gebaut werden welche die Bodenständigkeit und die Gemeinsamkeiten der Geschichte verstärken sollten. Soweit die Inhalte, die allesamt im Industriemuseum des Ennepetalers Prof. Döpp ausgestellt wurden.

Und es kam wie es für Ennepetaler kommen musste. Für die Eröffnung hatte man mal gerade ein Banner finanzieren können, weil man nicht rechtzeitig Gelder für diese Ausstellung eingeworben hatte. Dieses Banner ist auch  nur schwer wahrnehmbar am Eingang des Industriemuseums vier Tage vorher aufgehängt worden. Die Westfälische Rundschau wurde anscheinend einen Tag vorher aktiviert und brachte einen mehr  lieblosen Ankündigungsartikel welcher zum Teil irreführend war. Und um dem Personenkult zu seinem Recht zu verhelfen, wurde der „große Vorsitzende“ dazu abgelichtet. Weiterführende Informationen, sei es bei der Meilerwoche oder anderen Veranstaltungen gab es für diese Veranstaltung nicht. Sollte es auch nicht geben? Zur Eröffnung fanden sich dann auch nur rund 100 Leute ein, wenn man allerdings die ewig Verdächtigen (Vereinsmitglieder, Verwandte oder Offizielle) abzieht waren es letztendlich nur ca. 20 Besucher. Beschämend!

Nun zum Ausstellungsraum. Am Kopf war das 10-12 m lange Wandgemälde befestigt. Vor dem Gemälde hatten die Aussteller das Akkordeonorchester aufgebaut, sodass das Gemälde in seiner Gänze nur erahnt werden konnte. Rechts davon stand ein Lautsprecher. Wie sich später herausstellte gab es zu diesem Lautsprecher keine Verstärkeranlage und auch kein Mikrofon. Daneben lag "dekorativ" ein Berg von Textilien oder anderen Utensilien. Auf dem Boden befanden sich die Exponate der verschiedenen beteiligten belgischen und deutschen Künstler im Raum verstreut. Eingerahmt wurden die Exponate von jeweils einem Schild in ~120 cm Höhe, welches Auskunft über das Exponat und den Künstler geben sollte. Die Höhe des Schildes signalisierte – Schild nur für Zwerge. Einen Katalog zu dieser Ausstellung gab es in Minimalausführung für den, der es wohl schaffte bis zum Ende des Raumes zu gehen und danach fragte, wo diese auf dem Getränketisch deponiert waren, hinter  dem  sich zwei Damen in Erwartung  von Kundschaft für ihre Getränke verschanzt hatten.

Als der Vorsitzende Werner Kollhoff die Ausstellung offensichtlich eröffnet hatte, war das nicht überall verständlich, weil mangels eines Mikrofons die Mehrheit der Besucher es akustisch nicht mitbekamen. Auch die Übergabe an den Bürgermeister der  ein Grußwort sprach konnte nur schwach wahrgenommen werden. Ebenso, als  der anwesende Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und MdB Dr. Ralf Brauksiepe (CDU)  begrüßt wurde.  Dann wurde von dem Vorsitzenden  der Vilvoorder Künstlervereinigung „Royal Portaelskring “. Pierre Bogaerts und dem Mitglied des Kunstraums Maria Bemelmans, begleitet von Werner Kollhoff etwas vorgetragen. Wer von den Lippen ablesen konnte war hier klar im Vorteil.  Im nach hinein versicherten mir mehrere Besucher aus der zweiten Reihe auch  nichts von den Vorträgen vernommen zu haben. Zwischendurch spielte das Akkordeon-Orchester Ennepetal e.V.  seine Stücke um zu demonstrieren, es geht auch ohne Wandgemälde – wir haben es halt verdeckt. Als niemand mehr die Lippen bewegte, löste sich alles auf, teilweise wurde die Ausstellung fluchtartig verlassen.

Letztendlich tat mir die  Vilvoorder Künstlervereinigung „Royal Portaelskring “ um Pierre Bogaerts leid. Unverkennbar hatte sie sich die meiste Arbeit gemacht die von den Ennepetalern noch nicht einmal im Ansatz gleichermaßen beantwortet wurde. Werner Kollhoff versuchte das verdeckte Wandgemälde zu verkaufen indem er die Anwesenden bat, doch einmal bei den Nachbarn herum zu hören ob jemand daran interessiert sei. Klar, jeder hat ja eine Wohnung mit einer 12 m langen Wand. Lächerlich!

    

Schade ist für mich den künstlerischen Wert der Arbeiten nicht bewerten zu können, denn offensichtlich waren die Arbeiten nicht richtig positioniert, indem sie plan lagen. Auf den daneben hängenden Schildern wurden die Exponate teilweise anders präsentiert. Warum also was bewerten, was nicht den Vorgaben des Künstlers entsprach?

Abschließend frage ich mich ob der Kunstraumverein nicht ein bisschen leichtsinnig und gedankenlos mit dem belgischen Partner umgeht. Und weiter frage ich mich, wieso bekommt der Kunstraum für solch einen peinlichen Job aus dem städtischem Haushalt Geld. Es kann nur im Hinblick auf die Wichtigkeit der belgischen Partnerstadt sein und in der Hoffnung, dass auch der Kunstraum sich dafür stark machen würde. Fördern und Fordern hieß es mal bei der Vergabe von Steuergeldern. Für mich aber auch andere wäre diese Ausstellung keinen Euro wert gewesen, wenn die belgischen Künstler, die gute Arbeiten abgeliefert haben nicht dabei gewesen wären. Insofern hat Wilhelm Wiggenhagen mit seiner Anwesenheit richtig gehandelt, ging es doch in erster Linie um die Freunde aus Vilvoorde.
Allerdings hätte ich kein Zutrauen mehr zu diesem Kunstraum, der nur seine private Kollhoff Ausstellung haben möchte und darüber hinaus die lästigen Arbeiten, wie das Planen und Organisieren, vernachlässigt. Zeit für eine gute Ausstellung und um Gelder einzuwerben war genug vorhanden sie wurde jedoch nicht genutzt. Manpower hatte der Ennepetaler Verein auch genug. Der Kunstraum scheint nur mit sich selber beschäftigt zu sein, so konnte auch keine Energie für die eigentlichen Jobs aufgewendet werden.

Ach und übrigens, es nützt nichts wenn die WR die ganze Ausstellung "schön" schreibt oder die sichtbaren Mängel verschweigt, es wurden von sehr, sehr vielen Besuchern diese Einschränkungen wahr genommen.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

[Fotos: © Linde Arndt]

 

Wenn Kunst mit Industrie sich mischt – Inartefaktum

Kunst & Partnerschaft & Industrie

"InArtefaktum" – Industriegeschichte künstlerisch verwandeln

Was vor über einem Jahr geplant und  begonnen wurde, steht kurz vor der Vollendung: Künstler aus beiden Partnerstädten Vilvoorde und Ennepetal wollen gemeinsame Industriegeschichte auf künstlerische Weise lebendig werden lassen.

Eine Ausstellung im Industriemuseum Ennepetal wird den Kernpunkt des Projektes vorstellen: die Geschichte der eisenverarbeitenden Industrie, die beide Städte verbindet. Pierre Bogaerts, Vorsitzender des belgischen Künstlervereins, formulierte eine weitere Absicht dieses Vorhabens: "Wir hätten gern in Zusammenarbeit des Koninklijke Portaelskring Vilvoorde mit dem Kunstraum EN  vom Industriemuseum selber ein großes Kunstwerk gemacht."

 
Foto: Jonas Güttler WR
 

Schon im August 2011 arbeiteten Künstler beider Partnerstädte miteinander an einem Gemälde auf einer 12 Meter langen und 2 Meter hohen  Leinwand, (die Presse berichtete). Die ist allerdings nur ein Teil der geplanten Ausstellung. Über 20 Künstler arbeiten noch mit Hochdruck an der Fertigstellung von Objekten und Installationen, die alle vom Boden ausgehen sollen –  als Zeichen bodenständiger Industrie. Mit unterschiedlichsten Materialien wie etwa Holz, Stoff, Kreide oder Papier entstehen Kunstwerke zum Titel "InArtefaktum".
Die große Halle im ersten Stockwerk des Museums mit ihrem industriellen Charme wird zwischen ihren eisernen Säulen die Werke präsentieren.
Man darf gespannt sein!

"InArtefaktum"
Kunstausstellung
 im Industriemuseum Ennepetal
vom 8. Sept. bis 16. Sept. 2012
Portaelskring Vilvoorde und
Kunstraum EN

Text: Renate Schmidt-V.

Die nachfolgende Einladungs-Karte bitte anklicken und vergrößert in PDF-Ansicht angucken oder ausdrucken.

 

Wenn der Mut zu mehr als dem Alltäglichem fehlt

Fotoshooting August 2009
Scholle and the good old friends" –
Foto: MySpace
  [la] Ein kluger Mann hat vor nicht allzulanger Zeit einmal gesagt, was Ennepetal gegenüber seinen Nachbarstädten so trostlos aussehen lässt liegt daran, dass ihnen der Mut fehlt, über das Alltägliche hinaus mehr zu wagen. Sie beharren auf dem "so wie es immer war" und können dadurch nicht kreativ gestalten und sich entfalten.
"Stellen Sie sich vor", sagte er, "die Bewohner müssten jahrein, jahraus die Ennepe an einem gefährlichen  Punkt überqueren, indem sie zu Fuß durch das Wasser waten um ans andere Ziel zu gelangen.

 Einige sind dabei schon zu Schaden oder ums Leben gekommen, aber beharrlich beschreiten die anderen wie immer diesen Weg. Nun käme ein Mann und baute eine Brücke darüber.
Denken Sie einer von denen würde die Brücke nutzen? Nein, sie würden es weiter so machen, "so wie es immer war."

Die Gevelsberger haben in ihren Reihen mit dem Eventmanager, dem Stadtmanager und weiteren Verantwortlichen echte "Sahneschnittchen". Das sind verantwortungsbewußte Menschen, die Ideen haben, aber auch den Mut etwas zu wagen. Nicht blind darauf los, sondern exakt geplant. Und auch die Stadt Schwelm ist mit ihrer Crew "gut aufgestellt", auch da gibt es genug kreative Köpfe die Ideen umsetzen können. Na und Ennepetal? Machen Sie sich mal Ihre eigenen Gedanken!"

Aber das brauchte er eigentlich gar nicht zu sagen, hatte man es in den letzten Jahren doch reichlich selbst erlebt. Ein Beirat des Citymanagements hatte schon einmal erwähnt, das von ihm und Einzelhändlern zahlreiche, tolle Ideen geboren waren, für die aber keine Genehmigungen  erteilt wurden und die dann allesamt in der großen Schublade verschwunden sind.

Von intensiven Ideen und Bemühungen rund um den Bahnhof will ich gar nicht mehr reden.

Das Gevelsberg nun den Triumpf der Lechnerfiguren feiert, wird sicherlich zumindest drei Mitarbeitern der Verwaltung etwas weh tun, hatte ich einem von ihnen vor zwei Jahren einen Katalog von Frau Lechner übergeben und von dem Konzept der Stadtbelebung geschwärmt.
Die Idee wurde auch mit Begeisterung aufgenommen und Herr Schilling sagte euphorisch:"Die muss ich haben". Woran es letztens wieder gescheitert ist?? s. oben

Die Gevelsberger sind übrigens  ganz alleine darauf gekommen. Eben gute Leute und Entscheider an Bord.

   
  Industriemuseum Ennepetal                                                                                                                                          Foto: © Linde Arndt  

Na und nun schreiben meine Kollegen der Printmedien, dass man jetzt ein Benefizkonzert "Rock for Light" im Industriemuseum veranstalten wird und die Gelder den drei Stadtteilen Ennepetal, Altenvoerde und Voerde für einen Teil der Weihnachtsbeleuchtung zu Gute kommen sollen.

Eines haben die Organisatoren  auf jeden Fall gemacht, sie haben sich Profis zur Hilfe geholt, die ihre Erfahrungen schon im vergangenen Jahr in Schwelm gemacht und großen Erfolg eingefahren haben. Da mit den Musikern für Ennepetal auch  eine wirklich excellente Auswahl getroffen wurde, braucht man kaum zu befürchten, dass nicht alle Karten abverkauft werden. Und wenn das nicht der Fall sein sollte, dann wird es sicher an den Werbemaßnahmen der Ennepetaler liegen. Bis auf das große Banner am Ortsausgang (Eingang ist von der Seite ja nicht das richtige Wort), habe ich bis gestern wo nirgend Plakate gesehen. Ist für solch eine Veranstaltung evtl. tödlich!  Alles andere wäre reine Glückssache. Schade nur um die Personen, die sich für Ennepetal in dieser Sache engagiert haben.

Bisher war es ja meist so, dass Veranstaltungen  nicht  rechtzeitig und flächendeckend beworben  und entsprechende  Flyer erst kurz vor Beginn verteilt wurden, oder irgendwo herumlagen und darauf hofften, dass sie jemand entdecken und mitnehmen würde.

Zu dem Benefizkonzert stellt sich noch die Frage, wie würde die Verteilung zwischen den drei Stadtteilen vorgenommen, wenn tatsächlich  die erhofften 10.000,00 Euro oder mehr eingespielt werden? Bei den Preisen für moderne Weihnachtsbeleuchtung oder aber auch nur den Kosten für die Installation ist es ja eigentlich bei einer Drittelung nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Viel interessanter ist  aber die Frage, wofür will man Geld für eine Weihnachtsbeleuchtung ausgeben, die z.B. die Traurigkeit der Fußgängerzone mit relativ wenig Geschäften noch hervorhebt?  Nur durch die Weihnachtsbeleuchtung werden bestimmt keine Menschen in unsere City (?) gezogen werden, oder könnten Sie sich vorstellen, wenn Düsseldorf, Dortmund, Essen und selbst Gevelsberg und Schwelm ihr wirkliches Weihnachtsfeeling erstrahlen lassen, käme ein Auswärtiger lieber nach Ennepetal? Wohl kaum.

               
     

Vielleicht hätte man das Geld besser an die noch vorhandenen tapferen Einzelhändler verteilen sollen, die sich schon auf ihre Kosten über das Jahr genug bemühen, etwas Attraktivität nach Ennepetal zu bringen. Wäre doch schön, eine dunkle kalte Winternacht und dann ab und zu rechts und links die paar Geschäfte in vollem Lichterglanz und weihnachtlichem Ambiente aufs stilvollste herausgeputzt zu erleben. Meinetwegen als riesiges Hexenhaus mit echten Lebkuchen für den Bäcker, einen Weihnachtsbaum mit Teepröbchen vor der Teeinsel, bei Bücher Bäcker einen prächtigen großen Weihnachtsbaum, wo Zettel mit romantischen Gedichten dran hängen, die jeder abfotografieren oder abschreiben kann. Für jeden etwas ganz speziell Passendes zu seinem Geschäft.

Weihnachten wäre auch eine Gelegenheit, wieder einmal aus den Erfahrungen anderer zu lernen.
In Gevelsberg war es wie eine Sucht, dass möglichst jeder sich mit einer Lechner-Figur ablichten lassen wollte. Es gab die Fotoaktion und vieles Kreatives.

Wenn man nun obige Idee mit den Einzelhändlern als Denkanstoß nehmen würde und fände eine Lösung, vor den Geschäften ausgefallene Dekorationen zu machen, wo die Menschen sich auch gerne ablichten würden, Z.B.einen Schlitten für Personen, weihnachtlich geschmückt, evtl. die Figur eines Engels oder Weihnachtsmannes darauf, so daß sich Leute dazu stellen oder setzen könnten und dann ein Schild mit der Aufschrift:  "Hier können Sie Ihre eigene Weihnachtskarte" erstellen.

Mit Aktionen, die  Andere und andere Städte nicht haben und für ausgefallene Sachen machen sich auch schon mal Leute von auswärts gerne – auch nach Ennepetal – auf den Weg.. Allerdings müßten für dieser Aktionen auch umfangreich und rechtzeitig Werbung gemacht werden. Unsere Mitmenschen sind keine Hellseher, die von selbst wissen wo was los ist.

Und wenn das mal wieder "zu kreativ" ist, dann hätte man ja auch vielleicht mal überlegen können, das Benefizkonzert für eine besondere Aktion für Kinder oder Bedürftige zu veranstalten.

Das mich jetzt bitte keiner falsch versteht. Ich gönne den Einzelhändlern sowohl in Milspe, als auch Altenvoerde und Voerde die Beleuchtung und auch den Bürgern, die während der Weihnachtszeit bei Dunkelheit durch die Einkaufsstraßen (?) gehen (müssen?). Es mutet leider hier vor Ort nur ein wenig makaber an.

 

 Linde Arndt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Ennepetals Besucher sind schon unerschrocken und schmerzfrei

 

[jpg] Heute am Sonntag, dem 7. August hatten wir uns vorgenommen einmal den Weg vom Industriemuseum zum Bahnhof Klutert zu finden. Da Ennepetaler Organisatoren vom Grunde aus mit einer Schreib- und Leseschwäche ausgestattet sein müssen, gibt es keine Hinweisschilder von x nach y außer einem Hinweis oberhalb des Teckel Halteplatzschildes "Ennepetal-Kluterthöhle", was beim Ausstieg der Ankommenden rasch übersehen werden kann.

Man geht einfach davon aus, wenn wir (Organisatoren) den Weg kennen, müssen das auch alle anderen Besucher kennen. Interessant sind auch immer wieder die Gespräche die in diesem Zusammenhang geführt werden können.

Als Journalist bekommt man mit wo dem Einzelnen der Schuh drückt; man verliert damit die Bodenhaftung nicht. 

Wie üblich stand am Bahnsteig Kluterthöhle die provisorische Box da. Diesmal war die Box vollbeladen mit Flyern die die Stadtverwaltung Ennepetal so zu bieten hat und die Infobox war wieder mit der Ennepetaler Flagge beflaggt.

Als wir vor der Infobox standen suchten wir vergeblich den Weg zum Industriemuseum. Wir wussten zwar als Einheimische wo dieser lag, aber wie sollte es einem Auswärtigen ergehen?

 
Auf zur Höhle

Kurz darauf fragten wir ein Paar die aus der Höhle kamen, ob sie wüssten wie wir zum Industriemuseum kämen. Das Paar konnte uns dies nicht sagen und als sie hörten, dass im Industriemuseum geschmiedet würde, waren sie ganz Ohr. Aber sie wollten nunmehr wieder nach Hause.
  Nun weiter zum Industriemuseum um dort den Weg zu suchen. Dort fanden wir den Weg auch nur durch Zufall als wir uns mit den Rotkreuzlern unterhielten. Wir gingen den Weg bis zum Bahnhof, wo nun mehr der Teckel eintraf.

 
Ankunft in Ennepetal
  So an die 40 Leute entstiegen ihm und so an die 10 Leute stiegen wieder ein. Die meisten Leute kamen von der Höhle. Warum? Klar, das die junge Dame in der Infobox zuerst den Weg zur Höhle anpries, denn sie wurde ja auch von der Höhle geschickt. Und die Besucherstatistik der Höhle sollte sicher aufgebessert werden. Was mich jedoch störte, bis heute hat es noch nicht geklappt eine einfache und informative Wegbeschreibung zum und vom Industriemuseum bei der Teckelveranstaltung aufzuhängen. Na ja, warum auch. Ennepetaler wissen ja eh wo das Industriemuseum ist, was müssen das auch noch Gäste wissen.

Trotz unbeständiger Witterung müssen jedoch so um die 500 Zuschauer zum Industriemuseum gefunden haben. Der Teckel wiederum hatte so an die 200 Besucher gebracht von denen jedoch die Hälfte mit dem Pkw zurück fuhr. Warum? Weil die Informationen über weitergehende Veranstaltungen nicht hinreichend aufbereitet wurden. So weit zum professionellen Tourismus, den ja die 14 Millionen Truppe haben möchte. Unser Ankündigungsbürgermeister hatte zumindest von einem kompetenten und professionellen Tourismus gesprochen.

Nun zu den Gesprächen, die ich so geführt habe.

Stichwort: Kinoveranstaltung am 29. Juli 2011 vor dem Sparkassengebäude

Das Gespräch geriet zu einer kleinen Debatte bei der zuweilen 5 Personen teilnahmen.

 Hier wurde der alte Film (Schwarz/Weiß)  bemängelt, der keinen interessierte, warum man hier keinen richtigen „Renner“ genommen hätte. Und wenn solch ein alter Western, warum man nicht das Umfeld, also die Fußgängerzone, dann auch westernmäßig dekoriert hätte. Man hätte Luftgewehrschießen aufbauen können oder die daheim gebliebenen Jugendlichen hätten eine Westernstadt in der Fuzo aufbauen können. Dann wurden die zur Auswahl stehenden Filme bemängelt, die relativ unbekannt gewesen waren. Und als letztes fand man das Angebot der Einzelhändler mehr als lächerlich.  
Unsere Karbolmäusken

Dieses hätte bei einem vertretbaren Aufwand ausgeweitet werden können. Das Argument, wir haben kein Geld,  wollten meine Gesprächspartner nicht gelten lassen; denn, so das Argument, es wird schon zu viel Geld für unnützes durch die Parteien und die Stadtverwaltung verpulvert.

Stichwort: Bürgermeisterlauf am 28.August 2011

Im Café des Industriemuseums kam ich bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch mit dem Thema Bürgermeisterlauf. Die Anwesenden fanden kein Verständnis dafür, dass nunmehr für diesen Lauf Startgeld bezahlt werden muss. Denn, so ihr Argument, die Läufer sind doch alle auch Werbeträger für die Stadt Ennepetal. Und es ist erst der 5. Lauf der sicher noch nicht so viele Teilnehmer haben wird wie anderen Läufe im Gebiet die einen größeren Bekanntheitsgrad haben. Am Anfang solcher Events ist eben sehr viel ehrenamtlicher Aufwand notwendig, um aber letztendlich einen größeren ( ein paar tausend Teilnehmer ) Event zu bekommen. Und der Aufwand bei diesem Lauf hält sich doch noch in Grenzen. Recht haben die Läufer. Aber durch das Startgeld will man sicher bestimmte Leute vom Lauf fern halten. Für einen Hartz IV Empfänger sind 4,– respektive 15,– Euro viel, sehr viel Geld.

Es grummelt in Ennepetal wie auch in anderen Städten. Nur in Ennepetal kommt noch eines hinzu. Die einzelnen Menschen scheinen schon längst aufgegeben zu haben.  Dass sie trotz allem noch einzelne Veranstaltungen besuchen ist ihnen schwer anzukreiden, vielleicht läuft in Ennepetal alles unter Schmerzfreiheit, wenn der Ennepetaler trotz und gerade allem seine Kulturstätten besucht. Die 14 Millionen Truppe vermag den einzelnen  jedoch bewusst nicht hinter der Ofenbank hervor zu locken.


Gute Gespräche im Industriemuseum
  Und so ging der Tag zu Ende mit guten Gesprächen, bei guten aber etwas kalter Witterung. Die Bratwürste und der Kuchen im Industriemuseum waren verkauft, wobei die auswärtigen Ennepetal Besucher nichts von Speis´und Trank im Industriemuseum wussten.

Als ich nach Hause fuhr um dort meine letzten Artikel für diese Woche zu schreiben, dachte ich an dieses Ennepetal wo die Bewohner fast alle irgendwie abwesend sind.

  Spricht man mit den Einwohnern so erfährt man genau wie in anderen Städten Impulse und Gedanken ohne Ende. Man kann sie nicht alle umsetzen, aber sie haben es zumindest verdient das sich jemand damit befasst.

Es mutet komisch an, wenn man mental erfahren muss, dass Ennepetal nicht seinen Einwohnern gehört, sondern einer kleinen Clique von  „Privilegierten“ .

Vielleicht sollten die Einwohner sich ihre Stadt wieder mittels Intervention zurück holen – sie gehört ihnen doch. Die 14 Millionen Truppe hat doch nur die Funktion des Hausmeisters.

Fotos: EN-Mosaik Pool

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal