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Osterfeuer in Ennepetal. Ein Brauch?

[jpg] Wir hatten lange gezögert, der Schreibtisch war und ist übervoll. Dann doch die Entscheidung. Wir suchten zwei Osterfeuer in Ennepetal auf.

Osterfeuer ein uralter Brauch, wahrscheinlich auf alte germanische oder teutonische Riten zurückzuführen. Der Sinn: Den noch gefühlten Winter oder zumindest die Geister desselben mit Feuergewalt zu vertreiben. In anderen Kulturen nimmt man Trommeln und Ratschen und macht gehörig Lärm. Nun haben wir inzwischen vergessen woher der Brauch kommt, nur das Osterfeuer machen wir natürlich weiter.

Die christliche Kirche hat diesen alten Brauch kurzerhand adaptiert und hat daraus "Ich bin das Licht der Welt" gemacht. Wie dem auch sei, es ist nur ein Brauch, also eine Überlieferung in unserem Kulturkreis. Wobei, dieser Brauch könnte auch aus einem anderen Kulturkreis gekommen sein, der mit den Wanderungsbewegungen kurzerhand bei uns gelandet ist.

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Zuerst suchten wir den Kleingartenverein Homberge auf. Dort hatte man das Osterfeuer auf dem Parkplatz vor der Anlage angezündet. Die Homberger hatten sich in einem großen Kreis um das Feuer versammelt um es bei Bratwürstchen oder Lachsbrötchen mit einem Getränk  beobachten zu können. Wir blieben 20 Minuten machten unsere Bilder und zogen weiter.
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In Oberbauer, sorry, der "freien Republik Oberbauer" (FRO), hatte man den ca. 10 meter hohen  Holzstapel hinter der Kirche aufgeschichtet. Dieser Stapel wartete nur darauf angezündet zu werden. Der Feuermacher wartete schon auf seinen Einsatz. Nur langsam, erst ging es in die Kirche zum Gottesdienst. Wir wissen nicht welche Predigt der Pastor gehalten hatte, aber nachdem die Glocken läuteten waltete der Feuermacher seines Amtes und entzündete den Holzstapel. Es war ein hohes und starkes Feuer das in die Höhe schlug.
      

 
     

Sinnbildlich dazu  stand  das Windkraftrad neben dem Feuer und machte mit seinen Rädern seine Energie. Um das Feuer hatten sich nun an die 150 Leute versammelt. Die Kinder sprangen herum und spielten, die Hunde tollten über die Wiese, die Menschen standen beieinander und unterhielten sich. Es war eine Idylle und es war so wie es immer war – ein Brauch. Und ein Brauch ist dazu da, dass man beisammen steht und sich einmal wieder Zeit füreinander nimmt. Im Neudeutschen nennt man das, wir müssen unser Zusammenleben entschleunigen.
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Nun ist Ostern, ein sehr hoher Feiertag für alle Christen, so ein hoher Feiertag wäre für die Juden Jom Kippur ( Versöhnungsfest ) und für die Moslems wäre das Opferfest in seiner Bedeutung vergleichbar. Warum ich das schreibe? Nun alle Feste gehen auf die Kraft und den Willen des Glaubens zurück der eine gemeinsame Wurzel hat.

Vielleicht irre ich mich ja auch und es war bei beiden Veranstaltungen nur ein Brauch, ein Brauch allen zu zeigen wie wir ein Feuer bändigen können. Denn es fasziniert doch immer wieder, wenn man die Urgewalt des Feuers bezwingt. Die Bilder haben wir einmal unter anderen Gesichtspunkten zusammen gestellt, genießen Sie sie.

Lassen Sie es sich gut sein an den Osterfeiertagen, vielleicht einfach so wie eine gute Freundin mir mailte : Ich verziehe mich mit einem Buch jetzt in die Waagerechte.

Seien Sie uns weiter gewogen.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal