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Der Kampf in Ennepetal – Stadtverwaltung gegen Stadtrat

rat25-09

Ratssitzung 25.09.2014 Foto: Linde Arndt

[jpg] Es geht um diese unselige Ennepetaler Fuzo. Ein Dauer- und Reizthema, welches ohne Problemlösung immer mal wieder die Gemüter erregt und dann wieder dahindümpelt. Der ehemalige Wirtschaftsförderer Wilhelm Wiggenhagen brachte mit dem Rat die Fußgängerzone in Milspe 2008 zum Abschluss. Nur hatte er vergessen, dass eine Fußgängerzone einen einzelhändlerischen Besatz benötigt. Denn wofür benötigt man sonst eine Fußgängerzone. Ohne diesen Einzelhandel war eine Fußgängerzone obsolet.

Fünf nennenswerte Einzelhändler, Fachgeschäft für Kinderbedarf, Teeladen, Feinkost, Bekleidung und Buchhandel, sind in den letzten Jahren abhanden gekommen. Jetzt haben die Ennepetaler nur noch Krankenkassen, Friseure und Imbissbuden. Viele Autofahrer sehen keine Fuzo mehr und fahren deshalb ungeniert dieselbe.
Eine Einzelhandelswüste stellte sich dem Betrachter in Milspe dar. In dieser Situation wurde von der Stadtverwaltung ein Bürgerdialog ins Leben gerufen. Das Büro, Heinze und Partner mit Herrn Frank Heinze aus Dortmund wurde mit diesem Bürgerdialog beauftragt. Monatelang diskutierte, debattierte man im Haus Ennepetal. Bildete Workshops mit den anwesenden Teilnehmern des Dialogs und ließ diese dann berichten. Frank Heinze moderierte und beschwor die Anwesenden und bemühte sich die unterschiedlich motivierten Teilnehmer zu einem Dialog „zu zwingen“. In der Regel waren immer so an die 40 – 50 Leute anwesend. Nur zog man die Ratsmitglieder und die Mitglieder der Stadtverwaltung ab, so blieben vielleicht noch 20 oderr 30 Teilnehmer übrig. Und die hatten die unterschiedlichsten Motivationen dem Treffen beizuwohnen. Eine sehr große Gruppe war nur gekommen um über die Vergangenheit zu fabulieren. Sie wollten ihre „schöne Stadt“ wieder, die ihnen so einfach abhanden gekommen war. Frank Heinze wollte mit der Stadtverwaltung jedoch eine neue Stadt – eine Mitte. Nur womit, war auch ihm nicht bekannt.

Im Vordergrund Volker Rauleff (SPD) Foto: Linde Arndt

Im Vordergrund Volker Rauleff (SPD) Foto: Linde Arndt

Es sind in diesem Bürgerdialog viele handwerkliche Fehler gemacht worden, die diesen ganzen Dialog von Anfang an in Frage stellten.
Ein wesentlicher Fehler war, niemand wollte eigentlich eine Bürgerbeteiligung, noch schlimmer, niemand wusste und weiß mit diesem Begriff etwas anzufangen. Politik und Administration zeigten eindrucksvoll die Abwesenheit von Demokratie. Beide, Politik und Verwaltung, zeigten ein geschlossenes System in der der Bürger, also der Souverän, nichts zu verlieren hatte, Bürgerbeteiligung war hier nicht mehr als das Anheften einer Anweisung an ein „Black Board“ in ihrer Verwaltung. Ignoranz und Arroganz waren die vorherrschend registrierten Verhaltensweisen. Dagegen wirkten die anwesenden Ennepetaler hilflos, überfordert, die froh waren Lösungsmöglichkeiten in Form von appetitlichen Brocken durch Heinze und Wiggenhagen hin geworfen zu bekommen.
Bürgerbeteiligung als ein Prozess in einer offenen Gesellschaft, in der eine Offenlegungspflicht aller vorhandenen Informationen den Einzelnen in die Lage versetzt erst an diesem Prozess sich zu beteiligen, war und ist nicht gewollt. Man hätte ja seinen Elfenbeinturm verlassen müssen. Und so spürte man das Unbehagen, welches diesen Bürgerdialog begleitete.

Es war nicht ihre Stadt die die Ennepetaler dort planten, es hätte auch „Legoland“ sein können. Und so lief das Ergebnis letztendlich nur auf eines hinaus: „Fußgängerzone für den Verkehr auf oder zu“. Alles andere war vergessen und unwichtig. Die Voerder Straße, die heute von der Neustraße/Milsperstraße bis zur Neustraße/Friedrichstraße sich so zurück entwickelt hat, sie brauchte und braucht mehr als ein paar Brocken Geist. Stadtplanerisch ist diese Straße ein reines Sorgenkind geworden, verkommen und lieblos, weder Verkehrs- noch Einkaufsstraße.

Hüttebräucker  Foto: Linde Arndt

Rolf-Dieter Hüttebräucker (FWE)
Foto: Linde Arndt

Die „selbstgerechten“ Verwalter und Politiker von Ennepetal waren es Leid, sie wollten nun eine Entscheidung und brachten deshalb eine verkrüppelte Entscheidung in den Stadtrat ein. Die Fußgängerzone sollte nach (immerhin) einer Halbwertzeit von 6 Jahren wieder für den Verkehr geöffnet werden, von der Berninghauserstraße sollte man nun die Voerderstraße befahren können und nach ein paar Metern müssten die Autofahrer in einem Wendehammer umkehren. Ohne weitere Maßnahmen wurde die FUZO zurück gebaut. Keine innenstadtrelevanten Maßnahmen, die eine Belebung bedeuten würden. Ein Rückschritt, der das Versagen der gesamten politischen und administrativen Ennepetaler Klasse dokumentieren würde.
Im Hauptausschuss wurde der Antrag mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt. Im Stadtrat wurde nach einer uninspirierten Debatte eine geheime Wahl beantragt. Nach der geheimen Wahl wurde der Antrag abgelehnt, 22 Nein, 16 Ja und 1 Enthaltung stellen eine eindrucksvolle Demonstration gegen eine Öffnung der FUZO dar. Obwohl Volker Rauleff (SPD) und Wilhelm Wiggenhagen als Bürgermeister vor der Abstimmung eindringlich für die Öffnung der FUZO plädierten. Es war vorbei. Der Stadtrat hat die Kraft gefunden und einen schlechten Antrag, als nicht für gut zu befinden und abzulehnen.

Röhder  Foto: Linde Arndt

Ulrich Röhder (Grüne) Foto: Linde Arndt

Es waren keine guten Politiker, die eben auch keine gute Politik gemacht haben. Bestürzt konnte man über die Ausführungen für die Öffnung der FUZO eines Volker Rauleff (SPD) sein, der nur behauptete und unterstellte aber nichts beweisen oder belegen wollte. Der SPD war das Thema lästig, sie wollte es nur „vom Tisch haben“. Auch Daniel Heymann (CDU) wusste zwar mit seinem Argument, es war kein Dialog mit einer repräsentativen Mehrheit von Ennepetalern, zu überzeugen. Als er sich jedoch verstieg, er sei auch Ennepetaler und Ratsmitglied und habe deshalb eine eigene Meinung, lag er etwas falsch. Denn der Souverän (Ennepetaler) hat ihn gewählt um seine, des Souveräns, Interesse zu vertreten. Seine persönlichen Einstellungen haben da zurück zu stehen. Der Wähler als Souverän hat mit seiner Stimme seine Souveränität an die Politik abgegeben. Dafür möchte der Wähler gute politische Entscheidungen zurück haben – mehr nicht. Das ist ein strukturelles Problem der Demokratie. Der Wähler kann keine Entscheidung einklagen, er kann sogar keinen Politiker abwählen; denn die Hürden sind viel zu hoch. Es bleibt auf beiden Seiten das Unbehagen.

Frank Scherie  Foto: Linde Arndt

Frank Scherie (AFD) Foto: Linde Arndt

Und dieses Unbehagen könnte durch die Bürgerbeteiligung beseitigt werden, wenn die Politik dies auch wollte. Politik und Verwaltung haben die Macht strukturelle Änderungen auf allen Ebenen einzuführen. Nur will sie, die Politik, dies? Sie ist mit ihrer Selbstgerechtigkeit auf Ihrer Insel der Glückseligen doch eigentlich zufrieden, also, warum sollte es Änderungen geben? Vielleicht streicht man das „Black Board“ ja mal rot und verkauft es dann als Reform.
Gute Politik und gute Politiker legitimieren sich nicht nur durch ihr Ergebnis, sondern auch durch das Verfahren, mit dem sie es erreichen.

Der Kampf ist vorbei, Stadtrat und Verwaltung gehen auf eine Frikadelle ins „La Grotta“.  Ach nein, geht ja nicht,  hier hat man auch alles vermasselt. Na gut, dann halt keine Frikadelle. Und der Ennepetaler? Der wartet seit Jahren auf eine gute Politik und hat sich daran gewöhnt in andere Städte zu gehen um zumindest das Gefühl zu haben in einer prosperierenden Stadt zu sein.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

 

5 Jahre haben wir jetzt daran gearbeitet

Flächennutzungsplan (FNP)

Scholle  Foto Linde Arndt

Dipl.-Ing. Thomas Scholle (plan-lokal GbR Dortmund)
Foto: Linde Arndt

[jpg] 5 Jahre dreht der Flächennutzungsplan (FNP) in Ennepetal seine Runden. Am 15.10.2008 war die Kickoff-Veranstaltung in der Voerder Rosine. Neue Wege wollte man gehen, mehr Bürger aus allen Quartieren, so versprach der damalige Wirtschaftsförderer Wilhelm Wiggenhagen vollmundig. Was wurde daraus? Nun es wurden zwar Foren in den Stadtteilen abgehalten, jedoch die Beteiligungen waren bedingt erwünscht. Mit Dipl.-Ing. Thomas Scholle von der plan-lokal GbR Dortmund hatte Ennepetal einen exzellenten Moderator, der immer in der Lage war die Bürger in den Prozess des Flächennutzungsplan FNP einzubinden. Von der Politik wurden öffentlich kaum Ideen vorgebracht, wie Ennepetal einmal aussehen sollte. Dabei ist der Flächennutzungsplan neben dem Haushalt einer Kommune die Königsdisziplin im politischen Leben des Kommunalpolitikers.

Tobias Berg  Foto: Linde Arndt

Bauassessor Dipl. Ing. Tobias Berg
Foto: Linde Arndt

Einzig der junge Tobias Berg (SPD), der später sein Studium als Bauassessor Dipl.-Ing. mit Bravour abschloss, arbeitete an diesem Plan kompetent mit. Er wurde anscheinend aus Ennepetal raus gemobbt, weil die Vorträge für einige der Politik und der Verwaltung nicht mehr zu ertragen waren. Es ging ja nicht um Gestaltung des zukünftigen Ennepetal, es ging mehr oder weniger um Umwidmungen von Flächen für Gewerbe und Wohnungsbau. Beispielhaft sei einmal erwähnt, wie die Vilvoorderstraße als Bauland ausgewiesen wurde, obwohl sie am Rande eines Naturraumgebietes (FFH, Fauna-Flora-Habitat) liegt. Ähnlich waren Flächen in Bülbringen oder im Ahlhauser Gebiet betroffen. Diese Änderungen in dem FNP sind jedoch nicht in öffentlicher Sitzung gemacht worden. Es waren die sogenannten nicht-öffentlichen Kungelrunden. Nichts mit Bürgerbeteiligung, das war augenscheinlich nur eine Absichtserklärung.

Als jetzt der FNP verabschiedet wurde und einige Ratsmitglieder nochmals darüber reden wollten, wurde dies mit der Bemerkung abgelehnt: Wir haben jetzt 5 Jahre daran gearbeitet, jetzt soll abgestimmt werden. Gearbeitet? Nein, so wie ich das sehe wurde um jede Fläche geschachert die man entweder für den Wohnungsbau oder Gewerbeflächen haben konnte. Es wurde nirgendwo gestaltet oder gearbeitet. Dipl.-Ing. Thomas Scholle von der plan-lokal GbR Dortmund wurde es leid, weil die dauernden Flächenverschiebungen ein nicht mehr zu vertretendes Ausmaß annahmen. Auch wurden seine Warnungen hinsichtlich der Verwendungen der Flächen einfach in den Wind geschlagen. Da war Tobias Berg, der nun Bauassessor Dipl.-Ing. war,  schon längst weg.

Höhl   Foto: Linde Arndt

Dipl.-Ing. Ulrich Höhl
Foto: Linde Arndt

Im EN-Kreis saß dann Dipl.-Ing. Ulrich Höhl von der Stadt Ennepetal und musste sich Prügel einstecken für die vielen Fehler im FNP.
Im Grunde genommen wurde der 40 Jahre alte FNP mit seinen 42 Änderungen mit kleinen Änderungen festgeschrieben. Das hätte man mit Tobias Berg als Ennepetaler und Dipl.-Ing. Thomas Scholle von der plan-lokal GbR Dortmund schneller und billiger haben können. Beide waren und sind kompetente Stadtplaner die weit in die Zukunft sehen können, währen die Stadtverwaltung und der Rat nicht einmal den Erbsensuppentellerrand überwinden konnten.

 

Anscheinend rechtswidrige Ratsbeschlüsse

Die CDU im Rat ist im Besitz einer Reserveliste, die sie vor der Kommunalwahl ´09 der Stadt Ennepetal übergeben musste. Auf dieser Reserveliste stehen 20 Kandidaten. Die Kandidaten kommen über die Zweitstimmen in den Rat, nicht alle, entscheidend ist der prozentuale Anteil.
Der Rest der Reserveliste wird für den Fall benutzt wenn ein Ratsmitglied ausscheidet oder verstirbt.
Nun hat sich während der Periode die CDU zerstritten. Sie teilte sich im Rat fraktionell in CDE und CDU, teilweise gingen die Mitglieder zur FDP und der FWE. Ludger Brinkmann, der Mitglied der CDE war, starb nun. Und was passierte?

Udo Schnell  Foto: Linde Arndt

Ernst-Udo Schnell Foto: Linde Arndt

Ernst-Udo Schnell von der Reserveliste der CDU tauchte im Hauptausschuss und im Rat auf, setzte sich zur CDU um den Platz von Ludger Brinkmann von der CDE auszufüllen. Grinsend saß der gute Herr Schnell unter seines gleichen. Nur, die CDE hat keine Reserveliste, also konnte sie auch niemand nachrücken lassen. Das Herr Schnell von der CDU Liste nachrückte macht die beiden Sitzungen des Hauptausschusses und des Rates zu einer rechtswidrigen Sitzung, denn der Bequemlichkeit hätte man auch aus irgendeiner Liste einen Kandidaten nehmen können. Der Rat und die Verwaltung können auch keine Rechtfertigungsgründe geltend machen die diesen Akt heilen könnten.
Damit sind die Beschlüsse der Hauptausschusssitzung und der Ratssitzung rechtswidrig zustande gekommen und anfechtbar. Nachdem das Presse- und das Informationsfreiheitsgesetz in Ennepetal keine Gültigkeit hat, warum sollte man es nicht mit anderen Gesetzen genauso machen?
Aber wir kennen alle den Wahlspruch: Wo kein Kläger, dort auch kein Richter.

Es könnten türkische Hochzeiten sein

Wir kennen alle das Voerder-City-Center in Ennepetal-Voerde. Als es noch gute Zeiten in Ennepetal gab waren dort Einzelhandelsgeschäfte. Dies war einmal. Im unteren Bereich hatten Aldi und Coop ihre Geschäfte. Aldi zog es zum Kirmesplatz den Ennepetal bereitwillig abgab. Und Coop im City-Center. Dieses Geschäft wurde von der Rewe Group übernommen. Es lief an und für sich ganz gut, dieses Geschäft, so die Aussage der ehemaligen Pächter. Nur für Rewe war die Verkaufsfläche zu klein. Also kündigte die Rewe, dem Vermieter als auch dem Inhaber. Leerstand bis heute. In der Zwischenzeit wurden die Konzeptionierungen der Ladenlokale bei Rewe überarbeitet, nur niemand interessiert sich für dieses Ladenlokal.

So wie es aussieht, interessiert sich jemand für dieses Ladenlokal indem ein Versammlungs- und Veranstaltungssaal entstehen soll. Hochzeiten, Tanzveranstaltungen sollen dort stattfinden. Betriebszeiten: Werktags: 9:00 bis 23:00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen: 9:00 bis 5:00 Uhr !
Klingelst? Diese Öffnungszeiten entsprechen den Öffnungszeiten der türkischen Discos, die organisatorisch nicht mit den deutschen Discos vergleichbar sind. So kann es vorkommen, dass die Disco für eine Hochzeit reserviert wird und bis zu 1100 Gäste erscheinen. Erhöhter an – und abfahrender Besucherverkehr ist selbstverständlich. Die im Umfeld wohnenden Voerder können sich dann auf eine erhöhte Lärmbelästigung einstellen. Aber nicht nur das, denn die Verkehrssituation wird im Bereich Königsbergerstraße und Milsperstraße zu einer erhöhten Parkraum Nachfrage führen.
Und so hat einer der Geschäftsführer der Baugenossenschaft „Die Voerder“, Achim Spannagel ein Lärmgutachten vorgeschlagen und Diskussionsbedarf angemeldet. Will heißen, Herr Spannagel ist nicht gerade erfreut, um es mal milde auszudrücken.
Der Punkt wurde auch sodann von der Tagesordnung genommen. Wieso jedoch solch ein Antrag angenommen werden konnte, bleibt schleierhaft.

Schule Rüggeberg

Die Schule Rüggeberg ist ein Teilstandort der Schule Wassermaus. Nun haben die Rüggeberger eine eigene Internetpräsenz und eine Schülerzeitung. Und soweit man hören kann, sollen diese Aktivitäten eingestellt werden. So genaues wusste man im Rat jedoch nicht. Rat und Verwaltung sprechen offensichtlich nicht mit ihren angestellten Lehrern. Gleichzeitig steht jedoch die Schule Rüggeberg auf der Liste der zu schließenden Schulen, wenn die Zahlen nicht besser werden. Aufgrund dieser Zahlen und der diversen Äußerungen aus Rat und Stadtverwaltung haben einige Eltern ihre Kinder aus der Schule entfernt und in einer anderen Schule angemeldet. Sie wollen das ihre Kinder keine fluchtartigen Wechsel, wie in der Schule Hasperbach geschehen, hinnehmen müssen. Verständlich. Kinder sollten auch keine Verschiebemasse für Rat und Stadt sein um letztendlich traumatisiert in eine andere Schule abgeschoben zu werden. Hasperbach war für Ennepetaler Bürger und Kinder eine schmerzhafte Erfahrung.

Auch die Musikschule erfuhr wie Rat und Stadt die Ellenbogen einsetzte, indem man mit dem Lehrkörper recht rüde umging. Das motiviert natürlich ungemein.
Wenn die Schule nicht endlich aus dem Gerede herauskommt, wie es Rat und Stadt einträchtig tun, werden die Eltern die Schule mit den Füßen schließen. Vertrauensbildend ist das nicht was Rat und Stadtverwaltung machen.

Fuzo Milspe soll aus dem Wahlkampf

Es ist schon eine Frechheit wenn Bürgermeister Wiggenhagen in seiner politischen Schlichtheit, das Ennepetaler Husarenstück FUZO aus dem Wahlkampf heraus gehalten haben will. Die Milsper Fuzo als Lehrstück für Inkompetenz und Ignoranz von Politik und kommunaler Verwaltung. Der Wert der Immobilien ist erheblich gesunken, Einzelhandel im Nahversorgungsbereich findet nur noch rudimentär statt. Von Branchenmix wollen wir gar nicht erst reden. Vermehrt werden die Lehrstände von Dienstleistern angemietet, eine Rückkehr des Einzelhandels ist gar nicht mehr möglich. Und warum? Nur weil der damalige Wirtschaftsförderer Wilhelm Wiggenhagen nicht in der Lage war ein begleitendes und tragfähiges Einzelhandelskonzept zu erstellen. Heute ist die Fuzo eine Investitionsruine, die andere Wirtschaftsbereiche in den Abgrund zieht.
Und darüber soll kein Wahlkampf geführt werden? Bei der Kommunalwahl oder der Bürgermeisterwahl?

Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen und Kämmerer Joachim Kaltenbach Foto: Linde Arndt

v.l.:Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen und Kämmerer Dieter Kaltenbach
Foto: Linde Arndt

Nur so nebenbei bemerkt: Bei uns gibt es keine Probleme

So Wilhelm Wiggenhagen anlässlich der Begehung der Voerder Straße. Klar, wenn man mal von den in der Stadt befindlichen Gebäuden absieht, die saniert werden müssen. Haus Ennepetal würde so an die 5 Millionen Euro kosten, die wir aber der Firma Berlet in den Rachen schieben um eine fragwürdige Investition in Milspe zu tätigen. Welcher Unternehmer nimmt nicht gerne 5 Millionen um seine Investition gegen Null zu drücken. Ist doch ein guter Schnitt. Oder die Musikschule, die musste wegen Schimmelbildung geschlossen werden. Bei einem guten Gebäudemanagement ist das nicht möglich. Und dann fragt die Bevölkerung sich warum die Straßen nicht saniert werden. Gullideckel müssen angehoben werden, damit die Autofahrer ohne Gefahr eines Achsenbruchs auch rechts fahren können. Die Entstehung von unnötigen Kosten durch den Rückgang der Bevölkerung werden nicht kostensparend begleitet. Die Sportvereine werden hofiert und erhalten Zuschüsse die es in anderen Städten schon lange nicht mehr gibt. Blau-Weiß Voerde und Tus Ennepetal sollten sich zusammentun um ein effizienteres Bild nach außen zu vertreten. Um das Reichenbach Gymnasium entsteht klammheimlich eine weitere Sportstätte die von der Stadt finanziert werden muss.
Keine Probleme? Bei der ewigen Knappheit der finanziellen Ressourcen sehe ich mit der „Luxusstadt“ Ennepetal große Probleme. Und die Personalkosten? Die sind natürlich wie immer gestiegen.

Ennepetal, Zone der Vegetarier und Veganer

Im Bundestagswahlkampf 2013 warben die Grünen für einen Veggieday ( meat free day  ). Die Wähler haben die Grünen dafür abgestraft und ihnen ein paar Prozente nicht gegeben. Ennepetal hat sich das gemerkt. Klammheimlich wurden die „Gelüste“ nach Fleisch damit unterbunden indem der neue Einkaufsführer für Ennepetal keine Metzgerei, Fleischerei mehr hat. Obwohl auf der ersten Seite klar steht: “In der Stadt Ennepetal sind alle Dinge des täglichen Bedarfs und darüber hinaus erhältlich!“ Konsequenterweise führen die Verfasser dieser Broschüre auch keine Metzgerei auf.
Wo soll unser Bürgermeister seine halben Hähnchen herkriegen? So geht das also nicht.
EN-Mosaik hat keine Mühen gescheut und recherchiert. In Voerde haben wir schon mal zwei Geschäfte die uns gegen Geld Fleisch verkaufen wollen.

  • Markt am Voerder Kreisel in der Rosine, Wilhelmstraße
  • Kaufpark an der Loherstraße

In Milspe ist es etwas schwieriger, Fleisch bekommt man nur bei,

  • Edeka Schlöder
  • Marktkauf, Kölnerstraße

Ansonsten sind die diversen Discounter, wie Aldi, Penny und Co zu erwähnen die Fleisch verpackt anbieten. Ein bisschen nachdenken hätte diesen Mangel in diesem Einkaufsführer ohne Probleme zutage gebracht. Dieser Einkaufsführer hat aber noch mehr Darstellungsmängel  – allerdings ist das Layout und das Design sehr schön. Inhaltlich jedoch für die Abfalltonne. Die Verfasser wollten sicherlich der Druckerei ein paar Euro zum verdienen geben. Ist doch nett. Hoffentlich haben die Ennepetaler Fleischesser nicht schon die Koffer gepackt um nach Gevelsberg oder Schwelm zu ziehen, die weiterhin Fleisch verkaufen.

Unser Hallen- und Freibad „Platsch“

Es ist mitten in der Badesaison renoviert und saniert worden. Trotz allem bleibt dieses Bad ein Zuschussbetrieb von rund 600.000,– Euro pro Jahr. Bei dem andauernden Gejammer des Kämmerers über die fehlenden monetären Möglichkeiten, 25% ige Haushaltssperre, kaum Kultur ( Da muss die Sparkasse übernehmen ) und fehlenden Möglichkeiten für die Jugend etwas zu tun. Es ist gerade zu ein Witz warum dieses Platsch in dieser Situation nicht eingemottet wird, ja, es wird schlechtem Geld noch gutes Geld hinterher geworfen. Das „Schwimm-in“ in Gevelsberg oder das „Westfalenbad“ in Hagen nehmen schon heute die Ennepetaler auf. Auch der Schulsport könnte in beiden Bädern umgesetzt werden. Das Platsch ist jetzt schon nicht mehr konkurrenzfähig. Warum also noch das Geld zum Fenster raus schmeißen?

Energie- und Wassernetze in Ennepetal

Peter Terium  [Vorstandsvorsitzender der RWE AG]  Foto: Linde Arndt

Peter Terium [Vorstands-
vorsitzender der RWE AG]
Foto: Linde Arndt

Unsere Redaktion kommt viel herum und lernt dadurch nicht nur Einheimische kennen. Und so wundert es uns nicht wenn ein Berater für den Rückkauf von Energie-und Wassernetzen vor der Tür auf seinen Einsatz wartete. Da politisch der Rückkauf dieser Netze mit dem Energiewechsel auch auf kommunaler Ebene Sinn macht, war offensichtlich solch eine Beratung angesagt. Auch im Wasserbereich bewegt sich etwas, die derzeitigen EVUs machen nicht umsonst die gesteigerten Marketingaufwendungen. Es gilt die Zeiten der Imponderabilität zu überwinden und auf der anderen Seite gilt es neue Positionen einzunehmen. Peter Terium, Vorstandsvorsitzender der RWE AG machte in Brüssel anlässlich eines Meetings über die Energiepolitik einen ratlosen Eindruck für die Zukunft der RWE. Die Strompreise sind so hoch und steigen weiter, so dass sich der Verbraucher demnächst seinen eigenen Strom machen könnte. Warum sollte Ennepetal nicht schon einmal die Fährte aufnehmen?

v.l.: Dr. Angelica Schwall-Düren / Kristin Schreiber / Minister  Johannes Remmel (Bündnis90/Grüne) Foto: Linde Arndt

v.l.: Dr. phil. Angelica Schwall-Düren (SPD)[Ministerin NRW] / Kristin Schreiber [Kabinettschefin von Michel Banier] / Minister Johannes Remmel (Bündnis90/Grüne) Foto: Linde Arndt

Mit falschen Federn schmücken

Richtig, Ennepetal hat wie viele Städte die Resolution gegen die Richtlinie von Kommissar Michel Bannier im Rat verabschiedet. In Brüssel wurde dies jedoch nicht wahr genommen. Ennepetal, who is that? Aber in Ennepetal ist Einbildung ja auch eine Bildung. Wie dem auch sei diese Richtlinie sollte den Verkauf von Wasserwerken nicht mehr freihändig gestatten, vielmehr sollte es europaweite Ausschreibungen geben. Nun, während einer Podiumsdiskussion in Brüssel mit der Kabinettschefin von Michel Banier, Frau Kristin Schreiber, wurden die beiden Minister aus NRW, Dr. phil. Angelica Schwall-Düren (SPD), Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien und Johannes Remmel (Bündnis90/Grüne), Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz unmissverständlich. Minister Remmel wortwörtlich: “Wir wollen diese Richtlinie so nicht.”
Die anwesenden Franzosen und Engländer kamen sehr gut mit der Privatisierung der Netze klar und hätten mit der Richtlinie keine Probleme gehabt. Jedoch die deutsche Firma Gelsenwasser AG hätte schon Probleme mit der Richtlinie bekommen. In diesem Zusammenhang wurde angemerkt, dass Gelsenwasser ja auch ein Investment in Frankreich in Sainte Luce-sur-Loire hat.

Nichts desto trotz, zwei Tage später war die Richtlinie in diesem Punkt vom Tisch. Diese Resolution war inhaltlich nicht ganz koscher und man sollte über dieses Thema nicht so laut herum reden.

Wir wissen,  aus diesem einen Artikel wären bei unseren Mitbewerbern der WAZ, jetzt Funke Medien Gruppe, mehrere Artikel geworden. Nur wir sind der Meinung ein Resümee, also eine Zusammenfassung der vergangenen besuchten Sitzungen hat den gleichen Effekt. Nämlich die Informationen, und zwar ungeschminkt, über den Rat und die Stadtverwaltung.Viele Menschen müssen Deutschland schwer für wenig Geld arbeiten. Und wenn der Rat das Wort Arbeit in diesem Zusammenhang ausspricht, so ist das für die vorgenannten wie eine Ohrfeige. Therapeutische Beschäftigung in geschützten Räumen wäre die richtige Wortwahl.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Ein Armutszeugnis für Ennepetal

[jpg] Milspe und die Fuzo standen wieder auf der Tagesordnung. Es sind gefühlte 50  mal, an der Milspe und seine FUZO jetzt behandelt wurden. Es ist zum heulen wenn man erwachsene Menschen zusammen sitzen sieht, die nichts anderes im Sinne haben als die Schuld auf andere zu schieben. Lösungen, Zielvorgaben oder Konzepte? Ich glaube inzwischen, Stadtverwaltung und der Rat wissen nicht einmal was diese drei Worte bedeuten.

Wir können nur die Rahmenbedingungen, so Jörgen Steinbrink von der SPD und im gleichen Atemzug, wir werden die entstandenen Probleme jedoch nicht lösen können.[ Wir können nur Probleme schaffen?] Alle waren sich einig, man will die Probleme durch einen externen Berater lösen lassen. Na denn. Damit ist natürlich Ulrich Schilling von der Stadt draußen. (Ab in das städtische Heu/Frührente)
 Und weiter, damit haben alle ein gemeinsames Eingeständnis des Versagens abgegeben. Wir wollen zwar die Fuzo, aber wir wissen nichts damit anzufangen. Tja, wie gesagt, Verantwortung steht bei diesen Ratsmitgliedern nicht auf der Agenda. Und die „14-15 Millionen Truppe“?
   
Jörgen Steinbrink (SPD)

Die steht als überbezahlte Personalie auf einer „Insel der Glückseligen“ herum. Leistung und Gegenleistung hat in Ennepetal keine Entsprechung.

In der Zwischenzeit haben wir aus der Stadtverwaltung von unseren Informanten das "Heinze Gutachten" über die Fußgängerzone zu geleitet bekommen. Verglichen mit den diversen skurrilen Aussagen aus Rat und Stadt, stellt man fest: Es muss da sehr viel von wem auch immer abgeschrieben worden sein. Aber, und das ist wesentlich,  es sind die alten untauglichen Mittel, die immer noch aufgewärmt herum stehen, obwohl schon in der Vergangenheit bewiesen wurde; sie taugen nicht. Hunderte von Einzelmaßnahmen machen noch kein Konzept aus. Da wurde von der damaligen Gruppe die Marke „Mein Ennepetal“ aus der Taufe gerufen, jedoch nie zu einem Ende geführt. Range- oder Solitärmarken wurden nicht einmal angedacht. Bunte Bildchen und Schriftzüge mit pastellfarbenen Design sollten Kunden und Händler auf Linie bringen. Und jetzt? Unter dem Arbeitstitel „Attraktiv für Ennepetal-Unikat anders als die Nachbarn“  brachte ein Workshop nichts neues außer eine neue Dachmarke Marketinggesellschaft „EN-Fuchs“ die auch das Citymanagement ablösen soll. Die Fuzo wird ein bisschen für den Verkehr aufgemacht, damit eine wesentliche Gruppe, die für die Öffnung plädiert, ruhig gestellt wird.

 
Wirtschaftsausschuss vom 18.04.2013
 


Citymanager Ulrich Schilling
  Und Sprüche oder Textbausteine gibt es wieder, am Markt wird es ein „Kulminationspunkt urbanen Lebens“ geben, wenn Berlett die Stadt mit seinem Investment unter die Dunstglocke der Häßlichkeit geholt hat. Dann wird es weitergehen mit „Er im Elektroparadies“ – „Sie im Schuhparadies“. Bei diesem Workshop im März 2013 ist offensichtlich nicht viel Gehirnschmalz aufgebracht worden. Wie denn auch. Es waren ja die gleichen Leute mit ihren gleichen Denkschablonen. Schilling verstieg sich sogar dazu, die Fuzo zwar zu öffnen aber auch nicht so ganz zu öffnen (Verkehrsberuhigte Straße) und dann auch wieder ja nicht zu öffnen.
  Die Kakophonie der Aussagen und Meinungen kann man nur schwer ertragen. Keiner der Akteure denkt daran, dass eine Aussage auch eine dementsprechende finanzielle oder organisatorische Konsequenz  hat.

 Es gibt ein Recht auf Dummheit, welches der Rat und die Stadtverwaltung in allen seinen Entscheidungen immer wieder gnadenlos einfordert. Da wird die Voerder Straße in Milspe als Einkaufsstraße ausgerufen obwohl es keine nennenswerten Händler mehr gibt und Voerde als Gastronomiestadtteil benannt. Die angedachte Konsequenz: Wenn der Ennepetaler seinen Einkauf, Beispiel seine Kompressionsstrümpfe, in Milspe getätigt hat, fährt er zu einer Tasse Kaffee nach Voerde? Hilfe, wo bin ich? Und die wirtschaftliche Entwicklung von Voerde? Zum Teufel mit Voerde, wir wollen das Voerde auch ein toter Stadtteil wird, so der Eindruck. Nur Voerde bringt die Steuereinnahmen, die man in Milspe verbrennt.

Dieter Kaltenbach ist, soweit ich das gehört habe, unser neuer Wirtschaftsförderer, und das neben seinen Ämtern als Beigeordneter und Kämmerer. Gibt es da wieder mehr Gehalt? Und weil er die Kosten so im Griff haben muss, ist er zuerst einmal nach Hannover zur Messe  gefahren um mit den Ennepetaler Firmen einen Plausch zu halten. Und weil es sich alleine schlecht plauschen lässt nahm er direkt Frau Dulk mit. In Ennepetal hätte er das Ganze  zwar preiswerter haben können aber wir sind ja bei Bedarf eine sehr reiche Stadt. 470 Km Spesen, Eintritt, Kosten für Speis und Trank und die Personalkosten, da kommen schon mal einige Euro zusammen.
 Hier in Ennepetal hätte er zwar die Firmen auch treffen können, aber das wäre nicht so kostenintensiv gewesen. Warum die junge Frau Dulk mitfahren musste, darüber wage ich nicht nachzudenken.
 Nun ist Herr Kaltenbach ja schon öfter in unserer Datenbank vermerkt. Für seinen Haushalt brauchte er schon mal eine externe Firma, die von einem Kommunalhaushalt was verstand. Und als sehr hochdotierter Mitarbeiter der „14-15 Millionen Truppe“ zählte er selber die offenen Ladenlokale mit Mitarbeitern, versteht sich. Soll ja was kosten.
 
Wirtschaftsförderer Dieter Kaltenbach

 Während uns die Kanaldeckel um die Ohren fliegen und das Haus Ennepetal vor sich hinbröselt, leisten wir uns solche Eskapaden. Seit der alte Kämmerer Günter Wenke aus dem Hause ist, hat der neue Kämmerer Kaltenbach gefühlte eine Million Euro zum Fenster heraus geworfen.

Und damit kommen wir zu dem vom EN-Kreis abgelehnten neuen Flächenutzungsplan (FNP). In den damaligen Foren hatte der externe Stadtplaner Dipl.-Ing. Thomas Scholle auf kritische Punkte im FNP hingewiesen, was der Rat jedoch nicht würdigen wollte. Bauassessor Dipl.-Ing. Tobias Berg, der damals noch der SPD Fraktion angehörte,  warnte auch vor diesen Problemen im FNP. Beide hatten keine Chance im Rat und der Stadtverwaltung. Nun müssen diese Punkte alle zurückgenommen werden und der FNP neu vorgelegt werden, damit er genehmigungsfähig wird.
Und wieder steigerte der Rat sich in einen Furor auf den EN-Kreis. Der Kreis bekommt doch schon so viel von unserem Geld, er hat gefälligst das alles zu genehmigen, so der Tenor der anwesenden Mitglieder. Die schon gezeichneten Flächen in Bülbringen, Ahlhausen und Strückerberg müssen wieder zurück gezogen werden, zur Gesichtswahrung soll die Stadtverwaltung nochmals mit dem EN-Kreis sprechen. Die Ahlhausener Fläche rund 11 ha, hatte auch noch Einzug in das Einzelhandelskonzept gefunden, als Tourismuspunkt im Heinze Workshop versteht sich.

Es sind Wahlen: In diesem Jahr die Bundestagswahlen (Mutti Merkel will bestätigt werden), im nächsten Jahr Kommunal- und Europawahlen und übernächstes Jahr Bürgermeisterwahlen. Da schlägt im Ennepetaler Rat und der Stadtverwaltung die Intelligenz ziemlich hart auf. Die Sitzung tat sehr, sehr weh – aber alle Klischees wurden durch die Beteiligten bestätigt. Wenn man die Essenz der finanziellen Aktivitäten um den   Stadtteil Milspe heraus arbeitet, wurden sicherlich mit und nach der Fuzo 10 Millionen für ein paar Friseure und Apotheker verbrannt. Das Ganze wurde dann Förderung des Einzelhandels genannt.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

[Alle Fotos: © Linde Arndt]

 

Denken ist nicht gerade seine Stärke


Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen  Foto: © Linde Arndt
  [jpg] "Hier möcht´ ich nicht tot über´n Zaun hängen!" So habe der Moderator Frank Laufenberg, der das Gespräch mit Klaus Voormann anlässlich der Voormann Ausstellung in der Sparkasse führte, dies von jemanden gesagt bekommen. Der auch anwesende Wilhelm Wiggenhagen hörte das nicht gerne. Ob er sich Gedanken darüber gemacht hatte wird er wohl keinem sagen wollen. Stattdessen teilt er seine einsame Weltsicht über Ennepetal seinem Portal oder Blog mit. Nun, Wilhelm Wiggenhagen ist ein recht einfacher Mensch der gut und gerne auf einer einsamen Insel leben könnte. Als herausragende gastronomische Köstlichkeit nannte er einmal ein gegrilltes halbes Hähnchen. Und dieser Wilhelm Wiggenhagen fabuliert und fantasiert über eine nicht vorhandene Lebensqualität in Ennepetal.
Die Ennepetaler Lebensqualität wird allgemein damit umschrieben indem man einfach sagt: "Ennepetal ist schön." Und damit ist auch schon alles erledigt.

Warum Ennepetal schön ist, vermag bis heute niemand von dieser Bevölkerungsgruppe zu sagen. Wilhelm Wiggenhagen machte auf seinem Blog den Anfang.

Ennepetal ist deshalb schön, weil:

  • Wir ein Gymnasium haben an welchem 402 Schüler die nicht aus Ennepetal sind hier lernen.
  • Kindergärten und die U3 Einrichtungen in Ennepetal genügend Kapazitäten haben, so dass keine Wartezeiten für Eltern entstehen.
  • Die überwiegende Zahl der Käufer und Bauherren aus dem Gebiet „Bauen mit der Sonne“ nicht aus Ennepetal kommen.
  • Und dass das Industriegebiet Oelkinghausen weitaus mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftige hat als in anderen Städten.

Daraus folgt: Wenn man wohnen, arbeiten und die Kinder aufbewahren kann, kann man von einer umfassenden und guten Lebensqualität sprechen, so Wilhelm Wiggenhagen.
Nun haben wir ja seit 2008 eine Fußgängerzone die uns zum schlendern, verweilen und einkaufen animieren soll. Kein Auto stört mehr oder fährt uns über die Füße, wenn wir das eine oder andere gute Teil in den diversen Schaufenstern ansehen. Die Auswahl wird dann manchmal zur Qual.
Das diese Auswahl sehr bescheiden, wenn nicht sogar überhaupt nicht vorhanden ist, wollte Wilhelm Wiggenhagen jedoch nicht wahrhaben. Und das sich Ennepetaler über das mangelhafte Angebot in der Fußgängerzone beschwert haben sollen, wollte Wilhelm Wiggenhagen so nicht stehen lassen. Man könne Ennepetal doch nicht auf diese Fuzo reduzieren, man müsse doch die obigen 4 Punkte beachten um zu dem gleichen Schluss wie Wilhelm Wiggenhagen zu kommen.
Tatsächlich steht Wilhelm Wiggenhagen mit dem Rücken zur Wand. Nichts hat Wilhelm Wiggenhagen bisher geleistet und 2015 wird es wieder eine Bürgermeisterwahl geben. Dann wird man ihm alle die Dinge anlasten die von ihm weggeredet wurden.

  • Die Fuzo hat keine nennenswerte Belebung erfahren, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Die Fuzo wurde ohne flankierendes Wirtschaftskonzept erbaut, an einen Plan B wusste man noch nicht einmal zu denken.
  • Das Image der Stadt Ennepetal scheint noch weiter gesunken zu sein, ein Gegensteuern ist auch hier nicht angedacht.
  • Die Identifikation der Ennepetaler mit ihrer Stadt scheint auf dem Nullpunkt zu sein.
  • Urteilt man nach der Statistik so ziehen und zogen schon immer vermehrt junge Menschen von Ennepetal weg. Die in der Siedlung „Bauen mit der Sonne“ können den Wegzug der jungen Menschen nur verlangsamen, jedoch nicht stoppen oder umkehren.
  • Die Schülerabgänge des Gymnasiums die als Nicht-Ennepetaler einzustufen sind, kommen nicht als Zuzug zurück. Sie nehmen die Leistung der Stadt Ennepetal und gehen dann wieder in ihre Städte.
  • Die Ennepetaler Wirtschaft „brummt“. Schaut man jedoch mal auf die Parkplätze, so erfährt man, es sind überwiegend  auswärtige Arbeitnehmer. Aus einer nicht repräsentativen Befragung hat EN-Mosaik erfahren, ein Zuzug nach Ennepetal wird noch nicht einmal im Ansatz von den Arbeitnehmern angedacht. Allein der Gedanke löste bei einigen Schaudern aus. Hier kann man schon sagen, Ennepetal erbringt Leistungen die andere Städte nachfragen. Wir bilden für unsere Firmen aus, mehr aber auch nicht.
  • Das nun die Siedlung „Bauen mit der Sonne“ seine Käufer hat, ist alleine einem Faktor geschuldet. Die anderen Städte weisen solch ein geschütztes Baufeld nicht aus – mehr aber auch nicht. Was ist wenn die Kinder in dieser Siedlung groß geworden sind? Richtig sie werden wegziehen.
  • Oelkinghausen ein Vorzeigeprojekt der Stadt Ennepetal. Nein, mal im Ernst hat denn noch niemand bemerkt, dass sich einige Firmen, wie die Firma Peter mit ihren Arbeitnehmern, von Ennepetal verabschiedet hat? Und die niedrigen Gewerbesteuersätze? Sie sind nur ein Entscheidungskriterium für einen Unternehmer, aber nicht das Entscheidende. Hat denn noch niemand bemerkt, dass in Oelkinghausen bereits Leerstände von Fabrikgebäuden vorhanden sind?

Und jetzt reduzieren Ennepetaler Ennepetal auf die Fußgängerzone in Milspe, weil diese ein totaler Flop ist. Richtig und mit Recht. Denn diese Fußgängerzone steht stellvertretend für das totale Versagen des Rates und der Stadtverwaltung. Man kann auch das Zönchen oder das Citycenter in Voerde nehmen, man kann auch die Mittelstrasse nehmen oder andere Quartieren. Konnte früher der Ennepetaler seine Grundnahrungsmittel fußläufig käuflich erwerben, so muss er heute in der Regel kilometerweit fahren um sich ein Steak zu holen. Nicht alle wollen ihre Nahrungsmittel bei Aldi und Co. erwerben. Nicht alle wollen sich bei dem einzigen Textiler in Milspe mit nur einer Hose, wenn überhaupt, im Angebot zufrieden geben Nicht alle wollen sich bei einem Stadtfest mit den bekannten chinesischen 1,– Euro Artikeln abgeben und sich mit versalzenen Bratwürstchen den Bauch voll schlagen. Dies nur eine kleine Auswahl an Ungereimtheiten die die reichste Stadt im EN-Kreis seinen Bewohnern zu bieten hat.

Und woran liegt das? An einer Verwaltung die eine Wirtschaftspolitik betreibt mit der man in anderen Städten nur Hohn und Spott erntet. Ein Rat mit Ratmitglieder die weder Lebenserfahrung, noch Sach- und Fachverstand aufbringen können um ein Ruder für diese Stadt rumzureißen. Die beiden großen Volksparteien CDU und SPD lassen mit ihren Mitgliedern doch Führungsqualitäten stark vermissen. Keine Ideen, keine Konzepte und kein Durchsetzungsvermögen gegenüber einer Verwaltung die sich in ihrem Nichtstun sonnt. So wie ich das mitbekommen habe war der „Workshop“ in der Sparkasse über die Fußgängerzone ein Spießrutenlauf für die anwesenden Ratsmitglieder und die Stadtverwaltung. Ihnen wurden klar die fehlenden Maßnahmen aufs Butterbrot geschmiert, die zu diesem wirtschaftlichen Desaster geführt haben. Nebenbei, von einem nicht so billigen Gutachter, für den man sich über Jahre einen Streetworker hätte leisten können. Nebenbei muss man die Ennepetaler Gutachteritis schon als krankhaft bezeichnen. Erst setzt man etwas in den Sand um sodann einen Gutachter zu holen der einem das Versagen bestätigt. Haben wir denn keinen Psychiater der die Rathaustruppe therapieren kann? Das Gesundheitssystem kann doch noch nicht so zusammen gebrochen sein.
Also lieber Herr Wiggenhagen, etwas Gehirnschmalz muss doch noch vorhanden sein um die Probleme der Stadt zufriedenstellend lösen zu können. Wenn man ein Problem nicht selber lösen kann, sollte man sich zumindest einen externen ins Haus holen. Es ist genug Geld verbrannt und herum gedoktert worden, es wird Zeit für einen richtigen Anfang. Ich meine was will Wilhelm Wiggenhagen mit seiner 14 Millionen Truppe denn noch, das Gehalt gibt es bis ans Lebensende. Lasst uns den Leuten einen kleinen Bonus geben, damit sie in Zukunft die Finger von Problemen lassen. Und die politischen Parteien? Lasst sie doch über was unverfängliches diskutieren und abstimmen, meinetwegen um den Sieger für ein Wasserhalmaspiel zu ermitteln. Das schadet nicht und hat etwas unterhaltendes.
Tja, und bis dahin wird die Fuzo weiter als das Projekt gesehen, welches stellvertretend für das Versagen von Rat und Stadt steht. Von wegen, Ennepetal wird auf die Fuzo reduziert. Für eine nennenswerte Lebensqualität fehlt in Ennepetal eine ganze Menge an Bauteilen. Ausbildung, schlafen und arbeiten sind Voraussetzungen für die Firma Foxconn in China aber nicht in Ennepetal.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Anderen geht es ebenso

[jpg]Heute kam mir das Weißbuch und die Bevölkerungsumfrage des BMVBS unter die Augen. Es ist interessant wie andere die gleichen Probleme haben, nur dort bemüht man sich zumindest um Lösungen. In Ennepetal bemüht man sich auch, jedoch um neue Probleme zu schaffen. Da der Flächennutzungsplan (FNP) gerade ausgelegt wird, könnten die nachfolgenden Zeilen für einige Ratsmitglieder aber auch für die 14 Millionen Truppe insgesamt inspirierend sein.[/jpg]

   

Auszug und Zusammenfassung aus der Studie und Umfrage:

 

Innenstadt ganz nah – das wünschen die Bürgerinnen und Bürger

                  

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland ist mit den Lebensbedingungen in
der eigenen Stadt zufrieden. Vor allem die Bevölkerung in der Innenstadt
schätzt die Nähe zu Bildungs-, Kultur- und Konsumangeboten. Gleichzeitig
befürchten viele Befragte, dass die Innenstädte an Attraktivität
verlieren. Das sind zentrale Ergebnisse der jährlichen Bevölkerungsumfrage
des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Das
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat mit
dem „Weißbuch Innenstadt“ einen breiten Kommunikationsprozess über die
künftige Politik von Bund, Ländern und Gemeinden für die Stärkung der
Innenstädte angestoßen. Bundesminister Dr. Peter Ramsauer hat das
überarbeitete Weißbuch am 8. Juni 2011 vorgestellt. Um die Umsetzung des
Weißbuchs zu unterstützen, legt das BBSR nun eine Sonderauswertung seiner
Umfrage mit dem Schwerpunkt „Innenstadt“ vor.
 
Lebendige Innenstädte gehören für viele Befragte zu ihrem Lebensgefühl.
Geschätzt werden vor allem die vielen Begegnungsmöglichkeiten und
Erfahrungen, welche die städtische Öffentlichkeit bietet, sowie das dichte
Netz von kulturellen Einrichtungen, Gastronomie und Einzelhandel.
Besonders positiv bewerten die Befragten auch die wohnungsnahe
Infrastruktur für Dinge des täglichen Bedarfs – etwa Lebensmittelläden,
Bankfilialen oder Apotheken.

Innenstädte auch durch Belastungen geprägt
 
Schlechter sieht es mit der Beurteilung des Straßenbildes aus. So stören
immer wieder Umweltbelastungen durch übermäßigen Verkehr, mancherorts leer
stehende Geschäfte und Wohnungen, eine zu hohe Fluktuation in der
Nachbarschaft, oder es fehlt das Grün. Wohngebiete in der Innenstadt
werden sehr widersprüchlich bewertet: Einerseits gibt es die exklusiven,
aufgewerteten Wohnlagen in historischen Altstädten, andererseits die
belasteten Wohnlagen an Hauptverkehrsstraßen. Die innerstädtischen
Wohnungen werden dennoch fast überall sehr stark nachgefragt, vor allem
von jungen Erwachsenen und häufig auch von Haushalten mit geringerem
Einkommen.
 
Viele Befragte sind durchaus bereit, sich für ihre Stadt und ihr
Wohngebiet einzusetzen – allerdings in unterschiedlichem Umfang. Nur etwa
ein Viertel der Erwachsenen ist für traditionell öffentliche Belange
aktivierbar. Hinzu kommt, dass viele Berufstätige kaum Zeit für
bürgerschaftliches Engagement haben, sondern vielmehr selbst
unterstützende Strukturen für ihre Alltagsbewältigung benötigen.
Innerstädtisches Wohnen ist auch durch einen hohen Wechsel der Bewohner
geprägt.

 

 

 Weißbuch Innenstadt gibt Impulse
 
Die Umfrage belegt, wie wichtig es ist, die Innenstädte als Standorte für Handel, Gewerbe, Wohnen und Kultur zu stärken. Seit 2009 fördert der Bund gemeinsam mit den Ländern über das Städtebauförderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ die Anstrengungen der Kommunen, die Zentren als Herz unserer Städte zu stärken. Auch das jüngst vorgelegte „Weißbuch Innenstadt“ enthält zahlreiche Handlungsvorschläge, wie die Innenstädte und Ortsmitten lebendiger werden können. In den nächsten Jahren werden im neuen Forschungsprojekt „Innovationen für Innenstädte“ des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus Modellvorhaben darin unterstützt, bei der Umnutzung großer leer stehender Gebäude oder Flächenbrachen neue Wege zu gehen.

Quelle: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBSR), Bonn

Gute Ideen und schlechte Ausführungen in Ennepetal

[jpg] Die Idee ist ganz einfach und klappt überall. Man biete den Eltern an, ihre Kinder für einen bestimmten Zeitraum zu verwahren und auch noch zu beschäftigen. In der Zeit können die Eltern vollkommen stressfrei shoppen. Mutter kann mal neue Klamotten ohne Ende anziehen, während Vater sich ein Bierchen zu Gemüte führt. Vater kann aber auch mal das neuste Auto bestaunen oder auch sich auch nur den neusten Computer erklären lassen.


Filici um 19:30                                                                                   Foto:Linde Arndt

   Diese ganze Aktion organisiert man so 4 Stunden; denn dann haben Mami und Papi die Faxen dicke und möchten ihre Kinder wieder abholen.

Und weil es für das shoppen noch einen drauf gibt, wird danach noch ein Blockbuster per public viewing gezeigt.

Zweckmäßigerweise wird dies in einem Einkaufsbereich durch geführt, wo die Geschäfte auch offen sind.

 Da sind schon mal so an die 500 – 600 Zuschauer zu verzeichnen. Ennepetal fand das auch gut und so machte sich das Citymanagement Ennepetal mit seinem Manager Ulrich Schilling auf dies in Milspe City umzusetzen. Logischerweise holte er sich erst den Segen von ganz oben, sprich Wilhelm Wiggenhagen. Und so wurden Plakate, Flyer oder auch Fensterkleber erstellt und in Ennepetal verteilt. Selbst die Presse wurde zu einem Pressegespräch eingeladen. Der gesamte WAZ Konzern, mit WR, WP, WAP und Radio Ennepe Ruhr, der Cityanzeiger, Stadtanzeiger und uns Helga sowie Manfred Schott sollten antanzen und auch feste über dieses Event berichten. Was natürlich alle auch fleißig taten. Unsere Nachbarin berichtete sogar mehrfach aus Dankbarkeit und Glück weil sie wieder zu dem erlauchten Kreis der Empfänger von Pressemitteilungen gehört. EN-Mosaik sah auch die Plakate und bekam direkt einen Schluckauf. Wir notierten den Termin und nahmen uns vor den Termin wahr zu nehmen.

Am Freitag, dem 29.Juli 2011 war es dann auch soweit. Um 18:00 Uhr waren wir in der Fuzo „Inne Milspe.“ Und was sahen wir da? Nichts!

               
Bücher Bäcker um 19:30                                                                          Foto: Linde Arndt
 

Vor der Sparkasse stand ein Zelt in welchem so an die 10 Kinder mit zwei oder drei Eltern sich mittels einem Beamer Filme ansahen. Die Kinder saßen auf Teppichplatten und konnten sich 10 meter weiter auch mit Popcorn versorgen, nebenan konnten die Kinder sich auch ein Bier und die berühmte Bratwurst holen. Es war mehr als peinlich und lächerlich was dort ablief und das ging noch bis spät in die Nacht. Ab 22:00 Uhr wurde für die Erwachsenen der schwarz/weiß Film High Noon, der aber nach Anweisung nur 12 Uhr Mittags genannt werden durfte, gezeigt. High Noon ist ein 60 Jahre alter Film mit Gary Grant und Grace Kelly in der Hauptrolle. Ein absoluter Film, jedoch nur was für Kenner. Er kostet als DVD 9,99 EURO und gehört damit zu den sehr preiswerten Filmen. Nun denn, den Film sahen, zieht man die Personen ab die direkt oder indirekt mit der Vorführung des Filmes oder der Veranstaltung  zu tun hatten, rund 20 Personen. Es war wie immer ein absoluter Reinfall dieses Event, nur diesmal waren die von mir befragten Einzelhändler total sauer. Was hat sich das Citymanagement dabei gedacht? Dieses Event hat für diese Leute einen Kostenaufwand von rund 30.000,– Euro erbracht. Warum? So wie ich das gezählt habe waren rund 40 Leute in den Geschäften die für den Verkauf bereit standen. Für die Filmvorführung mussten Miete und Personalkosten bezahlt werden. Die Überstunden von Herrn Schilling sind auch nicht zu vergessen. Druckkosten für Flyer, Plakate etc. pp. Und zu guter Letzt wurden noch drei Sonderbusse der VER bereit gestellt, welche die ca. 20 Leute nach Hause gebracht haben sollen.

Ein absoluter Wahnsinnsevent.

                 
Kino um 22:30 Uhr, aufgehellt                                                                Foto:Linde Arndt
 

Und sonst. Wir als Presse waren zu viert anwesend, zwei Fotojournalisten und zwei Journalisten. So wie ich danach im Internet sehen konnte wurde als Konsequenz von der „inoffiziellen Verlautbarungsstelle“ der Stadt eine Kundenbeschimpfung aufgezogen. Vielleicht kommt Herr Hüsken von dieser Seite der Stadt ja mit einem Argument zu Hilfe. Bei diesem Herrn sind (Verfasst: Do 28 Jul, 2011 11:09  „Und das schon bei der ersten Sitzung dieses Gremiums einige Orientalen massiv zu spät kamen „) Ennepetaler Bürger Orientalen, die massiv zu spät kommen? Und das wird es sein, das waren alles Orientalen die die Uhrzeit nicht kannten oder nicht lesen konnten und deshalb immer wieder zu spät kommen. Die wissen auch sicher nicht was sie in der Fuzo sollen, deshalb auch der Integrationsrat. Der wird es sicher richten.

Ich zitiere einmal:  [Quelle Wir Ennepetaler 30.07.11]
____________________________________________________________________________________

Ich stelle fest: Es reicht.
Es reicht allen, die sich abstrampeln für die Konsumenten.
Auf welchem Gebiet auch immer.
Hört endlich auf, nur zu fordern.
Tut selber mal was.
Und sei es nur, Euren Allerwertesten anzuheben.

_____________________________________________________________________________________

Zitat Ende.

Liebes Citymanagement, wenn man fast nichts zum flanieren hat, wenn man kaum etwas zu verkaufen hat, wenn der Kunde in einer toten Fuzo rum irren und was weiß ich noch für Unzulänglichkeiten ertragen muss, dann muss man sich nicht wundern wenn niemand kommt. EN-Mosaik hat diesen Sachverhalt zig mal gegeißelt, jedoch wurde dem nur ein Schönreden entgegen gehalten. Schönreden beseitigt kein einziges Problem, es kaschiert nur die Probleme eine Zeit lang. Und wenn diese subalterne 14 Millionen Truppe meint sie habe etwas von Marktwirtschaft verstanden, so hat sie am Freitag die Quittung erhalten.

Liebes Rathaus ( ich falte meine Hände ) befasst euch doch damit wovon ihr Ahnung habt, schreibt Knöllchen, stellt Personalausweise her, traut vielleicht Paare, zählt und verbraucht unsere Steuergelder und was weiß ich noch, aber mischt euch nicht in Sachen ein die ihr nicht versteht. Auch ein Einzelhandelskaufmann muss drei Jahre lernen um ein Geschäft erfolgreich zu führen und er mag es nicht wenn danach irgendwelche Leute daher kommen und ihm sagen wollen wie er sein Geschäft führen soll.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Offener Brief von Anita Schöneberg (SPD)

Zitiert: Offener Brief der stellvertretenen Bürgermeisterin und Ratsfrau der SPD Fraktion Ennepetal Anita Schöneberg

 

Anita Schöneberg                                                                            

                                                                                                         Ennepetal, den 02.07.2011

                                                                                        

Herrn Bürgermeister
Wilhelm Wiggenhagen
Bismarckstraße 21
58256 Ennepetal

Zum Thema Fußgängergeschäftsstraße in Ennepetal-Milspe

Sehr geehrter Herr Wiggenhagen,

Anita Schöeneberg (SPD)Ihre Ausführungen zur Dokumentation der Bürgerveranstaltung Fußgängerzone Ennepetal vom 21.06.2011 nehme ich zur Kenntnis. Nach wie vor bin ich aber anderer Meinung, wie die Protokollierung einer solchen Veranstaltung auszusehen hat. Schließlich gab es mehrere interessante Aspekte aus der Bürgerschaft, die ernst genommen werden müssen.

Ich bin in den letzten zweieinhalb Wochen mehrfach gefragt worden, wie denn nun mit den Anregungen und Aspekten aus der Bürgerveranstaltung Fußgängerzone umgegangen werden soll. Außerdem gibt es im Städtchen noch reichlich Gesprächsstoff und Fragen danach. Darum sollte sich aus meiner Sicht nun der oberste Hüter der Stadt Ennepetal kümmern, damit nichts mehr schief gehen kann.

Ich bitte Sie um Beantwortung der Fragen aus diesem Brief und auch um Mithilfe, dass die bestehenden Probleme im Sinne unserer Bürger und Bürgerinnen Ennepetals gelöst werden. Wir beide wollen, davon gehe ich aus, wie viele andere auch, auf keinen Fall, dass die Veranstaltung vom 15. Juni 2011 als Alibi-Veranstaltung in die Annalen der Stadt eingeht.

Nun zu den Fragen:

  • Wie wird mit dem „Bürgerantrag“ vom 30.09.2010 umgegangen?
  • Haben Sie die Anregung aus der Anwohnerschaft weiter verfolgt, schwere Lasten bis vor die Haustür bringen zu dürfen, ohne ein Strafprotokoll zu erhalten? Mit welchem Ergebnis?
  • Angehörige, die ältere und gehbehinderte Menschen mit dem Auto zu deren Wohnung in der Fuzo bringen, dürfen mit welchen Voraussetzungen dies ohne ordnungsrechtliche Ahndung erledigen?
  • Wie gehen Sie mit der Expertenaussage zu den für das Funktionieren einer Fußgängerzone notwendigen Quadratmetern Verkaufsfläche um? (Faktenlage: 10.000qm empfohlen, in Ennepetal Milspe 5000 qm vorhanden, teils leer stehend)
  • Wie ist Ihre Vorgehensweise, eine Belebung der Fußgängerzone ohne Befahrbarkeit voranzutreiben?
  • Welches Entgegenkommen durch die Stadtverwaltung ist bei Ansiedlungsinteresse, z.B. Einrichtung Café/Bistro am „Bunkergrundstück“ Ihrerseits empfohlen?
  • Wie soll die Anbindung Heilenbecke Center zur Fußgängergeschäftsstraße verbessert werden?
  • Wie soll an den ‚Nicht-Integrierten Standorten’ von Nahversorgern Aufmerksamkeit bei der Kundschaft für unsere Fußgängergeschäftsstraße erzeugt werden? Nach Aussage aller Experten ist Besucherfrequenz das A & O auch für Interesse von Filialisten.
  • Wie weit sind die Bemühungen, einen Nahversorger in der Innenstadt zu behalten bzw. zu akquirieren? Das Thema „Rewe“ beschäftigt (übrigens auch bei Gesprächen in der Versammlung) insbesondere die Senioren und Seniorinnen in unserer Stadt.
  • Wie soll die Fuzo aus Ihrer Sicht strukturell und funktionell über die Schwelle der erforderlichen Passantenfrequenz gebracht werden, die eine Stärkung der nur fußläufig erreichbaren Geschäfte mit ermöglicht?
  • Systemische Handicaps (z. B. hangseitige Bebauung der Voerder Straße ohne Rückraumerschließung) werden jetzt wie analysiert und behandelt?
  • Wer nimmt die Anregungen aus der Bürgerschaft zur Stärkung der Naturschönheiten Ennepetals auf, zu dem auch unter Wohlfühl-Gesichtspunkten aus dem Tourismusbereich eine Erweiterung des „Platsch“ um ein Solebecken gehören kann?

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Wiggenhagen,

ich bitte Sie um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den von mir formulierten Fragen zur Lebensfähigkeit der Fußgängerzone. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten Handlungsfähigkeit und kompetente Lösungen von uns, die wir gewählte Volksvertreter sind.

Zur Vervollständigung des Themas sollten noch die in den letzten Monaten im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung von allen Fraktionen gestellten Fragen zum Citymanagement und zur Innenstadtentwicklung herangezogen werden. Sie hatten mich in der Ratssitzung vom 9. Juni 2011 als es unter TOP 11.10 – Brandhaus Fischer ging – aufgefordert, Ihnen doch mitzuteilen, welche Ideen ich dazu hätte. Für eine bessere Optik habe ich z. B.
einen Vorschlag im letzten Stadtentwicklungsausschuss gemacht.

Mit freundlichen Grüßen

Anita Schöneberg

Ratsfrau der SPD Fraktion und stellvertretende Bürgermeisterin

 

Es ist zum heulen und peinlich in Ennepetal


FuZo in der Hauptgeschäftszeit  Foto: © Linde Arndt
   [jpg] Politik kann man das ja nicht mehr nennen, was hier so in Ennepetal abläuft. Am besten man zahlt den Leuten im Rathaus zeitlebens eine Rente und wir machen unsere Stadt selber flott. Es geht um das leidige Fuzo Thema "öffnen" –  "oder nicht".

Dieses Thema wühlt die Einwohner, Politiker und die 14 Millionen Truppe so auf, dass kein vernünftiges Gespräch mehr möglich ist.
Nachdem Anita Schöneberg von der SPD ein Gespräch zwischen Bürgern auf der einen Seite und der Politik und Verwaltung auf der anderen Seite vorgeschlagen hatte und der Rat der Stadt dieses Gespräch auch durchließ, hatte unser lieber Wilhelm Wiggenhagen, der ja irgendwann Bürgermeister werden will, ein Problem.

Farbe bekennen war angesagt. Aber nicht nur das, sondern sich mit seiner gesamten Überzeugungskraft für eine Sache einzusetzen. Da heißt es Argumente treffsicher zu setzen und sich den Gegenargumenten zu stellen, um letztendlich eine gemeinsame Lösung zu finden. Man nennt das in der deutschen Sprache, sich einer Diskussion zu stellen. Da braucht es einen guten Moderator ( keinen weichgespülten ) und ausgesuchte Diskussionsteilnehmer für das Pro und das Kontra. Und ein interessiertes Forum, welches sich auch mal spontan auf die dementsprechende Seite begibt um sich zu äußern.

Wenn das richtig organisiert wird ist es für alle Beteiligten ein fruchtbarer, spannender aber auch inspirierender Abend, sofern dies auf den Abend angesetzt wird.

 Na ja, eine Voraussetzung traf zu, diese Veranstaltung war auf den Abend angesetzt worden, mehr aber auch nicht. Sie fand im Haus Ennepetal Raum 4 statt.

Wilhelm Wiggenhagen erklärte sich zu Beginn der Veranstaltung zum neutralen Moderator wobei er aber noch erwähnen musste, dass seine Meinung schon feststeht. So sieht also Neutralität aus. Aber das war ja noch nicht alles. Wilhelm Wiggenhagen hatte ja noch mehr auf der Pfanne, wie man eine Bewegung (Fuzo) zum Schweigen bringt.
Zumindest war die Anordnung und Reihenfolge der geladenen Personen und ihre Funktionalität sehr, sehr verdächtig. Und damit war das Ergebnis meiner Meinung durch den Veranstalter (Stadtverwaltung) vorprogrammiert.

 
Wilhelm Wiggenhagen Foto: © Linde Arndt

Ulrich Höhl von der Stadtverwaltung trat ganz unverdächtig auf und schilderte mit seinen Folien die Entstehung der Fußgängerzone vom ersten Gedanken bis zur Fertigstellung.
Dann traten aber die Herren Thomas Schulte, Geschäftsführer  von der VER, Herbert. A. Dabringhaus von der   SIHK und Klaus Willmers  von dem Einzelhandelsverband auf und hatten alle nur eine Botschaft. Die Fußgängerzone sollte nicht zurück gebaut werden oder einem irgendwie gearteten motorisierten Verkehr übergeben werden. Und was für Argumente. Da wurde von Einzelhändlern gesprochen die man sich ja besorgen könne. Oder auch gut, man müsse eine „Immobilien- und Standortgemeinschaft“ bilden, was in anderen Städten doch funktionieren würde. Die geballte Kompetenz dieser drei Herren schlug auf die etwa 120 Leute ein. Alle mit der Botschaft: Leute seid doch vernünftig, die Fuzo ist so in Ordnung. Und immer mit den Kommentaren des Moderators versehen. Jetzt musste einem der Verdacht kommen, wieso hat Wilhelm Wiggenhagen die Moderatorenfunktion? Ganz einfach. Er und nur er führte die Veranstaltung in seine Richtung, er hatte die drei eingeladen. Und es waren keine Kontraleute eingeladen worden. Warum wohl? Und dann, kam das Sahnehäubchen dieser Veranstaltung.

            
  Experten der Fuzo                                                                                                         Fotos: © Linde Arndt  

Stephan Langhard von der Stadtverwaltung erläuterte mal kurz seine Sicht aus der rechtlichen Ecke. Sie raten sicher welche Sichtweise vorlag – es geht nicht (der Rückbau oder die Öffnung der Fuzo). Thomas Pflug von der Stadtverwaltung erläuterte seine Sicht aus dem Bereich Strassenbau. Zu welcher Konsequenz kam Herr Pflug? Richtig! Die Fuzo sollte Fuzo bleiben. Und zu guter letzt kam auch noch der oberste Citymanager Ulrich Schilling zu Wort. Klar, auch er war für die Fuzo. Da wurde von Kosten gesprochen die auf die Stadt zukämen, Busverkehr und Lastverkehr der wieder durch die Voerder Straße rauschen würde. So wurde ein riesiger Berg aus Angst, Inkompetenz und Ohnmacht bei den Anwesenden aufgebaut.

Es war nun so 1 Stunde vergangen, als der Moderator (siehe oben) auf eine Diskussion erkannte. Die Wortmeldungen waren: Wir könnten die Ennepe durch die Fuzo fließen lassen und Gondeln einsetzen um den Tourismus zu stärken (so die Vision), die Fuzo sollte doch öfter gesäubert werden, der Wasserlauf wird zu oft gereinigt oder repariert oder die Marktstände stehen auf den Wasserspielen, und, und, und…

Und die 120 Zuschauer bis auf 2 oder 3 blieben in dem Bereich den die 14 Millionen Truppe sicher bewältigen kann.

Die Veranstaltung war übrigens nicht als Diskussion angekündigt worden, vielmehr wurde sie als Informationsveranstaltung benannt. Das sich überhaupt ein paar Leute meldeten war bei der meines Erachtens gelungenen Manipulation des Veranstalters ein Wunder.

Was bleibt?

Wilhelm Wiggenhagen ist es meines Erachtens wieder mal gelungen sich vor einem Dialog mit seinen kritischen Bürgern zu drücken. Meines Erachtens war dies eine Inszenierung die eine Stadt wie Ennepetal nicht nötig hat. Wenn die „14 Millionen Truppe“ in solch eine Trickkiste greifen muss, nimmt sie der Stadt ihre Würde. Eine Stadt mit Würde lebt von und mit seinen Bürgern, sie lebt aber auch im Dialog, indem die Stadtverwaltung die Sorgen und Ängste der Bürger ernst nimmt. Und diese Veranstaltung zeigte nur eines, die Arroganz der Macht, wobei diese nun mehrfach gezeigten Verhaltensweisen einfach nur noch als peinlich anzusehen sind.

Und so war es nicht verwunderlich, dass für diese Inszenierung am folgenden Tag im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung unter Top 6 „Innenstadtentwicklung Milspe“ zu finden war. Und als der Top 6 aufgerufen wurde, wusste der oberste Citymanager Ulrich Schilling von Aktionen zu berichten die es demnächst geben würde.

Tja, der ehemalige Wirtschaftsförderer Wilhelm Wiggenhagen, die ehemalige Wirtschaftsförderin Brigitte Drees und der jetzige Wirtschaftsförderer Ulrich Schilling haben schon soooo viel angekündigt. Es kann aber auch sein, dass Wilhelm Wiggenhagen die Führung über die Wirtschaftsförderung weiter behält. Wirtschaftsförderer hört sich doch viel besser an. Oder?

Und was blieb nach den Ankündigungen?

Die Einzelhändler (Wir hatten einmal 172), die Kunden aber auch die Bewohner kehren der Stadt den Rücken. Sie gehen nach Gevelsberg, Schwelm und Wuppertal nachzulesen in  der Wanderungsstatistik des Landesamtes.für Statistik.

Ach ja, und demnächst fährt ein Bus der VER mit der Dachmarke „Mein Ennepetal“ bemalt durch den Kreis. Ist das nicht süß? Übrigens nebenbei bemerkt, wer bezahlt das eigentlich? Sind wir nicht in der Haushaltsicherung?

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Ennepetal interpretiert als unmögliche Stadt?

[jpg]  Auf der einen Seite nimmt man die Stadt Ennepetal als normale Kleinstadt war. Seine Menschen haben die gleichen Wünsche und Sehnsüchte wie alle Menschen in anderen Städten auch. Die Probleme die hier sind, sind alle lösbar, einige sofort, andere über einen längeren Zeitraum, wenige jedoch über einen ganz langen Zeitraum, meinetwegen von 10 Jahren und mehr. 

Was diese Stadt so unmöglich macht, ist seine Führung, der Rat der Stadt und die Stadtverwaltung. Beide sind nur unzureichend einschätzbar, sei es dass sie keine Informationen heraus geben, oder sei es dass man ihre Handlungen einschätzen muss. Attraktiv soll unsere Stadt sein, nur alle politischen Handlungen laufen darauf hinaus, dass diese Stadt seit Jahren immer unattraktiver wird. Spricht man dieses Problem mit den Verantwortlichen an, so drehen sie ab und entziehen sich einem. Diese Ambivalenz ist schon frappierend und kaum aufzuklären.

Da fällt einem das Penrose-Dreieck ein, welches jedoch kein Dreieck , aber wiederum doch ein Dreieck ist.
Das Penrose-Dreieck ist nach dem Lehrsatz des Euklid, dass die Winkelsumme 180 Grad beträgt, unmöglich, da bei genauerer Betrachtung die einzelnen Winkel ja 90 Grad betragen, und zwar im rechten Winkel.  Das ergibt aber 270 Grad.  Wie ist so etwas möglich?

Es kommt auf die einzelnen Elemente an, inwiefern sie zu einem Ganzen verbunden werden. Kurz, das einzelne Element ist akzeptierbar. Setzt man jedoch die Elemente unmöglich zusammen, so sind sie zwar auf der zweidimensionalen Ebene akzeptierbar, jedoch dreidimensional unmöglich.

Das Problem ist unser Sehen. Das Figürliche ist nämlich etwas anderes als die Summe seiner Teile. Wir wollen ein Dreieck sehen, finden aber etwas ganz anderen vor. Da wir das Dreieck kennen, so wagen wir uns nicht das Unmögliche zu denken bzw. zu respektieren. Wir entziehen uns der Realität, denn sie verlangt Eindeutigkeit.

Und schon sind wir mitten drin in Ennepetal, der "Insel der Glückseligen". Wie Eingangs gesagt, in dieser Stadt leben Menschen wie in anderen Städten auch. Ich habe in den letzten 12 Monaten folgende Beobachtung gemacht, trifft man diese Menschen in einer anderen Stadt und fragt sie wo sie her kommen, versuchen sie der Beantwortung dieser Frage auszuweichen oder sie benennen ihre Stadt als "Zwischen Wuppertal und Hagen".

Fragt man weiter, so bekommt man danach, "Ennepetal, aber nicht zu verwechseln mit dem EN-Kreis".  Denn von außen wird Ennepetal, im Gegensatz zum EN-Kreis, überhaupt nicht wahrgenommen. Ein Mettmanner, Langenfelder, Gevelsberger oder auch Schwelmer um nur einige zu nennen, der gibt sofort seinen Stadtnamen an, evtl. mit dem Zusatz, ist in der Nähe von…. Warum also nicht ein Ennepetaler? Im Grunde ist aber der Ennepetaler mit seinem Wohnort zufrieden. Er liebt seine beschaulichen Stadtteile umrandet von der Natur, die es in Hülle und Fülle gibt. Was also ist sein Problem, wenn er seine Stadt nicht selbstbewusst nennen mag?

Nun, wie jede Stadt hat auch Ennepetal eine Kaste von Politikern und Verwaltungsmenschen und die haben es in sich. Gauckeln sie doch ihren Bürgern vor, sie hätten alles im Griff ihre Ideen und Visionen wären das absolute und würden die Stadt nach vorne bringen. Schaut man sich jedoch die sichtbaren Ergebnisse an, so hat man doch sehr große Zweifel. Die Propagandamaschine der Kaste von Politikern und Verwaltung versucht uns aber immer einzureden, wir könnten die Errungenschaften nicht richtig sehen. Positiv sollten wir das alles sehen, dann wird es schon wieder. Wir drehen uns verdutzt um und müssen uns dem gleichen Bild in der Realität stellen. Die Widersprüchlichkeit scheint nur dem Bürger aufzufallen, der daran verzweifelt und letztendlich aufgibt. Nur tatsächlich kann die Kaste von Politikern und Verwaltungsmenschen nicht richtig sehen. Wobei wir sogar das strukturelle Denken inzwischen bei dieser Kaste kaum verorten können.

Ein paar Beispiele:

Wir haben uns, zwar spät aber immerhin, eine Fußgängerzone in Milspe geleistet. Mit Pauken und Trompeten haben wir die Eröffnung gefeiert, die politische Kaste bei gesponserten Lachsschnittchen, wir bei  selbst bezahlten Bockwürsten, wie sich das eben gehört.
Nachdem die Feier vorüber war, stellte jeder Einzelne für sich fest: Die Fuzo ist richtig schön geworden, aber wofür haben wir die denn noch mal gebaut? Für eine handvoll Einzelhändler, Friseure oder Versicherungsunternehmen? In anderen Städten hat man Fuzos zum bummeln, verweilen, shoppen oder als Treff. Damit die Menschen durch den fließenden Verkehr nicht gestört werden, hat man die Fuzos gebaut.
Jeder der einmal durch die Fuzo "Inne Milspe" gegangen ist, stellte jedoch fest, hier gibt es nichts der gleichen was wir sonst aus anderen Städten kennen.
Fragt man nun die politische Kaste, wird dem Fragesteller eine Blindheit unterstellt.

Unser Bahnhof Ennepetal/Gevelsberg.

Dieser Bahnhof gammelt seit Jahren vor sich hin. Immer mal wieder stand er auf der Agenda der politischen Kaste, mehr oder weniger als Sommertheater ohne Konsequenz.

Die Pendler haben sich an das versiffte Bahnhofsgebäude und den Durchgang gewöhnt und leben inzwischen damit. Über die Jahre kamen mehrere Mieter die das Gebäude in seiner Substanz herunterwirtschafteten. Das geht jetzt schon so an die 30 Jahre, wegschauen war immer angesagt.

Auf einmal ist der Druck auf die politische Kaste so groß geworden, dass Handlungsbedarf auf trat.

 

Und was tut die politische Kaste?   Sie zaubert einen Fliesenleger aus dem Hut. Der Fliesenleger kommt natürlich mitten im Wahlkampf. Schnell werden 185.000,– Euro für den Fliesenleger im Rat der Stadt bewilligt, damit dieser aus dem Bahnhof ein denkmalgeschütztes Fliesenlager macht. Alle heben lustig das Händchen und gut ist, die Sache ist perfekt. Name, Adresse und Bonität des Fliesenlegers, wen interessiert das schon.

Der Wahlkampf ist vorbei und schwups der Fliesenleger will nicht mehr. Die Euro 185.000,–stehen aber nun noch im Haushalt. Was der Fliesenleger, dessen Prüfung immer noch keiner will, sich nun dabei dachte,  wer will das schon wissen? Nun stehen die EURO 185.000,– aber im Haushalt und diese wecken Begehrlichkeiten bei der Jamaica Connection; denn ist das Jahr erst einmal vorbei, sind die EURO 185.000,– verfallen und gehen wieder an das Stadtsäckel zurück. So sind die Regeln im kommunalen Rechnungswesen. Was tun? Ganz einfach, wir kaufen mit diesen Euro 185.000,– den Bahnhof und legen noch einen Schnaps oben drauf. Wen interessiert schon die missliche Haushaltslage? Es ist ja das Geld des Steuerzahlers. Und wieder, keine Prüfung des Objektes, keine Vorkalkulation des Investments. Blind wird etwas gekauft was sich evtl. als Fass ohne Boden erweisen könnte. Wie jeder mit eigener Augenscheinnahme sehen kann, es ist ein marodes Objekt und die Objekte um das Hauptgebäude herum schreien nach: Reißt uns ab! Hinter diesen Gebäuden könnte eine ebenso verkommene Stadt liegen, wagt es nicht auszusteigen!!!!  Aber da gibt es ja noch den Bürger, der könnte sich doch an diesem nun ausgerufenen Projekt beteiligen –  so ein CDU Frontmann. Nur jetzt mal ehrlich. Welcher Idiot würde sich an etwas beteiligen, wo man nicht die Übersicht hat ob das ganze zu einem Erfolg führen könnte? Nur weil ein paar offensichtlich verträumte Mitglieder einer politischen Kaste, die die kaufmännischen Regel nicht einmal im Ansatz beherrschen, dies so wollen? Die würde man ja nicht einmal zum Brötchen holen schicken! Das ist schlicht und ergreifend ein Tango dilettanti.

Man könnte diese Vorfälle oder Sachverhalte ohne Probleme erweitern.

Hier reibt sich verdutzt der Bürger die Augen, seine Politiker, teils mit akademischer Ausbildung, treiben ein Spiel welches so nicht getrieben werden kann?
Und da ist er wieder dieser Effekt, des Penrose-Dreieck. Immer wieder muss man neu interpretieren. Aber, es bleibt eine Unmöglichkeit.
Ein Einzelhandelskaufmann lernt zu kalkulieren. Aber wir haben sogar Betriebswirte in der Stadtverwaltung, denen die Begriffe wie Investitionsrechnung oder auch Kapitalbedarfsrechnung keine Fremdworte sind, die kann man aus dem Ärmel anwenden. Ja sogar Juristen haben wir in der Stadtverwaltung oder kann zumindest diese zu Rate ziehen, Kaufverhandlungen als auch die daraus resultierenden Verträge dürften kein Problem sein. Nach der Bezahlung, immerhin sind unsere Personalkosten rund 40% höher als in Gevelsberg, müssten wir Spitzenkräfte haben für die solche Probleme eine Herausforderung sein sollte. Auch unser Bürgermeister, immerhin mit einem Diplom ausgestattet, sollte diese Aufgabe souverän bewältigen können. Da spielt das Baurecht im Zusammenhang mit dem maroden Gebäude eine Rolle, zur Gefahrenabwehr könnte eine so genannte Ersatzvornahme angeordnet werden, keine Kosten für die Stadt. Der derzeitige Eigentümer steht ja noch im Obligo. Und für einen Abbruch das Gebäude zu kaufen, was soll das? Morgen kommen alle Eigentümer und wollen ihr Gebäude auf  Kosten der Stadt abgerissen haben und wollen noch was dafür haben?
Es ist ein Dreieck? Nein es ist kein Dreieck? Es ist alles zusammen betrachtet eine Unmöglichkeit.

Auf der einen Seite die Bürger die einer Beschäftigung nachgehen, die mehr oder weniger hoch qualifizierte Menschen erfordert. Die ihre Belange in Händen von einer Kaste von Verwaltung und Politik legen, sie sehr gut bezahlt aber nicht qualifiziert genug sein will ihren Job zu machen. Verlangen wir zuviel von diesen Menschen die wir gewählt haben? Aber sie haben sich doch nach dieser Aufgabe gedrängt. Alle haben uns gesagt, dass sie dieser Aufgabe gewachsen sind.

Nochmals zur Erinnerung, der Antrag:

"Die Fraktionen im Rat der Stadt Ennepetal von CDU, Bündnis 90 Die Grünen und FDP beantragen hiermit, einen Beschluss zu fassen, das Bahnhofsgebäude in Ennepetal käuflich zu erwerben."

Die SPD teilte auf Rückfrage per email mit:

Auch sie will das Gebäude kaufen, jedoch mit der Erweiterung, dass sie erst einmal die Nutzung geklärt haben will.

Immerhin etwas weiter gesprungen.

Ennepetal kann von der Verwaltung und vom Rat der Stadt nur als reine Unmöglichkeit interpretiert werden.
Man kann es drehen wie man will, man kommt nicht zu einer stabilen positiven Einordnung.

Jürgen Gerhardt

Ist der Ruf erst ruiniert….!

 Ist der Ruf unserer Stadt der Stadtverwaltung nun ganz egal?

Man kann als Ennepetaler schon die Tränen in die Augen bekommen, wenn man die letzten Monate und Wochen die Zeitungen aufschlägt. Aber, war das nicht immer schon so? Hatte man sich nicht irgendwie daran gewöhnt?

"    Da wird eine Fuzo eröffnet und es fehlen Einzelhändler!
"    Da hungern Kinder in den Schulen und der Kinderschutzbund muss eingreifen.
"    Da wird ein Citymanagement gegründet als GmbH&Co.KG, wo es ein Verein auch tun würde.
"    Da kommen Leute mit einem Schienenbus in Ennepetal an, die nicht wissen wo es längs geht.
"    Da wird ein Konzept verwendet, welches nicht frei von Rechten ist und eine Urheberrechtsverletzung in Kauf genommen.

Das alles muss man sich ansehen und kommt sich recht hilflos vor, wenn man die Attraktivität der Stadt doch
erhöht sehen will. Ob in  Schwelm, Gevelsberg und anderswo, überall dieses Grinsen wenn man von Ennepetal spricht. Das Grinsen welches besagt, he, hör mir damit auf, Du hast ja den Schuss nicht gehört.
Mich persönlich hat die Nachricht mit den hungernden Kindern am meisten aufgeregt. Mir fiel auch spontan das Werk von Frau Kollwitz ein, welches im Jahre 1924 entstand. Sind wir wieder soweit?

Und wie reagiert die Stadtverwaltung?
Ein Krisenmanagement sieht aber ganz anders aus. Untergebene oder Andere werden als Verantwortliche zitiert, wobei die eigene Verantwortung nicht zählt.
Und die Politiker? Im Falle des Teckels hat zumindest die SPD Kandidatin die Deckung verlassen, wurde aber sofort von der Stadt auf der CDU Internetseite abgebügelt, wobei es schon ein starkes Stück ist , wenn ein städtischer Angestellter auf einer örtlichen CDU Parteiseite seine Korrespondenz veröffentlicht. 
Nun streitet man sich über das Neutralitätsgebot, während immer noch nicht geklärt ist ob die Besucher das nächste mal nicht doch über die Gleise laufen sollten, bis die sich einigen.

Ist der Stadtverwaltung eigentlich bewusst, dass sie mit solchen Schlagzeilen das Image unserer Stadt schwer beschädigt. Und ist ihr nicht bewusst, dass sie mit diesen Reaktionen  einen noch größeren Imageschaden herbeiführt?
Letztendlich ist der Bürgermeister als die oberste Instanz in der Stadtverwaltung verantwortlich, wenn der nicht anwesend ist, der Beigeordnete. Wo aber nehmen diese beiden Ihre Verantwortung wahr?
Dann die Politiker im Rat –  sie sollen die Verwaltung kontrollieren, wo ist da eine Sitzung gewesen, wo solche Dinge behandelt wurden – und zwar öffentlich.

Man sollte nicht nur über die Attraktivität der Stadt Ennepetal reden, sondern auch etwas für unser Image tun!!!
Und dazu gehört z. B.: "Der Rat der Stadt Ennepetal beschloss in einer Eilsitzung die Mittel für Kinder in Not aufzustocken. Das Credo: Kein Kind in unseren Stadtmauern ohne warme Mahlzeit!!!!!! "

Und liebe Leute, diese Schlagzeile geht durch die ganze Republik, eine Imgagewerbung, die ihr Geld wert ist.

Wenn nun aber niemand eingreifen will, so sollte man doch einmal ernsthaft überlegen ob man nicht die kommunale Aufsichtsbehörde ansprechen sollte, die das Funktionieren der Kommune herstellt. So wie es bisher läuft wird der Stadt und damit den Bürgern ein Schaden zu gefügt, der in Zukunft nicht getilgt werden kann. Im Zweifelsfall sollte der Bürger überlegen ob er nicht ein Bürgerbegehren in Gang setzen sollte.