Beiträge

Wir können mehr und wollen dieses auch

  [jpg] NRW hat den 2. oder 3. Platz bei den gelisteten Urlaubsländern Deutschlands. Selbstbewusst definieren Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MBV) Harry K. Voigtsberger , Landrat des Kreises Lippe-Detmold Friedel Heuwinkel und Frau Dr. Heike Döll-König, Geschäftsführerin Tourismus NRW e.V.:Wir wollen die Nummer 1 auf dem Touristikmarkt in Deutschland werden.

Das Thema heißt Diversifikation oder auch Vielfältigkeit. Und diese Vielfältigkeit bringt die Spannung zwischen der Nachfrage und dem Angebot bei Konsumenten und Produzenten, von was auch immer.

Kein Land in Deutschland steht so für Vielfältigkeit wie NRW, also hier eine Strategie zu entwickeln ist sicher eine Fingerübung für alle Beteiligten. Aber, und das gilt auch, kein Land steht so sehr auf provinziellen Mief wie NRW. Da „kämpfen“ Städte, ja ganze Regionen um den ersten Platz wo es gar nicht um Plätze geht. Beispiel: Rheinland und Westfalen. Die Zusammenarbeit dieser Landesteile gestaltete sich immer sehr schwierig und wenn man gar die Lippischen hinzunahm, konnte man dies nur mit Psychopharmaka aushalten. Dies gilt aber nur auf der Ebene der Entscheider die diese Animositäten, die aus den Unterschiedlichkeiten entstanden sind, auch immer befeuerten. Tatsächlich konnten und können jedoch die unterschiedlichen Einwohner von NRW bestens mit der Vielfältigkeit ihres Landes umgehen. Nein, sie gehen nicht nur damit um, die Einwohner leben und lieben diese Vielfältigkeit.

Und so hat sich die Tourismus NRW aufgemacht eine Strategie für die touristische Vermarktung NRW zu erarbeiten. Herausgekommen ist ein erstes Ergebnis,die Freischaltung des Internetportals http://www.dein-nrw.de durch Minister Voigtsberger im Intercontinental Düsseldorf.

Das war aber noch nicht alles. So ist es der Tourismus NRW vorzüglich gelungen eine schlüssige Markenstrategie unter einer Dachmarke zu erarbeiten.

                     
Dachmarke   Produktmarke "Gesund"

Sieben Produkte wurden für den Tourismus erarbeitet: Aktiv, Business, Events, Genuss, Gesund, Kultur und Städte. Unter diesen sieben Produkten sollen für den Besucher oder den Gast Pakete geschnürt werden die sein Hier-Sein erleichtern sollen. Von dem Hotel- bis zum Freizeitangebot soll er alles finden, er braucht nur einen „Klick“ zu machen und sich sodann in das „Abenteuer NRW“ zu begeben. Er soll sich um nichts mehr sorgen müssen. Ob nun ein Ort für ein Meeting gesucht wird oder eine landschaftlich schöne Strecke zum Trekking, für alles soll Bestens gesorgt werden. Aber, es war ja nur ein Kick-Off im Düsseldorfer Conti, bis Mitte 2012 sollen die restlichen und damit letzten Bauteile dieser Strategie eingegliedert werden. Solch eine Marketingstrategie kann man als Strategie wie aus einem Guss bezeichnen, wobei dies erst die Marken sein können; denn eine Marketingstrategie ist niemals fertig, es werden durch die unterschiedlichen Feedbacks immer wieder Korrekturen notwendig sein. Es müssen noch Bauteile auf den Weg gebracht werden, wie ein belastbares Qualitätsmanagement hinsichtlich der Anforderung an die Destinations. Auch müssen noch Gespräche geführt und was noch wichtiger ist die notwendige Überzeugungsarbeit geleistet werden. Vieles ist auf den Weg gebracht worden und einiges muss noch angestoßen werden. Die Ziele sind definiert der Weg muss "nur" noch gegangen werden.

Wir sind ein herausragendes Urlaubsland welches seine Vorzüge in Marken jetzt bündelt, so Minister Voigtsberger. Und Landrat Heuwinkel spricht von den vielen Akteuren die bei der Erstellung der Marketingstrategie der Touristik NRW zuarbeiten.

Frau Dr. Döll-König setzt den Masterplan mittels der neuen Internetplatform schon um. Erlebnisversprechen werden in den neuen Produktlinien erstellt. Die Landesmarken werden auf regionale Marken heruntergebrochen. Und von der Region geht es auf die lokale Ebene. Kompentenzen werden gebündelt und neue Netzwerke erstellt.

Problematisch war und ist es bei der Definition der Zielgruppen und der Preissegmente. Das Problem: Entweder ganz teuer oder ganz billig, die Abstufungen gibt es nur noch unzureichend.

          
              v.l.: Frau Dr. Döll-König / Minister Voigtsberger. /Landrat Heuwinkel                      Fotos: © Linde Arndt  

Döll-König: Wir denken vom Kunden aus um eine erfolgreiche Marke zu installieren. „Wir sind anders“, wir bekennen uns zu unseren Stärken wie:

 

  • authentisch

  • überraschend

  • kraftvoll

 zu sein.

Der Zukunftsforscher Andreas Reiter aus Wien plädierte für einen offensiven Aufbau des Managements. Man sollte die gesellschaftlichen Themen aufnehmen und mit diesen die Themenführerschaft einnehmen. Denn letztendlich hängt am Erfolgsfaktor eine Erlebnisökonomie die man regional installieren kann. Gast und Gastgeber sollten in der Strategie eine Wertegemeinschaft bilden. Der Fremde (Gast) ist ein Einheimischer auf Zeit.

  [nggallery id=354]  

Letztendlich geht es doch um Folgendes: NRW zu leben, heißt das Andere zu leben und das Andere muss sichtbar und attraktiv sein. Und zwar so attraktiv, dass es ein Angebot darstellt welches man nicht ausschlagen kann. Wie sagte Oscar Wilde so schön: Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.

Ich denke Oscar Wilde wäre mit NRW vollauf zufrieden.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Düsseldorf