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ACHTUNG! Neuer Termin für Extra-Konzert mit Lang Lang

25. März 2014 | Von | Category: Lang-Lang, Schon gelesen?, Unsere Litfass-Säule, Z- Alle Beiträge

[Essen, 25. März 2014]

Klavier-Festival Ruhr 2014
Neuer Termin für Extra-Konzert mit Lang Lang:

Der chinesische Meister-Pianist kehrt nicht morgen, sondern erst am Fr. 16. Mai 2014 zum Klavier-Festival Ruhr zurück.

Aus aktuellem Anlass weist das Klavier-Festival Ruhr noch einmal auf den neuen Termin für das Extra-Konzert mit Lang Lang hin. Anders als ursprünglich angekündigt, wird der Künstler nicht morgen (Mi. 26. März 2014) in der Philharmonie Essen auftreten, weil er an diesem Tag in China mit zwei bedeutenden Auszeichnungen für sein soziales Engagement in seiner Klavierschule in Shenzen geehrt wird. Deswegen muss sein Konzert auf Fr. 16. Mai 2014, 20 Uhr, in der Philharmonie Essen verlegt werden. Das angekündigte Programm mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Frédéric Chopin bleibt unverändert.

Lang-Lang Pressefoto Copyright

Lang-Lang Pressefoto Copyright Harald Hoffmann

 

In einem Schreiben an die Konzertbesucher entschuldigt sich Lang Lang für die durch die Verlegung entstehenden Unannehmlichkeiten und betont, wie sehr es ihm ein Anliegen ist, einen erheblichen Teil seiner Gage zugunsten des Klavier-Festivals Ruhr zu stiften. Mit dieser freundschaftlichen Geste will er insbesondere das Education-Programm des Festivals unterstützen.

Bereits erworbene Konzertkarten behalten ihre Gültigkeit. Konzertbesucher, die am Freitag 16. Mai verhindert sind, können die Tickets bis spätestens Mi. 2. April gegen Erstattung des Ticketpreises an den Verkaufsstellen zurückgeben, an denen sie erworben wurden.

 



26. Klavier-Festival Ruhr 2014 wartet mit einem fulminanten Programm auf.

2. Februar 2014 | Von | Category: 26. Klavier-Festival Ruhr 2014, AKTUELLES, Z- Alle Beiträge
Panel der Programmvorstellung Klavierfestival Ruhr 2014

Panel der Programmvorstellung Klavierfestival Ruhr 2014 / v.l.: Maike Middelmann, Prof. Franz Xaver Ohnesorg,
Claudia Eckes-Kohlrautz Foto: © Linde Arndt

[jpg] Spannend verspricht das Klavier-Festival Ruhr wieder zu werden. Erneut steht das Festival unter der Schirmherrschaft von Trudl Herrhausen, die es sich nicht nehmen lässt das Festival am Freitag, dem 9. Mai um 20:00 Uhr mit einem Konzert von Leon Fleischer, Nicholas Angelich und der neuen Philharmonie Westfalen zu eröffnen. Enden wird das Festival am Samstag, dem 12. Juli 2014 mit einem Konzert von Till Brönner & His Piano Friends in der Philharmonie Essen.

So versprechen die Schwerpunkte wieder außergewöhnliche Aufführungen. Wobei Schwerpunkte sind es ja nicht so recht, vielmehr sind es Stücke, die der Intendant Prof. Franz Xaver Ohnesorg besonders gewürdigt sehen will. Zum einen sieht sich das Klavier-Festival dem 150. Geburtstag von Richard Strauß verbunden. Zum anderen sieht man sich dem späten Beethoven verpflichtet. Und ein herausragender Leckerbissen, es gibt eine Erkundung oder Entdeckung des Klaviers „Für die linke Hand“. Einen besonderen Raum räumt man der Welt der Etüden ein, die ursprünglich als Übungsstücke gedacht waren und sich später zu einem eigenständigen musikalischen Genre entwickelten.

Der YEAH! Young EARopean Award 2013, also der begehrte europäischen Preis für innovative Musikprojekte, wurde dem Education Team des Klavier-Festivals Ruhr verliehen. Das spornt an. So wird es erstmals ein Jahresthema geben: „Ein Jahr mit György Ligeti“. Der 2006 verstorbene György Ligeti gilt als einer der bedeutenden Komponisten des 20.Jahrhunderts aber auch als Erneuerer der Neuen Musik. Das Ligeti Projekt ist spartenübergreifend angelegt und ist mit dem französischen Pianisten und Ligeti-Interpreten Pierre-Laurent Aimard entstanden. Geleitet von dem Education Team des Klavier-Festivals Ruhr, als auch erfahrenen Künstlern und Lehrern, können Teilnehmer ihre musischen Fähigkeiten weiter entwickeln. Viele Altersgruppen und Schulformen werden bewusst angesprochen. Auch ein Familienkonzert „Herr Ligeti reist nach Afrika“ für Menschen von 5 bis 99 Jahren  zeigt das Besondere dieses Education Projektes. Es gibt eine Ligeti Nacht mit Pierre-Laurent Aimard. Auf einem Inklusionsabend werden sich Grundschüler, Förderschüler und Gymnasiasten musikalisch und tänzerisch mit dem Ungarn Ligeti auseinander setzen.

Impressionen am Flügel  Foto: © Linde Arndt

Impressionen am Flügel Foto: © Linde Arndt

„Die Besten der Besten“ fanden immer im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr einen besonderen Spitzenplatz im internationalen Wettbewerb. Spielorte sind das Harenberg City Center in Dortmund und Schloss Horst, Gelsenkirchen. So setzten sich die Nachwuchspianisten des Klavier-Festivals Ruhr, die innerhalb eines Klavier-Festivals Ruhr aufgetreten waren, in späteren Wettbewerben immer durch, ja, sie belegten immer die vorderen Plätze.

„Ausgezeichnete Kinder“ zeigt, zu welchen beeindruckenden musikalischen Leistungen Kinder und Jugendliche in der Lage sind. Preisträger des traditionsreichen Wettbewerbs „Jugend musiziert“ und des Essener „Rotary Klavier Wettbewerbs Jugend“ laden denn auch konsequenterweise die ganze Familie zu einem Matineekonzert ein. Der Erlös dieser Veranstaltung fließt notleidenden Kinder im Ruhrgebiet zu. Christian Schruff vom RBB wird dieses Konzert moderieren, wobei er noch einen übers Internet gewählten Co-Moderator zur Seite gestellt bekommt.

Kommen wir zu den Schwerpunkten, die im Rahmen des Klavier-Festival Ruhr vom 9. Mai bis zum 12. Juli 2014 zur Aufführung gelangen.
Es ist der frühe Richard Strauß der durch das Festival besondere Beachtung findet. Sei es die h-Moll Klaviersonate op 5, die Strauß als 16-Jähriger schrieb oder die frühen kammermusikalischen Werke aus der Münchener Zeit, alles Werke, die den jungen Strauß schon als Genie ausweisen. Dies aber nur ein paar Werke, neben vielen anderen, die zur Aufführung gelangen.
Der späte Beethoven wird mit den selten aufgeführten letzten drei Klaviersonaten in den Interpretationen von Krystian Zimmerman, András Schiff und Igor Levit zu hören sein.

Nebenbei bemerkt wird dem polnischen Pianisten Krystian Zimmerman der Preis des Klavier-Festivals Ruhr 2014 auf seinem Konzert am 3. Juni 2014 in der Wuppertaler Stadthalle in Form der Stahlplastik „Diapason“ überreicht.

Das Klavier-Festival Ruhr hat sich der Erkundung gewidmet. „Für die linke Hand“ wollte man in der Klavierliteratur erkunden; denn vor 100 Jahre verlor der Pianist Paul Wittgenstein im 1. Weltkrieg, der zu der dunklen Geschichte des europäischen Kontinents gehört, den rechten Arm. Durch den Ehrgeiz dieses Pianisten erfuhren die Kompositionen eine erhebliche Bereicherung. Der Pianist Leon Fleischer, der durch eine heimtückische Krankheit, nur mit dem linken Arm spielen kann, wird das Klavierkonzert von Maurice Ravel eröffnen. Dieses Ravel Konzert wurde von dem vorgenannten Paul Wittgenstein seinerzeit in Auftrag gegeben.

Prof. Franz Xaver Ohnesorg - Foto: © Linde Arndt

Prof. Franz Xaver Ohnesorg – Foto: © Linde Arndt

Leon Fleischer werden wir aber noch bei einem Podiumsgespräch am 10. Mai mit dem Journalisten Wolfram Goertz und dem Neurowissenschaftler Eckhart Altenmüller hören. Titel: Das machen wir doch mit links! Die linke Hand wird immer mal wieder auftauchen.
Gern gesehene Gäste, wie Robert Levin, Markus Becker, Steve Sloane, Tamara Stefanovich oder Daniel Barenboim setzen immer wieder neue Impulse die inspirierend wirken. Anne-Sophie Mutter meldet sich mit einer deutschen Erstaufführung des Werks „La Follia“ von Krzysztof Penderecki mit ihrem Klavierpartner Lambert Orkis zurück.

Cembalomusik ist das Instrument um barocke Musik zu interpretieren. Professor Christian Rieger wird spannende und selten gespielte Händel Stücke präsentieren.
Zur „Extraschicht“ dürfen wir in der Jahrhunderthalle Bochum Nachwuchspianisten der Musikschulen in Essen, Köln und Düsseldorf, die als Meisterschüler gelten, bei den Interpretation von Etüden verschiedener Komponisten zuhören.

Umgangssprachlich könnte man den Jazz inzwischen dem Klassikbereich zuordnen, wie gesagt umgangssprachlich. Und so wird das Klavier-Festival Ruhr mit „JazzLine“ dem Jazz auf der Bühne breiten Raum geben. Der Kanadier Chilly Gonzales, Chick Corea, der Kubaner „Chucho“ Valdés, Pablo Held, Jacks Terrasson oder das Monty Alexander Trio  – alles Jazzpianisten, die immer weltweit vor vollen Häuser spielen. Till Brönner, der populärste Jazztrompeter, kommt mit seinen Lieblingspianisten Jacob Karlzon und Antonio Faraò.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, viele große Pianisten unserer Zeit haben das Klavier-Festival Ruhr fest in ihrem Terminkalender notiert. Aber auch die andere Seite, so findet man klangvolle Debütanten in den Programmheften des Klavier-Festival Ruhr 2014.

Claudia Eckes-Kohlrautz  stellt das Educationsprogramm vor  Foto: © Linde Arndt

Claudia Eckes-Kohlrautz stellt das Educationsprogramm vor Foto: © Linde Arndt

Kulturelle Bildung wollte die Stiftung Mercator 2014 in den Vordergrund gestellt sehen. So wird es Children´s Corner-Konzerte geben. Hier wird durch das Education Team der Blick auf den Übergang zwischen Kindertagesstätte und Grundschule gelenkt. Richard McNicol präsentiert mit dem Kammerensembles der Bochumer Symphoniker und den Festival Pianisten den Kindern eien mit Musik von György Ligeti illustrierte Version von „Der Nebelmann“ von Tomi Ingerer. Hier sieht man das Mitmachen von Kindern und Lehrpersonal als Bereicherung.

Maike Middelmann   Foto: © Linde Arndt

Maike Middelmann, neue Vorsitzende des Förderverein Klavier-Festivals Ruhr
Foto: © Linde Arndt

Eine Änderung bei dem Förderverein des Klavier-Festivals Ruhr sei noch erwähnt. Es ist die Nachfolge von Prof. Dr. Hartmut Griepentrog die nun durch Frau Maike Middelmann als neue Vorsitzende eingenommen wird. So hat der Freundeskreis mehrere Kindergärten mit einem Klavier ausgestattet, so Frau Middelmann in ihren einleitenden Worten.
Die Vorstellung des Klavier-Festival Ruhr 2014 wurde von Prof. Franz Xaver Ohnesorg geleitet, der wie immer mit seinen Ausführungen die Anwesenden in seinen Bann zog.

Statistik als Chronistenpflicht: Es wird 64 Veranstaltungen in 19 Veranstaltungsorte geben, dabei werden 113 Solisten, 10 Orchester und Ensembles auftreten. 1 Welterstaufführung und 3 deutsche Erstaufführungen und 350 Kompositionen gelangen zur Aufführung.

Weitere Informationen, sowie auch die Möglichkeit entsprechende Karten zu ordern, erhalten Sie über die Seite http://www.klavierfestival.de

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik und european-mosaic aus Essen.

 



Angela Merkel und Antoine de Saint-Exupèry haben Recht!

3. Januar 2014 | Von | Category: Schon gelesen?, Unperfekthaus Essen, Z- Alle Beiträge
Unperfekthaus Essen  Foto: © uph

Unperfekthaus Essen Foto: © uph


[la] Zunächst noch einmal allen Lesern ein gesundes, glückliches und erfolgreiches 2014. Wir haben unser Traumziel, die 1 Million-Usermarke pro Monat noch im alten Jahr verwirklichen können. Das gibt uns neuen Auftrieb, noch aktiver für unser Magazin – und damit auch für Sie – tätig zu sein.

So war unser Herausstellungsmerkmal, dass wir nicht nur vor die Haustür schauen, sondern in einem weiten Bereich der Nachbarstädte, des Ruhrgebietes und vieler weiterer Städte tätig sind [ebenso wie in unserem seit einem Jahr redaktionell aufgenommenen Tätigkeitsbereich bei der EU in Brüssel].


Dieses “aufsaugen von Impulsen” gibt uns neue Kraft und neue Ideen und Überlegungen. Und diese Erfahrungen möchten wir mit Ihnen teilen.

Daher wundern Sie sich bitte nicht, wenn wir heute eine Einladung des Unperfekthauses in Essen veröffentlichen. Es ist egal, wo jemand Ideen hat und sich  kreativ für “seine Stadt” einsetzt. Wir alle sind ein Teil des Ganzen und können, wenn wir aufmerksam sind, nur voneinander lernen.

 

Und nun zur Einladung:

 Angela Merkel und Antoine de Saint-Exupèry haben Recht!

Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen” schrieb Antoine de Saint-Exupèry, und Angela Merkel geht in genau die gleiche Richtung, wenn sie in der Neujahrsansprache betont: “Am Anfang sind es oft nur wenige, die voraus gehen, einen Stein ins Rollen bringen und Veränderung möglich machen“.

 

In diesem Sinne möchte ich dazu einladen, über die Messe Essen nachzudenken. Denn m.E. macht es keinen Sinn, wenn Menschen, die sich ihr ganzes Leben noch nie mit Messen beschäftigt haben, plötzlich lautstark darüber diskutieren, ob da irgendwelche Kosten realistisch geplant wurden, ob die Baupläne für das Messegeschäft optimal sind uswusw…
ICH habe für solche Fragen keine Qualifikation, und als Pate für den Bereich “Essen.Engagiert” im Stadtentwicklungsprozess Essen.2030 möchte ich hiermit dazu einladen, etwas zu tun, das ICH und viele engagierte Bürger, Unternehmer und Vereine KÖNNEN:
Lasst uns am kommenden Samstag, 4.1. um 14 Uhr über Ideen nachdenken,
wie wir Bürger, Vereine und Unternehmen “Messe Essen” für unsere Zwecke nutzen können!
Ort: Unperfekthaus (Anfahrtsbeschreibung…)

Wer will, zahlt die üblichen 6,50€ Kostenanteil für beliebig viele Getränke und die Räume, die wir im Unperfekthaus nutzen. Wer nichts zahlen will, ist von mir eingeladen. Städtische oder Messe-Mittel werden nicht aufgewandt.
Die Messe ist kein Kostenfaktor, sondern eine Chance! Engagierte Bürger KÖNNEN es genießen, Messebesucher gastlich in unserer Stadt zu empfangen. Restaurant Besitzer KÖNNEN während der Security-Messe Krimi-Dinner anbieten. Kultureinrichtungen KÖNNEN während der SHK-Sanitärmesse Händels Wassermusik aufführen. Ehemalige Zechen KÖNNEN während der Schweissen&Schneiden das größte Holzkohle-Grillfest Deutschlands veranstalten. Vereine und Firmen KÖNNEN die Fachleute, die während passender Messethemen in der Stadt sind, zum Austausch einladen oder ihnen etwas bieten. Die Freie Kulturszene KANN passend zu jedem Messethema Stücke entwickeln und dann ganze Aufführungen teuer an Firmen verkaufen.
Das sind nur Beispiele. Lasst uns aufhören, über Sachen zu reden, von denen wir nichts verstehen und anfangen, anzupacken. Mit dem, was wir KÖNNEN! Das Beste, was der Messe passieren kann, ist, wenn ganz viele Akteure in der Stadt helfen, Essen zu einem aussergewöhnlichen Standort zu machen. So läuft das in Leipzig, in Düsseldorf, in Nürnberg und an ganz sicher noch viel mehr Messe-Orten. Wir tun etwas Bewährtes!
 
Eigenen Nutzen mit Nutzen für die Stadt&Messe kombinieren!
Und bitte keine Scheu davor, persönlichen Vorteil von eigenem Engagement haben zu wollen und das auch lautstark zu vertreten! Es breitet sich eine seltsame Stimmung aus, in der alles “GUT” ist, solange Handelnde bloß keinen Nutzen davon haben. Was für ein Unfug! Die Suppe, die eine ehrenamtliche Helferin unter Rückenschmerzen schlecht gelaunt nur aus reinem Pflichtbewusstsein ausschenkt, kann kein Obdachloser mit gutem Gewissen essen! Erst wenn der eigene Nutzen (gutes Gefühl, Ehre, Kontakte, Wissen, aber auch Geld!) mit gemeinschaftlichem Nutzen KOMBINIERT wird, können beide Seiten ein gutes Gewissen haben (mehr…).
Beispiel: Unperfekthaus
Vom Unperfekthaus aus kooperieren wir inzwischen offiziell mit der Messe Essen und werden zu einer Art Inkubator für neue Messen. Das nutzt der Messe, die vielen Freiberufler, Gründer und Künstler im Unperfekthaus bekommen Profi-Kontakte, und das Unperfekthaus hat wirtschaftliche Vorteile durch Events und Publikum. Für mich ist es erstrebenswert, mit dem, was mir persönlich wichtig ist, auch das Geld für’s eigene Leben, die finanzielle Freiheit für neue Projekte und für die vielen Mitarbeiter in den vielen Projekten zu verdienen. Hinter meinem Engagement für die Messe steht ganz viel Eigeninteresse, sowohl in Form von Spaß, Überzeugung, als auch finanzielles Interesse. Aber GLEICHBERECHTIGT DAZU ist für mich: Siehe hier!!! Man kann Egoismus und Altruismus GLEICHZEITIG verwirklichen.
Kommt jetzt Samstag 4.1. um 14 Uhr in’s Unperfekthaus!
Wir überlegen dann, wie wir die Jahre im Voraus feststehenden Messetermine für unsere Zwecke (und GLEICHZEITIG Nutzen für die Messe/Stadt) nutzen können und bringen uns gegenseitig auf Ideen. Kommt! Ganz besonders dann, wenn Ihr auch eigenen Nutzen für Eure Firma, Verein oder Eure privaten Interessensthemen habt und nicht nur etwas für andere tun wollt, das Euch selbst eigentlich gar nicht interessiert, von dem Ihr aber überzeugt seid, dass es wichtig und für “andere” ganz toll ist…
EIGEN- UND GEMEINSCHAFTSINTERESSE sollten kombiniert werden!
Liebe Grüße & ein frohes, anpackendes 2014!!!
Reinhard Wiesemann

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Wir werden da sein.
Linde Arndt für EN-Mosaik aus Essen

 

 



Wir wollen die Wirklichkeit mitspielen lassen

22. November 2013 | Von | Category: AKTUELLES, Johan Simons, Z- Alle Beiträge
J. Simons  Foto: © Linde Arndt

J. Simons Foto: © Linde Arndt

[jpg] Es ist ein ungemütlicher Tag in Duisburg auf dem Weg zur Gebläsehalle. Es nieselt und ist nasskalt als wir den Landschaftspark mit der eindrucksvollen Industriekulisse betreten. Heute soll offiziell der neue Intendant für 2015-2017 vorgestellt werden. Seit Mai war diese Personalie schon bekannt. Es soll der derzeitige Leiter der Münchner Kammerspiele werden, eines der bedeutendsten deutschen Sprechtheater, welches sich immer wieder mit der Gegenwart auseinander setzt – und das seit 100 Jahren. Sie ahnen es, es ist der Niederländer Johan Simons, dem das Ruhrgebiet nach eigenen Angaben ein besonderes Anliegen ist.

Es ist der „Pott“, Kommissionspräsident Barroso nannte das Ruhrgebiet den „melting pot“, der alles hervorbringt aber auch alles einsaugt. Er reagiert und reflektiert, er ist Armenhaus, birgt aber auch  einen Reichtum, den sich manche Region wünscht. Hochkultur und Straßenkultur gehen friedlich ineinander über. Nirgends gibt es mehr Spielstätten mit alten stillgelegten Fabrikbauten der schon längst vergangenen Industriewirtschaft.

Johan Simons liebt diese Gegend, sind es doch die außergewöhnlichen Orte die Johan Simons und Paul Koek als Innovations-Theater, Theater Hollandia, berühmt gemacht hatten. Das Theater Hollandia spielte damals in Ställen, auf Schrottplätzen oder unter Brücken. Unabhängigkeit und Autonomie sollten die Kunst befördern aber auch die Freiheit der Kunst sichtbar machen. Nicht die große Masse, der Mainstream, sollte bestimmen, der freie Geist sollte der Kunst die Wege weisen.

 

Am Panel v.l.:

v.l.:Stephanie Paeleke-Kuhlmann (Pressesprecherin der Ministerin) / NRW Ministerin Ute Schäfer (Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport) / Karola Geiß-Netthöfel ( Regionaldirektorin RVR) / Prof. Heiner Goebbels (amtierende Intendant der Ruhrtriennale) / Johan Simons (zukünftiger Intendant Ruhrtriennale 2015-2017) / Foto: © Linde Arndt

Es war ein lockerer Pressetermin der von der Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Ute Schäfer, als Aufsichtsratsvorsitzende der Ruhrtriennale organisiert worden war. Ihre charmante Pressesprecherin Stephanie Paeleke-Kuhlmann moderierte souverän das Treffen. Der amtierende Intendant der Ruhrtriennale, Prof. Heiner Goebbels und die Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR) Karola Geiß-Netthöfel wussten aus ihrer Sicht den Wechsel 2015 positiv zu kommentieren.

So ist dies ein normaler wiederholter Wechsel in der Intendanz, der seit Gründung 2002 durch Gerard Mortier nach jedem 3 jährigen Zyklus stattfindet. War der rote Faden bei Professor Willy Decker die Religion, so gestaltete und gestaltet Professor Heiner Goebbels seine Intendanzzeit ohne thematischen Faden. Schwerpunkte waren bis jetzt die Vorstellung von außergewöhnlichen Komponisten wie John Cage oder Harry Partch, beide Avantgardisten der Musiktheorie.

Und jetzt Johan Simons wieder mit einem rotem Faden, er wird die Beziehungen oder Abhängigkeiten zwischen Mensch, Gesellschaft, Staat und den Institutionen in den Vordergrund stellen – also das Soziale. Betrachtungsmaterial findet er im Ruhrgebiet en masse. So versteht er seine Intendanz spartenübergreifend, in welcher Oper, Sprechtheater und Ballett gleichberechtigt nebeneinander stehen. Konkrete Angaben wollte Johan Simons jedoch noch nicht preisgeben. Aus seinen Arbeiten für die Ruhrtriennale konnte man aber schon erkennen, welchen Weg er ab 2015 einschlagen wird. Abgesehen davon, dass seine Äußerungen eine eindeutige Richtung erkennen lassen. So ist besonders das 2002 inszenierte Stück „Fall der Götter“ nach Luchino Visconti mit der Theatergruppe ZT Hollandia als herausragend hervorzuheben und richtungsweisend.

 

Bitter stießen bei der Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR) Karola Geiß-Netthöfel die in letzter Zeit aufkommenden Kommentare zum Ruhrgebiet auf, in denen das Ruhrgebiet als Armenhaus dargestellt wurde. Sie verwies auf den ungeheuren Wandel des Ruhrgebietes, weg von Kohle und Stahl und hin zu mehr Dienstleistungen und eines international anerkannten Kunstbetriebes mit anerkannten Einrichtungen wie der Ruhrtriennale. Man müsse mal auf die Parkplätze gehen, wo Autokennzeichen aus der gesamten europäischen Union zu den Aufführungen zu sehen sind. Recht hat sie.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Duisburg (18.11.2013)



Das Unsichtbare sichtbar machen

10. November 2013 | Von | Category: Taryn Simon, Z- Alle Beiträge
Taryn Simon

Taryn Simon Foto: © Linde Arndt

[jpg] Taryn Simon präsentiert im Folkwang Museum von ihr selber ausgesuchte, eigene Werke der Öffentlichkeit. Taryn Simon ist Inhaberin des Guggenheim Fellowship der John Simon Guggenheim Memorial Foundation seit 2001 für ihre Arbeit „The Innocents“.

Die US-Amerikanerin Simon präsentiert vom 9. Nov. 2013 – 2.März 2014 selbst ausgesuchte Bilder aus der Olbricht Collection des Sammlers Thomas Olbricht.
Es sind ihre drei umfangreichen Werkreihen:

  • A Living Man Declared Dead And Other Chapters
  • The Innocents
  • An American Index of the Hidden an Unfamiliar

aus denen die ausgestellten Exponate stammen.

Streng genommen ist Taryn Simon eine Fotografin, die mit ihrer Kamera Aufnahmen macht. Tatsächlich ist sie jedoch eine Konzeptkünstlerin mit Kamera, die das nicht gesagte, das stigmatisierte, tabuisierte oder auch vergessene Geschehen in die Öffentlichkeit bringt. Sie zeigt nicht die Handlung sondern das vergessene Ergebnis. Und das so, dass es im Kontext zum gesellschaftlichen Normen- und Wertegefüge steht. Dadurch wird der Verstoß gegen diese als gemeinsam erachteten Normen und Werte als Paradox sichtbar. Dem Besucher eröffnet sich die andere Welt jenseits der gemeinsamen, immer wider ritualisierten, Welt des angeblich Schönen, wo alles in Ordnung ist.

Taryn Simon erklärt ihre Werke  Foto: © Linde Arndt

Taryn Simon erklärt ihre Werke Foto: © Linde Arndt

In den USA existiert die Todesstrafe, die Rechtsprechung ist unstrittig rassistisch geprägt. Die sogenannten „coloured“ Angeklagten haben in den USA kaum eine wirkliche Chance auf einen fairen Prozess. Als die DNS Analyse in der Kriminalistik eingeführt wurde, überprüfte man auch die schon Verurteilten. Es stellte sich danach ein sehr hoher Prozentsatz von Fehlurteilen heraus. Aus diesem Grund haben viele Staaten der USA die Todesstrafe abgeschafft oder führten sie nicht mehr aus.

So suchte Taryn Simon die Unschuldigen auf und stellte sie in den Kontext zu dem Umfeld in dem sie angeblich dieses Verbrechen begangen haben sollten. Der Tatort wurde nun designt mit der Straftat und dem falschen Täter, der aber schon Jahre dieser Tat verbüßt hat. Es ist die Schande der Gesellschaft, die mit schlechten Fotos, Phantombildern, oberflächlichen Aussagen,  auf die Schnelle zu einem Urteil kam.

Die Fantasie führt uns zu der Tat und lässt uns erschauern über das Unrecht welches durch Unrecht gesühnt werden sollte.
“Meine Arbeit lebt auch von der Balance zwischen ästhetischer Konstruktion und konzeptuellem Hintergrund” , so Taryn Simon. Und so ist sie nicht nur Fotografin, vielmehr ist sie auch Journalistin,  die mit kühler Aufklärungsarbeit die anhaltenden Irrationalismen dieses Lebens aufzeigt.

Einige WerkeFotos Linde Arndt


Taryn Simon

There Are Some Who Are in Darkness
9. Nov. 2013 – 2. März 2014
Works from the Olbricht Collection,
Selected by the Artist

Eröffnung der Ausstellung: Fr, 8. November, 19 Uhr

Di bis So 10 bis 18 Uhr
Fr 10 bis 22.30 Uhr
Mo: geschlossen

Geöffnet:
Karfreitag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam,
3. Oktober, Allerheiligen, 2. Weihnachtsfeiertag

Geschlossen:
Heiligabend, 25. Dezember, Silvester, Neujahr

Besucherbüro Folkwang
T +49 201 8845 444
info@museum-folkwang.essen.de
Museumsplatz 1, 45128 Essen

Besucher- und Postanschrift
Museumsplatz 1, 45128 Essen




Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Essen



“Kultur bildet! Bildet Kultur?”

6. Oktober 2013 | Von | Category: AKTUELLES, Kultur bildet!Bildet Kultur?, Mercator Stiftung, Z- Alle Beiträge

Mit einem ersten Tropfen Wasser kann ein Fluss entstehen

- Mercator Lectur 2013 -

Mercator lecture- am Panel v.l.: Hermann van Veen /  Foto: Linde Arndt

Mercator lecture- am Panel v.l.: Herman van Veen /Shermin Langhoff / Winfried Kneip Andrea Thilo
Foto: Linde Arndt

[jpg] Es war die 6. Mercator Lecture in der Essener Philharmonie. Ralf Ruhrmann, Stellvertretender Vorsitzender des Beirats der Mercator Stiftung, begrüßte die etwa 300 anwesenden Gäste. Einer der Gäste war die Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen Sylvia Löhrmann. Diesmal sollte der Abend ganz im Zeichen der Kultur und der kulturellen Bildung stehen. Neben Klimawandel und Integration ist die kulturelle Bildung eine der drei Anliegen der Mercator Stiftung. Es geht in diesem Zusammenhang um die Teilhabe an dieser Bildung. Um eine gleichberechtigte Mitwirkung an unserer Gesellschaft zu erreichen ist die kulturelle Bildung ein Weg. Leider wird die kulturelle Bildung wesentlich unterschätzt obwohl man mit ihr zu den für die Gesellschaft so wichtigen Basiskompetenzen geführt wird. Und so leitete Ralf Ruhrmann auf die Moderatorin Andrea Thilo über, die den angekündigten Gast Herman van Veen einführte. “Es geht mit Herman van Veen und seiner musikalischen Begleiterin Edith Leerkes heute abend um das Kind in uns“, so Andrea Thilo. Und so berüßte sie Herman van Veen, der an dem Abend Skizzen einer ihm am Herzen liegenden kulturellen Bildung aufzeigen sollte.

-Herman van Veen-

Herman van Veen  Foto: Linde Arndt

Herman van Veen Foto: Linde Arndt

Es gibt Menschen die einen ein ganzes Leben begleiten. Sie sind nicht aufdringlich, sie sind auch keine Marktschreier oder gar primitiv oder penetrant, wie man es heute so überall sieht.

Herman van Veen ist solch ein Mensch der einem im Leben immer mal begegnet. Sofort findet eine innere Wiedersehensfeier statt, die Spannung steigt und van Veen bringt einem die nicht mit ihm erlebte Zeit in Erinnerung. Herman van Veen ist ein niederländischer Sänger, Violinist, Schriftsteller, Clown, Liedertexter und Liederkomponist. Mit dem Lied Ich hab’ ein zärtliches Gefühl wurde er in Deutschland 1972 sehr schnell bekannt. Die Freundschaft zu Alfred Biolek verhalf ihm in Deutschland zum Durchbruch.

Heute ist van Veen Botschafter der Unicef und setzt sich weltweit für die Würde der Kinder ein. In den 80ern erschuf er die Musikfabel der Ente Kwak und die Zeichentrickserie Alfred Jodocus Kwak, die sofort einem größeren Publikum gefiel. Die Ente Alfred Jodocus Kwak diente ihm sodann als Transporter für viele Botschaften an Kinder und Erwachsene.

Kurzweilig nahm Herman van Veen sein Publikum an die Hand, indem er eine Alltagsgeschichte von seinem Enkel erzählte. Als er mit seinem Enkel unterwegs war, schaute dieser in der Straßenbahn eine schwangere Frau an. Van Veen erklärte ihm, dass diese Frau schwanger sei und das Baby den dicken Bauch machen würde. Sein Enkel wartete ein bisschen und fragte dann die Frau, warum haben sie denn das Baby aufgegessen? Es sind liebenswürdige Geschichten die den Menschen von Anfang an sympathisch erscheinen lassen, so auch hier den Enkel.

Und schon sprach er von den menschlichen Begabungen die für ihn individuell sind. Ziel ist es die Entwicklungen dieses Menschen zu unterstützen. Es gibt einen großen göttlichen Plan der alle Individuen miteinander verbindet. Wo geben und nehmen sich immer die Waage hält, man gibt ohne einen Dank zu erwarten. So könnte man die Lebensphilosophie dieses großen Mannes umschreiben.

Es waren seine Eltern, speziell sein Vater der ihm die große Liebe beibrachte, die ihn prägte und zu dem machte was er heute ist. Einen großen Mittler zwischen der Erwachsenen- und Kinderwelt.

Und so handelte auch das vorgetragene Lied von diesem großen göttlichen Plan der so manches mal in Erfüllung gehen kann.

 

-Diskussion-

In der nachfolgenden Diskussion begrüßte Andrea Thilo die Intendantin des Maxim Gorki Theaters Berlin, Frau Shermin Langhoff, und Winfried Kneip, den Leiter des Kompetenzzentrums Bildung der Stiftung Mercator ( ehemaliger Geschäftsführer der Yehudi Menuhin Stiftung ) die neben Herman van Veen Platz genommen hatten. Am Panel ist man sich einig, Herman van Veen ist immer authentisch in seinem Auftreten. Er lebt das was er singt. Nicht umsonst ist er Botschafter der Unicef geworden. Andrea Thilo sprach von einer Verwandlung die man bei einer Begegnung mit Herman van Veen erfährt.

Van Veen sieht jedoch Bildung nicht als die klassische Bildung, vielmehr sieht er Bildung im Zusammenhang mit der Kultur als einen Prozess, in dem der junge Mensch eine persönliche Orientierung mit macht. Kulturelle Bildung hat aber auch nicht nur den zivilisatorischen Aspekt. Vielmehr geht sie darüber hinaus, indem sie die moralische, ethische Attitüde einschließt. Kulturelle Bildung hat keinen Abschluss, sie endet nie. Lebenslanges Lernen ist die konsequente Umsetzung dieser kulturellen Bildung. Eine der Cluster der Mercator Stiftung ist die Kultur und damit auch und gerade die kulturelle Bildung, so Winfried Kneip.

Publikum der 6. Lecture Mercator  Foto: Linde Arndt

Publikum der 6. Lecture Mercator Foto: Linde Arndt

So erinnerte mich die Welt eines Herman van Veen an Neill’s Summerhill School, in der Kinder ihre Ziele selber bestimmen und erreichen konnten. Es war nicht so sehr die akademisch geprägte Schule mit klaren Zielen. Vielmehr schaute man wie sich ein Kind entwickelte, sah seine Irrtümer und Fehler als Teil des Lernprozesses. Und, was bei Herman van Veen so wichtig ist, ist die Liebe.

Liebe als grenzenloses Geben dem Kind gegenüber. Liebe als um die Lebensweisheit wissendes Element, welches dem Gegenüber zur Seite steht.

Andrea Thilo sagte es schon, es ist die Verwandlung, die in der Begegnung mit Herman van Veen vor sich geht. Er ist die Inspiration die einem die Kraft gibt sich den Herausforderungen zu stellen.

Wie sagte Herman van Veen, es ist nur ein Geben, nur ein Schenken – bedingungslos.

-Perspektiven-

v.l.: Herman van Veen / Silvia Löhrmann / Lorentz  Foto: Linde Arndt

v.l.: Herman van Veen / Sylvia Löhrmann (Ministerin für Schule und Weiterbildung] /Prof. Dr. Bernhard Lorentz [Präsident der Stiftung Mercator] Foto: Linde Arndt

Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator, erinnerte an die drei Cluster der Mercator Stiftung, die Kultur, den Klimawandel und die Integration. 2012 wurde in Pekin mit Michael Kahn-Ackermann (langjähriger Regionalleiter der Goethe-Institute in China und Taiwan), ein Projektbüro eröffnet um die Verständigung zwischen China und Europa besser darzustellen.

So freut sich Bernhard Lorentz schon auf 2014 in der es nicht nur Leuchttürme geben wird, vielmehr werden ganze Lichterketten der kulturellen Bildung zum Erstrahlen gebracht werden. Und er wandte sich an Sylvia Löhrmann, der Ministerin für Schule und Weiterbildung, mit der er sich in der Ausführung seiner Vorhaben für 2014 verbunden fühlt. Es geht um RuhrFutur. „RuhrFutur schließt zum ersten Mal Kommunen, Hochschulen und das Land NRW in einer neuen Verantwortungsgemeinschaft mit gemeinsamen Zielen zusammen. So werden Synergien geschaffen, die bisher nicht möglich waren“, so Prof. Dr. Bernhard Lorentz, Präsident Stiftung Mercator. Damit soll der Wandel des Ruhrgebietes in positive Bahnen gelenkt werden. So werden die Stiftungsziele, nach einer derzeitigen Überprüfung in 2014, in die Strategie „Mercator 2020“ einfließen, die im kommenden Jahr vorgestellt wird.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Essen






Education-Projekt Notations erhält europaweit begehrte Auszeichnung

19. September 2013 | Von | Category: Klavier-Festival-Ruhr 2012, Schon gelesen?, Z- Alle Beiträge

klavierfestival-250
[Essen, 16. September 2013]

„YEAH! Award“ für das Klavier-Festival Ruhr:
Education-Projekt Notations erhält europaweit begehrte Auszeichnung

Glanzvolle Bestätigung für die Education-Arbeit des Klavier-Festivals Ruhr: Auf der Suche nach „europäischen Vordenkern“ hat die Jury des Young EARopean Award (YEAH!) am vergangenen Samstag das Education-Projekt Notations ausgezeichnet, das vom Klavier-Festival Ruhr 2012 entwickelt und durchgeführt wurde. In dem von der Ernst von Siemens Musikstiftung geförderten Projekt hatten sich junge Menschen verschiedener Altersgruppen kreativ mit dem gleichnamigen Klavierwerk von Pierre Boulez auseinandergesetzt.

Diese Auszeichnung wiegt umso mehr, als 130 Mitbewerber aus vielen Nationen sich um die europäische Trophäe bemüht hatten. Mit Notations schaffte es das Klavier-Festival Ruhr zunächst unter die 15 Finalisten und siegte als einer der sechs Gewinner aus den Ländern Belgien, Deutschland, Luxemburg, Portugal und Schweden. Ein weiterer, ebenfalls mit 10.000 € verbundener Preis in der Kategorie „Process“ ging an das Mahler Chamber Orchestra.

Die hochkarätige Jury begründete ihre Entscheidung mit dem „Konzept, das die Ohren, Augen und Körper der Teilnehmer für Musik öffnet.“ Weiter hieß es: „Das Projekt bemüht sich erfolgreich um die Neue Musik und ihren künstlerischen Wert. Für die jungen Künstler vertieft es das Verstehen von und die Freude an Musik.“

Notations

Notations Foto: © Ursula Kaufmann

Claudia Eckes-Kohlrautz vom Education-Team des Klavier-Festivals Ruhr nahm die Trophäe im Rahmen einer festlichen Gala entgegen, mit der das YEAH! Festival in Osnabrück endete. Prof. Franz Xaver Ohnesorg, Intendant des Klavier-Festivals Ruhr, freute sich: „Dies ist eine hohe Auszeichnung für unser von Dr. Tobias Bleek so erfolgreich geleitetes Education-Team. Neue Klaviermusik vermitteln zu wollen, ist ein anspruchsvoller Ansatz. Die Jury hat das gewürdigt und uns darin bestärkt. Dieser Preis gilt nicht nur uns, sondern allen Beteiligten: den Kindern, den Jugendlichen und den Künstlern. Nach den Auszeichnungen bei den Wettbewerben „Kinder zum Olymp“ (2010) und „Deutschland – 365 Orte im Land der Ideen“ (2010 und 2012) dürfen wir uns nun mit der YEAH!-Auszeichnung auch zu den europäischen Vordenkern auf dem Feld der Education-Arbeit zählen.“

Im Internet ist das Projekt Notations ausführlich dokumentiert (www.klavierfestival.de/notations). Noch vor Ende 2013 wird das Klavier-Festival Ruhr zudem eine neue interaktive Seite frei schalten, die bei der Vermittlung dieses Klavierwerks kompetente Hilfestellung bietet. Diese wird unter anderem eine interaktive Partitur mit Werkeinführungen von Pierre Boulez und Interpretationshinweisen von Tamara Stefanovich enthalten.

 

 



PUBLIC ART RUHR: DRITTE NEUENTHÜLLUNG in Essen

5. September 2013 | Von | Category: 3. Neuenthüllung in Essen, KULTUR, KUNST UND KÜNSTLER, Z- Alle Beiträge

ruhrkunstmuseen-logo[5. September 2013, Essen]
TERMINKORREKTUR: Die NEUENTHÜLLUNG
verschiebt sich aus organisatorischen Gründen auf Freitag, 20. September 2013, 17:00 Uhr.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe NEUENTHÜLLUNGEN werden auf Initiative der RuhrKunstMuseen fünf ausgewählte Kunstwerke im öffentlichen Raum gereinigt, saniert und erneut eingeweiht. Zwei Werke – die von Isa Genzken und Gerhard Richter gestaltete U-Bahn-Haltestelle „König-Heinrich-Platz“ in Duisburg und Wolf Vostells „La Tortuga“ am Theaterplatz in Marl – wurden bereits unter großem Interesse der Öffentlichkeit präsentiert.

Raimund Kummer, Schwelle, 1987  Foto:  Andreas Ren, Bochum

Raimund Kummer, Schwelle, 1987 Foto: Andreas Ren, Bochum

Am 20. September 2013 wird um 17 Uhr das dritte Kunstwerk neuenthüllt (vormals angekündigt für den 19. September, 18 Uhr): Raimund Kummers „Schwelle“ in Essen (Emscher Park, Lohwiese 46). Für die Ausstellung „Im Auftrag – Kunst im öffentlichen Raum“, zu der das Museum Folkwang Künstler eingeladen hatte, Werke für die Stadt zu schaffen, realisierte der Bildhauer Raimund Kummer 1987 seine „Schwelle“. Inmitten eines wild bewachsenen Grundstücks ragt ein über sieben Meter hohes Tor in die Höhe. Mit zwei bewegbaren Flügeltüren kommt das Objekt einem Werkstor gleich und spielt auf die industrielle Vergangenheit der Region an. Doch wozu dient eine Tür, wenn es keinen Innen- bzw. Außenraum gibt? Eine Schwelle markiert eine Grenze, die ein müheloses weitergehen verhindert. Wer die Einladung zur Überschreitung der Schwelle annimmt, dem eröffnen sich neue Perspektiven. So steht Kummers Schwelle nicht nur für den Abschied von einer industriellen Vergangenheit, sondern zugleich für den Ausblick auf ein neues Zeitalter der Region, die im Wandel begriffen ist.

Anlässlich dieser NEUENTHÜLLUNG sprechen:
Prof. Dr. h.c. Walter Smerling, Sprecher der Projektgruppe Kunst im öffentlichen Raum
Dr. Mario-Andreas von Lüttichau, Kurator Museum Folkwang
Prof. Dr. Wolfgang Heit, Vorsitzender des Vorstands der Brost-Stiftung

DER KÜNSTLER IST ANWESEND.



Wieder zurück, dort wo sie hingehört

21. Januar 2013 | Von | Category: AKTUELLES, Figurine, Folkwang Museum, Z- Alle Beiträge
    [jpg] Da stand sie nun, die Figurine „Jeune fille debout“ von Aristide Maillol. 2012 war der Erwerb der Figurine, die Karl Ernst Osthaus 1904 erworben und anfangs als Leihgabe dem Essener Folkwang Museum überlassen hatte. Später in Zeiten der „entarteten Kunst“ der Nazis wurde sie zurück in den schützenden Privatbereich von Gerdrud Osthaus verbracht. Jetzt ist sie, die Skulptur, da wo sie immer hin gehörte, in der Sammlung der Familie Osthaus – dem Folkwang Anfangsbestand der Essener.
Es war Liebe auf den ersten Blick den das Ehepaar Osthaus gegenüber der Figurine „Jeune fille debout“ von Aristide Maillol empfand.

 Sie sahen diese zarte geschnitzte Holzfigur, die eine eher klassische Haltung aufweist. Wenn man sich in die Figur vertieft könnte sie genauso aus der Antike stammen. Maillol, neben Rodin einer der ganz Großen der europäischen Bildhauergeneration des 20.Jahrhunderts, wollte nicht nur eine schöne Skulptur schaffen. Vielmehr wollte er die scheinbar gegensätzlichen Begriffe wie „Natur und Idee“ einer Einheit zuführen, die er das Wahre und Reine nannte.

     

Die Figur ruht in sich selbst, schaut in eine ferne Welt die für den Betrachter eine unerreichbare Welt darstellt. Ihr leichter stolzer erhobener Kopf ruht auf einem relativ kurzen Hals der in einen Körper übergeht der nicht als klassisches Schönheitsideal gelten kann. Doch durch die Haltung strahlt dieser Körper eben diese idealtypische Schönheit aus, die wir so lieben. Die Figur wird von einem Hauch an Stoff umhüllt, der die kleinen aber festen Brüste umrahmt, Der Stoff scheint nach unten mit dem Körper zu verschmelzen, wobei er durch die linke Hand zusammen gerafft gehalten wird. Der Stoff dient in seiner Drapierung als Rahmen um der Figur die Leichtigkeit zu geben. Das linke Bein ist leicht nach vorne gebeugt, so als wenn sie sich für einen besonderen Anlass positionieren will. „Schaut her, ich bin es“, so will sie uns sagen. Ja sie spricht mit dem Betrachter den sie sofort gefangen nimmt. Es ist ein zweiter Effekt den die Figur erzeugt, man fühlt sich mit ihr angekommen. Die Rückseite zeigt eine gelockte Haarpracht die wie scheinbar mit der Bekleidung verschmilzt. Durch die Haltung könnte die Figur auch gerade einem Bad entstiegen sein. Es geht etwas berührendes von dieser Plastik aus und man versteht warum sich das Ehepaar Osthaus in diese Figur verliebt hat.

Aristide Maillol hat nicht viele Holzplastiken geschnitzt, man schätzt so an die 5 Plastiken, die außerdem Anfangs noch in den Bereich Kunsthandwerk verband werden sollten. Auguste Rodin setzte sich jedoch nachhaltig für Aristide Maillol ein, so dass wir heute auf ein umfangreiches Künstlerleben blicken können. Sein Einfluss wirkte auf die Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, Georg Kolbe, Arno Breker oder Constantin Brâncusi und Henry Moore, sie alle ließen sich von Maillol inspirieren.

   


Sponsoren und Museumsleitung vor der beeindruckenden Holzskulptur

 

So wusste der neue Direktor des Folkwang Museums Tobia Bezzola diese frühe Holzskulptur von Maillol als besondere erfreuliche Neuerwerbung zu begrüßen. Diese Neuerwerbung wurde ermöglicht durch die Kulturstiftung der Länder, des Landes Nordrhein – Westfalen, des Minsteriums für Familie, Kinder,Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kunststiftung NRW sowie der Eugen-und-Agnes-von-Waldthausen-Platzhoff-Museums-Stiftung. Deren Vertreter sämtlich anwesend waren.

Es ist irgendwie ein schönes Gefühl zu sehen wie etwas nach Hause kommt und sich wie in einer Familie einfügt.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Essen

Alle Fotos © Linde Arndt



Hanna Arendt ist nichts für biedere Menschen mit provinziellen Vorstellungen

12. Januar 2013 | Von | Category: AKTUELLES, Hannah Arendt, KULTUR, KUNST UND KÜNSTLER, Z- Alle Beiträge

Der Staat Israel heute zwischen Verweltlichung und Staatsreligion

[jpg] Der Film Hanna Arendt war schon lange (über) fällig. Er kommt sehr spät  – aber auch gerade richtig -  wie die Diskussion um die Rankingliste des Simon Wiesenthal Center (SWC), Los Angeles über die schlimmsten Antisemiten zeigt. Das amerikanische Simon-Wiesenthal-Center hat den deutschen Journalisten und Verleger Jakob Augstein auf  seiner Ranking Liste der schlimmsten Antisemiten auf den 9. Platz gesetzt. Angeführt wird diese Liste der schlimmsten Antisemiten zu Recht von der ägyptischen Muslimbruderschaft oder dem iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Augstein hatte in Artikeln Vergleiche zwischen palästinensischen Extremisten und ultraorthodoxen Juden in Israel vorgenommen. Rabbi Abraham Cooper, stellvertretender Direktor des SWC, der diese Liste herausgibt, verteidigte vehement diese Liste, indem er auch auf den Journalisten und Publizisten Henryk M. Broder, Deutschland verwies, der Augstein aus Deutschland als Antisemit bestätigte. Augstein als kritischen Journalisten zu sehen ist eine Normalität. Journalismus ist immer kritisch – sollte er zumindest sein. Und als Freund, Israel kritisch zu betrachten sollte in einer Zeit des angepassten Journalismus doch wohl begrüßt werden? Jakob Augstein ein kritischer Journalist gegenüber Israel, ja, aber als Antisemit, um Gottes Willen, nein.

Es ist nicht alles zum Besten in Israel, immer wieder rückt der Frieden für Israel und seine Nachbarn in weite Ferne. Jederzeit könnte ein Fass zum überlaufen kommen, welches die halbe Welt wegspülen könnte. Man sollte nun meinen, dass Israel Freunde von Feinden (von denen Israel genug hat) unterscheiden gelernt hat. Oder dass das SWC durch seine jahrelange Arbeit nicht leichtfertig Personen in einer Rankingliste anprangert. Nein, beide reagieren auf Kritik immer wieder genervt, vor allen Dingen wenn diese Kritik von einem Deutschen kommt. Liegt es vielleicht daran, dass  Israel als Staat sich von ultraorthodoxen Juden dominieren lässt? Immerhin sind das 10% der jüdischen Religionsanhänger, die fanatisiert den Staat Israel in Schwierigkeiten bringen. So kommt es immer wieder vor, dass ultraorthodoxe Juden Frauen verbieten in normaler europäischer Bekleidung in dem selben Bus wie sie selber zu fahren, ja, sie sogar auf das schlimmste  beleidigen oder auf die Straße setzen, worauf sich israelische Frauen genötigt sahen die Buslinie zu verklagen. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist dort ein Fremdwort. Und schon drängt sich einem der Vergleich zwischen den Religionsgemeinschaften Islam und dem Judentum in den Sinn, beide haben mit der Gleichberechtigung erhebliche Schwierigkeiten. Warum diese Sätze als Einleitung? Die Widersprüchlichkeiten, die ultraorthodoxe Religionen in einem modernen Staat hervor gerufen haben und immer noch hervor rufen, sollten zu einem allgemeinen Wissen gehören.


Adolf Eichmann  Foto: Israel
Government Press Office
   

Die Zeit in welcher der Film spielt – Aspekte

Nun zu dem Film „ Hanna Arendt – Ihr Denken veränderte die Welt“. Zeitlich beginnt die Handlung des Film 1960, mit der Entführung Adolf Eichmanns in Argentinien durch den Mossad.
Darauf folgte der Prozess vor einem Jerusalemer Bezirksgericht. Das Urteil: Tod durch den Strang. Hanna Arendt hatte eine Gastprofessur an der renommierten Princeton University, an der University of Chicago und an der Graduate Faculty der New School for Social Research in New York. Eine der ersten Frauen die selber lehrten, und das mit Erfolg. 

In der jungen Bundesrepublik von 1960 waren die Nürnberger Prozesse erst rund 11 Jahre vorher noch durch die Alliierten  beendet worden. Die letzten Urteile wurden abgemildert, man wollte ein Ende der Aufarbeitung. Der "kalte Krieg" hatte sich in Deutschland eingerichtet. Die Wiederbewaffnung Deutschlands war abgeschlossen. Adenauer hatte die letzten deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion zurück geholt. Und das sogenannte Wirtschaftswunder brachte traumhafte Umsätze für viel Unternehmen. Jedoch fanden viele Deutsche es unerträglich, dass die deutsche Justiz in der Aufarbeitung der Kriegsverbrechen und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit keinen Ehrgeiz entwickelte und die meisten Naziverbrecher unter uns lebten und es sich gut gehen ließen.

Der hessische Generalstaatsanwalt Bauer und Hermann Langbein mussten 1959 vor dem Bundesgerichtshof erst die Möglichkeit einer Zusammenführung von Einzelklagen in dem riesigen Auschwitzprozess erstreiten. Auf Basis von Einzelklagen hätte der Komplex der Auschwitzverbrechen Jahrzehnte gedauert. 1961 endete der Eichmann Prozess in Isarel und 1963 begann der erste Auschwitzprozess.
In dieser Zeit spielt der Film. Beide Seiten, Opfer als auch Täter hatten sich irgendwie in ihrer Rolle eingerichtet. Abgemacht waren die moralischen Attribute, die unverrückbar und nicht verhandelbar waren, quasi wie in Stein gemeißelt die auch  immer wieder holt wurden. Die Deutschen Nazis waren Dämonen die aus dem Nichts über die europäischen Juden hergefallen waren und letztendlich deren systematische Vernichtung betrieben hatten, so die Sprachregelung.

 
Darsteller und PolitikerInnen auf dem roten Teppich vor der Lichtburg Essen bei der Deutschlandpremiere des Films
"Hannah Arendt"   Foto: © Linde Arndt
 

Der Beginn, das Umfeld und der Weg der Hanna Arendt

Hanna Arendt sah es als eine besondere Herausforderung, an dem Eichmannprozess als Berichterstatterin teilzunehmen. Sie bewarb sich bei dem „The New Yorker“, einem Magazin welches für seine Kommentare, Kritiken, Essays und seinen klaren und unnachgiebigen Journalismus einen außergewöhnlichen Ruf erarbeitet hatte, um die Berichterstattung. Der damalige Chefredakteur  William Shawn sah Hanna Arendt als Berichterstatterin des "The New Yorker“ im Eichmann Prozess  als einen Glücksfall für sein Magazin an.
Hanna Arendt akkreditierte sich, fuhr nach Jerusalem und nahm an dem Prozess teil. Für die Presse war von Seiten der israelischen Justiz alles bestens organisiert. Die israelische Justiz wollte sich nicht dem Vorwurf ausgesetzt  sehen, man würde keinen rechtsstaatlichen Prozess führen.


Hauptdarstellerin Barbara Sukow  Foto: © Linde Arndt
  Das die unrechtmäßige Entführung Eichmanns durch den Mossad (Auslandsgeheimdienst) grundsätzlich eine Unrechtmäßigkeit war, war in diesem Zusammenhang nicht von Relevanz. Nichts desto trotz wurde es aber diskutiert. Hanna Arendt beobachtete, fragte, las die Gerichtsprotokolle, sprach mit Kollegen, mit Verwandten, Freunden und Bekannten. Vor allem mit dem väterlichen Freund Kurt Blumenfeld, einem Zionisten, suchte und fand sie den geistigen Austausch. Da die israelische Justiz nichts falsch machen wollte, flossen  selbst die kleinsten Vorkommnisse und Indizien in den Prozess mit ein. Zu jedem vorgetragenen Detail wurde Eichmann befragt, der sich sehr oft auf den Befehlsnotstand zurück zog, wenn er zu einer Entscheidung befragt wurde.

Hanna Arendt beobachtete Gestik, Mimik, Wortwahl aber auch Tonfall, Inhalte nahm sie nebenbei wahr oder las sie später in den Protokollen.

 Mit Kisten voller Protokollblätter ausgestattet verabschiedete sie sich von ihren Freunden und Bekannten aus Jerusalem um in New York mit dem schreiben anzufangen.
Jetzt kam das was in der ganzen Welt für Aufregung sorgte, nämlich die Deutung des Tuns eines Adolf Eichmann. Durch die Aussage von Hanna Arendt: Die „Banalität des Bösen“ stellte sie Adolf Eichmann in einem Vakuum des menschlichen Daseins ab. Wie kann ein Mensch etwas Böses tun, wenn er nicht gut von böse unterscheiden kann. Wenn er mordet ohne noch nicht einmal im Ansatz zu wissen welchen Wert das Leben hat? Zu dem gleichen Schluß kam schon einmal ein britischer Journalist der den Auschwitz Lagerkommandanten Rudolf Höß befragte: Was haben sie sich bei der Vernichtung von den vielen tausend Menschen gedacht? Und Höß antwortete: Ich habe doch nur meine Produktionszahlen gegenüber dem Reichssicherheitshauptamt erfüllt.
Also das gleiche Phänomen beobachtet Hanna Arendt bei Adolf Eichmann, nur sie wusste nichts von den Vernehmungen  des Rudolf Höß. Wie sollte man jemand -  und darüber hinaus ein ganzes Volk -  für etwas dämonisieren, wenn die Unterscheidungsfähigkeit nicht mehr vorhanden war?
Wenn diese Leute aßen, aßen sie nur weil ihnen jemand gesagt hatte, sie sollen essen, sie heirateten oder liebten weil man ihnen sagte sie sollten heiraten oder lieben. Inhaltlich hatten sie ihr gesamtes Koordinatensystem verloren. Aber hatten sie jemals eines besessen? Das nächste was Hanna Arendt bemerkte war  – Eichmann war nicht mehr in der Lage zu denken. Denn er konnte ja nicht diesen Abgleich mit seinem Inneren und dem Äußeren herstellen um sodann eine Einordnung in Gut oder Böse, Schön oder Hässlich vorzunehmen. Er war letztendlich Nichts und banal. Was blieb ist das Böse der Tat gewesen.
Diese radikale Betrachtung von Hanna Arendt brachte sie mit ihrer damaligen sozialen Umwelt in erhebliche Schwierigkeiten, Freundschaften zerbrachen und Menschen zogen es vor nicht mehr mit ihr gesehen zu werden. Sie, die sehr großen Wert auf die Beziehung zu ihren Freunden und Bekannten legte, litt auch darunter. Das hinderte sie jedoch nicht ihre Betrachtungen und Aussagen weiter zu verfolgen. Sie rechtfertigte sich nur dort wo sie ein gewisses intelligentes Niveau erkannte. Ihr Lebenswerk ist ein geschlossenes Werk, welches keiner Zusammenfassung bedarf.

Zum Film selber

Margarethe von Trotta hat in ihrer eigenen sensiblen Art eine menschelnde Hanna Arendt gezeichnet die nur einmal vor ihrer Studentenschaft ihre Positionen erläuterte und damit ihren messerscharfen Verstand zeigen durfte. Auf der anderen Seite ließ sie der Schauspielerin Barbara Sukowa den Platz den sie brauchte um das menschliche der Hanna Arendt (Barbara Sukowa) zu zeigen.

Hanna Arendt wurde von ihrem Mann Heinrich Blücher (Axel Milberg) als Frau bestätigt, die eben nicht arrogant und ohne Gefühl war, indem sie Zärtlichkeiten austauschen durften. Kurt Blumenfeld (Michael Degen) war derjenige, der Hanna Arendt angeblich als väterlicher Freund verstand und letztendlich ihr nicht folgen wollte. Und da war noch ein Freund der verbittert Hanna Arendt die Treue brach, Hans Jonas (Ulrich Noethen) der Philosoph, der die Verantwortung zum Prinzip erhob.

 
v.l. Barbara Sukowa und Margarethe von Trotta 

. Ach ja, natürlich Freundin Mary McCarty (Janet McTeer) bei der Hanna Arendt ihren Ausgleich suchte und fand. Die schauspielerischen Leistungen  sind überzeugend, soweit sie den geschichtlichen Vorgaben folgten. Was etwas irritierte ist die Grenzgängerei zwischen Dokumentar- und Unterhaltungsfilm. Hanna Arendt war eine starke Frau, aber doch eben eine starke Frau, wie es eben auch starke Männer gibt. Und muss ich Weiblichkeit beweisen indem ich auf die emotionale Ebene gehe? Es ging und geht um eine herausragende Denkerin die ihresgleichen sucht und die von einem herausragenden Philosophen dem deutschen Carl Jaspers gebeten wurde eine Laudatio zu schreiben und vorzutragen. Ist das nichts?
Dann die Zeit in der der Film aufsetzt. Es war die Zeit der großen gesellschaftlichen Umwälzungen und zwar weltweit. In der New School for Social Research in New York City in der Hanna Arendt und Hans Jonas lehrten gab es nicht den Hort der Harmonie. Überall wurde um einen neuen Werte-Kanon gerungen.
Wenn man den Film als Unterhaltungsfilm mit dem Ansatz des Einstiegs in die Gedankenwelt einer Hanna Arendt nimmt, kann man ihn ohne Umschweife empfehlen. Überwiegend macht der Film neugierig, mehr von der Person Hanna Arendt und der damaligen Zeit erfahren zu wollen. Als Dokumentarfilm ist er allerdings nicht zu empfehlen, trotz der Einblendungen in den Eichmann Prozess. Sehenswert aber ist er allemal.

   
Das Filmteam nach der Premiere vor dem roten Vorhang in der Lichtburg                                                   Foto: ©  Linde Arndt                                                                                               
 

Epilog

Später sollte das Ehepaar Mitscherlich Hanna Arendt Recht geben, indem sie in dem modernen „Massenwahn” und die Übertragung des kollektiven Ich-Ideals an einen „Führer” in extremer Form im Nazireich realisiert sahen. Die Unfähigkeit zu trauern attestierten die Mitscherlichs den Deutschen indem sie (Die Deutschen) sich in die Realisierung ihres Wiederaufbaus warfen um die begangenen  Untaten zu verdrängen. Und eine Zeit weiter sollte es Horst Eberhardt Richter sein der der Verantwortung eine Möglichkeit von Anonymität zuschrieb. Wurde das Böse dadurch gerechtfertigt, also gab es keine Verantwortung? Nein, es gab die Verantwortung als Individuum soweit es nachweisbar war und ist. Was ist mit der Zukunft? Mitscherlich und andere schreiben, solange das Kritische  im Menschen eine gewisse Stärke vor weist, droht nicht die unsägliche Vermassung wie im Nazireich und damit die Anfälligkeit gegenüber Ideologien.
Hanna Arendt war in keinster Weise anfällig gegenüber Ideologien und diesem Massenwahn der auch wieder heute zu beobachten ist. Sie konnte etwas, was viele, auch heute wieder, verlernt haben: Denken. Und das ist es was uns eine Hanna Arendt vererbt hat: Denkt, denkt, denkt, sonst seid ihr eines Tages verloren.
Die Premiere im Essener Lichtburg wurde durch die NRW Ministerpräsidentin Hannelore Kraft  und ihrer Stellvertreterin Silvia Löhrmann, sowie der Ministerin für Medien Dr. Angelica Schwall-Düren „geadelt“

Der Film „ Hanna Arendt – Ihr Denken veränderte die Welt“ läuft inzwischen in den umliegenden Programmkinos von Wuppertal (Cinema) oder Bochum (Union Kino).

Nachfolgend der Trailer des Films.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Essen.



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