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v.l.: Edwin Jacobs und Kurt Eichler Foto:(c) Linde Arndt

[jpg] Kurt Eichler, Geschäftsführer der Kulturbetriebe Dortmund,  sieht sich für 2017 mit neuen Ideen im Wandel und ist überzeugt neue Erfolge vorweisen zu können. Das Dortmunder U ist eine urbane Landmarke und strahlt weit über Dortmund hinaus auf die umliegende Reegion. Um das Potenzial des Dortmunder U anzusprechen, sollte Herr Eichler allerdings nicht das Centre national d’art et de culture Georges-Pompidou, kurz Centre Pompidou bemühen; denn 11.000 Besucher pro Tag wird es in Bälde sicher im Dortmund U nicht geben. Aber die Ausrichtung des Dortmunder U kann man durchaus mit einem heruntergebrochenem Centre Pompidou vergleichen – ein bisschen.

So dürfen wir Frauenbilder von Niki de Saint Phalle in der Ausstellung „Ich bin eine Kämpferin“ in diesem Jahr erwarten. Dazu wird es auch ein Symposium „Trauma, Subjekt- und Körperkonzepte“ geben. Das Centre Pompidou als auch das MoMa in New York hat sich sehr detailliert mit Niki de Saint Phalle auseiandergesetzt. Jetzt also auch im Dortmunder U.

Edwin Jacobs Foto: (c) Linde Arndt

Mit Edwin Jacobs, dem ehemaligen Direktor des Zentral Museums Utrecht, kommt frischer Wind in das Dortmunder U. „Partizipation“ soll zukünftig in das Dortmunder U einziehen. Der Besucher soll sich ins U einbringen können. Aber dies gilt nicht nur für den Besucher, vielmehr gilt das für das gesamte Haus des U. Keine Superlative, sondern verlässliche Qualität will das U bieten können.

 

Dazu gehört auch die starke kulturelle Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche bis hin zu den Studierenden zu verstärken. Es wird eine ganze Etage für den kreativen Workshop aber auch für kunstwissenschaftliche Projektarbeiten zur Verfügung stehen. Kooperationen mit der FH Dortmund und der TU Dortmund können die Arbeiten erweitern und bereichern. Es soll nicht nur betrachtet werden, mitmachen ist ausdrücklich erwünscht.

Das dieser Wandel nicht von Heute auf Morgen vonstatten geht, ist sich Jacobs bewusst. Das FH, TU und das Dortmunder Ostwall Museum in einem Boot sind und damit die Inhalte teilen, gibt dem Wandel noch einen positiven Drall. So kann der Besucher sich auf das Programm für 2017 freuen und auf den Internetauftritt http://www.dortmunder-u.de/ sich einstimmen.

Das Dortmunder U wird sicher seinem Anspruch gerecht, der zeitgenössischen Kunst einen angemessenen Rahmen zu bieten, zumal denn Edwin Jacobs in Utrecht hervorragende Arbeit geleistet hat und jetzt in Dortmund mit einem eigenem Konzept den Wandel einleiten kann.

Das Panel des Dortmunder U der Pressekonferenz am 10.2.2017Foto(c) Linde Arndt

Lassen wir hier einmal einen Haltepunkt machen und bewusst abschweifen.

 

EN-Mosaik kommt ziemlich viel in der Region herum und musste registrieren, Kunst und Kultur hat bei den Kämmerern keinen Wert. Kann weg, hörte ich öfter in 2016. Vor allem in den Klein- bis Mittelzentren setzen die Kämmerer fleißig vieles auf die Giftliste. Die Folge wird sein, dass aus diesen Städten die Bevölkerung schleichend in die Oberzentren abwandert. Letztendlich gehören diese Kulturereignisse jedoch zu einer gewissen Grundversorgung. Wenn das aber nicht mehr gegeben ist, was dann? Dem Bürger in den Klein- bis Mittelzentren fehlt es da an Orientierung.

Dortmund kann mit seinen Kultureinrichtungen, wie zum Beispiel dem Theater und dem Dortmunder U, diese Lücke füllen.

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Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Dortmund

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[ Dortmund] Am Mittwoch, dem 14. 12. 2011 um 18:30 Uhr spricht im Rahmen der von Prof. Jan Kolata, Lehrstuhl für Malerei an der Technischen Universität Dortmund, und dem Museum Ostwall organisierten Vortragsreihe „Zwischenlandung“ die Künstlerin Gabriele Langendorf. Ihr Werk stellt Lebens- und Naturräume in ihrem Verhältnis zum Menschen in den Mittelpunkt. In ihren frühen Arbeiten zeigt Gabriele Langendorf auf großen Bildformaten archetypische Räume, menschenleere Räume, zu denen wir jedoch in einer Beziehung stehen, die sich meist assoziativ aus unserem Verhältnis zum Dargestellten ergibt. Der Betrachter wird mit Architekturen und Orten konfrontiert, die ihm wohlvertraut sind: Häuser, Hochhausfassaden, Hotelkomplexe, Hotelzimmer, private Schlafräume. Es sind Orte, an die wir reisen oder zu denen wir zurückkehren. Oder der Betrachter nimmt einen bestimmten Standpunkt ein, blickt aus einem Fenster, von einem Schiff, durch ein Bullauge. Zu sehen sind Ausschnitte von Meer und Landschaft. Langendorfs serielle Arbeiten rufen beim Betrachter Befremden hervor: Die dargestellte Architektur erscheint vertraut, aber aufgrund der stetigen Wiederholung der Architekturelemente Gabriele Langendorfzugleich anonym. Hotelzimmer sollen unverwechselbar und einladend wirken, sind ein Hinweis auf individuelle Lebensstile, zugleich aber leer, steril und wiederholbar. Die Sicht aus dem Fenster auf die Natur ist begrenzt und lässt dennoch Weite vermuten. Auch die Maltechnik der Künstlerin variiert. Feine präzise Malflächen stehen malerischen Texturen gegenüber.
In den letzten Jahren hat Gabriele Langendorf begonnen, sich im Malen und Zeichnen dem Menschen selbst zuzuwenden, zunächst nur vage und unbestimmt, später schließlich als bewusst gesetzte Figur, die auf der Bildfläche allein oder in Gruppen agiert. Es sind vorrangig Menschen in Arbeits-  oder Schutzkleidung in einer ihrer Tätigkeit entsprechenden Haltung. Nur fehlt diesem Tätigsein das zugehörige Umfeld. Vielmehr agieren diese Menschen freigestellt im malerischen Raum. Ein Arbeiter mit gelbem Anzug und Schutzhelm durchsägt einen mit breitem Pinsel gesetzten Farbstreifen.
Gabriele Langendorf wurde 1961 in Rheinfelden geboren. Nach der Ausbildung als Textilmustergestalterin studierte sie freie Malerei an der Schule für Gestaltung in Basel, dann an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main. Seit 2006 ist sie Professorin für Malerei und Zeichnung an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Gabriele Langendorf lebt und arbeitet in Saarbrücken.