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Dortmunder U mit neuer Leitung auf einem neuen Weg

v.l.: Edwin Jacobs und Kurt Eichler Foto:(c) Linde Arndt

[jpg] Kurt Eichler, Geschäftsführer der Kulturbetriebe Dortmund,  sieht sich für 2017 mit neuen Ideen im Wandel und ist überzeugt neue Erfolge vorweisen zu können. Das Dortmunder U ist eine urbane Landmarke und strahlt weit über Dortmund hinaus auf die umliegende Reegion. Um das Potenzial des Dortmunder U anzusprechen, sollte Herr Eichler allerdings nicht das Centre national d’art et de culture Georges-Pompidou, kurz Centre Pompidou bemühen; denn 11.000 Besucher pro Tag wird es in Bälde sicher im Dortmund U nicht geben. Aber die Ausrichtung des Dortmunder U kann man durchaus mit einem heruntergebrochenem Centre Pompidou vergleichen – ein bisschen.

So dürfen wir Frauenbilder von Niki de Saint Phalle in der Ausstellung „Ich bin eine Kämpferin“ in diesem Jahr erwarten. Dazu wird es auch ein Symposium „Trauma, Subjekt- und Körperkonzepte“ geben. Das Centre Pompidou als auch das MoMa in New York hat sich sehr detailliert mit Niki de Saint Phalle auseiandergesetzt. Jetzt also auch im Dortmunder U.

Edwin Jacobs Foto: (c) Linde Arndt

Mit Edwin Jacobs, dem ehemaligen Direktor des Zentral Museums Utrecht, kommt frischer Wind in das Dortmunder U. „Partizipation“ soll zukünftig in das Dortmunder U einziehen. Der Besucher soll sich ins U einbringen können. Aber dies gilt nicht nur für den Besucher, vielmehr gilt das für das gesamte Haus des U. Keine Superlative, sondern verlässliche Qualität will das U bieten können.

 

Dazu gehört auch die starke kulturelle Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche bis hin zu den Studierenden zu verstärken. Es wird eine ganze Etage für den kreativen Workshop aber auch für kunstwissenschaftliche Projektarbeiten zur Verfügung stehen. Kooperationen mit der FH Dortmund und der TU Dortmund können die Arbeiten erweitern und bereichern. Es soll nicht nur betrachtet werden, mitmachen ist ausdrücklich erwünscht.

Das dieser Wandel nicht von Heute auf Morgen vonstatten geht, ist sich Jacobs bewusst. Das FH, TU und das Dortmunder Ostwall Museum in einem Boot sind und damit die Inhalte teilen, gibt dem Wandel noch einen positiven Drall. So kann der Besucher sich auf das Programm für 2017 freuen und auf den Internetauftritt http://www.dortmunder-u.de/ sich einstimmen.

Das Dortmunder U wird sicher seinem Anspruch gerecht, der zeitgenössischen Kunst einen angemessenen Rahmen zu bieten, zumal denn Edwin Jacobs in Utrecht hervorragende Arbeit geleistet hat und jetzt in Dortmund mit einem eigenem Konzept den Wandel einleiten kann.

Das Panel des Dortmunder U der Pressekonferenz am 10.2.2017Foto(c) Linde Arndt

Lassen wir hier einmal einen Haltepunkt machen und bewusst abschweifen.

 

EN-Mosaik kommt ziemlich viel in der Region herum und musste registrieren, Kunst und Kultur hat bei den Kämmerern keinen Wert. Kann weg, hörte ich öfter in 2016. Vor allem in den Klein- bis Mittelzentren setzen die Kämmerer fleißig vieles auf die Giftliste. Die Folge wird sein, dass aus diesen Städten die Bevölkerung schleichend in die Oberzentren abwandert. Letztendlich gehören diese Kulturereignisse jedoch zu einer gewissen Grundversorgung. Wenn das aber nicht mehr gegeben ist, was dann? Dem Bürger in den Klein- bis Mittelzentren fehlt es da an Orientierung.

Dortmund kann mit seinen Kultureinrichtungen, wie zum Beispiel dem Theater und dem Dortmunder U, diese Lücke füllen.

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Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Dortmund

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Die Zukunftschance des Lokaljournalismus – Perspektiven

v.l.: Moderatorin Andrea Hansen, Alexander Völkel, Holger Jahnke, Anna Mayr, Hans-Josef Vogel   Foto: © Linde Arndt

[jpg] Pünktlich zu den neuen Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW) diskutierte die LfM-Stiftung „Vor Ort NRW“ im Dortmunder Lensing-Carrée der Ruhrnachrichten mit rund 100 Medienmachern unterschiedlicher Richtungen.

Print-, e- und Onlinemedien an einem Tisch, wenn das mal gut geht. Vorab gab es einen Workshop von Karsten Lohmeyer und Stephan Goldmann, Inhalt: Wie gehe ich mit dem Internet als Lokaljournalist um. Es war ein mehr technisch gehaltener Vortrag der von einzelnen Fragen unterbrochen wurde. Der Tenor dieses Workshops, Lokaljournalisten müssen mehr Geld bekommen um ihrem Anspruch, welchen auch immer, gerecht zu werden. Die grundsätzliche Frage, hat der lokale Journalismus eine Zukunft, wurde noch nicht einmal im Ansatz gestellt. Wie denn auch?

v.l.: Stephan Goldmann und Karsten Lohmeyer während des Workshops Foto: © Linde Arndt

War man doch nicht einmal bereit eine Definition des Lokaljournalisten zu erstellen. Da mutet die Forderung nach mehr Geld etwas seltsam in unserem Marktwirtschaftssystem an. Es war schon irritierend wie erwachsene Menschen, die ihr lokales Biotop erklären sollten, da saßen und nicht wussten für wen sie arbeiten sollten. Und weil sie das nicht wussten, machten sie einfach das was sie konnten und schrieben schöne Artikel, wie man Artikel so halt schreibt.

 

Nach 5 Stunden fand eine Podiumsdiskussion mit der Moderatorin Andrea Hansen statt. Teilnehmer waren:

 

  • Hans-Josef  Vogel, Bürgermeister von Arnsberg
  • Anna Mayr, Journalistin Ruhrbarone u. a.
  • Holger Jahnke, Chefredakteur Radio Märkischer Kreis
  • Alexander Völkel, Journalist Nordstadtblogger

 

Und ein leerer Stuhl der zwei oder dreimal  für Statements belegt wurde.

v.l.: Moderatorin Andrea Hansen mit Simone Jost-Westendorf und Dr. Tobias Schmid Foto: © Linde Arndt

Vorher wurden Dr. Tobias Schmid (Direktor der LfM) und Simone Jost-Westendorf („Vor Ort NRW – LfM-Stiftung für Lokaljournalismus“ ehemals Stiftung Vielfalt und Partizipation) von Andrea Hansen interviewt. Auch hier eine unscharfe Einstellung was Lokaljournalismus ist oder sein kann, Wunschdenken war angesagt.

 

Podiumsdiskussion

Andrea Hansen stellte nette Fragen und erwartete auch nette Antworten – harmonisch sollte es sein. Auch hier der Tenor, man muss dem Lokaljournalisten nur mehr Geld geben. Und dann passiert was? Der Arnsberger Bürgermeister meinte sogar, man könne doch ehrenamtliche Journalisten, z.Bsp. die Bekanntmachungen von Veranstaltungen in einem Blog machen lassen. Verhaltene Proteste flammten auf. Was die Teilnehmer alle gemein hatten, sie versuchten die Printmedien auf die Online Medien Eins zu Eins zu übertragen. Keine Frage nach qualitativen Veränderungen, im Gegenteil, es herrschte eine gemeinsame Sehnsucht die letzten Bäume im finnischen Karelien zu Papier zu verarbeiten. Etwas verhalten Anna Mayr, die mal für die Ruhrbarone geschrieben hatte und mit dem Artikel „Warum mich der Lokaljournalismus anekelt“ so was wie einen Weckruf erstellt hat, sie wagte die papierlose Ausgabe eines Artikels in die Gesprächsrunde einzuführen. Da ging man jedoch nicht weiter darauf ein.

Ach ja, und da war ja noch der Nordstadtblogger Alexander Völkel dem seine Bloggerei doch nicht so geheuer ist und er deshalb etwas gedrucktes haben wollte. Deshalb gibt es ab sofort, ein richtig gedrucktes Nordstadtmagazin, eben wie früher, als alles noch besser war, als es noch richtiges Geld gab und der Lokaljournalist etwas war in seinem Kiez.

 

Zahlen, Zahlen, Zahlen

5,8% hat alleine die Funke Medien Gruppe (WR,NRZ,WP,WAZ) einer der Medienmonopole nur im letzten Quartal 2016 verloren. Absolut sind das von 534.346 Kunden 33.130 Kunden die sich leise verabschiedet haben.

Im Gebiet unserer Redaktion (168 WR/WP) hat die Gruppe von 04/2009 bis 04/2015 rund 30% an Kunden verloren. Aber und das muss man dazu sagen, auch die anderen Erzeugnisse in den Regionen haben nach den neusten Zahlen teilweise zweistellig verloren.

Diejenigen die dazu gewannen konnten den Verlust im Printbereich durch E-Abo wieder ausgleichen, wie zum Beispiel der Tagesspiegel.

Und die Paywall (Paid Content) scheint auch nicht das neue Geschäftsmodell schlecht hin zu sein. Denn sie geht immer einher mit dem Rückgang von Lesern/Usern.

Und noch ein paar Zahlen: Der Spiegel -2,3%, die Zeit -1,5% und die FAS -6,3%. Und das, Quartal für Quartal, es gibt nur eine Richtung, nach unten. Da mutet es doch wieder anders an, wenn der Freitag (+12,1%) und die Junge Freiheit (+9,7%) jedesmal an Zuwächsen melden kann.

Schaut man etwas genauer hin, sieht man bei beiden Medien diese kritische Distanz zur Mainstreammeinung und die kritische Distanz zum politischen Alltag. Beide Medien haben eine andere Qualität, sie bereiten den Hintergrund mehr auf, um die eigentliche Information verständlicher zu machen. Kann es sein, dass die dramatischen Rückgänge der Printmedien etwas mit der journalistischen Sorgfalt und Qualität zu tun hat?

 

Ausblicke

Wagen wir doch einmal einen Blick in die Glaskugel.

Zur Zeit befinden sich die etablierten Print-Medien (lokal, regional oder überregional) in ihren virtuellen Schützengräben um mit ihren alten Waffen das Internet nach ihren Vorstellungen zu formen und geraten dazu immer mehr in Nöte, denn das Internet funktioniert nicht so, wie ehedem die etablierten Medien (Print- und E-Medien) funktionierten. Quartal für Quartal laufen ihnen dabei die Konsumenten weg.

Durch die etablierten Medien werden Kampagnen gegen das Internet gefahren, die doch recht nachdenklich machen. Da wird der Eindruck erweckt als wenn das Internet voller Kinderschänder, Mafiosis oder Hacker und Fake-Newsschreiber ist, es wird von rechtsfreien Räumen gesprochen.

Das führt dazu, dass Europa und damit Deutschland medial immer mehr ins Hintertreffen gerät. Schaut man sich Twitter, Facebook, Amazon, Ebay und Google an, fragt man sich, warum sind solche Geschäftsmodelle in Europa nicht möglich? Ganz einfach, fragt man als 30 jähriger eine Bank nach einem Kredit über 1 Million, würde man sicher sofort vor die Tür gewiesen. Anders in den USA wo so was möglich ist. Wir Europäer lieben das Risiko nicht und damit bremsen wir unsere Entwicklung in der Geschwindigkeit aus.

Und so ist auch das Verhalten der Mainstreammedien zu erklären, anstatt inhaltlich die medialen Erscheinungen auf den Prüfstand zu legen und neu zu denken, wartet man ab, bis alles wieder so wird wie es früher war.

 

Wir können heute mit 100%iger Sicherheit sagen, das Internet wird es weiter geben, es wird vielleicht seine Erscheinung ändern, mehr aber nicht.

Und so wird der Lokaljournalist, er ist ja der letzte in der Nahrungskette, finanziell und personell immer weiter wie eine Zitrone ausgepresst. Hat der Lokaljournalist denn eine Zukunft als „Litfaßsäule“, an der man Veranstaltungen, Angebote oder Ankündigungen erfahren kann? Nein, über kurz oder lang braucht man die Form nicht mehr. Denn durch eine App oder push-mail könnte man heute schon die vorgenannten Bereiche abbilden, die Anbieter hätten über Wlan/Wifi einen direkten Zugriff auf die App um ihre Angebote aktuell in die App einzupflegen. Mehr noch, der Konsument könnte in Interaktion mit dem Anbieter gehen um inhaltlich seine Häppchen serviert zu bekommen. Das Smartphone wäre die erste Wahl für den Konsumenten von heute. Hinderlich ist zur Zeit in Deutschland das fehlende flächendeckende Breitbandnetz, was andere Staaten ihrer Bevölkerung schon lange vorhalten.

Der Nordstadtblogger Alexander Völkel stellt die neue Printausgabe vor Foto: © Linde Arndt

Was leistet der Lokaljournalist überhaupt?

Er besucht den Kaninchenzüchterverein, die Oma die gerade 95 geworden ist und das Ehepaar welches eine goldene Hochzeit erlebt. Aber welche Zielgruppe fragt solche Informationen noch ab? Wie groß ist sie und wie viel ist sie bereit zu bezahlen. Muss der Lokaljournalist evtl. einen Mehrwert anbieten? Wird der Konsument zeitlebens einen Obolus entrichten um dann mit 95 garantiert eine Veröffentlichung seines hohen Lebensalter in seiner tausend Jahre alten Lokalzeitung zu erwarten? Wohl kaum.

Aber da ist ja noch die Politik. Er besucht die Ratssitzungen und nimmt das Gesagte gottgegeben hin, auch wenn es nicht plausibel ist. Haushaltsrecht, Baurecht oder die Sozialgesetzgebung, dies alles sind für den Lokaljournalisten Bücher mit sieben Siegeln. Der Bürgermeister ist in der Regel ein Fürst in seinen lokalen Gefilden und das von ihm Gesagte ist für den Lokaljournalisten ein Evangelium. Mit der Wirtschaft ist es nicht anders, auch hier schreibt er nur das, was ihm vorgegeben wird. Es wird eine heile lokale Welt gezeichnet die der Lokaljournalist auch noch verstärkt. Manchmal zeichnet er das sogar bis an den Rand einer Karikatur. Man kennt sich und weiß welche Meinung angesagt ist, falls Meinung erwünscht.

Kritische Distanz? Nein. Der Anzeigenkuchen hat eine bestimmte Größe und die will verteilt werden, wie passt da das Internet rein. Verteilungskämpfe in der heilen Welt tun sich auf, zum Schaden der Kommune.

Warum das alles? In der Regel ist der lokale Journalist nicht auf die Facetten die eine Kommune zu bieten hat vorbereitet. Auch die Hintergründe die zu einer politischen Entscheidung führen, kann er nur erahnen. Eine gute Ausbildung wäre jetzt von Nöten, die aber kostet, die der Verlag nicht bereit ist zu tragen. So macht der Lokaljournalist seinen Job, mehr nicht.

Und dafür will er mehr Geld haben? Wo ist der Mehrwert den er bereit ist zu geben?

Um noch einmal die Glaskugel zu bemühen, in ihr steht, in 10 Jahren wird es keinen Lokaljournalisten oder eine -redaktion mehr geben. Die kleinen Städte bis 50.000 Einwohner werden von den Oberzentren journalistisch versorgt werden. Der Kanichenzüchterverein, die 95 jährige Oma aber auch der Stadtrat wird in den Newspapern nicht mehr vorkommen. Die Kleinstadt muss dann zahlen, wenn ein Journalist über sie berichten muss. Es sei denn, jemand fackelt das Rathaus ab; denn das ist eine wirkliche Breaking News.

Hört das jammern auf, packt Euer Schreibzeug ein und versucht als Öffentlichkeitsarbeiter in den großen Firmen unterzukommen. Oder ja,  wenn dieser Journalist etwas mehr Selbstbewusstsein hat, sollte er einen Blog aufmachen und sich mit anderen Bloggern zum Informationsaustausch zusammenschließen. Oder vielleicht selber eine App zu konstruieren?

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Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Dortmund

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Wer auch immer du bist, wir lassen dich herein und geben dir eine Bleibe

medizinische Erstuntersuchung zentral bei der VER   Foto: (c) Linde Arndt

medizinische Erstuntersuchung zentral bei der VER
Foto: (c) Linde Arndt

[jpg] Freitagnachmittag in Ennepetal, es war geschafft. In der Dreifachsporthalle des Berufskolleg des Ennepe-Ruhr-Kreises in Ennepetal an der Wilhelmshöher Straße war alles zum Empfang von 150 Flüchtlingen getan worden. Die Ennepetaler hatten die Böden abgedeckt, Tische und Bänke besorgt, Betten, Toiletten oder Trennwände mussten aufgestellt werden. Fachbereichsleiter Hans-Georg Heller nannte 24 Stunden Schichten die von allen Beteiligten abgerufen und auch  gebracht wurden. Hier und da war man noch mit Feinschliffarbeiten beschäftigt. Die Restarbeiten waren aber überschaubar.


Parallel wurden in den Bushallen der VER für die Eingangsuntersuchungen medizinische Geräte aufgebaut. Kleidung, Getränke, Küchen und selbst eine Kontaminationsstation war aufgebaut worden. Denn die in Südeuropa üblichen Zecken die eine Borreliose (Infektionskrankheit) auslösen wollte man vorsorglich nicht einreisen lassen – deshalb die Kontaminationsstation. Als alles fertig war, fehlten nur noch die Hauptdarsteller – die Flüchtlinge.

Nach unserer Schätzung, die allerdings sehr fehlerhaft ist, waren an die 100 Helfer und 30 Ärzte abends im Standby Modus. Viele Helfer sahen wir die aus dem Katastrophenbereich des Kreises und des Regierungsbezirkes auf die beiden Standorten verteilt waren.

Die Flüchtlinge die um 16:00 h avisiert waren, waren jedoch um 20:00 h noch nicht planbar auf die Reise geschickt worden.

Um 1:50 h wurden wir per SMS benachrichtigt, dass der erste Bus mit 50 Flüchtlingen eingetroffen war. Als wir wieder auf dem Gelände der VER waren, waren die Untersuchungen schon in vollem Gange. Nach zwei Stunden war alles vorbei. In der Mehrzahl

Abfahrt des Busses zur Halle Ennepetal  Foto: (c) Linde Arndt

Abfahrt des Busses zur Halle Ennepetal Foto: (c) Linde Arndt

waren es junge Familien die dann in einen Bus der VER einstiegen, der sie in die Dreifachsporthalle des Berufskolleg des Ennepe-Ruhr-Kreises in Ennepetal an der Wilhelmshöher Straße bringen sollte. Zaghaft und freundlich winkten die Flüchtlinge aus den Bussen den außenstehende Helfern zu als der Bus vom Busdepot abfuhr.

Nein, wir waren nicht in München, wo die Flüchtlinge überschwenglich begrüßt wurden, wir waren in Westfalen, hier ist man reserviert freundlich – immer.

 

Und die restlichen 300 Flüchtlinge? Die Dreifachsporthalle hat man ja immerhin für 150 Menschen hergerichtet.

Gemäß Auskunft des Pressesprechers des EN-Kreises war es das. Er hatte keine Informationen wann die restlichen Flüchtlinge kommen sollten und warum jetzt keine weiteren kamen. Es war fast 3:30 h als wir das Busdepot verließen. Die Witterung war feucht und kalt.

 

Ortswechsel:

Grenzübergang Harmica/Kroatien.
Dort lagen vor der Grenze nach Slowenien über 1.000 Menschen, Kinder, Frauen und Männer auf dem Boden vor der Grenze, einige Zelte waren zu sehen. Die Feuchtigkeit kroch unter die Kleidung, wärmesuchend lagen die Menschen eng beieinander. Sie liegen auf Pappkartons im Freien, auf ihren Gesichtern zeichnet die Nässe ein surreales Bild von Nase, Augen und Mund. Trotz der widrigen Umstände schlafen sie, erschöpft, tagsüber hatten sie sich mit der slowenischen Grenzpolizei gestritten, die Pfefferspray kiloweise eingesetzt hatte. Gut das es regnete, so konnten die Augen ausgespült werden.

 

Ortswechsel:
Berlin.

 

Innenminister Thomas de Maizière (CDU)    Foto: © European Union

Innenminister Thomas de Maizière (CDU)
Foto: © European Union

In Berlin wird am Entwurf einer Vorlage gefeilt nach der die Flüchtlinge in Ennepetal und anderswo von jetzt auf gleich auf die Straße in die illegale Obdachlosigkeit geworfen werden können. Denn sie haben, so der Innenminister, sich den Flüchtlingsstatus für Deutschland erschlichen. Sie sollen in das Land zurück geschickt werden, wo sie wahrscheinlich zum ersten Mal den Boden der EU betreten hatten. Deutschland kann es  nicht gewesen sein. Bundesinnenminister Thomas de Maizière will, ja was will er denn, die Kosten für Migrationen und Flüchtlinge so gering wie möglich haben? Wenn die Kamera auf ihn gerichtet ist, will er den Flüchtlingen alle nur erdenkliche Hilfe angedeihen lassen – wir sind doch nicht unmenschlich, so Thomas de Maizière.

Deutschland im Herbst 2015, die Regierung in Berlin sendet unterschiedliche Signale aus.

Auf der einen Seite das christliche Signal, „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben.“ (Matthäus 11:28 ) und auf der anderen Seite das Signal, bleibt da wo ihr hergekommen seid, wir wollen euch nicht.

 

Ortswechsel:
München – Dortmund – Düsseldorf.

Hauptbahnhöfe München, Dortmund oder Düsseldorf, viele bunt zusammengewürfelte Deutsche – Frauen, Männer, Jugendliche, Ausländer, Inländer, Angestellte, Arbeiter, Selbstständige; eben Deutsche, empfangen die Flüchtlinge auf den Bahnsteigen, geleiten sie um eine Erstaufnahme zu geben, sie sind müde jedoch freundlich, sie kümmern sich 24 Stunden, die Erschöpfung steht ihnen im Gesicht geschrieben. Sie können nicht mehr, sie machen jedoch weiter.

Es ist das andere Deutschland das sichtbar wird, dass Deutschland welches ohne wenn und aber Gastgeber sein will, dem Fremden vertraut und keine Angst vor Missbrauch seiner Gastfreundschaft. Dieses Deutschland hat Mut und spielt nicht den zaghaften Michel, sondern ein starkes Deutschland das Hilfe dem Hilfesuchenden gibt – ohne wenn und aber.

 

Ortswechsel:
Brüssel.

tusk

Präsident des europäischen Rates Donald Franciszek Tusk Foto: (c) Linde Arndt

Europaviertel in Brüssel der Präsident des europäischen Rates Donald Franciszek Tusk im schicken Justus-Lipsius-Gebäude denkt daran die Regierungschefs der 28 EU Staaten zu einem Sondergipfel einzuberufen. Hunderttausende von Flüchtlingen, die mit Wasserwerfern, Tränengas und Knüppeln an den Grenzen des europäischen Hauses malträtiert werden sind nicht so wichtig. Die Festung Europas hält noch. 2012 wurde die EU für ihren Einsatz für Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte in Europa mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet – lang, lang ist es her.

 

Wer auch immer du bist, wir lassen dich herein und geben dir eine Bleibe.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Ennepetal

Marie N’Diaye erhält Nelly-Sachs- Preis 2015

Marie NDiaye Foto: (c)  Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag

Marie NDiaye Foto: (c) Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag

[Dortmund] Mit dem Nelly-Sachs-Preis, Literaturpreis der Stadt Dortmund, wird in diesem Jahr die aus Frankreich stammende Schriftstellerin Marie N’Diaye ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.
Marie N’Diaye ist 1967 als Tochter einer Französin und eines Senegalesen in Pithiviers bei Orléans geboren. Seit 2007 lebt sie mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Jean-Yves Cendrey, und ihren drei Kindern in Berlin. Frankreich verließ die „Französin durch und durch“ aus Protest gegen die Einwanderungspolitik der Regierung Sarkozy.
In ihren Werken setzt sie sich vor allem mit Fragen zur Herkunft und dem Rätsel der Identität auseinander – und dies auf literarisch überragende Weise.
In der Begründung der Jury für den Nelly-Sachs-Preis heißt es:
„Im Werk von Marie N’Diaye ist Identität eine unsichere Sache. Das liegt an den familiären Urkonflikten, die sie in all ihren Büchern thematisiert – und ihrem Bewusstsein für die sozialen, politischen und moralischen Dimensionen der Probleme unserer Zeit.
Die Männer und vor allem Frauen, von denen die französische Autorin in Romanen wie „Rosie Carpe“, „Drei starke Frauen“ oder „Ladivine“ so kraftvoll wie sinnlich-expressiv erzählt, sind sich selbst fremd geworden. Oft ist der Grund dafür eine tiefe Schuld, die sie in sich tragen, weil sie sich von ihren Eltern oder ihren Kinder abgewandt haben.
Die Zugehörigkeit zu einem Land oder einer Kultur spielt neben der zur Familie eine Nebenrolle. Denn Marie N’Diaye überschreitet mit der Intensität ihrer Literatur mühelos alles, was sich unter Schlagworten wie Multikulturalität oder Integration scheinbar leicht fassen lässt.
Bei N‘Diaye wird der Rassismus zu einer Metapher für den Egoismus, die Verrohung, die Machtgier oder die Verachtung, die überall auf der Welt regieren. Dabei bewahrt ihre von Mythen und Märchen gesättigte Literatur stets ein Geheimnis, weil sie schärfsten Realismus mit Übersinnlichem, Psychologie mit Rationalität mischt.
Marie N‘Diaye lädt in ihren Büchern zum Nachdenken über andere Lebensweisen, Ansichten und Kulturen ein, gerade weil sie nicht um Verständnis und Toleranz wirbt, sondern aufzeigt, wie elend eine Zivilisation ohne diese Eigenschaften ist.“

Die Autorin gilt als eine der erfolgreichsten französischen Gegenwartsdramatikerinnen. Sie hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Theaterstücke geschrieben.
Für den Roman Rosie Carpe wurde Marie N’Diaye 2001 mit dem renommierten Prix Fémina ausgezeichnet, seit 2003 ist sie Autorin der Comédie francaise. Ihre Stücke werden zunehmend auch an deutschen Bühnen aufgeführt. Im Jahr 2009 wurde ihr für den Roman Trois femmes puissantes die höchste literarische Auszeichnung Frankreichs, der Prix Goncourt, verliehen. Die deutsche Übersetzung Drei starke Frauen erschien im Juni 2010, ebenso wie die ihrer anderen Werke, im Suhrkamp Verlag.

Die Juryentscheidung trafen unter dem Vorsitz von Stadtdirektor und Kulturdezernent Jörg Stüdemann die Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter:
Dr. Sabine Berking, Berlin (Dozentin, Lektorin, Literaturkritikerin),
Felicitas von Lovenberg, Frankfurt/M. ( Autorin, Literaturkritikerin, Redakteurin FAZ),
Thomas Rothschild, Stuttgart, (Journalist, Dozent, Autor) und
Dr. Johannes Borbach-Jaene, Dortmund (Leiter Stadt-und Landesbibliothek).

Als Sachpreisrichter waren die Ratsmitglieder Bürgermeisterin Birgit Jörder, Barbara Brunsing, Brigitte Thiel und Joachim Pohlmann beteiligt.
Mit dem Nelly-Sachs-Preis sind neben anderen bislang auch Nadine Gordimer, Christa Wolf, Per Olov Enquist, Norman Manea und Abbas Khider ausgezeichnet worden.
Marie N’Diaye hat sich sehr über die Mitteilung der Jury gefreut und zugesagt, den Preis am Sonntag, dem 13. Dezember 2015, entgegenzunehmen. Die Preisverleihung findet in der Bürgerhalle des Rathauses, Friedensplatz, um 11 Uhr statt.

Weitere Informationen zu Marie N’Diaye:
Auszeichnungen:

  • 1989 Stipendium der Villa Medici
  • 2014 International IMPAC Dublin Literary Award 2014 (Longlist)
  • 2013 Man Booker International Prize (Nominierung)
  • 2011 Spycher: Literaturpreis Leuk an Marie NDiaye
  • 2010 Internationaler Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt
  • 2010 Jürgen Bansemer & Ute Nyssen Dramatikerpreis
  • 2009 Prix Goncourt
  • 2001 Prix Fémina

Veröffentlichungen

  • 2014 Ladivine, Roman
  • 2012 Ein Tag zu lang, Roman
  • 2012 Selbstporträt in Grün, Roman
  • 2010 Drei starke Frauen, Roman
  • 2008 Mein Herz in der Enge, Roman
  • 2006 Alle meine Freunde, Erzählungen
  • 2005 Rosie Carpe, Roman
  • 2000 Die Hexe, Roman
  • 1994 Un temps de saison, Roman
  • 1993 Die lieben Verwandten, Roman
  • 1989 La femme changée en bûche, Roman
  • 1987 Comédie Classique, Roman
  • 1985 Quant au riche avenir, Roman

Einen „Kessel Buntes“ – Ausstellung im Torfhaus

Galerie "Torfhaus" im Westfalenpark Dortmund  Foto: (c) Linde Arndt

Galerie „Torfhaus“ im Westfalenpark Dortmund Foto: (c) Linde Arndt

[Dortmund] Vom 11.08 bis zum 17.08.2015 findet in der Galerie Torfhaus die Ausstellung „Einen Kessel Buntes“ statt. Da haben Jenny Heinzl, Bettina Broekelschen und Petra Reth für die Besucher des Torfhauses so einiges zusammengestellt. Jenny Heinzl verzaubert mit ihren Fotografien den Betrachter. Bettina Broekelschen hat mit ihren Kohlezeichnungen Augenblicke in Emotionen verwandelt. Petra Reth gibt mit ihrem starken Pinselstrich dem bunten Treiben noch mehr Lebendigkeit hinzu.
Eine Mischung aus Farben, Erlebnissen und Phantasie sollen das Torfhaus eine Woche strahlen lassen, in allen Farben….. in der Zeit von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr ist die Ausstellung täglich geöffnet.

6. Afro Ruhr Festival 2015 in Dortmund

[Dortmund]  Das Feuerwerk afrikanischer Kultur beginnt bereits am Donnerstag, 21. Mai, und am Freitag, 22. Mai, jeweils um 20:00 Uhr im Vorführsaal des Kino im U mit dem Film „SOLEILS“.
Ein Griot, ein Bewahrer von Geschichte und Geschichten in Westafrika, heilt eine junge Frau, die ihr Gedächtnis verloren hat. Beide folgen den Spuren der afrikanischen Geschichte des Großreiches Mali im 13. Jahrhundert bis hin zum Anti-Apartheid-Kampf Nelson Mandelas in Südafrika.
Das große Festivalwochenende findet von Freitag, 29. Mai bis Sonntag 31. Mai im Dietrich-Keuning- Haus statt.
Start: Freitags um 12:00 Uhr mit dem Basar und dem Rahmenprogramm. Es gibt einen bunten Afrika-Basar, Autorenlesungen, Trommelworkshops, Infostände, eine Kunstmeile, traditionellen Tanz, kulinarische Spezialitäten aus afrikanischen Ländern sowie für unsere kleinen Gäste viele spannende Aktionen und eine Hüpfburg zum Austoben.
Im Rahmen der Buchvorstellung „Afrika ist das neue Asien – Ein Kontinent im Aufschwung“ schildert um 17:00 Uhr der Autor Christian Hiller von Gaertringen, Wirtschaftsjournalist bei der FAZ, das Afrika der Markt der Zukunft ist.

Die Schirmherren Culcha Candela werden anlässlich der Eröffnung des Festivals am 29. Mai persönlich anwesend sein und ihren Fans von 18:00 Uhr bis 19:00 Uhr für eine Autogrammstunde zur Verfügung stehen.

Foto:(c) Veranstalter

Mbongwana Star Foto:(c) afro-ruhr-festival.africa-positive.de

Und nach dem Tag kommt bekanntlich der Abend, ab 20:30 Uhr:
Das musikalische Programm eröffnet die Steven Ouma Band. Der Bandleader stammt aus Kenia und singt in seiner Muttersprache Kisuaheli. Die Besetzung mit internationalen Musikern aus Guinea Bissau, Nigeria und Deutschland verspricht gelungene Vielfalt.

Es folgen um 22:00 Uhr Mbongwana Star. Die Musiker aus Kinshasa in der DR Kongo verschmelzen traditionelle kongolesische Rhythmen mit Post-Punk und elektronischen Klängen. Inspiriert wurden sie durch das harte Leben in den Vorstädten. Mbongwana Star verwandelt laut eigener Aussage „Müll in Magie“.
Ab 23:00 Uhr heißt es dann: willkommen zu unserer nächtlichen Afro-Ruhr-Party!
Für die Afro-Ruhr-Party-Night fliegt unser Special Guest DJ Captain Planet aus Los Angeles ein. Gemeinsam mit dem Dortmunder DJ EMBY, mit DJ RICH BOOGIE, DJ SHAMAN, DJ CEERIOUZ und mit DJ K-MEL verbindet er in Sachen Black Musik Kontinente und Kulturen!
Am zweiten Festivaltag, Samstag, 30.Mai 2015, startet die Igbo Cultural Organisation e. V. um 13:30 Uhr mit einem Maskentanz aus Nigeria.
Danach werden ab 14:00 Uhr abwechselnd Workshops zu Afro-Tanz-/Afro Salsa Moves und Trommeln laufen. Der Tanz-Kurs kombiniert afrokubanische und westafrikanische Tänze zu mitreißenden Bewegungskombinationen.
Ab 17:00 Uhr werden auf dem Catwalk aktuelle Modetrends für Business, Urban-Style, Abendgarderobe und Freizeit mit afrikanischen Design-Akzenten gezeigt.
Vorträge zum Thema „Frauen im Fokus – Afrikanische Frauen: Gestern und Heute“ sowie eine Begegnung mit der Autorin Fatou Diome aus Senegal, die aus ihren Werke liest, gibt es ab 17:00 Uhr ebenfalls.
Und auch am zweiten Festivaltag gibt es mitreißende Konzerte.
Das Highlight des Tages beginnt um 20:30 Uhr mit Hugh Masekela, dem „Man with the Horn“, der schon mit vielen hochkarätigen Musikern spielte. Seine eigenen Kompositionen sind neben afrikanischen Rhythmen von Jazz-Musikern wie Ella Fitzgerald oder Dizzy Gillespie beeinflusst. Swing, Bop und die Sounds der Townships gehen fließend ineinander über.
Der Abend geht ab 22:00 Uhr weiter mit dem Gig des deutschen Reggae-Duos Ganjaman & Uwe Banton.
Ab 23:00 Uhr bricht mit dem DJ-Team erneut die Afro-Ruhr-Party-Night an.
Der dritte Festivaltag, Sonntag, 31.Mai beginnt mit dem Basar und den diversen Rahmenprogrammen. An diesem Tag findet ab 14:00 Uhr z.B. ein Lesewettbewerb „Afrikanische Märchen“ für Kinder (10 – 14 Jahre) statt, bei dem tolle Preisen zu gewinnen sind. Afrika, der Kontinent von über 2000 Sprachen und voller Erzähltraditionen, ist eine Quelle zauberhafter Märchenwelten.
Das Festival klingt dann am Abend ab 18:30 Uhr mit dem Konzert von Damily aus. Damily gilt als einer von Madagaskars ausdruckvollsten Interpreten des Tsapiky und machte diesen Musikstil international bekannt: eine Synthese aus den Rhythmen des afrikanischen Kontinentes und der Musik der Dorfbewohner des südlichen Teiles Madagaskars.

Infoblock

Tickets: Preise – Vorverkauf…
Basar und Rahmenprogramm
Eintritt: 2,00 € (Kinder bis 6 Jahre frei)

Festivalticket
Sparen Sie mit dem Festival-Ticket bis zu 35,- €!
3 Tage: 40,00 € plus VVK-Gebühr (Abendkasse: 50,00 €), Schüler & Studenten (bis 25 Jahre): 30,- € zzgl. VVK Gebühr
beinhaltet Eintritt zu allen Live-Konzerten, zur Partynight und zum Basar
Tagestickets Konzerte
Freitag, 29.5 mit:
Steven Ouma Band (Köln)
Mbongwana Star (Kongo-Kinshasa)
20,00 € plus VVK Gebühr (Abendkasse: 30,00 €)

Samstag, 30.5 mit:
Hugh Masekela (Südafrika)
Ganjaman und Uwe Banton (Deutschland)
25,00 € plus VVK Gebühr (Abendkasse: 35,00 €)

Sonntag, 31.5 mit:
Damily (Madagaskar)
13,00 € plus VVK Gebühr (Abendkasse: 20,00 €)
Das Tagesticket beinhaltet jeweils den Eintritt zum Live-Konzert, der Partynight und dem Basar.
Für Schüler & Studenten von 12 bis 25 Jahren gibt es 25 % Ermäßigung (gegen Altersnachweis); Kinder bis 12 Jahre: 6,00 € (Damily Konzert: nur Abendkasse)

Kartenvorverkauf:
Bei allen CTS Eventim-Vorverkaufsstellen und auch online auf eventim.

Am 07. Juni wird im Torhaus Rombergpark zudem die Kunstausstellung von Hadijah Nassanga unter dem Titel „Mother Love“ eröffnet. Die in Uganda geborene und in Dortmund lebende Künstlerin bezieht ihre Inspiration aus ihren afrikanischen Wurzeln. Die Ausstellung läuft bis zum 28. Juni.

Der Dortmunder Verein Africa Positive freut sich darauf, gemeinsam mit seinen Aktionspartnern wieder die bunte Vielfalt des afrikanischen Kontinents präsentieren zu können. Zusammen mit den lokalen Kulturpartnern, darunter dem Kulturbüro der Stadt Dortmund, dem Dietrich-Keuning-Haus, der Auslandsgesellschaft NRW e.V., der DEW21, dem Netzwerk Afrikaner in Dortmund (AFRIDO), dem Verein Kino im U sowie in Kooperation mit dem WDR Funkhaus Europa präsentiert das Festival nun bereits zum sechsten Mal ein Programm für die ganze Familie, welches afrikanische und europäische Traditionen zusammenführt.

Kontakt:
Africa Positive e.V.; Geschwister-Scholl-Str. 33 – 37, 44135 Dortmund.
Email: info@africa-positive.de
Web: www.africa-positive.de
Tel.: +49 (0)231 79 78 590
Fax: +49 (0)231 7 25 92 735

 

Lebewohl, Museum am Ostwall

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Besucher der Finissage „Das Beste zum Schluss“ im ehemaligen Museum am Ostwall Dortmund
Foto: Linde Arndt


[jpg] Eigentlich gibt es das Museum am Ostwall nicht mehr. Nur das Gebäude befindet sich noch am Ostwall. Das Museum ist schon längst in das Dortmunder U umgezogen. Direktor: Prof. Dr. Kurt Wettengl hat schon mehrere Ausstellungen kuratiert, zuletzt „Stadt in Sicht“, die bis zum 4. August geht, wo Kunstwerke aus der Sammlung der „Deutschen Bank“ von Feininger bis Gursky gezeigt werden.

Nein, es ist das alte Gebäude am Ostwall, welches 1949 die erste Ausstellung zeigte. Damals gab es noch Kunst gegen Kohle. Recklinghausen hat das auch im Theaterbereich, immerhin dieses Jahr zum 67. mal, gemacht und jedes Jahr kommen die Künstler wieder, nicht mehr wegen der Kohle. Gleichwohl wird es Kohle geben und es werden wieder Zehntausende nach Recklinghausen kommen und den Festspielhügel besiedeln, aber auch die Stadt belagern. Den Spirit von 1949 oder den 50ern gibt es nicht mehr, vereinzelnd trifft man Zeitzeugen, die den Aufbruch der damaligen Zeit bezeugen können, in Recklinghausen oder Dortmund.

Axel M. Mosler im Gespräch mit einer Besucherin Foto: Linde Arndt

Axel M. Mosler im Gespräch mit einer Besucherin
Foto: Linde Arndt

Der Lenkungsausschuss „Starke Orte“ um Axel M. Mosler (Dortmund) und Werner Block (Bochum) wollten nur diese eine Ausstellung als „Das Beste zum Schluß“ bringen.  „Schickt uns eure drei besten Bilder“ so war der Ruf an die vielen, vielen Künstler im Ruhrgebiet. Im Rahmen von „Das Beste zum Schluß“ fand derzeit im ehemaligen Museum am Ostwall eine letzte Kunstausstellung zum Thema statt. Die Ausstellung zeigte Werke der Malerei, Fotografie, Skulpturen, Objekte, Zeichnungen, Grafiken und Installationen. 120 Exponate von 72 Künstlern die von einer Jury ausgewählt wurden.

Wer das Museum kannte, fand die hell erleuchtete Atrium Eingangshalle inspirierent. Sie war selber Ausstellungeraum und wirkte, wenn Menschen die Kunstwerke in Augenschein nahmen. Ebenso die hohen Wände, von denen unzählige quatratische Fenster den Blick auf die Kunst im Atrium frei gaben.
Und jetzt die letzte Ausstellung der „Starken Orte“ mit dem Projekt „Urbane Räume“.

Die Exponate waren durchaus qualitativ als sehr hoch wertig einzuordnen, die Zeugnis über die künstlerische Kraft ihrer Künstler ablegten. Die Finissage am 21. Juli zeigte jedoch Besucher die etwas wehmütig und nostalgisch die Werke nochmals betrachteten. Ich selber hatte meine ganz persönliche Vergangenheitsbearbeitung mit den Werken von Dina Nur, 5 teilig und o.Titel aus Stahl und Kunststein.

Welchen Standort ich zu dieser Skultur auch einnahm, es ergaben sich immer wieder andere Perspektiven. Es dokumentierte irgendwie die Beweglichkeit und Veränderung der Ansichten und machte so die Gewissheit schmerzlich, dass dieser Ort der Ausstellungsmöglichkeit nun Vergangenheit ist.

Dass das Museum am Ostwall für 20 Mio Euro, einschließlich dem Park mit den alten Bäumen verkauft werden soll, wollte ich nicht akzeptieren.
Übrigens soll es danach abgerissen werden. Für den Spirit der 50er Jahre gibt es keinen Platz mehr in unserem System. Schade eigentlich. Ach was, lebe wohl Museum am Ostwall.

3.484 Unterstützer setzen sich für den Erhalt des Museums ein und im Museum lag eine Unterschrift mit weiteren 1.100 Unterschriften der Besucher – ist das nichts?

Zum Abschluss sangen vier Ruhrkabarettisten das Lied: “Das alles und noch viel mehr würde ich machen, wenn ich König vom Ruhrpott wär´” Klar, das Ostwall Museum erhalten.
ruhrkabarettisten

Mitglieder des GEIERABEND – Ensemble Foto: Linde Arndt




Jürgen Gerhardt für EN-Museum aus Dortmund