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VOR WIEN von Akın E. Şipal am Samstag, 6. Oktober 2012 um 20 Uhr

[Castrop-Rauxel/NRW] – Was geht einem türkischen Geschäftsmann durch den Kopf, der den größten Teil seiner Zeit über den Wolken lebt? Er fliegt um die Welt, träumt sein Leben und seine Stadt Istanbul. Doch „Er sagte, er könne nicht hin. Es wäre ihm unmöglich, er könne nicht in dieser Stadt leben, weil sie ganz einfach ihm alleine gehöre.“ Erzählt die Tochter von Erol Soner, der zentralen Figur im Sprechtheaterstück VOR WIEN von Akın E. Şipal.

Der erst 21-jährige Autor hat ein Stück mit faszinierenden Figuren über das Leben geschrieben, ein Stück in gewaltiger sprachlicher Opulenz, geprägt von Klarheit. Der Suhrkamp-Verlag hat den jungen, in Essen geborenen und in Gelsenkirchen und Istanbul aufgewachsenen Filmstudenten Akın E. Şipal unmittelbar nach dem Wettbewerb in sein Programm aufgenommen. Ein enormes Sprachvermögen und ein großes Entwicklungspotential attestiert ihm auch die IN ZUKUNFT Jury: „Ein Stück, das nicht nur versnotierte monologische Abschnitte mit klassisch dialogischen Szenen verbindet, sondern auch dramaturgisch überraschende Wendungen birgt. Es mischt auf sehr subtile Weise die Themen, Exil und Migration – die Handlung spielt sozusagen „in der Luft“ – in einem Flugzeug, begleitet vom unaufhörlichen Rauschen der Turbinen, ein überzeugendes Bild für das Thema Heimatlosigkeit.“

Das Westfälische Landestheater (WLT) zeigt die Premiere des Gewinnerstücks VOR WIEN am Samstag, den 6. Oktober 2012 um 20 Uhr in der Stadthalle Castrop-Rauxel am Europaplatz nur einmalig. „Darüber hinaus kann die Produktion VOR WIEN aber bei uns bestellt werden“, so Günther Wohlfahrt, Kaufmännischer Leiter des WLT. „Wie auch die szenischen Lesungen der insgesamt neun Stücke aus dem IN ZUKUNFT-Wettbewerb. Sie bieten hochinteressanten, multiperspektivischen Stoff und sind bereits viel gefragt bei unterschiedlichen Veranstaltungen, wie der LWL-Visionskonferenz zur Kulturagenda Westfalen, den NRW-Theatertagen und der EXTRASCHICHT im Juni.“

Die Theaterzeitschrift „Die deutsche Bühne“ hat in einer Kritikerumfrage zum Ende der Spielzeit das Engagement des WLT im Bereich Migration hervorgehoben, die bundesweit erscheinende Theaterzeitung „Mykenae“ druckte Auszüge des Gewinnerstücks VOR WIEN in der August-Ausgabe ab.

Der Wettbewerb IN ZUKUNFT steht für eine interkulturelle Öffnung der Theaterbühne,

für neue Stücke und auch für neue Zuschauergruppen: www.inzukunft.org

Bild: Akın E. Şipal


VOR WIEN
Akın E. Şipal

Zeitgenössisches Stück

Inszenierung Christian Scholze

Ausstattung Anja Müller

Regieassistenz / Abendspielleitung Rabea Stadthaus

Erol Soner Burghard Braun

Die Tochter / Flugbegleiterin 1 Charis Nass

Aylin / Flugbegleiterin 2 Julia Gutjahr

Martin / Großmann / Fluggast Andreas Kunz

Lukas / Erols Chef Neven Nöthig
 PREMIERE

Samstag, 06. Oktober 2012

Beginn: 20.00 Uhr

Westfälisches Landestheater

Europaplatz 10, 44575 Castrop-Rauxel


Foto © Volker Beushausen

[la] Es hatte schlicht und einfach begonnen.

In Castrop-Rauxel gibt es  den berühmten "Geierabend", eine  open air Kultveranstaltung, um deren Teilnahme sich viele Menschen über Jahre vergeblich bemühen. So war es auch bei Gerd und Brigitte Aland,  die durch Zufall, oder Schicksal nun doch in die glückliche Lage versetzt wurden, hierfür  endlich einmal Karten zu ergattern – und das auf recht kuriose Art. Im Rahmen eines scherzhaften Quiz beantworteten sie eine Frage und gewannen eine Reise nach Castrop-Rauxel, die ebenfalls eher scherzhafter Natur war: nämlich eine Stadtrundfahrt mit einem Kurzstrecken-Ticket.

Aber das war nicht im Sinne von  Castrop-Rauxels Stadtoberhaupt,  Bürgermeister Johannes Beisenherz (SPD), der die Meinung vertrat,   das alleine reiche nicht. Und so lud er die Schwelmer kurzentschlossen zu einem ausführlichen Besuch der Stadt ein, wovon Familie Aland sehr angetan war. So sehr, dass sie beschlossen, sich dafür zu revanchieren und Johannes Beisenherz mit seiner Frau Dorothea zu einem Gegenbesuch in das schöne Schwelm einzuladen. Und um dieses Treffen noch spannender zu gestalten, baten sie auch ihren Bürgermeister Jochen Stobbe (SPD) und seine Frau Carina, sich diesem Treffen anzuschließen.

So hat es sich wieder einmal passend zum Kulturhauptstadtjahr 2010 gezeigt, wie einfach partnerschaftliche Netze geknüpft werden können, wenn nur die Idee und die Bereitschaft hierzu vorhanden sind.

                     

Pünktlich um 14:00 Uhr traf Bürgermeister Johannes Beisenherz mit seiner Frau Dorothea bei Familie Aland in Schwelm ein.
            


Nach einer herzlichen Begrüßung überreichte Johannes Beisenherz Brigitte Aland ein liebevoll zusammengestelltes Präsent mit Produkten fair gehandelter Waren mit den Worten:
"Statt Blumen für die Dame etwas Besonderes von Castrop-Rauxel, denn wir sind Fairtrade-Town.
[Castrop-Rauxel , bekennt sich zum Fairen Handel, mit dem Beschluss gegen ausbeuterische Kinderarbeit, dem fairen Einkaufsflyer, der Aktion "Castrop-Rauxel trinkt fair" und der Unterschrift unter die Magna Charta 2010 sowie der jährlichen Veranstaltungsreihe "Faire Woche" , s. auch Kampagne Fairtrade Towns]

Frau Aland verstaute das Präsent rasch im Wohnzimmer, denn jetzt sollte ja die Besichtigung markanter Punkte Schwelms erfolgen.

Beim Verlassen des Hauses fiel Familie Beisenherz direkt die Fußmatte ins Auge, die den Namen des Gastgeberpaares trägt.

Gerd Aland wußte daraufhin zu berichten, dass diese Matte immer viel Beachtung fänd und sie auch ganz stolz seien, hier einen Teppichhersteller gefunden zu haben, der sehr ausgefallene Dinge möglich macht.

 

Man machte sich jetzt auf den Weg zum Schwelmer Gymnasium, wo Familie Aland und die Gäste aus Castrop-Rauxel bereits erwartet wurden. Bürgermeister Jochen Stobbe bat um Verständnis, dass seine Frau Carina, die sehr gerne an dem gemeinsamen Treffen teilgenommen hätte nun doch nicht mitkommen konnte, weil "Stobbinchen" [Anmerkung d. Red. :so nennen wir von EN-Mosaik den kleinen Sonnenschein der Familie Stobbe ] im Augenblick  Probleme hatte.

             

Nun plante man die weiteren Besichtigungspunkte der kleinen Schwelm-Erkundungstour und auf ging es.

Wir haben hier einmal eine kleine Bildfolge zusammengestellt, die jeweils mit den Sehenswürdigkeiten oder Situationen betitelt sind. Auf jeden Fall waren die Gäste aus Castrop-Rauxel hell begeistert und ich denke, das wird bestimmt nicht die letzte Zusammenkunft gewesen sein, denn die angeregten Gespräche und der Austausch von Gedanken die beide Städte betrafen, haben auf beiden Seiten viel Anklang gefunden und es war schön zu sehen, wie wertvoll dieser Besuch für alle Beteiligten war.

Und wieder komme ich zu dem Slogan von RUHR2010, wo es heisst:

"Jede Vision braucht Menschen, die an sie glauben"

Auch hier war zunächst eine Idee, die tatkräftig Wirklichkeit wurde.

Danke Familie Aland, danke Ehepaare Beisenherz und Stobbe. Gut, wer Netze zu knüpfen weiss und den globalen Gedanken begreift.

Hier noch einige Schnappschüsse der Tour [Fotos: Linde Arndt]

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Linde Arndt für EN-Mosaik aus Schwelm

 

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