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Manchmal ist es Zeit zu gehen

Frank Manfrahs – Collage: Linde Arndt

[jpg] 8 Jahre war Frank Manfrahs für das Citymanagement mit Erfolg zuständig. Es war eine Zeit in der die Mittelstraße erneuert und modernisiert wurde, die ja ausgewiesener weise einen Leuchtturmchrakter des Gevelsberger Einzelhandels darstellt. Es ist aber nicht nur die Mittelstraße die seine Strahlwirkung in die umliegenden Städte ausdehnt, vielmehr ist es die Gesamtverteilung des Einzelhandels auch in den Quartieren der Stadt Gevelsberg. Durch die Art des Handels, die Gevelsberg schon frühzeitig als Erlebnishandel aufgezogen hatte, konnte Frank Manfrahs als Citymanager ungehindert seine kreativen Ideen umsetzen.

Frank Manfrahs fand aber in Gevelsberg ein fruchtbares Feld im Einzelhandel vor. Seine Vorgänger Jochen Isenberg, der jahrelang ehrenamtlich Pro City führte und danach mit Tanja Terulli die als erste freiberufliche mit Vertrag ausgestattete Citymanagerin, hatten die ersten Pflöcke für einen Erlebnishandel in Gevelsberg eingeschlagen.

Es ist das Zusammenspiel der Kräfte, wie der Stadt, dem Einzelhandel und dem Gevelsberger schlechthin, die einem gestandenen Betriebswirt, wie Frank Manfrahs, die Arbeit des Citymanagement zum Erfolg verhilft und verhalf. Einkaufen muss Spaß machen, so der Erlebnishandel und Frank Manfrahs in Gevelsberg. Und weil das so ist, fanden sich immer wieder bis zu 40 % auswärtige Besucher zu den von Frank Manfrahs organisierten Events ein. Aber auch die Leerstandsquote in Gevelsberg kann man nur positiv bewerten, davon träumt manch eine Stadt in der Umgebung. Ob das nun die Events Boulevard, Martinsmarkt, Markenauftritt „City Gevelsberg – erfrischend anders” oder die Rieseneinkaufstasche waren, sie alle führten zu einer Steigerung der Gevelsberger Attraktivität.

Zum neuen Jahr wird Frank Manfrahs keine weiteren vertraglichen Verpflichtungen mehr eingehen wollen. Für ihn ist es Zeit sich anderen Herausforderungen zu zuwenden. Für ihn wird seine Kreativagentur „frank for friends – Ideen, Konzepte, Projekte!“ ein neues Betätigungsfeld sein, welches er losgelöst von vertraglichen Verpflichtungen betreiben wird. Privat will er sich mehr der Familie widmen, seine Frau ist wie er berufstätig und beide haben ein Kind, welches auch einen Vater an seiner Seite sehen möchte.

Wie geht es weiter? Nun Frank Manfrahs hat seine Entscheidung früh genug bekannt gegeben, so dass Stadt und Pro-City sich gemeinsam um einen passenden Citymanager bemühen können. Für Gevelsberg dürfte das kein Problem sein, da die Stadt prosperiert und deshalb sich gerne auch Spitzenkräfte bewerben werden.

Frank Manfrahs Foto: (c) Linde Arndt

Das Besondere an dem neuen Stelleninhaber wird der „digitale Wandel“ der zumindest eingeleitet wurde. Denn der Einzelhandel befindet sich im Strukturwandel, der sowohl einen stationären als auch digitalen Handel erfordert. Hier müssen Weichen mit besonderer Sorgfalt und Sensibilität gestellt werden.

Bürgermeister Claus Jacobi und die Vorsitzende von ProCity Susanne Schumacher sehen das Scheiden von Frank Manfrahs mit einem freundlichen aber auch weinenden Auge. Es war eine gute Zeit mit Frank Manfrahs, so die beiden Gevelsberger.

Aber, wie das so ist, niemals geht man so ganz; denn Frank Manfrahs steht Gevelsberg für besondere Aktivitäten, wie Vorträge oder Workshops auf Anforderung weiter zur Verfügung.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg

Stadtteilrundgang Berge-Knapp

Bürgermeister Claus Jacobi Foto: (c) Linde Arndt

Bürgermeister Claus Jacobi Foto: (c) Linde Arndt

[Gevelsberg]

Die Stadt Gevelsberg lädt zu dem auf den vergangenen Veranstaltungen zum Stadtumbau angekündigten Stadtteilrundgang durch Berge-Knapp ein.

Der Rundgang startet am

Donnerstag, dem 30.06.2016 um 17:00 Uhr
am Park + Ride Parkplatz Berge

Zum Start in den Stadtumbauprozess wurde deutlich, dass den Einwohnerinnen und Einwohnern von Berge viele, auch kleine Punkte für das Leben im Stadtteil und die zukünftige Entwicklung am Herzen liegen.

Der Rundgang durch Berge-Knapp soll einer gemeinsamen Inaugenscheinnahme der verschiedenen bereits benannten Punkte dienen. Zusätzlich zu den bereits angesprochenen Orten bietet sich die Gelegenheit, auf weitere aktuell und für die zukünftige Entwicklung Berge-Knapps wichtige Bereiche vor Ort aufmerksam zu machen.

Zum Abschluss verkauft der Kindergarten Berge Getränke und Würstchen zugunsten des Kindergartens. Hierbei können in lockerer Runde die gewonnen Eindrücke weiter diskutiert oder konkrete Aktionen geplant werden.

Bürgermeister Claus Jacobi sowie Vertreter der verschiedenen Fachbereiche der Stadtverwaltung würden sich freuen,vor Ort mit den Bürgerinnen und Bürgern über konkrete Elemente der weiteren Entwicklung oder aktueller Anliegen ins Gespräch zu kommen.

Die Hauptschule mit hellem Glanz und Schülerinnen/Schüler die brennen.

Übergabe der Ausbildungsverträge Foto: (c) Linde Arndt

Gevelsberger Hauptschüler bei der Übergabe der Ausbildungsverträge Foto: (c) Linde Arndt

[jpg] Während andere Städte die Hauptschulen „abservieren“, geht Gevelsberg einen anderen, pragmatischeren, Weg.

In NRW wurde 2011 ein Schulfrieden zwischen den Parteien geschlossen, der die neue Schulform Sekundarschule brachte, die Hauptschule und Realschule unter Druck setzte.

Darüber hinaus verlor die Hauptschule mit diesem Schulfrieden ihren verfassungsrechtlichen Bestandsschutz, womit es den Kommunen frei gestellt war, die Hauptschulen „abzuservieren“. Die Nachbargemeinde Schwelm machte denn auch direkt mit ihren Schulen Tabula rasa und betrieb die Schließung der Hauptschule und der Förderschule. Die beiden Schulformen waren der bürgerlichen Mehrheit zu teuer und die Schüler zu lästig, so könnte man meinen. In Ennepetal wurde die Realschule und die Förderschule unter Druck gesetzt, und wich dann letztendlich der neuen Sekundarschule.

So das kommunale Umfeld, der sich die Stadt Gevelsberg ausgesetzt sah – welches sich ziemlich chaotisch darstellt und letztendlich zu einem Ausbildungspakt für die Hauptschule führte. Darüber hinaus übernahm die Gevelsberger Hasenclever Schule die FörderschülerInnen von Schwelm und Ennepetal.

Aber wir wollen ja über den pragmatischen Weg der Gevelsberger sprechen. Die Gevelsberger gaben ihre Hauptschüler nicht auf. Im Gegenteil sie werteten sie noch auf, indem die gesellschaftlichen Gruppen, mit Unternehmern, Stadt, Schule und Politik, sich mit einem Konzept verabredeten. Grundlage dieses Konzeptes: „Kein Heranwachsender sollte ausgegrenzt oder abgeschoben werden.“ Was zählen sollte, die Bereitschaft der Jugendlichen Leistung zu erbringen, hier wollte man den Fokus als Verantwortliche gelegt sehen.

Ruth Schlünder und Bürgermeister Claus Jacobi übergeben einen Vertrag Foto: (c) Linde Arndt

Ruth Schlünder und Bürgermeister Claus Jacobi übergeben einen Vertrag Foto: (c) Linde Arndt

Der Gevelsberger Ausbildungspakt war geboren. Zu Beginn der 9. Klasse schließen die Beteiligten, SchülerInnen, Stadtverwaltung, Schule und Eltern, einen gegenseitigen Vertrag. Dort wird genau festgelegt welche Ziele die SchülerInnen erreichen müssen, damit die SchülerInnen nach Abschluss ihrer Schule einen Ausbildungsvertrag bekommen. Die Unternehmen mit ihren Unternehmern, die sich in einer Liste eingetragen haben, haben sich verpflichtet die Schüler in ihre Firmen aufzunehmen. Da es diesen Ausbildungspakt schon eine ganze Weile gibt, konnte man sich von dem Erfolg dieses Paktes überzeugen.

Neu in dieser Runde ist die Firma Gebrüder Nolte GmbH & Co. KG, die bis zum 11. November 2015 ein Opel Autohaus in Gevelsberg errichten wird. Geschäftsführerin Petra Pientka von der Nolte Gruppe, der designierte Leiter des zukünftigen Gevelsberger Opel Autohauses, Andreas Niehues sowie deren zwei Auszubildenden Gabriela Paulsen und Hakki Seker, wollten sich denn auch von der Qualität dieses Ausbildungspaktes überzeugen. So sah man am 30. September 37 Jugendliche, von 39 (Zwei waren verhindert) der Hauptschule die erwartungsvoll im Gevelsberger Ratssaal ihren Verträgen entgegen sahen. Manuel Morgenstern, sorgte mit seiner Musik für einen niveauvollen Rahmen.

v.l. Petra Pientka, Andreas Niehues Foto: (c) Linde Arndt

v.l. Gabriela Paulsen , Petra Pientka, Hakki Seker und Andreas Niehues Foto: (c) Linde Arndt

Bürgermeister Claus Jacobi machte darauf aufmerksam, dass Frau Pientka von der Nolte Gruppe sich heute von der solidarischen Verhaltensweise der Gevelsberger Gesellschaft überzeugen kann. Mehrere Unternehmer waren auf den Rängen zu sehen, die zu dem Kreis gehören, die sich für den Ausbildungspakt einsetzen. Er erwähnte die Lehrer mit ihrer Schulleiterin Ruth Schlünder, die sich voll für dieses Projekt einsetzen und dass es die Gevelsberger Hauptschule mit den anderen Schulformen aufnehmen kann. “Alle stehen ohne Einschränkung hinter eurem beruflichem Anfang, der mit diesem Vertrag eine Perspektive hat”, so Bürgermeister Jocobi.

“Wir werden euch Mut machen die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Unsicherheiten, die immer auftreten können, wollen wir gemeinsam bewältigen”, so Schulleiterin Ruth Schlünder. Und weiter, “es ist der erste Schritt in ein selbstbestimmtes Leben.”

Geschäftsführerin Petra Pientka stellte die Möglichkeiten ihres Autohauses, welches ab November zur Gevelsberger Unternehmerschaft gehört, vor. Sie sieht mit der Ausbildung ihrer Mitarbeiter eine menschliche Dimension, indem sie den Betrieb als große Familie sieht. Die Auszubildende Gabriela Paulsen aus dem Autohaus Nolte, schilderte wie sie ihrem Traumjob, mit Autos arbeiten, als Einzelhandelskauffrau in der Ausbildung immer näher kommt. Hakki Seker, der sich schon früh während der Schulzeit umgesehen hatte, fand bei der Firma Nolte einen Ausbildungsplatz als Mechatroniker und ist damit voll zufrieden.

Der zukünftige Leiter der Firma Nolte in Gevelsberg, Andreas Niehues, sieht für das Autohaus Nolte Menschen die auch anpacken können. Er ordnet die gesellschaftlichen Tendenzen, nur auf ein Abitur zu fokussieren, negativ ein. “Es werden bei den Abiturienten Erwartungen geweckt, die sie niemals in den beruflichen Laufbahnen erfüllen können. Menschen die überqualifiziert sind, könnten nicht so leicht motiviert werden. Hier läuft in der Gesellschaft etwas falsch.” Für ihn sind Hauptschüler keine Schüler zweiter Klasse, so Niehues.

Alle Beteiligten mit ihrem Ausbildungs-T-Shirt Foto: (c) Linde Arndt

Alle Beteiligten mit ihrem Ausbildungs-T-Shirt Foto: (c) Linde Arndt

Bürgermeister Claus Jacobi bedankte sich denn auch bei allen Beteiligten um dann zur „Tat“ zu schreiten. Rektorin Ruth Schlünder und Bürgermeister Claus Jacobi überreichten jeder einzelnen Schülerin und jedem einzelnen Schüler die unterschriebenen Ausbildungspaktverträge. Als äußeres Zeichen, wir gehören dazu, gab es für jede Schülerin und jeden Schüler ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Gevelsberger Ausbildungspakt“.

Es war eine würdevolle Veranstaltung, die auf die Schüler auch motivierend einwirkte, meine Nachbarn, beides Schüler, hatten schon gerötete Wangen.

Danach gab es noch einen kleinen Stehkonvent, die Schüler tauschten sich dabei über ihre zukünftigen Ziele aus. Es war ein guter Anfang, dem sicher ein guter Weg folgt.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg
 


 

Hier können Sie was erleben – hier gibt´s was auf die Ohren

[la] Es ist wieder soweit – Gevelsberg rüstet zum Boulevard 2015 und nicht nur die Gevelsberger Bürger, sondern auch Besucher und Stammkunden aus dem näheren und weiteren Umfeld warten auf ein ereignisreiches Wochenende, wenn vom 15. bis 17. Mai 2015 die seit Jahren beliebte Erlebnisveranstaltung wieder Straße, Türen, Tore und Bühnen für das Publikum öffnet.
Alle die Blues, Hardrock, Rock & Pop, Funk’n’Soul, Pop, Deutschrock und Deutschen HipHop mögen, werden etwas in den Darbietungen an den drei Tagen finden. Italienische Top-Hits, eine Schlagerparty, Darbietungen von Blechwerk + Peanuts Big Band, sowie die Jazzpiraten werden den Zuhörern einheizen. Aber auch Klassik ist vertreten.

flyer_2015Und es gibt nicht nur etwas auf die Ohren in Form dieses Feuerwerks der unterschiedlichsten Klang- und Musikrichtungen, es gibt auch was zu sehen, hören, schmecken, spüren, riechen und da die Geschäfte am Samstag bis 18:00 Uhr geöffnet haben und der Sonntag von 13:00 bis 18:00 Uhr verkaufsoffen” ist, hat man auch ausreichend Gelegenheiten, manch schöne nützliche oder kreative Dinge zu erstehen.
Damit Sie sich über das tolle Programm informieren können haben wir hier den Veranstaltungs-Flyer eingebunden, den Sie sich auch gerne downloaden und ausdrucken und nach dem Sie Ihre Besuche planen können. [Bitte Bild anklicken]
Für alle, die es in übersichtlicher, schlichterer Form (ohne Bilder) wünschen, hier als pdf-Format.

Der Gevelsberger Boulevard ist schon lange Programm und in vielen Kalendern werden diese Tage voller Erwartungsspannung rot angekreuzt.

An der Programmgestaltung und deren Organisation beteiligt sind viele Geschäfte, Künstler und Vereine aus Gevelsberg und der Region. Offiziell eröffnet wird der Boulevard am Freitag, 15. Mai, um 19.45 Uhr mit einem Fassbieranstich auf der Gebrüder Nolte-Bühne an der Ecke Mittelstraße/Neustraße. Um 20 Uhr beginnt hier sowie auf der Vollmann-Bühne am Timpen und auf der Stadtsparkasse Gevelsberg-Bühne in der Fußgängerzone das Abendprogramm mit Live-Musik.

Das Tagesprogramm am Samstag, 16. Mai, beginnt um 11.00 Uhr mit Kreativständen von Künstlern und Kunsthandwerkern (Buteraplatz vor der VHS) und diversen Aktionsständen entlang der Mittelstraße.
Der verkaufsoffene Sonntag, 17. Mai,  bietet zudem jede Menge Abwechslung entlang der gesamten Mittelstraße.

Das Orgateam und die Sponsoren des Boulevard 2015  Foto: (c) Linde Arndt

Das Orgateam und die Sponsoren des Boulevard 2015 Foto: (c) Linde Arndt

So war denn auch die Pressekonferenz in den Räumen der AVU auch für die anwesenden Medien eine verheissungsvolle Ankündigung auf die bevorstehenden Aktivitäten. Bei diesem Termin hatten wir auch Gelegenheit, die Sponsoren zu begrüßen und von ihnen zu erfahren, was ihre Gründe sind, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Die Sponsoren sind in 2015:

Sponsoren2015


Die Sponsoren der drei Bühnen wurden befragt, was für sie der Anlaß war, sich in einer derartig großen Art am Boulevard 2015 zu beteiligen.

Andreas Niehues [künftiger Leiter des Autohauses Gebrüder Nolte Gevelsberg] sagte, es sei die eigene Strahlkraft, die Gevelsberg aufweisen könne und die das Umfeld sehr stark nach Gevelsberg zieht. Da die Firma Nolte im November ihr neues Autohaus in Gevelsberg eröffnen würde, wäre es ihnen sehr wichtig, hier Präsenz zu zeigen. “Es ist für uns eine wunderbare Identifikation mit der Stadt. Wir möchten uns kulturell und sozial einbringen, damit dann auch jeder weiß, das es uns demnächst hier in Gevelsberg gibt. Es soll keine Einmaligkeit sein, sondern eine langfristige Partnerschaft werden”, so Andreas Niehues.
Bürgermeister Claus Jacobi lobte den Einsatz und betonte, daß es vorher noch nie eine Firma gegeben hätte, die sich vor Errichtung ihrer Firma schon an solchen Aktionen beteiligt hätte.
Gabriele Kremendahl  und Julia Backhaus von der Vollmann Group – Zentralverwaltung wurden nun nach ihren Gründen befragt. Frau Kremendahl betonte, daß es die Firma Vollmann schon seit 1911 in Gevelsberg gibt. Es ist ein Familienunternehmen, wo die Inhaber in Gevelsberg im Dorf wohnen. Bei ihnen sei es umgekehrt, sie hätten sich lange vorher etabliert bis sie dann eine Bühne gesponsert haben (inzwischen zum 3. Mal), da es für sie ganz klar ist das sie zu Gevelsberg gehören und Gevelsberg zu ihnen. “Das funktioniert bei uns unspektakulär, ob es das Seifenkistenrennen oder sonstige Projekte sind. Das gehört für uns dazu, wir helfen gerne, das ist für uns Programm”, so Gabriele Kremendahl.

Thomas Theile von der Sparkasse Gevelsberg sagte “Bei uns steht draußen dran “GUT FÜR GEVELSBERG”. Das ist zwar erst einmal ein Spruch. Wichtig ist aber, wir sind nicht nur eine Bank, sondern lokal und regional tätig. Es gehört zum Selbstverständnis dazu, daß wir neben Vereinsarbeit, neben Sponsoring bei Spendenmaßnahmen eben auch solche Maßnahmen unterstützen. Es ist  für uns eine Herzensangelegenheit , denn auch wir profitieren von einem starken Standort.”

Thomas Meckel von Art_Veranstaltungstechnik sorgt schon seit Jahren für die Infrastruktur der Veranstaltungstechnik. Er wußte mit Stolz zu berichten, das ihm schon einige gute Bands bestätigt haben, dass im Bühnenbereich die Technik 1. Liga wäre und mit großen Veranstaltungen mithalten könne und das man weiß, dass es sich lohne, nach Gevelsberg zu kommen.

Uwe Träris von der AVU  wußte zu berichten, daß die AVU immer gerne als Sponsor auftreten würde, da in Gevelsberg alles in sich stimmig ist.

So blickt man voller Spannung und Erwartung auf drei tolle Tage beim Boulevard 2015, der längst nicht mehr ein Stadtfest, sondern ein Fest für die Region ist.

 

Wichtiger Hinweis für Anlieger und Autofahrer:

Für den Boulevard wird die Mittelstraße zwischen Wittener Straße und Haßlinghauser Straße für den Autoverkehr gesperrt. Die Einrichtung der Sperrung erfolgt am Freitag, 15.5., 9.30h (Sperrung der Neustraße im Einmündungsbereich zur Mittelstraße bereits um 7.00h!). Ein- und Ausfahrten von Anliegern der Mittelstraße sind nur in dringenden Ausnahmefällen gestattet. Im Notfall haben Einfahrten in die Mittelstraße über die Brunnen- oder die Nordstraße zu erfolgen. Ausfahrten sind ebenfalls über diese beiden Straßen sowie über den Eckbereich an der Wittener Straße vorzunehmen. Die Aufhebung der Sperrung erfolgt am Sonntag, 17. Mai, um circa 21 Uhr.

 

Linde Arndt für EN-Mosaik aus Gevelsberg

Gevelsberg mit Zwei-Säulen Flüchtlingspolitik

Collage "Flüchtlinge" Linde Arndt

Collage “Flüchtlinge” Linde Arndt

 

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Bürgermeister Claus Jacobi beim Neujahrsempfang 2015 Foto: Linde Arndt

[jpg] In seinem Neujahrsempfang hatte Bürgermeister Claus Jacobi ein Flüchtlingskonzept skizziert. Nun wurde ein paar Tage später im Ratssaal ein Runder-Tisch durchgeführt um dieses Flüchtlingskonzept zu verifizieren. Aufgerufen waren alle Gevelsberger, insbesondere die Vereine, Institutionen, Firmen, Zusammenschlüsse und jeder Einzelne.
Die Flüchtlingsproblematik ist vielschichtig aber auch widersprüchlich und lässt sich sicherlich nicht auf lokaler Ebene final lösen.
Bürgermeister Claus Jacobi möchte jedoch den Flüchtlingen den Zugang in Gevelsberg erleichtern.
Dabei geht er offensiv mit der Flüchtlingsproblematik um indem er ein Konzept entwickelt hat, was über die Pflichtaufgaben, die der Bund vorgibt, hinaus geht. Das Konzept stützt sich auf zwei Säulen.

Die erste Säule – Sprache

Sprache ist der Türöffner in jeder Gesellschaft. Wie kann man kommunizieren ohne eine gemeinsame Sprache? Es soll deutsche Städte geben, in deren Mauern auf der einen Seite Ingenieure waren, auf der anderen Seite gab es Firmen die verzweifelt Ingenieure suchten und nicht fanden. Die Ingenieure wurden abgeschoben und die Firmen suchten weiter. Erst bei späterer Durchsicht der Akten in der Ausländerbehörde, erkannte man den Fauxpas. Das System hatte keinen beruflichen Abgleich mit der Flüchtlings- oder Asylantendatei vorgesehen. Es geht aber nicht nur um Ingenieure, es geht um Handwerker, um Dienstleister oder Akademiker. Bedenkt man, dass Jahr für Jahr rund 150.000 hochqualifizierte Fachkräfte ins Ausland abwandern, dass unsere Gesellschaft zunehmend älter wird, ist dieser Zustand unhaltbar. Deutsch ist nun keine Weltsprache. Warum sollte sich ein Nigerianer mit deutsch rumplagen, wenn ihm doch mit seinem englisch die ganze Welt offen steht? Französisch und spanisch ist da noch eine bevorzugtere Sprache. Also sollten die Deutschen sich schon etwas mühen um die Leute zu halten.

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Melanie Beinert, VHS Foto: Linde Arndt

Bürgermeister Claus Jacobi hatte sich mit Melanie Beinert von der VHS kurz geschlossen, die einen individuellen Sprachkurs erarbeitete. Sprache erlernen indem der Einzelne im realen Leben die Sprache anwendet. So wird der Einkauf, der Schwimmbadbesuch oder der Elternabend in der Schule zu einem Spracherlebnis mit Erfolgsgarantie.
Es ist mehr was die Kommune Gevelsberg leistet – viel mehr. Und weil das so ist und weil dieses Mehr von Berlin nicht vorgesehen ist, benötigt Gevelsberg Spenden. Spenden die eine Investition in die Zukunft darstellen, die letztendlich einen Flüchtling zum Bleiben animiert, der einen Arbeitsplatz besetzt und Steuern und Versicherung bezahlt. Man könnte dies erst einmal so betrachten und dann aufhören. Sollen wir das? Nein, denn es ist ja noch ein menschlicher und sozialer Aspekt ausschlaggebend mit dem Gevelsberg eine adäquate Willkommenskultur ihr eigen nennen darf.

Die zweite Säule – Patenschaften

Erinnern wir uns was Flüchtlinge sind, so definiert die UNHCR wie folgt: “…die infolge von Ereignissen, die eingetreten sind….., und aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will……”
Es ist bittere Not, Armut und Gefahr für Leib und Leben, wenn man Bilder aus den Kriegs- oder Kriesengebieten dieser Welt ansieht. Menschen die sich tausende Kilometer auf den Weg machen, machen das nicht um ein paar Dollars mehr zu verdienen. Und davon sind 50 Millionen zur Zeit auf dem Weg. Und es werden täglich mehr. So registrierte man am 26. Januar 2015, 173 Menschen aus 31 Nationen in Gevelsberg. Die Bezirksregierung in Arnsberg hatte Gevelsberg 106 Menschen in 2014 zugewiesen. Für 2015 rechnet Gevelsberg mit mtl. 10-15 Zuweisungen. Für die Stadt Gevelsberg eine Herausforderung. Mittelfristig fehlt es zu aller erst an schnell verfügbarem Wohnraum. Aber es fehlt das kompetente Auftreten der Flüchtlinge/Asylanten, die ihre Interessen vorbringen. Wie denn, wenn es mit der Sprache nicht klappt? Hier kommen die Paten ins Spiel. Paten, die die Flüchtlinge/Asylanten an die Hand nehmen, sie motivieren, beraten oder Wege aufzeigen. Unterschiedliche Kulturen führen zu unterschiedlichen Problemen, die aber überwindbar sind. Claus Jacobi könnte sich schon vorstellen, wie eine syrische Familie aus Homs mit einer Gevelsberger Familie in Kino, Konzerte oder auch nur in einer Großstadt gemeinsam bummeln gehen. Anfangs wird das Ganze, sprachbedingt, noch ein bisschen holprig über die Bühne gehen, zunehmend werden sich jedoch Beziehungen finden, die auf ein gegenseitiges Lernen oder Erfahren heraus laufen. Ein Gewinn also.

Jasmin Breer, Stadt Gevelsberg Foto: (c) Linde Arndt

Jasmin Breer, Stadt Gevelsberg Foto: (c) Linde Arndt

Wer kann das aber? Im Grunde genommen jeder oder jede GevelsbergerIn, es braucht nicht einmal Mut. Im Hintergrund steht das neue Büro „Büro für Vielfalt und Zukunftschancen. Kontakt: 02332/771-280, jasmin.breer@stadtgevelsberg.de, mit Jasmin Breer und einer weiteren Kollegin in der Stadtverwaltung mit Rat und Tat zur Verfügung. Hier soll alles zusammenlaufen, die Patenschaften aber auch die Spenden. Bei den Spenden haben sich die „Taubenväter“ ins Zeug gelegt, indem sie mit Bürgermeister Claus Jacobi eine Spendenaktion „Gevelsberg gemeinsam“ ins Leben gerufen haben. Das Spendenkonto wird über Frau Breer geführt.

Stichwort Ehrenamt.
Viele Flüchtlinge kommen traumatisiert zu uns. Hier ist es erst einmal wichtig, dass diesen Menschen jemand zur Seite steht um die Verarbeitung des Erlebten anzustoßen. Auch dies gehört zur Patenschaft.

Zugänge zur Gesellschaft

Eindrucksvoll hat Anette Bußmann „ihren“ Intergarten gezeigt, an dem die „grünen Finger“ von mehreren Nationen Nutz- und Zierpflanzen zum wachsen gebracht haben. Stolz zeigen die Mitglieder dieses Garten ihre schön gewachsenen Pflanzen. Nicht minder stolz waren alle internationalen Teilnehmer im Garten von Bürgermeister Ckaus Jacobi, als so an die 10 Nationen sich gegenseitig bekochten.
Und sieht man einige auf der Straße oder in der Stadtverwaltung wieder, so erkennt man schon die Sicherheit mit der sie sich in ihrer neuen Heimat bewegen.

Integration

Integration ist die Zielvorstellung in einer sozialen Stadt wie Gevelsberg. Es ist ein Zustand aber auch ein Prozess des gegenseitigen Lernens und Verstehens. Am Ende dieses Prozesses steht eine andere Gesellschaft ohne die eigene gruppenbezogene Identität zu verlieren. In der Regel ist die Gesellschaft die diesen Prozess durch laufen hat, reicher geworden indem sie die kulturellen Eigenarten des anderen übernommen haben.

Nachbemerkungen

Dieser pragmatische Gevelsberger Ansatz sollte jedoch nicht von der Wirklichkeit des Flüchtlingsproblems ablenken. Denn tatsächlich stehen mangels Perspektiven, und ich meine essenzielle Perspektiven, potenziell eine Milliarde Afrikaner bereit, ihren Kontinent zu verlassen. Für sie ist der Norden das „Schlaraffenland“ welches ihr Überleben sichern könnte. Wenn der Norden das endlich kapieren würde und eine Einwanderungs-, Entwicklungshilfe oder Wirtschaftspolitik betreiben würde, könnte die weitere negative Entwicklung gestoppt werden. Nur die Zentralstaaten des Nordens denken in anderen Kategorien. Die Staaten des Nordens sind hochentwickelte Staaten, die gewaltige Überschüsse produzieren, die es gilt an den Mann zu bringen. Entwicklung der Kundenmärkte ist da ein nachrangiges Ziel.
Und gerade Deutschland ist und war da nicht gerade vorbildlich; bis heute wartet man seit Jahrzehnten noch auf ein Einwanderungsgesetz aus Berlin. Berlin lässt alles laufen und denkt, alles würde sich von alleine regeln.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg

Gevelsberg sorgt sich und handelt pragmatisch

Bürgermeister Claus Jacobi beim Neujahrsempfang Foto: Linde Arndt
Bürgermeister Claus Jacobi beim Neujahrsempfang  Foto: Linde Arndt

Bürgermeister Claus Jacobi beim Neujahrsempfang Foto: Linde Arndt

[jpg] Bürgermeister Claus Jacobi war sichtlich betroffen beim diesjährigen Neujahrsempfang am 18.1.2015. Jacobi erinnerte an die grausamen Morde in Paris vom 7. Januar 2015, die 17 Menschen das Leben kostete. Aber nicht nur an Paris erinnerte sich Jacobi, schon 2014 zogen für ihn die dunklen Wolken des Terrors auf und breitete sich über unser aller Leben aus. Angst schlich sich aufgrund dieser Taten in unser Gemüt. Nur Angst ist ein schlechter Ratgeber, so Claus Jacobi.
Und weiter, erinnerte Claus Jacobi an die 50 Millionen Flüchtlinge, die es weltweit gibt und unter schlimmen Verhältnissen im Ungewissen leben müssen. Menschen die notdürftig unter für uns unvorstellbaren und menschenunwürdigen Bedingungen ohne Perspektiven leben. Es sind Menschen die an unsere europäischen und damit auch an Gevelsberger Türen klopfen, führte Bürgermeister Claus Jacobi aus. Nachfolgend stellte Bürgermeister Claus Jacobi sein lokales und offensives Flüchtlingskonzept vor, welches nicht erst auf Probleme wartet, sondern von Anfang an die Flüchtlinge an die Hand nimmt um den Integrationsprozess zu beschleunigen.


Damit lenkte Bürgermeister Claus Jacobi sein und unser aller Augenmerk auf die Flüchtlingsproblematik, nachdem er im vorigen Jahr die Kinder in den Fokus gerückt hatte. Heinz Hilgers, Präsident des deutschen Kinderschutzbundes, war im vorigen Jahr als Gast nach Gevelsberg geladen worden. Passend zu dem diesjährigen Flüchtlingsthema, lud Bürgermeister Claus Jacobi den Gründer des Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte e.V. und Vorsitzender des Friedenskorps Grünhelme e.V. Dr.h.c. Rupert Neudeck ins Zentrum für Kirche und Kultur zum Neujahrsempfang 2015. Rupert Neudeck hielt einen beeindruckenden Vortrag.
Für Bürgermeister Claus Jacobi ist es ein weiterer Schritt, hin zu einem sozialen Gevelsberg, welches Menschen in seiner Stadt nicht alleine lässt.


v.re. Niedeck, Jürgen Gerhardt [En-Mosaik] und Andre Sicks [City-Anzeiger]  Foto: Linde Arndt

v.re. Dr.h.c. Rupert Neudeck , Jürgen Gerhardt [En-Mosaik] und Andre Sicks [City-Anzeiger] Foto: Linde Arndt

In diesem Zusammenhang hatten die Redakteure  Jürgen Gerhardt von EN-Mosaik,  sowie André Sicks vom  Cityanzeigers und die Pressefotografin Linde Arndt die Gelegenheit ein Pressegespräch mit Dr.h.c. Rupert Neudeck nach der Veranstaltung zu führen.

Jürgen Gerhardt: Ich habe sie seit ihrer damaligen Aktion, als sie tausende Vietnamesen mit der Cap Anamur gerettet haben, immer wieder aus der Ferne begleitet. Schon damals war es keine Selbstverständlichkeit die geretteten Flüchtlinge unterzubringen. Sie wurden damals massiv von vielen Politikern kritisiert.
Ich hatte allerdings ein Problem, als sie ihren Nachfolger auf der Cap Anamur Elias Bierdel, der vor 10 Jahren auf Sizilien mit 37 Afrikaner an Land ging, später kritisierten. Alle auf der Cap Anamur wurden damals verhaftet und das Schiff wurde beschlagnahmt. Später wurde Bierdel mit seiner Besatzung wegen Menschenhandel vor Gericht gestellt. Heute haben wir wieder dieses Problem. Heute droht die italienische Regierung den Fischern, die in Seenot geratene Afrikaner aufnehmen und an Land bringen, wieder mit einer Anklage wegen Menschenhandel.

Wie würden sie sich heute verhalten?

Jürgen Gerhardt: Aber sie greifen doch schon früher in den Bildungsprozess ein.

Jürgen Gerhardt: Wo kann ich als Europäer politisch in Afrika eingreifen?

Jürgen Gerhardt: Vielen Dank für das Gespräch


Leider hatte Rupert Neudeck nur begrenzt Zeit gehabt. Draußen vor der Tür stand die ganze Zeit der PKW, der Rupert Neudeck zum nächsten Ort bringen musste.
Es ist schade, wenn man solch einen wunderbaren Menschen der als herausragender Zeitzeuge im Bereich der Flüchtlingsproblematik angesehen ist, „nur“ eine begrenzte Zeit für solche ein Gespräch zur Verfügung hat. Rupert Neudeck ist inzwischen eine moralischen Instanz, die man immer wieder um Ratschläge bittet.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg


Richard David Precht stellt das vorhandene Schulsystem in Frage

mentorscheck

Rossmann spendet € 3.000,00 für „Mentor – die Leselernhelfer“
Foto: Linde Arndt

Gastbeitrag André Sicks

[Gevelsberg] Mit bestechender Eloquenz und Überzeugungskraft zog der Philosoph und Publizist Richard David Precht am 15. Januar 2015 die Zuhörer in der restlos ausverkauften Aula vom Schulzentrum West in seinen Bann. Man könnte auch sagen, sie klebten ihm, bei seinen anschaulichen, mit vielen persönlichen Beispielen gespickten Ausführungen – ausgehend von seinem Buch „Anna, die Schule und der liebe Gott“ – an den Lippen. Oftmals bot sich sogar Gelegenheit zu lachen, und das obwohl es um ein echtes Reizthema ging – das deutsche Schulsystem. Precht war auf Einladung von „Mentor – Die Leslernhelfer Gevelsberg e.V.“ und der VHS nach Gevelsberg gereist, nachdem ihn die heimische Büchereileiterin Stephanie Kron bei einem Treffen einfach mal spontan dazu „verpflichtete“. Und als Schirmherr des Bundesverbandes von „Mentor – die Leselernhelfer“ konnte der Professor schlecht nein sagen. Mit einem Exkurs über die sogenannte „Google-Brille“ leitete er seine Ausführungen ein. Der Zusammenhang zum Schulsystem wurde dabei sehr schnell klar. Es ist der Umbruch des Digitalzeitalters, auf welches sich seiner Meinung nach, das Bildungswesen einstellen muss. Ziel der Schulpflicht sei zwar der Erwerb von Wissen, doch heute kann man sich dies auch mit Hilfe digitaler Medien individuell zuhause ansammeln. „Lernen ist Praxis im Umgang mit anderen. Nur dadurch kann man seine Stärken und Schwächen erkennen oder Strategien generieren.“, so Precht.

„Der vermittelte Stoff wird gepaukt, um Tests und Prüfungen zu bestehen – und dann nicht mehr benötigt.“ Da-zu gab er einige Beispiele und hakte im Publikum nach, wer denn noch wisse, was eigentlich ein Konsekutivsatz oder eine Molmasse sei, und was genau in der „Goldenen Bulle“ stehe. Warum also sollten unsere Kinder weiterhin einem sogenannten „Bulimie-Lernen“ – rein-fressen, ausspucken und wieder vergessen, wie es Precht zynisch bezeichnete, ausgesetzt sein? Warum nicht einen anderen Weg gehen, der sich nach den neuesten Erkenntnissen der Psychologie richtet?

Und genau an diesem Punkt erläuterte der 50-jährige seine Vision eines perfekten Schulsystems: Die Kinder bleiben bis zur sechsten Klasse zusammen und lernen Grundfertigkeiten. Im Anschluss daran sollte sich jedoch „die vorhandene Struktur einer Kaserne, das typisch preußische Beamtentum“ auflösen und man kombiniere individuelles Lernen mit Projekten.

Kinder sollten nach ihren persönlichen Neigungen und Talenten gruppiert werden und dement-sprechend an darauf zugeschnittenen Projekten teilnehmen können.
Die Schule würde quasi in „Lernhäuser“ aufgeteilt, wo Schülern die ganze Zeit über ein Team aus Lehrern als „Coachs“ zur Seite steht. Dabei müsste man allerdings auch Fachexperten mit ins Boot holen. Das heißt, ausgebildete Lehrer müssen qualitativ mehr, aber quantitativ weniger arbeiten. Man rekrutiert sie durch ein „Casting“ und vereint sie mit geeigneten Praktikern verschiedener Berufsfelder. So entsteht eine neue Bindungs- und Verantwortungskultur. Wer aber soll nun diese Vision umsetzen? Auch darauf hatte Precht mit realistischem Blick auf die Politik eine Antwort parat. Nur die Schulen selbst könnten sich unter kompetenter Beratung von Bildungs-initiativen, Sportvereinen, etc. evolutionär entwickeln. Dafür müssten allerdings die Kultusministerien die Leine verlängern. „Wer etwas verändern will, sucht Ziele. Wer etwas verhindern will, sucht Gründe“. Stürmischer Applaus und interessante Fragen statt Kritik aus dem Publikum ließen ahnen, dass dieser Abend die Gäste inspirierte.
Richard David Precht – Fotos der Veranstaltung von Linde Arndt

Neuer Fachbereichsleiter in Gevelsberg

[jpg] Der Leiter des Fachbereichs 3, Rüdiger Blum, ist altersbedingt in den Ruhestand gegangen. So war die herausragende Führungsposition neu zu vergeben. Nach einer internen und externen Ausschreibung war die Stadt Gevelsberg fündig geworden. Ein

Dipl.-Ingenieur Björn Remer  Foto: Archiv EN.Mosaik

Dipl.-Ingenieur Björn Remer Foto: Archiv EN.Mosaik

Glücksfall wie Bürgermeister Claus Jacobi fand. Der Nachfolger, Dipl.-Ingenieur Björn Remer, hat in Burscheid, einer Kleinstadt im Rheinisch-Bergischen Kreis,  seine ersten Meriten verdient. Dort hatte er neben der Stadtentwicklung und der Stadtplanung auch als persönlicher Referent des Bürgermeisters den Bereich Wirtschaftsförderung ausgefüllt. Interkommunales Denken und Handeln ist ihm durch den  Rheinisch-Bergischen Kreis schon vermittelt worden. Und darüberhinaus ist Remer ein Bürger von Gevelsberg. Er hat zwei Kinder, die in Gevelsberg zur Schule gehen. Wie gesagt  – ein Glücksfall für Gevelsberg, bringt Remer doch damit das Verständnis für Gevelsberg mit. Erwähnenswert wäre, dass Remer altersgemäß sich nahtlos in das Gevelsberger Rathaus Team einpasst.

Frau Margit Hieber und Herr Norbert Pöpsel, die der öffentlichen Vorstellung beiwohnten, freuen sich schon auf eine gute Zusammenarbeit.

So wusste Björn Remer bei der Vorstellung des Projektes “Dörner Busch” gegenüber den Anwohnern zu überzeugen. Mit dem  derzeitigen laufenden LEADER Projekt hat Björn Remer sich  schon intensiv befasst, wobei er dieses Projekt schon als interessant einordnet. Aber auch die weitere Planung der B7 (zukünftig L700) vom Vogelsang bis Hagen-Haspe wird ihn fordern, denn hier ist die Stadt Gevelsberg zukünftig Bauherr. Straßen NRW ist zwar noch im Boot aber nicht mehr federführend.  Schwerpunkt wird auch  das Ausweisen von weiteren Gewerbeflächen sein. Hier strebt er ein interkommunales Flächenmanagement an, welches Gevelsberg mit seinen Nachbarstädten konkurrenzfähiger macht. Im Innenstadtbereich wäre der obere Mittelstraßenbereich eine weitergehende Betrachtung wert, so Björn Remer.

Letztendlich soll es eine langfristige Stellenbesetzung im Rathaus werden, wobei die Wirtschaftsförderung als Stabsstelle dem Bürgermeister direkt berichtet.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg

Grußwort des Gevelsberger Bürgermeisters Claus Jacobi zum Jahreswechsel 2014 / 2015

Bürgermeister Claus Jacobi Foto: Linde Arndt

Bürgermeister Claus Jacobi
Foto: Linde Arndt

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

am Ende eines jeden Jahres, in den besinnlichen und geruhsamen Stunden zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel, schauen wir gerne im Kreis von Freunden und Familienmitgliedern auf die letzten zwölf Monate zurück und ziehen Resümee über das gemeinsam Erreichte.

Auch in unserer schönen Stadt Gevelsberg konnte im zu Ende gehenden Jahr wieder Vieles neu gestaltet und erfolgreich abgeschlossen werden. Neben der Fertigstellung des Ennepebogens konnten die Bauarbeiten an der Hagener Straße zwischen „Nirgena“ und „An der Drehbank“ in den ersten Monaten des Jahres endlich beendet werden und ein ganz neues Stadtbild trat in Haufe und Nirgena hervor. Die offizielle Einweihung haben wir am 27. April zusammen mit Verkehrsminister Michael Groschek und unzähligen Gästen aus der gesamten Region gefeiert. Was dieses „Interkulturelle Bürgerfest“ aber vor allem zu einem unvergesslichen Event in unserer Stadt gemacht hat, war das große Engagement der hier lebenden Menschen sowie das Mitwirken der vielen Vereine und Institutionen. Als Gemeinschaft hatten wir uns seit Planungsbeginn das Ziel gesetzt, allen Gästen die kulturelle Vielfalt und die Lebendigkeit dieser besonderen Nachbarschaft zu präsentieren und haben letztlich darüber hinaus deutlich gezeigt, dass wir – ganz gleich welcher kulturellen Herkunft oder Religion – durch die Liebe zu unserer Stadt verbunden sind.

Ein jeder von uns verbindet das zu Ende gehende Jahr aber auch mit ganz eigenen Erinnerungen und besonderen Erlebnissen. Ganz gleich, ob als Highlight des Jahres 2014 der Besuch des Vorsitzenden des Kinderschutzbundes Heinz Hillgers zu Jahresbeginn, die rasanten Abfahrten beim Gevelsberger Seifenkistenrennen, die Momente der europäischen Freundschaft zum 10-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläum in unserer italienischen Partnerstadt Butera, die große Feier zum 5. Geburtstag des Bürgerhauses Alte Johanneskirche, die weltoffene Nachbarschaft beim 10. Berger Stadtteilfest oder die gemeinsame Zeit auf dem Boulevard und unserer schönen Gevelsberger Kirmes gelten: Wir Gevelsbergerinnen und Gevelsberger dürfen dankbar zurückschauen auf ein sehr bewegtes und erfolgreiches Jahr 2014. Wie schon in den vergangenen Jahren basieren all diese Erfolgsmomente auf den Stärken unserer Bürgerinnen und Bürger. Den Menschen, die hier wohnen und arbeiten und die unser Gemeinwohl mit ihrer Initiative und Kreativität, ihrer Tatkraft und ihrem Engagement aktiv mit gestalten. Ihnen gebührt heute mein Dank und meine große Anerkennung, denn Gevelsberg wäre ohne das tatkräftige Wirken und das menschliche Miteinander seiner Bürgerinnen und Bürger nicht vorstellbar.

Mit dem Jahreswechsel einher geht auch ein Ausblick auf das vor uns liegende Jahr. Viele von uns sind bereits voller Erwartungen auf 2015, sind mit Planungen betraut, stimmen Vorhaben ab und bereiten sich auf ein neues ereignisreiches und erfolgreiches Jahr vor. So wird ab dem kommenden Jahr nach dem oben genannten Vorbild die B7 im Ortsteil Vogelsang zwischen Breddestraße und der Stadtgrenze zu Hagen städtebaulich deutlich aufgewertet. Außerdem erwartet uns ein spannendes Zertifizierungsverfahren zur „familiengerechte Kommune Gevelsberg“ sowie die Teilnahme der etwas ländlicher geprägten Ortsteile Silschede und Asbeck am städteübergreifenden Leader-Projekt.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

nach einem Jahr, in dem in einem erschreckend hohen Ausmaß internationale Kriege und Krisenherde die Welt erschüttert haben und unzählige Menschen weltweit in diesen Tagen statt vorweihnachtlicher Stimmung Hunger, Krankheit, Terror und Angst erleben müssen, möchte ich unsere Gedanken abschließend weit über unserer Stadtgrenzen hinaus öffnen. Wenn wir uns der Lage der Menschen in den betroffenen Gebieten bewusst werden und uns derer annehmen, für die das Jahr 2014 mit dem Abschiednehmen von einem nahestehenden Angehörigen oder Freund oder der eigenen Heimat verbunden bleiben wird, so gewinnt die tiefe Bedeutung der Worte Dankbarkeit und Nächstenliebe an neuer Kraft. Mögen uns die Botschaft von Weihnachten und der heilsame Blick in die Krippe das ganze Jahr die Zuversicht schenken, dass wir als Menschen nie allein sind, wenn wir für den Nächsten da sein wollen.

In diesem Sinne wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest, in Frieden und Harmonie, nicht nur in unserer Stadt, sondern in möglichst vielen Teilen der Welt, sowie uns allen für das neue Jahr Glück, Gesundheit und Gottes Segen.

Herzlichst

Ihr
Jacobi-Unterschrift

 

Claus Jacobi
Bürgermeister

Jeder Stadtrat sollte ein Niveau mit Würde besitzen

Das Jugendorchester der Musikschule Gevelsberg  Foto: Linde Arndt

Das Jugendorchester der Musikschule Gevelsberg Foto: Linde Arndt

[jpg] Stadträte arbeiten ehrenamtlich. So weit so gut. Ein Problem ist jedoch, die Stadträte haben die Stadtverwaltung als „Partner“ im Boot. Und so wie Stadtrat und Stadtverwaltung miteinander umgehen, so ist die Stimmung in der Stadt. Würde, Respekt und gegenseitige Achtung sind Werte, die die Personen dieser Institutionen konditioniert haben sollten. So die optimale Vorstellung. Gevelsberg hat in einer Sitzung des Rates vom 18. September 2014 eine gelungene Demonstration dieser Werte demonstriert.

Wir bekamen noch einen Teil der Stadtratssitzung vor der Ehrensitzung mit. Da wurde über den Edeka Markt am Börkey gestritten, dort ging wegen des Baustopps nichts mehr.

Die „heilenden“ Anträge für dieses Vorhaben sollten mit dieser Sitzung durch den Rat gehen. Da jedoch noch weitere Anträge zu diesem Thema behandelt werden mussten, verzögerte sich die ganze Sitzung etwas, letztendlich war man sich jedoch einig, kein Ratsmitglied wollte dem Investor Steine in den Weg legen. Ehrenamtskarte oder Videostreaming der Ratssitzungen, alles Themen und Anträge die die einzelnen Räte forderten, wurden abgearbeitet. Bürgermeister Claus Jacobi führte den Stadtrat souverän durch die Sitzung ohne die einzelnen Ratmitglieder zu dominieren.

Die Zeit spielte allerdings auch dem Bürgermeister einen Streich; denn der nachfolgende Ehrenakt sollte ja musikalisch durch die Jugendlichen eingerahmt werden. Es klappte nicht ganz die Tagesordnung abzuarbeiten, so mussten die Jugendlichen ihre Stücke vor dem Ehrenakt spielen. Denn tags darauf war für die Jugendlichen Schule angesagt. Trompete, englisch Horn oder Tuba sind für ein Orchester eine gewöhnungsbedürftige Zusammensetzung. Hier harmonierte dieses 7 köpfige Orchester der Gevelsberger Musikschule jedoch hervorragend als musikalischer Leckerbissen und feierlicher Rahmen.

Der nun folgende Festakt war ganz der Würdigung der ehemaligen Ratsmitglieder vorbehalten indem die Ehrenbezeichnung des Stadtältesten verliehen wurde. 15 Jahre musste man dem Stadtrat angehören um diese Ehrenbezeichnung überreicht zu bekommen. Das sind drei Stadtratsperioden in denen  viel debattiert, diskutiert, gestritten und beschlossen wurde. Meinungen prallten aufeinander, die Stimmung war sicher zeitweise aufgeladen. Aber man einigte sich, wusste man doch, man musste am nächsten Tag wieder miteinander reden. Lokale Politik funktioniert eben anders als die Politik in den Ländern und beim Bund.

Bürgermeister Claus Jacobi mit Eberhard Wehberg  Foto: Linde Arndt

BM Claus Jacobi mit Eberhard Wehberg [FWG]
Foto: Linde Arndt

Bürgermeister Claus Jacobi wusste für jeden der neuen Stadtältesten ein Wort aus dem persönlich Erlebten vorzutragen. Eberhard Wehberg (FWG), der sich sehr stark in der Schul- bzw. Bildungspolitik engagierte und dort immer wieder Verantwortung übernahm. Über 30 Jahre hat er nun im Stadtrat verbracht, Basisdemokratie war eines seiner Wunschziele. Klaus Krägeloh (CDU), der auch jahrelang stellvertretender Bürgermeister war, hatte Bürgermeister Claus Jacobi viele Gevelsberger Termine abgenommen und kam bei den Gevelsbergern sehr gut an. Sport und Wirtschaft waren seine politischen Interessengebiete, in denen er für Gevelsberg glänzen konnte.

So bekam er als besondere Würdigung vom Bürgermeister ein T-Shirt überreicht auf welchem er mit dem Bürgermeister abgebildet ist.

T_Shirt

Das spezielle T-Shirt
Foto: Linde Arndt

Das besondere Bild auf dem T-Shirt, Krägeloh als braungebrannte Stadtrat neben einem weißhäutigen Bürgermeister Jacobi am Strand. Und da war da noch Hubertus Kramer (SPD), der inzwischen in den Landtag nach Düsseldorf gewechselt ist. Dort ist er nun Mitglied und stellvertretendes Mitglied in vielen Ausschüssen. Beispielhaft sei hier der Ausschuss für Kommunalpolitik oder der Ausschuss für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr erwähnt. Seit 1994 bis 2014 gehörte er dem Rat der Stadt Gevelsberg an. Kramer, der gelernter Journalist ist, agiert politisch in Hagen und im ganzen EN-Kreis. Und jetzt halt im Düsseldorfer Landtag, wo er für seinen Wahlkreis aktiv ist.

Hier die gesamte Ehrenliste:

 

Stadtälteste und Stadtältester (In alphabetischer Reihenfolge)

Michael Crämer (SPD)

Klaus-Peter Gordon (SPD).

Klaus Krägeloh (CDU)

Hubertus Kramer MdL (SPD)

Doris Luszas (parteilos) (ehemals CDU)

Heinz – Jürgen Otte (CDU)

Alexander vom Schemm (CDU)

Manfred Trachte (parteilos) (ehemals CDU)*

Jürgen Vens (parteilos) (ehemals CDU)*

Rüdiger Völkl (FWG)

Eberhard Wehberg (FWG)

 

Die ausscheidenden Ratsmitglieder die geehrt wurden:

Dirk Rabenschlag (FWG)*

Ulrike Rabiega (SPD)

Christian Roth (SPD)

Alfried Schlottoff (SPD)

* entschuldigt nicht anwesend

 

 Würdigung der ehemaligen Ratsmitglieder und Stadtältesten  Foto: Linde Arndt

Würdigung der ehemaligen Ratsmitglieder und Stadtältesten Foto: Linde Arndt

Überreicht wurde durch den Bürgermeister eine Uhr und eine Urkunde als kleines Dankeschön für diese langjährige Tätigkeit im Stadtrat. Wobei die ausscheidenden Ratsmitglieder mit einer Urkunde verabschiedet wurden.

Im Anschluss gab es in der Kantine ein gemeinsames Abendessen bei Gesprächen über das gemeinsam Erlebte was verband und verbindet.

Solche Veranstaltungen begründen den guten Ruf und auch den Erfolg von Gevelsberg; denn Alltäglichkeit sollte schon ein gewisses Niveau, auch auf kommunaler Ebene, haben.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg