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[jpg] Da wird ein Bundeswahlkampf geführt, wofür es erst einmal ein Volk geben müsste.  Argumente werden nicht ausgetauscht. Holzschnittartige Slogans werden erstellt und mit Photoshop geschönte Kandidaten werden den Wählern unter die Nase gehalten. Die Leitmedien mühen sich auch nicht die Politikprominenz zu fordern, sie verstärken nur die vorhandene Szene von Dummheit. Eine Steigerung der Verdummungskampagne stellen hier die öffentlich rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF dar.

 

Pädophilievorwurf

Anne Will, Journalistin und Moderatorin, befasste sich in ihrer Sendung vom 18. September gefühlte 2 Stunden mit dem Pädophilievorwurf gegen Jürgen Trittin von den Grünen.

Hintergrundinformationen gab es nicht durch Frau Will. Warum auch? Mit einer dementsprechenden ernsten und vorwurfsvollen Miene wurde nicht nur die Ernsthaftigkeit sondern auch die Verwerflichkeit des Vorwurfs noch verstärkt.

Jürgen Trittin Quelle:  CC BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Jürgen Trittin
Quelle: CC BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Gleichwohl stammt der Vorwurf aus einer Zeit (´60er – ´90er Jahre) in der im Bereich der Sexualität eine Befreiungsrevolution in Deutschland stattfand. Man denke an die Vergewaltigung in der Ehe, die für das bürgerliche Lager von CDU/CSU Jahre ganz in Ordnung war. Erst 1997 wurde nach jahrelangen Kampf das Gesetz geändert und gab den Frauen auch in der Ehe einen gesetzlichen Schutzraum. Kinder verprügeln, wurde auch gegen den Widerstand des bürgerlichen Lagers von CDU/CSU unter Strafe gestellt. Homosexualität, verschwand aus dem Strafgesetzbuch, war nicht mehr strafbar. Es ging aber noch weiter. Immer gegen das bürgerliche Lager.

Die Deutschen mussten in den Ende 60er bis in den 80er Jahren lernen was Sex überhaupt ist. Bei der Aussprache der Wörter Sex, Geschlecht oder dem menschlichen Körper musste in den Wohnungen erst einmal die vollkommene Dunkelheit hergestellt werden – es war halt schmuddelig und auch noch Sünde. Fast sämtliche Tabus des Bereichs Sex wurde von der APO, den Studenten, in Frage gestellt. Erinnern Sie sich „Antiautoritäte Erziehung“ (Sommerhill, A.S Neill’s ), von den Konservativen/Bürgerlichen verteufelt, den Progressiven empfohlen. Was sollte es aber mit den Kinder geben? Hatten die keine sexuellen Bedürfnisse? Klar hatten sie welche.  Freud nannte sie die oralen und analen sexuellen Phasen die letztendlich in die genitale Phase übergehen. Zwischen den einzelnen Phasen standen bürgerlich, konservative Eltern, die ihren Zöglingen mit körperlichen Bestrafungen drohten, wenn sie ihren Körper erkundeten. Masturbation, also die Selbstbefriedigung, wurde danach streng, auch körperlich, bestraft. Das alles wurde von den Progressiven abgelehnt. Mutter und Vater überwanden die Grenzen zu Hause indem sie sich auch nackt ihren Zöglingen zeigten. Die Zimmer in der gemeinsamen Wohnung waren offen. Anfangs gab es keine wie auch immer geartete Intimität, das Thema Rückzugsgebiete gab es noch nicht.

Viele Ideen die damals umgesetzt wurden, erkannte man danach als falsch und stellten sie ab. Und eine dieser Ideen war die Sexualität mit Kindern. Das war eine kontroverse Idee. Es war aber niemals an Missbrauch gegenüber den Kindern gedacht worden. Es war ja erst der Anfang einer Zeit, in der Menschen über Sex redeten. 1972 wurde in der Wissenschaft menschliche Sexualität erst akzeptiert und untersucht, in den USA mit Masters und in Deutschland mit Sigusch. Wie also sollten die Grünen die Tragweite ihrer Idee von 1981 überschauen? Sollten sie sich an die bürgerlich/konservative CDU/CSU wenden, die genau wie die katholische Kirche es als Sünde bezeichnete? Wohl kaum. Also wurde die Idee weiter getragen.

Das aber eine Journalistin wie Anne Will diese Thema aufgegriffen hat  und den Grünen kriminelle Kinderschänderei ( Heute Pädophilie, damals Unzucht mit Abhängigen) unterstellt ohne den Kontext auszuleuchten ist doch mehr als unverschämt. Ich denke die Journalistin Anne Will wollte anscheinend selber Wahlkampf betreiben. Für wen? Die FDP hat es ja auch anscheinend geschafft.

 

Veggieday

Vegetarisches Buffett  Foto: Linde Arndt

Vegetarisches Buffet Foto: Linde Arndt

EN-Mosaik hatte diesen Vorschlag als albern abgetan. Das dieser Vorschlag eine Eigendynamik entwickeln könnte hat hier niemand gedacht. Warum? Für unsere Redaktion war und ist es selbstverständlich Restaurants oder Kantinen aufzusuchen wo neben Fleischgerichten, bei denen übrigens das Schweinefleisch gekennzeichnet ist, Fischgerichte und vegetarische Gerichte angeboten werden. In einigen dieser Häuser bemerken wir neuerdings wieder, dass es koschere Gerichte gibt und die Gruppe der Veganer von den Köchen auch bemerkt wurde. Jetzt aus diesem Angebot einen staatlichen Zwang zu konstruieren ist doch mehr als fragwürdig.

Das das Volk der Deutschen zu dick ist und dies ein gesundheitliches Problem ist, ist ja wohl nicht von der Hand zu weisen. Und einmal auf den zu hohen Fleischkonsum hinweisen, scheint bei vielen Leit(d)medien eine dankbare Vorlage gewesen zu sein. Hauptsache es ist ein Aufreger.

 

Steuererhöhungspläne

1 bis 4 Billionen Euro werden an Steuern hinterzogen, betrogen, optimiert oder vermieden. In irgendeinem Briefkasten in Delaware (USA), Kayman Isle oder in einem sonstigen Steuerparadies werden diese Gelder gebunkert. Den Staaten – auch Deutschland  – fehlen die Gelder um in die Infrastrukturen zu investieren. Soziale Dienste müssen auf ein Mindestmaß herunter gefahren werden um sich nicht noch mehr zu verschulden. Wenn die Bewohner vieler Alten- und Pflegeheime jedoch nicht nur satt und sauber sein sollen, braucht man Geld. Da sich die Reichen und Superreichen mit ihren Gewinnen an der Finanzierung der allgemeinen Kosten des Gemeinwesens nicht beteiligen wollen, müssen halt andere Gruppen der Gesellschaft her halten. So einfach ist das. Das wir in Bildung investieren müssen ist allen Beteiligten klar, nur wo das Geld herkommen soll, da wird geschwiegen. An die Reichen und Superreichen will niemand ran, weil, man ist ihnen ja irgendwie verpflichtet, denn sie schaffen doch Arbeitsplätze (Wie nett). In der Brüsseler EU sind die 1 bis 4 Billionen Steuern in den diversen Briefkästen ein Thema, nur die einzelnen Staaten, auch Deutschland, haben mit der Umsetzung Probleme. Deutschland müsste Steuerfahnder und -prüfer einstellen, es tut sich jedoch nichts. Und das seit Jahren.

 

Nun es sind nicht alle Hintergrundinformationen die man zu diesen (Nur) drei Themen aufgreifen könnte. Und das mit riesengroßen Redaktionsstäben der öffentlich/rechtlichen ARD und ZDF aber man sollte ehrlich zugeben auch der privaten Leitmedien. Warum tun die Kollegen hier nichts?

Nun, offensichtlich sind die Abhängigkeiten der Leitmedien von der Politik und der Wirtschaft so groß, dass man lieber keine dieser Themen so darstellt wie sie dargestellt werden müssten.

 

Angela Merkel  Foto: Linde Arndt

Angela Merkel Foto: Linde Arndt

Angela Merkel ist durch, praktisch müsste niemand mehr zur Wahl gehen, einziges Problem sind die beiden Parteien AFD und FDP. Eine dieser Parteien benötigt Angela Merkel noch um ihr Merkel-Machiavelli-System weitere 4 Jahre am laufen zu halten. Und unsere Leitmedien? Solange wir Redakteure wie Sigmund Gottlieb vom Bayrischen Rundfunk haben, werden unsere Probleme klein geredet und unsere Politiker kommen mit Slogans und Floskeln immer durch.

Es werden also weiter Fragen gestellt die niemand beantworten muss. Es sei denn er ist so klein, dass man ungestraft auf ihn eindreschen kann.

Vielleicht ist es besser die Bewegungslosigkeit der deutschen Politik zu kommentieren, es wäre sicherlich für die deutschen Leit(d)medien ein spannendes Format.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik

[jpg] Im Vorfeld hatte ich meine Stimme per Briefwahl schon abgegeben. Meine Frau war am Wochenende unterwegs und ich hatte nun eine echte Wahl was ich unternehmen, also was ich schon immer machen wollte. Ich wollte mich mit ehemaligen Kumpels treffen und wieder einmal frei ein paar Stunden "klönen".  Also ran ans Telefon und einen gemeinsamen Termin und den Ort ausgemacht. Von den Angerufenen fanden sich auch 7 die ebenfalls Lust auf einen Nachmittag hatten. Wir trafen uns in einem uns bekannten Restaurant um uns bei einem guten Essen über alte oder auch neue Zeiten zu unterhalten.
Der Kellner brachte die Speisenkarte und fragte nach den Getränken. Die Getränke waren schnell gewählt, weil wir alle mit dem Auto da waren, also alkoholfrei.

Beim Studium der Speisenkarte wurde das ganze etwas schwieriger, denn viele Gerichte fanden wir gut, wobei letztendlich der persönliche momentane Geschmack oder auch die Lust entscheidend war. Gänzlich unbekannte Gerichte gab es nicht, denn durch den Austausch untereinander konnte man die Gerichte erfahrbar machen.

So kamen auf 8 Personen 5 verschiedene Gerichte. Nach dem Essen fanden wir uns in unserer Wahl bestätigt, nur einer war nicht zur Gänze zufrieden mit seiner Wahl.
 

 Nun hatten wir für die Wahl, sowohl kommunal als auch im Bund "genügend" Parteien und Personen zur Auswahl. Aber war es auch eine wirkliche Auswahl, die man zweifelsfrei wählen konnte? Nein, sie war es nicht. Auch mit dem Austausch untereinander kam nie wirklich irgendein Inhalt rüber. Inhalte wurden mit Äußerlichkeiten gleichgesetzt. Der nette Herr oder die nette Dame auf dem Plakat reichte vielen.    

Zum ersten wussten die Parteien und deren Akteure keine zweifelsfreie Bilanz zu ziehen. Auf der kommunalen Ebene kam einem das schon vor, als wenn die Ratmitglieder sich in den letzten Jahren einen schönen Lenz gemacht hätten. Jedes mal wenn man einen der politischen Akteure auf eine Bilanz ansprach, erfuhr man NICHTS.

Genauso war es mit den zukünftigen 5 Jahren, auch hier ein großes NICHTS. Wenn dann ein Wähler mal ein Problem nannte, so versprach man dieses Problem evtl. zu lösen, so dieser Wähler den angesprochenen Politiker wähle. So fiel auch auf, dass sich die Kandidaten sehr oft in Altenheimen oder mit den Senioren schmückten. Als wenn wir eine Stadt von Alten und Pflegebedürftigen wären. Nur das Problem der Alten und Pflegebedürftigen, nämlich das 50% der Alten und Pflegebedürftigen nicht genügend zu essen und trinken bekommen, blieb dabei außen vor.

Die Jugend oder jungen Erwachsenen gab es als Thema im Wahlkampf kaum oder nur ungenügend. Für die Medien, also auch für uns, war dieser Wahlkampf desaströs mangels fehlender Inhalte.

Hier in Ennepetal waren die beiden Protagonisten nur bereit über ihre persönliche Vergangenheit zu sprechen.
Da stand auf der einen Seite der gelernte Verwaltungsangestellte der gelernten Bankkauffrau gegenüber. Wobei man den Eindruck hatte, dass der Beruf der Bankkauffrau  irgendwie nichts wert ist. Oder die nostalgischen Betrachtungen, wo die Kandidaten sich in der Jugend aufgehalten haben, politisch ohne Aussage.

In der Bundestagswahl hing von Anfang an der Spruch des Bundesverfassungsgerichts als Damoklesschwert über der Wahl. So hatte das Bundesverfassungsgericht die Wahlgesetze in einem Urteil nach dreimaligen Anlauf nunmehr als verfassungswidrig eingestuft. Das BVG wagte es aber nicht die Wahl 2005 als verfassungswidrig einzustufen. Wer hätte dann die neuen Wahlgesetze verabschieden sollen? Es wagte aber auch nicht, dem Gesetzgeber eine sofortige Änderung aufzutragen. Vielmehr gab das BVG dem Gesetzgeber eine Galgenfrist bis 2011.

Als im Frühjahr die Bündnisgrünen eine Gesetzesvorlage zur Abstimmung im Bundestag einbrachten, stimmte die SPD und CDU dagegen, weil sonst die Koalition zerbrochen wäre.
Beide rechneten mit einem Vorteil der durch den verfassungswidrigen Zustand erreicht werden konnte und kann. Beide sahen jedoch nicht den Nachteil der sich am Abend stellen konnte. In Schleswig-Holstein ist es noch schlimmer, dort sind die Wahlgesetze so abgefasst, dass eine einwandfreie Interpretation kaum möglich ist. Hier wartet sicher das Landesverfassungsgericht auf eine Klage. Und so wie es aussieht wird diese Klage kommen.
Dort wird die CDU mit der FDP mit diesen so monierten Überhangkandidaten regieren können.
Anders im Bund,  dort hat die CDU mit der FDP eine Mehrheit die ohne Überhangkandidaten auskommt.Trotz allem bleibt die Wahl verfassungswidrig. Ob das unseren Politikern passt oder nicht. Aber genügt es auch einem Demokraten eine verfassungswidrige Wahl gewonnen zu haben?

Bei der Bundestagswahl ist die SPD um rund 11% abgestürzt, die CDU/CSU verlor zwar auch, aber nicht in der Höhe wie eben die SPD. Gewonnen haben alle anderen Parteien, von der FDP angefangen bis hin zu den Linken. 

Merkels Wahlkampf ist aufgegangen nur auf ihre Beliebtheit zu setzen und keine Inhalte zu bringen die letztendlich die Wähler nicht goutieren würden. Sie hat aus der Wahl 2005 gelernt, als sie vor der Wahl 2% Umsatzsteuererhöhung und einen Professor Kirchhoff mit seiner Steuerreform ankündigte. Nicht die kleinste Information über die zukünftige Politik ließ sie durch. Und Steinmeier? Steinmeier wartete vergeblich auf diese Inhalte die er kontern wollte. Der von ihm  vorgelegte Deutschlandplan wurde sodann von den Medien auch zerrissen. Er konnte und wollte die Strategie nicht wechseln und blieb wie Merkel im ungefähren.
Steinmeier will die SPD Opposition nunmehr anführen, mit solch einer nur ausreichenden Strategie?
Schaut man sich das Wahlergebnis genauer an, stellt man noch einige andere Verlierer fest.
Die Wahlbeteilung ist um ca. 7% zurückgegangen. Rund 20 Mio. Wähler sind entweder nicht hingegangen
oder haben eine ungültige Stimme abgegeben. Wieviel mehr Nichtwähler hätte es wohl gegeben wenn die Medien nicht für die Wahlen´09 gepowert hätten? Den Politikern war es offensichtlich egal, von wem und wie sie gewählt worden wären.
Dann ist bei den beiden großen Parteien zu bemerken, dass sie ihre Bindungskraft verloren haben. Immer mehr Wähler gehen zu den anderen Parteien über, wollen sich aber auch dort nicht binden. Die Wechselwähler werden immer mehr, man rechnet inzwischen mit einem Potenzial von 30% und mehr.

Die jungen Wähler, also die Gruppe bis 35 Jahre, wenden sich in Scharen von den politischen Parteien ab und bleiben der Wahl entweder fern oder gehen zu einer Partei wie den Piraten, die immerhin rund 900.000 Wähler aus dem Stand bekam. Überhaupt sah man, wie auch in der Kommunalwahl, kaum junge Kandidaten. Es fehlt an einer guten Nachwuchsarbeit bei den etablierten Parteien. Wo sind nur die ehemals starken Jugendorganisationen, die den Alten mit neuen Ideen in die Parade fuhren, und sie sodann in Verlegenheit gebracht hatten? Jugend muss an den Stühlen der Altvorderen sägen, sonst ist es keine Jugend.
Das gute an der Wahl ist allerdings, dass die Neonazis nicht mehr durch kamen, allerdings nur deshalb, weil sie sich vor der Wahl gespalten haben.

Als ich so um 18:45 Uhr zur "Wahlfete" in die Kantine der Stadtverwaltung ging, sah ich nur betroffene Gesichter, außer einem innerlich irgendwie strahlenden Herrn Frey von der FDP. Die Gespräche wie bei der Kommunalwahlkampffete oder auch bei der Europawahlkampffete wollten nicht so richtig aufkommen.

Die Kantine hat einen Nebenraum, wo geraucht werden darf. Dort traf ich auch unseren ehemaligen noch Bürgermeister Michael Eckhardt und seinen Referenten Däumig an. Ich musste mir dann anhören, dass das Internet auch in Ennepetal alles verändert hatte. So wie ich dieses dubiose Gespräch verstanden habe, haben wir für alle Blogs und/oder Portale geschrieben ( Ich war erstaunt). Mehners Blog sollen wir, so ich das verstand, gänzlich geschrieben  haben. Logischerweise haben wir alles falsch geschrieben – war klar. Wenn wir doch alles in dem so genannten Dornröschenschlaf belassen hätten, so wäre alles wie früher. Kurz, die beiden hatten offensichtlich das Ende des Kommunalwahlkampfes noch nicht realisiert. Auch das Mehner jetzt auf seine Tochter eindrischt wurde durcheinander geschmissen. Das ein Mehner niveaulos auf seiner Tochter im Internet losgeht ist sicher seiner mangelhaften gesellschaftlichen Reputation und seinem Besserwissertum geschuldet, nicht jedoch dem Internet. Mehner, Däumig und Eckhardt zeigten und zeigen sich einmal mehr, als fossile Überbleibsel einer Generation, die froh ist, sich noch mit ihrer Schiefertafel in die Rente hinübergerettet zu haben. Für sie sind die gesellschaftlichen und politischen Strukturen zu schwierig geworden. So haben sie sicher noch nicht realisiert, wir haben einen neuen Bürgermeister und einen neuen Rat. Der Kommunalwahlkampf ist vorbei!

Was nun Mehner betrifft, so möchten wir nochmals betonen, auch für die Schiefertafelfraktion der Stadt, wir haben lediglich die technischen Voraussetzungen geschaffen, mit denen ein Herr Mehner seinen Blog betreiben konnte und kann. Das beinhaltete die Installation des Systems, Anpassungen von Scripten, sowie Überleitungsscripte und Einweisungen in das System. Redaktionelle Arbeiten wurden zu keinem Zeitpunkt von uns, noch nicht einmal im Ansatz, getätigt. Jetzt sollten das auch die letzten Mitglieder der Stadt begriffen haben, unterstellt, sie sind der deutschen Sprache mächtig.

Und der neue Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen? Er traut sich noch nicht so recht auf andere Menschen zu zu gehen, es fehlt halt noch die Orientierung. So fanden  nur Gespräche mit den Menschen statt, wo er ganz sicher war nicht auf Kritik oder Abweisung zu stoßen. So vermochte ich auszumachen, dass der Prozess der Mehrheitsbildung noch nicht ganz abgeschlossen ist, man pokert noch. Wegen der Gesichtswahrung?

Ach ja, vorige Woche war ich ja auf Einladung in Düsseldorf. Dort durfte ich miterleben, wie die ausscheidenden Ratsmitglieder von Oberbürgermeister Elbers niveauvoll verabschiedet wurden. Auch in Düsseldorf ist das Ratsmitglied ein Ehrenamt, nur dort wird man dem Anspruch des Ehrenamtes Ratsmitglied auch gerecht, indem man eine Feierstunde ansetzte. Und in Ennepetal?

Wir auf jeden Fall sind gespannt, wie es politisch in Ennepetal weitergeht, dieser Insel der Glückseeligen, wo 20 Stimmen mehr oder weniger in einem Wahlbezirk schon zur Ausschüttung  von Dopamin bei den Kandidaten führt.

Jürgen Gerhardt

[jpg] Es ist Samstag, der 19.September 2009, eine Woche vor der Bundestagswahl ´09. Als ich auf dem Milsper Markt ankam, sah ich die Schirmchen der 5 Parteien wie an einer Leine aufgereiht stehen.
Links stand etwas abseits "das Schmudelkind" der Politik, die Partei Die Linke, direkt daneben, die Bündnisgrünen und so weiter und sofort.

    

An den Ständen waren nunmehr einige Leute, in der Regel jedoch fast alles Parteiindianer, allerdings auch drei Parteihäuptlinge. Bei den Linken weiß man allerdings nie so recht wer Häuptling und wer Indianer ist.

Ich stellte mich vor Schlecker um das Treiben zu beobachten. Kurz darauf sprach mich ein CDU Mann an um mir zu sagen: "Wir wollen doch Angela wieder wählen?" und bot mir den üblichen Flyer nebst Kugelschreiber an.

Na ja, wenn er Angela mag, so ist da sicher nichts einzuwenden. Nur in der Regel habe ich meine Frau gewählt und neige im Moment nicht dazu eine andere Frau zu wählen. Zumal denn wo ich weiß, was ich an meiner Frau habe. Was ich aber mit Angela bekomme, ist halt so eine Sache, sie teilt sich ja nie richtig mit. Da ist meine Frau schon klarer in ihren Aussagen. Mittendrin stand noch ein Plakat von unserer Perle der Uckermark, Angela Merkel mit dem sinnentleerten Spruch: Wir haben die Kraft. Bis heute hat sie uns verschwiegen wofür sie diese Kraft einsetzen will, die sie angeblich mit ihrer Partei hat.

Zwischendurch huschten die möglichen Bündnisspäher zu den Schirmchen der Nachbarn um ganz unverfängliche Gespräche zu führen. Haben die während des Bundestagswahlkampfes etwa versucht Kommunalpolitik zu machen? Also ne. Unsern guten alten "Silberrücken" Walter Faupel von der CDU habe ich nicht ausgemacht, er ist sich entweder zu sicher oder sich aber  zu schade solch einen Strassenwahlkampf zu führen.

Feinstofflich waren keine Verbindungen zwischen den Bündnisgrünen und der Steinmeiertruppe auszumachen, obwohl mir bekannt ist, die haben schon einmal miteinander geredet nach der Kommunalwahl. Scheint aber nicht geklappt zu haben. Bleibt noch die FDP die sich irgendwie bedeckt hält und sich an ihrem Zuwachs erst einmal erfreut. Und tatsächlich hat es doch Herr Frey geschafft einen Kugelschreiber mir in die Brusttasche zu bugsieren. Überhaupt ist die FDP in einer komfortablen Situation; denn die Großkoalitionäre machen keinen Wahlkampf und halten sich bedeckt mit inhaltlichen klaren Aussagen. Ennepetal lässt grüßen. Zwischendurch machte die Steinmeiertruppe eine Fraktionssitzung, im Stehen versteht sich. An der Mimik und der Gestik sah man schon, es ist sehr ernst. Logischerweise lässt man da niemanden heran. War ja eh egal, es kamen ja sowieso nicht so viele Leute denen die "große Politik" erklärt werden musste. Und überhaupt, wie können so kleine Leute, große Politik erklären? Für mich unverständlich, zumal sie sich alle auf eine Hobbypolitik berufen, wenn es eng wird. Im Moment geht es ja eh nur um die Posten und Pöstchen für alle Parteimitglieder, dass sind die Deals die erst einmal ausgehandelt werden müssen. Ein Blockkraftheizwerk für die eine Mehrheit im Rat? Oder gar den ersten Beigeordneten für diese Mehrheit? Zum ersten, zum zweiten, wer bietet mehr?

Kommen wir doch zur Bundespolitik und den anstehenden Wahlen. Da hat sich einiges in den letzten Tagen getan. Eine interessante Umfrage war: Welche Koalition würden sie favorisieren?
Heraus kam: 1 Gruppe will die große Koalition weiter haben, die andere Gruppe will eine schwarz/gelbe Koalition. Beide Gruppen sind in etwa gleich groß und stellen in Summe ca. 80% der Wähler.
Die FDP als auch die Bündnisgrünen haben sich definitiv festgelegt, nämlich nicht mit der Ampel oder der Jamaikakoalition zur Verfügung zu stehen. Die SPD hat definitiv ein Bündnis mit den Linken ausgeschlossen.

Damit kann man nur die beiden Möglichkeiten, die in der Umfrage herauskamen, in seine Überlegungen mit einbeziehen.

So stellt sich dann die Wahl relativ einfach dar. Die Wahl beeinflussen  sowieso die Swinger, die anderen wählen sowieso immer das Gleiche. Die Swinger sind eine Gruppe von 1/3 der Wahlberechtigen.

Wenn man also die große Koalition wünscht, sollte man unbedingt die SPD wählen, was dazu führt, dass die SPD es nicht mit den anderen  kann als nur mit der CDU, die wiederum kann es dann nicht mit der FDP.

Wenn man allerdings eine schwarz/gelbe Koalition will, so sollte man unbedingt die FDP wählen, was dazu führt, dass die FDP gestärkt mit der CDU eine Koalition bilden kann.

Bei diesen Überlegungen bleibt die CDU außen vor, da sie ja sowieso mit ihren über 30% in einer sicheren Position ist. Was die ganze Wahl noch ein bisschen unübersichtlich macht, sind die Überhangmandate, die allerdings nur den beiden großen Parteien, also der CDU und der SPD, einen gewissen Vorteil verschaffen.
Dies führt letztendlich in der Prognose zu großen Unsicherheiten.

Jürgen Gerhardt

[jpg] An und für sich ist bei uns sonntags immer "Tatort" angesagt. Es ist wie ein Ritual, erst wird die Tagesschau gesehen, danach geht es sofort los mit dem "Tatort". Unser deutscher "Tatort" ist irgendwie ein Format, welches uns vorgaukelt, dass es die Bösen eben immer erwischt dank unserer deutschen Beamten. Es gibt Spannung, nicht zu viel, und zu guter Letzt wird der Täter dingfest gemacht. Dann wird bei uns die "Kiste" ausgemacht.

Nicht so an diesem Sonntag. Ein TV-Duell zwischen Kanzlerin Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Steinmeier (SPD), der auch noch "Kollege" ist, war angesagt. Es hätte spannend werden können, wenn, ja wenn die Journalisten etwas besser gewesen wären. Waren sie aber nicht. Es waren 90 Minuten Rederei die man getrost als Zerreden von evtl. Problemen betrachten kann. Ach ja, Probleme. Haben wir, die Bundesrepublik, überhaupt Probleme? Wenn es nach den Akteuren dieser Sendung geht haben wir nur ein Farbenproblem.

Merkel will zwar schwarz/gelb ist aber mit schwarz/rot auch zufrieden. Und Steinmeier? Er will keine Regierung rot/rot/ grün, weil es eben mit den tiefroten nicht geht, ist aber auch mit schwarz/rot zufrieden. So stand da ein Paar vor 4 Moderatoren und versuchte eine Scheidung darzulegen, wie bei einem "Gütetermin, wobei beide nicht wussten weshalb man überhaupt die Scheidung wollte. Hat man sich doch sooooo gut verstanden! Nur, na ja, wenn er nicht immer vergessen würde die Zahnpastatube wieder zu verschließen – deshalb die Scheidung.

So wussten auch die "Scheidungsrichter", die Moderatoren, nichts anderes zu sagen als sinngemäß "ihr beiden solltet oder könntet es doch noch einmal versuchen, ihr seid doch ein wunderbares Paar." Bei dieser Bemerkung, das war die Bemerkung mit dem Duett, guckten die beiden sich in die Augen und ich glaube ich habe bemerkt, dass beide sich nonverbal sagten: Recht haben die ja. Ob die beiden sich hinterher bei einem Gläschen Champagner nicht weiterhin die Treue geschworen haben, wurde nicht vermeldet. Ich könnte es mir aber vorstellen.

Danach mussten wir uns die versammelten Spin-Doctors antun, die allesamt ihren Kandidaten vorne sahen.
Auch war flugs eine für jeden Sender gemachte Umfrage zur Hand, die uns signalisierte, dass sich der eine oder andere Prozentpunkt bei uns, dem Wähler, bewegt hat.

Mir persönlich hat es folgendes gebracht. Weder die beiden Protagonisten noch unsere Moderatoren haben mich in irgendeiner Art überzeugt. Wir Deutschen können so was nicht. Die Moderatoren konnten keine dem Volk auf den Nägeln brennenden politische Fragen formulieren und die beiden Politiker konnten keine Perspektiven eröffnen. Ist doch alles egal, Hauptsache sie wählen uns, mehr war nicht drin. Hätte man Horst Schlämmer (Harpe Kerkeling) mit seiner Partei HSP  "isch kann Kanzler" eingeladen, so hätte die Sendung wenigstens einen Unterhaltungswert gehabt.

Da lobe ich die Streitkultur in, meinetwegen, den USA, wo ein Obama sich in einem Vorwahlkampf  wirklich kritischen Fragen der Journalisten stellen musste. Wo eine Frau Clinton schon mal ein paar Tränen vergoss ob der harten und kritischen Fragen. In England oder Frankreich sieht man wütende Streitereien, in welchen die Unterschiede klar herausgearbeitet werden.
Nun trotzdem, ich habe Probleme, die ich nur durch eine Partei gelöst haben möchte. Selber habe ich keine Zeit nach Berlin zu gehen, es soll halt jemand für mich tun. Nun habe ich eine Liste auf der ich säuberlich notiert habe was ich für Probleme sehe und wer die für mich lösen könnte.
Ganz oben auf der Liste steht mein Problem mit dem Datenschutz, danach folgt die Finanzkrise, dann der wirtschaftliche Bereich und zu guter letzt der Bildungssektor. Wobei ich mir bei dem Bildungsbereich nicht sicher bin, ob der nicht an zweiter oder gar erster Stelle stehen müsste.Denn der Bildungshorizont unserer Politiker ist doch sehr rudimentär ausgeprägt.

In meinem Leben habe ich mit  zusehen müssen, wie aus unserem Grundgesetz ( Eine Verfassung haben wir noch nicht, obwohl das Grundgesetz dies vorschreibt) ein löcheriger Käse gemacht wurde. Der erste große Einschnitt kam durch die Notstandsgesetze. Aber nicht genug, auch die Menschenrechte wurden eingeschränkt. Jetzt sind mal wieder die Bürgerrechte dran, die wegen irgendwelcher krimineller Terroristen eingeschränkt werden sollen. Früher waren es die Kommunisten, heute sind es die Terroristen. Der Staat braucht eben immer einen Feind. Jetzt sind die Feinde sogar im Internet ausgemacht, die es auch sofort zu kontrollieren gilt.

Meine Daten gehören mir. Ich möchte mich nicht Tag für Tag damit befassen meine Emails zu verschlüsseln. Ich möchte nicht meine IP Adresse maskieren, wenn ich auf Regierungsseiten oder die Seiten von Menschenrechtsorganisationen gehe. Ich möchte mir ein eigenes Bild von dem Geschehen in der Welt machen und keine vorherbestimmten Bilder und Meinungen übernehmen, dass Internet bietet mir dies alles.
Schlapphüte von dem BKA oder dem LKA sollen mir gestohlen bleiben. Mir ist es wichtig mich mit anderen im Internet auszutauschen, national wie international. Wenn ich über die Strassen gehe möchte ich nicht von einer Videokamera beobachtet werden, die mich zwingt daran zu denken, dass ich evtl. zum falschen Zeitpunkt an einem falschen Ort bin.

Und letztendlich will ich keinen Georg Orwell, keine Gestapo oder keine Stasi in meinem Land haben, nur weil es versäumt wurde eine gute Politik zu machen. Die alten Leute in der Politik kommen mit der heutigen Zeit nicht mehr mit, also versuchen sie diese Zeit zu unterdrücken. Ich will, dass die Menschen- und Bürgerrechte wieder in den alten Zustand gebracht werden. Das ist mir sehr wichtig.

Wenn ich das zu Ende denke, kommt für mich nur die Piratenpartei auf Bundesebene in Frage. Es sind junge Leute die was drauf haben, unverdorben wie damals die Grünen. In Berlin haben sie eindrucksvoll mit 165 Organisationen eine Demo gegen die Angstmacherei der Regierung hin gelegt. Die Grünen sind für mich im System angekommen, sie haben sich eingerichtet. Hamburg ist der Beweis dafür.

Vielleicht ändert sich ja noch was in den nächsten Tagen bis zur Wahl, wer weiß. Zumindest sollte die zweidrittel Mehrheit der großen Koalition gekippt werden, damit nicht noch mehr an unserem Grundgesetz rumgefummelt wird. Die etablierten Parteien sind auf jeden Fall im Moment nicht wählbar.

Jürgen Gerhardt


Foto: dpa
  [jpg] Da setzen sich zwei tonnenschwere Tanklaster vollgefüllt mit Benzin in Afghanistan in Bewegung und tun das, was eben solche Laster tun. Sie befördern ihr tonnenschweres Gut. Sechs Kilometer weiter geraten sie in eine Straßensperre,  die keine ist. Die Fahrer werden erschossen und aus den Lastern rausgeschmissen. So ist das halt in Afghanistan. International nennt man das Krieg, nicht so in Deutschland. Hier bei uns ist das eine Stabilisierungsaktion.
Nun, die beiden Laster wechseln die Fahrer, jetzt die von der Firma Taliban, und fahren weiter. Sie kommen aber nicht weit. Als die Laster den Fluss Kundus überqueren wollen, fahren sie sich auf einer Sandbank fest. Endstation!

Für jeden der mal bei einer Armee "gedient" hat, gibt es jetzt nur eines. Man kommt nicht mehr alleine raus. Also, Funkgerät raus und einen Bergepanzer anfordern. Nur die Taliban, diese Armee, die sich nicht an Regeln hält, also keinen "schönen" Krieg machen wollen, haben keinen Bergepanzer.

Ihr bevorzugtes und schwerstes Gerät ist ein Toyota Pic-up, welcher nicht geeignet ist die beiden Laster zu bergen. Nachdem die beiden Laster fest saßen, fanden sich auch sehr schnell andere Taliban ein, um evtl. doch noch ein Lösung für die Bergung zu beschwatzen. Und wie das bei solchen Fällen auch ist, kamen von einem nahe gelegenen Dorf  Bewohner dazu, um gut gemeinte Ratschläge zu geben.  

Andere fanden sich mit Eimern und Kanister ein, um die Tanks der Laster etwas zu erleichtern, bzw.  um es in den nächsten Tagen gewinnbringend an den Mann zu bringen. So ist das nun mal in Afghanistan, einem Land das seit 30 Jahren im Krieg lebt.

Nun gefiel das einem deutschen Obersten nicht, da ihm  das ganze Treiben um die beiden Laster nicht behagte.
Dieser Oberst forderte Luftunterstützung an und signalisierte eine für die deutsche Armee bedrohliche Lage.
Die war aber, ich zitiere, 6 Kilometer von den Lastern entfernt. Und wie das nun einmal bei der Luftunterstützung  ist, kamen zwei Jagdbomber und lösten  200kg oder 500kg lenkgestütze Bomben aus, die die beiden Laster gänzlich zerstörten. Und  bei Bomben solcher Größenordnung , kamen in einem Umkreis von 50 Meter alle Menschen zu Tode oder erlitten schwerste Verletzungen. Man spricht von 50 bis 125 Toten, genaueres weiß man nicht.

Ich glaube, man  will man es auch nicht wissen. Die Menschen  wurden am Freitag von unserem Verteidigungsminster Jung (CDU) kurzerhand zu Taliban ernannt und gut war es.

Am Wochenende bis heute wurde der Verteidigungsminister Jung (CDU) befördert, er wurde zum Selbstverteidigungsminister. Denn auf einmal stellte sich heraus, die Mehrzahl der Toten sind Zivilisten.Das sind die  oben Genannten, die sich an dem Inhalt der festgefahrenen Laster bereichern wollten.

Als die ISAF vor Ort war, sahen alle entsetzt was dort angerichtet worden war. Denn im Grunde genommen hätte man die Laster bis Tagesanbruch beobachten können.  Man hätte mit schweren Gerät vorfahren und  die Leute vertreiben und sodann die Laster bergen können. So viel Unprofessionalität hatte die militärische Führung der ISAF den Deutschen nicht zugetraut. Amerikaner, Franzosen und Briten waren sich in ihrer Empörung einig, so was war und ist schädlich.

Kurzerhand brachte der amerikanische Oberbefehlshaber McChrystal bei seiner nun folgenden Untersuchung aber auch Godwill Tour bei den Dorfbewohnern einen Journalisten der Washington Post mit, der über den Vorfall berichtete.

Der amerikanische Journalist der Post berichtete auch dementsprechend, für die Deutschen sehr, sehr böse, indem er den Vorfall als riesengroßen Fehler brandmarkte. Hatte er doch mit dem Oberbefehlshaber im Krankenhaus auch verletzte Kinder gesehen. Oberbefehlshaber McChrystal ging noch einen Schritt weiter und entschuldigte sich bei den Angehörigen der Zivilopfern und den Verletzten.


Foto: dpa
  Jetzt kochte die Suppe in Berlin allerdings hoch. Der Verteigungsminster, der nunmehr überall nur "Selbstverteidigungsminister" genannt wurde, konnte nicht mehr die Informationen zurück halten, die jetzt öffentlich waren. Anstatt aber den begangenen Fehler einzugestehen, ruderte der mit haarsträubenden Sprachregelungen durch die Gegend. Es wurde noch schlimmer. Jung (CDU) ging nun die Verbündeten an, indem er ihnen vorwarf sie hätten diese Informationen nicht weiter geben dürfen, weil es nach Ansicht von  Jung unprofessionell wäre?
Fakt war jedoch, es bestand zu keiner Zeit Gefahr für Leib und Leben der Bundeswehrsoldaten, die diesen Befehl gerechtfertigt hätte.

Warum waren und sind die Verbündeten denn nun so sauer? Durften wir nicht in der Vergangenheit registrieren, dass schon mal Hochzeits- oder Trauergesellschaften zusammen gebombt wurden?
Die Antwort auf diese Fragen: Die Deutschen haben ihren Verbündeten immer wieder zu erklären versucht , dass es in Afghanistan keinen Krieg gäbe. Dies registrierten die Verbündeten immer mit ungläubigen Kopfschütteln. War es doch so, dass die Verbündeten im Süden einen sehr hohen Blutzoll erbringen mussten, dort wurde und wird gestorben. Die Deutschen nervten indem sie die Schuld an diesem Blutzoll immer den Verbündeten selber zu wiesen. Das bei kriegerischen Auseinandersetzungen immer zuerst die Zivilbevölkerung leiden muss, dies wollten die Deutschen nicht gelten lassen.
In der Argumentation der Deutschen gibt und gab es keinen Krieg. Man spricht mehr oder weniger von einem erweiterten THW Einsatz. Schulen bauen, Brunnen bohren, Polizei ausbilden oder auch Infrastrukturmaßnahmen umsetzen, dass ließen die Deutschen gelten. Das dabei bis heute 35 bis 37 deutsche Soldaten bei kriegerischen Auseinandersetzungen ums Leben kamen, das wurde einfach ignoriert. Unseren Soldaten wurde immer wieder eingetrichtert, dass sie das Wort Krieg nicht benutzen sollten. Auf das seelische Wohlbefinden wurde da keine Rücksicht genommen. Kein Krieg? Inzwischen fahren die Soldaten nur noch in gepanzerten Fahrzeugen durch die Gegend. Wie verstört muss man als Soldat sein, wenn einem die Kugeln um die Ohren fliegen, Sprengfallen eine Bombenstimmung verbreiten, und man das nicht als Krieg  bezeichnen darf. Das Bundeswehrkrankenhaus Koblenz hat inzwischen eine eigene Abteilung für traumatisierte Bundeswehrsoldaten aufmachen müssen. Schlimm wird es gar, wenn man die Definition Krieg von den Versicherungsleistungen an die Toten und Verletzten mit einbezieht. Denn Krieg bedeutet, der Bund müsste für die Hinterbliebenen einstehen. So steht eine Versicherung ein, quasi als wenn die Soldaten einen Unfall gehabt hätten. Soldaten die aus Versehen in eine Kugel rein liefen? Man muss schon ganz schön psychisch gestört sein um diesen kruden Argumentationen unserer Politiker zu folgen. Das die Soldaten sich verarscht und von der Politik im Stich gelassen fühlen, kann man ihnen da nicht verdenken.
Auch, dass das Volk diesen Afghanistan Einsatz nicht will, interessiert die Politiker nicht. Weil – Bürger haben halt keine Ahnung von Politik. Und die Soldaten? Die haben zu gehorchen.
Das dieser deutsche Oberst einen Fehler gemacht hat, wäre, so bedauerlich das auch ist, nicht so schlimm gewesen, wenn unsere Politiker nicht so verlogen von etwas sprechen würden, was es nicht gibt.
Ja, es ist Krieg in Afghanistan, es wird getötet und gestorben und das sollte man auch klar und deutlich sagen.

Alles andere ist Humbug und moralisch verwerflich und sprachlich verkommen.

Jürgen Gerhardt

[jpg] Nachdem wir nun sehr intensiv über die Kommunal- und Bürgermeisterwahl in unserer Stadt Ennepetal geschrieben haben und sicher den einen oder anderen bewegt haben sich in die Politik mit einzubringen, sollten wir uns nunmehr dem Bundestagswahlkampf zu wenden. Frau Pauli hat es nicht geschafft. Warum? Weil sie eine Unterschrift unter einen Antrag nicht erbrachte – Formfehler.

Die Partei, “Die Partei” des ehemaligen Redakteurs der Titanic hat es aber auch nicht geschafft. Warum? Es fehlte die Ernsthaftigkeit. Überhaupt, die Ernsthaftigkeit spielte im Vorfeld der beginnenden Wahlen eine große Rolle. Wir sollten dieses Wort nicht aus den Augen verlieren, es wird sicher noch öfter genannt.

Rein informativ übernehmen wir fast wortgleich die uns zugeleitete Pressemeldung des Bundeswahlleiters:
Aufgrund der Entscheidungen der 16 Landeswahlausschüsse und der heutigen, dem 6. August 2009, Beschwerdeentscheidungen des Bundeswahlausschusses steht  fest, dass sich folgende Parteien mit Landeslisten an der Wahl des 17. Deutschen Bundestages am 27. September 2009 beteiligen:
1.SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands
2.CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands
3.FDP Freie Demokratische Partei
4.DIE LINKE.
5.GRÜNE BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
6.CSU Christlich-Soziale Union in Bayern e.V.
7.DVU DEUTSCHE VOLKSUNION
8.NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands
9.FAMILIE Familien-Partei Deutschlands
10.DIE VIOLETTEN Die Violetten; für spirituelle Politik
11.CM CHRISTLICHE MITTE – Für ein Deutschland nach GOTTES Geboten
12.PBC Partei Bibeltreuer Christen
13.BP Bayernpartei
14.PIRATEN Piratenpartei Deutschland
15.ödp Ökologisch-Demokratische Partei
16.PSG Partei für Soziale Gleichheit, Sektion der Vierten Internationale
17.Volksabstimmung Ab jetzt…Bündnis für Deutschland, für Demokratie durch Volksabstimmung
18.DKP Deutsche Kommunistische Partei
19.RENTNER Rentner-Partei-Deutschland
20.Die Tierschutzpartei Mensch Umwelt Tierschutz
21.RRP Rentnerinnen und Rentner Partei
22.REP DIE REPUBLIKANER
23.ADM Allianz der Mitte
24.BüSo Bürgerrechtsbewegung Solidarität
25.FWD Freie Wähler Deutschland
26.ZENTRUM Deutsche Zentrumspartei – Älteste Partei Deutschlands gegründet 1870
27.MLPD Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands

Ende der Pressemeldung.

Nun können wir schon einmal sehen womit wir es zu tun haben. Von Bundesland zu Bundesland kann diese Liste jedoch etwas kürzer sein. Politisch etwas mehr interessierte Bürger haben sofort erkannt, in NRW wird die CSU nicht auf dem Wahlzettel erscheinen.

Nun sollte man meinen, hier geht es um mehr als um einen Kommunalwahlkampf.  Große Politik ist angesagt. Im Gegensatz zum Rat einer Stadt geht es hier um ein Parlament. Parlamente entscheiden über Gesetze oder entscheiden über Anweisungen, die das gesamte Bundesvolk betreffen. Politisch gesehen bieten sich sicher mehr Themen an,  die auch mehr Zündstoff haben sollten.

Dieses setzt natürlich voraus, dass unsere Abgeordneten nicht mehr ehrenamtlich tätig sein können, sondern diesem “Job” hauptamtlich nachgehen müssen. Durch die Schwierigkeit der Themen ist auch ein umfangreiches Hintergrundwissen nötig um bewusst abstimmen zu können. Denn der Abgeordnete unterliegt nur seinem Gewissen, sofern die Fraktion dieses Gewissen an der Tür zum Plenarsaal nicht kurzfristig einbehält. Man nennt das dann Fraktionszwang. Ach ja, das Hintergrundwissen. Das ist bei unseren Abgeordneten so groß, dass sie von heute auf morgen über Atommeiler oder genmanipulierten Maisanbau abstimmen können, um nur zwei Themenfelder zu benennen.

In diesem Zusammenhang hatten wir noch einen Stream der ARD im Archiv in welchem Kinderreporter des Morgenmagazins unsere Abgeordneten nach ihrem fulminanten Hintergrundwissen über das Internet befragten.
Sehen Sie selber wie ein paar Kiddies unsere ach so grooooßen Politiker aus dem Tritt bringen können.

Jetzt haben diese Politiker allesamt ihre Programme heraus gebracht, die Akteure benannt und es sollte Wahlkampf gemacht werden. Wahlkampf ist auf Bundesebene nicht anders als auf der Kommunalebene. Themen müssen her, die uns zeigen wie unterschiedlich jede Partei diese  behandelt. Solch ein Thema beinhaltet ein Problem, welches für uns wichtig sein sollte [ Sprich:  dem Bundesvolk brennt es auf den so genannten Nägeln].

Und jetzt haben wir ein Problem, wir haben kein Problem. Bei der CDU/CSU haben wir nur ein Problem, so die CDU/CSU, wir wollen Angela Merkel als Kanzlerin haben. Unsere Perle der Uckermark soll bleiben, so das Bundesvolk zu rund 70 Prozent. SPD und die anderen Partei halten dagegen und bringen sofort – nichts.

Auch sind schon die tollen Wahlkampfplakate gedruckt, die geklebt werden sollen. Andere Wahlen, andere Sprüche, jedoch genauso sinnentleert.

Wen wundert es da, wenn sich die Presse über die Wahlkampfplakate hermacht und diese einem Remix unterzieht und die Parteien mittels eines  Bashing provoziert?

Hier ein paar Plakate die diesem Remix unterzogen wurden:
[Sartire]

Jetzt haben wir nur die nettesten Plakate heraus gesucht, wir wollen die Ennepetaler Politiker, die ja immerhin die Plakate kleben müssen , nicht demotivieren. Übrigens haben wir zur Kenntnis genommen, dass Ennepetaler Politiker nicht ganz schmerzfrei sind.Hier wie dort, unsere Politiker wollen von uns geliebt werden.

Nun wie dem auch sei, die ersten Interviews werden getätigt und es knirscht noch im Getriebe. Einige Akteure üben noch und müssen sich in ihre neue Rollen als Wahlkämpfer hinein finden.

So konnte  man am Sonntagabend bei dem von RTL und Spiegel TV konzipierten Format “Townhall Meeting” den ersten Auftritt von Frank Walter Steinmeier (SPD), unserem Bundesaußenminister beobachten. Er möchte unser neuer Bundeskanzler werden, sprich, Angela Merkel (CDU) beerben. Während unsere Bundesangela in ihrem ersten Interview im Mai über die leckeren Spreewalder Gurken zu berichten wusste, wurde Frank Walter schon etwas unsanft von Bürgern in obiger Sendung befragt. Es kam wie es kommen musste, unsere Bürger stellten die falschen Fragen. Und Frank Walter? Na ja, der ging halt unter.

Sie merken sicher schon, auf Bundesebene ist es genauso wie auf Kommunalebene: “Bitte, keine politischen Fragen”.

Auf Bundesebene stehen den Politikern aber auch ganz andere Journalisten und Verlage gegenüber, die den Kandidaten postwendend in der Sendung sehr, sehr alt aussehen lassen und danach in den Nachrichten zerreißen. Da kann man nicht so mal eben, wie auf Kommunalebene ein bisschen mauscheln und sich evtl. einem Interview entziehen. Das käme einem politischen Selbstmord gleich.

Deshalb versuchen auch wir  als kleines Licht en-mosaik/Ennepetal nunmehr auch im Bundestagswahlkampf mit zu mischen. Die Akkreditierungen sind raus und wir bekommen die ersten Rückmeldungen, das Spiel kann beginnen. Nur, ganz werden wir den Kommunalwahlkampf nicht aus den Augen verlieren.

Jürgen Gerhardt