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Intendant Johan Simons verabschiedet sich mit einem Götterfunken

[Bochum] Die diesjährige Eröffnung der Ruhrtriennale 2017 am 18.August um 17:30 wird mit einer Festspielrede von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller eröffnet. Allerdings ist diese Rede schon seit langem ausverkauft.

Die Ruhrtriennale 2017 eröffnet mit Cambreling, Warlikowski und Hannigan in Bochum
Finaljahr der Intendanz von Johan Simons – Festival der Künste thematisiert Utopien und Zukunftsvisionen – Tickets zu einzelnen Terminen noch erhältlich

Bochum, 9. August 2017 – Am 18. August startet die Ruhrtriennale 2017 mit der ersten Oper der Moderne in eine Spielzeit, die sich Utopien und Zukunftsvisionen widmet. Eröffnet wird das Festival in der Jahrhunderthalle Bochum mit „Pelléas et Mélisande“. Im dritten und letzten Jahr der Intendanz von Johan Simons bietet die Ruhrtriennale ihrem Publikum sechs Wochen voller Musiktheater, Musik, Tanz, Schauspiel und Installationen. Das Ruhrgebiet wird zum Schauplatz zeitgenössischer Kunst.

Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale, und Dr. Vera Battis-Reese, Geschäftsführerin der Kultur Ruhr GmbH, berichteten heute in der Jahrhunderthalle Bochum von den letzten Vorbereitungen kurz vor Beginn der Saison 2017. Besonderer Gast der Pressekonferenz war die kanadische Starsopranistin Barbara Hannigan, die in der Eröffnungsproduktion der diesjährigen Ruhrtriennale die Mélisande verkörpert.

Intendant Johan Simons Foto: (c) Linde Arndt

Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale 2015–2017:
„Freude“, „schöner“, „Götterfunken“. Mit diesen drei Begriffen beschließe ich meine Zeit als Intendant der Ruhrtriennale. Seit ich künstlerischer Leiter dieses wunderbaren Festivals geworden bin, hat sich die Welt sehr verändert, wirkte manchmal wie aus den Fugen. Doch spüre ich nun eine positive Energie, ein Wiederentdecken Europas und seiner Kraft. Und vielleicht können wir mit künstlerischen Götterfunken unserem Publikum ein paar Hoffnungsschimmer schenken.“

Kurz vor Festivalbeginn läuft auch der Vorverkauf auf Hochtouren. So hält Dr. Vera Battis-Reese, Geschäftsführerin der Kultur Ruhr GmbH, fest: „Mit dem bisherigen Ticketvorverkauf sind wir sehr zufrieden. Zu den besonders nachgefragten Produktionen gehören „Pelléas et Mélisande“, „Three Stages“, „Bach. Cellosuiten“ und „Cosmopolis“. Nichtsdestotrotz gibt es noch Karten, auch für andere Produktionen und zu Terminen unter der Woche. Wie in den letzten beiden Jahren bespielen wir auch in diesem Jahr eine neue Spielstätte und sind erneut in Dinslaken. Mit „Projecting [Space[“ werden wir eine Tanz-Uraufführung in die Zentralwerkstatt der Zeche Lohberg bringen.“

Vom 18.8. bis 30.9.17 zeigt die Ruhrtriennale rund 135 Veranstaltungen bei 40 Produktionen, davon 28 Eigen- und Koproduktionen, 22 Uraufführungen, Neuinszenierungen, Deutschlandpremieren und Installationen in 14 verschiedenen Spielstätten der Region.

Die Programmhighlights der ersten Ruhrtriennale-Woche

Zum dritten und letzten Mal lädt ab dem 18.8. das Kunstdorf The Good, the Bad and the Ugly von Atelier Van Lieshout auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum das Publikum und alle Neugierigen zum Entdecken und Verweilen ein. Das Kunstdorf kehrt mit bekannten und neuen Arbeiten zurück und ist für den gesamten Zeitraum das Festivalzentrum der Ruhrtriennale. Einen Staat im Dorf rufen die Teenager des Nachwuchsproduktionsbüros der Ruhrtriennale, Mit Ohne Alles, aus: Zum zweiten und letzten Mal wird mit Teentalitarismus mitten in Bochum ein Teenager-Machtgebiet errichtet. Die Festspielrede zum Auftakt der Ruhrtriennale hält Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. Im Anschluss wird die Jahrhunderthalle Bochum mit Pelléas et Mélisande, unter der musikalischen Leitung von Sylvain Cambreling und inszeniert von Krzysztof Warlikowski, zum Ort existenzieller Verlorenheit. Die kanadische Starsopranistin Barbara Hannigan singt die weibliche Titelpartie.

Der 19.8. beginnt mit der Eröffnung der Installation Truck Tracks Ruhr – The Compilation in der Mischanlage der Zeche Zollverein in Essen. Die Produktion von Urbane Künste Ruhr nach einem Konzept von Rimini Protokoll und loekenfranke ist eine audio-visuelle Gesamtkomposition aller sieben Alben des Erfolgsprojekts „Truck Tracks Ruhr“. Die Installation kann bei freiem Eintritt besucht werden. Ab 18 Uhr erklingt elektronische Musik in und um die Jahrhunderthalle Bochum bei der dritten und letzten Ausgabe von Ritournelle. Partygänger- und NachtschwärmerInnen feiern bei der Festivalnacht der elektronischen Musik mit zahlreichen Live-Acts wie Nicolas Jaar, Sohn oder Mykki Blanco.

Ab dem 20.8. spannt die Ruhrtriennale den musikalischen Bogen von Monteverdi bis Folkrock. In der Maschinenhalle der Zeche Zollern in Dortmund führt Philippe Herreweghe das Collegium Vocale Gent am 20.8. durch die Klangkathedrale von Monteverdis religiösem Meisterwerk, der Marienvesper. Krzysztof Warlikowski, Barbara Hannigan und Reinbert de Leeuw führen einmalig am 20.8. Socrate von Erik Satie in der Bochumer Jahrhunderthalle auf. Eine einzigartige Gelegenheit, das selten gespielte Werk eines der originellsten Komponisten des 20. Jahrhunderts in einem neuen Setting zu erleben. Mit einem immersiven Konzert des belgischen Quartetts Zwerm beginnt am 21.8. die montägliche Konzertreihe im Maschinenhaus der Essener Zeche Carl. Am 23.8. gastiert Kurt Wagner mit Lambchop und der kanadischen Folkband Timber Timbre für ein Konzert in der Jahrhunderthalle Bochum.

Eine besondere musikalische Kombination verspricht der Programmbeitrag von ChorWerk Ruhr unter der musikalischen Leitung von Florian Helgath: Mit Memoria verbindet ChorWerk Ruhr am 25.8. in der Maschinenhalle der Dortmunder Zeche Zollern Werke von Tomás Luis de Victoria, John Cage und Morton Feldman. Kein Licht. (2011/2012/2017), die Auftragsarbeit und internationale Koproduktion für die Ruhrtriennale, wird am 25.8. in der Gebläsehalle des Landschaftspark Duisburg-Nord uraufgeführt. Philippe Manourys Komposition nach einem Text von Elfriede Jelinek nimmt das Publikum mit in eine Welt nach dem Super-GAU. Die musikalische Leitung übernimmt Julien Leroy. Inszeniert wird die Oper mit Caroline Peters in einer der Hauptrollen von Nicolas Stemann.

Compan< Anne Teresa De Keersmaeker
Foto: (c) Linde Arndt

Trilogien waren ein wichtiges Motiv der Intendanz von Johan Simons und die auf drei Teile angelegten Produktionen kommen 2017 zum Abschluss. So auch die erste Tanz-Trilogie der Ruhrtriennale. Der Choreograf Richard Siegal, dessen Arbeiten für die Spielzeiten 2015-2017 auf Dantes „Göttlicher Komödie“ fußen, zeigt u. a. mit der Uraufführung El Dorado ab dem 25.8. zum ersten Mal alle drei Teile an einem Abend bei PACT Zollverein. Anne Teresa De Keersmaeker kehrt 2017 auch in das Ruhrgebiet zurück. Ihre neueste Choreografie, Bach. Cellosuiten, wird am 26.8. in der Maschinenhalle der Zeche Zweckel uraufgeführt. Begleitet werden die fünf TänzerInnen von Rosas von dem gefeierten Cellisten Jean-Guihen Queyras.

In diesem Jahr wartet das Refektorium auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum zum letzten Mal mit einem vielfältigen und gänzlich kostenlosen Programm auf. Ab dem 20.8. finden Lesungen, Kinoabende, Performances oder Partys statt. Unter dem Titel The End of Everything is a New Beginning findet am 26.8. eine Veranstaltung gemeinsam mit der innogy-Stiftung für Energie & Gesellschaft statt. 2017 lädt Johan Simons ab dem 27.8. um 12 Uhr zu Johans High Noon. An fünf Sonntagen empfängt der Ruhrtriennale-Intendant KünstlerInnen der Ruhrtriennale zum Gespräch. Seine Gäste beim ersten High Noon am 27.8. sind Anne Teresa De Keersmaeker und Sylvain Cambreling.Tickets sind telefonisch über +49 (0) 221 / 280 210 oder online über http://tickets.ruhrtriennale.de/eventim.webshop erhältlich

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Umstellung auf Sommerzeit: Abfahrtszeiten der NachtExpress-Linie NE4

[Ennepetal] Wenn in der Nacht von Samstag, 25. März, auf Sonntag, 26. März, die Uhren auf Sommerzeit umgestellt werden, hat das auch Auswirkungen auf die VER/BOGESTRA-NachtExpress-Linie NE4 zwischen Sprockhövel, Haßlinghausen und Bochum. Weil die Uhr um 2 Uhr um eine Stunde auf 3 Uhr vorgestellt wird, entfällt eine „Runde“.
Vom Busbahnhof in Haßlinghausen geht es los um 1.18 Uhr (Winterzeit) sowie um 3.18 und 4.18 Uhr (Sommerzeit). Von Hattingen Mitte (S) zum Bochumer Hbf fährt der NE4 um 1.39 Uhr (Winterzeit) sowie um 3.39 und 4.39 Uhr (Sommerzeit).
Abfahrt von Bochum Hbf ist um 1.20 Uhr (Winterzeit) sowie um 3.20 und 4.20 Uhr (Sommerzeit). Hattingen Mitte (S) in Richtung Haßlinghausen verlässt der NE4 um 1.54 Uhr (Winterzeit) sowie um 3.54 und 4.54 Uhr (Sommerzeit

Berufsinformationsmesse Ruhr 2017

[Bochum · 06.02.2017]  Berufsinformationsmesse Ruhr 2017 — Weit mehr Aussteller als 2015 erwartet

Schon jetzt, 3 Monate vor dem Start der Ausbildungsmesse, liegen mehr Anmeldungen vor als im Jahr 2015. Die BIM Ruhr findet am 05. und 06. Mai 2017 in der Jahrhunderthalle Bochum statt. Über 70 Aussteller haben sich bereits für die Messe angemeldet. Das Angebot reicht von namenhaften Konzernen, über mittelständige Unternehmen bis hin zu Hochschulen und Universitäten, die gemeinsam weit über 300 Ausbildungs- und Studienangebote vorweisen. Im zusätzlichen, deutlich vergrößerten Berufsparcours haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit anhand praktischer Aufgaben in Unternehmensbereiche hinein zu schnuppern und dabei ihre persönlichen Talente und Vorlieben zu entdecken. Anschließend findet dann, auf Basis der Erfahrungen im Berufsparcours, der direkte Austausch mit den ausstellenden Unternehmen statt.
„Uns freut es sehr, dass das veränderte Format so viel Zuspruch aus der Wirtschaft, den Unternehmen, Verbänden und verschiedensten Institutionen erfährt. Wir hoffen, dass wir zusammen mit vielen weiteren Partnern wie z.B. der Agentur für Arbeit Perspektiven für jeden Schüler und jede Schülerin aufzeigen können und dazu beitragen, dass sie ihre persönlichen Talente entdecken.‘‘ so Andreas Kuchajda, Geschäftsführer der veranstaltenden Bochumer Veranstaltungs-GmbH.
Auch weiterhin haben interessierte Unternehmen aus der Region die Möglichkeit sich für die BIM Ruhr 2017 zu akkreditieren und sich als Arbeitgeber auf der Messe zu präsentieren. Bei Anmeldung bis zum 09.02.2017 ist die Aufnahme in das Ausstellerverzeichnis der gedruckten Messebroschüre noch garantiert. Diese wird bereits im Vorfeld der BIM an die Schulen der Region verschickt wird und dient während der Messe als Informationsmedium für die Besucherinnen und Besucher. Wer noch etwas mehr Zeit braucht, kann sich auch nach dem 09. Februar natürlich noch anmelden, allerdings ist dann im Vorfeld der Messe nur noch eine Aufnahme in das Online-Ausstellerverzeichnis auf der Messewebsite möglich.
Ausführliche Informationen zur Messe sowie alle relevanten Unterlagen für die Registrierung als Aussteller auf der BIM Ruhr, finden interessierte Unternehmen auf der Website unter www.bim-was-geht.de

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 Ängste – den Maschinen ausgeliefert zu sein

 

 Joep van Lieshout „The Good,the Bad and the Ugly“ an der Jahrhunderthalle, Bochum, Fotos & Collage: (c) Linde Arndt

Joep van Lieshout „The Good,the Bad and the Ugly“ an der Jahrhunderthalle, Bochum, Fotos & Collage: (c) Linde Arndt

 

[jpg] Mit Maschinen zu kommunizieren ist schon in gewisser Weise alltäglich. Wir telefonieren und eine Stimme versucht uns dahin zu verbinden, wo man unser Problem am besten lösen kann. Auch die Sprachsteuerung unseres Smartphones gelingt immer besser. Das ist aber erst ein Anfang. Wobei wir die Konsequenzen noch nicht erkennen wollen; denn die gute alte Telefonzentrale gibt es nicht mehr, die Arbeitnehmer befinden sich allesamt in Hartz IV.

Sprechender Roboter der Ausstellung „The Good,the Bad and the Ugly“ Foto: (c) Linde Arndt

Sprechender Roboter der Ausstellung „The Good,the Bad and the Ugly“ Foto: (c) Linde Arndt

Was ist aber wenn diese Mensch-Maschine-Beziehung sich verselbstständigt? Denkbar wäre eine Maschine-Maschine-Beziehung die sich von dem Menschen nicht mehr steuern lässt. Denkbar wäre auch ein gewisser Grad  einer eigenständigen emotionalen Steuerung, ja, die sich auch selber Aufgaben gibt. Maschinen denken darüber nach, wie man einen Nutzer (Menschen) für eine bestimmte Handlung motivieren kann, dass läuft unter Cognitive Walkthrough, zu deutsch kognitiver Durchgang. In einer Vorlesung  las ich das Thema „Konzepte als Begriff zum Verstehen der Nutzer und der in Software realisierten Funktions- und Interaktionsprinzipien“. Steven Spielbergs Film „A.I. Artificial Intelligence „, indem ein Roboter den Menschen emotional nahe kommt oder I, Robot von Alex Proyas, in dem ein Roboter einen Mord begangen haben soll, greifen das Thema auf und führen es in eine Dimension die einen nachdenklich zurück lässt.

Joep van Lieshout Foto: (c) Linde Arndt

Joep van Lieshout Foto: (c) Linde Arndt

Auch die Ruhrtriennale ´16 greift dieses Thema mit „The Good, the Bad and the Ugly“ auf dem Vorplatz und im Refektorium der Bochumer Jahrhunderthalle auf. Joep van Lieshout erschuf mit seinem interaktiven Atelier (AVL), Rotterdam eine spielerische Installation des Mensch-Maschine Themas.„Steam Hammer-House“, „House of the Talking Heads“, „Domestikator“ oder „Oracle“ so nennen sich die Skulpturen die allesamt den Zusammenhang vom derzeitigen Stand der Mensch-Maschine Diskussion darstellt. Joep van Lieshout greift das Thema Mensch-Maschine mit seinen Skulpturen auf und lässt den Besucher/Menschen mit seinen Skulpturen eines werden. Durch die Begehbarkeit der Skulpturen als auch die Interaktion mit der Skulptur„Oracle“ entsteht der Eindruck als wenn der Mensch mit der Maschine verschmelzt. Während der Eröffnung wird mit der Gluck Oper Alceste, der Sieg des freien Willens gezeigt. Wobei der Vorplatz und das Refektorium den Untergang des freien Willens in vom Mensch selbstgefertigte Maschinen zeigt. Ach ja, auch die Psyche der Maschinen wird im „House of the Talking Heads“  einer näheren Betrachtung unterzogen.

Bleibt die Frage, werden die Programme für diese Maschinen in einem antiautoritären Sinne erstellt, dass die Programme sich selbst optimieren und korrigieren, ist Stand der Technik heute.

Ach übrigens die Besichtigung und Begehung dieser Skulpturen ist überwiegend frei und Sonntags wird der Intendant Johan Simons sich High Noon und zum Gespräch mit Künstlerinnen oder auch Besuchern der Ruhrtriennale stellen, der Eintritt ist frei.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik und european-mosaic aus Bochum

Erstaunte Zuschauer verfolgen die Gespräche der beiden Roboter. foto: (c) Linde Arndt

Erstaunte Zuschauer verfolgen die Gespräche der beiden Roboter. foto: (c) Linde Arndt

Die Vergangenheit war die Zukunft und ist die Gegenwart

Premiere "ALCESTE!"Ruhrtriennale 2016 Foto: (c) Linde Arndt

Premiere „ALCESTE“ Ruhrtriennale 2016 Foto: (c) Linde Arndt

Vorbemerkung

[jpg] Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – das sind die Rufe der Aufklärung die heute unseren Wertekanon ausmachen sollten. Die französische Revolution stellt hierbei in der europäischen Geschichte eine unumkehrbare Zäsur dar und war der Boden für unsere heutige Demokratie. Aber unsere Demokratie ist in die Jahre gekommen, wobei niemand bereit ist an dem immerwährenden Prozess einer Demokratie zu arbeiten. Die Demokratie war nie fertig und wird auch nie fertig werden; nur, wir müssen bereit sein an dieser Demokratie zu arbeiten, sie weiterzuentwickeln. Eine Zwischenstation auf dem Wege der Demokratie war das zu bauende Haus Europa.

 

Einleitende Informationen

Johan Simons inszenierte für die Eröffnung der Spielzeit 2016 am 12. Aug. 2016 die Oper Alceste von Christoph Willibald Gluck in der italienische Urfassung und dem Libretto von Ranieri de’ Calzabigi, der Dirigent René Jacobs und der Dramaturg Jan Vandenhouwe standen ihm hierbei zur Seite.

Nebenbei, es waren viele Prominente anwesend, die aber in diesem Zusammenhang unerwähnt bleiben sollten.

 

Hintergrund

Nun, Alceste geht auf  die Tragödie Alkestis zurück die Euripides im Jahre 438 vuZ auf einem großen Kunstwettbewerb (Großen Dionysien) aufführte, er machte mit diesem Stück den 2. Platz nach Sophokles. Aischylos, Sophokles sind die großen Dramatiker der damaligen Zeit, zu denen sich nunmehr Euripides als gleichwertig gesellte. Zeit seines Lebens war Euripides ein Einzelgänger, er mochte die Athener Gesellschaft nicht und nahm dann auch konsequenterweise die Einladung des makedonischen Königs Archelaos I an, um an dessen Hofe in Pella zu leben und letztendlich auch zu sterben.

Was Euripides in seinen Werken beschäftigt ist die Freiheit des Menschen in seiner Entscheidungen für Gut und Böse. Aus sich heraus findet er, der Mensch, die rechte Entscheidung. Diese rechte und freie Entscheidung führt den Menschen in den Zustand der Würde.

Die Alkestis des Euripides steigt denn auch zur Heldin auf als sie sich für ihren Gemahl König Admetos entscheidet, indem sie an dessen Stelle in den Tod geht. Euripides zeichnet aber in diesem Stück ein Frauenbild, welches auch und noch in unserer Zeit Geltung haben könnte. Dieses Frauenbild ist deshalb möglich, weil das analoge Männerbild gleichberechtigt neben dem Frauenbild existieren kann.

 

Dieses Thema nahm der Komponist Christoph Willibald Gluck 1767 mit dem Librettisten Ranieri de’ Calzabigi auf und wandelte es ab, so fehlen die Rollen des Herakles oder des Vaters von Atmetos, Pheres. Alkestis, die nunmehr Alceste heißt, hat eine viel zentralere Rolle als in der Fassung von Euripides, die die Sinnhaftigkeit des menschlichen Daseins aber auch in einem größeren gesellschaftlichen Zusammenhang darstellt. Sie ist die Frau wie sie sich die antiken Griechen vorstellten. Homer zeichnete mit Odysseus und Penelope vierhundert Jahre vorher eine idealtypische Ehe der damaligen Zeit, dem sich Euripides mit seiner Alkestis anschloss.

Johan Simons erweitert nochmals den Kontext indem er symbolisch den europäischen Gedanken, aber auch den Zustand der europäischen Idee, mit einfließen lässt. Fast wäre man geneigt  die Inszenierung als überzogen symbolisch abzutun, zu viel Europa, zu viel Aufklärung und zu wenig griechische Tragödie. Es ist jedoch der Opfergedanke der einen in den Bann schlägt, nicht der banale Opfergedanke, nein, das Opfer für etwas Großes, welches den der das Opfer erbringt zum Helden aufsteigen lässt.

[Hier einige Szenen aus der Premiere „ALCESTE“ – alle Fotos: (c) Linde Arndt]

Birgitte Christensen (Sopran) als Alceste Foto: (c) Linde Arndt Birgitte Christensen (Sopran) als Alceste Foto: (c) Linde Arndt[/caption]

Langsam bricht es aus Alceste heraus, sie spürt einen Ruf nach ihr, ihr der Retterin. Sie zögert und ist voller Zweifel, kämpft mit sich und findet zu einer Entscheidung: so will sie den Tod anstelle ihres geliebten Gatten wählen. Er soll leben! Kein anderer soll für dieses Opfer einstehen, Alceste sieht die Verantwortung bei sich und bei keinem Anderen. Denn was ist ihre Liebe zu ihrem Mann wert, wenn jeder diesen Platz einnehmen könnte? Alceste ist sich ihrer herausragenden Stellung als Königin bewusst; sie ist sich aber auch ihrer Liebe zu Atmetos bewusst. Sie entscheidet sich ganz bewusst für den Mann Atmetos nicht für den König Atmetos. Und weil sie diese Entscheidung so trifft, steht sie gleichberechtigt und emanzipiert neben ihrem Mann.

Als die Götter sie holen wollen, erbittet sie einen Aufschub um sich von ihren Lieben zu verabschieden.

Atmeto ist gerettet, alle freuen sich, erfährt von dem Opfer eines anderen und will denjenigen kennenlernen um ihm seine Dankbarkeit zu zeigen. Als Alceste erscheint zeigt er Alceste seine Freude über seine spontane Genesung. Die Kraft weiter zu leben verdankt er ihrer Liebe. Da erfährt er von ihrem Opfer.

Atmeto ist nun in einem Bad von widersprüchlichen Gefühlen, Trauer, Depressionen und Wut reißen ihn hin und her, ohne Alceste will er nicht leben. Er will selber sterben und mit Alceste verbunden sein.

Die Götter warten nicht, sie holen Alceste und bringen sie in den Hades. Atmeto, seiner Liebe beraubt, findet sich alleine und zurück gelassen. Sein Schmerz dauert die Götter so sehr, dass sie ein Erbarmen mit den Liebenden haben. Apollon führt die Liebenden wieder zusammen.

 

Die Aufführung-Haus Europa

In soweit kann man Europa im momentanen Zustand analog erkennen. Führungs- und ideenlos ohne Mut sich den Aufgaben zu stellen. Wer tritt für Europa, den europäischen Gedanken ein? Die Fliehkräfte sind sehr groß, wie lange hält die Statik des Hauses Europa noch? In diesem Zustand wird ein Retter gesucht, der Verantwortung übernimmt. Die Liebe zu Europa ist einer Gleichgültigkeit gewichen. Ist das Urteil schon gefällt? Alceste steht für etwas ein was vielen nicht bewusst ist – die Liebe als abstrakter Wert. Als Alceste sich entscheidet, ziehen alle mit, sie opfert sich oder sie verzichtet um für alle  den europäischen Gedanken zu erhalten. Opfer heißt aber auch auf etwas zu verzichten, für den europäischen Gedanken und das Haus Europa, auf einen Grad der Eigenständigkeit der Nation.

Gluck hat bewusst Herakles und Pheres aus dem Spiel gelassen, denn beide sind nicht geeignet den Opfergedanken in die Zeit der Aufklärung zu transportieren und sind deshalb für den europäischen Gedanken ungeeignet.

Johan Simons, selber Europäer, lässt die Hoffnung nicht sterben und zeigt der Liebe zu Europa einen Weg – mutiger Einsatz um das Ganze zu erhalten. Denn der Verlust oder der Tod wäre vorprogrammiert wenn man sich in sein Schicksal ergibt.

 

Die Aufführung – Kritik

 Das Belgische Barockorchester B’Rock, Gent Foto: (c) Linde Arndt

Das Belgische Barockorchester B’Rock, Gent Foto: (c) Linde Arndt

Unter der Leitung von René Jacobs hörten wir das Belgische Barockorchester B’Rock, Gent als außerordentlich lebendiges Orchester das in der Jahrhunderthalle in Bochum, mit seinen noch vorhandenen Industrieaufbauten, ein wunderbares Klangerlebnis ertönen lies. Es war ein konzentriertes Zusammenspiel zwischen dem wunderbaren Chor MusicAeterna aus Perm und den herausragenden Solisten.

Birgitte Christensen (Sopran) spielte eine liebende Alceste die glaubhafter nicht sein konnte und machte aus dieser Alceste eine menschliche Heldin. Georg Nigl (Bariton) war ein leidenschaftlicher Gott Apollon aber auch ein erhabener Todesgott Thanatos , der mit aller Strenge das Recht einforderte. Thomas Walker (Tenor) interpretierte den Atmeto bravourös als tragische Gestalt mit all seiner Verlorenheit.

Kristina Hammarström (Mezzosopran) als Ismene war ein treusorgendes und rühriges Kindermädchen.

Die Kinder Aspasias (Alicia Amo) und Eumelo (Joshua Kranefeld) brillierten mit ihrer Unschuld und zeigten in der Schlussszene mit ihrem Tanz die Erfüllung einer Hoffnung die wahr wurde oder werden kann.

 

Die Aufführung – Technik

Es gehört schon viel Professionalität in einer „Kathedrale“ der Industrie zu spielen. Kirill Petrenko der designierter Chefdirigent der Berliner Philharmoniker hatte mit  Wagners „Tristan und Isolde“ und der Akustik seine liebe Not. Wobei er die Bühne nicht so weit auseinanderzog. Bei Alceste war die Bühne sehr weit und das ging nur auf Kosten der akustischen Qualität. Es ist sicherlich dem Budget geschuldet, wenn man dazu noch die Anordnung der Publikumsränge betrachtete.

Die Kostüme (Greta Goires) waren einesteils klassisch und andererseits modern, der griechischen Tragödie und der modernen heutigen Zeit verpflichtet – aber gelungen. Die griechischen Tragödien sind eben zeitlos, Alceste und Atmeto könnten auch heute in einem konservativen Umfeld ohne Probleme leben.

Dekoration und Bühne waren sehr abstrakt und „sparsam“ teilweise orientierte sich die Aufführung an den Aufbauten der ehemaligen Produktions- und Ausstellungshalle.

 

Trotz allem muss man allerdings sagen, es war eine wunderbare Aufführung die nachdenklich machte. Denn ein Opfer ist nicht unbedingt mit einem Menschenleben gleichzusetzen. Auch der Verzicht auf nationale Egoismen kann schon ein Opfer darstellen, tja, Liebe kann Häuser zum Einsturz bringen, aber sie kann auch Häuser erhalten.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik und european-mosaic aus Bochum


 

„Farbe bekennen“ – Benefiz-Kunstauktion der Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet

Motiv aus Plakat Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet

Motiv aus Plakat Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet

[Bochum] Benefiz-Kunstauktionen – finden in Abständen an ungewöhnlichen Orten und zugunsten der Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet statt,

am Samstag den 07. November 2015

Farbe bekennen!  Gemeinsam handeln – gemeinsam helfen
Kunstauktion hilft Kindern

 

Liebe Kunstinteressierte,
gemeinsam mit der arke-Galerie, Dortmund und der Buchhandlung Koethers & Röttsches, Herne, laden wir Sie herzlich am 7. November 2015 in die Alte Druckerei Herne ein, um dort an unserer diesjährigen Kunstauktion „Farbe bekennen“ teilzunehmen. Es wird ein spannender Tag mit vielen wunderbaren Kunstwerken, die Ihnen gehören könnten. Bieten Sie mit! Der Erlös dieser Benefiz-Kunstauktion fließt in unsere aktuellen Projekte „Evaluation und Verbesserung der Ernährungssituation behinderter Kinder im Ruhrgebiet“ und „Beratungsstunde für Kinder chronisch kranker Eltern“  .
Seien Sie dabei!

Schirmherr:     Prof. Dr. Norbert Lammert

12:00 h               Besichtigung der Werke

14:30 h               Eröffnung der Auktion / Auktionatorin Britta Koch Kunsthistorikerin
Auktionsort:   Alte Druckerei Herne, Bebelstraße 18, 44623 Herne

Er ist da! Der kleine Kunstkatalog mit allen Werken die Sie am 07. November 2015 ersteigern können. Melden Sie sich bei uns – wir schicken Ihnen gerne ein Exemplar!

Die diesjährigen teilnehmenden Künstler sind:

Linde Arndt, Elvira Bach, Regine Bergmann, Ralf Bohnenkamp, Brigit Breer, Bulb Fiction, Frank Damm, Claudia Dröge, Michaela Düllberg, Anna Flores, Till Großmann, Bettina Hachmann, Antje Hassinger, Sybille Hassinger, Helga Hoicke, Karina Jeggle, Gabriele Klipstein, Ariane Koch, Heike Kretschmann, Bettina Kretschmer, Claudia Küster, Christoph Lammert, Harald Lange, Christel Lechner, Peter Lechner, Gudrun Lukas, Elisabeth Lyskava, Francis Mean, Christel Neff, Uwe Nolte, Claudia Op`t Eynde, Plato E. Papastamos, Andrej Piatkowski, Klaus Pfeiffer, Folkert Rasch, Sylvia Reusse, Robert Schibor, Daniel Schönknecht, Andreas Scholz, Sigrid Schulte, Andre Schweers, Peter Starcke, Sylvia Straube Holbach, Jürgen Theobald, Jessica M. Toliver, Andrea Wedel, Anja Weinberg, Eva Wiechert, Christoph Woloszyn, Dieter Zawodniak

Vielen Dank, dass Sie dabei sind!

 Weitere Informationen erhalten Sie persönlich unter  0234.5092800 oder info@kiz-ruhr.de.

Nähere Einzelheiten und Fotos der Werke auch unter   http://www.kiz-ruhr.de

URBANATIX »NOW!«

Urbanatix2015[Essen] URBANATIX »NOW!« – der Titel der kommenden Show ist Programm
Mit neuer Inszenierung kommt auch frischer Look
Seit Jahren sind die URBANATIX-Shows mit ihrem Crossover aus fetten Beats, progressiver Videoperformance, dynamischem Street-Style und akrobatischer Höchstleistung beim Publikum ein Renner!

Vom 13. bis zum 24. November 2015 wird in der Jahrhunderthalle Bochum die sechste Auflage stattfinden. Heute wurden erstmals Titel und Leitfaden der neuen Show bekannt gegeben.
»NOW!«, so heißt die neue 100-minütige URBANATIX-Show mit insgesamt 16 Terminen. „Für uns ist der Name Programm“, so Projektleiter und Regisseur Christian Eggert. „Das Ruhrgebiet erfindet sich durch viele Momentaufnahmen – gerade auch im kulturellen Bereich – immer wieder neu. Einen dieser besonderen Momente möchten wir jetzt gestalten.“

Mit URBANATIX »NOW!« wird die unbändige Lebensfreude und ungezügelte Energie der Traceure, Freerunner, Tänzer, Biker, Tricker, Catwall-Akrobaten und Weltklasse-Artisten zum kollektiven Puls. Menschen unterschiedlichster Kultur und Herkunft geben URBANATIX dabei ein unverwechselbares Gesicht. „Ihre Lust, immer wieder etwas Neues zu wagen, ist unser Ansporn“, sagt Eggert.

Die Lebensroutine zu unterbrechen und den einen Moment großer Intensität im »Hier und Jetzt« entstehen zu lassen gehört zur Passion des Regisseurs und seines Teams. URBANATIX entsteht live im Augenblick, vor den Augen der Zuschauer, die eins werden mit dem Raum und dem 50-köpfigen Künstlerensemble. Rund 40 Street-Artisten aus dem gesamten Ruhrgebiet trainieren auch in diesem Jahr kurz und intensiv mit zehn internationalen Hochkarätern aus aller Welt, um dann zur gemeinsamen Inszenierung auf der großen Showbühne zusammenzukommen.

Kompaktes Bühnenbild
Für das neu entwickelte Bühnenbild von »NOW!« ist erstmals Sascha Hinz verantwortlich. Der gebürtige Münsteraner bringt durch seine Arbeit im internationalen Theater-, Festival- und Circus-Bereich viel Erfahrung mit und hat selbst die Umbaupausen während der Show inszeniert: „Die Herausforderung, die artistischen Disziplinen der Cast in einem kompakten Bühnenbild zu vereinen, ist uns gut gelungen. Nervenkitzel und Faszination rücken enger zusammen. In einem Moment stürzen sich die Biker – durch die jetzt in das Bühnenbild integrierte Rampe – in die Tiefe, im nächsten Moment springen die Catwall-Trampolin-Artisten mit Leichtigkeit ihre Saltos und schon erscheinen die brillanten Luftakrobaten an den Strapaten.“ Jerome Krüger, der bereits seit einigen Jahren für die
visuellen Effekte der URBANATIX-Show zuständig ist, ergänzt: „Es ist immer wieder spannend, sich vom kreativen Prozess der Artisten und des Teams beeinflussen zu lassen und die Verschmelzung von Artistik, Licht, Sound und Bühnenbild durch die Komponente »Video-Projektionen und Mapping« abzurunden.“

Zehn internationale artistische Hochkaräter
Während der internationalen Künstlersuche weiß Eggert immer früh genug, wer gerade weltweit für Aufmerksamkeit sorgt: „In diesem Jahr konnten wir Künstler aus Uruguay, Kolumbien, Kanada, Schweden, Frankreich, der Schweiz und Deutschland verpflichten, die mit ihrem Können und den teilweise skurrilen Performances aktuell den »State of the Art« im Bereich der modernen »Circus-Arts« verkörpern!“

Im Ensemble finden sich u. a. das »Duo Kiebre«, das nie eine klassische Artistenschule besucht hat und gerade deswegen mit seinen Performances, u. a. an den »Strapaten« (Luftakrobatik-Bänder), die Szene begeistert. Mit dabei ist die »Sons Company«, die aus ihrer Begeisterung für das »Extreme Skiing« eine unkonventionelle Performance am »Teeterboard« (Wippe) entwickelt hat. Der aus dem Bereich des »Physical Theatre« kommende Jimmy Gonzalez konnte ebenfalls mit einer »Juggling-and-Dance«-Performance (Jonglier-Tanz) verpflichtet werden, die so genial in Idee und Ausführung ist, das er damit ad hoc die Goldmedaille beim weltweit wichtigsten Festival für moderne »Circus-Arts« gewann. Mit seiner »Handbalance«-Performance an einer Schaufensterpuppe
sorgte Eike von Stuckenbrok bei den ersten URBANATIX-Showproduktionen für Furore. Im Rahmen von URBANATIX »NOW!« hat er Performances an einer 45 Grad-Schräge inszeniert. Der wandlungsfähige, durch subtile Komik überzeugende Deutsch-Franzose und URBANATIX-Publikumsliebling Rémi Martin darf mit seiner »Double Pole«-Darbietung nicht fehlen. „Er war es, der sich im letzten Jahr vor der Generalprobe das Wort »NOW« – »Jetzt« mit einem Filzschreiber auf den Arm schrieb und eine Uhr darum herum malte“, erklärt Eggert. Bei URBANATIX zählt der Augenblick.

Neues Logo und neuer Internetauftritt
Für Thorsten Strozik, Gründer und Geschäftsführer der renommierten Bochumer Agentur Gregor & Strozik Visual Identity, ist URBANATIX seit Jahren ein »Phänomen des Ruhrgebietes«. Nach dem Besuch der fulminanten Show im letzten Jahr bot er spontan an, dem URBANATIX-Projekt nach fünf erfolgreichen Jahren ein frisches Erscheinungsbild zu spendieren. Heute stellte er die neue CI vor: „URBANATIX ist lebendig, kraftvoll und ein neues Format für die Jugend. Viele Menschen von hier unterstützen das gerne. Wir wollten daran mitwirken und haben im großen Agenturteam aus eigenen Stücken eine neue »Visual Identity« entwickelt. Die neue Homepage www.urbanatix.de ist jetzt freigeschaltet“, so Strozik.

Andreas Kuchajda, Geschäftsführer der Bochumer Veranstaltungs-GmbH, Betreiber der Jahrhunderthalle Bochum und Veranstalter der Show beschloss den heutigen Pressetermin: „Aus dem URBANATIX-Team ist in den vergangenen Jahren seit Initiierung des Projektes in 2010 eine Familie und die Jahrhunderthalle Bochum zu ihrem zu Hause geworden. Wir freuen uns, auch in diesem Jahr wieder mit tollen Künstlern zusammenzuarbeiten, um die kleinen und großen, alten und jungen Besucher mit einer neuen, adrenalinreichen und emotionalen Inszenierung zu begeistern. Als Veranstalter und Spielort der Show im bereits sechsten Jahr ist es jedes Mal wieder spannend, das Ergebnis monatelanger Vorbereitung live und in voller Länge zu erleben.“

URBANATIX zählte im letzten Jahr 18.000 Besucher während der November-Shows. Seit der ersten Aufführung im Mai 2010 kamen weit über 60.000 Zuschauer in die Jahrhunderthalle Bochum, um die Inszenierung zu sehen.

Die Spieltage 2015 mit optimierten Anfangszeiten:
Freitag 13.11.2015 20.00 Uhr
Samstag 14.11.2015 17.00 & 20.00 Uhr
Sonntag 15.11.2015 17.00 & 19.30 Uhr
Montag 16.11.2015 19.00 Uhr
Dienstag 17.11.2015 18.00 Uhr (Familientag)
Mittwoch 18.11.2015 19.00 Uhr
Donnerstag 19.11.2015 19.00 Uhr
Freitag 20.11.2015 18.30 & 21.00 Uhr
Samstag 21.11.2015 17.00 & 20.00 Uhr
Sonntag 22.11.2015 18.00
Montag 23.11.2015 19.00 Uhr
Dienstag 24.11.2015 18.00 Uhr (Familientag)

Die Tickets sind ab sofort unter www.westticket.de oder unter www.eventim.de und an allen weiteren bekannten
VVK-Stellen erhältlich.



In der Gaskraftzentrale eines ehemaligen Stahlwerks, wo einst der Puls der Industriekultur schlug, hat das Ruhrgebiet ein Energiezentrum der besonderen Art hervorgebracht: Die Bochumer Jahrhunderthalle – eines der außergewöhnlichsten Festspielhäuser Europas. Ein Spielort wie für URBANATIX geschaffen, um ihn mit jungem, frischem und wildem urbanen Leben zu füllen! Über 20.000 Zuschauer ließen sich im Mai und Dezember 2010 durch den energiegeladenen Crossover verschiedener Streetart-Disziplinen und moderner internationaler Artistik verzaubern und feierten »URBANATIX – DIE SHOW« als »grandioses Gesamtkunstwerk« innovativer Bewegungskunst, mitreißender Beats und Videoperformance. Im November 2011, 2012, 2013 und
2014 konnten an mehr als 50 Spieltagen weit über 60.000 Besucher verbucht werden. Viele weitere zehntausende Zuschauer bestaunten URBANATIX bei Side-Projekten wie z. B. der Extraschicht. Das im Rahmen von RUHR.2010 von der Bochumer Veranstaltungsagentur DACAPO – unter der Flagge von Christian Eggert – initiierte und durchgeführte Kulturprojekt ist mit »URBANATIX – DIE SHOW« mittlerweile so erfolgreich, dass das Showformat mit dem 50-köpfigen Ensemble fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders der Bochumer Jahrhunderthalle ist. Die nächste URBANATIX-Showproduktion wird vom 13. bis 24. November 2015 auf der Bühne der Jahrhunderthalle zu sehen sein.


 

Gemeinsame Gestaltung des ÖPNV im EN-Kreis

[Ennepetal]  Fortsetzung der Gespräche zur gemeinsamen Gestaltung des ÖPNV im Ennepe-Ruhr-Kreis

Bereits Ende letzten Jahres wurden erste Gespräche zwischen Vertretern des Ennepe-Ruhr-Kreises (EN-Kreis), der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen Aktiengesellschaft (BOGESTRA) und der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr mbH (VER) hinsichtlich möglicher Kooperationsfelder geführt – mit dem Ziel einer Optimierung des Verkehrsangebotes im EN-Kreis. Die VER fährt heute annähernd 60 Prozent der Gesamt-Verkehrsleistungen im EN-Kreis und die BOGESTRA mehr als 30 Prozent. Inzwischen werden die Gespräche konkreter und die erste gemeinsame Arbeitsgruppe „Strategie und Vertragsgestaltung“ startet zeitnah für die Detailplanungen.

Ausgangslage:
Der EN-Kreis hat die ihn bedienenden Verkehrsunternehmen im Rahmen einer Bestandsbetrauung bis Mitte 2019 mit gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen beauftragt. Nach Ablauf dieser Betrauung hat der EN-Kreis die Vorgaben der EU-VO 1370 unmittelbar anzuwenden. Vor diesem Hintergrund wurde 2013 ein Gutachten beauftragt, um die möglichen Optionen zur Ausgestaltung des ÖPNV auszuarbeiten. Ziel ist es, den ÖPNV auf mittlere Sicht wirtschaftlich und zukunftsfähig zu gestalten.
Hinzu kommt, dass das kreiseigene Unternehmen VER seit einiger Zeit unter hohem Kostendruck steht und der Zuschussbedarf für die Erbringung der Verkehrsleistung ständig steigt.
Angesichts des Handlungsbedarfs sind seitens des Ennepe-Ruhr-Kreises im Rahmen des Gutachtens vier mögliche Optionen zur Konsolidierung der VER untersucht worden. Als Optionen werden auf Basis des Gutachtens seitens des Kreises eine sogenannte VERneu mit einer Beteiligung der BOGESTRA oder ein Zusammenschluss beider Unternehmen präferiert. Aus Sicht der BOGESTRA ist eine engere Verflechtung möglich, auch unter dem Gesichtspunkt dass die BOGESTRA bereits einen Betrieb in Witten unterhält und durch den starken verkehrlichen Bezug wirtschaftliche Vorteile für beide Unternehmen zu erzielen sind.
Nachdem der Kreistag des EN-Kreises Ende März 2015 den Wunsch zu einer engeren Zusammenarbeit der VER und der BOGESTRA einstimmig ausgedrückt hat, haben die beiden Partner in den zurückliegenden Wochen erste Detaillierungsgespräche aufgenommen. Klar ist bereits heute, dass gemeinsam eine Projektstruktur aufgebaut wird, um die Felder einer Kooperation bzw. Fusion von BOGESTRA und VER näher auszuloten sowie die Möglichkeiten einer gesellschaftsrechtlichen und personellen Verflechtung auszuarbeiten und zu bewerten.

Heute: Anfang April erfolgte die beidseitige Unterzeichnung eines Letter of Intent (Absichtserklärung). Weiterhin wurde vereinbart, dass die Projektleitung durch Herrn Philipp Welsch, einem langjährigen Mitarbeiter der BOGESTRA, übernommen wird. Angedacht sind derzeit mehrere Arbeitsgruppen, die sich aus den jeweils fachlich zuständigen Führungskräften beider Unternehmen sowie Vertretern beider Betriebsräte zusammensetzen werden. Das Projekt BOGESTRA / VER startet in Kürze mit einer Ist-Analyse der vorhandenen Strukturen. Nach der Ist-Analyse erstellt eine Arbeitsgruppe dann Themen und Arbeitsaufträge für das weitere Vorgehen. Hierfür ist eine Zeitkette von voraussichtlich drei Monaten vorgesehen.
Mitte bzw. Ende April sind die Aufsichtsräte der BOGESTRA und der VER über die bisher geführten Gespräche informiert worden. Beide Aufsichtsräte haben der Fortsetzung der Gespräche zugestimmt, mit dem Ziel eine konsensfähige Lösung zur gemeinsamen Gestaltung des ÖPNV im Ennepe-Ruhr-Kreis zu finden. Jedoch darf ein mögliches Engagement der BOGESTRA im Ennepe-Ruhr-Kreisgebiet bzw. als Gesellschafter der VER keine Mehrbelastung für die Städte Bochum und Gelsenkirchen mit sich bringen. Außerdem ist im Rahmen einer Direktvergabe eine auskömmliche Finanzierung des betrauten Unternehmens sicherzustellen.
Zukünftig: Auf Grundlage der Arbeitsergebnisse soll bis spätestens Ende 2016 gemeinsam mit allen Gesellschaftern von BOGESTRA und VER eine Entscheidung über die genaue Ausgestaltung der Kooperation zwischen BOGESTRA und VER getroffen werden. Dies betrifft nicht nur die Kooperationsfelder, sondern auch einen politischen Beschluss über die Gesellschafterstruktur und Managementverantwortung des neuen Unternehmens.
Dies ist bis Ende 2016 erforderlich, da der Kreis bzw. der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) in der ersten Jahreshälfte 2017 eine EU-weite Vorabbekanntmachung im Hinblick auf den im Jahr 2019 zu vergebenden öffentlichen Dienstleistungsauftrag veröffentlichen muss. Die mit dem beabsichtigten Dienstleistungsauftrag verbundenen Anforderungen für Fahrplan und Standards sollen im Rahmen der Fortschreibung des Nahverkehrsplans formuliert werden, die ebenfalls Ende 2016 abgeschlossen sein soll.

Bochum/ Ennepetal Juni 2015

Menue-Karussell 2014 setzt Erfolgskurs fort

Teilnehmergruppe des Menue-Karussells 2014

Teilnehmergruppe des Menue-Karussells 2014 Foto: © Linde Arndt

[Bochum/Hattingen, 23. Januar 2014.]

So viel Auswahl war noch nie: Zum 8. Mal nimmt das Menue-Karussell Schwung. 116 Restaurants – 30 mehr als im Vorjahr – bieten vom 1. Februar bis zum 31. März in vier Revier-Regionen ein Viergangmenü zum Festpreis inklusive der begleitenden Weine, Biere, Wasser an. In Bochum und Hattingen zeigen während der acht Genießerwochen insgesamt 31 Topgastronomen ihr Können am Herd. 

Aufgetischt wird nicht nur in Bochum/Hattingen, Dortmund und im Kreis Recklinghausen, sondern erstmals auch in der Region Emscher-Lippe mit den Städten Gelsenkirchen, Gladbeck, Bottrop und Herne. Neu ist in diesem Jahr das Gästevotum: Nach dem Essen erhält jeder Gast eine Stimmkarte, mit der er auf der Internetseite www.menue-karussell.de für seinen Restaurantfavoriten voten kann. Unter allen Teilnehmern wird zum Schluss ein „Pio Tosini“ verlost, einer der edelsten Parma-Schinken Italiens am Knochen.

v.l.: Herwig Niggemann und Hubert Fiege

v.l.: Herwig Niggemann und Hubert Fiege
Foto: © Linde Arndt

Herwig Niggemann und Hugo Fiege, Initiatoren des Menue-Karussells, freuen sich schon darauf, die Gewinner zu küren: „Das Menue-Karussell bietet viele Gelegenheiten, kulinarisch über den Tellerrand zu schauen und Restaurants in Nachbarstädten kennenzulernen. Immer mehr Gäste nutzen diese Chance, stärken die Qualitätsgastronomie und sorgen so dafür, dass unser Ruhrgebiet weiter zusammenwächst.“

Es ist schon eine besondere Erfolgsstory: Gäste lieben das Menue-Karussell. Mehr als 33.000 nahmen 2013 in den acht Winterwochen teil. Und es sieht so aus, als wenn es 2014 noch deutlich mehr werden. In Bochum hat die Idee des Feinschmecker-Events auch Bochum-Wattenscheid erfasst, neben dem „Beckmannshof“ sind das „Kolpinghaus Höntrop“ und der „Kümmel Kopp“ zum ersten Mal dabei. Mit 10 von insgesamt 31 Restaurants stark vertreten sind auch Hattingen und Sprockhövel.

Wie in jedem Jahr gibt es auch in Bochum und Hattingen beim Menue-Karussell Aufsteiger und Absteiger. Newcomer des Jahres in Bochum ist das „Franz Ferdinand“ am Tierpark, dafür hat die Orangerie in der Stadtpark-Gastronomie kein Ticket gelöst. Daniel Birkner („Herr B.“) hat Bochum verlassen. Aufgesprungen sind dafür das „Fachwerk“ in Hattingens Innenstadt und „Viktor’s“ an der Viktoriastraße, Bochums neuer Mitspieler für Fleischliebhaber mit Küchenchef André Becker, der zuvor in Dortmund aktiv war.

Informationen über das Menue-Karussell sind nicht nur in gedruckter Form, sondern im Internet rund um die Uhr abrufbar. Zum Herunterladen stehen auf Facebook oder unter www.menue-karussell.de die vier regionalen Broschüren bereit. Genießer auf der Suche nach neuen kulinarischen Erlebnissen können so am Bildschirm alle 116 Restaurants unter Augenschein nehmen und in aller Ruhe entscheiden, wo sie mit Familie oder Freunden in diesem Jahr einkehren möchten. Wer lieben Menschen eine Genießerfreude machen möchte, kann im Internet Verschenkgutscheine bestellen. Die Gutscheine kommen dann per Post ins Haus.

Die Reservierung von Tischen kann ebenfalls über die Internetseite erfolgen. Wer eine Anfrage schickt, erhält vom Restaurant umgehend eine Bestätigung. Selbstverständlich kann die Reservierung auch telefonisch erfolgen, alle Rufnummern sind im Web oder in den Broschüren zu finden. Menue-Karussell-Initiator Herwig Niggemann rät: „Gäste sollten im Restaurant nicht einfach nur einen Tisch bestellen, sondern direkt für das Menue-Karussell buchen. Der Koch möchte sich auf diesen Besuch speziell vorbereiten und benötigt für das exklusive Menue meist besondere Lebensmittel oder Weine.“

Wir wollen die Wirklichkeit mitspielen lassen

J. Simons  Foto: © Linde Arndt

J. Simons Foto: © Linde Arndt

[jpg] Es ist ein ungemütlicher Tag in Duisburg auf dem Weg zur Gebläsehalle. Es nieselt und ist nasskalt als wir den Landschaftspark mit der eindrucksvollen Industriekulisse betreten. Heute soll offiziell der neue Intendant für 2015-2017 vorgestellt werden. Seit Mai war diese Personalie schon bekannt. Es soll der derzeitige Leiter der Münchner Kammerspiele werden, eines der bedeutendsten deutschen Sprechtheater, welches sich immer wieder mit der Gegenwart auseinander setzt – und das seit 100 Jahren. Sie ahnen es, es ist der Niederländer Johan Simons, dem das Ruhrgebiet nach eigenen Angaben ein besonderes Anliegen ist.

Es ist der „Pott“, Kommissionspräsident Barroso nannte das Ruhrgebiet den „melting pot“, der alles hervorbringt aber auch alles einsaugt. Er reagiert und reflektiert, er ist Armenhaus, birgt aber auch  einen Reichtum, den sich manche Region wünscht. Hochkultur und Straßenkultur gehen friedlich ineinander über. Nirgends gibt es mehr Spielstätten mit alten stillgelegten Fabrikbauten der schon längst vergangenen Industriewirtschaft.

Johan Simons liebt diese Gegend, sind es doch die außergewöhnlichen Orte die Johan Simons und Paul Koek als Innovations-Theater, Theater Hollandia, berühmt gemacht hatten. Das Theater Hollandia spielte damals in Ställen, auf Schrottplätzen oder unter Brücken. Unabhängigkeit und Autonomie sollten die Kunst befördern aber auch die Freiheit der Kunst sichtbar machen. Nicht die große Masse, der Mainstream, sollte bestimmen, der freie Geist sollte der Kunst die Wege weisen.

 

Am Panel v.l.:

v.l.:Stephanie Paeleke-Kuhlmann (Pressesprecherin der Ministerin) / NRW Ministerin Ute Schäfer (Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport) / Karola Geiß-Netthöfel ( Regionaldirektorin RVR) / Prof. Heiner Goebbels (amtierende Intendant der Ruhrtriennale) / Johan Simons (zukünftiger Intendant Ruhrtriennale 2015-2017) / Foto: © Linde Arndt

Es war ein lockerer Pressetermin der von der Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Ute Schäfer, als Aufsichtsratsvorsitzende der Ruhrtriennale organisiert worden war. Ihre charmante Pressesprecherin Stephanie Paeleke-Kuhlmann moderierte souverän das Treffen. Der amtierende Intendant der Ruhrtriennale, Prof. Heiner Goebbels und die Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR) Karola Geiß-Netthöfel wussten aus ihrer Sicht den Wechsel 2015 positiv zu kommentieren.

So ist dies ein normaler wiederholter Wechsel in der Intendanz, der seit Gründung 2002 durch Gerard Mortier nach jedem 3 jährigen Zyklus stattfindet. War der rote Faden bei Professor Willy Decker die Religion, so gestaltete und gestaltet Professor Heiner Goebbels seine Intendanzzeit ohne thematischen Faden. Schwerpunkte waren bis jetzt die Vorstellung von außergewöhnlichen Komponisten wie John Cage oder Harry Partch, beide Avantgardisten der Musiktheorie.

Und jetzt Johan Simons wieder mit einem rotem Faden, er wird die Beziehungen oder Abhängigkeiten zwischen Mensch, Gesellschaft, Staat und den Institutionen in den Vordergrund stellen – also das Soziale. Betrachtungsmaterial findet er im Ruhrgebiet en masse. So versteht er seine Intendanz spartenübergreifend, in welcher Oper, Sprechtheater und Ballett gleichberechtigt nebeneinander stehen. Konkrete Angaben wollte Johan Simons jedoch noch nicht preisgeben. Aus seinen Arbeiten für die Ruhrtriennale konnte man aber schon erkennen, welchen Weg er ab 2015 einschlagen wird. Abgesehen davon, dass seine Äußerungen eine eindeutige Richtung erkennen lassen. So ist besonders das 2002 inszenierte Stück „Fall der Götter“ nach Luchino Visconti mit der Theatergruppe ZT Hollandia als herausragend hervorzuheben und richtungsweisend.

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Bitter stießen bei der Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR) Karola Geiß-Netthöfel die in letzter Zeit aufkommenden Kommentare zum Ruhrgebiet auf, in denen das Ruhrgebiet als Armenhaus dargestellt wurde. Sie verwies auf den ungeheuren Wandel des Ruhrgebietes, weg von Kohle und Stahl und hin zu mehr Dienstleistungen und eines international anerkannten Kunstbetriebes mit anerkannten Einrichtungen wie der Ruhrtriennale. Man müsse mal auf die Parkplätze gehen, wo Autokennzeichen aus der gesamten europäischen Union zu den Aufführungen zu sehen sind. Recht hat sie.

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Duisburg (18.11.2013)