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Es ist wie ein Film aus der Kindheit

[jpg] Als Kinder haben wir gerne Seifenkistenrennen veranstaltet. Die Straße konnte nicht steil genug sein. In der Elberfelder Südstadt hatten wir den Grifflenberg oder die Ronsdorferstraße genommen. Der Verkehr war damals mehr als dürftig. Wenn wir mal mit einem Auto zusammen kamen, weiß ich bei heutiger Betrachtung nicht ob der Autofahrer oder wir uns mehr erschreckten. Es ging aber auf jeden Fall immer gut. Unfassbar für heutige Verhältnisse. Und die Seifenkisten? In der Regel wurden die Materialien von den Schrottplätzen und von Schreinereien genommen. Schreiner hatten für uns Kinder immer ein offenes Ohr und hatten in einer Ecke für uns immer Resthölzer die wir uns nehmen durften. Die Räder und Achsen waren in der Regel von ausgedienten Kinderwagen, die waren stabil und unkaputtbar.

Ich war in Gevelsberg im Bürgermeisteramt und Claus Jacobi sprach vom Seifenkistenrennen im 125. Jubiläumsjahr 2011 der Stadt. 2010 hatte die Stadt das Rennen ausfallen lassen, 2011 sollte dafür das Konzept erweitert werden. Unter anderem soll es auch Spaßmobile geben und die Unterhaltung soll ausgeweitet werden.

Zum ersten mal wird der Bürgermeister von Wetter, Frank Hasenberg, der im Motorsport Club Wetter Mitglied ist, gegen den Gevelsberger Bürgermeister Claus Jacobi antreten. Aber nicht nur das, Bürgermeister Frank Hasenberg bringt noch ein ganzes Team mit zu diesem Rennen. Das dieses Rennen nicht so ernst geführt wird, ist jedem klar. Haben doch die Gevelsberger und Wetteraner viele gemeinsame Schnittmengen die sie über die Jahre auch pflegten. Denkbar wäre auch ein wechselseitiges Seifenkistenrennen.

   
  v.l.: BM Claus Jacobi [Gevelsberg]  / BM Frank Hasenberg [Wetter] / Adalbert Bick / Klaus Fiukowski / Dirk Ständecke /
Rainer Padtberg / Ulrich Plester                                                                                                     Foto: © Linde Arndt
 

Zum ersten mal steht auch ein Kran zur Verfügung, der von den Zuschauern genutzt werden kann. Aus schwindeliger Höhe können so professionelle Fotos geschossen werden. Die Heidestrasse in Gevelsberg wird als Rennstrecke nach sicherheitstechnischen Gesichtspunkten ausgebaut werden. Sicherheit ist ein Thema; denn die selbstgebauten Seifenkisten werden vor Rennbeginn technisch überprüft. Ist das Fahrzeug nicht sicher wird es zurück gewiesen und kann noch bis Rennbeginn sicher gemacht werden. An der Rennstrecke werden viele Aktionen stattfinden die dieses ganze Seifenkistenrennen zu einen Spaß für alle werden lässt. Auch Preise werden verteilt. Zum ersten mal wird es eine künstlerisch gestaltete Trophäe mit einer Urkunde geben. Die Startgelder und sonstigen Einnahmen werden einem Guten Zweck überführt. In der Vergangenheit wurden mit diesen Geldern Kitas, Sportvereine, freie Vereine unterstützt die sich mit Jugendarbeit hervor getan haben. Damit das ganze gerecht zu geht, setzt sich hinterher eine Jury zusammen die die Gelder zweckgebunden verteilt.

Das Gevelsberger-Rennen wird aber auch von Sponsoren getragen, erwähnt sei die Firma ABC aber auch die AVU die mit einer Lehrwerkstatt anwesend sein wird. Der Rotary Club Gevelsberg, die evangelische Kirche Gevelsberg, Pro-City Gevelsberg und die Stadt Gevelsberg gehören wie immer selbstredend zu den Sponsoren und Unterstützer dieses Rennens. An der Rennstrecke sind noch viele, viele ehrenamtliche Volonteers unterwegs die helfend und unterstützend das Rennen ermöglichen. Aber, es werden noch weitere Sponsoren und Unterstützer gesucht, die sich auf vielfältiger Weise auf diesem Rennen präsentieren können. Da die Veranstaltung ein Publikumsmagnet ist, kann man von einem sehr guten Transfer für die Sponsoren oder Unterstützer ausgehen. Die Kosten sind fast ganz gedeckt, es könnten sich jedoch noch der eine oder Andere in die Liste eintragen, so Bürgermeister Claus Jacobi.

Vor dem Rennen wird in diesem Jahr noch ein Trainingstag eingelegt, der aber noch nicht terminiert ist. Das Musikprogramm wird durch Bands aus der Gevelsberger Szene abgedeckt. Auch auf dieser Veranstaltung wird ein Gottesdienst um 11:00 Uhr abgehalten. Dann geht es aber mit den Aechterbieckschen Husaren und den Fidelen Vogelsangern hurtig an den Start.

Was jetzt noch kommen muss? Die Anmeldung. Wir haben als Anhang eine Bauanleitung für eine Seifenkiste im PDF Format abgelegt und das Anmeldeformular auch als PDF. In 14 Tagen wird das ganze Programm unter http://www.gevelsberg-rennen.de eingestellt sein, dort können heute auch alle die Bastelanleitung und das Anmeldeformular genauso herunter laden. Im Rathaus gibt es an der Info jedoch auch die Anmeldung. Schön wäre es wenn das Gros der Anmeldungen vor den Schulferien eingehen würde. Jeder Teilnehmer erhält übrigens ein T-Shirt mit dem obigen Logo, welches die Zimmerei Werner Lüddecke aus Sprockhövel sponsert.

Auf http://www.gevelsberg-rennen.de findet man auch die Einteilungen nach Alter (8 bis 18 Jahre.), Geschlecht, die Preisgelder und sonstige Angaben.

Nochmal. Das 6. GevelsBerg-Rennen findet am  16. Oktober 2011 auf der Heidestrasse statt. Warum schon so eine frühe Ankündigung? Ganz einfach, die Vorbereitungen sind diesmal ziemlich groß und da will man die Anmeldungen schon einmal erledigt haben.

Und nochmal: Der Spaß steht im Vordergrund.

 

 

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg.

Die Vergangenheit trägt uns um die Zukunft zu gestalten

[jpg] 125 Jahre fest gegründet und stabil, so kann man die nächsten 125 Jahre angehen, so umschrieb die  Ministerpräsidentin des Landes NRW,Hannelore Kraft,  die Stadt Gevelsberg. 125 Jahre Gevelsberg steht aber auch für eine Stadt die immer etwas anders sein wollte, so als sie als erste neben Berlin die Elektrifizierung in der Stadt umsetzte oder auch so als sie aus dem Amt Ennepe  damals austrat und kurzerhand die Stadtrechte beantragte und auch bekam. Eine Stadt die immer wusste was sie wollte und dies auch umsetzte, man nennt das Selbstbewusstsein.

              
  v.l.: Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann  /  Ulrike Brux  /  Landrat Dr. Arnim Brux  /  
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft / Bürgermeister Claus Jacobi / Desiree Jacobi /
Bundestagsabgeordneter René Röspel                                               Foto: © Linde Arndt
 

Hannelore Kraft war die Festrednerin schlechthin, besser hätte es Gevelsberg nicht treffen können. Gut aufgelegt zeichnete sie ein buntes Bild von Gevelsberg wo das Menschliche immer zu erst kam. Die Integrationskraft der Gevelsberger am Beispiel des Ukrainers Wasyl Seniw der als "Fremdarbeiter" kam und wie selbstverständlich Gevelsberger wurde. Die Offenheit der Gevelsberger, die jedem förmlich entgegen springt. Aber auch die Ideen, die zum Beispiel zu der Ausbildungsgarantie führten, die Jugendlichen mit einer guten Leistung eine Lehrstelle garantiert.Kraft betonte die aktive, attraktive und identitätsstiftende Stadt Gevelsberg, die trotz wirtschaftlicher Rückschläge in den 80er und 90er Jahren durch den Mittelstand wieder nach oben gefunden hat. Bildung ist in Gevelsberg kein Fremdwort und so kann man die Anstrengungen Gevelsberg beobachten indem sie vorbildlich niemanden zurücklässt. Kraft nannte Gevelsberg als Beispiel für viele andere Städte gleicher Größe.

              
  Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Bürgermeister Claus Jacobi                                             Foto: © Linde Arndt  

Bürgermeister Jacobi hatte in seiner Festrede drei (kleine) Wünsche für sich und alle Gevelsberger, die er sodann formulierte:

1.    Das Gevelsberg mit allen Menschen unvoreingenommen und friedvoll miteinander auskommt.
2.    Lassen wir nicht nachlassen im nächsten Vierteljahrhundert aus Gevelsberg den allerbesten Standort zu machen den er seinen Bürgern sein kann.
3.    Es ist der Wunsch für die Zukunft das menschliche öffentliche Klima zu behalten um das man Gevelsberg so oft beneidet.

Und Jacobi schloss damit, dass die Toleranz die über allem vorherrscht niemals nachlassen
möge.

 
     

Es folgte der unterhaltsame Teil des Abends der von Gregor Schnittker , WDR Dortmund
locker und kurzweilig moderiert wurde.
Werner Hahn von der jungen Bühne Hagen bot ein buntes Potpourri der 125 Jahre in der die Stadt Gevelsberg groß wurde. Die Erfindung des Autos durch Benz, der erste Weltkrieg, die goldenen 20er Jahre des 19.Jahrhunderts und er wusste sogar kritisch die Nazizeit zu skizzieren. Der Reigen endete mit der Wirtschaftswunderzeit der 50er und 60er Jahre.

Es war ein wunderbarer Abend der nur glückliche Gesichter zeigte, selbst die Ministerpräsidentin blieb noch auf ein Bier. Und wie das so üblich ist blieb man noch bei guten Gesprächen, allerdings fanden die ein Ende als der Winter wieder einbrach.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Gevelsberg


Hier noch eine Fotogalerie vom 125. Geburtstag (alle Fotos copy Linde Arndt)
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