Step-by-step geht es in Schwelm voran

Bürgermeister Jochen Stobbe bei seiner Ansprache zum ZOB   Foto: Linde Arndt

Bürgermeister Jochen Stobbe bei seiner Ansprache zum ZOB Foto: Linde Arndt

[jpg]In Schwelm läuft es nicht so gut. Jeder Euro muss zweimal umgedreht werden. Denn die Stadt steht unter einem Haushaltssicherungskonzept und könnte über kurz oder lang in den Nothaushalt rutschen. Dazu kommt, dass der Rat der Stadt Schwelm unter Führung der CDU mit dem Bürgermeister anscheinend eine Vendetta auszufechten hat. Die Belange der Stadt bleiben bei solch einem Verhalten logischerweise außen vor.

Die SPD im Rat ist da machtlos, denn die Mehrheiten sind eben auf der anderen Seite.Jetzt erst hat die Gruppe um die CDU erfolgreich einen Unternehmer mit einer Investitionssumme von 20 Millionen Euro verärgert und vertrieben. Und weil das ganze nicht so sauber war, könnte es gut zu einer Regressklage des Unternehmers kommen. Nicht so schlimm, so hört man, Schwelm hat sicher eine Gemeindeversicherung, also braucht die Stadt diesen Regress nicht aus dem Haushalt bezahlen. Nur bedenkt niemand den großen Imageverlust, den die Stadt dadurch zu erleiden hat. Welcher Unternehmer investiert gerne in einer Stadt, in welcher er keine Gewinne machen darf.

Fast täglich hört man wie die oben genannte Ratskoalition wiederum Geschütze gegen die Stadtverwaltung in Stellung bringt. Das Treffen, welches die CDU unter dem Titel „Werkstatt-Gespräch Innenstadt“ mit einigen wenigen unvoreingenommenen Schwelmern hatte, konnte man denn auch getrost als Alibiveranstaltung einordnen. Der angerichtete Schaden durch die Causa Pass ist groß, nun versucht man die Meinungs- und Deutungshoheit im Zusammenhang mit der Innenstadtgestaltung wieder zu erlangen. Man (CDU) war mehr oder weniger unter sich und sprach sich für die kommende Kommunalwahl Mut zu.

Symbolischer Spatenstich des ZOB  Foto: Linde Arndt

Symbolischer Spatenstich des ZOB Foto: Linde Arndt

Trotz allem ist es der Stadtverwaltung wieder gelungen eine städtische Investition in die Zukunft und für die Stadt Schwelm auf den Weg zu bringen. Schwelm bekommt einen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Bahnhof. Es war ein langer Weg durch den Rat, der mit einigen Hindernissen versehen war, denn der Schwelmer Hauptverwaltungsbeamte Bürgermeister Jochen Stobbe sollte ja keinen Erfolg haben – koste es was es wolle. Da wurde mal schnell eine Tasse Kaffee im Rat zu einer Bestechungsaffäre hoch geputscht.

Trotz allem traf man sich am Bahnhof Schwelm um einen symbolischen ersten Spatenstich zu machen. Bürgermeister Jochen Stobbe, AVU, VER, VRR und die BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW mbH aus Essen schritten zur Arbeit. Es wird ein barrierefreier ZOB werden, der Behinderten die Möglichkeit bietet das Verkehrsmittel ÖPNV zu benutzen. Auf den Bahnsteigen wurden die Einstiege für die Züge schon angepasst, es fehlte nur noch der Anschluss an den Buss. Die etwas längeren Gelenkbusse können nach Fertigstellung des Bahnhofs durch die VER endlich eingesetzt werden. Die elektronischen Informationsanzeigen werden die Bussan- und – abfahrten digital anzeigen. Langfristig sollen über diese Anzeigen auch weitergehende Informationen übermittelt werden.

Tatsächlich gewinnen die Schwelmer aber ein neues Tor zur Stadt über das die täglich rund 6.000 Besucher einen positiveren Eindruck von der Stadt bekommen, so Bürgermeister Jochen Stobbe. Und weiter bittet er alle Benutzer des Bahnhofes jetzt schon um etwas Geduld bei den Einschränkungen die durch die Baustelle entstehen. Ein Trost: Bis zum Heimatfest soll der ZOB in seinem ganzen Glanz fertig sein. Aber das ist nicht alles. Die Umwelt soll nicht zu kurz kommen, so wird es Ladestationen für E-Fahrräder und Elektroautos geben und mit dem Betrieb der installierten Solarmodule könnten 15 Haushalte mit Strom versorgt werden, so der Geschäftsführer der AVU Thorsten Coß. Am ZOB können nun mehr Fahrräder und Motorräder geparkt werden. Sofort nach Bekanntwerden der Modernisierung des Bahnhof-Vorplatzes zu einem modernen ZOB meldeten sich denn auch 3 Interessenten für das Bahnhofsgebäude um mit ihren Architekten das Gebäude zwecks weiterführender Nutzung ins Auge zu nehmen.

Man warte nun bei der BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW mbH auf die Konzepte der 3 Investoren.

Es war ein guter Tag für Schwelm und die Schwelmer die mit dem Bau dieses ZOB ein neues Stadttor zu einer doch liebenswerten Stadt bekommen. Step-by-step geht es voran, solide wie es die Kasse eben zu lässt.

Jürgen Gerhardt für EN-Mosaik aus Schwelm

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